Ausgabe 
15.5.1913 Zweites Blatt
 
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der 24. Tagung des Coangelischen-sozialen Kongresses, die nut verein seit der Hauptvcrsammbung in Auerbach seien dem Kamps der Lehrer für ihr Recht zuzuschreiben, der Lehrerverein sei keine wirtschaftliche Organisation, und es sei darum zu beklagen, daß er seine Arbeit zum großen Teil seiner materiellen Besserstellung widmen müsse, statt voll und ganz für seine idealen Aufgaben eintreten zu können. Trotzdem habe der Deutsche Lehrerverein, dessen Kraft auf seinen beinahe 3000 Bezirksvereineu beruhe, im Jahre 1911 ungefähr 20000 wissenschaftliche Borträge aufzuweisen. Die Wohlfahrtspflege des Vereins habe ein Kapital von 15 Mil­lionen aufgebracht, wovon int letzten Jahre l1 j2 Millionen für Unterstützungsbedürftige des Standes ausgegebcn worden seien. Er gratuliert dem Landes-Lehrerverein zu der am Tage vorher vorgenommcnen Gründung einer Wttwenpensivnszuschußkasse und hebt besonders hervor, daß nirgends im Deutschen Lehrerverein freudiger gearbeitet werde, wie von |bcn hessischen Lehrern. (Stür­mischer Beifall.)

Oberlehrer Kredel heißt im Namen des Bezirks-Lebrer- vereins Friedberg-Bad-Nauheim willkommen. Unsere Schule habe die Ausgabe, ein freies, starkes, sittliches Volk zu schassen. Die Lchrcrvcrsammlungcn tagen stets mit jugendlicher Begeisterung. Tie Lehrer dürsten niemals Privatinteressen nachjagen. Mit den Worten:Im Wollen fest, in Worten wahr, im Wirken treu" schloß Oberlehrer Kredel seine begeistert ausgerwmmene Begrüßung.

Darauf hieU Lehrer K och- Friedberg einen Vortrag R o u s s e a u und W i r". In markanten Strichen zeichnete er ein lebensvolles Bild der Rousseaufchen Ideen, wie sie für die Gegenwart, für Schule und freie Erziehung von Bedeutung ge­worden sind.

Den zweiten Vortrag hielt Lehrer Heist- Düdelsheim über Staatsbürgerliche Erziehung in Volks- und Fortbildungsschule". Die Versammlung folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den tief­gründigen Ausführungen und nahm folgende Leitsätze an:

1. Die mangelhafte staatsbürgerliche Bildung des deutschen Volkes, unsere innerpolitifchen Verhältnisse und die nationalen Ausgaben imserer Zeit fordern eine stärkere Betonung der staats­bürgerlichen Erziehung unserer Sckmljugend.

2. Volks- und Fortbildungsschule sollen in der Jugend, die ihnen anvertraut wird (90 .Prozent der 0>esamtjugend), burd) staats­bürgerliche Erziehung und Belehrung einen guten Grund für deren spätere staatsbürgerliche Betätigung legen.

3. Zur Erreichung dieses Ziels ist aber erforderlich, daß Schul organisation, Lehrstoff, Lehrplan und Arbeitsweise dementsprechend gestaltet find. Ihnen hat darum die Lehrerschaft stets volle Auf­merksamkeit zu widmen. Bei Neugestaltungen oder Mänderungen sind die Wünsche der Lehrerschaft von den maßgebenden Stellen zu berücksichtigen.

,4. In der beruflichen Aus- und Weiterbildung der Lehrer muß die staatsbürgerliche Bildung mehr gepflegt werden.

5. Die Ausgabe, die Jugend zu tüchtigen Staatsbürgern heran­zubilden, wird voll und ganz nur ein den anderen lin Betracht kommenden) Ständen in staatsbürgerlicher, sozialer und materieller Einsicht ebenbürtig zur Seite gestellter Lehrerstand lösen können.

Nach Schluß der eindrucksvoll verlaufenen .Hauptversammlung sand ein Festessen im Kurhause statt, wobei ein Teil der Shir> kapelle konzertierte. Darnach harten die Teilnehmer der Haupt­versammlung durch das Entgegenkommen der Kurdirektion freien Zutritt zum Konzert auf der Terrasse, das Professor Hans Winder- stein persönlich leitete.

Die Aieöer-Modauer Genoffenschaststtkse.

bs. Darmstadt, 14. Mai.

, In dem Prozeß gegen Adam und Genossen wurden die Sitzungen heute wieder ausgenommen. Der Staatsanwalt legt zu Beginn zwei Gutachten vor, die dahin lauten, daß der An­geklagte Isaak, der während der letzten Verhandlungstagc ein kränkliches Wesen zur Schau trug, durchaus gesund ist, und daß seiner weiteren Vernehmung keinerlei Bedenken entgegenstünden. Das Gericht setzte daher die Vernehmung Isaaks fort, wenn auch mit mvglickister Schonung. 'Es soll Klarheit geschaffen werden über den Verkehr zwischen Isaak und .Adam und darüber, welchen Zweck Isaak mit dem sogenannten Delkredere von 55 000 Mark verfolgt habe. Isaak will diesen Poften nicht als eine Zuwendung an Nieder-Modau aufgefaßt wissen. Zu einer .Klärung der Sach­lage aber kommt es nicht. Der Staatsanwalt hält dem An­geklagten eine Anzahl Wechsel vor in einer Gesantthöhc von weit über eine Million. Er fragt ihn, ob ihm denn dieser Wechsel­verkehr zwischen Adam und Pallmann gar nicht aufgefallen sei. Isaak behauptet, daß ihm das nicht ausgefallen sei. Die Ver­handlung wendet sich dann weiteren Einzelheiten zp.

Nach einer Pause wird der Angeklagte Ihrig rernonimeat. ES Werben Briese und Protokolle verlesen, aus denen hervorgeht, daß die Landwirtschaftliche <^enossensch>astsbank mehrmals bei der Nieder-Modvuer Kasse über den Wechselverkehr Auskunft eingehölt habe. Auf die "Frage, warum denn Ihrig nicht eingeschritten sei, antwortet, er, daß cv hierzu keine Veranlassung gehabt hätte. Diese Ausgabe falle dem Revisionsverbande zu. Es kommt auch ein Revisionsbericht des Revisors Brauer zur Sprache, in dem von vorgekommenen Unredlichkeiten des Adam die Rede ist. Mer auch dann wurde von der Bank nichts unternommen.

Die Verhandlung schließt um 1 Uhr. Morgen 8r/z Uhr Fortsetzung.

Aus Sta&t «Md

Gießen, 15. Mai 1913.

Mahnung zum Matzhalterr in der Kreditgewährung.

In der&nibiv. Genossenschafts-Zeitung für Branden­burg" findet sich nachstehende Mahnung zum Maßhatten in der .idreditgewährung, die auch bei am seren Kassen Be­achtung finden sollte:In letzter Zeit haben wir ver­schiedentlich die Beobachtung machen müssen, daß Spar­und Darlehnslassen in vereinzelten Fällen viel zu Ijofre Beträge an die '.Mitglieder ausleihen oder festlegen. Wenn man bebenIt, daß die ländlichen Kreditgenossenschaften ba^u berufen sind, den Personalkredtt der Mitglieder zu befriedi­gen, so sollten derartige über die Wirtschaftskreditbedürf­nisse der Mitglieder hinausgehende Beträge nicht gewährt werden. Auch liegt in den jetzigen geldknappen Zeiten besondere Veranlassung vor, bei der .Kreditgewährung Maß zu hatten. Schließlich darf noch darauf h'ingewiesen wer­den, daß Schwierigkeiten, in die einige Genossenschaften in letzter Zeit geraten sind, lediglich auf die über die Ver­hältnisse der Genossenschaften und der Mitglieder hinaus- aehenden Kreditgewährungen zurückzusichren waren. Des­halb warnen wir vor allen hohen Kreditgewährungen und namentlich vor solchen, die nicht in den Rahmen und zu den Aufgaben der Spar- und Dort eh ns lassen gehören, ganz energisch. Tie Dartthensgewährung auf Hypotheken an Nichtmitglieder innerk-alb und außerhalb des Vereinsbezir^ ist ebenfalls unstatthaft. Die ländlichen Genossenschaften müssen ihre Tätigkeit auf einen eng begrenzten Bezirk be­schränken, damtt den Verwaltungsorganen die Uebersicht über die Vermögens- und sonstigen Verhältnisse der Mit­glieder nicht verloren geht, andernfalls werden Verluste, Ausfälle und unliebsame Ueberraschungen für die Mit­glieder nicht zu vermeiden sein. Die Genossenschaften, die Darlehen auf Schuldschein und >u>potheten ausgeliechen haben, müssen daraus achten, daß nicht nur die Zinsen vierteljährlich oder halbjährlich entrichtet werden, sondern daß auch aus das >vapttal regelmäßige Abz<chlungen er­folgen. Die Genossenschaften können zufolge ihres ganzen Aufbaues ihre Gelder nicht auf unbeftimmtc Zeit fest­legen. Die Abzahlungen müssen erfolgen, einmal, Werl dadurch in erzieherischer Werfe auf die Mitglieder zur Tilgung ihrer -.schuld ein Einfluß ausgeübt wird, zum anderen, weil mit den durch diese Abzahttingeu frei werden­den Mitteln wieder neuen Mtgliedern geholfen werden

kann. Auch auf die Schuldkonten inLaufender Rechnung»" müssen regelmäßige Einzahlungen bezw. Abzahlungen ge­leistet werden, damit auf diese Weise ein Umsatz erzielt wird und die Konten die Eigenschaft der laufenden Rech­nung nicht verlieren. Im Interesse der Gesunderhaltung der Genossenschaften geben wir uns der Hoffnung hin, daß unsere wohlgemeinten Warnungen und Ratschläge bei den Berwattuugsorganen der abgeschlossenen Genossenschaften auf fruchtbaren Boden fallen."

*

Lose Vereinigung ehern al. 116er, Gießen- Stadt. Tie Zahl der Mitglieder beträgt jetzt über 300. Gegen Ende dieses Monats findet eine Versammlung statt, in der die Regimentsgeschichte und Festschrift, Tribünenkarten, Denkmünzen usw. ausgegeben werden. Ter Tag der Ver­sammlung wird iin Gießener Anzeiger noch bekannt gegeben.

** Vogelschutz. Bei der beginnenden Brut­zeit erscheint es angebracht, aus das Vogelschutz-Ge­setz für das Deutsche Reich vom 30. Mai 1908 erneut hinzuweisen. Wir bringen deshalb nachstehend einen kurzen Auszug aus dem Gesetz zur Kenntnis unserer Leser. Tas Zerstören und das Ausheben von Nestern oder Brutstätten der Vögel, das Zerstören und Ausnehmen von Eiern, das Ausnchmen und Töten von Jungen ist verboten. Verboten ist ferner das Fangen von Vögeln mittels Leimes oder Schlingen, Fangen und Erlegen von Vögeln mit Netzen oder Waffen, Fangen von Vögeln mit Anwendung von .Körnern oder anderen Futterstoffen, denen betäubende oder giftige Bestandteile beigemischt sind, Fangen von Vögeln mittels Fallläsigen, Falikästen, Reusen, Schlag- und Zugnetzen usw. In der Zeit vom 1. März bis 1. Oktober ist der An- und Verkauf, Feilbieten usw. von lebenden wie toten Vögeln auch zu Handels- zwecken verboten. (In der übrigen Zeit bedarf es polizeilicher Erlaubnis, eines Jagdscheines oder dergl.) Dieses Verbot erstreckt sich für Meisen, Kleiber und Baumläufer auf das ganze Jahr. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmung dieses Gesetzes oder gegen die von dem Bundesrat auf Grund derselben erlassenen Anord­nungen werden mit Geldstrafe bis zu 1 5 0 Mark oder mit H a s t bestraft. Der gleichen Strafe unterliegt, wer es unterläßt, Kinder oder andere unter seiner Ge­walt stehende Personen, welche seiner Aufsicht untergeben sind, und zu seiner .Hausgenossenschaft gehören, von der Uetzertretung dieser Vorschriften abzuhalten.

Landkreis Gießen.

Steinbach, 14. Mai. Nächsten Sonntag findet die 8. B un d estumfahrt des Tum erbu n des La hn- D uns berg hierher statt. 205 Wetturner haben sich gemeldet; geturnt wird Stemmen zweiarmig, Weithoch-, Weitsvrung, Laufen 100 in und eine Pflichtsrciübung.

Kreis Büdingen.

= Hirzenhain, 14. Mui. Hier ist man seit Wochen beschäftigt mit den Vorarbeiten für die mn 1. Juni statt­findende 10 0jährige Jubelfeier au den B e f r e i um gs- krieg 1813. Tie Feier dürfte sich in Bezug auf die Dar­bietungen von den sonst in unserer Gegend gefeierten Festen angenehnminterscheiden. Aus dem Programm sei bemerkt, daß die Feier durch einen Festgottesdienst eingeleitet wird, dem sich am Nachmittage der Festzug mit historischen Gruppen aus dem Jahr- 1813 anschließt. Das daraus in Szene gehende FestspielAn8 großer Zeit" soll allen Festbesuchern ein anschauliches Bild aus der bewegten Zeit geben. Bei einbrechender Dunkelheit ist ein Feuerwerk aus dem nahen Wannberg vore,«flehen. Die Festmusik stellt die Kapelle des Thür. Ulancn-Regt. Nr. 6 auL Hanau. Die Feier findet in einer geräumigen, gegen alle Witterungs­einflüsse schützenden massiven Halle statt, die etwa 3000 Personen faßt.

Kreis Alsfeld.

C] Ruppertenrod, 14. Mai. Anläßlich seiner 35jährigen Wirksamkeit wurde dem Lehrer Herm. Strack zu Pfingsten vom Gemeinderat ein schöner, gepolsterter Sessel überreicht.

£ Nieder -Gern ün den, 14. Mai. Der Gastwirt Philipp Schäfer hakte noch eifrig Vorbereitungen für das Pfingstfest getroffen und einen Tanz für den zweiten PftngsHeiertag ungeordnet, da ereilte ihn plötzlich der Tod. Der Pfingsttanz wurde von einem anderen Gastwirt ab- gehalten.

x Aus dem J5e c n ta i c , 14. Mai. Der Preis für die fetten Schweine ist schon seit einiger Zeit stark gesunken, der aber für das Fleisch im Berkans nicht. Bis zu 48 Pfg. ist der Preis für das Pfund Lebendgewicht gesunken. Beim Schweinefleisch im Laden bezahlt man nur 5 Pfg. weniger gegen die höchste Preisstufe. Ebenso l-alten sich die Wurstwaren auf ihrer hohen Preisstufe.

Kreis Schotten.

A Aus dem nordwestlichen Vogelsberg, 14. Mai. Während die Kirchweihen gewöhnlich im Nach- sonrmer und Herbst ftattfinben, hatten die Orte Ober- Ohmen, Stumpertenrod und Ruppertenrod diese schon ant zweiten und gestrigen dritten Pfingst- feiertage. Außergewöhnlich starken Besuch halten diesmal genannte Kirchweihen aufzuweisen. Das immer­hin noch schön gewordene Pfingsttvetter lockte manchen Gast hinzu. Je mehr unsere i^aftmirtc auf bessere Musik und Bewirtung der Gaste sehen, umsomehr steigert sich der Fremdenbesuch auf diesen Psingstkttchweihen.

Kreis Friedberg.

L Friedberg, 14. Mai. Gestein kamen die Lehrer- octeranen, die 1858, 1859 und 1860 das Lehrerseminar Friedberg verließen, hier zusammen. Von den einstigen 116 Seminaristen sind noch 30 am Leben, lauter ergraute Häupter, alle über 72 Jahre alt. Sie begrüßten sich morgens im (Safe Trapp. Bei dem Appell waren von den 1859ern 9 anwesend, 15 leben noch, wovon 4 krank sind, einer ist 80 Jahre alt: von den 1858ern waren 5, von den 1860ern 2 erschienen. Um 1 Uhr fand iin Hotel Trapp ein Essen statt, an dem 18 Lehrer teilnahmen. Lehrer Müller be­grüßte die Gäste und gedachte der Entschlafenen, auch der einstigen Lehrer des Seminars. Lehrer Petrus gedachte besonders der einstigen Lehrer am Seminar. Für die Ludwig- und Aliec-Stistnng wurden 11,50 Mk. gesammelt. Ein Ausflug nach Bad-Nauheim, bei dem der Kurdirektor freien Eintritt zum Konzert gewährte, beschloß die Feier.

Starkenburg und Rheinheffen.

RB. Darmstadt, 13. Mai. Die Gesellschaft für deutsche Erziehungs - und Schulgeschichte hielt l/eube ihre Hausttverswmmlnug <rb. U. a. wohnten Geheime­re Puffert, Geh. .Oberschulrat Nodnagel, Oberkon- ftstortalpräsident Nebel, Bürgermeister Mueller und Prof. Kissinger der Sitzung bei. Nachdem der Vor­

sitzende, Geh. Oberregierungsrat Dr. Reinhardt- Berlin die Erschienenen begrüßt hatte, sprachen die Herren Süs« sert, Nebel und Mueller den Bestrebungen der Ge­sellschaft ihre wärmsten Sympathien aus, wobei sie beson­ders die Tätigkeit des Vorsitzenden der Gruppe Hessen, Pros. D. Dr. Diehl, um die Pflege der Erziehungs- und Schulgeschichte anertaunten. Pros. Diehl hielt bann einer, längeren Vortrag über das h e s s i s ch e Schul m useum, feine Entstehung und seinen Wert. Der Redner zeigte Bc- souders dessen Bedeutung für das wissenschaftliche Studium. Tas Schulmuseum solle nicht nur eine Raritätensammlunq sein, sondern ein wohlgeordnetes, übersichtlich geordnetes Makerial und eine brauckchare Unterlage für die Wissenschast darbieken. Daß man mit dem Vorhandenen jetzt schon etwas an fangen könne, habe er schon in den ersten paar Wochen seiner Tätigkeit in Friedberg erfahren und dabei namentlich das Prinzip der lebendigen Anschauung zur Geltung gebracht. Das Schulmuseum müsse vergrößert, genau geordnet und ausigebaut werden: auch die Akten des Ministeriums müßten gründlich bearbeitet und genau: Aktenverzeichnisse angelegt werden Wir sollten dahin kom­men, daß tvenigstens auf einer Lehrerkonferenz im Jahre ein schulwissenschaftlicher Vortrag gehalten werde. Ter Lehrer tut gut, sich mehr in ber Geschichte zu unterrichten, und wenn man mit Idealismus und Begeisterung an die Sache herantritt, dann werde auch etwas erreicht werden. Im Anschluß an den Vortrag erläuterte der Redner dann eine kleine Ausstellung non Werken des Museums, worunter sich namentlich Katechismen, Biblische Geschichten, zum Teil sehr seltene Stücke, befanden. Auch der Katechismus von Lichthammer, ttus deni die spätere Königin Luise unterricht-et wurde, ist vorhanden. Nachher trat die Versammlung in die Behandlung verschiedener fachwissenschaftlicher Fragen ein. Nach Schluß der Beratung fand ein Mrttagsmahl im Restaurant Volt und am Nachmittag ein Ausflug nach Auerbach statt.

Wandern nnd Reisen.

EI Bübingen, 13. Mai. DerW andervogel" hat in dem nahe gelegenen Walddöricben Dudenrod eine lieber« nachtungsstätte. Datz feit längerer Zeit imbeivobiite HanS in gemietet und von den Gründern des Henn? in wolmlichen Zu­stand verlebt morden. Holz bot der nabe Wald, mit einem Hand» Wägelchen holten die jungen Leute bet einer Baustrmn in der Näße das nötige Material; auch ein Gärtchen, Nebensvalier ist angelegt. Vor nicht langer Zeit diente das Achl inst 14 Tage lang als Nacht- gnartier nach genußreichen Ausflügen in die schöne waldreiche Um­gebung. Boni Verkehr abgelegen, wird der schön gelegene Wal dort bald ein gern besuchter Rnbepnnkt werden.

40 Jahre Schwarzw alddahn. Tie badische Sckimarzivaldbahn von Cfienburg über Horn bergTriberg nach Konstanz am Bodensee leiert m diesem Jahre ihr 40-ährig'es Be­stehen. Ter wichtigste Teil der Linie, der eigentliche Gebirgs- Übergang von Hausach bis Villingen, wurde im Jahre 1873 dein Verkehr übergeben. 38 Tunnels, 6 Viadukte und 135 Brücken und lleberflihrnngen waren notwendig, um den Hanvtgehirgsstock bc3 Schwarzwaldes zn durchqueren. Tie Baukosten für diese 52 Kilo­meter lange Strecke waren entsprechend fehl' hoch und betrugen 24 Millionen Mark. Trotzdem gelangen die normalen Personen- tartfc zur Anwendung und die zu den badischen Ferien-Sonderzügen nad) Basel bezw. Schaffhausen und Konstaitz ansaeqebenen er­mäßigten Fahrkarten gelten auch für die Züge der Schwarzwald bahn. Die ursprünglich eingleistge Bahnanlage. tuiirbc mit zu­nehmendem Verkehr in den lebten Jahren zweigleisig ausgebaut. Die hervorragenden Meisterwerke der Technik erregen auch heute noch nach -lOjährigem Bestehen unentwegt die Bewnudening der Reisenden, und der Reichtum an immerfort wechselnden Bildern einer herrlichen Landschaft von hinreißender malerischer Wirkung ist kaum zn übertreffen. Eine praktische Ueberstchtslarte de, badischen Schwarzwaldbahit nebst einer solchen der anschließenden LÖllentalbahn mit den benachbarten Gebieten des mittleren und üblichen SchwarzwaldcS sind gegen Einsendung von 20 Pfg. durch das Internationale öffentliche Verkebrsbnreau, Abteilung Baden, Berlin W. 8, Unter den Linden 14, erhältlich.

Lrrftschi »fahrt.

Deutsche LuftsAiffahrts-Ak t. -Gcs. .

Die mit so viel Hoffnungen begründete Luftschiffahrts-Akt.-Ge­sellschaft hat dic Hälfte ihr<^s drei Millionen Mark betragenden Mlienkapiials verloren. Sie bot zwar au-5 Eintrittspreisen für Fahrten in ihren Zeppelinluflschistcit 500 000 Mk. und einschließ­lich Fabrikattonsgewinn, Zinsen und Subpenttviteu 827 135 Mk. (im Vorjahre 332 388 MkZ eingenommen, dem ftefam aber Be­triebsausgaben in Höhe v v it 73 7000 M k. gege it- über. Der reine Betriebsüberschuß beträgt demnach mir noch 90 000 Mk. Der Verlust derSck',maben" konnte .nur teilweise durch Jnanspruckmahme der englischen Versickrerungsgcseilschaftcti gedeckt ioerbat: 260000 Ml. sind buid dieses elementare Un­glück irnwiderbringlich dahin. Tie Abschreibungen crforbCrtt 326 500 Mk. Da schon aus dem Vorjach' ein Verlust von 1 152 000 Mk. übernommen wurde, so ergibt sich eine llnterbilan; von zunächst 1,15 Millionen Mark und da noch weitere Extra- abschreibuniren von 348 000 Mk. erforderlick sind, so stellt sich eben die Unterbilanz, inie schon angegeben, auf insgesamt V'. Mill. Mari. Zu ihrer Beseittgung wird die ganz onßergewöhnlichc Zuzahlung von 300 Proz. porgefchlagen. Wenn alle Aktivitüre! zuzahlen nmrden, meint die BerlinerMorgenpost'', wäre natür­lich foul' 50 Proz. erforderlich: aber man fürchtet, daß nur noch einige opferwillige Herren sich entschließen werden, neues Geld in das Unternehmen zu stecken. Troy dieses läum zu über­bietenden Mißerfolges, sagt das eben zitierte Blatt, wird man der Verwaltung kaitm einen Vonvurf macherc können. Der größte Teil der Schuld ist jedenfalls dem großen Risiko dieser Unter­nehmung zuzuschreiben.

Landwirtschaft.

Erntestatistik 1912.

Im erften Vierteljahrsheft zur Statistik des Teutsck)en Reichs 1913 werden die Ergebnisse der Erntestattsttk für das Jahr 1912 mit geteilt und besprochen.

Geerntet wurden 1912:

Turchschmtt im ganzen vom Hektar igQojg1] ((tonnen) vom Hektar

an

Wintermeizen . .

3 908 211

2,26

1,99

P»

Soinmerwerzen . .

452 413

2,31

2,10

Winterspelz . . .

407 032

1,44

1,48

Wmterroggen . .

11462 515

1,86

1,68

Sommerroggen. .

135 774

1,26

1,17

Sommergerste . .

3 481 974

2,19

1,92

Hafer.....

8 520 183

1,94

1,85

Kartoffeln....

50 209 46S

15,03

13,07

davon gesunde .

48127 857

14,40

12,41

Kleeheu ....

7 949 182

4,60

4,85

Luzerneheu . . .

1 490 469

6,06

5,99

u

Wiesenheu . . .

27 681 860

4,63

4,22

Dem Borjcchre gegenüber beträgt die Mchrernte an Brol getmbe 1 030 765 Tmrnen oder -- 6,7 v. H. Sommergerste unh Laser, die hauptsächlich zu tterrschen, in gewissem Umfang aber auch zur mensckflichen Ernährung bienen, ergaben zusammen gefaßt einen Mehrertrag von 1 138141 Tonnen oder -j- 10,5 v. H., Klee-, Lwzerne- und Wiesenheu einen solchen von 8 983 901 Tonnen oder -ft 31,9 v. £>.; die Mehrernte an gesunden Kar­toffeln betrug 14 193 483 Tonnen oder -ft 41,8 v. H.

Für das Erntejahr vom 1. Juli 1911 bis 30. Juni 1912 standen unter Berücksichtigung der Lbussaat sowie der Ein- und

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** Sd&iiti iniqteil 5h iif Portomnai mi Postkarten, in bereinigten Stbidtn Ameril lttamlmrg 15. Zni-eraior"^ al i Renten 27. Jdiier Wilheln sh Hamburg 5. 1.3uni;Saii' lugufte Sitton1 tinit ber Frühz Hiiit, die für t Hrbcrun^gel fit einem Leist -ri Hamburg"

X. b n n a n lijdier Aul Minigsjchwiei «ckmmiung li- d<r Ziirma vovl iie Uederfchull toO.O M. 1 än Konkurs j.

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K ?cutli I (tue mich leben annöerte er da.