Nr. 59 Erstes Blatt <65. Jahrgang Dienstag, 11. Mrz 1915
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Die heutige Nummer umfaht 10 Selten.
Zum Gedächtnis Vater Raiffeisens.
Am 11. März d. I. sind es 25 Jahre her, daß Raiffeisen, der ehemalige schlichte Bürgermeister, in einem Orte bei Neuwied am Rhein für immer seine Augen schloß. Man sollte in allen deutschen Landen ehrfurchtsvoll des Mannes gedenken, der sich um die Befreiung, Gesundung und Er starkung des deutschen Bauerntums in außerordentlicher Weise verdient gemacht hat. S-ein Name bedeutet ein Programm; er hat ein festes Band um das deutsche Bauern tum geschlungen, damit kein Braver und nichts Gutes aus ihm verloren gehe.
Es war die Zeit nach den Freiheitskriegen; der Feind war besiegt, das französische Joch abgeschüttelt. 30 und mehr herrliche Friedensjahre waren ins Land gegangen, und dennoch wollte das Seufzen nicht aufhören. Hundert tausende, ein gut Teil bester Kraft unseres Volkstums, zogen in ferne Lande und entzogen sich und ihre Kinder der deutschen .Heimat. Raiffeisen wußte, würum! Die Not der ländlichen Bevölkerung schnitt ihm in die Seele. Er sah den kleinen Mann auf dem Lande gegen eine Uebermacht ringen, wie wenn ein Ertrinkender gegen die Meereswellen kämpft. Gewinnsüchtige Krämer, hilfsbereite Geldverleiher nutzten die mißliche Lage des kleinen Mannes aus. Unkenntnis geschäftlicher Fragen und Unfähigkeit, dem Acker- höhere Erträge abzugewinnen, kamen hinzu. Raiffeisen sagte sich, Bauernschaft und Landwirtschaft als die Grundlage des ganzen Volkes müssen auf eigene, feste Füße kommen. Nichts soll dem kleinen Mann im Dorfe die Freudigkeit a!n der Arbeit rauben und ihn am Emporkommen hindern. Das war Raiffeisens Ziel, dafür lebte und arbeitete er bis zum letzten Atemzuge.
Und wie erreichte ers? Zu allererst ruft Raiffeisen! und sein Werk einem jeden zu: „Sei brav!" Wer auf diesem Felsengrund steht, ist gerettet. Denn nun hat erden Bürgen des guten Rufes, die Grundlage allen Zusammenschlusses und jeden gesunden Kredites. So wurde Raiffeisens Werk ein wichtiges Erziehungsmittel, daß unser Bauerntum seinen guten Namen zu hüten wußte. Und daraus entwickelte sich das weitere Prinzip sittlicher Solidarität. Was ist cs doch für ein wichtiges Ding um die Nachbarschaft. Sie ist ebenso wichtig als die Vlutsverwandt- sckmft. Es gibt kaum ein schlimmeres Unheil, als einen bösen Nachbar auf dem Lande. Wehe dem Dorfe, darinnen der Geist der Mißgunst, der Lieblosigkeit und des Neides herrscht. Raiffeisens Gcnossenschastswerk hat unser Bauerntum auch zum rechten nachbarlichen Gefühl erzogen; dadurch ist der Gedanke und die praktische Arbeit gestärkt worden, die unter dem Worte steht: „Einer für alle und alle für einen". Ein gewaltiges Maß sittlicher Kräfte ist damit dauernd entbunden worden.
Auf diesen beiden Grundpfeilern nun ruht der genossenschaftliche Zusammenschluß unseres deutschen Bauerntums in den Raiffeisen-Vereinen. Wie in der Natur, so kommt es auch in der menschlichen Gesellschaft alles auf den regelrechten Kreislauf der Lebensenergien an. Raiffeisen erstrebte einen großzügigen Zusammenschluß der finanziellen Kräfte der deutschen ländlichen Bevölkerung. Jeder deutsche Bauer soll wissen, wo er seine Spareinlagen sicher unterbringen kann und wo er im Notfälle als strebsamer Landwirt den zu seinem Vorwärtskommen erforderlichen Kredit unter günstigen Bedingungen findet. Er verhalf damit der deutschen Landwirtschaft, festen Boden unter die Füße zu bekommen. .Heute ist sie imstande, selbst Mißjahren mit
mehr Ruhe entgegenzusehen, den wechselnden Einflüssen von Handel und Wandel, äußerer und innerer Politik eine starke Geschlossenheit enlgegcnzustcllcn. Es ist denn auch kein Wunder, daß Raiffeisens Werk seit seiner Gründung alle Zeit tüchtige Männer gefunden hat, die ihm ehrenamtlich ihre Kräfte gewidmet haben.
Vor 25 Jahren,' kurz vor seinem 70. Geburtstage, wurde der Vater dieses großzügigen Werkes von seiner- irdischen Arbeit durch den Tod abgerufen. Wenn wir heute dankbar seiner gedenken, so wollen wir nicht vergessen: Die Liebe zu seinem VolVe und seine stetige Treue hat Raiffeisen einst zum Handeln getrieben und allen Anfeindungen zuin Trotz den Ausbau des Zusammenschlusses durchführen lassen. Die Kräfte hierfür gewann er selbst aus starkem Gottvertrauen. Dank und Ehre seinem Andenken!
Die Iahrhunüerjscier.
Berlin, 10. März. Zur Feier der Armee und Landwehr an den Befreiungskriegen waren die Denkmäler Frie drich Wilhelm III., der Königin Luise, das Freiheitsdenk- mal auf dem Kreuzberg, das Denkmal Kaiser Wilhelms I. und die Denkmäler der Generäle aus den Freiheitskriegen 'festlich geschmückt. Die ersteren drei Denkmäler waren mit Ehrendöppelposten der Pasewalker Mrassiere, des Leib- Regiments Nr. 8 und des 2. Garde-Regiments besetzt. Der Kaiser ließ an den Denkmälern Kränze niederlegen und begab sich vor 8 Uhr in das Mausoleum und'besuchte dann das L u i s e n - De n l'm a l im Tiergarten. Die städtischen Behörden Berlins hielten einen feierlichen Kirchgang vom Raihause zur Nikolaus-Kirche ab. In den Garst i so n s ki r ch e n sanden um 10 Uhr Gottesdienste für die Garnison statt. Um 11 Uhr begann der feierliche Gottesdienst im Dom.
Zum Gottesdienste im Do kn hatten sich eingefunden: Der Reichskanzler v. Be th m a nn Hollweg, stimtliche Minister und Staatssekretäre, die Spitzen der Behörden, die Generalität, die Admiralität, Abordnungen von Regimentern und Vereinen.
Eine Botschaft des Kaisers an das Heer.
Der Kaiser hat heute bei der Gedenkfeier am Denkmal König Friedrich Wilhelms III. im Lustgarten folgenden Tagesbefehl bekannt gegeben: _
A n mein Heer! Zum hundertsten Male kehren die Tage wieder, da Preußen sich anschickte, fremdes Joch abzuschütteln. Sieben Jahre hatte das Volk unter dec eisernen Faust des Eroberers geseufzt. Keine Erniedrigung, auch die tiefste nicht — die Heeresfolgc für den Feind — war ihm erspart geblieben. Aber diese harte Strafe für vorangegangene Zeiten des Stillstandes und damit des Niederganges l>at läuternd gewirkt. In voller Schärfe war das Bewußtsein erwacht, daß ehrlos der Preuße nicht zu leben vermag. Nachdem die Schäden in der Or- ganisaiion beseitigt waren, brannte das Heer darauf, ßu zeigen, daß sein innerer Wert nicht erstorben war, daß noch der alte Geist in ihm lebte, der 50 Jahre zuvor einer Welt in Waffen ge- trotzt hatte. Da brach durch Gottes'Fügung der Tag der Vergeltung und Reinigung von erlittener Schmach an. Preußens Aar regte seine Schwingen und stieg zur Sonne einpor. Nach langem Bangen schlug die Stunde, da mein Ahnlferr in den herzbewegenden Worten des Aufrufes „An mein Volk" den Krieg verkündete und die Landwehr aufbot. IM glühenden Zorn gegen den Bedrücker folgte das Volk dem' Rufe seines Königs. Hochauf loderte die Flamme der Begeisterung, ein unversiegbarer Strom von Opferfreaidigieit durchflutete die Lande. Glücklich, wer König und Vaterland sein Gut darbringen konnte, glücklich, wer unter den Fahnen sich selbst ihnen weihen durfte. Die Erinnerung an solche Treue und Hingebung heute nach 100 Jahren — dem Geburtstage der unvergeßlichen Königin — wieder wackHurufen, empfinde ich als hnlige Pflicht. Nicht siegen oder sterben, sondern siegen schlechtweg, ist die Losung in dem. heiligen Kampfe. Gott hat
seine Waffen gesegnet. Von Großgörschen über Großbeeren, über die Kastbach, über Kulm, Tennewitz, Wartenburg, Möckern und Leipzig hat es seine Fahnen an den Rhein getragen und hinein in die Hauptstadt des Bedrückers. Sein Weltreich war uiedergcrungen. Mit nie erlöschender Bewunderung gedenke ich der Helden icner Tage. Ich gedenke Scharnhorsts, der in voller Friedensarbeit den Grundstein zur Erhebung Preußens, zur allgemeinen Wehrpflicht gelegt hat, der selbst aber, eines der edelsten Opfer der Befreiungskriege, die Früchte seiner Aussaat nickst reifen sehen sollte. Ich gedenke der Führer des Heeres auf seiner Siegesbahn, Blücher, Bork, Bülow, Gneisenau und so vieler anderer, deren Namen in Flammenschrift auf den Tafeln der Geschichte leuchten. Ich gedenke der ungezählten Opfer-, die mit den Jnbclrufen auf den Lippen für ihren König, für Rulpn und Ehre deszVaterlandes das treue Gelübde mit dem Tod besiegelt haben. Ihr Gedächtnis wird nicht verlöschen, solange Preußen besteht. Der Geist der Kriege des Befreiungskampfes lebte fort in Euren Vätern, als sie.unter meinem erhabenen Großvater den Siegespreis erstrilten, der jenen veitzagt geblieben war, die Wiedergeburt von Kaiser und Reich. Uns aber, dem jetzt lebenden Geschlecht rufen die Heldentaten ruhmreicher Vorfahren die ernste Mahnung zu, das Dichterwort zu beherzigen und wahr zu machen: „Was du ererbt von „beineu Vätern hast, erwirb cs, um cs zu besitzen!" Dann werben auch wir mit freudigem, zuversichtlichem Herzen in den Kampf gehen, falls cs einmal geltensollte, das mit so teurem Blute Errungene zu wahren, Deutschlands Ehre zu schirmen gegen den, der sie anzntasten wagt. Dazu muß aber jeder an seiner Stelle dafür sorgen, daß die Armee ihre Devise nicht nur äußerlich, sondern vor allem im Herzen trägt: Gottesfurcht, Königstreuc, Vaterlandsliebe in der Vollkommenheit, wie sie in den großen Zeiten bewiesen worden ist, müssen das Heer unüberwindlich machen. Der Sieg aber kommt von Gott Darum gelte für uns und jetzt immerdar der Wahrspruch der Helden der Befreiungskriege: Gott mit uns!
Ans Breslau.
Breslau, 10. März. Zur heutigen Jahrhundertfeier der Freiheitskriege hat Breslau reichen Flaggenschmuck angelegt. Seit dem "frühen Morgen durchströmen große Menschenmengen die Straßen. Das Wetter ist trübe. Prinz Eitel Friedrich traf heute früh hier ein und fuhr gegen ?i 2 Uhr ins Schloß. Vor den Denkmälern Friedrich Wilhelms III. und Blüchers, die reich geschmückt waren, standen Doppelposten. Kurz vor 10 Uhr fuhr ber Prinz, vom Publitum mit brausenden .Hurras begrüßt, am Ring vor und legte am Denkmal Friedrich Wilhelm III. einen Kranz nieder, der folgende Inschrift trug: „Gottes und unser fester Wille werden unserer gerechten Sache den Sieg verleihen." Von hier begab sich der "Prinz nach dem Blücher-Denkmal, wo er einen Kranz mit folgender Inschrift uiederlegte: „Nie wird Preußen untergehen, wenn Eure Söhne stnd Enkel Euch gleichen." Von hier fuhr Prinz- Eitel Friedrich zum Gottesdienst in der Garnisonskirche, wo der Militäroberpfarrer des VI. Armee-Korps, Kousistorial- rat Zierach die Festrede hielt. In der katholischen Kreuzkirche und in der neuen Stzuagoge fanden gleichfalls Fest- gottesdienste statt. Um 12 Uhr war die Parade der Garnison auf dem Palaisplatz.
Vor dem Königlichen Schlosse hielt der PrinA eine längere patriotische Ansprache, in der er sagte:
Wir stehen hier auf geweihtem Boden, geweiht durch die stolzesten Erinnerungen an jene eiserne Zeit. Hier wurde bem Vaterland die Rüstung geschmiedet und das Schwert geschärft, unter dessen wuchtigen Schlägen des Feindes Macht znsammen- brach. Von hier aus rief der König sein getreues Volk zum' Kampfe ans. Von hier aus geleitete er seine Krieger zu Sieg und Tod und zog selbst mit den Prinzen des Hauses in das Schlachtgctümmcl. - Der Kommandierende General brachte darauf ein Hoch auf den Kaiser aus.
Der Kaiser fär die schlesische Jugend.
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Erlaß des Königs an das Staatsministerium: Ter begeisterten Teil-
Elne amerikanische Erfindung.
Hiram Maxims „Lärmtöter". Eine allen Feinden unnötigen Lärms hochwillkommene Nachricht kommt aus New Port: Hiram Maxim, der Erfinder des lautlosen Gewehres, will einen „allgemeinen Lärmtöter" crsunden haben, der jegliches Geräusch, von Summen einer Fliege über das Schreien eines Säuglings hinweg bis zum Gehämmer der Schmiede und dem Donnern der Eisenbahn über eine Eiscnbrücke, vollkommen erstickt. Tie Ersindung ist zum Patente aizgemcldct, und deswegen hält der Erfinder mit Einzelheiten noch zurück. Er hat aber einem Vertreter des „New York American" allerlei über die Wirkungsweise seines „Lärmtöters" mitgeteilt, und aus diesem Interview geunnnt man jedenfalls den Eindruck, daß der Grundgedanke, auf dem der „Lärmtöter" beruht, durchaus vernünftig ist Hiram Maxim geht von der Forderung aus, nicht die Schallwellen, die bei der Ankunft im Ohr das Hären unliebsamen Lärmes verursachen, auszuheben, sondern er will sie umwandeln, so daß die ganze Arbeitskrast, die tn ihnen Zteckt, nicht etwa aufgefangen wird, sondern nur in anderer Form, unmcrklich für das mcnschlickw Ohr ihreii Weg fortsetzt. Andere Lebewesen, deren Ohren anders gebaut sind, als die des Menschen, werden dabei der Segnungen dieses „Larmtotcrs" nickst teilhaftig. Durch einen Vergleich aus der Optik erklärt Maxim die Wirkungsweise seines Lärmtötcrs recht anschaulich: ein jeder weiß, daß oas weiße Licht durch ein Prisma m das Spektrum zerlegt wird, das vom Roten bis zum Violetten reicht. Das ist alles, was das menschliche Auge sicht. Außerhalb der Grenzen biefer beiden Farben ist aber noch unsichtbares Licht vorhanden, das ultraviolette, das z. B. von der photographischen Platte noch „gescheit" wird, und das infrarote, das durch einen wissensckwftlichen Apparat, daö Bolometer, nachgewlcscn werden kaiin. Brächte man vor dem Fenster eines Zimmers ein.Prisma an, das nur ultraviolettes oder inftarotcs Licht hereiiüteße, so wäre der Raum für menschliche Augen dunkel, während man darin mit der photographischen Platte noch Aufnahmen machen könnte. Genau so will Maxim es mit den Schalkwellen inachcn: gäbe cs einen dem Prisma entsprechenden Apparat, der nur Schallivellen hcreinlicße, die außerhalb des menschlickzen Hörbereiches liegen, so würde durch eine solche Einrichtiing altes Hörbare vollständig abgesperrt werden. Einen solchen Apparat gibt cs nicht. Maxims Erfindung soll mm in einem Umformer für Schallwellen bestehen. Der Hörbereich des menschlichen Ohres ist im Vergleich zu den zahlreichen Schallerschcinungen nicht all
zugroß, und Maxim will alle Schallivellen mit Schwingungs-1 zahlen innerhalb seiner Grenzen durch seinen „Lärmtöter" um | wandeln können. Er bedient sich dabei der Elektrizität und verrät soviel von seiner Erfindung, daß man den Lärmtötcr ein- und ausschaltcn kann.
- Der neue Leiter des Frankfurter Schau s p ie l h a n s e s. Tic Frkf. Ztg. nieldct.: Die Gemisckstc Dcpu tativn für Thcaterangclcgcnh?itcn hielt gestern eine. Sitzung ab und erklärte ihr Einverständnis mit dem Vorschlag des Aussichts rats der Neuen Theateraktiengesellsck>aft, Herrn Felix Holländer die Leitung des Schanspielhauses zu übertragen, unter der Be dingung, daß der Stadt gegenüber bem1 laufenden (5tat aus dem neuen Engagement keine neuen besonderen Lasten erwachsen. Die Wahl Holländers kann somit für den Fall, daß cs ihm gelingt, seine Berliner Verpflichtungen zu lösen, als gesichert angesehen werden. Wie es heißt, soll der Vertrag Dorn’ Herbst ab eilte vierjährige Gültigkeitsdauer haben.
-- Peter Roseggers Jahrhundertfeier. Man schreibt uns: In einer öffentlichen Erklärung schlägt Peter Rosegger eine ebenso leicht zu erfüllende ivie originelle Art vor, das Erinnerungsjalw 1913 zn feiern. Er sagt: „Deutsch- fremde Streife beabsichtigen die Verdrängung der deutschen Schrift, unserer lieben angestaminten trauten Frakturschrift. Da müssen wir voran, alle zusirnrmen und jeder für sich. Tas Reden allein hilft nichts. Wso nur fdjnturgcrabc zur Tat. Ich Einzelner und Geringer verpflichte mich, von heute ab alles, was ich in deutscher.Sprache schreibe, nur in deutscher Schrift drucken zu lassen. Wem’ das nicht zusagt, kriegt nickfts von mir. Wenn es auch die anderen deutschen Dichter und Schriftsteller (überhaupt, wer etwas zum Truck gibt) so machen, dann haben wir den Sieg. Zn Anfang 1913, des großen Gedenkjahres deutscher Befreiung."
— Ein Brunnen Hildebrands für Worms. Tie Stadt Worms soll jetzt einen Brunnen von der Meisterhand Adolf Hildebrands erhalten. Anläßlich seines 70jährigen Geburtstages stiftete der Wormser Ehrenbürger Freiherr von 5)cyl für die Stadt einen Bnmnen, dessen Entwurf und Ausführung Adolf von Hildebrand in München übertragen wurde.
— 'F r e i b u r g c r P l a l a t w e t t b c w e r b. Zur Erlangung eines künstlerischen Plakats für den Prinz-Heinrich-Flug halte der Brcisgancr Liistfahrveretn im Hcimatgebiet ein Preisausschreiben erlassen, das 86 Entwürfe eingebracht hat. Das
Preisgericht hat nun entschieden: 1. Preis Architekt Walthcr-i Freiburg, 2. Preis Zeichenlehrer R i c s-Freiburg. Trostpreise erhielten Maler Pasguah Karlsruhe, Brisehle-Straßbnrg; lobende Erwähnung Architekt Walthcr-Freiburg, Kunstmaler Laber-Frankfurt a. M., llsli Straßburg, Sachs-Heidelberg, Kunstmaler Münch- Stuttgart, Zeichenlehrer Ries.
— Reinhardts Festspielhaus. Prof. Max Reinhardt will nach Berliner Blättermeldungen sein großes Festspielhaus auf der Freuudschastsinsel in Potsdam in Verbindung mit dem 7 Millionen beanspruchenden Stadthallenprvjekt errichten. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Vosberg sand in Potsdam eine Sitzung statt, in der mit Reinhardt die Grundlagen für diese Vereinigung fortgesetzt wurden. Danach will Reinhardt ein 4000 bis 5000 Zusckwuer fassendes Theaier schaf'en. da> so gebaut werden soll, daß es durch Entfernung seiner lieberbacljuitg den Charakter eines Naturtheaters erhalten Fann.
— Di e Deutsche Bücherei des Börsenvercins der Deutschen Buchhändler zn Leipzig ist nicht allein in allen Kreisen des Bilchhandels freundlich aufgenommen worden, sondern bat sich auch eines sehr anerkennenswerten Entgegenkommens der Btwlcgei' zu erfreuen. Einer Anregung des Börsenvereins folgend, haben sich von den Vcilagsfirmen deutscher Zunge bis jetzt schon die große Zahl von nmd 850 bereit erklärt, der T-eutscheu Bücherei freiwillig von ihren gesamten Verlagswerken vorläufig für die nächsten zehn Jalwe je einen Band unentgeltlich zu iwerweisen. Es ist daher hei-vorzuheben, daß darunter neben den meisten großer Verlegern Deutschlands auch 60 aus Oesterreich-Ungarn und 50 aus der Schweiz zu verzeichnen sind.
— Hcbbclfeier in Dresden. Aus 'Dresden, 10. März, wird gemeldet: Das Königliche Schauspielhaus wird den 100. Geburtstag Fri cdri chH eb b els in ganz besonderer Weise feiern. Am 15. März wird „Maria Magdo lena", am 16. März „Agnes Bcrnauer" gegeben. Ferner soll zu Hebbels Gedächtnis am' 10. dlpril „G e novc v a" znm ersten Male ansgeftlhrt und die Spielzeit für das lausende Jalw mit einem acht Werke umfassenden Debbel-Zhklus geschlossen werden.
— Tic F e stv o r st el l u n g c n i n M ü n ch c n werden vom 30. Juli bis 16. September stattsinden. Jin Prinzregententheatrr werden die Meistersinger von Nürnberg, der Nibelnngenring, und Tristan intb Isolde mehrmals aufgeführt. Im Hofthcater sind zwei Fcstaufführnngen der Zauberflöte geplant. Im Residenz tbeater werden neben beit Hauptwerken von Mozart vier Sondervorstellungen von Ariadne auf Naxos aufgcführt.


