Ausgabe 
13.10.1913 Erstes Blatt
 
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Dolkspartei) 11024 und Bu ck (Soz.) 31150 Stimmen. Buck ijt gewählt. Die ErsätzivaÄ war durch den Tod des Abgeordneten Kaden (Soz.) nötig geworden. Der Sieg des Sozialdemokraten Aalt von vornherein als ziemlich sicher: der Wahlkreis ist seit 1898 rm Besitz^ der Sozialdemokratie. Im Jahre 1912 siegte Kaden mit 31640 Stimmen gegenüber 13 893 antisemitischen und konser­vativen und 12 363 fortschrittlichen. Die Wahlbeteiligung war dies­mal etwas geringer. Aber die Sozialdemokraten haben darunter weniger zu leiden gehabt. Ausfällig ist die Tatsache, daß der konser­vative Kandidat noch mehr Stimmen erhalten hat als 1912 sein) «antisemitischer Gesinnungsgenosse.

Aerzte und Krankenkassen.

Aus Leipzig meldet der Aerzteverband: Die vereinigten Kassenverbäude haben die vom Aerztevereinsdund und dem Leipziger Aerzteverband gemeinsam gemachten Friedensvor- schlage rundweg a b g e l e h n t. Sie wollen weder mit den Or­ganisationen der Aerzte verhandeln, noch zeigen sie hinsichtlich der freien Aerztewahl unter Bemessung des Honorars irgendwelches Entgegenkommen. Die den beiden Aerzteverbäuden angeschlossenen -Ilnterorganisationen müssen hiernach den Abschluß von Verträgen mit .Krankenkassen solange «Mehnen, bis ein sosort einberufener Aerztetag endgültig Stellung genommen hat.

Ausland.

Ein Schiedsgericht.

Aus dem Haag wird gemeldet: Es wird die Einsetzung eines Schiedsgerichts zwischen Frankreich, England und Spanien einerseits und Portugal andererseits vorbereitet, das sich mit der Frage der Konfiszierung des Eigentums der zu obengenannten Staaten gehörigen Kongregationen, die seitens der portugiesischen Republik erfolgt ist, beschäftigen soll.

Aus Mexiko.

Nach den jetzt vorliegenden amtlichen und privaten Nachrichten aus Torreon sind Deutsche weder umgekommen noch verletzt worden. Die Mehrzahl der Deutschen ist in Torreon zurückgeblieben. Einige sind aus dem Wege nach Monterey und befinden sich in Sicherheit.

Unruhen in Persien.

Aus I s p a h a n wird der A u s b r u ch vo n Unruhen ge­meldet Tie Basare sind geschlossen. In Vollversammlungen in den Moscheen wird die Verjagung der Bachtiaren gefordert, die Rückkehr des Prinzen Salar ed Daulehs und des Sultans. In Kerman herrscht ebenfalls Unruhe. Die Bevölkerung protestiert gegen die Besteuerung der Verkehrsmittel.

Eine neue Sädersorm in vad-Uauheim.

r. Bad-N anheim , 10. Oft.

In aller Stille hat sich in diesem .Herbst ein Ereignis voll,zollen, das für das weitere Blühen und Gedeihen unseres Badeortes von weittragender Bedeutung ist. Es ist dies die Einführung der Brunnenbäder in die Reihe der Nauheimer Heilfaktoren. Im Jahre 1901 wurde von dem Vorsitzenden des Aerztevereins Sanitätsrat Dr. Baur die erste Anregung hierzu gegeben. Der leitende Gedanke war, die zahlreichen, stark sohlensäurereichen kühlen Salz- q u e H c it, die vorwiegend zur Trinkkur benutzt wurden, für den Badebetrieb nutzbar zu machen, wie dies in Homburg, Soden und anderen Badeorten bereits mit bestem Erfolge geschah. Daneben sollte einem schon längst von ärztlicher Seite gehegten Wunsche entsprochen werden, neben den stark salzhaltigen Sprudelbädern Kohlensäure­bäder mit geringerem Salzgehalt zu besitzen, bereit Verwertung bei blutarmen, nervösen und geschwäch­ten Patienten besonders angezeigt erschien. Wenn es volle 12 Jahre gedauert hat, bis diese Bäderform eingeführt wurde, lag dies daran, daß erst mit dem Baue der neuen Badehäuser und der völligen Um- und Neugestaltung der Trinkturanlagen dieses Projekt verwirtlicht werden konnte. Die Anlage in ihrer Gesamtheit die Aufspeicherung des Wassers, die elektrischen Pumpvorrichtungen und die Er­wärmung ohne nennenswerten Kohlensäureverlust ist ein technisches Meisterstück, das ihren Urhebern Geh. Rat Dr. Eser und Regicrungsbaumeister Berck alle Ehre ,macht.

Die Brunucnsprudelbäder sind wasserktar und von außerordentlich reidjm Kohlensäuregehalt. Sie enthalten nur 1 Proz. Salze gegenüber 2,60 bis 3,50 Proz. in den Sprudelbädern. Sie bilden eine wertvolle Ergänzung der Bad-Nauheimer Kurmittel und eignen sich besonders in den Fällen, in denen eine milde Kur 'angezeigt ist. Vorerst kön­nen 500 Brunnenbäder pro Tag abgegeben werden; jedoch läßt sich diese Zahl bald auf 1000 pro Tag und höher steigern.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 13. Oktober 1913.

Sammelbriefsendungcn.

Die Frage der Po ft zwangs pflicht von Briessen- Hungen hat, seitdem die vielerorts besteh?nden Eilboteninstitute immer mehr den Charakter von Privatvoftanstalten anzunehmen drohen, das Reichsgericht grade in letzter Zeit häufig beschäftigt. Das Reichsgericht ist dabei in den meisten Fällen zu einer Verurteilung der Angeklagten auf Grund des Postgesetzes gelangt. Ulm so mehr dürfte deshalb ein Strafprozeß interessieren, bei dem das Reichsgericht die Ansicht der Post und der Staatsanwaltschaft nicht geteilt hat und mit der Vorinstanz, dem Landgericht I zu >B erli n, zu einer Freisprechung der Angeklagten ge­kommen ist, weil ihre bei der Beförderung von Sammelbriefsendun- angewandten Manipulationen zwar auf eine Umgehung der Bestimmungen des Postgesetzes berechnet, bei der formalen Natur 'dieses Gesetzes aber doch nicht faßbar wären.

Ausschlaggebend in diesem Strafprozesse war der Begriff des U r spr u n g s or t es im Sinne des Postgesetzes und der Novelle vom 30. Dezember 1899, die bekanntlich nach Ablösung der damals besteb.nden Privatpostanftalten die Postzwangspflick- tigkeit auch auf solche Briefe ausgedehnt, die innerhalb der Gemeindegrenzen ihres mit einer Postaustali versehenenUr­sprungsortes" verbleiben und in § 2a die Beförderung verschlos­sener Briefe im Urspnmgsorte gegen Bez>ahlung durch Boten, welche weder die Einsammlung von Briesen gewerbsmäßig betreiben noch im Dienste einer Privatbeförder-ungsanftall stehen, auch ohne die in § 2 des alten Postgesetzes vorgeschriebene Einschränkung expres- ser Bote oder erpresse Fuhre) gestattet. Die Berliner Ober - po st direkt i on hatte nun im Herbst 1910 gegen eine «ranze Reihe Berliner Geschäftsleute, die sich zur Beförde­rung von Sammelvriefsendungen des geschulten' Personals der Berliner P a ke t fa hr t g ese I l sch a f t St. u. Co. be­dient hatten, wegen Vergehens gegen diese Bestimmungen des Pvft- aesetzes Strafbescheide erlassen, die jedoch unter Freisprechung der darin Betroffenen vom Landgericht I zu Berlin für unbegründet erklärt worden waren. In allen Fällen hatten nämlich die M- sender ihre Briefe zunächst selbst nach anderen Voror­ten gebracht, sic erst dort den B o t e n d e r Paketfahrt- a eseil schäft zur Rückbeförderung und Verteilung in archeren Orten übergeben und nahmen deshalb für sich die V e r g ü n st i gung des § 2 des Postgesetzes in Anspruch, wonach die Beförderung von Briefen, die über die Grenzen des Abseirdungs- ortes hinmisgehen, gegen Bezahlung durch erpresse Bottm zuläs­sig ist. Die §§ la und 2a des Gesetzes formten, so behaupteten die Absender, deshalb nicht Anwendung finden, meil es sich ja gar nicht um eine Beförderung im Ursprungsorte gehan­delt habe, auch wenn die Briefe teilweise nach dem Wohnorte der Absender zurückbefördert worden seien. Denn der Ursprungsort sei lediglich der Ort, wo der Absender die Briefe zur Besörde- v u n g aus seiner Hand gelbe. Das Landgericht hatte diese

Ansicht der AngelLrgten geteilt und auch deren weitere Behaup­tung für richtig erklärt, die Boten seien, auch wenn sie Ange steltte der Paketgesellschaft geblieben seien, jeweüs erpresse Boten der einzelnen Msender gewesen, da sie strengen Auftrag gehabt hätten, auf ihren Gängen stets nur die Aufträge dieser einzelnen Msender auszufützien. Gegen diese freisprechenden Urteile des Land­gerichts hatten sowohl die Poft als auch die Berliner Staatsan­waltschaft Revision eingelegt, die auch von der Reichsan­waltschaft vertteten wurde, »oelche vor allem geltend machte, das Landgericht habe den Begriff des Ursprung^ortes zu eng aus­gelegt. UrsprungHort sei nicht der Ott, wo der Absender die Bttefe zur Beförderung aus seiner Hand gäbe, sondern der Ott, wo die Beförderung überhaupt, wenn auch zunächst durch den Msender selbst, ihren Anfang nehme.

Das Reichsgericht hat aber gleichfalls die Ansicht des Landgerichts geteilt und die eingelegte Revision als unbegrün­det verworfen. Entscheidend sei, so führte es aus, der Begttff des U r s p r u n g s o r t e s. Wenn die Msender, wie tatsächlich fest- gestellt fei, durch expresse Boten wefterbefördern zu lassen, so könne dieses Hinschassen durch die Msender selbst nicht schon als der An­fang der Beförderung angesehen werden, die vielmehr erst mit der Uebcrgabe an die Boten beginne. Ursprungsort im Sinne des Gesetzes sei nur der Gemeindebezirk, wo die Briefe Gegenstand der Beförderung gegen Bezahlung geworden seien.

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* * Das Groß herzogliche Paar wird sich im Laufe der Woche zur Ausstellung nach Leipzig begeben und dabei von dem Prinzenpaar Heinrich von Preußen begleitet werden. Die Herrschaften werden im Anschluß hieran einen Besuch bei der Schwester und dem Schwager der Großherzogin, dem Grafen Dohna zu Schlobitten machen. Bei der Rückkehr dürfte dann voraussichtlich das Großhcrzog- liche Hoflager von Jagdschloß Wolfsgarten wieder nach dem Neuen Palais in Darmstadt verlegt werden.

* * Der Großherzog empfing am 11. Oktober lfd. Js. den Major Gudewill, Bals.-Kommandeur in Friedberg, den Forstmeister a. D. Graf v. Bernstorff von Angenrod.

* * Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem ständigen Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt, Kaiser!. Legationsrat Dr. Ernst Schmitt in Berlin, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanislaus-Ordens 2. Kl. erteilt, ** Oberhessischer Verein für innere Mission. Zu, den alljährlich iviederkehrendeu und fest eingebürgerten Ver­anstaltungen im Herbst gehört das I a h r e s f e st des Ober­hessischen Vereins für innere Mission. Es findet diesmal am 4. und 5. November statt. Brennende Gegenwatts- Iragen werden dabei zur Besprechung kommen. So in der Mit­gliederversammlung am Nachmittag des 4. die Fürsorge für die weibliche Jugend auf dem Lande, und in der Hauptversammlung am ^Mittwoch die religiöse Nattir aus dem Lande, lieber jene wird Herr Pfarrer Köpfer mann aus Caub, ein bekannter trefflicher Redner, berichten, über diese Herr Pfarrer Fenner aus Bins­förth. Die Versammlung der Helfer und Helferinnen der Jung­frauensache in Ober Hessen wird diesmal mit der Mitgliederver­sammlung verbunden. Auch die Erinnerung an die große Zeit vor hundert Jahren soll zu ihrem Rechte kommen. Tief senken sich ja auch die Wurzeln unserer Liebestätigkeit und jeder Arbeit für religiöse Erneuerung in jene Zeit hinab. Darüber wird Herr Prof. D. Schian bei dem Familienabend in Steins Garten am Dienstag abend reden. Die Feftpredigt wird der frühere Vereins­geistliche, Herr Pfarrer Glock, halten.

* * S t a d 11 h e a t e r. Es sei auf die für Dienstag festgesetzte erste Wiederholung von Lothar SchmidtsDas Buch einer Fra u" hingewiesen, da die Erstaufführung bei Publikum wie Presse infolge der geistvollen Behandlung des Sujets, wie der vorzüglichen Darstellung lebhaften Beifall gefunden hat. Die Aufführung derH°e r m a n n s ch l a ch t" am kommenden Freitag wird als Vorfeier des 100jährigen Gedenktags der Völkerschlacht von Leipzig den Rahmen einer Festvorstellung erhalten und durch einen Prolog gesprochen von Frl. Kitty Sonntag-Blume Ginget eitet werden.

* * Die Lichtspielbühne bringt eben einen Film heraus, der zweifellos zu den besten seiner Art gehört. Es ist die bildliche Darstellung des bedeutsamen Bulwerschen RomansDie letzten Tage von Pompeji", die von hoher Schönheit und eindrucksvoller Natürlichkeit sind. Wir kommen noch auf die Borführung zurück.

* 11 eberfall auf ein Automobil. Ein gemeiner Bubenstreich wurde in der Nacht zum Montag auf ein Auto­mobil verübt, das mit sieben Personen, darunter drei Kindern, besetzt war. Das Automobil ist Eigentum des Herrn Joseph Kr enter, des Besitzers der Gießener Stempel- und Farbenfabrik. Die Gesellschaft trat nachts um 12 Uhr die Rückfahrt von Marburg aus nach Gießen an und wollte gegen 1/21 Uhr die bekannte Nehbrücke in der Talsperre überfahren. Zur Vorsicht hatte der Besitzer die Fahrt ver­langsamt und fuhr in der Mitte der Brücke. Plötzlich drangen von links und rechts zwei Männer etwa im Alter von 28 bis 30 Jahren auf die Insassen mit Steinen und Knüppeln ein. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Vorderwand des Automobils erhielt jedoch ein großes Loch und eine Laterne ging entzwei. DaS ist um so bedauerlicher, als der wertvolle Wagen vollständig neu ist und seine erste Fahrt machte. Der Führer hielt das Auto sofort an und die Herren nahmen eine Absuchung der Straße vor, ohne jedoch die Täter noch entdecken zu können. Herr Streutet will, wie er uns mitteilt, sofort der Gendarmerie und dem Marburger 9(uto» mobilklnb er ist Mitglied des A. D. A. C. von dem Ueberfall Mitteilung machen. Der Besitzer hat, wie er uns weiter mitteilt, eine Belohnung von 300 Mark für die Ergreifung der Täter ausgesetzt, auch der Marburger Automobilklub wird zu dem gleichen Zwecke eine Belohnung in Aussicht stellen. Wenn man der Täter habhaft wird, so wird c5 Herrn Streutet nicht schwer fallen, die Täterschaft festzustellen, da die Männer von der einen Laterne des Wagens grell beleuchtet worden waren. Das beschädigte Automobil hat einen Kaufwert von 16 000 Mark.

Landkreis Gießen.

- m Birklar, 13. Okt. Bei der am Samstag statt- gehabten Beigeordneten wähl wurde der bisherige Bei­geordnete Heinrich Müller VII. mit 74 Stimmen wieder- gewählt.

Londorf, 13. Okt. Der in dem Freiherrlich von Ra- vencupchen Besitz gelegene Lung ft einb ruck Kahlenberg wurde von den Hessisclvm Steinbrücken G. m. b. H. zu Londorf wieder ^neu eröffnet. Da der Abraum ziemlich hock ist, so hat olnge ö-rnnn beschlossen, die Steine durch eine Luftdruckanlage zu Tage zu fördern. Wie verlautet, soll auch eine Motor­winde erbaut werden, damit die Steine aus dem tief gelegenen Bruck besser und schneller auf die höher liegende Werkstätte ge­bracht werden können. An einem daranliegenden Teil wird mit Tunnelbau gearbeitet werden. Wie bekannt sein dürfte, wurde der Bruch bereits früher mit Tunnelbau an mehreren ' Stellen betrieben.

1. Grünberg, 12. CH. Der altbekannte Gallus- markt findet nächsten Mittwoch und Donnerstag statt. Zum

erstenmale ist eine Verlosung damit verbunden. Die Gewinn- Ausstellung wird im RothauS untergebracht.

Kreis Büdingen.

Ortenberg, 12. Okt. Am Samstag Bert hier Ge- meindcratswahl stattgefunden. Von nicht ganz 200 Wahlberechtigten machten 115 von ihrem Wahlrecht Ge­brauch. Außer den 12 offiziell aufgestellten Kandidaten er­hielten noch 26 andere Ortsbürger Stimmen. Man hatte eine regere Wahlbeteiligung erwartet, weil wichtige, in das Gemeindeleben einschneidende Aufgaben, vor allem die Er­richtung einer dritten Schulstelle, den neuen Gcmecnderat beschäftigen werden. Wiedergewählt wurde: Kaufmann Friedrich Lenz mit 61 Stimmen. Neugewählt wurden Kaufmann We ck es s er mit 67 Stimmen, Weißbindermeister Rudolf Lenz mit 44 Stimmen und Bäckermeister Beltz mit 40 Stimmen. Die nächst höchste Stimmenzahl erreichte Rechner Kämmerer mit 37 Stimmen.

Ortenberg, 12. Okt. Der langjährige Rechner des Vorschuß- und Kreditvereins H. Kämmerer wurde zum Rechner der Bezirkssparkasse Reinheim i. O. ernannt. Herr Kämmerer erfreute sich allgemeiner Beliebtheit, die er sich während seines langen Hierseins besonders durch seine Tüch­tigkeit int Kassenwesen und seine gewissenhafte Amtsfüh­rung erworben hat.

Kreis Alsfeld.

Homberg, 13. Okt. Am Sonntag abend gegen */,8 Uhr brach im Hause des Besitzers Strauch in der Neustadt ein Großfeucr aus. Auf dem Boden des Hauses, wo das Feuer entstanden war, verbrannten etwa 10 Zentner Heu. Durch eifrige Bemühungen konnte man das Feuer auf fernen Herd beschränken. Besonders schwer war es, das brennende Heu vom Boden zu entfernen. Man vermutet Brand­stiftung. Es ist dies die vierte Brandstiftung in Homberg innerhalb eines Jahres.

Kreis Lauterbach.

1. Lauterbach, 12. Oft. Ihre 74. Hauptversammlung hielt die Sparkasse ab. DaS Ergebnis des Geschäfts-- jahreS zeigt ein erfreuliches Bild. Es wurden 224 215 Mk. mehr eingelegt als im Vorjahr, und die Gesamteinlagen stiegen auf 2 650 000 Mk. Der Reingewinn beträgt 9200 Mk. Für wohltätige und gemeinnützige Zwecke wurden nahezu 3000 Mk. bewilligt, lieber 25 Jahre gehören der Verwaltung der Kasse an: Direktor HooS-Lauterbach, Wahl- Angersbach und Bürgermeister Schaaf-Eichelhain.

Kreis Friedberg.

L Friedberg, 12. Okt. Tie Jagd ist eröffnet. Sehr er­giebig ist in diesem Herbst die Hasenjagd, aber auch Hirsche zeigen sieh in beu Taunusmäldern und auch Füchse sind zu Schuß ge­bracht worden. - Die chrer Vollendung entgegengehende Kreis - strafte Bad-Nanhe im - Friedberg, welche auf beiden Seiten eine zweireihige Allee erhalten wird, hat von der Nauheimer Stadtverordnetenversammlung den Namen Friedberger Landstraße erhalten. - Unsere Zuckerfabrik hat jetzt zttm Gütcrbahnhof Gleisanschluß erhalten. Der verunglückte Brcntser au§ Wachen­buchen ist, kaum nn hiesigen Krankenhaus angekommen, ver­schieden.

JL. Nauheim, 12. Okt. Dieser Tage waren 15 Mitglieder der Stadtbehörde des englischen Bades Brighton hier, um unfern Badeort eingehend zu besichtigen. Unser Kurdirektor Oberst von Fran ken berg führte die Herren umher.

L. Büdesheim, 12. Okt. Am 22. Okt. findet hier eine Zu­sammenkunft preußischer Lehrer atts den Bezirken Windecken und Hanau tmd hessischer Lehrer aus den Bezirken Selzerbrunnen und Vilbel statt. Im benachbarten Dorfe Bisses ist jetzt auch ein Knabe an der Lähmung verschieden.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 12. Okt. Ter Provinzialausschuß in Darm­stadt verhandelte am Samstag über die Beschwerde des Grafen v. S ch ö n b o r n - Wiesentheid bei Heußenstamm über seine Heran­ziehung zu den Kanalbaulbsten im Betrage von 900 Mk. Die Ge^ meinbe hat seinerzeit eine neue Kanalisierung angelegt und wurde auch dem Gräfl. Schloß entlang auf Gräfl. Gebiet ein Rohr gelegt, für welches jetzt der fragliche Bettag verlangt wird. Der Gras weigert sich indessen, zu den Kostet, e'was beizutragen, da das Schloß nicht an einer Ortsstraße liege, das Grundstück wirtschaftlich nicht zum Schloß gehöre und außerdnn ein Verttag vorliege, nach welchem sckon im Jahre 1907 der Gras her Gemeinde gegenüber gestattet habe, lastenfrei einen Kanal einzulegen. Tic Gemeinde bezog sich u. a. daraus, daß in der Hebeliste seinerzeit auch der von dem Grasen anzufordernde Betrag vorgezeichnet und gegen das offengelecfte Register ein Einspruch nicht erhoben worden sei, dock, wies der Provinzialausschuß die Ansprüche der Gemeinde Heußen­stamm kostenfällig ab.

Hessen-Nasiau.

[i Marburg, 12. Okt. In der Nähe des Dorfes Cal­dern rannte am Sonntag mittag ein Automobil aus Siegen in welchem außer dem Chauffeur der Besitzer und ein Schul­mädchen aus Marlmrg saßen, an einer Biegnng der Landstraße gegen einen B au m. Sämtliche Insassen tvurden heraus­geschleudert. Der Besitzer, der Kaufmann oder Agent sein soll, wurde auf der Stelle getötet, der Chauffeur erlitt schwere Verletzungen und mußte sofort in die Marburger Klinik gebracht­werden. Das Mädchen kam mit einigen Hautabschürfungen davon.

Universitäts-Nachrichter».

Einweihung des Neubaus der technischer Hochschule in Dresden. Aus Dresden, 11. Okt., wird gemeldet: Heute vormittag um 11 Uhr fand in Gegenwart des Königs, des Prinzen Johann Georg und der Rektoren aller deutscl)en Techtttschen Lwchschulen die Einweihung des Neu­baues der Technischen Hochschule in Dresden statt. Nach einer Ansprache des Kultusministers Dr. Beck hielt der Neetor Magnisicus Geh. Hosrat Professor Dr. F ö r ft e r die Festtrde. Es folgte eine Reihe Glückwunschansprachen, worauf der Rektor die Ehrenpromotionen bekannt gab.

50000MarkfnrRadium. Aus Freiburg i. 23r. 11. Ott., wird gemeldet: Durch eine hochherzige Spende einet Berliner Dame, die ungenannt bleiben will, sind dem Professor Dr. de la Camp für die medizinische Univers i täts- klinik Freiburg 50 000 Mark zur Anschaffung von Radium und Mesothorium zur Verftigung gestellt worden.

Sport-

DgsErgebnisdcrSüdwestdeutschenZu- verlässigkeitfahrt. Aus der Konkurrenz gingen punkt frei hervor und werden mit der großen goldenen Plakette ausgezeichnet: Busse, Offenbach auf Adler, Göbel, Gie­ßen auf Adler, Baetge, Magdeburg auf Benz, Müller Darmstadt auf Protos. Bepunktet find und erhalten bic Jib berne Plakette: Ober, Darmstadt auf Adler, Wedel, Offen­bach auf Adler, Feh, Darmstadt auf Presto. Die bronzene Plakette erhalten: Bernhard, Darmstadt auf Opel, Assessor Müller, Darmstadt auf Opel, Göttmann, Reichelsheim auf Opel, Krebs, Mainz auf N. S. U.

Lnftscl)isfahrt.

w. Frankfurt a. M., 11. Ott. Das LuftschiffVik­toria Luise" wird am Samstag, 18. Oktober, rf« fahrten über Frankfurt anläßlich der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig unternehnieu. Jede Fahrt wird ca.'/-Stunde dauern. Das LuftschiffHansa" unternimmt