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13.2.1913 Erstes Blatt
 
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Die heutiqe Nummer umfaßt 10 Seiten.

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rung der deutschen Landwirtschaft a) auf der bisherigen Kulturfläche (Berichterstatter v. Lochow-Petkus), b) durch Vermehrung derselben (Berichterstatter Beseler-Kunrau), c) durch innere Kolonisation (Berichterstatter Professor Dr. Sering-Berlin).

Der Kaiser nahm im Verlauf der Sitzung das Wort zu einem Bortrage, den er an Hand einiger Notizen, im übrigen rei, hielt. Er sagte ungefähr:

Ein Vortrag des Kaisers.

Ich hatte vor zwei Jahren die Ehre, Ihnen eine kurze Skizze über die Arbeiten zu geben, die von mir in der Nähe von C ad inen unternommen worden sind, um die Wiesen zu meliorieren und mehr Futtermittel zu bekommen. Ich erlaube mir nun, Ihre Aufmerksamkeit auf kurze Zeil in Anspruch zu nehmen u nd Jhlneu einige Zahlen als den Erfolg der fertigen Arbeit vorzulesen, der sich nach der Wiesenmelioration eingestellt hat. Sie verzeihen, wenn ich Sie schon mit etwas Statistik langweilen muß.

Ter Kaiser führte nun eine Reihe von Ziffern an, aus denen eine überraschende Steigerung des Futter- unb, sonstigen Erträgnisses der meliorierten Wiesen hervorging, und fuhr dann fort:

Die Melioration ist nun beendet und hat sich bewährt. Es hat sich ermöglichen lassen, das durchzuführen, was wir beabsichtigt haben: Steigerung der Cadiner Erträgnisse. Andererseits lonnte auch das lebende Inventar vermehrt und auch der Körnerbau vergrößert werden. Vor der Melioration waren 780 Morgen Merbauland bestellt, nach der Melioration 1000 Morgen. Tic Ernte stellte sich vor der Melioration auf 600 bis 700 Fuder- Getreide, nach der Melioration auf 1300 bis 1400 Fuder. Vor der Melioration hatte ich 16 Pferde, nach der Melioration 90, dar­unter 16 edle Zuchtsturen, also Remontcn für die Kavallerie. I ch beabsichtige, die hier gemachten Erfahrungen weiter auf einem Vorwerk zu verwerten, auf dem ich den Pächter hinausgeschmissen habe, weil er nichts taugte. (Lebhafte Heiterkeit.)

zu meiner eigenen großen Verwunderung bald zum Referendar und doctor juris. Ülber nach zweijährigem hartem Staatsdienst als unbesoldeter königlich preußischer Reserendarius besann ich mach, durch mehrere Reisen nach Italien erweckt, auf mich selbst.

wurde Tramaturg und Schriftsteller und verschrieb meine Seele mit meinem Blut dem Theaterteufel, dem ich noch heute ganz und 'gar ergeben bin. Ein Jahr lang diente ich urttvck sFerdiiuurd Bonn, dem Berüchtigtem und 4 Jahre unter der unerschrockenen Luise Dumont am Düsseldorfer>auspiethaus. Tort habe ich die schönen heidnischen Knnstgottesdienstc an den Sonntagmargen eingeführt und geleitet. Seit 4 Jahren erst habe ich mich völlig frei gemacht und lstluse auf einer Wiese dicht am Rhein in Kaiserswerth und freue mich meines Lebens und der schönen Natur, die mich umgibt. Mein Bestes sind meine Dramen lies sie, lies sie, lieber Leser, wenn du mich und unsere Zeit kennen lernen willst! Unter ihnen wardBelindc" im November des vorigen Jahres zum Kummer einiger Pedanten und vieler Philister'mit demSchillerpreis" des deutschen Volkes geehrt, ^ch hoffe für meine Zukunft, daß sich immer mehr beweisen kann, das' ich dieser Krönung würdig bin. Ich habe keine Furcht vor meinen Feinden. Meine Freunde liebe ich ganz unermeßlich."

Bullenkälbern hat die interessante Erfahrung ergeben, daß ihr altes Naturell sich wieder herausgestellt hat. Sic sind als Zuchttiere kolossal leistungsfähig, und ich hoffe, sehr bald mit zwei Zucht­tieren im Gespann große Wagen mit schweren Gewicht schleppen lassen zu fönnen. Man kann auch genau sehen, daß, tote tn der Herde das beste Tier die Leitung übermmmt, so auch die Zebukälber sich stets an der Täte ihrer Herde befinden. L,azu möchte ich noch folgendes bemerken. Die Inder erklärten die Zebus für außerordentlich flüchtige, also schnellaufende ^iere, und ich hofte, daß es auch bei uns möglich sein wird, aus den Kälbern schnelle Gespanne heranzuziehen, die sehr viel mehr leisten und schneller mit dem Erntewagen hereinkommen werden als Die Tiere, die wir bisher verwenden. Wlerdings möchte ich es be­zweifeln, daß es mir gelingt, dem Oberlandstallmeister in Tra- kehneii ein Rennen mit meinen Zebukälbern anzubieten. (Heittr- leit.'! Aber vielleicht wird sich doch in absehbarer Zeit manches bei der Landwirtfä^lft in Westpreußen ändern.

Im übrigen möchte ich insbesondere nach meinen Erfahrungen den ersten Sah des von bem' Herrn Referenten vorgebrachten Antrags durchaus unterstreicheii, wonach es außer jedem roeifet steht, daß die deutsche Landwirtschaft technisch imstande ist, nicht nur dic ießige Be­völkerung des Landes, sondern auch die .kuns- tige vermehrte Volksmenge mit den wichtigsten Nahrungsmitteln, insbesondere mit Brot, Fleisch und Kartoffeln genügend zu vcr,orgen.

Dem Vortrage des Kaisers folgten lebhaftes Hände­klatschen und Bravorufen. Der Präsident Graf v. Schwe­rin dankte dem Kaiser für seine Ausführungen und für das Interesse, das er sozusagen als landwirtschaftlicher Berufs­genosse an der Entwicklung der deutschen Landwirtschaft überhaupt nimmt.

Eine Ansprache des Reichskanzlers.

bislang nicht veröffentlicht. In die Zeit, über die das Besehlbuch. Aufschluß gibt, fällt auch das berühmte Bombardenient von Kopen­hagen. Eindringliche Instruktionen über den verzweifelt gefähr­lichen Angriff aus die dänische Hauptstadt werden da gegeben. Am 26. März kreißt es, daß die, Schlachtschiffe zu Beginn des Kampfes große Boote aussetz.cn sollen.Jedes dieser Boote", so geht es dann weiter,ist mit sechs Marinesoldaten und einer Anzahl Matrosen zu besetzen: sic sollen je drei Ka-ronaden (eine Art kleiner Schiffshaubitze) enthalten. Tie Mannschaft soll mit Entermessern, Euterbeilen tnib Piken reichlich versehen sein." lieber Nelsons Taktik werden hier also interessante Ausschlüsse gegeben. Wenn auch alles in die damals üblichen steifen Formalitäten gefaßt ist, so spricht doch aus Mehr als einer Stelle Nelsons Genie. Weiterlsin gibt das Bcsehlbiich .Kunde von Nelsons Aus­rufen an seine Flotte, als Napoleon beabsichtigte, durch einen plötzlichen Angriff auf die britische .Küste ein Heer nach England lffnüberzuwerfen. Zu einer Zeit lagen französische Schiffe ständig zur Ausfahrt bereit. Dem gegenüber befahl Nelson, daß die eng- lisäien Schiffe Tag und Nacht sich bereit halten sollten, um auf die geringste Aufforderung hin die Sinker zu lichten und den Feind anzugreifen.Ta unser Erfolg zu einem großen Teile von unserer Eimnütigkeit abhängt, so ersuche ich nachdrücklichst, daß keine Eifer­süchteleien in den Reihen aufkommen. Die Weisungen des älteren Offiziers oder die Anregungen eines der jüngeren Offiziere sollen mit der größten Bereitwilligkeit befolgt oder geprüft werden. Ich habe Vertrauen auf das Urteil und die Bereitwilligkeit eines 3ebcn in meiner Flotte, und ich kann ihnen versichern, daß ich in meinem Berichte an die Wmiralität allen denen, welche sich auszeichnen, das höchste Lob zuerkennen werde."

Das Fiasko des Nilba Mines von Assuan. Die ^Eröffnung des großen Staudarnmes von Assuan ist am 23. Dezember 1912 unter glänzenden Feierlichkeiten vor sich ge gangen. Aber die Enttäuschung ist, wie der ZeitschriftTer Horizont" in einem Brief aus Kairo berichtet wird, nicht aus­geblichen. Nach der Ansicht des genialen Ingenieurs Sir William Willcocks ist der DamM völlig ungenügend. Er müßte noch einmal von 113 auf 118 Meter über dem Meeresspiegel erhöht werden. Ta die jetzige Anlage, deren Risse schon heute das Wasser stark durchsickern lassen, eine zweite Umarbeitung überhaupt nicht aus' halten kann, so wird ein neuer Damm von ausreichender Höbe an günstigerer Stelle errichtet werden müssen. Tie bisherigen Jrrttimcr werden Aeghpten die Summe von 50 Millionen Mark kosten, aber wenn die Idee des Reservoirs wirklich durch- geführt ist, wird sie jährlich eine Milliarde Ku b i k nre t c r Wasser mehr geben, und das würde die ungeheuren Stollen schon lohnen.

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Der 10 0. Geburtstag des Dichters Otto Ludwig in Eisfeld wurde durch eine Feier am Denkmal des Dichters festlich begangen. Am Abend fanden Aufführungen aus den Stücken Ludwigs durch Bürger von Eisfeld statt. Tie Stadt ist festlich geschmückt, besonders das Rathaus, das Denkmal Ludwigs auf dem Schloßplatz und das Geburtshaus des Dichters. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter des Geh Staats­rats Trinks-Meiningen als Vertreter des Herzogs, deS Geh. Hof­rats Trillius, des Landrats Götting-Hildburghausen und des Oberbürgermeisters Schüler-Meiningen als Vertreter des Land­tages sand um 11 Uhr vormittags am Denkmal Ludwigs eine ^eftfeier statt, die durch Gesang der vereinigten Sängerschaften Eisfels eingeleitet wurde. Bürgermeister Claus-Eisfeld hielt eine Ansprache, in der er Otto Ludwig als den großen Sohn Eisfelds feierte und dessen große Liebe zu seiner thüringer Heimat her- vochob. Er legte im Namen der Stadt einen Kranz am Tenkrnal nieder, ebenso fast sämtliche Vereine der Stadt. Mit dem Ge­sangWie könnt ich dein vergessen", wurde die Feier abge­schlossen.

kf Nelsons Bcfehlbuch. Eine Nelsonrcliguie von ganz hervorragender historffchcr Bedeutung gelangt in diesen Tagen in London zur Versteigerung: Nelsons Bcfehlbuch, das die Zeit vorn 20 Februar bis zum 22. Ottobcr 1801 umfaßt. Vor kurzer Zeit erst ward dieses historische Merkbuch, das als vernickM galt, durch einen Zufall aufgefunben. Sein Inhalt ist zumi größten Teile

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Qualitäten -

Lackier* aren, Hannen nnd eisen. um

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Gieszcner Stadttheater.

Niobe.

Es ist schon ziemlich lange her, baß Oskar Blumenthal den Schwank der Brüder Paulton für die beutfchc Bühne bearbeitet hat, aber trotzdem fand er bei seiner gestrigen Aufführung ein recht beifallsfreudiges Publikum. Und der Grundgedanke ist auch lustig genug, um ein paar Stunden recht angenehm zu vertreiben Niobe, eine hochversicherte Statue, wird, in dem Traum eines 8ersicherunasdirektors lebendig und bringt ihn m. allerhand !uftig?Mronteuer, die wie ein Wirbelwind über die Buhne Hetzen. Die feine psyckwlogische Durcharbeitung aber, tote toir |ie z. B. ms dem Traumspiel von Hans Sonnenstoßers -Höllenfahrt kennen >ehlt hier allerdings, denn twr gute Verfichtrimgsdi^ Dinge, die ihm völlig unbekannt find, aber es erhöhtZEich iwch den Ulk, wenn er im 4,raum mancherlei von^llt-Hellas meß, vas ihm in feinem bürgerlichen Leben nicht geläufig ist. Die Darstellung, die Herr Norden leitete, war flott und fieubig, unb i>te Mitwirkenbcn hatten, selbst ihren Spatz ^demdrottigen^vuk Als Niobe zeigte sich Fräulein Baj or in fröhlicher Naivität und hielt burd) den luftigen Zwiespalt zwilchen antiker Lebensart und nobeiner Umgebung die Zuschauer m beständigem Lachen. Als Direktor in tausend Nöten jpielte Herr Norden eine gute Rotte mit temperamentvoller Hingabe Eine famo e Figui machte Fräulein Scholz als Helene, obwohl sie etwa-.- ubertitob. Auch tne übrigen Mitwirkenbcn, die meist in kleinen Rotten beichastigt Dareu, machten sich verdient. Zu nciinen sind die Juamen 93 re hm, »e Bruvn, Dagnh sowie die Herren Brudtam und Grosser-Braun, der für den erkrankten Herrn Jensen em- zesprungeii war. *

Herbert Eulen berg, der Dickster derBelinbe", die beute," Donnerstag, im hiesigen Stadttheater ^K^dmonal des Friedrich-Wilhclmstädtischen Theaters tn Serini auf wird, läßt folgende Sclbstbiographie verbreiten, die wir nuferen Lesern nicht vorenthalten wollen:>;ch bin am . y* des sogenannten Jahre, 1876 zuerst, soweit rchnnchents inen kann als Mensch auf diesem Stern erschienen. Meine Eltern, liebe brave Leute, die zu meiner Freude heute noch leben, J1 in Gottesfurchr und anderen Tugenden, die ich ^e -mm größten Teil abgelegt habe. Ich hatte sehr viel unter der HumaNi|t,|chiii Schulausbiloung zu leiden, die nur auf dem Ghmnasmn Köln zuteil geworden ist. Ich halte die lateinische Sprache noch heute für die größte Berderberin un,eres eigenen Muttcidcutfch, weil sic unserer Satzbildung und unserer ^vrcchlvinlcdurchaus entgegengesetzt und fremd ist. Als ich mich endlich^init »1 ^vhren ~~ o Energievergeudung! von dec Schule trennen bmnte, studierte ich auf Wunsch meines Baters Jura. Ich brachte cs

Kaiser- und Uanzlerreden.

Die Tagung des Deutschen Landwirtschaft s- rates erfreute sich wieder besonderer Auszeichnungen. Der Kaiser war nicht nur anwesend, sondern er beteiligte sich an der geschäftlichen Sitzung auch mit einer Ansprache. Die früher bei derselben Gelegenheit zeigte sich der Kaiser dabei auch als amüsanter Plauderer. Geschäftskundig in die landwirtschaftlichen Fortschritte seiner eigenen Güter eingeweiht, betonte er den Nutzen der Meliorationen und erzählte sehr ungeniert, daß er einen Pächter, der nichts mehr getaugt habe,hinausgeschmissen" habe, um das betr. Gutin eigne Regie" zu übernehmen. Seine Untcrnehi- nkunaen und Versuche hätten den Beweis erbracht, daß die deutsche Landwirtschaft ihre Produktion steigern könne. Zum Schlüsse drückte er mit erhobener Stimme seine Ueber- zeuaung aus, daß Deutschland nicht nur jetzt, sondern auch für die Zukunft den Nahrungsmittelbedarf feines Aolkes zu decken vermöge!

Die außerordentliche Vielseitigkeit des Kaisers ist be- hnnt; sie hat neben hohen Vorzügen, die bei dieser schwung- »olleu Persönlichkeit anerkannt werden müssen, auch einige Bedenken. Diese wiegen indessen weniger schwer, als bei den anderen Autoritäten, denn der Kaiser vermag als Anreger und Förderer auf den verschiedensten Gebieten .tatsächlich viel gutes zu wirken. Um so erfreulicher ist es, daß er sich innerhalb der konstitutionellen Grenzen hält, und die Führung der Geschäfte den verantwortlichen Beam­ten überläßt.

Der Reichskanzler ergriff beim Festmahle das Wort, (und seine Rede beschäftigte sich denn auch unmittel­barer mit den nächsten politischen Aufgaben. Man darf seinen Worten entnehmen, daß er wegen der Besitzsteuerfrage an bic Opferwilligkeit der Rechten appellieren will. Um Ostern, so verkündete er, werde über die neuen Vorlagen »erhandelt werden. Im übrigen klang sehr viel Wohl­wollen für die Landwirtschaft aus der Rede heraus. Bei dem Optimismus des Reichskanzlers in der 'Auffassungber Jage ist es nur verwunderlich, daß er was Volk über "die Absichten in der Deckungsfrage so lange im ungewissen läßt.

Berlin, 1.2. Febr. Der Deutsch" Landwirtschaftsrat setzte heute im Herrenhaus von 10Vi Uhr ab seine Beratun­gen fort. Zu Beginn der Sitzung erschien der Kaiser, empfangen vom Präsidenten Grafen Schwerin-Löwitz, dem Reichskanzler, den Ministern Tr. Delbrück, Freiherrn | b. Schorlemer-Lieser und dem Präsidenten v. Wcdel-Pies- fcorf. Graf Schwerin-Löwitz begrüßte den Kaiser, indem er ihm für sein Erscheinen dankte und fuhr dann fort. Wir dürfen in der wiederholten Anteilnahme an Linseren Beratungen mit stolzer Freude den erneuten Beweis I Les warmen lanoesväterlichen Interesses erblicken, welches I Se. Majestät an der Entwicklung der deutschen Landwirt- Kchaft nehmen. Mit dem erneuten Gelöbnis treuester Er- i zebenheit für Eure Majestät verbinden den untertänigsten | Glückwunsch für die frohe Verlobung der Prinzessin Viktoria I Luise mit dem Prinzen Ernst August von Cumberland. | Se. Majestät der Kaiser Hurra! Hurra! Hurra!

Der Kaiser dankte durch .Verneigung und nahm auf Ler Ministerbank Platz, neben ihm der Landwirtschafts- vninister. Darauf wurde in die Tagesordnung eingetreten, vvelche lautet: Maßnahmen zur weiteren Produktionssteige-

Jch möchte aber nicht unterlassen, zu bemerken, daß biese schönen Erträgnisse zum guten Teil bem hervvrragenben Material SU verblinlcn ist, bas ich von Herrn Lo cho to-Petkus bekommen habe Ich bin etwas eitel unb stolz barauf, baß ich ber Erste toar, bet ben Roggen, ben ich von Herrn Lochoto bekommen habe, in jener Gegenb ein geführt bat. Er war bort ganz unbekannt, bis ich ihn angebaut, unb bic Landwirte ber Umgegend wurden dadurch au fm er Ham, baß im schweren Regensommer vor zwei ober brci Jahren, wo bas ganze (Stetreibe ber übrigen Felber vollständig niebergebrüdt war, sie zu ilA'em Erft^u.ccii auf meinem Felde, das mit bem Roggen bes Herrn von Lochoto bebaut war, die Aehrcu stehen sahen so gerade wie Ulanenlanzen. Ta waren eines Tages mehrere Landwirte über ben Weg gefahren, ber an dem erwähnten Felde vorüberführte, waren ausgcsticgen, und es hatte sich da eine Wagenburg gesammelt. Mein Werwaltcr rannte herbei, da er dachte, es sei irgend etwas passiert, und fand eine große Reihe von Landwirten, die nun fragten, wie es komme, daß das Getreide frier so gerade stehe. Er setzte ihnen nun auseinander, was für guten Roggen er benutzt habe, und da ergab sich, daß matt in Westpreußcn von diesem Roggen noch nichts gewußt habe. Als nun im' Herbst der Roggen cingebradjt wurde, drängten sich die Leute vor meiner Scheune um ben Roggen, und prügelten sich förmlich darum, um Körner zu bekommen. Ich hatte da ein a ns - gezeichnetes Geschäft mit dem Roggen gemacht. (Lebigste Heiterkeit.)

Ich sehe nun, fuhr der Kaiser fort, aus den Gesichtem einiger Herren die Neugierde, zu erfahren, was wohl aus dem Bos indicus maior geworden ist, von bem ich hier vor zwei Jahren erzählte. Wso bie Kreuzung hat sehr gut eingeschlagen, und Herr Hagcnbeck yat mir eine ReiIse von älteren Zuchtbullen abgekauft, um sie in den Kolonien zu verwenden. Bei meinen

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Beim Festessen des Landwirtschastsrates erhob sich der Reichskanzler und hielt folgende Ansprache:

Hochverehrte Herren! Die freundliche Begrüßung des zweiten Vorsitzenden erwidere ich und ich bin sicher, irrt Nomen aller Gäste sprechen zu können mit herzlichem Tank. Ich bin der liebenswürdigen Einladung zu bem heutigen Festmahl mit ,yreuben gefolgt Freilich, neben der Ernte wie soll ich sie qualifizieren! für den Landwirt ist es ein heikles Ding, zu sagen, rote tue Ernte gewesen ist. Ich möchte sagen, neben ber gute n Ernte brachte uns bas Jahr selbst auch einige Meinungsverschieden­heiten. Ich weiß bie Landwirte billigen nicht alles, was ich in letzter Zeit im volkswirtschaftlichen Gebiete veranlaßte. Trotzdem müssen Sie mir gestatten, daß ich gern zu Ihnen komme, d a ß i ch m t ch w o h l b c i h n c n fühl e. (Beifall.) In ber Einladung sehe ich ein Zeichen, daß es nur bie Ueberzcugung ist, was uns in ben Fällen trennt, wo wir einmal glauben, verschrobene Wege gehen zu muhen. Wir haben bic Ernte des letzten Jahres in Frieden bergen können unb ich lebe ber Hoffnung, baß ber beutsche Landmann auch fürderhin ungestört seiner Arbeit wird nachgehen können. (Beifall.) Das Friedensbedürfnis, das, wie ich glaube, alle Großmächte beseelt und das uns hoffentlich auch über bic Balkankrisk hinweghelfen wird, hat die gesundeste Grundlage in dem überall lebendigen Bedürfnis, bie Kräfte ber Nationen in immer fortschreitender Arbeit zu entwickeln. In welchem Maße bie beutsche Laub Wirtschaft darauf angewiesen ist, immer mehr zu schaffen und zu produzieren, um' ihren Platz im Volksganzen aiiszusüllen, bas nässen Sie selbst am besten, das haben uns die letzten Jahre unb bas haben uns die Verhandlungen von heute vor­mittag eindringlich gelehrt. Ich bitte ben Deutsch. Landwirtschafts- rat wie bisher, so auch fernerhin, diese Entwicklung kräftig zu fördern. Ich hoffe, daß ich in der großen Frage ber inneren Kolonilation im beutschen Lanbwirtschaftsrat immer einen treuen unb starken Bunbesgenossen haben werbe. (Beifall.) In dem Jahre, das wir begonnen haben, wird es kein Fest unb keine Feier geben, in bic nicht Hunbertjahr-Erinnerungen hinüber­kling en. Lassen Sie uns a l s B e st e s bavon den Opfermut

Nr. 37 Erstes Blatt 163. Jahrgang Donnerstag, 13. Zebrnar 1913

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