Ausgabe 
2.4.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

den jetzt besetzten Stellungen sicher- > außerdem oic Bevölkerung nicht

willigt.

Kreis Lauterbach.

y Schlitz, 1. April. Ein Knecht der Gräflichen Burggüterverwaltung fuhr dieser Tage mit zwei zusammen- gekoppelten Wagen die steileRingmauer" hinab. Beim Einbiegen in eine Seitenstraße riß sich der Hintere Wagen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. April 1913.

Landesuniversität. Der GroßHerzog hat den außeretatmäßigen außerord. Professor Dr. phil. Christian Rauch im Gießen zum außerord. Professor für das Fach der mittleren und neueren Kunstgeschichte bei der philosophischen Fakultät der Landesuniversität ernannt.

"Ordensverleihung. Ter Großhe^og hat dem Ge­richtsvollzieher Mich. Lenz in Wimpfen die Goldene Medaille des Ludcwigs-Ordens verliehen.

<0. Internationaler Geographenkongretz.

Rom, 31. März.

Rach der feierlichen Eröffnung des 10. Inter nativ-' nalen G eographen-Kongresses im historischen Saal der Horatier auf dem Kapitol bildeten sich die acht oerschic- denen Abteilungen des Kongresses uitb wählten ihre Vorsitzenden. Die Zahl der Kongreßteilnehmer beläuft sich auf *2000. Von deutschen Gelehrten sprach bisher in der Abteilung für phy­sische Geographie Prof. Dr. Karl Sapper (Tübingen) über den Bodensluß in den verschiedenen Breiten.

In der Wteilung für Historische Geographie und Geschichte der Geographie machte Dr. Oskar Nachod ^Grunewald-Berlin) Mitteilungen über die älteste abendländische Manuskriptspezialkarte von Japan von Fernao Vaz Dourade. Die Karte stammt aus dem Jahre 1568 und befindet sich in einem kostbaren Atlas der verstorbenen Herzogin von Alba im Palacio de Liria zu Madrid. Dourado war ein berühmter portugiesischer Kosmo- graph und lebte eine Zeitlang in der damals blühenden portu­giesischen Kolonie Goa in Indien. Auf Grund seiner Studien ist der Redner zu dem Ergebnis gekommen, daß die emhermpche Kartographie Chinas und Japans für Dourado kein, Vorbild abgegeben haben. Der Anfettiger der Karte hat sich vielmehr dirr abendländische Unterlagen gestützt und zwar hauptsächlich auf einen Brief des portugiesischen Kapitäns Alvarez vom Jahre 1548: nnd die anschließenden Jesuitenberichte aus Japan.

ruschen Hochschule zu Darmstadt ernannt.

Lehrerpersonalien. Der Großherzog Haiden Zeichenlehrer an der Oberrealschule zu WormS Phil. Dörr zum Zeichenlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt und den prov. Zeichenlehrer an der Volksschule in Worms Fritz Deibel zum Zeichenlehrer an der Oberrealschule zu Worms ernannt. Der Schulamtsaspirantin Marg. He im bürg aus Friedberg wurde eine Lehrerinstelle an der Musterschule zu Friedberg übertragen.

* Oberrechnungskammer. Der Groß Herzog hat den Oberrechnungsrevisor bei der II. Justifikaturabteilung der Oberrechnungskammer Rechmmgsrat Aug. Rett berg I. zu Darmstadt auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand ver­setzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Kreisgesundheitswesen. Der Großherzog hat den praktischen Arzt Dr. Walter Küchel zu Butzbach zum Kreisassistenzarzt bei den Krelsgesundheitsämtern Bens­heim und Heppenheim mit dem Wohnsitz in Heppenheim ernannt.

* * Kreisanvts Personalien. Der Großherzog hat dem Kreisamtmann bei dem Kreisamt Friedberg Hch. Herberg den Charakter als Regierungsrat erteilt.

* Erfolg der Gießener Industrie. Emen sehr beachtenswerten Erfolg hat die Gießener Industrie bei der Vergebung der umfangreichen Plattenarbeiten in den Kasernen­neubauten der Unteroffizierschule zil Wetzlar erzielt. Der hiesigen Firma Jean Dern L Co., Inhaber Oskar Gut­mann, wurden diese Arbeiten bei der engeren Submission zum Gesamtbetrag von etwa 45 000 Mk. übertragen. Die bekannten Fabrikate von Utzschneider & Ed. Jaunez in Saar- gemünd und Zahna kommen zur Verwendung.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 1. April. Der Kaufmann Joseph Aul zu Büdingen wurde von dem Fürsten zu Isen­burg und Büdingen zum Hoflieferanten ernannt.

Nidda, 1. April. Eine Fahrplanänderung, die für unsere Stadt recht vorreilhaft ist, tritt ab 1. Mai 1913 in Kraft. Der Personenzug 516 GießenHungen wird von da ab bis Nidda durch und nach Hungen - zu rückgeführt. Hungen ab 710 nachm., Nidda an 733 nachm. Nidda ab 812 nachm., Hungen^an 8W nackM. Hierdurch wird in .Hungen der Anschluß an den Triebwagenz-ug HungenGießen erreicht, in Hungen ab 852 nachm., in Gießen an 94b nachm.

sion teilzunehmen, welche eine gerechte Beteiligung der Verbündeten Staaten tnt der ottomanif chen Staatsschuld und den finanziellen Lasten der Gebiete zu regeln hätte, die ihnen zufallen

Mit Annahme dieser Friedenspväliminar-Grundlagen werde,: die Feindseligkeiten ihr Emde zu fiirden haben."

Die -lnlwort der Pforte.

Konstantinopel, 2. April. Die Antwort der P f o r t e a u f d i e N o t e d e r G r o ß m ä ch t e hat folgenden Wortlaut: . a

Der unterzeichnete Münster des Aeußern Sr. Maiestat des Sultans hat von der Kollektivnote Kenntnis genommen, welche ihre Exzellenzen die Botschafter voi: Oesterreich-Ungarn, England, Frankreich, Rußland, Deutschland und Italien ihm am 31. Marz 1913 übermittelten und hat die Ehre, ihren Exzellenzen mitzuteilen, daß die kaiserliclw Regierung in Würdigung der W o hl - t a t e n d e s F r i e d e n s nicht g e z ö g e r t h a t, d i e f r e u n d- s cha f t l i ch e Vermittlung Ihrer Regierungen behufs Be­endigung des zwischen dein ottomanischen Reiche und den Balran- staaten bestehenden Kriegszustandes anzuuehmen. Bon der friedlichen ^Gesinnung geleitet, nimmt die kaiserliche Regierung die in der erwähnten Mitteilung vergeschlagenen Prälimiiiar-Grund- lagen in ihrer Gesamtheit an und Der traut sich bezüglich der Wieder­herstellung des Friedens den Großmächten an. Said Halim.

Kämpfe bei Tfchataldfcha.

So f i a, 1. April. (Agence Bulgare.) Vorgestern nach­mittag rückte der Feind in der Stärke von ungefähr drei Divisionen von Büjük und Teschekmedsche bei Fana- sakris nut» Kumburgas entlang gegen den rechten Flügel der vor Tschataldscha stehenden bul­garischen Armee vor. Der Vormarsch wurde durch Geschützfeuer von acht feindlichen Kriegs­schiffen, die vor Kumburgas lagen, unterstützt. Das Geschützfeuer der Kriegsschiffe wurde durch das wirksame Feuer 'unserer Artillerie rasch zum Schweigen gebracht. Sodann ging unsere Infanterie zu einem Ge­genangriff über und zwang die Türken :n einem Ba j v n e tt k am p f, sich in Unordnung zurückzuziehen, wo­bei sie eine beträchtliche Anzahl von Toten und Verwundeten Knrückließen Gestern früh rückte ein feindliches Ba­taillon gegen das Dorf Arnautköj vor, wurde jedoch von der bulgarischen Artillerie ins Feuer genommen und zu einem fluchtartigen Rückzüge gezwungen. Gleichzeitig mar­schierten acht andere feindliche Bataillone mit Mitrailleusen von Kumburgas auf Jalos, mußten aber infolge eines Gegenangriffes der bulgarischen Truppen in Unordnung flüchten, nachdem sie überaus große Verluste erlitten hatten. Auch diese Vormarfchbewegungen des Feindes wurden durch Geschützseuer von 6 Kriegsschiffen unterstützt.

Bulgariens Entgegenkommen?

Das Reutersche Bureau erfährt: Obwohl man erwarten konnte, daß Bulgarien nach dem Fall von Adrianopel seine Forderungen erhöhen würde, hat die Regierung in Sofia in Wirklichkeit ein weiteres Zu­ge st ä n d n i s g e m a ch t. Sie hat ihren Standpunkt auf Forderung der Linie EnosMidia als türkisch-bulga­rische Grenze aus Rücksicht auf die Machte aufgegeben und ist bereit, den Vorschlag Europas betreffend die Linie EnosMidia mit der geringfügigen Modifikation anzu­nehmen, daß nämlich der Endpunkt zehn Meilen östlich von Enos angesetzt werde, da diese Abänderung aus geo­graphischen und topographischen Gründen durchaus be- .rechtigt sei. Die von den Verbündeten in dieser Anttvort hinsichtlich der Forderung nach einer Kriegs­kontribution oder Kriegsentschädigung be­obachtete Haltung sei von den Balkan staat en mit dem Wuns che angenommen worden, Verwick- lmn gen mit den Mächten zu verm eiben. Sie würden deshalb mit der Zustimmung der Mächte zu dem Prin­zip einer Kriegskontribution oder Kriegs­entschädigung zufrieden sein, deren Einzel­heiten und Höhe späte r bestimmt werden könnte.

** Oberlehrerpersonalien. Der Großherzog hat den Charakter vls Professor den Oberlehrern Udo Kraft am Wolfgang-Ernst-Gymnasium zu Büdingen, Dr. Will;. Becker am Realgymnasium zu Darmstadt, Gg. Bär­tel an der Oberrealschule zu Worms., Dr. Hch. Brei­denbach am Gymnasium zu Worms, Karl Burmann am Gymnasium Fridericianum zu Laubach, Ehr. G 1 ü ck er t am Realgymnasium zu Mainz, Dr. Lndw. Hammer an der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Offenbach, Adolf Heyder an der Oberrealschule zu Mainz, Aug. Hohen- tein am Realgymnasium zu Darmstadt, Karl Kau6 am Alten Gymnasium zu Mainz, Karl Klinger an der höh. Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz, Adolf Kunkel an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen, Friedr. Lenhar^t am Realgymnasium zu Darmstadt, Wolf Pabst an «r Ernst-Ludwigsschule zu Bad-Nauheim, Dr. Adam Ra in fürt am Gymnasium zu Bensheim, Dr. Aug. Schilling am Realgymnasium zu Darmstadt, Pet. Schönberger am Alten Gymnasium zu Mainz, Hch. Winter an der Realschule zu Michelstadt, Wilh. Wüsten Höfer am Realgymnasium und der Ober­realschule zu Gießen und Zimmer an der Eleonoren- chule zu Darmstadt erteilt, sowie den von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein für die Stelle eines Oberlehrers an der Oberrealschule am Stadthaus in Offen­bach präsentierten Lehramtsassessor Dr. Johs. Rill zu Offenbach bestätigt und den Oberlehrer an der Oberreal- schule zu Mainz Professor Dr. Jos. Köhm zum Oberlehrer an dem Alten Gymnasium zu Mainz ernannt.

* Technische Hochschule. Der Großherzog hat den Fabrikdirektor a. D. Diplom-Ingenieur Friedr. Müller in Wiesbaden zum ordentlichen Honorarprofessor an der Tech-

zerbrochen" hätten.

Die griechischen: Forderungen.

Das Reutersche Bureau erfährt aus London: Grie­chenland ließ den Mächten eine energische for- melleErklärung Angehen, die die Ansprüche Griechen­lands in Epirus zum Gegenstand hat. Während bekannt­lich einige europäffche Regierungen beabsichtigten, einen großen Teil des in Frage stehenden Gebietes dem neuen Albanien zuzuschlagen, schlägt die griechische Regierung vor, die Mächte sollten einen Ausschuß ernennen, der in der jetzt von Griechenland 'beanspruchten, vollständig von griechischen Truppen besetzten Gegend ein Plebiszit ver­anstalten soll. In der Erklärung heißt es weiter, daß keine griechische Regierung in d er Lage sein werde, den ZMck- zug der Truppen aus 1 TC-r-1-L~*

zustellen, und daß es außerdem zulassen werde, daß die Truppen, die sie befreit hatten, sie der türkischen oder albanischen Herrschaft auslieferteu.

Kreis Alsfeld.

w. Alsfeld, 1. April. Stadtvvrstandssitzung. Anwesend: Bürgermeister Dr. Völsing, als Vorsitzender, sowie 10 Stadtvorstandsmttglieder. Vor Beginn der Sitzung gibt der Vorsitzende zunächst den Bericht des Schularztes, des leider chon nach kaum -'Jähriger Tätigkeit von hier scheidenden Kreis­arztes Med.-Rat Dr. Lang ermann, bekannt. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellt Gemeinderatsmitglied Bastian fol­gende Anfrage: Ist der Bürgermeister bereit, Auskunft zu er­teilen, ob es zulässig ist und ob es int Interesse der Stadt liegt und ob es mit dem geleisteten Eid zu vereinbaren ist, daß ein Beigeordneter in der Sitzung des Stadtvorstands erscheint, nicht als Beigeordneter, sondern als Rechtsbeistand einer Firma, die int gegebenen Falle einen Prozeß gegen die Stadt Alsfeld führen wird, von dem es fraglich erscheint, ob nicht die Stadt Alsfeld die Zeche bezahlen muß. Der Vorsitzende erllärt hierzu, daß er mit Rücksicht auf die große Tragweite dieser Frage heute nicht kurzer .Hand eine Erklärung abgeben Tonne, er müsse sich hierüber erst gründlich unterrichten. G.-M. Braun stellt den Antrag, die Anfrage Bastian auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Der Stadtvorstand beschließt deni- gemäß. Die Rechnung der Stadt- und Hospital- und Armenkasse für 1911, sowie die Verwaltungsrechenschast der Bürgermeisterei für 1911 wurden geprüft und in Ordnung be­funden. Bon dem Erlös der 2. Serie der zugunsten der W i e d e r h e r st el l u n g des Rathauses und der W a l p n r - giskirche veranstalteten Geldlotterie int Bettage von 20 000 Mk. sollen 5000 Mk. der Stadt Alsfeld für das Rat­haus zukommen und zur Kapitalabttagung verwendet werden, der Rest des Erlöses aus der 2. Serie mit 15 000 Mk. soll der evangelischen Kirche für die Wiederherstellung der Walpurgtskirche zufalleu. Die Holzversteigerung wurde genehmigt. Ter Stadt- vorstaud bedauert, daß die Aulageit in den Erlen, der Steinkaute und dem Münchenberg von demdem Baume so gefährlichen Rüssel­käfer so arg heimgefucht worden waren, wodurch die Holz-fällung erforderlich wurde und beschließt, daß die durch den außerordent- lichen Abttieb heroorgerufene Verminderung des Bestattdes durch alsbaldige Aufforstung wieder vermehrt tverden soll. Ver­schiedene Grundstücksverpachtungen wurden genehmigt. Ter in der Sitzung vom 4. März vom Gemeinderat Bastian gestellte Antrag, die L e hr mi t t e l kost e n des Hand­arbeitsunterrichts an der Volksschule <mf die Stadt zu übernehmen, wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. Dem Stadttechner Bin g wurde mit Rücksicht aus seinen Geyntd- heitszustand ein weiterer Url aub bis zum 1. Mar be-

Der §tallmannpro;etz.

Berlin 1. April.

In der heutigen Verhandlung des Stallmann-Prozesses wurde mit der Beweisaufnahme fortgefahren. Die Vernehmung bringt nichts neues. Auch der Zeuge-Direktor Schneider von der Flugverkehrsgesellschost Johannisthal, der den Angeklagten Nte- mela voti Paris her kennt, bekundet nichts wesentliches. . . Der Kaufmann Herkner aus Kötzschenbroda, der ftmher tu Südafrika Goldtninen besaß, an denen König pnanziell betetbot wat, schätzt dessen Anteil auf 100 000 Mark.

Zum Schluß wird die Urteilsbegründung tnt ersten Prozetz Wolff-Metternich-Bujes verlesen und danach dte Verhandlung auf morgen vormittag 10 Uhr vertagt.

Die Eifersucht zwischen Serben und Bulgaren.

Sofia, 1. April. Die Agence Bulgare stellte fest, daß die Mitteilungen aus serbischer Quelle über die Operationen, die 6em Falle Adrianopels vor- au^gingen und über die Umstände der Gefangen­nahme Schüi'ri Paschas nicht der Wahrheit ent­sprechen. Nach diesen Meldungen wäre Schütri mit einer beträchtlichen Anzahl von Offizieren von den Serb-en ge­fangen genommen und ernt Tage darauf dem General Iwanow überantwortet worden, während erwiesen ist, daß Schükri sich dem General Iwanow £m'26. März mittags inach dem durch bulgarische Truppen, erzwungenen Falle der ^Ost­front ergab. Ebenso unrichtig ist die Meldung, daß Schükri durch einen Parlamentär das Anerbieten gemackst. habe, sich dem Kommandanten des 20. serbischen Infanterie- Regiments zu ergeben. Was die Verluste anlangt, die man in Belgrad als bedeutend hinstellt, so hüt das bulgarische .Hauptguartier Ziffern veröffentlicht, welche die erforder­liche Klarheit geben. Die Serben hatten 1200 Tote und Verwundete. Was die Behauptung betrifft, daß die ser- bffchen Truppen, deren Attion von General Iwanow in seiner Depesche an den Ministerpräsidenten Geschow be­reits charatterisiert worden ist, den Festungsgürtel von ?ldrianopel durchbrochen hätten, so sei aus das Telegramm des serbischen Generals Stepanowitsch an Iwanow hingewiesen, in dem er die bulgarischen Truppen beglück­wünscht, daß sie ,chen Panzer des ottomanischen Riesen

los und zertrümmerte mit der Deichsel das große Schau­fenster der ftontitorei Jungblut. Der hierdurch verursachte Schaden belauft sich auf über 200 Mark. Der Besitzer der Konditorei ist durch Haftpflichtversicherung gedeckt.

Kreis Friedberg.

= Butzbach, 1. April. Medizinalrat Dr. Vogt kann heute fein 5 0jäbrigcs Berufsjubiläum feiern. Dr. Vogt gehört dem Vorltande des Detitschen Apotheker- Verbandes an. Atlßerdem ist er Vorsitzender des Hessischen Apothekervereins.

Starkenburg und Rheinhessen»

rm. Darmstadt, 1. April. Von Eingeborenen er­mordet wurde nach einer hierher gelangten Nachricht der 27 Jahre alte, auf der englischen Insel Malaita bedienstet ge­wesene G. O. Keller von hier.

rm. Arhetlgen, 1. April. Nach einem Ausschreiben der Staatsanwaltschaft wurde in der Nacht auf den 31. März in der Hofreite von Frey zu Arheilgen ein Geldkasten gestohlen, in dem sich 800 Mk. in bar (300 Mk. in Gold und 500 Mk. in Silberh ein Sparkassenbuch der Tarmstädter Sparkasse,mit 2000 Mark Einlage und drei Sparkassenbücher der Sparkasse in Ar­heilgen befanden, die alle auf den Namen Magd. Frey lauteten. Ter Kasten wurde leer im Felde vorgesunden. Der Tat verdächttg ist der Monteur Friedr. Wendler, geb. 1887 zu Wiesbaden, der seither in Arheilgen wohnte und spurlos verschwunden ift. Er ist 1,70 Meter groß, hat schwarze Haare, ebensolchen Schnurr­und Spitzbart, braune Gesichtsfarbe, längliches, schmales Gesicht, krästige Statur, spricht etwas durch die Nase nnd trägt dunklen Rock, Weste und Hose.

ch. Bingen, 1. April. Der seit vier Wochen andauernde Ausstand der S ch n e i d er g e h il s e n ist beendet. Die Ge­hilfen haben die Arbeit bedingungslos ausgenommen.

Lnstschiffahrt.

Deutscher Weltrekord.

Malente-Gremsmühlen, 31. Marz. Die Ftteger- Offiziere Canter und Böhmer von der Militärflregettruppe Dobe- ritz durchflogen auf einem' Taubeeindecker die 595 'bange Strecke Jüterbog-Beplrn-Lübcck-Ploen-Aialente ut 6 Stunden 9 Mcn., ohne Zwischenlandung. Die Landung erfolgte m Malente glatt. Mit dieser Lankmng haben tue Flieger den bestehenden rekord geschlagen. Sie beabsichttgen morgen werterzufliegeu.

Ueberschwemmungen in Nordamerika.

New 9) o r E, 31. März. Der Ohio ist von ferner Mündung an ausgetreten und im Steigen begriffen. .

N e w Bork, 2. April. Das Hochwasser be§ Ohw rvandert stromabwärts in die Umgebung der Stadt Cairo. Zum Schutze ist gestern nachmittag der Damm der Shawnsetown durch­stochen worden, um einem Teil des Hochwassers dort einen Ab­fluß zu verschaffen, wo es weniger Schaden anrichtet.

Vermischter.

* cYjtf Zirkus Schumann in Berlin kam es zu ver- schiebenen Unglücks fäll en. Zunächst mürbe .ein Retter von einem Pferde gebissen, zu Boden gerissen und durch die Manege geschleift' In der großen Attraktion des Mends stMte einer der 'beiden Artisten, die sich in einer Hohe An 15 Metetti m einer Art Reifen im Kreise drehen, ab und -blieb lÄver verletzt Hegen. Schließlich wurden bei der Produktion der 10 chineiischen Gaukler zwei der Chinesen, die an einem' hochgespamtten Seil nitt den Zöpfen zu Dcst>en gierten, schwer verletzt. ^asPnbtt^ verhielt sich bet den vmffchiedenen Unglucksfallen verhaltmsMaßig ruhig. 'Die Vorstellung erlitt-keine^Unterbrechung

* Notwehr. In dem Kölner Vorort Braunsfeld er­schoß ein Schutzmann in der Notwehr den vielfach vorbe­straften, als gewalttätigen Menschen bekannten ^oglohner Pet«: Schmitz. Schmiv lauerte mit einem Gewehr einem Arbetterauf, um ihn zu ersclneßen. Der Schutzmann hatte ihm das Gewehr abgenommen,, worauf Schmitz den Schutzmann zu Baden warf ^^etiÄinq. Wie aus Tanger- gemeldet.Witt), ist der englische Küsten-DaisipferAgadirs der den Dienst zwi chen England und der marokkanischen Küste und den Kan an, chen Inseln versieht, mit 150 Leuten bei Mazagan gestran- bet. Er befindet sich in einer schwierigen Sage. Der franzö­sische KreuzerFriant" ist zur Hilfeleistung abgegangen

* dem Henningsdorfer Antomobilver­

brechen wttd gemeldet, daß das Verfahren gegen die .libeiter Dornburg und S P i e w a ck e i n g e st e l l t worden ist, da e sich herausgeflellt hat, daß beide für das Verbreckien Nicht in Frage tasbtm«lS a&SanbcTi. Aus Stettin, 1. Wit, wird gemeldet: Der Bürgermeister römc t gu.> U]c dom, tar vor einigen Jahren verschwunden war und nach seiner Rückkehr von Paris wieder in )etn Amt eingesetzt wurde, ist wieder seit Freitag voriger Woche, ivo er einer Kreissch^m^ in Swinemünde bcigewohnt hatte, verschwunden. Er ist von Swinemünde nach Berlin gelabten. Der Magistrat vo'i We­hem (tat die .stzreisbehörde in Swmemunde benachrichtigt Um Samstag depeschierte er seiner Frau, daß ein Beigeordneter ihn Der treten möchte, sein Schtvager, der Kaufmaiin Gerhard Rich- ter, sei schwer krank.

Kleine Tageschrontt.

Eine soeben erlassene Polizeiverordnung für den Umfang des Landespolizeibezirks Berlin verbietet das Tragen ungmcherter, hervorstehender Hutnadeln. Das Verbot tritt am lo. ^lprü