?onstkwttorreNe Mrfung hckbeu formte, ein Zeichen ver Anarchie imb ein bürgerliches Pronunziamento fern. Da die Frage nun aber einmal gestellt sei, bitte er die Kamme-r, durch ernt deutliches Votum ihren Entschlnß^undftug-^Vien. Grecianu schlug eine S8er = trauenstages ordnungvvr. Tie Liberalen erklärten, sie würden dagegen stimmen, da es sich um eine inner» politische Frage handele. Bei der Abstimmung stimmten 35 Abgeordnete für die Tagesordnung, 15 liberale Abgeord- itete stimmten dagegen, 16 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung, darunter sechs Minister, und 10 von den Erklärungen des Ministerpräsidenten nicht befriedigte konservative Abgeordnete.
Abenteuer eines deutschen Offiziers in türkische» Diensten.
Konstantinopel, 13. Mai. Oberleutnant Wagner, der wahrend der Bela ger ungs z-ei t als einziger deutscher Offizier in türkischen Diensten srch inÄdrianopel befand, wurde nach dem Fall der Festung in Philippopel als Kriegsgefangener festgehalten. Er erreichte gestern nach gefahrvoller Flucht Konstantinopel und meldete sich wieder zum Dienst im Kriegsministerium.
Forderungen der Armenier von der Pforte.
Konstantinopel, 13. Mai. Eine Abordnung der armenischen Nationalversammlung unter Führung des Patriarchen Arschoruni überreichte dem Großwesir eine Denlschrift über die Wünsche der Armenier nach einer verfassungsmäßigen Regierung, Rückgabe der von den Kurden weggenommenen Ländereien, Bestraftmg der kur- discheu Räuberei. Schußmaßregeln gegen künftige Ausschreitungen. Die Denkschrift führt weiter aus, daß die Zustände' sich ständig verschlechterten und daß die klein- asiatischen Mohammedaner an eine völlige V e r n i ch t u n g de r A r m e n i e r z u d e n k e n s ch i e n e n. Tie Denkschrift'beklagt sich über den Nichtempfang der Abordnung des Patriarchates durch den Minister des Innern und fordert energische Maßregeln zugunsten der Armenier, Einwirkung der Pforte auf die Behörden, die Presse und -die Bevölkerung, um Katastrophen für die Armenier und unheilvolle Folgen für das Reich zu verhüten.
Nach Aenßerungen armenischer Delegierter habe der Großwesir die Treue der Armenier, die Tapferkeit ihrer Soldaten gelobt und die Durchführung von Reformen versprochen, jedoch hervorgehoben, dazu gehöre Zeit sowie innen und außen Ruhe. Die aus den verlorenen Ländern ausivaudernden Mohammedaner sollten nicht östlich von Anatolien,. sondern näher an Konstantinopel augesiedelt werden. Der Großwesir erklärte den Richtempfang der Abgesandten des Patriarchates als ein Mißverständnis.
Deutyckes
Das Jes ui t en g e seh.
Me wir aus Dundesratslreifen hören, wird ein Beschluß über die Aufhebung des Jesuitengesetzes vom Bundes rat vorläufig nicht gefaßt werden. Zunächst werden mit Hilfe der Einzelstaaten die Erhebungen über die verschiedenartige Gesetzgebung auf dem Gebiete des geistlichen «Orbenswesens in den Einzel- staaten fortgesetzt, um Klarheit über diese Fragen zu gewinnen. Wann der Bundesrat sich mit dem Beschlüsse des Reichstags beschäftigen wird, läßt sich nicht übersehen, frühe- Isdens jiLoch im Herbste.
Ausland.
Staatssekretär v. Jagow in Wien.
Wie aus Wien berichtet wird, wird Kaiser Franz Josef am Mittwoch nachmittag den Staatssekretär b. Jagow in besonderer Audienz empfanaen. Am Donnerstag abend findet Tafel statt, zu der außer dem Staatssekretär auch der Fürst von Hohen- zollern geladen ist, der aus Bukarest ankommt.
Die deutsch-englischen Beziehungen.
Die „Bossische Zeitung" meldet aus London: Bis- eount Morley, parlamentarischer Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amts, ist nach Berlin ab gereist. Er hatte eine längere Konferenz beim König. Der deutsche Botschafter und Sir Grey verbrachten Pfingsten zusammen auf dem Landsitz Wilsford Manor des liberalen Politikers Lord Glenconner.
Ein Besuch des Königs von England in Petersburg?
Wie ein Berliner Blatt aus Petersburg erfahren haben will, wird der Zar König Georg von England in Berlin nach Peter Hof einladen. Der Besuch wird für Mitte Juni erwartet und soll drei Tage dauern, von denen einer für eine Truppenschau int Lager Krassnoje Sselo bestimmt ist.
Der Heere sausschuß der französischen Kammer sprach sich für die Vorlage betreffend die Forderung von 420 Millionen für nationale Verteidigung aus.
Deutßcke Kolonien.
Ein Gefecht mit Eingeborenen in Neu-Kamerun.
Aus Neu-Kamerun wird ein Gefecht mit 'Singeborenen gemeldet, in dem der Pi?, e seid wedel der Schutztruppe Fritz Siewertfen aus Niebüll gefallen ist. Ta in dem Muni- Bczirk im "April fortgesetzt Karawanen von Eingeborenen angegriffen worden waren, hatte der Oderleiter der Grenzerpedition: im Süden, Major Zimmermann, Siewertfen mit 29 Soldaten dorthin entsandt. Bei der Erstürmung eines Dorfes am 17. April erhielt Siewertfen einen tödlichen Halsschuß. Außerdem fiel noch ein Soldat, während die «Eingeborenen engedlich 30 Tote hatten,______________________________________
Prinz-heinrich-Mig.
3. Tag.
K. N. Gießen, 13. Mai.
Dar 3. Tag des Prinz-Heiurich-Fluges sollte cigcntüd) ein Ruhetag sein, aber die Ungunst des Wetters hat es anders gefügt. Von den 24 Flugzeugen Haden bisher mir 10 Koblenz erreicht: die anderen sind ausgeschieden oder liegen irgendwo im Gelände und müssen adgerüstel werden. Leider hat sich dabei auch
ein schwerer Unfall ereignet, denn LeuMant Sommer (Flugzeug Nr. 6) ist bei Nassau abgestürzt und hat einen Beckenbruch, sowie innere Verletzungen erlitlcn. Er wurde in das Lazarett nach Koblenz gebracht. Tie Untersuchung ergab, daß die Verletzungen anscheinend nicht lebensgesährlick sind. Weitere Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kämen, sind bisher nicht bekannt geworden
Einen schioierigen Tag hatte ctudr beute die Nebenetappe Gießen zu überwinden, da noch einige Flieger hier landeten und eine ganze Anzahl von Kraftwagen borfuhr, um sich nach bdnt Schicksal ihrer ^Flugzeuge zu erkundigen, bi.- in alle Winde zerstreut waren. Schon mit Tagesgrauen mußten die .Herren der Leitung auf ihren Posten jein, und als die Sonne aufging, da begann für sie ein rechter
Tag der Langeweile.
Grade, der gestern abend noch angelommen war. rüstete sein Flugzeug ab, da es zwar eine große Schnelligkeit enl wickelt, über
feine Tragfähigkeit hatte, um es mit der Bahn abzusenden i5r hatte die Tragflächen versuchsweise mit einem neuartigen Stoch beziehen lassen, der sich aber anscheinend wegen seiner Glätte nicht bewährte. Tas Flugzeug Nr. 5, das gestern hier landen mußte, weil das Kühlwasser heiß geivorden war, hatte beim Niedergehen das 'Absperrungsgitter dimchbrochen, wobei eine Strebe, des Fahrgestells zersplittert war. Während es noch ausgebessert wurde, landete das Flugzeug Nr. 9, das gestern in 42 Minuten von Wiesbaden nach Gießen gefahren war und damit die kürzeste Zeit gefahren hatte, von Kassel um 9,28 Uhr. Tie Flieger waren ant Morgen ohne Frühstück aufgesahren und wie man sich auf dem Flugplatz erzählte, hätte sie nur der Hunger zur Landung getrieben. Ein Schaben am Kühler scheint aber doch die Haupt- ursache gewesen zu sein, bemt die Herren hatten sich schon lange und wiederholt gesättigt, ehe sie wieder aufstiegeu. An dem großen Aufenthalt trug allerdings ein bis jetzt noch nicht aufgeklärtes Mißverständnis die Schuld, beim die Oberleitung des gesamten Fluges hatte mitteilen lassen, daß der hiffige Aufenthalt nicht in die Flugzeit eingerechnet würde. Diese Mitteilung wurde allerdings später widerrufen, und obschon der Wind wieder teifer geworden war und sogar Böen austraten, stiegen die Flieger bald nach der entscheidenden Auskunft nach Koblenz auf, nachdem Nr. 5 etwa eine Stunde oorher abgcflogcn war.
Nun begannen für die Leitung die eigentlichen Qualen, denn wenn es schon kein Vergnügen ist, in der Unterhialtung mit Fliegern, die intereftant über ihre Fahrten zu plaudern wissen, beständig durch die schrillen Klingeln der Fernsprecher gestört zu werden, o kann man es gewiß nicht unter die Genüsse des Lebens rechnen, wenn man Stunde um Stunde auf gemeldete Flugzeuge warten muß, die sich mit hartnäckiger Bosheit nicht blicken lassen. Manche Mitteilung zwar, die Fernsprecher oder Kraftwagen bringt, regt etwas an, aber dazwischen gähnt doch die Langeweile, die durch die stumpfe Müdigkeit der Glieder nicht gemäßigt wird. Unheimliche Mengen von Zigarren lösen sich in Ranch aur, und auf den ftreifigen Wölkchen reitet der Wunsch in den Himmel: wär es doch zu «Ende. Aber: — Immer wenn man meint, jetzt sei es zu Ende, bann kommt eine neue Nachricht, die den Aufenthalt wieder nutzlos um ein paar Stunden verlängert.
Die Zigarrenkisten leeren sich ungewöhnlich schnell, und die Zuschauer sehen den Aum Mchtstun berurtcilten Leitern neugierig zu: so wie man fremdländische Tiere betrachtet: halb von oben herab, halb von unten herauf.
Zwei Flieger wollen noch bon Kassel kommen, und obschon mit dem vorrückeirden Tag die Wahrscheitüichkeit, daß sie wirklich noch kommen, immer geringer wttd, muß doch der ganze aufgebotene Apparat in Tätigkeit bleiben. Südlich erfahrt man denn, daß der eine aufgegeben hat, und der andere erst morgen ‘1 arten will. Also: nun kann man endlich gegen Abend ab ziehen, und alles rüstet sich zum Airfbruch, da erscheint fern am Horizont ein Flugzeug und scheint fid?i zu nähern. i'Sinen Augenblick nur ist es sichtbar, dann verschwindet es im Lähittal. Nun beginnen hastige Nachforschungen. Alle Ortschaften der westlichen Umgebung werden angerufen, ob in ihrer Nähe ein Flieger gelandet sei. Viele haben ihn gesehen, wenige wissen etwas Bestimmtes. Es muß B l ü t h g e n sein (Flugzeug Nr. 1), der wegen zu geringer Tragkraft bei Marburg seinen Begletter ausgesetzt hatte und bann bei Niedergirmes gelandet war. Endlich meldet Wetzlar, das Flugzeug sei nach Koblenz gesteuert, und gleich darauf kommt ans Weilburg die Nachricht, daß der Flieger sehr dicht über der lErde gewesen sei itnb laut gerufen habe. Auch in Lohndvrf will man das Rufen gehört haben, obwohl es ausgeschlossen ist, daß eine menschliche Stimme das Rattern des Motors übertönen kann. Mer für uns ist nun nichts mehr zu tun, und endlich gegen 9 Uhr Tann man an den Aufbruch denken.
Das Zeppelin-Luftschiff, das am Sonntag hier landen sollte, bat des schlechten Wetters wegen von der Fahrt Mstand genommen. Seine Landung ist nun für einen späteren Termin vorgesehen-,
Die Organisation des gesamten Fluges bewährte sich im allgemeinen recht gut. Die Begleit- und Lastautomobile waren auf telephonischen Anruf der Flieger stets bald zur Stelle. Nicht menig trug hierzu die vorzügliche Organisation der Post bei, die den außergewöhnlichen Anforderimgen an Gesprächen mit einer Schnelligkeit nachkam, daß. auch die Herten, die gewohnheitsmäßig viel telephonieren, des Lobes boll mären.
Die zweite Etappe war die schwierigste, da bie Orientierung über ben besaiteten Höhen außerordentlich schwierig war. Bei Wahl der Lustlinie konnte der Kurs nur mit Hilfe des Kompasses gefunden werden. Auch am 2. Tage durchzogen, nachdem sich der Nebel stellenweise gelegt hatte, noch zahlreiche Gewitter die Flugstrecke, so daß auch die Leistung dieses Tages rühmend herborgehoben werden muß.
Koblenz, 13. Mai. Prinz-Heinrich-Flug 1913: Heute nachmittag trafen noch ein: 2t. Kastner Nr. 5 um 3.28 Uhr, erner Lt Coerper Nr. 9 4.10 Uhr. Bon 4—7 Uhr fanden auf dem Flugplatz Schauflüge statt. DaS Militärluftschiff Z. 2 bon Köln traf gegen 5 Uhr über dem Flugplatz ein, landete aber nicht und fuhr gegen V26 Uhr wieder nach Köln zurück. Der Statt zur Etappe Koblenz—Karlsruhe ist auf 4 Uhr festgesetzt. Das Luftschiff ,.Viktoria Luise" trifft gegen 7 Uhr von Frankfurt kommend hier ein und landtt zum Passagierwechsel. Prinz Heinrich fährt morgen früh von hier nach Karlsruhe; ob er dem Start beiwohnen wird, ist zweifelhaft.
Wetzlar, 13. Mai. Lt. Blüthgen, Nr. 1, landete heute nachmittag nvischen 6 und 7 Uhr bei Nieder-Girmes, um dort seinen Beobachter wieder aufznnekmwn, den er bei einer Notlandung, die er in der Nähe des Dünsbergs borgenommen hatte, weil sein Propeller fehlerhaft war, abgesetzt hatte. Nach kurzem Aufenthalt setzte er seinen Flug fort.
Koblenz, 13. Mai. Wie die Oberleitung des Prinz- Heinrich-Fluges mitteilt, ist Frankfurt als Kontrollstation bestimmt worden. Die Flieger werden also den Flugplatz Rebstock passieren oder dort niedergehen, um Benzin und Del ttuzu- nehmen. Der Abstug bon Koblenz ist von 4 Uhr ab freß- gegebeit.
§ Marburg, 12. Mai. Von drei Fliegern, die heute in später Nachmittagsstunde über die hiesige Gegend kamen, mußte einer in der Nähe von dem Dorfe Beltershausen in der Nähe des Frauenbergs landen.
Aus Stafct visrH Cattfo»
Gießen, 14. Mai 1913.
Balkon- und Fensterschmuck.
In der Jahresversammlung des Obst- und (^atten- bauvereins gab der Vorsitzende «Simon einen Rückblicks über die Tättgkeit des Vereins seit der Umgestaltung des Obevhessischcn Obstbauvereins. Die Mitgliederzahl ist im Wachsen begriffen, und das Interesse ftir die Sache hat sich gehoben, da jetzt nicht mehr bloß der Obstbau allein, sondern alle Zweige des Gartenbaues gefördett werden. Stadtv. Helm gab im Namen des Verkehrsvereins seiner 'Freude Ausdruck über die Bestrebungen des Obst- und Garteubereins inbezug auf die Verschönerung der Häuser der Stadt durch Ausschmückung der Fenster, Ballone und Vorgärten. Der Verkehrsoerein habe stets dazu angeregt, auch zwei Broschüren hercritszugeben: „Blumenschmuck" und „Gießen im Blumenschmuck", es bleibe aber noch viel zu tun übrig.
Hieraus bcrbreitcrc sich Herr Dr. Hofmann in seinem Vortrage über den Balkon n nL» F e n st e r s ch m 11 ck zunächst über den Wert und Nutzen der B l u m e n p s le g c für das Herz 11 n d Gemüt des M e n s ch c n, über die Schönheit und den guten Eindruck, das freundliche, anheimelnde Aussel-en und die liebliche Pracht eines Hauses, einer Straße, eines Dorfes, einer (Kanen- und Blumenstadt, wo die Anlagen, die Vorgärten, die Balkone und die Fenster mit ihrem frrrliclcit Pflanzen und Blumen schmuck den Fremden so freundlich begrüßen und den Einheimischen so toon Herzen erfreuen. Seinen weiteren Darlegungen über die Art und Weise der Ausführung des Fenster- und Balkonschmuck"?, über die -Auswahl der empfehlenswertesten Pflanzen imi> Blumen, über die Abwechselung und Wirkung der Farben der, Blumen, über die Blumentövft und Blumen'.ästen folgte die Versammlung mit großem Fnierefse, das noef) gehoben wurde durch eine kleine Ausstellung brauchbarer Balkon- und Fcu st erbt um en, Blumen
töpfe und Blumenkästen bvn Holz, Blech und Zementsandstein, Anrpeln usw., die von hiefigen Fachleuten in dankenswerter Weise arrangiert war. Btt der Aussprache, die dem Vortrag folgte, beantworteten Dr. Hoftnamr und Gärtnereibesitzer Weber 61c aus der Versammlung beraub gestellten Fragen in ausftihrlicher Weise. Stadw. Löber begrüßte es aufs freudigste, daß auch die Frauen durch ihr «Erfcheinen chr Interesse für die Sache bekunde:-nr, da gerade sie es ja seien, die das Heim und Haus uns so berfdänten. — Es wurde noch angeregt, in geeigneter Weise dafür zu inirEen, daß die Vorgärten der Stadt, die zum Tttl recht öde iint> traurig aussehen, zum Tttl auch mit Obstbäumen uni) sogar mit Gemüse und Kohlköpsen bepflanzt seien, in besserer, nnirbiger Art gehalten werden möchten, cbtl. sei die Stadtverwaltung zur Herausgabe einer Polizttverordmmg über die Bepflanzung der Borgatten zu veranlassen. Wenn eine Stadt das Recht habe, bei dem Bau eines Hauses die Anlage eines Vorgattens zu verlangen, so Muß sie lvohl and: vorschrttben können, 11t welcher Weise die Vorgärten zu halten sind, ob als Zier- oder als Nutz- und Gemüsegärten. Rttiüichkttt und sauberes ^LuSsehen stt das erste Erfordernis. das Man an einen Vorgarten stellen muß. ")luch Straßen ohne Vorgärten wie die Lndwigsttaße, Eöiuten ein schöneres Aussehen erhalten durch eine entspreckkende ATrpflanzullg der sotten Zwischenräume zwischen den Häusern mit Rasen, Birken und Sträuchern. Von einer Seite wirrde betont, der Vorstand möge daraus hinwirken, daß die Vettilgung der Blutlaus vom Staat und der Stadt ernschafter und wirksamer betrieben werden möge, damit nickt die Anpflanzung^von Apfelbäumen mit der Zeit gcurz fraglich werde. — Zum Schlüsse "lud Dr. Hosmann noch ein zum Besuche der Jahresversammlung des O be r h e s s. O b ft bau vc r ei n» , verbunden mit dem 25jährigen Jubiläum des Vereins, am 1. Juni in Butzbach, ebenso zur Teilnahme der Frviueil und Mädchen an einem Gartenbaukur su>, der in der letzten Woche des Monats Mai in Friedberg stattfindot. Hierauf folgte ciue Verlosung pvn Blumenstöcken, Büchen: und Gegenständen der Blumenpflege. *
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•• Landesuniversität. Der Grotzherzog hat den ordentlichen Profeflor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität, Geh. Hofrat Dr. Alexander Naumann unter Anerkennung feiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten sehr ersprießlichen Dienste auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1913 ab in den Ruhestand verseht.
** Lehrerpersonalien. Dem Schulamtsaspiranten Karl Hahn aus Alsfeld wurde eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Schlitz übertragen.
•’ Bahn Personalien. Verliehen wurde den Schlosserlehrlingen Müller und Jahn in der Eisenbahn- Hauptwerkstätte Fulda die von dem Kaiser und König für besonders fleißige und tüchtige Handwerkslehrlinge der Staats- eisenbahnmerkftätten gestiftete Medaille, dem ersteren die Medaille in Silber, bem letzteren die Medaille in Kupfer. Ernannt wurde Neseroe-Lokomotivführer Gerdig zu Stockheim zum Lokomotivführer, Eisenbahngehilfc Nahm in Stockhausen zum Unterassistenten. Versetzt wurden Bahnmeister Schuart von Butzbach nach Arnsberg (Elberfeld), Zugst'ihrcr Busch von jLaubach und Janson von Gießen nach dlschaffenburg. Belohnungen erhielten: Wagenmeister Kliffmüller, Stellwerksschlosscr Lepper, Zugabfertiger Junker, Drehscheibenwärter Müller, die Streckenarbeiter Müller III., Habermehl, Weber II., Sculing und Schwalb, sämtlich in Gießen, für Entdeckung und Beseitigung bctriebsgefährlicher Schäden.
**Eine Provinzial-Ausschuß-Sitzung findet am Mittwoch, den 21. d. Mts., vormittags 3/49 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung der Nollgasse in Gröningen; hier Ausspruch der Enteignung. 2. Die Festsetzung der Dicnstbczst'ge des Bürgermeisters zu Ober-Mörlen. 3. Gesuch bc3 Burgervereins Romrob um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft mit Branntweinausschank. 4. Klage des Forstmeisters Spengler in Bübingen gegen bt'e Landwirtschaftskammer für Hessen wegen Heranziehung zu deren Beitrag en.
* • 3ur Beseitigung vonDoppclbesteuernng^n ist eine Vereinbarung zwischen den Großherzogtümcrn Hessen und Luxen: bürg abgeschlossen worden, die den mit anderen Staaten abgeschlossenen Verträgen entspricht.
• • Ein wertvoller deutscher Schäferhund befindet sich seit einigen Tagen im Hundeasyl als herrenlos. Der Eigentümer kann ihn bei bem Polizeiamt in Empfang nehmen.
"Der Bauersche Gesangverein ist von ber Großh. Kurbirektion Vab-Nauheim für Sonntag, 17. August engagiert. Der Verein singt an biefcm Tage im Nachmittags« sowie Abenbkonzert auf ber bortigen Kutterrasse.
* • Zeugin gesucht. Am 4. Apttl l. IS., nachmittags, würbe am Schiffcnberger Weg ein 31/3 Jahre altes Kind von einem Fuhrwerk überfahren :inb von einer un* bekannten Frau in ein HauS gebracht. Es gelang bis jetzt nicht, die Frau festzustellen, bie als wichtige Zeugin in Betracht kommt. Sie wirb gebeten, sich auf ber Zlriminal- abteilung beS Polizeiamts zu melben.
** Unter ftüßungbeiunvers chulddte r Stellenlosigkeit. Die Gnnpifyrmtg der Stellenlosenversichc' .nmg ist ein Weg der Selbsthilfe der Oraanisatiouen, um ihre Mitglieder bei irnverfchuldcter Stellenlosigkeit tn?r 'bereit tvirffchaftlichen Folgen zu sichern und sie davor zu schützen, aus Not ungenügend bezahlte Stellungen Lützw rtelyuen ober aus Furcht vor Stellenlosigkeit in imgccig-- neteit Stellen zu bleiben. Die verbündeten Kaufmännischen Vereine für weiblick>c ^Angestellte haben darum in ihrer letzten Hauptversammlung die Einführung der Stellen' l vse uv ersicherun g für ihre Mitglieder beschlossen. Sie ist am 1. April in Kraft getreten. Ern besonderer Beitrag wird für sie nicht erhoben, nur vrutz das Mitglied, tvelcheS sie in Anspruch nehmen null, mindestens ein Jahr einem Orts verein angehören intb seinen Vereinsverpflicyvungen pünktlich nachgekommen fern Die Voraussetzungen, ui:ter denen die Stellenlosigkeit als unverschuldet angesehen wird, sind durch das Stellenlosen' verficherungsftatut festgelegt.
Landkreis Gießen.
)( Lich, 12. Mai. Seit einigen Tagen haben wir cndlie das clektti'che Licht. Große Menschenmengen sammelten in bei: ersten Tagen abends auf den Straßen, inn das neue Ow zn bewundern — Eine schöne Sitte hat lief) hier erpalicn. auch nachdem die Konsirmation auf den „wttßen" Sonntag vee legt worden ist, nämlich der Brauch, das Pfingstfest mit Maie zu schmücken. In der Maricnstiststirchc war wieder eine Jinjw Birken aufgestellt, die den weiten Raum schmlickten und n ■ würzigem Geruch erfüllten. — Eine recht rege Tätigten eiMau. die hiesige Jungdeutschlandgruppe. Eine Anzahl Herren W in dankenswerter Weise die Führung auf Wanderungen uno Uriegsspielen übernommen. Fast alle 14 Tage ist die Grutt in Icfetec Zeit ausgerückt. Gestern machte sie trotz des ylcgcniDaa.*-« einen Frühmarsch nach Gießen zum FlugfesL.


