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14.5.1913 Erstes Blatt
 
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Kreisblatt w »e« Kreis Gletzen

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163. Jahrgang

Die heutige Nummer umfatzt 10 Selten,

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Bürgerkrieges^ bildeten an der Denkmals-Tribüne eine Ehrensache.

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Erster Blatt V

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Im Anschluß nn die Enthüllnng des Carl Schurz-Denkmals fand in der Wohnung des Kaiserlichen Generalkonsuls Dr. Fal cke .d-bnkral Park South ein Festmahl statt, an welchem nutzer dem Kaiserlichen Botschafter Grafen v. Bernstorff und den Sperren des Generalkonsulats teilnahmen die Jöerrcn Carl Schurz jun., Hermann Ridder, ferner der Präsident des Schurz-Denkmal--Komi- tces Garrison Villard, der Präsident der Germanistischen Ge- hon Amerika Professor Carpenter, der Sekretär dieser Gesellschaft Professor Tombv jun., der Bankier Edward Adams und die Professoren Goepel und Kiliani vom Kaiser-Jubiläums- komitee.

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Rach dem Enthüllnngsakte setzte sich eine große Parade nr Bewegung, in welcher außer Bundestrnppen und M ilizorgani- laüionen, die gesamte deutsche Vereinswelt New Ports vertreten *v<r. Besondere Begeisterung erweckte der Vorbeimarsch der Veteranen aus dem Bürgerkriege, die mit und unter Schurz ge­lohten haben, ebenso derPatrioten von 1848/49". Als Groß- Mirschall der Parade fungierte Oberstleutnant R. Foster Walton. Bürgermeister Gaynor nahm die Parade ab. Abteilungen der Grand Army of the Republic (des Bundes der Veteranen des

Zum Gerächt»«; von Karl Schurz.

New Port, 10. Mai. In der deutsch-amerikanischen Ge­suchte wird der heutige Tag als einer der denkwürdigsten ein- xüragen werden, war er doch der nationalen Ehrung des Ge- d-ichtnisses des bedeutendsten aller Deutsch-Amerikaner, des Staats- nrannes und .Generals Carl Schurz geweiht. Den Höhepunkt Mer Ehrung bildete die Enthüllung des Carl Schurz er- richteten Denkmals an der Krcuzmrg von Morningside Drive innb 116. Straße.

liberale, 60 F r eikon s erv ativ e, 36 Fortschritt­liche Volkspartei, 15 Polen, 7 Soziald emo- traten und 2 Dänen. Mm Schluß der Legislaturperiode war, wenn man die vier erledigten Mandate den Parteien zuzählt, die sie Zuletzt inne hatten, die Stärke der Frak­tionen folgende: Teutschkonservative 155, Freikonservative 60, Zentrum 103, Polen 14, Nationalliberale 65, Fortschritts. Boltspartet 37, Sozialdemokraten 6, fraktionslos 3.

Da die absolute Mehrheit in dem 443 Mandate zahllen- 5en Abgeordnetenhaus 222 beträgt, fehlen mithin den b eiden konservativen Parteien zusammen nur siebenStimmen zur absoluten Mehrheit. Diese zu erlangen, ist natürlich das Ziel der konservativen Parteien, sie zu verhindern das Bestreben der anderen Parteien, und das erklärt neuerdings sogar die Zen­trum sprosse für erstrebenswert. Im übrigen ist es nicht allzu wahrscheinlich, daß die Wahlen wesentliche Ver­änderungen der Parteiverhä-ltnisse im Abgeordnetenhause mit sich bringen werden, da die Kräfteverteilung durch das Dreillafsensystem zugunsten der Rechten reguliert wird. Es fragt sich auch, ob den Anstrengungen der Parteien diesmal eine regere Beteiligung, gelingen wird, obwohl der Aus­fall der Wa h l en zugleich über das Schicksal der Wahl­reform entscheiden wird, und schon das für jeden preu­ßischen Staatsbürger ein Ansporn sein sollte, am 16. Mai von diesem vornehmsten staatsbürgerlichen Recht, das zu­gleich eine Pflicht darstellt, gewissenhaft Gebrauch zu machen.

Mittwoch, 14. Mai 1913

Bezugspreis: monattich75Pf.,viertel- jährlich Mk. 2.20; diach Abhole- il Zweigstellen

P-m monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2. viertel- jährl. ausschl. Bcstellg, Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur:A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August

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I .Darmstadter Hvftheater. Aus Darmstadt, 13. Mai, imrb uns geschrieben: Als letzter Abend des Hebbel- Zyklus wurde heute Maria Magdalena gegeben. Wir sind diesem bürgcrlickzen Trauerspiel ferner gerückt, weil wir dieses Ucbermatz von Engherzigkeit nicht mehr verstehen können. Und sind es nicht auch gewisse Sentimentalitäten, die uns abstoßen? Die rührselige Grabgeschichte des ersten Aktes und die krasse Salbstcharakterisieinng des Leonhard find nur noch schwer erträglich Sie tragen die Absickt zu'deutlich zur Schau. Wenn die Darstellung nun aber bestrebt ist, die unwirtlichen Stellen des Stückes besonders zu unterstreichen, so verliert man auch die Freude an dem guten Kern dieser Tragödie. Darstellerin der Klara war Frl. Pils Als ich diese Sck'aiispielerin als .Hedda Gabler sah, glaubte ich, daß diese gefühlsleercn Töne Absicht waren; heute aber weiß ich, daß sie überhaupt echte Töne rfidjtt hervorbringen kann. Alles an ihr i|t Pathos, bald laut, bald leise, geredet. Mer immer bleibt. es nur geredet, nichts gefühlt. Frl. Pils scheint in einer Rolle an einem Abend von einerAuffassung" in die andere zu springen, und daher kommt es, daß ihre Spielart eine seltene Haltlosigkeit zeigt. Sie hascht, wo sich immer eine Möglichkeit dazu bietet, nach Effekten gröbster Art. So wurde ilzre Klara ein völlig blutleeres Geschöpf. Herr Baumeister als Meister Anton war bestrebt, dem starrköpfigen Alten lebensechte Züge neben. So ganz am Pathos vorbei kam aber auch er nicht Die beste Leistung bot Herr Wester mann als Leonhard. Er hielt sich völlig frei von aller Bühnensprache, er war Natur gr gab dem Bösewicht Leben. Wie Herr Westermann Monologe sprach, w müssen MonoGge gesprochen werden, wenn sie nun einmal da sind. Vielleicht läßt sich Frl. Pils dies Geheimnis verraten.

Neber das F r ankfu rter H ei ne-Denkm al, für das unter mehreren Entwürfen der von Georg Kolbe gewählt worden ist, werden in der Kunstchronik nähere Angaben gemacht Auf einem glatten vierkantigen Sockel sitzt aufrecht ein nacktes Mädchen hinter dem mit sprungartigem Schritt ein nackter Jüng­ling nach links bin vorbeieilt; er bat die Arme fast wagerecht ausgebreitet und bückt auf das Mädchen herab. Trotz der starken Bewegung des Iünglingskörpers ergibt sich eine ganz einfache reliefartige Ansicht. Ms Ganzes bedeutet die Gruppeeine ebenso geistreiche^ wie lebmdige und einleuchtende Umsetzung von Heines tun,tierischer Art in die Formen der Plastik". In diesem Heine- Denkmal, das der Stadt Frankfurtvon Freunden und Ber- ehrern Heines" gestiftet wird, erhält sie ein svirkliches Kunst- werk; die Stadt hat zur Aufstellung des Denkmals einen Platz in den Friedberger Anlagen zur Verfügung gestellt.

Ausstellung althol tänd i scher kirch- l i ch e r K u n st i n Herzogenbusch wird unter den Iubiläiims- veranstaltungen dieses Jahres eine hervorragende L-tellung ein- nehmen Die Bisclwfe von Haarlem, Deventer, Breda und Her- zoaeiibusep haben firi). wie im Cieerone berichtet wird, bereit erklärt ihre bedeutendsten Kunstgegcnstünüe zu senden, und maii wird hier die großen Schätze der .Archen von Maastricht, Nymwegeu Utrecht, Ziildhorn, der Abtei von Berne vereinigt sehen. Be­sonders wicküig werden die Sammlungen .von Bisckwf^stäben Priestergewandern und Metallarbeiten sein. Die Gemäldeabt.rlung wird Werke eiitl-alten, die vor 1600 entstanden sind, während die Küchengeräte auck> aus späterer Zeit, bis Ende des 48. Jahr­hunderts, ausgestellt werden.

Die Aämpse zwischen Bulgaren und Griechen.

Athen, 12. Mai. (Meldung der Agence d'Athsnes.) Bei dem von Sofia gemeldeten Kampfzwischen Grie­chen und Bulgaren im dtordwesten von Plavi handelt es sich um einen unbedeutenden Zusammenstoß zwischen einer griechischen Patrouille von vier Mann und einem bulgarischen Telephonposten, der sich guf dem von den Griechen besetzten Gebiet befand. Bedeutender ist folgender Zwischenfall: Die Bulgaren waren vor ungefähr einem Monat in das von den Griechen besetzte Gebiet östlich von Saloniki eingerückt. Die griechische Ne­uerung hatte die bulgarische am 17. April verständigt, daß sie die erforderlichen Verteidigungsmaßregeln treffen werde. Bulgarien erklärte darauf, daß Die bulgarischen Truppen­bewegungen eingestellt würden, zog jedoch die Truppen nicht zurück. Als die Bulgaren sahen, daß die griechischen Truppen gemäß der vorher Bulgarien gegebenen Ankündi­gung verstärkt wurden, griffen sie die Griechen a m 8. u n d 0. M a i b e i V u l t s i st a u n d E l e u t h e r i a mit Artillerie an. Der Kampf war ernst und ausschließlich auf die Bulgaren zurückzuführen. Die grie­chische Regierung erklärt, daß allein die Bulgaren dafür verantwortlich seien.

Sofia, 13. Mai. Die Agence Bulgare meldet: Der ununterbrochene V o r rn a r sch d e r g r i e ch i s ch e n T r u p- pen in dem von bulgarischen Truppen besetzten 'Distrikte von Pravista, wo die Bulgaren nur schwache Abteilungen zurückgelassen hatten, verursachte in der letzten Zeit eine Reihe von Zwischenfällen, aus denen hervvrgeht, daß die Bewegung der griechischen Truppen die Besetzung von Pravista,. Leftera und anderen wichtigen strategischen Punkten zum Ziele hatte. Besonders häufig waren diese Zwischenfälle bei der nahe der Eisenbahn gelegenen Brücke von Valtschischta und im Hafen von Leftera, wo die Griechen stets die An greifen den waren. Ein regelrechter Kampf begann, nachdem sie Verstär- lungen erl)alteu hatten. Die Bulgaren erwiderten anfäng- lich nicht das Feuer der grieckstschen Truppen. Die Größe

Die preußischen Landtagswchlen.

Am Freitag, dem 16. Mai, finden die Ur Wahlen, am Dienstag, dem 3. Juni, die W a hlen d e r Ab g e o r d- n et en zum preußischen Ab geordneten h ause stakt, die für ein halbes Jahrzehnt über die Zusammen­setzung der zweiten Kammer entscheiden. Wo infolge der Frist- oder G!ruppenwahl die engeren Wahlen an diesen Tagen nicht durchgeführt werden können, müssen die Wählen der Wahlmänner spätestens am 28. Mai, die der Abgeord­neten spätestens am 9. Juni abgeschlossen werden.

Wahlberechtigt ist jeder selbständige Preuße, welcher das 24. Lebensjahr beendet hat, im Vollbesitz der bürgerlichen Rechte ist und nicht aus öffentlichen Mitteln Armenunter­stützung erhält. Die Wahl ist öffentlich; der Wähler geht an den Wahltisch, nennt seinen Namen und seine Wohnung and sodann die Namen der Urwähler, die er zu Wahl­männern wählen will. Tie vielbefehdete Dr ei klasse n- einteilung geht in der Weise vor sich, daß in jedem ürwahlbezirk die Gesamtsumme der Steuerleistungen fest- zestellt wird, wobei diejenigen, welche keine direkten Steuern zahlen, mit dem fingierten Satz von drei Mark eingestellt iverden. Die ganze ^umme wird durch drei geteilt, das erste Drittel, das also die höchsten Steuerzahler umfaßt, Nldet die erste Klasse, das zweite Drittel die zweite Klasse und das letzte Drittel enthält die misera contribuens Plebs.

Bei den Wahlen von 1908 betrug die Gesamtzahl der Wühler -der ersten Klasse nur 293 402, die der zweiten Klasse 1065 240, während die dritte 6 324 079 Staatsbürger dritter Klasse umfaßte. Freilich bringt es die Drittetung in den Urwahlbezirken mit sich, Haß man in dem einen Bezirk mit demselben Steuerbetrag in der ersten Klasse thront, mit dem man in dem länderen Bezirk zur dritten degradiert wird. Rangiert doch auch der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg nebst etlichen Staatssekretären und Ministern nur in der dritten Klasse.

Das dokumentiert am besten den Widersinn des Drei- klassenshstems mit seiner Bemessung des Wahlrechts nach dem Geldbeutel und nach dem Zufall. In dieser Verkehrheit des Wahlsystems, welches der ganz überwiegenden Mehrheit der Wähler nur einen verschwindend geringen Einfluß ein­räumt, liegt einer der Gründe für die außerordentlich geringe Wahlbeteiligung bei den preußischen Landtags- nmhlen, wozu dann als zweiter, wohl noch wirksamerer ^rund die Oe ff en t licht eit der Abstimmung tritt, Ät-efexn Hindernis für den wahren Ausdruck des Volkswillens bedeutet da die wirtschaftliche Abhängigkeit vieler Wähler Lar Waylbeeinflussung auf der einen «Seite und dem Terro- msmus der Sozialdemokratie Tür ynd Tor öffnet. Nahmen Loch her den letzten Landtagswahlen int Jahre 1908 von -682 721 Urwählern nur 2522656, d. h. 32,84 Prozent an der Wahl teil, während bei den Reichstagswahlen von 191* ein Königreich Preußen von 8 890 427 Wahlberechtigten sieb - 515 273, d. h. 84,5 Prozent, beteiligten. Der höchste Pro­zentsatz der Wahlbeteiligung wurde bei den Konflil'tswahlen hon 1862 mit 34,3 Prozent erreicht. 1908 betrug die Wahl­beteiligung 32,84 Proz. Bei diesen Wahlen entfielen auf die Parteien folgende Stimmen nach ihrer Anzahl ge­ordnet: Sozialdemokraten 598 522, Zentrum 499343, Deutsch-Konservative und Bund der Landwirte 369 399, Iationalliberale 318 589, Fortschritt!. Volkspartei 120593, Freikonservative 63 612, Dänen, Welfen und Lütauer zu- s mimen 135 38/, Antisemiten 8959, unbekannte 'Parteistel- üntg 178554. Ganz anders als dies Stimmverhältnis war natürlich eben infolge der Dreiklasseneinteilung das Ergebnis der Wahlen, denn es wurden gewählt:

Konservative, 104 Zentrum, 65 National-

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; I Das aus der Meisterhand des hervorragenden deutsch ameri- lmiischen Bildhauers Karl Bitters hervorgegangene Denkmal | tourbe durch Schurz' Tochter Agathe enthüllt. Der Enthüllungs- j eK sand in Gegenwart einer riesigen Festmenge und der höchsten didtischen Beamten statt und gestaltete sich äußerst eindrucksvoll.

G- öor und nach der Enthüllung wurde unter der Leitung von : Dr. Felix Jaeger ein stimmungsvolles musikalisches Programm ! absolviert. In dem Augenblick, in dem die Hülle fiel, stimmte em Massenchor deutscher Sänger KreutzersTag des Herrn" an, d'km noch einige weitere Lieder folgten. Bürgermeister Gaynor, 3iw deutsche Botschafter Gras Bernstorfs, Kongreßmitglied ;! Wichard Bartholdt von Missouri, dem Staate, den Schurz während 3jd'kr Bürgerkriegswickren vor dem Abfall von den Nordstaaten b-wahrte, George Me Aneny, Präsident des Stadtteils Manhattan, / fctoic der frühere Botschafter Choate, Präsident des Festausschusses, '' mlten Ansprachen. Choate verlas ein Schreiben des P r ä s i -

b : n t e n Wilson, in dem der Präsident ausführte, eines der fickreulichsten Elemente des amerikanischen Nationallebens sei die - !!t°He, welche die auf der anderen Seite des Ozeans geborenen I Männer in ihm spielten, die Amerika zu ihrem dauernden Heim Mwählten, den wahren Geist der amerikanischen Eiurichtimgen er- msten und sich ganz in den patriotischen Dienst der Förderung Iber Gerechtigkeit und Freiheit stellten. Solch ein Mann sei Shurz gewesen.

Nr. UO

Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerLamilienblätter: zivennal wöchentl.Urcis- blntt für den Kreis Giehen (Dienstag^ind Freitag); zweimal, monatl. Land­wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, »SB2 General-Anzeiger für Oberhessen g« lür die Tagesnummer RotationrdruS und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und 5teindruckerei N. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. bin

bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Ur. 269 Geschäftsstelle Bcchnhosstratze |6a. Anzeigenteil: H. Beck.

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. DerUmsckau" zufolge wird P. Schwidtal aus Posen eine Expedition nach Kairo nnter- nehmen, nm die Praxis der mohammedanischen ^er- Orden zu studieren und dabei u. a. das ekstatisckic Phänomen der Levitation, d. h. des freien Sich-in die.Luft ^stzustellen. Die Expedition wird mit Mitteln durltigeführt, die der amerikanische Milliardär Andrew Carnegie zur Verfugamg gestellt hat.

, , ~ Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen ! 7 a J dicsiahrige 7. Iahresversainmluug der e s e l l

r -d i' L? c,u i s w e r Nervenärzte tvird vom 29. September bis 1. Oktober (mit Empfangsabend am 28. September) in Bres­lau .abgehalten werden.

der Verluste ist nicht festgestellt. Dia bulgarische Re­gierung hat ihren Gesandten in Athen beauftragt, Protest gegen die Haltung der griechischen Truppen zu erheben, eine Untersuchung der Vorfälle, sowie eine Be­strafung der Schuldigen zu fordern und die Ergreifung der notwenoigen Maßnahmen zur Verhütung neuer Zwischen­fälle zu verlangen.

Die bulgarischen GesaMtverluste.

Sofia, 13. Mai. Minifterpräsident G e s ch o w er­klärte in der Sobranje, da die Lage sich nicht geändert habe, bedauere er, die versprochene Erklärung über Pie Politik der Regierung nicht abgeben zu können. Er verlas eine Verfügung, wodurch die Tagung des Parla­ments geschlossen wurde. Nach den amtlichen Feststellungen betragen die Verluste der Bul­garen int Balkankriege 330 Offiziere und 29711 Soldaten an Taten, 950 Offiziere und 52550 Soldaten an Verwundeten. Außerdem w erden 3193 Mann ve rmiß t.

Zur Uebergabe vou Skutari.

Der BerlinerLokalagzeiger" meldet aus San Gio­vanni d i Medua: Tie in o n te n e g rin i s ch e n T ru p- pen ziehen weiter ab und werden sich wahrscheinlich, wie vertraglich vereinbart, auf 10 Kilometer von Sku- tari entfernen. Die Uebergabe dürste ohne Stö­rung erfolgen. Tas internationale 1000 Marrn stänke Lan- dungskorps ist in vier Abteilungen und eine Ehrenwache von 16 Mann jeder Nation mit Flagge eingeteilt. Deutsch­land stellt fünf O s f i z i e r e u n d 95 Mann, die zur Abteilung eins und zwei gehören. Außer der Eh-ren- uxiche finden auf den FlußdampfernSkutari" imbMa­falda" die Befehlshaber der Mächte für Deutschland der Kommandant derBreslau" als Vertreter der inter­nationalen Konferenz Platz. Beide Dampfer sollen von der Bojanamündung um 8 Uhr morgens absahren. Zu­nächst wird die Ehrenwache landen und die Befehlshaber empfangen; dann erfolgt die Ausschiffung der Abteilungen. Nach Uebergabe der Stadt dur'ch die Behörden wird die montenegrinische Polizei durch die gelandeten Truppen ab­gelöst. Jede Nation schützt einen Stadtteil. Deutschland ein Dreieck etwa von der Stadtmitte nach dem Ostwall. Tie Truppen jeder Nation fiihren je ein Maschinengewehr, jeder Mann trägt hl>0 Patronen und üne Tagesration

Die Zählung aus der Insel Rhodos.

Rom, 12. Mai. DieTribuna" meldet aus Rhodos: General Ameglio und die italienischen Ortsbehörden haben heute die Zählung Rhodos beendet. Sie zeigt fol­gendes Ergebnis: Muselmanen 4890, Juden 4290, Griechen 4246, Katholiken 318. Tie Bevölkerung zählt ins­gesamt 13 744. TieTribuna" hebt gegenüber den Be­hauptungen panhellenischer Blätter hervor, daß aus der Zählung unwiderleglich hervorgehe, daß die griechische Br- völterung in sehr starker Minderheit sei.

Ein griechisches Auswanderungsverbot.

Athen, 12. Mai. Die Regierung hat die Seebehörden angewiesen, die Auswanderung von Personen von 16 bis 41 Jahren streng zu verbieten.

Tie Stimmung in Rumänien.

Bukarest, 12. Mai. In der Teputiertenkarnmer er­klärte Ministerpräsident M a j o r e s e u auf eine Interpella­tion des konservativen Abgeordneten Greeianu über die durch die Erklärungen des Führers der konservativen Partei Carp geschaffene Lage, die einzigen tönstitutionellen Fak­toren, die über die Richtungslinie und das Schicksal der Negierung entscheiden könnten, seien der König und das Parlament. Der Versuch einer Aktion, seitens welcher Pel-sönlichkeit er auch immer erfolge, würde, wenn er eine