Ausgabe 
13.6.1913 Zweites Blatt
 
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§3ei bec iAbstiwhulng wird biß D-oa:läge angeitontmen. Tie Stratzenkosten der MLhlstraße.

Wie Beig. Grünervald nuttaff, sind von den SMiegem an der neuen Mühlstraße 43 821 Straßenb aickvsten zu be­zahlen. Sämtliche Besitzer haben gegen die Höhe der Beiträge Einwand erhoben, ha der Turchbruch den Interessen der Mlge- meinfyeit diene Wie der Recmer weiter ausführt, ist die Stadt berechtigt, den Häuserwert in die Str aßent osten einzurechnen. Billigkeitsgründe sprächen aber bafür, den Hausbesitzern entgegen- zukommen. Man solle bei jedem einzelnen Besitzer prüfen, in­wieweit er betroffen werde. Man solle mit den Leuten unterhandeln und das Ergebnis der Versammlung vorlegen.

Der Vorsitzende hält es nicht für opportun, ohne Grund - lage Nochllftsc zu gewähren. Er beantrage, daß, ein Zusatz zn der Ortssatzung gemadrt werde. In besonderen Fällen fönne btc Stadtverordneten-Dersammlung, sobald die Stratzenbausisiten den Betrag von 40 Mk. lden in der Innenstadt durchschnittlich gelten­den Bauplatzpreisen, für den Quadratmeter übersteigen,^ganz oder teilweise ersetzen. Der Ausfall gche zu Lasteii des Stadt- erweiterungsfvnds Wenn man muh diesen Grundsätzen in der Mühlgasse vorgehe, werde ntan den Anliegern 17 928 Mk. er­lassen, 23,01 Prozent der gesamten Kosten.

Stadtv. Dr. Sommer spricht sich für eine generelle Rege­lung aus. ., ,

Stadtv. Schasfstädt ist für vollständige Austcheidung des Geländewertes bei Bercckmung der Straßenbaukostcn.

Stadtv. Petri betont, mit dem reinen Rechtsstandpunkt habe es von jeher Härten gegeben. In anbereit Fällen sei man davon abgelommeii, das solle man auch hier tun. Die Mühlstratze liege mehr int Interesse der Allgemeinheit, als in dem der Anlieger.

Stadtv. Simon ist von dem' Lndergebnis der 23 Prozent sehr enttäuscht. Tie Kosten für den laufenden Meter betrügen immer nord 309 Mk., was unter allen Umständen zu hoch sei. 100 Mk. Beitrag für den lausenden Meter sei gerade genug.

Stadtv. Friedberger ist der Ansicht, ntan habe die Mühl- straße gebaut, um eine neue Verkehrsstraße zu schaffen. Er halte es deshalb für nicht zu viel, wenn 50 Prozent nachgelassen würden.

Stadtv. H u h n freut sich, daß der Prozehweg vermieden werden solle. Für die Bewohner der Mühlstraße enthalte auch der Vorschlag des Oberbürgermeisters noch Härten. 40 Mk. für den Meter halte er viel zu hoch. Er halte 20 Mark für aus­reichend.

Der Vorsitzende betont, es sei ausgeschlossen, unter 40 Mk. zurüchzugetzeii.

Stadtv. Schaffstädt beantragt Zurückverweisung mit der Maßgabe, daß 50 Prozent ermäßigt würden. Nicht der Nechts- sondern der Billigkeitsstandpunkt solle,maßgebend sein, im Sinne, wie das Darmstädter Statut vorschreibe.

Stadtv. Dr. Ebel führt einen Fall von den länger ste- henden Häuserii in der Mühlstraße an, in dem der Besitzer dreimal so viel Straßenbeitrag bezahlen mußte, als man ihm ursprünglich als voraussichtlichen Beitrag mitteilte.

Nach kurzer weiterer Besprechung wird die Sache an den Rechtsausschuß und die Baiideputation verwiesen.

Straßenbahn nach Wieseck und Krofdorf.

Der Vorsitzende hält es nidxt für richtig, ohne gesetzliche Grundlage Nachlässe zu gewähren. Er beantrage, daß ein Zusatz zu Wieseck. Die Bahn soll der Wiesecker Straße, bet Gießener Straße und der Kirchstraße bis nach dem Ortsausgang zugeführt werden. Der Wunsch der Wiesecker Gemeindeverwaltung, die Bahn durch die Schulstraße und die Rabcnauer Straße zu führen, sei wegen der scharfen Kurven technisch unmöglich. Stadtv. Winit bestätigt letzteres.

Dte Stadtv. Schaffstädt und Dr. Sommer sind für möglichste Beschleunigung.

Der Antrag, den Plan zu genehmigen unter der Bedingung, daß Wieseck den Grund und Boden zur Ermöglichung der Durchführung nach A l t e n - B u s e ck zur Ver­fügung stellt, wird angenommen.

Die Bahn nach Krofdorf soll durch die Neustadt fmit Fahrmöglichkeit zum Markt und zum Bahnhof), das Viadukt und die Rodheimer Straße gehen. Kurz vor der Stadtallee geht die Bahn auf eigenen. Bahnkörper über, geht längs der Allee zu Bichlers Hardt und dann auf Bichlerschein Gelände und mir preußischem Gebiet auf dem von der Gemeinde Krofdorf zur Verfügung gestellten Gelände bis zum Viadukt, auf dem die Bahn die Krofdorfer Straße fchneidet. Die Bahn geht weiter durch die Gießener und .Kinzenbacher Straße, so daß evtl, ihre Weiterführung nach Nodbeim möglich ist. Auf der Lahnbrücke fallen die Steingeläuder fort, so daß die Fußgängerwege nicht schmäler werden als seither. Die Biebertalbahn rückt möglichst auf die Seite, daneben kommt die Straßenbahn und die verbleibende Fahrbahn bleibt für den Fuhrwerksverkehr breit genug. Herr Bichler stellt das Gelände kostenfrei für die Bahn zur Verfügung.

Stadtv. Heichelheim ist der Ansicht, daß man sich sichern solle bei der Geländebestellung, lieber solle man das Geläicke ankaufen. Der Vorsitzende erwidert, daß man durch eincit entsprechenden Eintrag ins Grundbuch dasselbe erreichen werde.

Stadtv. Winn spricht sich für die Linienführung auf der Kreisstraße aus, die näher und billiger fei.

Oberbürgermeister Mecum führt aus, daß die Bahn auf der Landstraße billiger werde, stimme nicht; man müsse auf der Straße teuere Schienen verwenden und habe die Wieder­herstellung der Straße zu tragen. Auch habe man die Führung über die Hardt gewählt, um der Bahn Verkehr zuzuführen. Außer­dem habe die Versammlung die Führung an Bichlers Hardt vorbei bereits früher beschlossen.

Stadtv. 2 über ist für die Führung auf der Landstraße.

Dm Vertrag mit der gemeinnützigen Baugenosienschast will die Genossenschaft neuerdings wiederum abgeändert haben. Nachdem,die Stadtverordneten-Versammlung die Uebernahme der Bürgschaft für die zweiten Hypotheken abgelehnt baße, sei die Lei­tung der Baugeno-ssenschaft an die Stadt herangetreten, sie wolle das vorgesehene Baugelände nach und nach erwerben, zunächst etwa für 15 Bauplätze, das übrige Gelände wolle sie in Pacht nehmen und das Vorkaufsrecht zu den jetzt festgesetzten Preisen haben. Die Oberbürgermeister Mecum bemerkt, wolle die Ge­nossenschaft die besten Bauplätze jetzt haben. Die großen Auf­wendungen für Kanäle usw. blieben, ohne daß die Stadt den Preis für das Gelände ganz bekomme. Die Baudeputation sei deshalb für Ablehnung dieses Verlangens.

Stadtv. Dr. Sommer ist für möglichstes Entgegenkommen, man könne vielleicht der Genossenschaft die Verpflichtung aus- erlegen, das Gelände innerhalb 610 Jahren zu bebauen.

Der Vorsitzende erklärt, man müsse noch viel Geld aus das Kaufgeld legen, wenn man die nötigen Einrichtungen mache. Ein Schmutzwasferkanal koste 40 000 Mark, die Straßenherstel- lungen 25 000 Mark, die Wasserleitung 5100 Mark, die Gas­leitung 9400 Mark und für andere durch die Anlage entstehende Einrichtungen nod) verschiedene Summen, so daß im ganzen 115 000 Mark Ausgaben entstehen.

Stadtv. Löber führt aus, immer wenn man mit der Ge­nossenschaft am Ziel zu sein glaube, gebe es einen neuen Zwischen­fall. @5 sei Pflicht der Stadtverordneten, jetzt auch einmal an die Interessen der Allgemeinheit zu denken.

Stadtv. Petri schlägt Dor, nochmals mündlich mit der Genossenschaft zu verbandeln.

Stadtv. Winn ist ebenfalls der Ansicht, daß der Vorschlag der Genoß enschaft nicht durchführbar sei, da zunächst das beste Gelände bebaut werden solle. Er beantrage, der (Genossenschaft das ganze Gelände zu verkaufen. Die Hälfte des Kaufgeldes solle onge- -atzlt und das übrige mit 2 °/o verzinst werden Er habe mit dem Vorstand der Genossenschaft verhandelt und diese sei damit ein­verstanden.

Stadtv. Heichelheim schließt sich diesem Vorschlag an.

Stadtv. Schaffstädt ist der Ansicht, daß die Genossen schast mit 8800 Mark Vermögen solche Pläne nich: aussühren könne.

Die Stadtv. .Dr. Ebel und Vetters sprechen für den An­trag Winn,

Auf Antrag der Stabiv. S-chaffstädck und Heich-elheint wird die Sache an ben Bäu- und den .Finanzausschuß zurück- verwiesen. $

Verschiedenes.

Für den Geländeerwerb zum Ausbau der Straße zwischen Leihgestern er Weg und Hohl ist Gelände von ben Herren Wasserschleben unb Plank Erben erforderlich. Herr Wasserschleben ist bereit, das erforderliche GelÄidc zu einem angenteffenen Preis abjutreten, knüpft aber die Bedingung daran, daß nichts an feinem Grundstück geändert werden dürfe. Auch Herr Plank ist zur Abtretung des Geländes bereit, er bedarf aber der Zustimmung einer in Amerika wohnenden Verwandten. Bis jetzt f)at diese den Verkauf abgelehnt, doch will Herr P. es noch einmal versuchen, sie umzustimmen. Die Versammlung beschließt auf Vorschlag der Baudeputation, bei W. bic_ Enteignung zu beantragen, ebenso wegen des anderen Grundstücks, Ivenn die mitbeteiligte Besitzerin ihre Zustimmung verweigert.

Dem Erwerb von Straßcnland aus dem Grund stück des Gärtners Bernhard an der Frankfurter Straße wird zugestimmt.

Der Waldwirt schaftsplan wird genehmigt.

Die Kosten des Flugfestes für die Stadt, die 2500 Mark Garantie geleistet hat. betragen außerdem noch gegen 300 Mark für den gestifteten Ehrenpreis und 751 Mark für das von der Stadt gegebene Frühstück.

Die Ferien der Stadtverordnetenversammlung beginnen am 1. August und dauern bis 17. September.

Als dringliche Angelegenheit wird noch die Anschaffung eines Umformers für das Elektrizitätswerk beschlossen, durch den für die Straßenbahn und für , Beleuchtungszwecke Strom erzeugt iverden kann. Bei Hochivasser kann nämlich die Ma­schine, die mit Wasserkraft versehen ist, nicht arbeiten und die beiden anderen Maschinen sind bei starkem Verkehr an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, so daß nichts passieren darf, ivenn es zu keiner Stockung kommen soll. Die Vorlage wird genehmigt.

Spovt.

v. Frankfurter Regatta des Süddeutschen R il d e r v e r b a n d e s. Zur 22. Regatta dieses Bei bandes, die der Frankfurter Regatta-Ausschuß Sonntag, 29. Juni, nachmittags 2*/, Uhr, auf der lemqjä'hriqen Regattastrecke Schleuse-Ober- und Untermoinbrürfe abhält, sind 14 Rennen ausgeschrieben worden: 1. Junior-Eiiier, Gcrst-Dierer, Anfänger-Vierer; 2. Senior-Vierer, Ilmior-Vierer, Vierer ohue Steuermann (Heraussorderuuqspreis, zweimal in oder dreimal ohne Reihenfolge zu gewinnen); 3. Seuior- Vierer, Junior-Achter, 1. Senior-Vierer, Senior-Einer (Meister­schaft des S. R.-V., Wanderpreis), Erniunteruiigs-Vierer, 2. Achter, Trost-Vierer und 1. Siebter (Verbands-Wanderoreis). Meldeschluß Samstag, 14. Juni, abends 9 Uhr; Nenuungsschluß und Stait- vcrlosuug Sanistag, 21. Juni, abends 9 Uhr, RestaurationAlt­deutsche Bierstube". Garkiicheuolatz 11. Meldungen mit Einsatz sind on Herrn R. Peterrems, Frankfurt a. M.-Süd, Schiffersir. 42, zu richten.

wandern vnd Reisen, Bäder und Sommerfrischen.

w. Bad-Nau hei nt. Unter den Naturfchönheiteu des Bades verdient der itordtvestliche Teil des Parkes, dieNeu-Anlciqen" das ganz besondere Interesse der Tachleute und Liebhaber. Wer das Herzbad, welches die roinantiiebc Schönheit des Taunus mit der idyllischen der Wetterau vereinigt, ttitr vorübergehend besucht, sollte nicht versäumen, den Park auch in seinen fernsten, höher ge­legenen Teilen zu besuchen. Der Ausflug wird sich reichlich lohnen. Bis hinab in§ Tal schickt der Touuusmold dort seine Vorposten. Flache Mulden, tief einqeidntiltene Schluchten verleihen dem Land- sckmtsbild reizvoste Wechsel, Hebernd blinkt durch Wald und Wiese dort oben das Auge der Londichoft, das Wasser des großen Teiches. Mit dem Ansichivunq des Bades entstand auch die Aus­gabe, das Kurterrain zu erweitern. Der herrliche alte Park, eine Schöpfung Siesmayers, wurde durch waldartige Parkanlagen mit demFrauenwalde" verbunden, um fdiottigc Promenaden, aus­sichtsreiche Ruhevunkte und eine weite Rundfahrt zu schassen. Bor Jahren lag bet Frauenwald völlig abgesondert vom ölten Park, nur durch Jelbmege zugänglich tmb beit Kurgästen unerreichbar. Durch Ankauf sickerte fid) die Verwaltung bas Gelänbe für bie Nen-Anlagen. Ein Kcirtoffelstück nach dem anderen wurde aus- gerorftet und sckcttlige Verbindungswege gcfdioffen. UebcraK heben sich jetzt Woldinfeln mit frischen Wiesen von der Talsohle bis auf bie Höhe aus bem früheren Kulturland hervor. Die Gruppiertmq des Bannt» unb Strauchmaterials, bie Art, wie Laub- unb StobcU Holzer burch Horst- unb Grupvenpflonzungen zu einem natürlichen Ganzen komponiert sind, inodit diesen Waldpark zu einer Duelle des Genusses und zu einem interessante» Studienobjekt für Wold- freunde. Eine stark befahrene Nunbsabrt durch sämtliche Anlagen, den Frauenwald tmb Hockwalb, gestattet es, auch vom Wogen aus alle Schönheiten feiineit z« lernen. Wer es ermöglichen kann, möge sie niemals versäumen; er wirb reichlich enischäbigt werden. Eine weitere neue Natursehenswürdigkeit ist int letzten Jahre ge­schaffen tvorben, welche bie Anerkennung aller Naturfreunde erregt. Es ist bies bie neue breite Promenade, welche von der Terrasse zum Teichhous führt. Eine Erdbewegung von mehr als 10 000 Kubikmetern war erforderlich, um anstelle des alten Salinen, grabens diese herrliche Verkchrsverbinbimg von alpinem Ehorakter am unteren Abhang des oberen Parkes heroorznzanbern. Ihr Eharakter erinnert on einen anderen Teil der Neuaitlogen, an den D o u n e r s g r a b e n , den man nicht versäume, ctufzusucheu. Wer diese alte, tief einschneidende Waldschlucht noch in früheren Jahren kannte, wenn zur Zeit der Schneesckmelze die Wassermasseu ivildbach- ortig abslürzten, der wirb erstaunt sein über sein jetziges Aussehen. Es ist ein herrliches Fleckchen Erde, Wildromantisches und Jdylljsckes in sich vereinend, Schattenkühle unb vornehme Ruhe bietenb. Die Wassermcisse, welche früher mtbarmherziq alles sorlsprubelte, gleitet jetzt ruhig zu Tal. Durch die Schlucht führen bequeme Treppen­wege, eine Schuhhütte in Pilzform und eine Anzahl von Natur­bänken unter hockwivfeliqeil Ei dien und breittronigen Eichen laben zur Ruhe ein unb machen biese'Tonnersfchlucht" zu einem Erholungs­aufenthalt, der von den Kurgästen gebührend geschätzt und fleißig benutzt wirb. Den Neu-Anlagen unb bem Frauen iveitt berge gegenüber, auf bet anderen Seite der Stadt, ist im vorigen Fohre mit der Aufforstung des zwischen bem Usafluß und ber Wetter liegenben Höhenrückens begonnen tvorben. Das bort dein FisknS gehörige Gelände saßt 6,44 Hektar, bie nod) in diesem Jahre an- geschont werben sollen. Tie Stabt Bad-Nauheim wird danach mitten zwischen den sie östlid; unb nordwestlich umschließenden Walbbergeit gebettet liegen und ein noch sd)öueres Stadtbild geben als bisher. Auch iverden die neuen Walbanlagen die würzige Tauniislust nod) ozonreicher machen tmb bas Kurgelönbe um ein ganz Erhebliches vergrößern. Im Zusammenhang mit bem alten Park verfügt dos Bob fobann über mehr als 400 Morgen Park unb 15,36 Hektar Walbgelände, bas, bem Park fid) unmittelbar onschließenb, von ben Kurgästen leicht erreicht werben kann. Kein anderes Bab wirb bann in biefer Beziehung seinen Kurgästen meljr bieten können als Bab-Nauheim.

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Gießener Strafkammer.

cm , Gießen, 10. Juni.

Wegen V t e h > e u ch e n ve r g ehe ns toerben der ^ichrmann K. G. in Groß-Felda, uird der .Knecht H F in Zellbach zu etner Geld,träfe von je 15 Mk. oder zu tc 3 Tage Gefängnis verurteilt. H

Rückfal lsdi eb stahl.

. 2ch. von Reiskirckien hat tm Npvencher

o. tu ^nedberg in einem offenen Laden ein Paar Schuhe

gestohlen. Ms rückfälliger Dieb wird er mit 4 Monaten -Ge­fängnis bestraft, wobei ihm zugute gehalten wird, daß er in benj letzten 9 Jahren keinen Diebst-ahl begangen hatte.

Diebstahl mittels Ein schleiche ns.

Ter Viehwärter G. G. von Mittendorf hatte sich im März, l. I. in denAbendsttmden in das Hotel Trapp in Friedberg, wo er früher einmal als Hausburschc beschäftigt war, eingeschlichen^ und dem Hausburschcn P. B. aus beffen Kammer einen Anzug unb, als B. zurückgekehrt Ivar und sich schlafen gelegt hatte, das> Portemonnaie mit 85 Mark gestohlen. Straft: 8 Monate Ge­fängnis. >Ein Monat Untersuchungshaft wurde angerechnet.

Berufungsverwerfung.

Der Gastwirt F. R. in Schlitz verfolgt Berufung gegen ein Urteil des SclzöffengerichtS, das ihn mit einer Woche Gefängnis bestraft hatte, weil er feiner -Ehefrau ein Stück Holz an Den Kopf geworfen hatte. Er will damit eine Umwandlung der Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe erreichen. Tie Strafkammer cradztctc ober seine Berufung als unbegründet und wies sie kostenfällig zurück.

Streit zweier Konkurrenten.

Ter Zahnarzt L. E. in Friedberg hatte im Oktober _v. I. den Zahnarzt S. S. daselbst beim Verlassen des Bahnhofs an­geblich wegen einer borausgegangenen Tätlichkeit überfallen, auf ihn eingescklagen und nad. ihm getreten. Tas Schöffengericht hatte eine Gefäntznisstrafe von 1 Woche gegen 5. ausgesprock-en. Die Strafkammer hielt eine Geldstrafe von 70 Mark, falls un­einbringlich 1 Woche Gefängnis, für ausreichend und gab in­sofern der Berufung des 'Angeklagten statt, der lediglich Umwand­lung der Strafe in eine Geldstrafe erstrebte.

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GerichLssaa!«

rb. Darmstadt, 11. Juni. Im Kelsterbacher Dieb­stahl- und Hehlerprozeß wurden in der heutigen Ver­handlung Mnachst die Angeklagten Metzgermeister Phil. Hai­fa ck unb Bäckermeister Pons eingehend unter Verbindung mit den einschlägigen Zeugenaussagen vernommen. Beide Angeklagte bestreiten nach wie vor jede .Hehlerei und geben nur zu, in einigen wenigen Fällen Haisack Häute, Pons Weizen von Manz getauft zu haben, dock) sei dies ihrerseits int besten Glauben und ßu einem rechtmäßigen Preise geschehen. Haisack bestreitet aud) weiter die Beschuldigung, daß er der .Hehlerei des Manz durck) Vermit­telung des Slbsatzcs von Fellen und Häuten für auswärtige Ge­schäfte Vorschub geleistet l>abe. Aud) die Beziehungen des Manz zu dem flüchtig gegangenen Adler habe er nicht in Hehler!sd-er Absicht vermittelt, sondern nur gelegentlich manchmal auf seinem Wagen aus Gefälligkeit Waren an Adler mitgenommen. Zeuge GendarmericwcEmeistcr Barth in Jugenheim war früher iit Kelsterbach, unb bekundet, daß er vor Entdeckung der jetzigen Dieb­stähle auf demTrusus" von Schiffsdiebstählen ober Hehlereien: des Manz nichts gebärt habe. Nach Entdeckung der Diebstähle wurd« ihm von einem Schwager Haisacks erzählt, daß auf dessen Veranlassung von einer auswärtigen Firma 500 Felle im Auto­mobil von Manz abgeholt worden seien. Sowohl H a i s a ck, wie dessen Schwager, Bauunternehmer H e l d m a n n, bestreiten entschieden die Richittgkeit dieser Darstellung. Es sci das ledig­lich ein Wirtshcms-geschovätz gewesen. Die weiteren Zcugcnaus-. sagen sind unwesentlickrer Natur.

VevmncbLes.

* Wieder d i e Wahl weiber. TerStandard" bringt eben eine sensaticmelle Meldung in Verbindung mit dem vor einigen Tagen so plötzlich verschiedenen Sir Henry Eurtts Ben-' nett. Zivci Suffragetten sollen vor nicht langer Zeit den Ver­sack) gemacht haben, ihn von den steilen Klippen bei SDlargate in die Tiefe zu stoßen. Ans begreiflichen >5>ründcn sah der Be­amte während seines Lebens von einer Veröffentlichung des Ver­brechens ab. Die Geschsdite erscheint jedod> jetzt gut beglaubigt mit allen Ernzelheiten in der erwähnten Zeitung. Sie ereignete sich letzten Sommer, nachdem Sir Henry eine Reil)« von UrteiZm gegen Stimmrechtlerinnen wegen Frnstereinscklagens gefällt hatte. ,^Ich machte einen Spaziergang an der North-Down-Kiilü", erzählte der VerstlTrbenc,als plötzlich eine Frau von einem steilen Mhang auf mich sprang und, indem sie mein Seift erfaßte, mich rückwärts hinabstteß. Erne zweite ergriff mich bei den Schultern und versuchte ebenfalls mich hirrunterzustoßen. Glück- lichcnveisc kam ick im Fallen auf mein Okftrfrt zu liegen ünd war imstande, mid) nach einigen Metern am Gestein zu hallen der Absturz an dieser Stelle ist ungefähr hundert Fuß. Als ick wieder hinaufgcklettert war, waren die Frauen vcrsd)wundeu. Äs war eine schreckliche Erfahrung, die id) da machte, und idi habe seitdem Geheimpolizei in meiner Nähe behalten." Ties ist das erstemal, daß die Suffragetten, nad) einem beglaubigten! Bericht, nicht vor Mord zurückschreckten, andererseits dürfte das Bclanntwerden dieses Vorfalls die Erbitterung des Volkes aufs hödyste steigern und es den Behörden sehr schivcr mock>en, den Provaganda macheicken Frauen Schutz vor tätlidjen Angriffen zu gewähren.

Märkte.

le. Wiesbaden, 12. Juni. Heu- unb Strohmarkt. A«gefahren waren 20 Wagen mit Heu unb Stroh. Mon notierte: Heu, altes. 6.807/0 Mk., neues 5,60-0,00 Mk., Stroh (Nichtstroh) 3,604,00 Mk., Krummstroli 0,00 -0,00 S'if. F r u d) t m a r kt. Hofer 00,0000,00 Mk. Alles für 100 Kilo.

Mrchlrche Nachrrchten.

Israelitische Religionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag, ben 14. Juni 1913:

Vorab end: 7.15 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr:

Nachmittags: 4.00 Uhr. Lchrifterklärung.

Sabbatausgong: 9.35 Uhr.

Sonntag, ben 15. Juni 1913, vormittags 9^/, Uhrr Festgottcsdieust

zum Regierungsjubiläum $r. Majestät des Deutschen Kaifers.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbat feier am 14. Juni 1913:

Freitag abenb 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Samstag nachmittag 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 9.35 Uhr.

Wochengottesbienst: Morgens 6.00, cckenbs 7.30 Uhr.

Sonntag, ben 15. Juni 1913, morgens 9 Uhr: Fcstgottcsdicnst anläßlich des 25jährigcn SiegieruugS« jubilänms Sr. Majestät des Deutschen Kaisers.

TicKvlomalwarenwoche" Berlin sckweibt in ihrem Bericht über die Berliner Ausstellung u. a.: Im ganzen Reid-e mad)t sich das Bedürfnis nad) hygienisd)en Nährmitteln in fteigenber Weise bemerkbar zum Besten der Volksgesundheit. Auch der Kauf­mann muß trachten, den gestellten Ansprüd-en gerecht zu werden und solche Präparate cinzuftihren, die hohen gesundheitlichen Wert besitzen. Ten größten Anforderungen in dieser Beziehung ent­sprechen die Ouieta-Präparate, denn sie enthalten die wichtigsten Nährsalze, Kalk, Phosphor unb Eisen, die zur täglichen Blut- erncuerung unbedingt erforderlick) sind. Tie große Beliebtheit der Ouieta-Präparate erklärt sich daraus, daß diese uriebtigen Nährsalze im Quieta-Kaffeeersatz, Quieta-Krafttrunk, Quieta-Nähr- salztce und Ouieta-Nährsalzschökolade in wvhlsckMeckender Form täglich genvssm werden können. Auf diese Weise iverden bem Körper täglich die ihm nötigen Mineralstofse zugcfühtt, die ihm in der täglichen Nahrung sonst meist nidjt in genügender Menge geboten werden. Ta sich mit diesen Vorzügen ein billiger Preis verbindet, werden die Quieta-Präparate überall zu täglich geym* ,1 den Konsumarttkeln. \uV3k

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