Ausgabe 
12.2.1913 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

M. 36

165. Zahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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Zu dem Anträge. sprechen noch die Abg. Wolf- Stadecken und Iou f. (wild). Ter Ausschußantrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Der Antrag Ulrich ist dem­nach aügelehnt.

Schluß der Sitzung 1.15 Uhr. Fortsetzung morgen 9 Uhr.

Mittwoch. 12. Zebruar 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersiläls Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

DieGiehener Zamilienblötter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisfclatt für den Kreis Gießen" zweiinal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Prinz Heinrich-Zlug 1913.

Die offizielle Ausschreibung.

Die Süüwcstgruppe des deutsch Luftfahrer-Verbandes gibt die offizielle Ausschreibung für den im Mai stattfindenden ersten Prinz-Heinrich-Flug" (3. Zuverlässigkeitsflug am Oberrhern) be­kannt. Der Wettbewerb ist national und bestehl aus einer Vor­prüfung, drei Dagesflügen (Zuverlässigkeits-Etappen), bei denen die Gesamtflugdauer bewertet wird, und einer zweitägigen Auf- Uärungsübung. .

Beginn des Fluges ist am' Pfingst-Sonntag (11. Mm) tn Wiesbaden. Am Tage vorher findet eine Vorprüfung der mcht der Heeresverwaltung gehörigen Apparate statt. Tie erfte Tages­etappe führt von Wiesbaden nach Kassel (ca. 165 Kmtr.) mit einer Zwsichenlandung in Gießen (65 Kmtr.). Am 12. Mar wird der Flug nach Koblenz fortgesetzt (ca 170 Kmtr.). Der nächste Tag ist ein Ruhetag. Am 14. Mai wird die ca. 200 .Kmtr lange Strecke KoblenzKarlsruhe durchflogen. Durch nachträgliche Be­stimmung kann die Durchfliegung gewisser Kontrollstellen, deren eine. Neustadt a. H. werden soll, angeordnet und die Etappe dadurch auf 300 Kmtr. verlängert toerden. Ter 15. Mai ist Ruhetag Ain 16. Mai findet zwischen Karlsruhe und Stuttgart eine Aufklärungsübung statt, nach deren Beendigung in Straß­burg gelandet wird. Am 17. Mai wird der Prinz-Heinrich-Flug, durch eine weitere Aufllärungsübung zwischen Straßburg und' Freiburg in südlicher Richtung beendet. Ort der ^chlutzlandung ist Straßburg. Verschiebungen dieses Programms behält sich die Oberleitung vor.

Ter Wettbewerb ist offen für: 1. Deutsche Offiziere auf Flugzeugen einer deutschen Heeresverwaltung oder der Marine­verwaltung: 2. Flugzeugführer deutscher Reichsangehörigkeit, die aktive Offiziere oder Offiziere des Beurlaubtenstandes sind oder einem Verein der Südwcstgruppe des Deutschen Lufffahrer-Ver- bandes angehören und vonr Vorstand dieses Vereins vorgeschlagen werden. Als Wettbewerber gilt bei dieser Kategorie der Besitzer des Flugzeuges. Alle teilnehmenden Flieger müssen einen un­unterbrochenen Flug von einer Stunde Tauer und mindestens zehn Flüge Mit Passagier misgeführt habeii, wobei sie wenigstens einmal die Höhe von 800 Meter erreicht habeii müssen: ferner müssen sie Hebung im Gleitflug besitzen. Die Mitnahme eines' Passagiers, der- aktiver Offizier, in Uniform« verabsckfiedeter Offi­zier oder Offizier des Beurlaubtenstandes sein muß, ist vorgeschrie­ben Der Passagier kann von Etappe zu Etappe wechseln. Be- ivertet wird bei den drei Zuverlässigkeitsetappen die Leistung nach der Gcsamtslugdauer. Diese setzt sich zusammen aus der reinen Flugzeit und aus der für Notlandungen gebrauchten Zeit, unter Hinzurechnung der zur Beseitigung solcher Scheiden gebrauchten Zeit, die beim Landen in Gießen oder aus einem Etappenort ent­standen sind. Bei der Berechnung der reinen Flugzeit und bei der Belastung erhalten die schwächeren Motorc eine Vorgabe. Startet der Führer an dem vor geschriebenen Tage nicht, sondern erst am nächsten Tage, so wird die Flugzeit für diese Etappe mit 50 v. H. Aufschlag in die Bewertung gezogen. Legt^r die Etappe auch an diesem Tage nicht 'zurück, so hat er auf einen Zuverlasfig- kcitspreis keinen Anspruch mehr.

Bei den Aufklärungsübungen stellt der Chef des General­stabes der Armee die Aufgaben. Tie Bewertung geschieht ledig­lich nach militärischen Rücksichten. Tic teilnehmenden Flugzeuge müssen in Deutschland hergestellt sein, doch find Motoren beliebiger Herkunst zugelassen. Tie Zuvcrläfsigkeitsetappcn und die beiden Aufklärungsübungen müssen mit demselben Flugzeug zurückgelegt werden. Sämtliche Reparaturen sind erlaubt, ausgenommen das Auswechseln des Motors, des Flugzeugkörpcrs, der Tragdecke oder der Flügel. Weiterhin müssen die Bewerber um den Ehrenpreis des Kaisers die Zuverlässigkeitsetappen und die Aufklärungs- übungen auf ein und demselben Flugzeug zurückgelegt haben. Tie nicht der Heeresverwaltung gehörigen, für die Zuverlässigkelts-, etappen genannten Flugzeuge müssen in einer Vorprüfung den Beweis erbnngen, daß sie die von der Heeresverwaltung georderten Eigenschaften besitzen.

Die Preise sind Ehrenpreise, sie zerfallen in: 1. Ehrenpreis des Kaisers für den Wettbewerber, der bei den Zuverlässigkeits- etäpren die geringste Gcsamtslugdauer erzielte und die Aufklärungs­übungen mit Erfolg erledigte. 2. Ehrenpreis des Prinzen Hein­rich von PreußeiiPrinz-Heinrich-Preis der Lüfte" für die beste Leistung bei der Aufklärungsübung. 3. Weitere Zuverlässigkeits- Preise 4 Aufklärungspreise. Beim Zuverlässigkcitswettbewerb steht für ieden Flugzeugführer, der die drei Zuverlässigkeitsetappen zurückgelegt hat, ein Preis zur.Verfügung. Auch die übrigen Wettbewerber und alle Passagiere erhalten Erinnerungsgaben. Beim Aufklärungswettbewcrb steht für je zwei Flugzeugführer ein Ehrenpreis zur Verfügung. Tic beobachtenden Passagiere er­halten gleichwertige Preise wie die Führer. Die Wettbewerber, die nicht aktive Offiziere sind, erhalten Geldentschädigungen, die gezahlt werden, wenn ihre Flugzeuge die betreffenden Tagesctappcn an den dafür bcsttmmten oder am darauffolgenden Aage erledigt haben. __

hessische Zweite Kammer.

45. Sitzung.

bs. Darmstadt, 11. Februar.

Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 10.20 Uhr. Er heißt die Erschienenen willkommen. Am letzten Samstag, so fährt der Präsident fort, verstarb der Gcheimerat Haas. Mit ihm ist eine hervorragende markante Persönlichkeit dahingegangen, die weit über die Grenzen des Vaterlandes hinaus geehrt und geachtet war. Was -er auf dem Gebiete der Organisation der Landwirtschaft seines Vaterlandes und des Deutschen Reiches geleistet hat, wird stets unvergessen bleiben, lieber ein Menschen alter war er Mitglied der 2. Kammer. Zahlreich waren die An­regungen, die er in diesem Hause gegeben hat. Tie Kammer hat ihm die hohe Ehre erwiesen, ihn fast 15 Jahre auf dem Präsidcntenstuhl zu sehen. Viele, die auch heute hier sitzen, haben mit dem Verewigten zusammengearbeitet. Sic alle, meine Herren, die Sie den Verstorbenen näher gekannt haben, wissen und fühlen, was wir in ihm verloren haben. Der Name des Gcheimerat Haas wird im politischen Leben unseres Hessen landcs unvergessen bleiben.

Die Abgeordneten haben sich während der Rede von ihren Sitzen erhoben. Der Präsident stellt dies fest und dankt.

Punkt 1 der Tagesordnung, Summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Großh. Landes- k r e d i t k a s s c in den Finanzperiodcn 1908 und 1909 wird ohne Aussprache erledigt.

Zu Punkt 2, Anfrage des Abg. Wolf-Stadecken, Geschäftsführung her hessischen Landwirtschafts­kammer bctr., verliest

Minister v. Hombergk eine ausführliche Negierungs­antwort. Darin heißt cs, daß die Verteilung der Mittel durch die Kammer selbst geschieht. Sie geschieht nach den Anforderungen der Provinzialausschüsse. Der Minister gibt dann eine lange Zahlenreihe.

Abg. Wolf- Stadecken (Bbd.) führt an, daß er die An­frage nur gestellt habe, um der Legende cntgegenzutreten, daß Rheinhessen zugunsten Ob er Hessens hcraugc- zog en werde. Er wendet sich dann gegen die Fortschrittliche Volkspartci und ihre Flugblätter in dieser Angelegenheit.

Abg. R c h (frs. Bp.) beantragt Vertagung der Besprechung nach DrucAegung. Das .Haus beschließt demgemäß.

Punkt 3 betrifft die dringliche Anfrage der Abgg. Brauer und Gen. über N o t a r i a t s g e b ü h r e n.

Staatsminister v. Ewald verliest eine Regierungserklärung, in der er das Ergebnis der Erhebungen mitteilt.

Die Besprechung wird nach Drucklegung vertagt.

Punkt 4, dringliche Anfrage der Abgg. Brauer und Gen., Beurkundung von Jmmobilarveräußerungen und Verfehlungen eines Notars in Rheinhessen. Auch hierzu verliest .

Staatsminister v. Ewackd eine Regierungserklärung, darin über einige Verfehlungen eines Mainzer Notars berichtet wird, die auf 'disziplinarischem Wege bestraft worden seien. Die Be­sprechung erfolgt nach Drucklegung.

Der Antrag des Abg. Ucbel, beperc Fahrgelegenheit für Arbeiter zwischen Frmikfurt und Groß-Zimmern, Dieburg usw. wird nach dem Ausschußantrage hierzu für erledigt erklärt

3u einer Vorstellung des Verbandes dcutlchrr Handlungsgehilfen zu Leipzig, Einführung des Fort­bildungsschulzwanges für weibliche kaufmännische An­ge st eilte spricht der

Abg. Kor eil-Ingelheim (frs. Vp.), der zwar die Fassung des Ausschußantrages nicht glücklich findet, ihm aber doch zu- stimmt.

Die Vorstellung wird im Sinne des Ausschußantrages er-

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Redaktion, Expedition und 3)ruderet: Schul- sttaße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGteßen.

Deutscher Landwirtschaslrrat.

~ Berl i n 11. Febr.

Die amtliche Gesamtvertretung der Lairdwirtschaft des Deut­schen Reiches, der Deutsche Landwirtschaftsrat. trat heute vor­mittag unter dem Vorsitz des Präsidenten Grafen ^chwcrni- Locwitz im Sitzungssaale des Preußischen Herrenhauses zu ihrer 41. Plenarversammlung zusammen.

Der vom Generalsekretär Professor Dr. a d e (Berlin) er­stattete Geschäftsbericht bemerkt u. a. bezüglich der -L c ck- ungs - und B e s i tz st e u e r b c s ch l ü s s e des Reichstages, daß es unbillig erscheine, die Herabsetzung der Zuckersteuer von dem vorherigen Inkrafttreten einer neuen allgemeinen Besitz- stcucr abhängig zu machen: eventuell würde eine matzige und voraussichtlich bald wieder entbehrliche Erhöhung der Ma- trikularbciträge jeder neuen Besitzstcuer vorzu- °i C Präsident Graf Schwerin - L o e w i tz gab.hierauf in seiner Eröffnungsrede bekannt, daß der Kaiser inorgen, Mittwoch, tm Deutschen Landwirtschaftsrat persönlich erscheinen wird, und eröffnete sodann die Verhandlungen nnt einem Glückwunsch Tür die Kaiserliche Familie anläßlich der Verlobung der Tochter des Kaisers. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, die deutschen Bundesfürsten und die Freien Städte

Staatssekretär Dr. D e l b r u ck überbrachte die Gruße des Reichskanzlers, worauf Reichsrat Dr. v. Buhl (Deidesheims über die f a g c des deutschen Weinbaues einen eingehenden Bericht crstattere. Er legte die Ursachen für die schwierige Lage des deutschen Weinbaues dar und sprach sich fürjne unbedingte Beibehaltung des Rcblausgesetzes aus. Der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Wallenborn (Remagen) ergänzte die Ausführungen nach verschiedenen Richtungen hin und wandte sich besonders gegen die Bevorzugung, welche der ausländische Wein gegenüber dem deutschen bei der Einfuhr erfahre, wobc-i er eine bessere Berücksichtigung und einen wirksamereit Schutz des deutschen Weines in späteren Zollvcrträgen forderte. .

An den Kaiser wurde ein Glückwunschtelegramm gesandt, worauf nach Vorträgen des Domänenrats R.ettig (Rostock) und des Geh. Justizrats Schneider (Stettin) über die Verhand­lungen des Ausschusses für Handelsgebräuche der Vertreter der Kolonialschule in Witzenhauscn a. d. W. über die wichtigsten Produkte unserer deutschen Kolonien einen Vortrag hielt.

ledigt. ,

Für erledigt erklärt wird eine Vorstellung des allgem. bcuticfieii Schriftvereins, Erhaltung der deutschen Schreib- und Truckschrfit, ebenso eine Vorstellung des Philipp Volk II. Wwe. Erben zu .Höchst i. O., Entschädigung für die durch Einführung des .<>ünd- holzstenergesetzes erlittenen Verlustes.

Heber die Vorstellung der Schachtelmacher Philipp Hoss- mann III und Georg Trinkaus ITT von Brensbach, Entschädigung der durch das Zändwarcusttuergesetz entstandenen Verluste kommt es zu einer Aussprache, an der sich die Abgg. Ulrich l^oz.', Mergel l (natl.) und Ministerialrat Hölzi nger beteiligen. Das Haus schließt sich dem ablehnenden Standpunkt des Aus­schusses an. Glatte Erledigung finden die Vorstellungen der Wwe Haust um Gewährting einer GnadenpenNon und dc^ Jakob Leonhard, betr. Aufnahme in das Beamtenverhaltms der Eisenbahn-Handwerker-Kolonncnführer.

Zu der Vorstellung der Steuerausseher G i m b e 1 u. Gen. xu Mainz In in Erlaß der Rückzahlung der zu viel erhaltenen --chiffs- begleitungsvergütung macht .. . ,. , < -

Geheimerat Dr B c ck c r Ausführungen, die dahin gehen, daß Man der Rückzahlung zustimmen möchte, die ja auch bereits

ßccr und Flotte.

Die Errichtung neuer Maschinengewehr- kompagnien

wird nicht zum 1. April, sondern erst zum 1. Oktober 1913 erfolgen. Die noch fehlenden Maschinengewehr- lompagnien, die der Reichstag bereits im vorigen Jahre bewilligt hatte, werden deshalb erst zum 1. Oktober errichtet, weil es zurzeit noch an genügend ausgebildeten Manrw schäften fehlt. Die neuen Kompagnien werden dadurch gebildet, daß ein Teil von ihrer Mannschaft den alten Kompagnien als Stammannschaft entnommen wird und der Rest durch Rekruten ausgefüllt wird. Aus diese Weise werden im Sommer 1914 alle b.'willigten Maschinengewehr­kompagnien vollständig änsg.bildete Mannschaften besitzen. Für den Kriegsfall ist indes schon jetzt für die volle Be­dienung aller vorhandenen Maschinengewehre gesorgt, da sowohl im eHrbst 1912 wie zurzeit und später im Früh--- jnlyr 1913 Mannschaften des Beurlaub(enstandes ausgebildet worden sind resp. ausgebildet werden.

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Aus -en Michstagsausschiisien.

:: Berlin, 11. Febniar.

Der Morinevoranfchlag im Aus chuß.

Im Budgetausschuß des Reichstags wurde bei der Weiter­beratung des b.^arlnevvranschlagS die große Zahl von Hilts- arbeitern beanstandet. Ter Staatssekretär der Marine erklärt sich gern bereit, einen Teil der Stellen der Tiplom'-Jngcnieure etwa die Hälfte etatsmäßig zu machen, vorausgesetzt, daß auch der Staatssekretär des Reichsscl?atzamts dieser Maßnahme zu­stimmen kann: die Zustimumng wurde hernach vom Schatzfekretär gegeben.

Staatssekretär v. Tirpitz zeigt, an der Hand von Karten­material das Anwachsen des deutschen Seekarten- und Seehandbuch-Werkes. Er betont, daß ihn vornehmlich nationale Gesichtspunkte dazu bestimmt haben, seinerzeit vom Reick)stag die Mittel für dieses große Unternehmen zu erbitten. Von 1902 bis 1912 ist die Zahl der Seekarten von 127 auf 460 gesteigert worden und man habe sich bemüht, bestimmte Routen systematisch zu bearbeiten, damit die Schiffahrt nicht auf einer Route zwischen englischen und deutschen Karten wechseln müsse.

Eine längere Erörterung verursachte die Forderung von zwei neuen Jntendanturrats stellen. Ter B«icksterftatter vom Zentrum beantragt Ablehnung der Forderung.

Von Volks parteilicher Seite wird eine Vereinfachung und Vereinheitlichung des ganzen Verwaltungsapparates ge­wünscht, wodurch auch die Avancementsverhältnisse verbessert werden. .Tie Volks Partei reicht eine entsprechende E n t - schli eßung ein, in der eine Vereinheitlichung der Laufbahn der Torpedo-Offiziere, Marine-Zahlmeister, Jntendantur-Sekreiäre ge­fordert wird: die Torpedo-Offiziere werben auf Wunsch des Staatssekretärs wieder l>erauSgenom'men. Gegen diese^ Ent­

schließung wenden sich Vertreter des Zentrums, wie der Sozial­demokratie und der Nationalliberalen, mit der Begründung, dm Ausschuß könne nicht die Verantwortung für eine solche Feit legung übernehmen, solange man nicht alle Konsequenzen übersehe.

Ein Vertreter der Sozialdemokratie erklärte die Zu - stimmun g seiner Partei zu der M e hr f ord cr u n g von zwei Jntcndanturräten, nachdem' auf Anfrage ein Vertreter des Schatzamts erklärt hatte, daß hierdurch auch eine Entlackung des Rechnungshofs von untergeordneten Dingm erreicht werden könne. Seine Partei sehe in dieser Mehrforderung eine 'Ersparnis und stimme zu. Tie M e hr fo r der u n g wird m i\r Mstimmung angenommen, mit den Stimmen der Konser­vativen, Nationalliberalen und Sozialdemokraten gegen Zentrum und Volks Partei. Die Entschließung der Volkspartci wird gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt.

Der Ausschuß für die Konkurrenzklauiel

»ährte heute seine Beratung zu einem gewissen Abschnitt. Es ergab sich nämlich aus den Auseinandersetzungen die Wahr­scheinlichkeit einer Einigung zwischen Liberalen und dem Zentrum. Beide Griippen haben MänderungSaniräge gestellt. Das Zentrum will ein Konkurrenzverbot mir für zulässig halten, um den Prinzipal davor zu schätzen, daß Geschäfts- und Be- triebsgcheimniffe und sonstige wirtschaftliche SSerte, die gerade zum lvohlerworbenen Besitzstand feines Geschäfts gehören, in einer über den üblichen Wettbewerb hinausgehenden Weise verwertet werden. Die in diesem Falle zu zahlende Entschädigung soll im ersten Jahr mindestens dem letzten Gehalt des Handlungsgehilfen gleichkommen und im zweiten Jahr mindestens dreiviertel dieses Betrages erreichen. Das soll sich um ein Viertel erhölien, wenn das Konkurrenzverbot den Gehilfen zum Wechsel des Geichälts zweigcs oder tdes Wohnortes nötigt. Ter Antrag der Liber a l c n will die Konkurren.zklausel nur .zulassen für Handlungsgehilie,» in der Stellung eines Geschäftsführers, Betriebs-, Füial- oder Abteilungsleiters oder einer anderen leitenden Stellung oder der eines Gefchäftsreisenden, oder wenn er Einblick in wesentliche Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse bat. Die Entschädigung soll dem letzten Jahreseinkommen gleichstehen und die Beschränkung soll nur ein Jahr gelten, und sie soll unverbindlich sein, wenn der Prinzipal kein berechtigtes Interesse nachweist oder die Be,chrän- kung eine unbillige Erschwerung des Fortkommens des Gchilseii enthält. .

Die Regierung hält eine Zustimmung zu einer Regelung auf diesen Grundlagen für möglich, warnt aber vor der Ein- arbeitung einer Gchaltsgrenzc. Morgen geht die Beratung weiter.

Der Wahlprüfungßautzschufj

erklärte heute die Wahl des Abgeordneten Dr. Cohn (Nord- | Hausen, Soz.) für gültig. _____________________

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

9 Abg. Kyr eil-Ingelheim (frs. Vp.) tritt für den Ausschuß- antrag ein, der Erlaß der Rückzahlung fordert. Die Schuld trage die Mainzer Finanzbehorde.

Wg Mvltha n 'Ztr.> lchließt sich an

Abg' Bach (natl.) empfiehlt Annahme des Auszchußantrags. Zn der Frage der Diäten sprickst _

Geheimerat Tr. Becker: Die ^tcueraufieher m Heuen er­halten weniger Diätetl als in Preußeii, daher die oft gerügten

Ans Stadt und Eand.

Gießen, 12. Februar 1913,

** Ordensverleihung. Der König von Preußen ver­lieh dem Musketier Phil. Messerschmidt im Infanterie- Regiment Prinz Karl (4. Hessisches) Nr. 118 die Rettungs­medaille am Bande.

" Aerztekonfereyz. Die für den 1. Februar hier (Kinderklinik) vorgesehen gewesene Aerztekonserenz findet nun­mehr am Samstag, 15. Februar, nachmittags SVi Uhr statt.

** N e u e G e r i ch t s a s s e s s o r c n. Durch Entschließ­ung des Ministeriums der Justiz wurden die Referendare Aug. D<rab ans «Ober-Ramstadt, Dr. Alwin Dietz au»

Differenzen. . .

Der Ausschußantrag wird angenommen. .

Zn der Vorstellung des Vorstands des Verkehrsverbandes der Strecke Frankfurt a. ^M.Darmstadt IMmck

Abg. Dr. Fulda (öo^.) über seiner Ansicht nach not­wendige Acnderungen. Ebenso der

Abg. Naab (Soz.).

Finanzminister Dr. Braun verliesr cme ^rung Eisenbahndireltion Frankfilrt a. M. Darnach füllen an gegenwärtigen Zuständen Aenderimgen nicht vorgeiwmüien wer­den. Tic befürchteten Aenderungeii lollen sich nur auf neue Züge beziehen. Im übrigen beschwert lieb die Tiienbalwdirek- tiou übm den Ton der . Eingaben des Verkehrsverems. ^er Minister verliest einige dieser Eingaben.

Mg Naab (Soz.) verteidigt die Eingaben und lugt das Verhalten des Ministers, der in hohuiichcm> Ton von deii Pe­tenten gesprochen habe. ,

Wg. Dr. Fulda (Soz.) konimt nochmals auf einige- stände zu sprechen und regt die Schaltung emes interEstischm Bahnhofes während des Umbaues des..FranAt^«^..H^Mahn- hofes an. Im übrigen rügt auch er die .Naßregelung der cke- tenten seitens des Ministers. r

Finanzminister Tr. Braun.verharrt daraul, daß der ^.on derart ist, daß ein Eingehen auf die Eingab. n nicht angebrackck ist.

1Äc Vorstellung wird für erledigt erklärt.

Zu dem Aiitrag der Wg. Ulrich und Gen., die Ausbildung befähigter .Kinder unbemittelter Eltern bctr., spricht

Mg. Urstadt (frf. Vp.), der auf die erhöhten Kosten hln- weist, was eine Erhöhung der Stipendien noticenbig mache. 4,er Redner wünscht eine Kumilierung der durch die Freistellen ge­währten Stipeiidien. -

Abg. Ulrich (Soz.): die in deut Anträge geiordcrten 5G000 Mark sollen auch $ur Beisteuer Iwr Lebenshaltung dienen.