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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Die 8rieden§au§sichten.
Die „Norddeutsche Allg. Ztg."" schreibe in ihrer Wöchen- rmrdschcm: Die diplomatische Arbeit Kur Beendigung des Balkan krieges hat auch in der letzten Woche nicht geruht. Bei d-er Balkanregierung ist d-ie Frage wegen der Annahme der Vermittlung der Großmächte für den Friedensschluß amtlich gestellt worden. Die Antwort darauf steht noch aus. Nach den vorläufigen Andeutungen darf erwartet werden, daß die Erwiderung der Balkanstaatcn den Mächten die Fortsetzung ihrer vermittelnden Bemühungen nicht erschweren wird. Die gütliche Beilegung des bulgarisch-rumänischen Streites ist somit gefördert, daß eine in Petersburg zusammentre- tendeVersa m mlungderdortigen Botschafter der Großmächte unter dem Vorsitz des rusfischen Ministers des Aeußern Sasanow z,ur Vermittlung in dieser Frage berufen w ir d. In der albanischen Frage geht die Behebung der österreichisch-russischen Schwierigkeiten langsam vorwärts. Ein Rückschlag ist nicht eingetreten.
Konstantinopel, 9. MärH. Am Freitag abend und .Samstag wurde keinerlei amtlicher Kriegs-
1813—1913.
Wir stehen im Zeichen der Erinnerung an die große Zeit, in der sich vor hundert Jahren die deutsche Nation wie ein M-crnn erhob, um das unerträgliche Joch! des korsischen Eroberers abzuschütteln. Mit Preußen feiern alle Deutschen, und es ist doch etwas anderes um diese Erinnerung als etwa das Romanow-Jubiläum in Rußland, das eine mehr akbenmäßige Feststellung ist. Die offizielle Feier des dankwürdigen Tages der Erhebung des deutschen Volkes ist nicht, wie es zuerst geplant war, auf den 17. März, den Tag des Aufrufes „An mein Volk", sondern auf den 10. März gelegt worden, den Tag der Stiftung des Eisernen Kreuzes, die am Geburtstag des Königin Luise erfolgt war. Aber nicht auf den Tag kommt es an; wir sollen nicht nur an ihm der großen Vergangenheit gedenken, nicht nur an diesem einen Tage Vergangeuheit und Gegenwart vergleichen und die beherzigenswerten Lehren daraus ziehen.
Und das gleiche gilt für den Streit über den mehr oder mirü^er großen Anteil, der den Einzelnen an jener gewaltigen Erhebung der Nation zukam, .g-ilt für das Vernähen, den markigen Satz, „das Volk steht auf, der Sturm bricht los", durch die Fassung zu ersetzen, „der König rief, und alle, alle kamen", gilt aber endlich auch für den Versuch, den König Friedrich Wilhelm III., dessen Zögern und Zaudern dem mangelnden Glauben an die Kraft des Volkes entsprang, jeglichen Verdienstes an der großen Tat der Befreiung zu entkleiden. Berichtet doch, wie in der heutigen Nummer unserer „Familienblätter" ausführlicher erzählt wird,, General von Boyen, den gewiß niemand höfischer Geschichtsklitterung bezichtigen wird, in seinen „Denlwürdig- l'eiteir" über die S ti ftung des Eisernen Kreuzes, daß Friedrich Wilhelm III. diesen glücklichen Gedanken selbst erfunden hat.
Und mag auch der vom 17. März 1813 datierte Aufruf „An mein Volk'" von deut Staatsrat Theodor von Dippel nach den Anweisungen Gneise naus verfaßt worden sein, mag man auch darüber streiten, wie weit die Gedanken des Köntgs darin wiedergegeben sind, so war das wesentlichste doch, daß der Herrscher den Aufruf ergehen ließ, der das Volk unter die Fahnen rief mit den flammenden Worten, die wir noch heute nicht ohne tiefe Bewegung lesen:
„Welche iOpfer auch von einzelnen gefordert werden mögen, sic wiegen die heiligen Güter nicht, für die wir.hingeben, für die wir streiten und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußen und Deutsche zu sein. Es ist der letzte entscheidende Kampf, den wir bestehen für unsere Existenz, unsere Unabhängigkeit, unseren Wohlstand: keinen anderen Ausweg gibt es, als einen ehrenvollen Frieden oder einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet Ihr getrost entgegengehen um der Ehre willen, weil ehrlos der Preuße und der Deutsche nicht zu leben vermag. Mein wir dürfen mit Zuversicht vertrauen: Gott und unser fester Wille werden unserer gerechten Sache den Sieg verleihen, mit ihm einen sicheren, glorreichen Frieden und die Wiederkehr einer glücklichen Zeit."
Wir wissen freilich wohl, daß 'dec gerechten Sache der Sieg verliehen, nicht ober dem deutschen Volke der glorreiche Frieden beschießen wurde, und daß es auf die verheißene glückliche Zeit noch gar lange warten mußte. Wie England' und Rußland die Rückgewinnung des Elsaß und eines Teiles von Lothringen verhinderten uni* die deutschen Grenzen ungesichert blieben, so scheiterte die deutsche Einheitssehnsucht an den partilularistischen Interessen der zahlreichen „deutschen Vaterländer"", und so machte endlich die
bericht ausgegeben. Nach Privatmeldungen ist gestern ein bulgarisches Luftfahrzeug über Gallipoli geflogen.
Es verlautet, der Generalissimus Izzet Pascha inu> Generalstäbschef .Hadi Pascha sollen abberufcn werden. Der Nachfolger Izzet Paschas ist noch nicht ernannt. Zwischen der Regierung und der Dette Publigue ist em Üebereinkommen getroffen worden, über die Verlängerung, der Konzession der Tabakregie um 10 Jahre. Die einzige noch bestehende Differenz betrifft die Summe, die die Regie zahlen soll. Die Regie bietet eine Million Pfund, während die Regierung V/2 Millionen verlangt. Der Generaldirektor der Täbakregie, Weyl, ist nach Paris abgereist, um die Angelegenheit der Verlängerung der Konzession zu Ende zu führen.
Was die Nachricht betrifft, daß der „fliegende Holländer"", der Kreuzer Hamidieh, vor der Athos- bucht drei griechische Trausportschiffe mit Truppen und Geschützen, die gegen Skutari verwandt werden sollten, zum Sinken gebracht haben, so steht nach der „Köln. Zt^" fest, daß der Kreuzer Hamidieh von neuem Zuflucht mt Suezkanal gesucht hat.
Konstantinopel, 9. März. Die Pforte hat noch keine offizielle Benachrichtigung wegen der Antwort der Verbündeten auf den Vermittlungsvorschlag der Mächte erhalten. Die Meldungen, daß der Minister rat beschlossen habe, den Krieg bis zum äußersten fort- zusetzen, werden von offiziöser Seite dementiert, jedoch wird hierzu bemerkt, daß der Abschluß des Friedens schwierig sein würde, wenn die Bedingungen der Verbündeten derart seien, wie sie die Zeitungen verbreiteten. Vor allen Dingen will die Pforte sich niemals zur Zahlung einer Kriegsentschädigung verstehen. Nach Gerüchten aus jungtürkischen Kreisen scheint es, daß seit zwei Tagen die Stimmung wieder unversöhnlicher geworden ist, selbst hinsichtlich territorialer Abtretungen.
Die „Vojsische Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Am Sonntag fand in der Sultanje-Moschee eine Trauer- feier für den ermordeten Oberbefehlshaber Nasim Pascha statt. Ein Hodscha hielt eine Ansprache, worin er sagte: Dersenig e, der den Sultan getäuscht und uns in diese Lage gebracht hat, sei ewig verflucht! Die Anwesenden drückten ihre Zustimmung zu dieser Verwünschung aus. Es ist klar, daß die Verwünschung auf Enver Bey gemünzt war.
Eine Schlacht bei Silivri?
Me „Deutsche Tageszeitung" erfährt aus London: „Central News"" -meldet aus Konstantinopel: die Bulgaren seien am Freitag nördlich von Silivri geschlagen worden. Sie hätten 123 Tote und 350 Verwundete verloren. — Angeblich wurde im türkischen Handelsministerium erklärt, die türkische Regierung habe sich entschlossen, den Krieg fortzusetzen, da jetzt genügend Mittel gefunden seien, wenigstens noch vier Monate unter Waffen auszuhalten.
Ein Glückwunschtelegramm des deutschen Kaisers?
Das „Berliner Tageblatt"" meldet aus Rom: Laut einer Athener-Depesche der Ägenzia Stefani hat der deutsche Kaiser an die Kronprinzessin vor: Griechenland ein sehr warmes Glückwunschtelegramm zur Einnahme Janinas geschickt.
Wir bezweifeln das, denn ein solches Telegramm könnte der deutschen Politik nur Nachteile, keinerlei Nutzer:, bringen.
Stiftung der heiligen Allianz den allzu kurzen Freiheitstraum zunichte.
So war das Ergebnis der blutigen, opferreichen Kämpfe nicht die Einheit der deutschen Nation, sondern nur ihre Befreiung vom Joch der Fremdherrschaft.. Mer doch eben diese, und die siegreiche Erhebung des kleinen Preußens mit seinen damals 5 Millionen Einwohnern hat doch die Grundlage für das gebildet, was wir erst durch einen neuen ruhmreichen Krieg gegen den gleichen Feind erringen sollten: das einige deutsche Reich! Wurde auch die Befreiung Deutschlands vor einem Jahrhundert bei Leipzig entschieden, so ist doch seine Einheit erst bei Sedan errungen, in Versailles gekrönt worden.
Auch heute ist es dem deutschen Volke nicht beschieden, beschaulich auf seinen Lorbeeren zu ruhen. Noch heute müssen wir an dem inneren Ausbau wie an dem äußeren Schutz des vor mehr als vier Jahrzehnten begründeten Nationalstaates weiter schaffen wie bisher: In der einen Hand die Werkzeuge friedlicher Arbeit, in der anderen Hand das Schwert. Und noch heute gilt sowohl in Bezug auf die Opfer an Gut wie die an Blut das Wort, welches Deutschlands größter Staatsmann Fürst Bismarck vor gerade einem Vierteljahrhünd-ert mit Bezug auf die glorreiche Zeit von 1813 gesprochen hat:
Wer den Frieden bricht, der wird sich überzeugen, daß die kampsesfreudige Vaterlandsliebe, die 1813 die ganze Bevölkerung des damals schwachen, kleinen und ausgesogencn Preußen unter die Fahnen rief, heutzutage Gemeingut der ganzen deutschen Natron ist, und daß, wer die deutsche Nation irgendwie angreift, sie einheitlich gewasfnet finden wird, und jeden Wehrmann mit den: Glauben im Herzen: Gott wird mit uns sein!
Die Feier in der Reichshauptstadt.
Berlin, 10. März. Die Ausschmückung der Hauptstraßen für die Jahrhundertfeier zog bereits die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Am Brandenburger Tor ist der Fries mit Fichtengrün umkränzt, die Säulen sind mit Fichtengewinden umrankt. Die Straße vom Brandenburger Tor zum Schloß ist im Mittelgang mit einer Reihe von Ehrenpforten ausgeschmückt. Auch die Friedenssäule am Belle-Allianeeplatz hat eine Blumenumrankung erhalten. Das Mausoleum im Schloßpark zü Chärlottenburg bildete gesterri das Wallfahrtsziel unzähliger Menschen.
Ur. 58 Erster Blatt 165. Jahrgang Montag, 10. März 1915
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erscheint täglich, außer V M " monatttch7oPß,viertel-
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WM General-Anzeiger sur Oberhessen SS& ^r"Ä^T^,esnummer Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei n. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Land": E.Heß^ür den vis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.
Auiist, Wissenschaft und Leben.
— Der Retter des „Königsleutnant". Am 9. März 1813 wurde Jakob Lu hderger, «ein tüchtiger Bühnenkünstler, dem Laube und Karl Gutzkow in ihren Erinnerungen Denkmäler setzten, in Frankfurt a. M. geboren. Karl Gutzkow dankte es diesem Bühnenkünstler, daß sein „Königsleutnant"" nicht spurlos als Gelegenheitsstück von der Bühne verschwand. Bekanntlich war das Stück zum 100jährigen Geburtstag Goethes von Gutzkow geschrieben worden zu der Feier im Dresdener Hoftheater, wo Eduard Tevrient die Titelrolle gab. Mer weder dort, noch anderswo fand das Werk über die Feierlichkeit hinaus Ausnahme an deii Bühnen. Ta nahm sich Lußberger, der damals am „Theater an der Wien"" engagiert war, des Stückes an, das ihn als einen Frankfurter besonders interessierte. Er zog die fünf Akte in vier zusam'men, spielte den Thoraue, der als Greis geschildert war, als einen Mann in den besten Fahren, und das Stück fand jold/en Beifall, daß nicht nur darausliin Laube 1850 Lußberger für das Burgtheater engagierte, sondern auch zahlreiche Bühnenkünstler den Thorane dem Lußberger ut gleicher Weise nachspielten, unb die Rolle ein beliebtes Paradestllckchen der Gastspieler wurde und noch heute dann und wann auf den Brettern erscheint Laube hielt sehr viel von Lußberger, obwohl diesem in Wien nach Laubes M teilung die Franlsurter Herkunft ein schweres Hindernis des Aufkommens war, weil er den Frankfurter „singenden Näselton"" nicht los wurde. „Was für Mühe gab sich Luß- berger auf mein Zureden, dies Heimchen los zu werden! Umsonst. Sein , Daheim"" untergrub alle Mühe. Seine alte Mutter lebte bei ihm: er (iebtt sie zärtlich wird verkehrte zu Hause nur mit ihr. Natürlich in heimatlicher Redeweise. Und so konservierte er sich bei aller Gegenbestrebung dies Merkmal des Dialektes. Die Mutter starb, und Lußberger wurde freier und freier,, endlich meinten wir gesiegt zu haben. Da, als wir den Sieg schon in Händen hielten, da — starb Lußberger selbst. Ein Herzschlag raute ihn in voller Mamieslraft hinweg." Der Tod erfolgte^auf einer Vergnügungsreise nach Puchberg am Schneeberg am 16. Juli 1857.
— Ein neues Dramatikerpaar. Aus Königsberg in Preußen wird uns vom 6. März geschrieben: Im Neuen Schauspielhause erlebte die vieraktige Komödie „Adam im Frack"" von Josef Paul v. S ch ö n t h a n und Rolf Brandl ihre Uraufführung. Die Komödie, die fast vier Stunden bis kurz vor Mitternacht dauerte, spielt in der Münchener Boheme. Die preisgekrönte Malerin Dora Stessens folgt einem koketten Weiber
helden, der ihr Modell zu dem preisgekrönten „9lbam im Frack"! war, aut sein Schloß, kehrt aber bald, nach einem kurzen Karnevals-1 träum, angewidert von dem aus einer Frauenumarmung in die andere taumelnden „Adam"", einem Grafen, nach München zurück und wird die Gattin eines ehrsamen kunstsinnigen Brauereibesitzers. Von den vier Akten fand der erste, der in der „Bude"" der Dora Steffens spielt und lustiges Bohemeleben! auf die Bühne bringt, den größten Beifall, so daß die Autoren sich )d)on nach ihm vor der Rampe zeigen konnten. Der dritte Akt, der aut einem altenglischen Schlosse spielt, erwies, daß die Autoren viel Sinn und Geschick für moderne Bühnenarchitektur haben. Der Dialog ist nur mit allzu zahlreichen Bonmonts und Apercus-über die Kunst und über die Frau überladen, so daß die Handlung manchmal beinahe durch diese UeberfüIIe erdrückt wird. Das Publikum spendete den Alltoren ausmuuternden Beifall, in den sich nur nach dem sehr in die Länge gezogenen dritten Akt einiger Widerspruch mischte. In den Hauptrollen leistete Herr Falke und Frau Rosner Ausgezeichnetes, Direktor Geißel hatte das Stück glänzend inszeniert. Für den ersten 9llt hatte Vogumil Zeppler einen hübschen Walzer und ein Lied zur Laute gespendet.
— (Sin neues Museum in Berlin. Eigentlich hat es schon viele Jahre bestanden, dieses neueste der Berliner Museen. An das ehemalige Atelier des preußischen Hofbildhauers Christian Rauch, das mit Entwurssskizzen und Gipsabgüssen das gesamte Werk dieses nachschinkelschen Plastikers enthielt, hat man ein Schild: Rauch-Museum angebracht und die Verwaltung dem jeweiligen Nachfolger an der Akademischen Hochschule überlassen. Tas heißt, fein Mensch kümmerte sich um die Gipsfiguren, bis jetzt ein Museumsfachmann und einer der vorzüglichsten Kenner des alten Berlins: Haus Mackowsky, die Leitung übertragen bekam und ans verstaubtem Ateliergerümpel wieder das Lebenswert Rauchs zutage brachte. Was man jetzt da sieht, ist keineswegs ein loses Nebeneinander von Denkmalsentwürfen und Bildnis- büften, die Rauch mit einem immer steigenden Sinn für das Charakteristische bet Persönlichkeit schuf. Da er bei einer erstaunlichen Arbeitskraft alles modellierte, was in dem Berlin der ersten Hälfte des üergangenen Jahrhunderts Rang und Ansehen besaß, konnten überraschende Spiegelbilder der Zeit zusammen gcfteilt werden. Da besteht die Welt der Königin Luise; Friedrich Wilhelm III und IV. mit ihrem Hofstaat, die Minister Iroie Stein, Hardenberg und Humboldt, dem als Geistesverwandter Goethe gegenübergestellt ist: Gelehrte wie Schleiermacher und sein Kreis; .Künstler wie Schadow, Tieck unb deren Familien
gruppieren sich zu höchst lebendigen Bildern. Man sieht, wie in vierzehn Jahren und nach vielerlei Versuchen das unter den Linden stehende Denkmal Friedrich bes Großen entsteht unb kommt in ein neues Verhältnis zu Rauch, dessen Ruhm durch Schüler wie Begas eine nicht ganz gerechtfertigte Einbuße erlitten hatte.
— Drahtlos exi)2 ach richten vomSüdpolargebiet. Der Meteorologe der australischen Regierung, Hunt in Melbourne, hat von dem Südpolarforscher N a w s o n aus dessen: Winterquartier eine drahtlose Depesche erhalten, die mitteilt, daß im Adelie-Land wohl das rauheste Klima der Welt sei. Es herrsche eine mittlere Windgesckpvindigkeit von 50 Meilen in der Stunde. Der Wind weht vorwiegend aus Südosten, nirmittel- bar vom Pol und führt gewaltige Schneemengen mit. Der Mast für drahtlose Telegraphie, der im vorigen Jahre umgestürzt war, ist wieder aufgerichtet und befestigt worden, so daß Nawson hofft, die Verbindung aufrecht erhalten zu können.
— Die Erforschung Kamerunsdurch Flugzeuge befürwortet Leo Frobenius auf Grund von Erfahrungen auf feiner letzten Expeditton: „Peterm. Mitt." zufolge handelt es sich dabei in erster Linie um das in Einzelheiten wenig erforschte Hinterland. Als Stützpunkt empfiehlt er Garua in Teutsch- Adamaua, das bequemen Zugang auf dem Wasserwege hat, in dessen Gebiet gute meteorolögische Verhältnisse herrschen und dessen Bevölkerung zu Dienstleisttmgen zu verwerten ist. Frankreich ist in dieser Beziehung schon vorangegangen, da es Flugzeughäfen in Tttn'bulln eingerichtet hat, wo alleidings die Verhältnisse weit günstiger sind. Tie Möglichkeit, in Garua eine Station mit Werkstätten zu errichten und zu imterhalten, ist imttirlich vorhandene
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Frau R e g i e r n n g s r a t Magnus in Berlin, die vor ihrer Verheiratung unter dem Namen Nina Weiße eine gefeierte Heroine am Stadt-Theater zu Frankfurt n. M. war, ist gestorben. — Die 50jährige Tvktorfeier begeht ant 11. März der Landesgeologe, Universitätsprofessor Geh. Bergrat Dr. Gottlieb Berendt in Berlin-Friedenau. Er ist geboren am 4. Januar 1836 zu Berlin, im Jahre 1901 trat er in feiner Eigenschaft als Landesgeologe in den Ruhestand. — Tern Aeltesteu der R o st o ck e r theologischen Fakultät, Professor für systematische Theologie, Mnsistorialrat Dr. tbeol. et phil. Ludwig Th. Schulze ist anläßlich seines 80. Geburtstages der Charakter als Geheimer Konsistorialrat verliehen worden.
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