Ausgabe 
11.4.1913 Zweites Blatt
 
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165. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 84

Erscheint iSglich mit Ausnahme des Sonntags.

(rb) Darmstadt, 10. 9(pri[.

Fi nanHaus-

.Kühler, Osann und Oien, betr. die Nieder-Moda u c. r

GenossenschaftsLank und der Gründung der neuen Zentral-

betr. txi§ Einkommen- und V enn öge n s steuerges etz, wurde

Tie Megierung's-

heften

zcn Bewegung nicht beabsichtigt.

Sowohl von volksvarteilicher wie nationallibcraler Seite totrb gegenüber der Sozialdemokratie die hohe Bedeutung einer all-

Antrag Leun, betr. die Einführung von Jag derlanb- ni starten, der in Verbindung mit einer diesbezüglichen

die Oberrechnungskannner hat darin mehrere Beanstan-' düngen gemacht, besonders' die, daß aus Anlaß der Landes­ausstellung 1908 die Kosten für verschiedene bauliche Em-- rid; hingen, z. B. für den Lichthof der Bad-Nau- Heimer Bade-Anlagen, nicht nach den früheren Be­stimmungen dem betr. Unternehmer zugeteilt, sondern auf die Staatskasse übernommen wurden. Der Ausschuß, hat den Beanstandungen der Oberrechnungskannner zugestimmt.

Ter Antrag Tr. Osann und Gen., betr. den Domänen-

schuß der Zweiten Kammer trat heute vormittag unter Vorsitz des Abg. Tr. Osann zu mehrtägigen Bern- hingen zusammen, um die rroch rückständigen Beratungs­gegenstände zu erledigen. Die Vorstellung in Betreff des Liebig-Laboratoriums in Gießen soll zunächst noch eine Besprechung mit der Regierung erfahren. Ter

der die der

erledigt erklärt werden, da in dieser die Ausstellung von Jaaderlaubnisscheinen nicht gestattet ist. Der Antrag

Ans Hessen.

Aas dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer.

DieHirhener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen 8eir- fragen" erschemen monatlich zweimal.

Von volksvarteilicker Seite wird in Bezugnahme aut einen Fall in Sachsen die Verwendung von Militär zu Belastungsproben als ganz ^ungehörig und gefährlich be­zeichnet. Ter sächsische Militärbevollmächtigtc glaubt, daß in dem angeführten Falle in vorsichtiger Weise verfahren worden sei und jedenfalls in der guten Absicht, ein Unglütt zu verhüten. Jedoch werden von verschiedenen Seiten grundsätzliche Bedenken gegen die Verwendung von Menschen zu Belastungsproben er­hoben.

Ein sozialdemokratisches Mitglied erhebt Beschwerde gegen die Verwendung von militärischen Mitteln für Jungbeutscb- l a n d und die ganze nationale Jugendpflege. Das gibt dem G c n e r a l m a j o r W a n d e l Anlaß zu einer Darstellung der Beziehungen der Heeresverwaltung zur natio­nalen Jugendpflege. Irgendwelche Etatmitrel stehen nicht zur Verfügung und werden daher auch nicht verwendet. Wie in allen anderen Ländern, so hält allerdings die Verwaltung die För­derung der nationalen Jugendbewegung, der körperlichen und sittlichen Ausbildung der Jugend für notwendig und sie werde daher mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln sich dafür einsctzen. Tie Militärpersonen, die sich beteiligen, tun das auf Grund freiwilliger Meldung, niemand werde gezwungen und in seinen dienstlichen Pflichten geschädigt. Die Ausmärsche erfolgen an dienstfreien Tagen. Man könne es nur mit Dank begrüßen, wenn sich geeignete Leute freiwillig d,rzu bereitfinden. Richtig sei es, daß militärische Gebäude, soweit Platz vorhanden, den-Wander­gruppen zur Verfügung gestellt werden, jedoch ohne Aufwendung von Geldmitteln. Militärischer Drill sei bei d er g a n -

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaklion:S^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Aus den ReichstagsausschMn.

:: Berlin, 10. April.

Der Militärvoranschlag im Bndqetansschuß.

d r ä n g e n v o n p a r t e i P o l i t i s ch c. n D in g e n z u v e r m e i - den. Demgegenüber hält die Sozialdemokratie eine Politi­sierung der Jugendbewegung für unzweifelhaft. Von Zentrumsscite wird eine Unterstützung der Schützen­de reine mitmilitärischen Mitteln angeregt. Es wür­den dadurch dem Reiche später erhebliche Summen erspart. Der Kriegminister steht zwar dieser Sache sympathisch gegenüber, äußert aber doch mancherlei Bedenken: insbesondere würde die ganze Wasfcnindustrie Opposition üben: die schweren Militär­gewehre würden sich auch für die Jugend nicht eignen. Von der Sozialdemokratie wird vor einer Unterstützung der Schützenvcreine durch staatliche Mittel gewarnt. Der Kriegsminister verteidigt wiederlwlt die Auffassung der Armee, daß es auch ihre Aufgabe sei, den Patriotismus in das Volk hinein- zutragen. Parteipolitik liege dabei vollständig fern. Auch werde kein militärischer Drill in die Jugendbewegung hinein­getragen, und wenn da unb dort ein Parademarsch ausgcführt werde, so entspreche das höchstens den Wünschen der beteiligten Leute selbst, wie ihm das in feinem aktiven Dienst bei Reservisten vorgekommen sei.

Von nationalliberaler Seite wird nach dem Stande der M i l i t ä r st r a f r e ch t s r e f o r m gefragt und der Wunsch ge­äußert, daß die Kriegsgerichtsoffizicre eine besondere Vorbildung erhalten. Der Regierungsvertreter gibt zu, daß die Neugestal­tung des Zivilstrafrechts auch eine Neugestaltung des Militär­strafrechts nach sich ziehen müsse. Es nehme deshalb auch ein Vertreter des Kriegsministeriums an den Beratungen des Straf­rechtsausschusses teil. Eine besondere Ausbildung der Kriegsgc- richtsofsizierc sei schwer: es müßte das auf den Kriegsschulen geschehen: die Offiziere würden aber das wenige, was sie lernen könnten, im Laufe ihrer Dienstzeit rasch wieder verlernen.

Ter Ausschuß ging dann über zur Beratung der ein­zelnen Positionen des Voranschlags. Eine lange Erörterung setzte ein bei dem Kapitel, in dem 649 000 Mark für Gouverneure, Kommandanten und Platzmajore ge­fordert werden. Die Volkspartei beantragt, den Gouverneur in Ulm zu streichen, sowie die Kommandanten in Altona, D a r in sta d t, Glatz, Glogau, Karlsruhe und Stuttgart. Von den Regie rungs Vertretern werden die lebhaftesten Bedenken gegen diese Streichung geäußert und zahlreiche Angaben über diese Kommandanturen, insbesondere die in Dresden und ' Stuttgart gemacht. Zur Streichung der Kommandeure in D a r m- stadt und Karlsruhe werden staatsrechtliche Bedenken an- ; geführt, unter Hinweis auf die Militärkonventionen mit Hessen und Baden und die Bündnisverträge. Man dürfe diese Dinge nicht leicht nehmen. Aus dem Ausschuß wird jedoch die staatsrechtliche Festlegung der beiden Kommandeure bestritten. Von nationalliberaler Seite wird betont, daß diese Milrtärkonventionen keineswegs die Festlegung der einzelnen mili­tärischen Stellen enthalten können. Wenn bei solchen Abstrichen soviel mck staatsrechtlichen Bedenken operiert werde, so heiße das mit Kanonen nach Spatzen schießen. Auch Vertreter des Zentrums und der Volkspartei bestreiten die verfassungsrechtliche Festlegung. Im einzelnen könne man ja im Zweifel sein, welche Kommandan­turen gestrichen werden müssen. Das Zentrum will seine Ent­scheidung bezüglich der Kommandanturen im Osten sich Vorbe­halten bis zur Erledigung der Wehrvorlage, die große Verände­rungen im Osten nach fick ziehe. Nachdem wiederholt die Bevoll­mächtigten der süddeutschen Staaten schwere Bedenken gegen die Streichung der Kommandanturen geäußert hatten, wird in Aus­sicht genommen, die Entscheidung mit Rücksicht auf die staatsrecht­liche Seite der Sache zu vertagen.

Morgen Fortsetzung.

Aeitag, 11. April 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Aquisitonsfonds, wurde vorläufig zurückqestettck. Mo Vorstellung des .Hausbesitzervereins in Mainz, betr. die steuerliche Ueberlastung, wurde unter Anerkennung ver schwierigen Lage des Grundbesitzes für erledigt erklärt. Bezüglich der Vorstellung Schneider-Gießen in Be­treff eines St ew p e l e rlaff e s schloß sich der Ausschuß der von der.Regierung hierzu geäußerten Auffassung an und beschloß, der Vorstellung keine Folge zu geben. Tie Vorstellung der Unterbeamten, betr. die Gehckltsverhültnisse der Gerichts- und Kr ei samt-Hi en er, beschloß der Ausschuß zu 'befürworten. Tie Vorstellung unverheirateter Staats­beamter, die Vorstellung Bad-Naicheims und die Anträge der Abgg. Grünewald, betr. W o hn u n g s g e l d für Gießen, die Anträge der Abg. Reh, betr. Alsfeld, Abg. Tamm, betr. Friedberg, und Äbg. Stöpler, betr. Lauter­bach, beschloß der Ausschuß, für die Beratung "der Besol­dungsordnung, zurückzustellen. Bezüglich der Vorstellung der Radfahrer-Union, betr. Tarif *60 des' Urkundenstempels und bezüglich der Vorstellung der Bürgermeister, betr. Anfhebung der Steuerfreiheit für Fahrräder, sowie der Vorstellung des Hessischen Radfahreroundes betr. Fahurad- fl euer beschloß der Ausschuß, mit Rücksicht auf die finan­zielle Lage weitere Steuerbefreiungen nicht eintreten zu lassen und die Vorstellungen äbzulehnen. Weiter soll der Vorstellung der Einwohner von Richen wegen der Hagel­schäden vom 7. Juni 1912 keine Folge gegeben werden. Die Regierungsvorlage, die Forstnutzungen betr., soll zunächst einer Besprechung mit der Regierung unterzogen werden. Der Regierungsvorlage, betr. den Verkauf von Gelände bei Rüsselsheim wurde zugestimnrt, desgleichen dem Ver­kauf von Gelände bei Nierstein. Der Antrag des 2lbg. Molthan betr. Ersatz der Kommunalsteuer für die An­gestellten der preußisch-heffischen Eisenbahngemeinschaft wurde vom Ausschuß angenommen.

geben zu können:

Tic neueste Verwend mig größerer Mdnsclr-r Lände renn er­folgt im' Interesse der Bekämpfung der Fleifchleucrung zu Zwecken der Errichtung von Schweinemaststationen. .

In Befolgung des Grundsatzes, ba& die Gememdcn in die Fäden der allgemeinen Wirtschaftspolitik dann cingmfen tollem wenn das freie Spiel der Kräfte versagt, btc Hilfe des Staates unzuläugliä' ist und schwerwiegende Fragen de- Mlgeni.einwvhls in wirtschaftlicher, sozialer und hygienischer Hinncht mir dem ejncl f+tfjeu hat die Stadt 111 nr in Verbindung nut ihrer Nachbarstadt einen Teil der städtischen Fleischversorgung selbst übernommen.

Sic hat mit einer unter Leitimg des Regierungsrats Mich in Ncri-lllm fteTreuhcn Genossenschaft in Weißenhorn, die jetzt schon int eigenen Betrieb jährlich über 1000 Ferkel erzeugt und an die Landwirte der Umgebung ab gesetzt hat, sich ins Benehmen gepetzt. Diese GenossemckAfc hat ihren Betrieb so erweitert, datz sic bisher etwa 1000, vom 1. Januar 1913 aber 25003""" v'ir spn Dadarf der Städte Ulm und Neu-Ulm bereitstcllen kann: . richtet in der Nähe auf einem von diesen unentgeltlich bereit gestellten Grundstück eine Mastanstalt, in der die Schweine bis ztmr Gewicht von 110 .Mogramm gemästet werden. Tw Gebäu­lichkeiten bestehen aus 35 ganz einfachen, räumlich weit aus- einauberliegcnben Bretterschuppen mit einer Futterzentrale. -tic Kosten des Baues toerben von ber Genossenschaft getragen, aber von den Städten verzinst. Ebenso trägt die Genossenschaft die

ganzen Kosten und das Risiko des Betriebes. , ,

Tic Kosten für die Fütterung (Fultergerste, Fleisch- irnb ö'iW mehl' verpflichten sich die Städte durch Anweisung eines lautenden Kredits unverzinslich vorziischiescn. Tie Deckung des Vorschuges erfolgt nach und nach durch! Abnahme der Schweine zu dem uu voraus bestimmten Preise. Sicherheit wird den Städten durch Einräumung eines Pfandrechts an den Schweinen und an den Versicherungspolicen gegeben. Jedes in dec 2lüstalt eingestellte Schwein wird zu durchschnittlich. 60 Mk. versichert. Tic fertcg- gemästeten Schweine werden Hon den Städten ber Genosicnf chatt abgekaust irnb zwar für die nächsten fünf Jalwc zu deM Eiirkauis preü' von 63 Wik. für den Zentner Schlachtgewicht Sder 50 Mk. für den Zentner Lebendgewicht. Die Städte geben die Schweine zum Selbstkostenpreis an jene Megtzer ab, die sich verpflichten, das Fleisch zu dem von der Stative rmaltnng festgesetzten Preis' zurzeit 87 Psg und vom 1. Januar 1913 78 Pfg. pro Psund int Laden M verkaufen. Tie Läden müssen durch eine Auf schickst mit'der Preis­angabe kenntlich gemacht fein. Ter Preis stellt sich! also wesentlich untrer dem in der letzten Zeit verlangten Durchschnittspreisen <"8 Pfg. bis 1 Mk.). 'Die Qualität des Fleisches ist sehr gut.

CKircbc unfc Schule.

Die Erkrankung des Papstes.

DerOsservatore Romano" schreibt am Donnerstag abend: Gegenüber den Berichten verschiedener Blätter kön­nen wir festsbellen, daß der Papst seit Mittwoch morgen bis jetz-t keine Fiebertemperatur gehabt hat und daß fein Zustand anhaltend befriedigend ist. Immerhin bedarf er besonderer Schonung, die bei Jnftnenzafäklen gewöhnlich nötig ist.

DasGiornale d'Italia" schreibt: Wir können auf das Bestimmteste erklären, daß der Zustand des Papstes nicht besorgniserregend ist. Tie Krankheit ist ein sehr leichter InfIneanzarückfall in Form eines Bron- chialtatarrhs niit leichtem Husten und geringem Schleim­auswurf. Das Fieber hat niemals 38 Grad überschritten. Herz und Nieren arbeiten vorzüglich. Es wurde keine Spur von 'Eiweiß gefunden wie beim ersten Jnfluenzaanfall. Wenn nichts Unerwartetes eintritt, wird der Papst i n z w e i Tagen vollständig wiederhergestellt sein.

polstrfche Scrgestzck^n. Gemeindegrundeigeutum und Fleischteuerung.

Der Oberbürgermeister von Ulm H c i n ri ch von Wagner veröffentlicht in den bekannten wissenschaft­lichen Vierteljahrsheften des Bundes deutscher Bodenresor- mer, demJahrbuch der Bodenreform", eine Reihe von Aufsätzen:Die Bodenreform in der Praxis d e r G em ei itbc". In dem demnächst erscheinenden 2. Heft dieses Jahres (Verlag Gustav Fischer, Jena) berichtet er auch von den Maßnahmen, die weitblickende GemciudeVer- waltnngen zur Bekämpfung der Fleischnot durchführen können, ohne zu auswärtigem Fleisch Zuflucht nehmen zu müssen.* Wir sind in der Lage, schon jetzt einen Auszug

onnn für hr't1 gemeinen Förderung der Ausbildung ber bcutschen Jugend her- Ih'ff-'H frrmf 1'ic er / vorgehobcu. Es sei darum auch zu begrüßen, wenn die Milckär- bereit-! Verwaltung ohne Schädigung,ihrer eigenen Aufgaben ihre Htsts- mtttcl, Ercrzcerplatze und Kaiernen zur fBeriunintg stelle. Exzepe wären allerdings zu bedauern und insbesondere sei das Hinein-

Eine Reihe von Beschwerden und Wünschen fallt in bcnUaeiT. Sitzung des Budgetausschusses zur Erörterung, auf ber Kriegsmiuister und seine Vertreter sich äußerten. Von Sozialdemokratie wirb beanstaubet, baß in Kursen für R e- s c r d e u n t e r o f f i 5 i c r e auch nichtmilitärische Gegenstände be­handel werden, ossenbar in politischer Absicht. Die Militärver­waltung bestteitet das: die Kurse seien durchaus sterwülig itnb c§ handle sich um rein militärische Gegenstände. In ihren wei- teren Beschwerden beanstanden die Sozialdemokraten u. a. ein Eingreifen ' militärischer Behörden in die Wirts ch aftlich e n Kämpfe zwischen Unternehmern imt) Ilrberteru. In Stolp seien den Spediteuren während eines A u s st a u d c s u ! saren zur Verfügung gestellt worden. Tie Militärverwaltung teilt die allgemeinen Bestiminungen über die Verwendung von Militär zu mchtmilitärischeu Zwecken mit, die Beschränkungen aus- erlegciT, erstens bei Gefahr für Leben und Eigentum, zweitens vnf erhebliche Störungen des össentlichen Verkehrs. Im Stolper- Fall scheint allerdings dem Kriegsministerillm em E r n g r e r sc n bes Militärs nicht notwendig gewesen zu sein: da ber Ausstanb aber inzlvischcn aufgehort l>abe, sei em Ein greisen des Kriegsmimsteriums hmsäNrg geworben.

Weiter werben Bcschwci'befälle angeführt gegenüber der württembcrgischen Militärverwaltung wegen ber Versagung der Mitwirkung einer Musikkapelle bei einer Theater auHüItruhg in einer Separatvorstellung, die von ben dortigen Gewerkschaften veranstaltet wurde. Der Vertreter des tourttem bergischen Kriegsministeriums hält diese Vertagung für berechtig, unb wird barin von einem Mitglieb des Zentrums untersttr- währenb ein Mitglied der Volkspartei die Versagung dieser Mu Wirkung für kleinlich erklärt. Ein Sozialdemokrat fuhrt weiter als Beispiel für denTerrorismus de r M r l i t ar bei waltung" den Fall eines Molkereibesitzers Arnold in Pots­dam au, der der Sozialdemokratie für Versammlungen seinen

Garten zur Verfügung gestellt habe und deshalb von den militärischen Behörden geschäftlich ruiniert wor ben sei Der Kricgsmimster sagt spätere Biitteilungen über diesen Fall zu, ivenn ihm das Material zugegangcn sei.

Bon sozialdemokratischer 'Seite wird eme Beseitigung der bunten Uniform gefordert und die Ausrüstung der Mannschaftcii mit ber felbgrauen Uniform. Der^Kriegs­minister tritt tiefen Ausführungen entgegen, btc zuni Deck eine Uebertreibung enthalten. Einen gewissen Stolz auf feinen Jwcf müsse ber Soldat doch haben. Ueberflüssiger Tand werde auch von ber Militärverwaltung nicht gewünscht. Die Verlvcndiing ber feldgrauen Uniform sei gar nicht niöglich, weck biy setzt die <vriebens^ garnituren noch nicht vorhanden seren. Er machte weiter noch , ...

Mitteilungen über die bisherigeii Vcrsuck-e mrt der feldgrauerz Dorstellung des hessischen JagdllubS beraten wurde, mußte Uniform, wobei ec hervorhob, baß btc eigentliche Gewährung er)t 3. Hinblick auf die in Hessen bestehende Okfehgebuiig für nach länacrer Praxis festgestellt werben konnte. Die weitere Be-1 -<- - °

Frage wirb bis zum betreffenden Etattttel ziiruck-

Die Rieder-Modauer Genojsenschastsüise.

bs. Darmstadt, 10. April.

4. V e rh a n d l u n gs t a g.

Die gestern rmterbrochene Veriiehmung des Rendanten Beck wird heute fortgesetzt. Er sagt ans, baß die Bilanz von 1909 auch einen Verlust von mehreren Tauseiib Mark ergeben hätte. Beck ist Ende Mai 1910 aus Nicbermobau ausgeschieben. Bors.: Was haben Sic sich für ein Vilb von den geschäftlichen Erfolgen Niedec- mobaus gemacht? Angekl.: Wir mußten annehmen, baß die Wechselvcrbinblichkeitcii burch andere Wechsel gedeckt seien, unb daß daher ein Verlust nicht zu erwarten war. Vors.: Haben Sie sich verlässigt, was das für Wechsel waren? Angekl.: Nein. Der Angeckagtc gibt dann Auskunft über die Werbung neuer Mit­glieder. Nack seiner Behauptung hielt er sich genau an die be­stehenden Vorschriften, wonach nur an Mitglieder Geld ausgeliehen werben sollte. Vors.: Was haben Sie den mm eintretenden Mit­gliedern gesagt? Migekl.: Ich habe im guten Glauben auf An­fragen gesagt, baß Verluste, bie sich ergeben sollten, von ben Bvr- stanbsmitgliebern gebeckt werben würben. Nach meinem Dasür- halteu war auch eine Gcsahr für die Kasse nicht vorhanden. Wenn ich um Gelder angehalten worden bin, so habe ich sagen müssen, daß zuerst die Mitglieder berücksichtigt werden. Ich habe aber niemals gesagt, die Kasse seiprima prima". Vors.: Sie haben doch al>er gewußt, baß Verluste eiugetreten waren. Glauben Sic denn, baß da auch nur ein Mitglied eingetreten wäre? Au- gekl.: Es sind Leute an uns hcraiigctrctcn, bie lausende Kredite wollten. Da wurde ihnen dann bedeutet, daß nur au Mitglieder Kredite gewährt werben könnten. Vors.: Konnten benit bei ber Lage ber Kasse überhaupt noch Krebite bewilligt werben?

Hierauf kann ber Angeklagte keine bestimmte Antwort geben. Er behauptet, baß keiner hätte ahnen können, daß die Kasse vor dem Ruin stünde. Der Vorsitzende hält ihm nun vor, baß er boch selbst einmal geschrieben hätte, wenn es so weiter ginge, ftünbe die Bank vor dem 9hiin.

Sachv. Reg.-Rat Bastian: Welche Schritte hat der An­geklagte getan, um die Bücher in Ordnung zu bringen, die ihm Nusllärung über die Wechselschuld der Kasse bringen sollten? Angell.: Die Wechsel waren nicht eingetragen. Sic wurden ein-- gelöst und das Koitto Adam dasür belastet. In ber Wechsel- geschichtc waren wir uns alle nicht llar. Der Angeklagte vermag aber timtber keine Auskunft zu geben, welche Schritte zur Kckar- üellung getan würben. Sachv. Reg.-Rat Basttan: Ist bas Ver­trauen, was Niebcr-Mobau dem Kommerzienrat Ihrig geschenkt hatte, gerechtfertigt worben ober nicht? Angekl.: Dies Verlraueu hat niemals eine Erschütterung erlitten.

Damit ist die Vernehmung Becks beenbet

Kommerzienrat Ihrig: Ich bin von 18831899 in den ^teuften des Vcrbanbcs tätig gewesen. 1899 wurde ich Direktor der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank. Mir lag die Lci- tung ob. Mit ber Verwaltung des Depots habe ich nichts zu tun gehabt. Heber Niedcr-Modau war mir schon als Geschäftsführer des Verbandes bekannt, daß dort feine guten Zustände herrschten. Die Rechmmgsführung des Adam war mangelhaft gewesen. Die Genossenschaft soll auf einen bestimmten Bezirk beschränkt sein. Es sollten auch nur Geschäfte mit ben einzelnen Mitgliedern gemacht werden. In Nieder-Mobau ist man aber weit darüber

NÜn volksvarteilicher Seite wird die V c r w e n d n n g v o u . ..

r kür kinematographischc Aufnahmen unter Spa r- U nd Darl ehn skas 1 e sott morgen zugleich mit B-'uanabme auf den D a n z i g er Fall, andemderKron bett jüngsten Vorkommnissen bei der Landwrrtschaftlichen p"inz beteiligt fei, beanstandet. Der Kriegsmiuister er n.-s.

klärt jedoch, bar, es in Danzig geradezu umgekehrt liege, nämlich,

tlulL ,UUvu. vu» « u.. . - i kaffe vom Finanzmisschuß mit ber Regierung einer näheren

daß das Militär in höchstem Maße durch bas Ueberhanbneimien I ^^ ^ ^ng unterziogen werden. Der Antrag Ulrich u. Gen., von linematosraEchen AttsnalMen bÄastmt werd-, und auch m . . . . -- -

dem berührten Fall sei bie 'Aufnahme ohne Wissen bc^-> Regimentv Ausschuß rür erledigt erklärt. '

wonach bii Ur »« die RachimchmLcn für das M-tssahr)7

kinmiawgraphlsch-n Ausnahmen nicht Münjcho nnb billige. und 1908 gatot M cmgehender Erörterung Veranlasiung-;