Ausgabe 
9.12.1913 Erstes Blatt
 
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Ausführungen zu gestimmt mtb man äußerte allseitig lebhaftes Bebauern Aber tue Behandlung des Zaberner Falles im Reichstage Im Reichstage sei toeber ton der Regierung, noch von den Volks Vertretern der Kernpunkt der sanzen Frage bloßgelegt morden, das' nicht die Entgleisungen eines jungen Offiziers zu den Zc>.° -erner Vorgängen führten, sondern daß diese die. ton allen Kennern der Verhältnisse hn ReichÄand seit langem torhergesehene Folge einer zielbewußten Verhetzung -es elsässischen Volkes durch i)ü Welschlingc waren. An zweiter Stelle berichtete Sxrr Zeitungs- Verleger Tr. Pohl, Berlin, über Deutschlands Belange in der asiatischen Türkei. Zum Schluß sprach Iustizrat S chna-Leipzig überUnser Volkstum und die Regierungen". Seine Ausführungen gipfelten in Folgendem:Volkswirtschaft, d. h. bie Gesamttätigkeit eines Vol res zur Befriedigung seiner Bedürfnisse hat nicht Zweck an sich, son dcrn Mittel zum Zwecke zu sein, das Volk zu erhalten und zu kräftigen und seine Entwicklung zu fördern. Daher dürfen gcietzlrche Maßnahmen auf dem Wirtschaftsgebiete weder nur den Interessen Einzelner dienen, noch einseitig aus Mehrung des Reichtums l>e- schränkt werden. Diese Regel scheinen aber unsere Regierungen in manchen sehr wichtigen Stücken völlig außer Acht zu lassen und auf einige dadurch entstandenen Schaden muß umso nachdrücklicher hingewiesen werden, als sie geeignet sind, unser Volk in seinem in­nersten Kerne zu bedrohen.

Ausland.

Das neue japanische Flo t t en p r o g ramm enthält den Bau eines Schlachtkreuzers, der kürz-lich in Yokosuka auf Kiel gelegt worden ist, und den Bau von zwei Schwesterschiffen, die in nächster Zeit in Nagasaki und Kobe auf Kiel gelegt werden sollen.

Die Tanzwut in Deutschland.

Gießen, 8. Dez.

Die Hessische Vereinigung für Volkskunde hielt heute abend im Saale des HotelsMetropol" einen Vortragsabend mit dem ThemaTic Tanzwut in Deutschland" ab. Der Vor­tragende, Dr. med Martin aus Bad-Nauheim, machte zuerst einige kurze Bemerkungen zu seinem früheren VortragDessauer Foltertröge" und zeigte einen solchen Trog, in den man die liebel- later l-ineinlegte und zum Geständnis zwang, int Bilde.

Danach ging er zu dem obigen Th-'ma über. Er nannte den Berliner Arzt Hecker, der als Autorität in der Schilderung der Bolkskrankheit des Mittelalters gilt und dessen Aussührung der Historiker Hirsch mit Zusätzen versehen hat. Nach den For­schungen, die der Redner in mehreren Schriftstücken ange^elll hat, sieht mit Sicherheit fest, daß die große Straßburger Tanz- wut--Evidemie 1518 und nicht, wie es in einzelnen Chroniken heißt, 1418 ausbrach. Tie Krankheit wurde auch der große Veits­tanz genannt. Auch den Stadtschreiber Sebaßian Brandt aus SLraßb!trg führte der Redner bei seinen Quellen an. Acht Tage vor Maria-Mag)al"na fing zuerst eine Frau an. Tag und Nacht zu tanzen, nach 4 Tagen warm es 34 Männer und Frauen, welche die Tanzwiir befi l. nach einigen Wollten gab es schon 200 Tanz- wutige. Schließlich verbot der Rat der Stadt jegliche Musik, die Kranken^wurden nach St. Veit gefahren und um den Allar ge­führt. 3t. Veit befind't sich bei Zabern. Tie Straßburger Veits- tanzcpidemi ' ist für Mediziner und Theologen interessant Manche Bräuche bei der Krankheit lassen sich bis in die heutige Zeit nach­weisen.

Ter Vortragende schilderte dann die Fahrt nach St. Veit und die dortige Behandlung der Kranken, auch zeigte er mehrere Bilder, welche die Tanzwut veranschaulichten. Schließlich beschloß der Rat ton Straßburg, den Kranken Gelegenheit zum Tan'.en zu geben, bis sie sich zu Tode tanzten. Man stellte die Zunft- sälc zur Verfügung, sorgte für Musik und kräftige Männer, die mit den Kranken abwechselnd bis zu deren Erschöpfung tanzten. Man benutzte den Tanz als Heilmittel. Äerzte verordneten Einrichtungen, in denen die .Kranken gedreht und geschaukelt wur­den, bis sie bewußtlos niederfielen. Wer einem andern im 15. und 16. Jahrhundert den St. Veitstanz anfluchte, ivurde bestraft. Als die Krankheit sich wieder erhob, schickte man die Kranken zu beliebigen Heiligen, da man dem St. Veit allein nicht mehr die Heilkraft zutraute. Ja, man -wandte sich infolge des Einfluss^ der Protestanten mehr ton den Heiligen ab und begann die Bibel zu lesen.

Die Stadt Basel wandte ähnliche Methoden zur Heilung an Nack Schenk aus Freiburg nahm man auch im Breisgau Zuflucht zu den heiligen Veit und Johaimes dem Täufer. Schließlich bürgerte es sich ein, am St. Veitstag zu tanzen, damit man das Jahr hindurch Vor der Käankhit verschont blieb Ein Gießener Professor Horst 16881722 enählt. daß er in Ulm eine Frau gewroch-n, die alljährlich dieses Mittel anwandte, eine batte dies 20, eine artbnr gar 32 Jahre wiederholt. Von der Kucke wirroe am St. Veitstage die Tanzmusik gestellt. In Italien fand man ähnliche Bräuche gegen den T a r a u t e^l - tanz.

Die Bezeichnung St. Veftstanz- von der flavischen Gottheit Swantewile oberster Gott (Lichtgott) her volabisckm Slaven besonders gefeiert aus der Insel Rügen ist nach ben Forschungen des Vortragenden nicht zutreffend. Tie Veitstänzer in Zürich wanderten nach der Wasserkirche und tanzten. Im Jahre 1374 qinq die Tanzwut in Belgien los. Eine Limburger Chronik schildert daß der heilige Johann als Helfer angernsen wurde. In V l a m - land herrschte derselbe Glaube in der Bekämvfting der Tanzwut wie in Straßburg. Man dachte sich, die Kranken seien vom Teufel besessen und der müsse ausgetrieben werden. In der Echtcr- nacherSpringvrozessionist sichtlich das Ende des Veits­tanzes und seiner Bekämpfung zu erkennen: die Proze-sion wurde von Bcsckof Willibrord cingehlfrrt. Die interessanten Ausflihrungen wurden durch eine Anzahl Bilder aus jenen Zeiten illustriert

Stadt nnd Land.

Gießen, 9. Dezember 1913.

** Tageskalender für Tientag. den 9. Dez.: Stadt- theater: .Kammermusik." Anfang 3 Uhr.

Gießener Freilandgrnvpe. Vortrag V a a f ck e : Freideutsche Jugend und sreideutscher Jugendtag". In der Aula abends 8!L Uhr. *

"Der Großherzog hat den Bezirkskassierer der Bezirkskasse Ulrichstein Karl Schäfer zu Ulrichstein in gleicher Diensteigenschaft an die Bezirkskaffe Lampertheim versetzt. Zugleich ist die bisher offene Stelle des Bezirkskassierers zu Ulrichstein, fomie die Stelle des Be- zirkSkaffe-Assistenten bei Großh. Bezirkskaffe Mainz I. erledigt.

9l us dem Schuldienste. Uebertragen wurde der Schulamtsaspirantin Marie Bell ans Münster, Kreis Die- bürg, eine Lehrerinstefle an der Volksschule 511 Epperts­hausen, in demselben Kreise.

** lieber bic Prüfung der Geometer erläßt der 'Grvßb. Kommissär für die Prüfung der Geometer zu Darmstadt scklgende Bekanntmachung: Die Kandidaten für die 1. Klasse, welche sich der am 9. März 1914 beginnenden Prüfung unterziehen wol­len, haben bei Vermeidung der Nichtberück'ichtigung spätestens bis zum 26. Januar 1914 bei Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Steuerwesen, unter Verwendung des gesetzlichen Ein- gabestempels von 1,50 Mk. schriftlich um Zulassung nackzusuchen. Die gleiche Bestimmung ist auch für diejenigen Kandidaten für die 2 Klasse maßgebend, welche sich noch anläßlich der vorerwähn­ten Prüfung einer Nachprüsung unterziehen wollen. Dem § 8 der Verordnung vom 31. August 1874 gemäß ist dem Zulassungs ^esuck der Nachweis über die erhaltene Vorbildung beizissügen, ins besondere sind die Sitten - und Studienzeugnisse der besuchten öffent­lichen oder Privat-Lehranstalten, sowie das Zeugnis über min­destens einjährige praktische Einübung bei einem im Großherzog- Ium beschäftigten Geometer 1. Klasse vorzulegen. Die Kandidaten

haben außerdem zufolge 5 1 der ^Verordnung vom 15. Juli 1885 einiährigen Besuch der Großh. Technischen Hochschule zu Darm­stadt nachzuweifen. Tie Zeugnisse, welche einen Bestandteil der Personalakten bilden, sind im Original vorzulegen und haben die Kandidaten entweder beglaubigte Abschriften derselben zu an­deren Zwecken zurückzubehalten oder es sind, falls die Original- zeugniffe zurückverlangt werden, außer diesen auch noch beglau­bigte Abschriften mit vorzulegen.

** Die weiße Dame (ton Boieldieu), die als eritc Opernvorstellung dieses Winters am Freitag durch das Hoftheater und die Hofmusik zur Aufführung kommt, wurde, wie uns der Theaterverein schreibt, in Darmstadt zum Geburtstag der Groß­herzogin neu einstudiert und dort sehr beifällig aufgenommen, wie es diese harmlos hintere, elegante und musikalisch feinkultivierte Oper des liebenswürdigen Boieldieu verdient. Da wir in Gießen in den letzten Jahren keinen französischen Vertreter der komischen Oper, ausgenommen Auber, zu hören bekamen, so empfahl sich schon deshalb die Aufnahme dieses seinen Werks, zumal in Darm­stadt die Hauptrollen ausgezeichnet besetzt sind. Tie Anna singt Olga K a l l e n s e e, bereit Gesangskunst wir int letzten Wärter in der Rolle derMfarta" schätzen lernten, die.nicht nur eine glänzende Koloraturtechnik besitzt, sondern auch sehr spielgewandt ist. Der George Brown, der einen ausgezeichneten lyrischen Tenor verlangt, liegt in den Händen von August Globerger, der seit dem vorigen Winter dem Hoftheater angehört, in Gießen aber noch nicht gesungen hat. Seine Leistung in den bisheriger! Auf­führungen war über alles Lob erhaben. Ten Gaveston gibt Kam­mersänger Stephani, den wir von zahlreichen Parltcn bereis kennen, und zu dessen Empfehlung jedes Wort überflüssig ist. Die Jennh singt Margarete B e l i n g - S ch ä f e r, erst seit diesem Winter int Verband des Hoftheaters, uns in Gießen aber bereits sehr vorteilhaft bekannt durch ein Gastspiel, das sie int Sommer 1912, damals int Verband des Mannheimer Hoftheaters, als Lustige Witwe" gab. Als Dirigent waltet Paul Ottenheimer, der neue Hoskapellmeister, seines Amtes, als Regisseur Otto N 0 w a ck, der Nachfolger Valdeks, der sich in Darmstadt durch eine Reihe vortrefflicher Neu-Inszenierungen bereits einen Namen gemacht hat.

** Das Union-Theater bringt, wie immer, auch für heute und die folgendem Tage wiederum ein paar ganz hervorragende Schlager. Wie uns die Direktion mitteilt, wird das fünfartige DramaDie Laune einer schönen Frau" oderD e r s ch w ar z e T 0 d" auf vielseitigen Wunsch für einige Tage verlängert. Dieser Film besitzt eine glän­zende Inszenierung, und die berühmte, auch in Gießen gut bekannte Künstlerin Ritta Saschetto, die in diesem Drama die Hauptrolle spielt, macht das Drama zu einem der besten, was bis jetzt geboten worden ist. Die Be­sichtigung dieses Dramas und auch der übrigen durchaus gelungenen Bilder des Programms ist zu empfehlen.

** U e b e r Schilauf und Wintersportplätze des Mittelgebirges und der Alpen/ wird Privatdozent Dr. D e m 0 l l morgen abend im großen Hörsaal der Universität sprechen. Der Vortrag, der auf Veranlassung des Akademischen Ausschusses für Leibesübungen^ vom Gießener Schiklub übernommen wurde, wird durch eine große Anzahl von Lichtbildern wirksam unterstützt wer­den. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich war, ist der Vortrag für jedermann unentgeltlich zugänglich.

** Besondere Wag e n für Schiläufer. Einem Antrag des Gießener Schikstubs folgend, hat sich die Eisen- bahndircJion Frankfurt a. M. dankenswerterweise veran­laßt gesehen, besondere Wagen 3. Klasse für Schiläufer ein­zustellen. Die Wagen werden Samstags und Sonntags in den von Schneeschuhläusern am meisten benutzten Zügen verkehren. Dadurch wird es den Schiläuferin ermöglicht, ihre Sportgeräte im Auge zu behalten und die übrigen Reisenden werden durch die langen Bretter nicht belästigt.

** Jungdeutschland. Am Samstag fand in Darm­stadt .eine Sitzung des Laudesausschusses des Hessi­schen Landesverbandes Jungdeutschlanb ft. tt. Der Vorsitzende, General Frhr. v. Hehl, berichtete über bte Arbeit in deit-letzten Monaten, Generalleutnant Bernhard über die letzte Sitzung der Bundesleitung nn,d der Vertrauensmänner d s Gesamtbundes in Berlin. Als wichtigstes Ergebnis der Beratung sei hervvrgehol:n, daß der Landesausschuß auf Antrag des Vor­standes beschloß, am 4. Marz nächsten Jahres einen zweiten hessische n Jugendtag und zwar in Friedberg zu ver­anstalten, auf welchem wiederum eine Reihe aktueller Fragen auZ benr Gebiet der Jugendpflege erörtert werden sollen.

** Kaufmännische Schule n unter Verwaltung der Großh. Handelskammern bestanden nach der amtlichen Statistik im Jahre 1912/13 im Großherzogtum Hessen 61, davon in Os 1 enbach 12 Klassen, Darmstadt, Worms und Mainz je 9 Klassen, Gießen 8, Alsfeld, Bingen, Fried­berg, Liiuterbach je 3 und in Alzey 2 Klassen. Die Ge­samtzahl an Schülern beträgt 1520. An Schulgeld wurden 50071 MMt. erhoben. Zuschüsse leisteten der Staat mit 13 300 Ml., die Handelskammern 6542 Mk., die Städte 11 750 Mark. Die Gesamtausgaben einschließlich der Lehrergehälter betrugen 82331 Mk. Die Zahl der Lehrer betrug 81.

** Erfinderschutz. Wie man uns schreibt, hat sich in den Kreisen von Handel und Gewerbe ein lebhaftes Jnteresso für den Vortrag gezeigt, den der Bund der technisck - in >- d n st r i e I t e n Beamtein am Freitag abend int Cafe Ebel '.oberer Saal) veranstalten wird. So haben ber Kaufmänni - f ck c Veretn und der >Ortsgewc'rbeverein die an sie ergangene Einladung angenommen und empfehlen ihren Mit- gliebcrn den Besuchs des Vortrags. Dies Interesse ist ja auch ganz verständlich. Sind es doch gerade diese Kreise, die einen fcljr erheblichen Teil des Vachwuchses aut den technischen Bureaus stellen in ihren Söhnen. Daß sich die shiesigen Vereine von technischen fll n g c ft c 1 1 t c n vollzählig beteiligen werden, braucht Wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden. Handelt es sich doch um ihre eigensten Interessen.

*"* Fallen der Schweinepreise. Seit dem Vieh- markt am 10. November ds. Js. sind auf dem Frankfurter Schlacht­end Diehhof die Preise der Schweine in allen Qualitäten in totem Fallen begriffen und auch an dem heutigen Markttage gingen die Schweinepreise, gegen bic vorwöchigen durchweg wieder um je 1 Psg. für das Pfund Sck-lachtgewicht zurück, sodaß heute für vollst effchrge Schweine von ,80100 Kilogramm 7173, für vollfleischige Schweine unter 80 Kilogramm 7072 Psg. für das Pfund Schlachtgewicht notiert wurden. Vergleicht man ine Preise gegen die im November 1912 gezahlten, so ist ein nennenswerter Rückgang bei dieser Viehgattung festzustellen. No­tierte doch der Frankfurter Viehmarkt im November 1912 für die erste Qualität Schweine 8387, teils sogar 8890 Psg., fünf die zweite Qualität 8487 bezw. 8789 Psg. für das Pfund Schlachtgewicht. Die Notierung am 9. Tezember 1912 zeigte für erste und zweite Qualität ^388 Pfg. für das Pfund Schlaäst:- gewicht. In den Kreisen der Produzenten rechnet man mit einer weiteren Baisse-Bewegung in Schweinen. Die Landwirte in der Wetterau, bem Vogelsberg, der Rhön, dem Odetrwlald und Taunus sowohl ivic im Westerwald, an der Lahn uiti> im Goldenen Grund erhalten zurzeit kaum 50 Pfg. für prima Schtveine das Pfund Lebendgelmckü. Deannach eröffnen sich der Hausfrau günstige ?l ns fickten für die bevorstehenden 'Festtage, denn sie wird einen bet der Teuerung alfer Lebensmittel immerhin billigen Schweinebraten auf die Tafel stellen können.

** Schwere Brandwunden erlitt in der Nacht auf Dienstag etwa um halb zwölf Uhr das Dienstmädchen Christine Garben in ihrer Dachrammer in einem .Hause der Südanlage. Das Mädchen beschäftigte sich mit einer Freundin zusammen mit Handarbeiten. Durch eine Unvvr- ichtigkeit fiel die Lampe u m, und die Kleider des Mäd­chens gerieten in Brand. Tie Loschversuche der beiden Mäd chen mißlangen. Der hnbeigeruf-ene Arzt, Dr. Meyer--'

h off, konnte nur sehr schwere Brandwunden fcststellerr un8 die Ueberfiihrung der Schwerverletzten nach der Klinik ver­anlassen. Das Mädchen durfte wohl ?a u m z u r e 11 e n sein.

Gießener K 0 n z e r t v e r e i n. Ter Vorstand de- flonzertvereins bittet unS, mitzuteiten, daß Frätilein Schöll im Konzert am Sonntag auf einem von der Firma Rudolph, Gießen, gestellten S t e i n >v a y - F l u g e l gespielt hat.

Landkreis Giehen.

~ Bellersheim, 8. T-ez. Man schreibt uns:Vorigen Sommer wurde das Fürst!. B r au n fe l s i s ch e Gut, das etwas über 900 Morgen in unserer Gemarkung enthält, der Ge­meinde zum Verkauf angeboten. Unter Aufbringung von beinahe einer Million Mark war man bereit, das Gelände in die HLrdc der Dauern zu bringen. Die Verhandlungen schienen sckwn dem Abschluß nahe, da wurden sie mit der Begründung abgebrochen, daß die Agnaten des Fürstlichen Hauses mit einem Verkauf nicht einverstanden seien. Große Erregung mtb Erbitterung hat diese Mitteilung in dem Dorfe hervovgerufen. Man ist der Ansicht, wenn man etwas verkaufen will, muß man sich auch vorher ver gewissem, ob man es auch verkaufen kann."

= Harbach, 8. Dez. In .Harbach tritt der 91 Jahre alte Schäfer nach 80jähriger Dienstzeit am 1. Januar 1914 in den Ruhestand.

Kreis Büdingen.

= Bleich enbach, 7. Dez. Hier sand heute die ordentliche Hauptversammlung des V 0 r s ch u ß - u n d K r e - d i t v e r e i n s statt. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bil­dete neben den satzungsgemäßen Wahlen der Bericht über das Ergebnis der in der Hauptvcrfantmlung vom 2. November 1913 beschlossenen außerordentlichen Revision. Neben der buchführungstechnischen Prüfung der Bilanz für den 31. Dezember 1912 und der gesamten Buchführung für das Jahr 1913 -hat sich diese Revision auf eine Prüfung der Bestände an Kasse, Weck;seln und Wertpapieren, sowie auf die Prüfung sämtlicher Außenstände des Vereins und ihrer Sicherheiten erstreckt, wobei als ortskundige, von der früheren Hauptversammlung gewählte Ausschußmitglieder die Herren Hch. Fischer von Selters und Karl S ch 0 r b von Stock­heim zugezogen waren. Verbandsrevisor Schmitz von Wies­baden verlas den über die Revision erstatteten schriftlichen Bericht und knüpfte daran eine eingehende Erläuterung. Der Revifionsausschuß hat sich dahin ausgesprochen, daß kein An­laß vorliegt, Veriustc an den Außenständen des Vereins zu befürchten, abgesehen von der Geschäftsverbindung mit der Landwirtschaft!. Genosse n s ch a f t s b a n k. Das Guthaben bei dieser beträgt 40 900Mk., und der daraus zu erwartende Verlust, der in eingelveihten Kreisen aus 50 Proz., das siitd hier 21000 9)21., geschätzt wird, ist aus den Re­serven des Vereins, die sich zurzeit auf 43 500 Mk. belaufen, zu decken. Die im Besitz des Vereins befindlichen vier Aktien der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank find bereits aus dem Gewinn des Geschäftsjahres 1912 voll abgeschrieben worden. Der Revisionsbericht bezeichnet die Geschäftsführung seitens der Verwaltungsorgane als einwandfrei und die Kre­ditgewährung als vorsichtig, und kommt zu dem Schluß, daß kein Anlaß zu irgendwelchen Befürchtungen besteht. Für die beiden Ausschußmitglieder Fischer und Schorb schloß sich Herr Fischer den Ausführungen des Verbandsrcvisors an und betonte auch seinerseits, daß das Ergebnis der sehr eingehend den Revision ein durchaus günstiges gewesen sei.

-0. N i d d a , 8. Dez. Heute fand im Gambrinussaale die Hauptversammlung des landwirtschaftlichen Bezirks­vereins des Kreises Büdingen statt, wozu sich sämtliche Ge­meindevertreter und zahlreiche Mitglieder des Vereins eingefun« den hatten. Der Vorsitzende Geh. Regierungsrat B 0 e ck m a n n au^ Büdingen begrüßte die zahlreiche Versammlung in herzlichen Wor­ten. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten hielt Professor Dr. G i s e v i u s aus Gießen einen interessanten und sehr beifällig aufgenommenen Vortrag überdie Bedeutung un­serer Kolonien für die Landwirtschaft". Der zweite Vortrag des Sekretärs der Landwirtschaftskammer, Schwarz aus Gießen, beantwortete die Frags: .Was hat uns die Landwirtschaftliche Kreisschau in Büdingen gelehrt?" Auch die Ausführungen dieses Redners boten sehr viel Lehrreiches und Bemerkenswertes und ern­teten gleichfalls großen Beifall. Mit dem Ausdruck des Dankes an die beiden Vorsitzenden schloß der Vorsitzende die sehr anre­gend verlaufene Hauptversammlung.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 8. Dez. Es wird in unserer Stadt ein Orche st erverein gebildet, welcher sich die Aufgabe gestellt hat, klassische Musik zu pflegen.

§ «Staben, 8. Dez. Da die Erbauung einer Nebenbahn Friedberg Ran st adt nicht zu erwarten ist, plant mau, dem längst gefühlten Bedürfnisse unserer Gegend durch Anlage einer elektrischen Bahn Rechnung zu tragen. Wie bestimmt ver­lautet, befaßt sich eine Firma mit den Vorarbeiten zum Baue einer solchen Bahn, die unsere Gegend mit mehreren großen Gemeinden ebem Verkehre einigermaßen näher bringen könnte.

r Reichelsheim, 8. Dez. Sonntag, ben 7. Dezember, hielt Lehrer Jakob von Gonterskirchen im Rech'schen Saal' dahier einen sehr ansprechenden und beifällig aufgenommenen Lichtbilder-Vortrag über18131815V

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 9.Dez. Der Besuch ber Techni« scheu Hochschule in Darnrstadt hat nach dem soeben er­schienenen Verzeichnisse der Studierenden, Hörer und Gäste, mit 1578 Bouchern um 217 zugenommen gegen das vorjäh­rige Wintersemester aber um 114 Besucher abgenommen. Es besteht ein Ausländerrückgang gegen den vorigen Winter von 78, darunter allein vvn 37 Russen, zu verzeichnen, was auf die erschwerten lAusnahmebedingungen zurückzuführeni ist. Von den diesjährigen Besuchern sind 1231 Deutsche und 347 Ausländer. Aus Preußen sind es 525, Hessen 468, Bayern 63, Sachsen 30, Baden und Elsaß-Lothringen je 27, Hamburg 23, Württemberg 16 usw. Rußland ist unter den Ausländern am stärksten mit 204 vertreten; es folgt Nor­wegen mit 37, Bulgarien und Oesterreich mit je 19, Finn­land 16, Schweden 13, Schweiz 11, Belgien und Rumänien (mit je 4, Türkei und Vereinigte Staaten je 3, Italien, Spa^ nien, Chile und Siam je 1. Das am meisten belegte Fach ist die Abteililng für Maschinenbau mit 374 Hörern, Archi­tektur 276, Jngenieurivesen 263, Elektrotechnik 178, Chemie 132, Papicrfabrikativn 59, Allgemeine Abteilung 17. Hierzu iömmen 278 Gäste, darunter 179 Damen.

Kreis Wetzlar.

A Hochelheim, 8. Dez. Der Neubau der Zigar­renfabrik der Firnra Rinn & Cloos wurde am gestrigen Abend feierlich eingeweiht. Fabrikant R i n n aus Heuchelheim war persönlich erschienen und eröffnete die F?icr durch eine Ansprache. Bon dem Hersteller der elektrischen Beleuchtungsanlage, Friedrich Schiminel (Klein-Lindens, wurde das Gebäude mit buntfarbigen Lichtern geschmackvoll erleuchtet. Ein Festessen und ein ffdeler Bierabend schlossen sich an die Einweihungsfeiar, auch ein Tänzchen durfte nicht fehlen. Der Ortsvorstand und die Beraine nahmen an dar Feier teil. Der Gesangverein erfreute durch feine schönerr Chöre.

b B ra un fels, 7. Dez. Der Verein Landes­wohlfahrt, gegründet vom Prinzen Albrecht zu Solms-.B.raunfels, blickt auf ein 20jährigcs segensreiches Be-,