Ausgabe 
13.8.1913 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

in ent angetjßrte. Mit Ehrengaben und Preisen für das Wettschießen »er alten Jager war das Bataillon retdtficf) bedacht wordsr; ii. a. wurde demselben auch von der Landsmannschaft Äassd-- Borussia in Marburg eine Ehrengabe überreicht. Nach dem rzest- tzsfen am Sonntag auf dem Festplatz, das reichlich und prompt gereicht wurde, entwicftlte sich bald ein fröhliches Trerben und les war dem Fremden ein fesselndes Bild, die zahlreich erschienenen ..Hessenmädel" in ihrer historischen bunten Tracht z.u bewundern, loder gar einem solchen breitbebändertenSpitzkäppchen cm Tänzchen zu riskieren. Eine Anzahl jüngerer Jägevofnziere hatte sich in echt kamervdsck^ftlicher Weise an dem lustigen Treiben ihrer alten Kameraden auf dem Festplatz beteiligt. Hier gab es feine Vorgesetzten; alle Beteiligten fanden sich hier als Kame- Laden zusammen. Ein junger Jägevvffizier promenierte mit einem Men Veteranen (Jahrgang 1859) per Arm Lber den Festplatz: im Jubel der Begeisterung hatten beide die Kopfbedeckung ver­tauscht:Lieb Vaterland magst ruhig sein". Obgleich der Himmel einmal einen kräftigenNassauer" her unter schickte, der Veran­lassung gab, daß sich alles in die wasserdichten Kompagniezelte flüchten mußte, nahm das Fest dennoch seinen fröhlichen Fort­gang, und fand durch die feenhafte Beleuchtung des Schlosses, von Spiegelslust und der Ostseite der Stadt einen würdigen Ab­schluß Bei dem am folgenden Tage stattfindenden Preistchiesten der alten Jäger wird die Festbegeisterung wohl manchem der Beteiligten bei dem Zielen etwasnachgezittert" haben, und die gewohnten Treffer beeinflussen: doch, hoffen wir das beste!

«Tie Stadt Marburg hatte sich tzur Ehre ihrer alten Jager in ein prächtiges Festkleid gehüllt, die Straßen sind nut Dannen- bäumchen eingefaßt und durch eine große Ehrenpforte am Bahichof führte der Weg die Gäste an den reich beflaggten und ge schm netten Häuserreihen vorbei dem Festplatze zu. Tas 11 Jägerbataillon liegt mit kurzer Unterbrechung seit dem Jahre 1866 in Marburg in Garnison und ist im Laufe der vielen Jahre so mit der Bürger­schaft verwachsen, daß man sich Marburg ohne feine 11. ^ager nicht gut denken kann. . .rx ,r r.

Ter dortige Verein der Jäger und Schutzen gibt zum Schluß des Festes den alten .Kameraden am Dienstag, 12. August, noch eine Fäßcheiipartie zur Weintrautseiche und dann lebe wohl du schöne Jägerzeit, lebe wohl du freundliches Marburg! Aüf Wieder­sehen !

Ans Stadt und Lund.

Gießen, 13. August 1913.

Verbürgung auf bestimmte Zeit.

Das Reichsgericht hat sich unlängst mit einer für die .Bankwelt äußerst wichtigen Prinzipien frage zu be­fassen gehabt, mit der Frage nämlich, wie eine bet Burgschafts­urkunden besonders übliche Zeitbestimmung auszulegen set Und iob und wW Einwirkung eine solche Zeitbestimmung überhaupt auf die Haftung des Bürgen auszuüben vermöge. Die Verbürgung auf eine bestimmte Zeit kann em -doppeltes bedeuten: entweder, daß der Kreis der Forde- r u n g e n, auf die sich die Bürgschaft beziehen soll, nach th r er Entstehungszeit beschränkt sein soll, oder daß die Bürgschaftsverpflichtung selbst Sittlich be­schränkt sein soll, so daß der Bürge innerhalb der Frist in Anspruch genommen fein must Weder für die eine noch für die andere Bedeutung spricht von vornherein eine Vermutung, wenn auch bei Uebernahme einer Bürgschaft für künftige Ver- wndlichkeiten, insbesondere bei Uebernahme von Kreditbürgschaften !die erstere Bedeutung wohl am nächsten liegt. Es ist vielmehr stets durch freie Auslegung zu ermitteln, in welcher Absicht die Haftung zeitlich begrenzt ist. ,

Die Klägerin, die Leipziger Bodenkreditbank, hatte dem Kauf­mann H. einen laufenden Kredit eröffnet. In der Urkunde vom 16. November 1911 verbürgte sich der Beklagte, der Landwirt F. in Weimar, für alle Forderungen, die ihraus dem gewährten Kredite gegen Herrn H., sowie aus von diesem ausgestellten, girier» ten oder akzeptierten Wechseln entstanden sind oder entstehen iver- den, selbstschuldmerisch in Höhe von 10 000 Mark für die 'Zeit bis 15. Februar 1912". Die Klägerin, forderte von ihm diesen sBetrag auf Grund von vier Wechseln über je 2500 Mark, die von ihr am 29. November 1911 ausgestellt, von H. akzepttert -Und am 15. Februar 1912 fällig geworden waren.

Das 'Landgericht Leipzig und das Oberlandesgericht D r e s - den nahmen zwar zu Gunsten des Bellagten an, daß durch den Zusatz ,chis 15. Februar 1912" eine zeitliche Beschränkung der Bürgschaftserklärung selbst beabsichttgt gewesen sei, daß aber auch bei dieser Unterstellung die Haftung des Bellagten aus der Bürg­schaft nicht erloschen sei, weil der § 773 BGB. auf Verbind­lichkeiten, die zur Zeit der Uebernahme der Bürgschaft noch Nicht bestanden haben, wenigstens entsprechend anwendbar fei und die Klägerin gemäß § 773 Abs. 18,2 dem Bellagten bereits am 15. Februar 1912 angezeigt habe, daß sie ihn in Anspruch nehme. Gegen diese Auffassung der Vorinstanzen, daß der § 773 BGB. auch auf die Verbürgung für solche Verbindlichkeiten anwendbar sei, die erst nach Uebernahme der Bürgschaft entstanden seien, richtete sich die Revision des Bellagten, die jedoch feinen Erfolg hatte. Das Reichsgericht führte zu dem entscheidenden Punkte aus: Einer solchen Anwendung steht zunächst nicht, wie die Re­vision meint, der W o r tl a u t des 8 377 entgegen; er bezieht sich allerdings nur auf Bürgschaften für eine bestehende Verbind­lichkeit ; das findet aber seine Erklärung in der Entstehungs­geschichte dieser gesetzlichen Bestimmung.

Der erste Entwurf des BGB. beschäftigte sich nut der Frage des Erlöschens der Bürgschaft im Fall ihrer zeitlichen Beschränkilng überhaupt nicht. Den diesbezüglichen Vorschriften der verschiedenen Gesetzgebungen gegenüber führen die Motive zu § 679 des ersten Entwurfs aus:Wie eine solche Beschränkung verstehen sei, lasse sich unter Umständen allerdings nur schwer bestimmen. Be­ziehe sich die Bürgschaft auf künftige Ansprüehe, handele es sich insbesondere um eine Kreditbürgschaft, so sei die Bedeutung der Beschränkung meist unschwer zu ermitteln; es liege die Auslegung nahe, der Bürge wolle die Bürgschaft nur für diejenigen Ansprüche übernehmen, die innerhalb der festgesetzten Bürgschaftszeit zur Entstehung gelangen. In den anderen Fällen unterliege dagegen die Bedentting einer der Bürgschaft beigefügten Beschränkung ui Ermangelung eines für die Auslegung maßgebenden Anhalts- punlles häufig den erheblichsten Zweifeln. Eine Auslegungsregel «oder eine dispositive Rechtsnorm könnte hiernach nur angemelsen erscheinen: allein es wäre äußerst fdjtoer, die angemessene Rechts­norm zu finden." Der zweite Entwurf hat fidji auf einen anderen Standpunkt gestellt und die Ausnahme einer Bestimmung über die zeitlich beschränkte Bürgschaft wenigstens für den Fall durch das praktisdie Bedürfnis für geboten erachtet, daß es sich um Verbindlichkeiten handelt, die 'bei der UebernalMe der Bürgschaft bereits bestehen Dagegen hat er von einer besonderen, den Partri- willen im Zweifel miebergebenben Bestimmung über die Bebeutung einer Beschränkung bei Bürgschaften für künftige Verbindlichkeiten lediglich deswegen abgesehen, weil er in liebercinftimnumg mit den Motiven zum 1. Entwurf bei dergleichen Bürgscliaften das Vorliegen einer zeitlichen Beschräükung der Bürgschafts- verpflichtung selbst für den Regelfall überhaupt verneint hat Hiernach steht der Wortlaut des 8 777 einer entsprechen­den Anwendung dieser Bestiinniung auf Bürgschaften für künf­tige Verbindlichkeiten, falls überhaupt die Bürgschaftsverpftich- tung selbst zeitlich beschränkt ist, jedenfalls nicht entgegen. Der Rechtsgedanke aber, der jener Bestimmung zu Grunde hegt, nämlich auf eine bestimmte Zeit eine Ordnung zu schaffen, ob und inwieweit der Gläubiger bis zum Ablauf der Zeit bereits die JnanspruchualMe des Bürgen eingeleitet und durchgefahtt haben müsse, trifft and) bei ihnen zu, und deshalb ist and? auf sie die Bestimmung entsprechend anzuwenden. Hiernach mußte die Revision zuriickgewiesen werden.

** D i e F u ch s i e als Zimmer- und Zierpflanze zum Schmud von Häuserfronten und Balkone ist durch die Mode mehr oder neniger verdrängt worden. Immer mehr wird dieser in Süd­amerika brimifdic Zierstrauch, der wegen der Fülle seiner schönen, mannigfach gefärbten Blüten früher in den vornehmsten Häusern beliebt Ivar, die Blume des kleinen Mannes, der sich ihrer Pflege

amtimmt. Besonders aus dem Lande um Gießen, wo man der Mumenpftege am Fenster noch viel Interesse entgegenbringt, und darin förmlich wetteifert, triftt man vereinzelt Fuchsien als Häuserfchmuck, die den Blumenfteund wahrhaft erfreuen. Grade in biefem nassen Jahr, wo der Sonnenschein sich so spärlich macht, haben sich die Fuchsien wundervoll entwickelt, und zeigen einen prächtigen Blütenreichtum. Wir sahen einzelne Fuchsien, die in jeber Ausstellung einen Preis bekommen würden. Weshalb man sich in den städtischen Bürgerhäusern von der Fuchsie zum Schmuck der Gebäude abgäpeirbet hat, die doch zwischen den jetzt überall bevorzugten Geranien eine wohltuende Abwechselung bilden würde, ist wohl darin M suchen, daß die Pflanze als einzelner Stock nur unscheinbar wirkt. Welche prächtige und vornehme Wirkung bei Massenbenutzung aber damit zu erzielen ist, zeigt der Balkon an der Rückseite der Villa Bänninger in der Ludwigsttaße. Dort bilden Fuchsien als Abschluß eine vollständige Girlande, und diese Verwendung sollte zur Nachahmung aneifern. Die Fuchsie ist sehr leicht aus Stecklingen zu ziehen; ihre Durchhaltung im Winter ist nicht sehr schwer, nur bedarf die Pflanze viel Wasser zu ihrem Gedeihen. In den Kgl. Gärten um Potsdam erfreut sich die Fuchsie einer besonderen Beachtung. Wer im Juli und August, der Hauptblütezeit dieses Zierstrauches, besonders in Sans­souci, die wundervoll wirkenden Gruppen der hochstämmigen Fuchsien mit ihren prangenden Blüten gesehen hat, wird, den Anblick lange nicht vergessen. Mer auch in dem hannöverschen Herrenhause erfreut sie sich besonderer Pflege. Auch in unserm botanischen Garten, der ja mehr als Lehrinstttut wie als Zier­garten zu befrachten ist, haben wir vereinzelt schön blühende Fuchsien bewundert.

** Früher Winter. Der A^ug der Zugvögel pflegt eine sichere Ankündigung zu fein, daß die schöne Jahreszeit zur Neige gebt. Wie vom Main und Rhein gemeldet wird, sammeln sich die Störche, hie und da auch die Schwalben bereits.

Kreis Schotten.

-2. Herchenhain, 11. Aug. Bei der Samstag, den 9. ds. Mts. hier stattgefundenen Genieinderats-Er­gänzungswahl wurde David Neuning mit 52 Stimmen zum zweitenmal, Heinrich Appel V. mit 69, Johann Kaspar Scheuermann mit 61 und Schreinermeister Heinrich Appel IV. mit 49 Stimmen neu gewählt. Obwohl man des Abends vorher noch keinerlei Agitation wahrnehmen konnte, machten doch von 99 Wahlberechtigten 86 von ihrem Stimmrechte Gebrauch.

Kreis Wetzlar.

Ehringshausen, 12. Aug. Geheimrat Grisa r aus Coblenz traf hier ein, um den Erweiterungsbau des Kaiserin-Augusta-Viktoria-Hauses zu besichtigen. Die Station in dem neuen Flügel enthält die von der Regierung ge­forderten Zimmer für ansteckende Krankheiten und dient in drei weiteren Zimmern in erster Linie der Bekämpfung der Tuberkulose im Kreise Wehlar. In den Zimmern für Er­holungsbedürftige waren bisher ausschließlich Kölner Schutz­leute je drei Wochen untergebracht.

X Erda, 12. Aug. Die Schülerzahl ist auf 240 ge­stiegen, es schweben daher Verhandlungen zwischen Königs. Regierung und Gemeinde wegen Anstellung eines vierten Lehrers. Die Gemeindevertretung will vorläufig diesem wirk­lich dringenden Bedürfnis nicht entsprechen, zumal hier drei junge Lehrer ihres Amtes walten.

Hessen-Nassau.

X Hanau, 12. Aug. Sanitätsrat Dr. Frankenberg in Bergen (Kreis Hanau) feierte gestern sein goldenes Doktorjubiläum. Die Gemeinde Bergen verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht.

)s Marburg, 12. Aug. In Roßberg im hiesigen Kreise entschlief gestern im hohen Alter von 88 Jahren ein in weiten Kreisen bekannter Mann, der Bürgermeister a. D. Nikolaus Menget.

Gerichtssaal.

sstMarburg, 12. Aug. Die Ferienkammer des hiesigen Landgerichts verurteilte heute einen Prediger einer freireligiösen Gemeinde, der trotz des Verbots des zuständigen Geistlichen bei einer Beerdigung in der Hornberger Gegend eine Rede hielt, äh 10 Mark Geldstrafen, d. h. es schloß sich dem Urteil des Vor- oerrichters an.

4 Nürnberg, 11. Aug. M it einer geheimnis­vollen Kiste, die schwere Silbersachen enthalten sollte, operierte eine 50 Jahre alte Köchin, die sich vor der hiesigen Strafkammer wegen Betruges zu verantworten hatte. Die Angeklagte, die schon reichlich 15 Jahre hinter Gefängnis- und Zuchthausmauern zu­gebracht hat, lernte eines Tages, als sie ohne Stellung war, eine Gastwirtsfrau kennen. Sie logierte sich bei der Frau ein und erzählte ihr allerlei Märchen von ihren Besitztümern. Vor allem figurierte in ihren Erzählungen eine Liste, die ein Bekannter von ihr in einem Leiter vergraben habe und die für 200 000 Mark Sjlbersachen und Edelsteine enthalte; von diesem Inhalt sei ihr ein Teil zugedacht. Durch diese Erzählungen brachte die Angeklagte die leichtgläubige Frau dazu, ihr gegen 2000 "Mark vorzustrecken. Schließlich kam aber das Gericht hinter das Treiben der An­geklagten und diese wurde feftgenommen. Sie erhielt von der Strafkammer eiuschtießlid; einer bereits gegen sie verhängten Gefängnisstrafe drei Jahre und einen Monat Zuchthaus, sowie eine Geldstrafe von 2000 Mark.

Vermischtes.

** Vereinsmeierei. In einem 800 Einwohner zählen­den Flecken bei Gelnhausen blüht das Vereinswesen in ganz be­sonderer Weise. Dort bestehen je ein Darlehnskassenverein, Turn­verein, Fußballklub, Gesangverein, Kriegerverein, Jungfrauen- uerein, Vergnügungsklub, Musikverein, Schützenverein, Ziegenzucht­verein und Kauincbenzuchtverein, je zwei Viehkasseuvereiue, Rad- iahrervereine und Fachvereine. Da in dem Ort drei Wirtshäuser find, kommen auf jedes sechs Vereine. Es ereignet sich mitunter, das; Einwohner, die Tlitglieber mehrerer Vereine sind, an manchen Samstag Abenden an 35 Versammlungen teilnehmen.

kf. Tiere als Gefahrinelder in $_ergwerken. Es ist bekannt, das; kleine Tiere Vögel wie Säugetiere gegen Kohlenoxyd viel empfindlicher sind als der Mensch, unb ans diesem Grunde können sie m Bergwerken als Gesahrmelder ebenso oer- ivenbet werden, wie es in Unterseebooten geschieht. Die ameri­kanische Regierung bat nun jüngst durch G. E. Surret, einen Be­amten des Vergamtes, Untersuchungen darüber anstellen lassen, wie groß die Ernosindlichkeit kleiner Tiere gegen Kohlenoxydvergistunsien ist. Surret hat zunächst Versuche mit Mäusen gemacht. Wenn die Luft, die die Mäuse einatmen, 0,16 Prozent Kohlenoxyd enthält, werden die Mäuse unruhig; bet 0,2 Proz. sieht man ihnen bereits nach 8 Minuten an, wie unbehaglich sie sich fühlen, und nach 15 Minuten'brechen sie zusammen. Bei einem Kohlenoxydgehalt von 0,57 Vroz. tritt schon nach einer Viertelstunde der Tod ein und 0,77 Proz. Kohlenoxydgehalt der Luft tötet sie in 12 Minuten. Bedeutend empfindlicher sind Kanarienvögel: ein Kanarienvogel, der in Luft mit 0,2 Proz. Kohlenoxydgehalt lebt, fällt bereits nach 5 Minuten tot hin. Kanarienvögel scheinen von den unterfud)ten Tieren die besten Gefahrmelder zu fein; sie reagieren schon au; geringe Kohlenoxydmengen, und es liegt nahe, auch ihr Verhalten zu beachten, menu man bei schlecht brennenden Stubenösen den Verdacht hat, daß sich Kohlenoxyd entwickelt.

Kleine Tageschronik.

DieB. Z. am Mittag* meldet aus Berlin : Die Dresdener | B a n k setzte eine Belohnnnn von 1000 Mark für zweck- I dienliche Angaben zu der Angabe gur Entdeckung vorgekommener 'Fälschungen aus. Die vorgelegte Quittung trug den dreifachen

Stempel der Dresdener Bank und auch die entsprechende Unter­schrift.

In dem Dorfe B u s s i ö r e im Departement Ereuse beschlossen der Pächter B l a n ch a r d und sein Sohn Jean, die beide in dasselbe Mädchen verliebt waren, ihren Streit durch einen Zwei­kampf zu entscheiden. Einzige Zeugin dieses Duells war die umworbene Geliebte. Nachdem jeder der beiden drei Revolver- fchüsse abgegeben hatte, gingen die Kämpfer mit Mestern aufein­ander los und Jean tötete seinen Vater durch einen Stich in die Brust. Der Mörder wurde verhaftet.

Vücheriisch.

Geschichte der Bürge raarde und der berpaifneten Bürgerschaft der Stadt Weilburg. I. Mankel. Im Selbst­

verlag der Weilburger Bürgergarde. 435 S. gr. 8° mit 34 Bildern. Geb. 3,50 Mark. Tas Buch wendet sich vor allem an die Bewohner Nassaus in Stadt und Land, deren Interesse für die Geschichte ihrer engeren Heimat es beleben möchte. Es han­delt nicht von der ehemaligen Hauptstadt Weilburg allein, ihrer Bürgergarde und Kirmes, sondern viele anderen Orte des Herzog­tums finden darin Erwähnung. Ta aber zwischen Weilburg und beit anderen Orten Nassaus auch viele persönliche Beziehungen vorhanden waren, so kann es nicht fehlen, daß auch ein auf diese gerichtetes Interesse seine Rechnung in dem Buche findet.

R. A. EllisIm Spinnen! and" mit 88 Abbil­dungen nach Photographien und Zeichmungen des Verfassers, herausgegeben vomDeutsd)en Lehrcrverein für Naturkunde". TerDeutsche Lehrerverrin für Naturlünde" hat hier die Reihe seiner wissenschaftlichen Bestimmungswerke (Käserwerk und Sck)met- terlingsbuch) burd) eine volkstümlich: Darstellung des Spinnen­lebens unterbinden. Ellis ist ein vorzüglicher Führer im Spinnen­land und hat eine Fülle eigenartiger Beobachtungen nicht npr beschrieben, sondern auch in gut wiedergegebenen zahlreichen Bil­dern dargestellt. Einige Kapitelübersd-riften mögen über den In­halt des Buches unterrichten:Junge Luftschiffer".Mutter­liebe".Die Spinne in ihrer Häuslidckeit".Jäger und Akro­baten".Feinde und Abwehr" usw. Trotz der volkstümlidren Darstellung ist die naturwissenschaftliche Zuverlässigkeit durchaus gewährleistet, und der Verein spricht im Vorwort die Hoffnung aus, daß viele seiner Mitglieder durck) dieses Bud) zu seiner Er­forschung der Spinnen der Heimat angeregt werden.

Markte.

ko. Frankfurt a. M. £di tu ein em ar Ft bericht vom 13. Aug Anfciefrieben wäret; 1617 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 ker Lebendgewicht 63.0066/0 Alk., Schlachtgewicht 82.0084.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgeivicht 62.00-64.00 Mk., Schlachtgewicht 80.00-8?/0 Mk.; vollsteischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 63.0066.00 Mk., Schlachtgewicht 82.0084 Akk.; vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg- Lebendgewicht 62.0064.00 Mk^ Schlachtgewicht 8082.00 Mk. Es bleibt Ueberftanb.

io. Frankfurt n. M., 13. Aug. (Orig.-Telegr. de?Gien. Anz.") dlmtliche Rotierungen der I-euiiaen Frucht markt vrei >e. Weizen (hiesiger) alt Mk. 21.50, neuer 21, Kurhess. alt 22.50, neu 21.00, Wetlercmer 00.0000.00. Roggen (bieiiger) alter Mk. 00.00, neuer 17..5, Gerste (Wetterauer) neue 17-L17.50, Gerste, kranken, Pfälzer, Ried neu Mk. 17-17.50, Hafer alter Mk. 16.5019.00, Mais Mk. 14.50 bis 14.75, Weizenmehl 0 Mk. 32.5032.75, Weizenmehl I Wik. 30.6030.75, Weizemmhl III Mk. 27.2527.5", Roggen- mehl 0 Mk. 27.7528.00, Roggen mehl 0/1 Pik. 26.5026.75, Roggenwehl I Mk. 00.0000.00, Weizenkleie Alk. 9.159.25, Weizenschalen Mk. 9 359.50, Roggenkleie Mk. 11.1011.25, Malzkeime Mk. 12.0012.25, Biertreber 12.2612.50, Ravs Mk. 00.0000.00, Futtergerste Mk. 11,5011,75. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 13. Ang. (Orig.-Telegr. des ,Gie';. Anzeigers^.) Ka rt o f f el m arft. jflan notierte: Kartoffeln (neue) in Waggons Mk. 4.005.00, im Kleinhandel Mk. 5.506.00 für je 100 Kg.

fc. Frankfurt a. M., 12. Aug. Heu- und St roh markt. Angefahren waren 13 Wagen Heu. Stroh fehlte. Man notierte: Veu 2,502,ho Mk., Stroh (Kornlangstroh) 0.000.00 Mk.. Wirr stxoh 0,000,00 Mk. Alles je 50 Kilo. Geschäft flau. Die Zufuhre« waren a»>s den Kreisen Friedberg, Dieburg und Hanau.

GLngesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 12. Aug. Sonntag morgen gegen 6 Uhr wurden einige Bewohner der oberen Crednerstraße aus dem Sonntags­schlafe geweckt. Vor der WirtschaftZur Stadt Bad-Nauheim" bemerkte man 2 Männer, die einen verdächtig aus sehend en Men­schen festhielten. Dieser war, nachdem -er sid) vom Verschluß der Türen und Fenster der Wirtschaft überzeugt und sich von der Nad>- barschaft unbeobachtet glaubte, durch ein Kellerfenster in den Keller der Wirtschaft eingestiegen, in dem ftdj allerlei Weine und Spirituosen befanden. Bon einer Nachbarsfrau tourbe jedoch dieses verdächtige Treiben bemerkt, auch konnte ein zufällig des Weges daherkommender M>onn nod} sehen, wie gerade die Füße im Keller- lod) verschwanden. Nachdem man den Wirt geweckt batte, wurde der Einbrecher aus dem Keller herausgeholt, und zwar mußte er den Rückweg wieder burd; das Kellerfenster machen. Hoffentlich wird er hierbei einen kräftigen Denkzettel bekommen haben. Ta nach einigem Warten Polizei nicht zur Stelle war, wurde der Einbrecher wieder auf freien Fuß gesetzt. Deshalb Vorsicht, unb schließt die Kellerfenster!

Airchliche Nachrichten,

katholische Gemeinde.

Gotteröienst.

Donnerstag, den 14. August:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Freitag, den 15. 91 u g u ft: Fest Mariae Himmelfahrt.

Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.

e um 7 Uhr: Tie erste hl. Messe.

n um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

, um 9 Uhr Hochamt mit Predigt.

u um 11 Uhr: HI. Messe mit Predigt.

Militärgottesdienst.

Nachmittags um 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen.

Abends um 8'/, Uhr: Versammlima der Gemeinde im Vereinshause.

Mettorologische Leobachiungen der Station Gichen.

Aua.

1913

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke [

Grab der Bewölkung in Zehntel der sichlb tzlinmetsf^

Wetter

12

qlt

747,5

20 1

10,7

61

W

4

8

Bew. Himmel

12.

9"

749,7

12 9

8,9

80

N

2

1

ff

13.

781

750,7

10,4

8,8

93

NW

2

10

Bed. Himmel

Höcl Rie

hste Ter Drtgfte Ittedersc

nperatur am

hlair 16.9 m

11. b

11.

m.

is 12.

, 12.

Ac

rüst -

+ 20,4 ' C.

4- 10,4 J C.

Verantwortlich für

Aus Stadt und Land"

i. V.:

K. Neurath.

Ein Versuch überzeugt. Wenn Säuglinge und Kinder im ersten Lebensalter trotz fovgiiiltigiter und liebevollster Pflege nicht recht in der Ernährung vorwärts toimncn, so empfiehlt sich unter allen Umständen ein Versuch mit Nestle S Sinbermebl. Bei Magen- und Darmstörungen, die infolge Verabreichung schwer verdaulicher Mubmild) oder nicht geeignet er 9iäbrmittel entstanden sind, wirkt Nestle in kürzester Zeit geradezu Wunder. Für einen Versuch sendet eine Probedose gratis und franko Nestle-Gesellschaft, Berlin W. 57. [ssa/T