Luftschiffahrt.
Das neue Marin elu ftschiff.
Friedrichshafen, 19. Sept. Tie Ueberführnng des Marmeluftschiffes „L. 2." nach Johannisthal erfolgt bei günstiger Wetterlage am morgigen Samstag morgen um 4 Uhr auf Rechnung und Gefahr des Luftschiffbaues Zeppelin. Tie Fnhning übernimmt Kapitän Gluud. Die Fahrt geht über Ul:n, '3'ümberg, Leipzig und Berlin. Diese Strecke beträgt run) 700 Kilometer, so das; mit einer zehnstündigen Fahrt zu rechnen ist. An Nord des Luftschiffes befindet sich der militärische Ab- nahmeausschuß.
Arbeiterbewegung.
Die Ausstandsbewegung in England.
Nach einem Telegramm aus Manchester ruhen alle Arbeiten im Hasen. 5000 Arbeiter streiken. Alle Versuche, eine Konferenz zu veranstalten, sind gescheitert._________________
Univer-itäts-Nachrichten.
— Professor Dr Albert B r a ck rn a n n in M a r b u r g ist als Nachfolger des Professors Werminghoss als ordentlicher Professor für mittlere und neuere Geschichte an die Universität Königsberg i. Pr. berufen worden. Dr. Brackmann (geb. 1871 zu Hannover), früher Gymnasiallehrer, gehört seit 1905 dem Lehrkörper der Marburger Hochschule als a. o. Professor der historischen Hilfswissenschaften und Nachfolger von Pros. Haller an.
** Der FallRofenthsal, welcher am Dienstag vormittag unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Prätorkius zur Verhandlung steht, wird sich int Schwurgerichtssaal ab* spielen. Zu der Verhandlung sind 21 Zeugen geladen. Es ist zu erwarten, daß sie, wenn auch spät am Abend, doch an einem Tage zu Ende geführt wird.
Landkreis Gießen.
— Wieseck, 19. Sept. In der G e in e in d e r a t 8 s i tz un g ■t>om IG. September waren anwesend: Bürgermeister Echomber, Beigeordneter Schäfer und sämtliche Gemeinderäte, außer Friede. Deibel. Punkt 1 der Tagesordnung, Erhebung einer Gemeinde» hundesteuer, wird mit 6 gegen 4 Stimmen abgelehut. — Zu den 'Reparaturen der Backhäuser in der Kirch- und Brauhausstraße werben die erforderlichen Mittel beivilligt. — Tie Instandsetzung ,be5 Trottoirs in der Kornblumengasse wirb genehmigt — Tas Gesuch des Jakob Tuill auf der Badenburg um Entnahme von Wasser aus dem Gemeindebrunnen beim Schützeuhaus wirb 'genehmigt unter ber Bedingung, daß Tuill sich verpflichtet, kur die Unterhaltung des Brunnens Sorge zu tragen. Sollte die gegenwärtig leerftehenbe Wohnung auf dem Schützen- haus durch einen Flurschützen wieber bezogen werden, so hat dieser zur Wasserentnahme aus dem Brunnen beit Vorzug. — Die Forderung des Pslaslermeisters Karl Schäfer über nachträgliche Ar- beiten an der Kanalisation wurde nach Prüfung und Kenntnis- >ui Hine durch das Kreisamt einstimmig abgelehnt, da sich heran§- l'iedte, daß der nehler burd) das Verschulden Schäfers entstanden Hk. — Außerhalb der Tagesordnung würbe beschlossen, die Wähler- listen für die Gemeinderatsivahl üeruiclfältigen und in jeder Wirtschaft ein Exemplar auflegen zu lassen.
# Mainzlar, 19. Sept. Bei einer Reparatnr am SteinkoNer war der Meister von Scheidhaucr und Gießing mit 2 Schlossern beschäftigt. Trotz der Gefährlichkeit der Situation blieb die Maschine int vollen Betrieb. Der Meister stürzte in den Kollerg<tng und wurde ihm ein Arm vud ein Bein buchstäblich vom .Leibe gerissen. Er wurde in die Klinik gebracht.
A Climbach, 18. Sept. Am Dienstag fand die hiesige GemeinderatS wähl statt. Hierbei wurden gewählt: Johannes Hartmann, Wilhelm Stein und Ludwig Wißner I.
Kreis Büdingen.
Ober-Widdcrshcim, 19. Sept. In den Basaltwer- rcn wurde dem Arbeiter Mmpel durch einen Sprcngschuß der Unterkiefer weggerissen. Kimpel starb nach kurzer Zeit.
Kreis Alsfeld.
~ ©tornborf, 19. Sept. Der hier beschäftigte Johs. Schmidt aus Strebendorf geriet mit der Hand in eine Kreissäge, die ihm den Daumen sowie den Zeigefinger durchschnitt Der schnell hinzugezogene Arzt von Groß-Felda konnte dem Schwerverletzten die erste Hilfe bringen.
Kreis Friedberg.
§ Bad-Nauheim, 19. Sept. Gegen 11 Uhr ertönte gestern abend Feuerlärm. In der am Johannisberg gelegenen Restauration „SchmcizerhauS* war in: Dachst ock Feuer auSaebrochen. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle und Fom te das Feuer auf seinen Herd beschränken. Das Schweizerhaus ist fast ganz vernichtet. Dazu wird uns noch geschrieben: (r.) Heute nacht entstand — bis jetzt auf unaufgeklärte Weise — in dem am Abhang des Johannisberges gelegenen, dem Rentner AbcleS in Frankfurt a. M. gehörenden Schweiz er haus ein großes Schadenfeuer. Trotz reichlicher Wafferabgabe der Feuerwehr, die leider sehr- spät herbeigerufen wurde, brannte das Innere des Gebäudes vollständig aus. Da das Feuer im Laufe des heutigen Tages immer wieder aufloderte, mußte die Feuerwehr nachmittags einen Teil der stehest gebliebenen Wände einreißen. Die Räume des Schweizerhauses waren seit drei Jahren an den Gastwirt Bloß verpachtet. Es bot unseren Kurgästen wegen seiner idyllischen Lage einen angenehmen Aufenthalt und wurde an Sommertagen fleißig besucht. Für die Bewohner und den Pächter des Hauses ist der Ausbruch des Brandes anscheinend ganz überraschend gekommen. Denn während schon der ganze Dachstuhl brannte, saßen im Erdgeschoß Gäste und zechten. Erst durch die Allarmierung der Feuerwehr wurden sie auf die drohende Gefahr aufmerksam gemacht.
— Bad-Nauheim, 19. Sept. Bis zum 18. September sind 33 171 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 18. September 439 995 abgegeben.
Starkenburg und Rheinhessen.
ds Darmstadt, 19. Sept. Heute morgen wurde auf einer Bank im Herrengarten der Tagelöhner Peter Becker erschossen aufgefunden. Ter Befund ergab Selbstmord. Ein anderer Tagelöhner, Michael Le bisch, hat sich in seiner Wohnung in der Luisenstraße erhängt.
Hessen-Nassau.
sf Marburg, 19. Sept. Während der Streik der Bauarbeiter immer noch nicht sein Ende erreicht hat, setzten die Pflasterer, die anfangs dieser Woche der Arbeit in den wegen Befestigung des Untergrundes der elektrischen Straßenbahn aufgerissenen Straßen plötzlich fernblieben, ihre Wünsche durch. Die Unternehmer schlossen einen Tarifvertrag ab.
[j Marburg, 19. Sept. Unser Jägerbataillou kehrt Sonntag früh aus dem Manöver zurück. Die Radfahrer-Abteilung, die in Baden an den Manöoern teilnimmt, folgt erst einige Tage später.
— Professor Dr. Hans Köppe in Marburg hat eine an wm ergangene Berufung auf die nenbegrünbete ordentliche Pro- fcfiur für Nationalökonomie an der deutschen Technischen Hoch- fchnle in P r a g abgelehnt.
Ein Besuch bei „Zrau Sherlock tjolmcs/*
Chicago, das vor kurzem seinen Polizeidienst um eine Anzahl weiblicher Schutzleute bereichert hat, rühmt sich nicht ohne Stolz, bereits seit längerer Zeit über die Dienste der tüchtigsten Detektivin von Amerika zu verfügen. Eine ganze Reihe von gel/eimnisvollen Verbrechen und großen Juwelen- diebstählcn sind nur durch den Scharfsinn und die Findigkeit dieser ungewöhnlich begabten Kriminalistin aufgeklärt worden, die in Amerika als „Mrs. Sherlock Holmes" sich einen Namen gemacht hat. Sie selbst freilich lehnt diesen Titel ab und begnügt sich lieber mit ihrem einfachen eigenen Namen Alice Clement.
Ein Mitarbeiter einer amerikanischen Zeitschrift hat der berühmten Detektivin in diesen Tage:: einen Besuch abge- ftattet: und das Bild, das er dabei zu sehen bekam, war ein ganz anderes als das, was das Publikum sich gern unter dem Heim eines Detektivs vorzustellen pflegt. Frau Alice Clement »var gerade damit beschäftigt, ihre drei Kinder zum Schulgang auszurüstcn, noch einmal strich sie das weiße Röckchen ihrer ältesten Tochter, der 12jährigen Ruth, glatt, um sie dann mit der Mahnung zu entlassen, ja pünktlich um 4 Uhr wieder zu Hause zu sein; „der Schlächter kommt um diese Zeit mit dem Fleisch". Und erst, als die Kinder vergnügt davouzogeu, wandte sich die berühmte Detektivin lächelnd ihren: Besucher zu: „Wenn es Sie nicht stört, gehen wir in -die Mche, ich muß noch schnell das Frühstück vorbereiten, denn in einer Stunde muß ich aufs Amt." Ter Gast, der gerade eine Stunde vorher aus dem Munde des obersten Polizeirates Schuettler die höchsten Lobeserhebungen über die Leistungen und Taten dieser ungewöhnlichen Frau vernommen hatte, war nicht wenig verblüfft, in Frau Clement einer sorglichen Hausfrau zu begegnen, die vor allem Mutter und Frau und erst daun Detektivin zu sein schien. ,-Wenn Sie kein guter Hausvater sind und es nicht gelernt haben, sich um ihre drei Kinder zu kümmern, daun werden Sie es nie weit bringen", erklärte sie fröhlich dem Interviewer. Aber als der Gast ihr daun die Frage vorlegte, welche Eigenschaft Frau Clement als die Vorbedingung des Erfolges in ihrem Berufe ansehe, antwortete die Meisterdetektivin firt vollen Ernste: „Wenn man eine gute Detektivin werden will, muß man kochen, nähen, waschen, plätten, schrübbern und Kinder aufziehen können: kurz, etwas vom Leben verstehen." Und als sie in den Mienen ihres Gastes ein etwas enttäuschtes und ungläubiges Staunen las, setzte die Detektivin hinzu: „Jawohl, alle diese Tinge waren es, die mir in meiner Laufbahn die größten Dienste leisteten. Nicht umsonst legt man jetzt den Frauen, die bei uns in Chicago Polizistinnen werden wollen, zu allererst die Frage vor: „Sind Sie verheiratet? Verstehen Sie etwas von Kindern?" Denn wer die Ehe kennt und Mutter ist, kennt auch das Leben: und das ist Vie wichtigste Grundlage für jede fruchtbare Tätigkeit im Bereiche der Polizei. Nur auf dieser Basis erwächst die Fähigkeit, Menschen zu beurteilen." >
Als Frau Cleinent gefragt wurde, wodurch sie dazu gekommen sei, Detektivin zu werden, erzählte sie davon, daß ihr Mann sie vor sieben Jahren verlassen habe, sie hätte arbeiten müssen, um ihre drei kleinen Kinder durchzubringen; und dabei kam sie auf die Idee, sich als Privatdetektivin zu etablieren. „Ich will nicht behaupten, daß mir diese Tätigkeit im privaten Dienst Freude machte, aber ich verdiente dabei ganz gut und lernte Vieles." Doch bei dieser Erzählung ist Frau Clement ein wenig zu bescheiden, sie lernte nicht nur viel, sondern sie vollbrachte auch Leistungen, die alsbald die Aufmerksamkeit der Behörde auf diese Frau lenkten: das Ergebnis war, daß die Behörde sich ihre Dienste sicherte und sie als Beamtin anstellte.
„Eine der ersten größeren Aufgaben, die mir zugewiesen wurden, war die, wenn ich so sagen darf, Reinigung ChikagoS von den Wahrsagern und Glückspropheten; das Gebiet war mir völlig neu und es war noch unbearbeitet; dann wurde eine Zeitlang die Ueberwachung der Taschendiebe meine Ausgabe," bis die Behörde dazu überging, Frau Clement alle wichtigen und besonders schwierigen Fälle zu übertragen. Ob sie sich verkleidet? Nein, fein Detektiv wird sich unkenntlich zu machen suchen, er strebt nur danach, unauffällig zu fein. Und an Waffen trägt Frau Clement nur eine kleine Nepetierpistole bei sich, die in ihren schmalen Händen fast wie ein Spielzeug aussieht, ihr aber mehr als einmal das Leben rettete. Nur wenn Frau Clement bisweilen in den Tanzlokalen und Kneipen der „Unterwelt" zu tun hat, legt sie ein Abzeichen ihrer amtlichen Stellung an; im übrigen kleidet sie sich wie jede andere Frau, ihren Haushalt aber- besorgt sie selbst, da ihr Beruf eS mit sich brächte, daß sic ein Dienstmädchen unwillkürlich ins Vertrauen ziehen müßte: „Und ich möchte niemand ins Vertrauen ziehen, der mich verraten könnte." Als zum Schluß der Besucher „Frau Sherlock Holmes" fragte, ob sie ihre Töchter dereinst auch Detektivinnen werden lassen wolle, lachte die Mutter nur hell auf und erklärte: „Nein, weiß Gott, das sollen sie gewiß nicht".
vermisstes.
* Das Testament zweier Selbstmörderinnen. Die Blätter melden aus Berlin: Tie 70- und 59jährigen Geschwister Emilie und Luise Daun , die am Montag in ihrer Wohnung in Wilmersdorf Selbstmord verübt haben, haben, wie jetzt bekannt wird, ein Vermögen von mehr als eine Viertelmillion besessen. Tas gesamte Vermögen ist der Stadt Wilmersdorf vermacht, während die beiden einzige n Verwandten, ein durchaus nicht in glänzenden Verhältnissen lebender Neffe und eine kranke Nichte, enterbt werden. In dem Testament befindet sich ferner die Bestimmung, daß die Beerdigung der Schwestern durch den Wil- mersdorfer Magistrat besorgt werden soll. Für die Beisetzung sind 8000 Mk. ausgesetzt. Die enterbten Verwandten beabsichtigen das Testament anzufechten, da die Schwestern seit längerer Zeit anscheinend an Geistesstörungen gelitten hätten.
* D i e Frau des Raubmörders Sternickel. Eine in ihren Einzelheiten etwas mysteriöse Heiratsgeschichte wird jetzt in Hamburg bekannt. Vor etwa drei Jahren war in Langenbals bei Elmshorn ein Mann als Schweinefütterer in Stellung der mit der Tienstmagd Thrina Heesch ein Verhältnis an knüpfte das nicht ohne Folgen blieb. Auf die Bitten der Magd ließ sich der Mann mit ihr trauen, und es wurde eine sogenannte „Geberhochzeit" Veranstalter, bei der die Verwandten Geld und Naturalien spenden, um die Hochzeit zu ermöglichen. Unmittelbar nach der Trauung verschwand der Ehemann. Gestern kamen nun zwei Frauen aus Langenbals nach Hamburg, wo sie ein Panoptikum besuchten, in dem auch die Wachsffgur Sternickels ausgestellt ist. Bei dem Anblick der Figur kamen die beiden Frauen zu der Uebcrzeugung, daß Sternickel mit dem Manne der Heesch, der sie vor drei sFahren verlassen hatte, identisch sein müsse, Sie
teilten ihre Entdeckung der Polizei mit, der sie als Kennzeichen noch angaben, daß der Mann einen verkrüppelten Finger gehabt habe. Dies war auch bei dem Hingerichteten Raubmörder Ster- nicke! der Fall. Die Hamburger Polizei hat sofort Ermittelungen eingeleitet. — Man wird sich erinnern, daß Sternickel während der Gerichtsverhandlungen wiederholt davon sprach, daß er ver heiratet sei. Er war aber nicht zu bewegen, Namen und Aufenthaltsort dieser Frau preiszugebcn, da sie, wie er betonte, keine Ahnung davon habe, daß er Sternickel heiße und der lange gesuchte Raubmörder sei.
Kleine Tage§chronik.
Aus Hamburg wird gemeldet: Aus Grund eines von der Staatsanwaltschaft erlassenen Haftbefehls wurden die beiden D i rektorcn der Hanseatischen Bank, Akticn-Olesellschaft, Cramer von Glausbruch und Ruthe, wegen Handels und Konkursvergehens verhaftet. Tie Bücher und vorhandenen Sachen wurden beschlagnahmt, das Geschäftslokal wurde amtlich ge schlossen. T-er Haftbefehl lautet auf Handels- und Konkurs betitle, Unterschlagungen und Bilanzverschleierung. Die Direttorcn, die bereits mehrsach den Offenbarungseid geleistet haben, leisteten der Aufforderung keine Folge. Die Äbreckmung für 1912 ist noch nicht erfolgt. Am 10. September wurden die Direktoren zwangs' weise dem Amtsgericht vorgeführt, wo sie den Offenbarungseid leisteten. Das Aktienkapital von 2*/2 Millionen Mark gilt als vollständig verloren und außerdem noch 600000 Mark Kundengelder.
vüchettisch.
— Der Feind im Land! Erinnerungen aus dem Kriege 1870/71. Nach dem Tagebuche von Franzosen herausgegeben von Ludwig Halevy. Deutsche autorifiertc Uebersetzung von Dr. Altona. 6. Auflage. Preis 1,50 Mk. Verlag von Otto Salle in Berlin W. 30. Französische Soldaten erzählen hier das Leben auf dem Marsch, im Gefecht, im Lager, und lassen ihre Hoffnungen, ihre Stimmungen während der verschiedenen Phasen des Kriege:- an unserem Auge vorüberzicheit. In jedem Kapitel spricht sich eine so herbe Selbstkritik aus, wie wir sie nicht oft bei Darstellungen von französischer Seite finden, und nur höchst selten unterläuft ein nicht ganz zutreffendes Wort über unsere deutschen Truppen. Neben den meist tiefernsten Schilderungen von Soldaten ffndcn wir auch den für uns amüsant zu lesenden, längeren Bericht eines Nicht-Militärs über das Leben und Treiben zu Ende 1870 in Tours, von wo Gambetta den Verzweiflungskampf leitete und den siegreich vordringenden Deutschen immer neue, mir notdürftig ausgebildete und schlecht ausgerüstete Truppen entgegenfiihrte.
Märkte.
61ief:eit, 20. Sept. Al o rktberi cht. Auf beuttgem Woäben- morrte kostete'. Butter bosVflinb 1,06—l.l3Mk^ Hühnereier 1 Stück 3—9 Pfg., 2 Stück 01-fa., Enteneier 1 Stück 10—0 Pfg., Gänseeier ISt. 14 P?., Näse das Stück 6—8 Pfg^ Käsematte 2Stück 5—6 Plg., Tauben vr 9?r. 0,80—1,00 Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hahnen pr. Stück 1,50—2,50 Mk., Enten pr. St. 2,00—3,00 Mk., Gänse bas Psb. 75—85 Pfa^ Ochsenfleisch pr. Mb. 92—100 Pfg., Rindfleisch vr. Pflinb 90—94 Pfg., Knhfleisch 80 Pfg^ Schweine- fleisch pr. Pfund 90—110 Pfg,, Kalbfleisch pr. Psb. 1)4—98 Pfg., Hammelfleisch pr. Mb. 70—96 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.00 bis 6.00 Mk., Weißkraut das Stück 10 bis 15 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 6,00—8,00 Alk.. Milch das Liter 22 Pfg^ Nüsse 100 Stück 50—60 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk^ Birnen das Pfund 8 bis 15 Pfg., Acpfel bei- Zentner 8 bis 15 Nil., Zwetschen ber Ztr. 3—4 Mk., Bolmen 1 Pfund 10 bis 15 Pfg., Gurken 100 Stück 2,50—3,00 Mk. Marktzeit von 8 bis 2 Nhr.
io. Frankfurt a.M., 19. Sept. Heu- und Strobmarkt. Am heutigen Markt war weder Heu noch Stroh angesahrcn.
Amtlicher Wetterbericht.
Oöffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen fl'ir Sonntag, den 21. Sevt. 1913: Meist trüb und wolkig, strichiveise Negensälle, westliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Bilderschmuck im Eisenbahnwagen.
Berlin, 20. Sept. Der erste Bilderschmuck in einem Eisen-- bahnabteil ist nunmehr zunächst in den durchgehenden Zügen, die von dem Anhalter Bahnhof abgehen, angebracht worden. Die ersten Bilder stellen unter anderem dar das Kriegsschiff „Braunschweig" und ferner Ansichten verschiedener Städte, wie Kassel, Düsseldorf, Heidelberg, Leipzig, Mannheim und Stettin.
Das neue Marineluftschiff.
Friedrichshafen, 20. Sept. Das Marineluftschiff „L 2" ist heute früh 4 Uhr 20 Mitt, unter Führung des Luftschiffkapitäns Gluut zur Fahrt nach Johannistal aufgesttegen. Tie Mnahmekommission befindet sich an Bord. Um 5.58 überflog das Luftschiff Ulm in der Richtung auf Nürnberg.
Fran kfurt a. M., 20. Sept. Das Luftschiff „Viktoria Luise" ist heute morgen bei dichtem Nebel zur Fahrt nach Crailsheim aufgesttegen, von wo es nach einer Landung wieder hierher zurückkehren wird.
Kopenhagen als Ziel eines Zeppelinluft schiffe
K o p e n h a g e n , 20. Sept. Wie die Leittmg des hiesigen Flugplatzes mitteilt, ist der für nächsten Sonntag geplante Besuch d e s Z e p p e l i n l u s t s ch i s f e s „Sachsen" aufgegeben worden, weil man dort die erforderliche Anzahl Passagiere für die Rückfahrt von Kopenhagen nach Berlin nicht gefunden hat.
Schnee in den Vogesen.
Strasburg, 20. Sept. Auf dem Vogesenkamm ist gestern bei 2 Grad Wärme der erste Schnee gefallen.
Das Befinden des Herrn v. W interfelbt.
Grisolles, 20. Sept. Der gestern abend ausgegebenc Bericht über das Befinden des deutschen Militärattaches v. Winterfeldt besagt, daß der Kranke, dem am gestrigen Nachmittag ein neuer Verband angelegt wurde, infolge der damit verbundenen Schmerzen ein wenig erschöpft ist. Ter Puls beträgt 100, die Temperatur 37, die Entleerungen der Blase erfolgen normal. Die flüssige Nahrung wird weiter gut ausgenommen werden. Tie Aerzte bleiben die Nach/ über ständig am Lager des Kranken.
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