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Brüder
<65. Zahrgang
Zweiter Blatt
Nr. 187
ErfcheiM ILgllch mit Ausnahme deS Sonntags.
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Tie „freier Soeiilienbldtter** werben dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für de» Kreis «iefjti“ zweimal wöchentlich. Tie „Laadwlrtschaftttchen Seit- frage«** erscheinen monatlich zweimal.
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— Der Dettberr-erb für ixrO aus der »5rau auf der Deutschen Werkbund-A-usstellung, Köln 19 14 Hal rc96 der verhäkinismäßig firnen EinsiefcrungssrM ein durchaus erfreuliches Ergebnis gchaibr. Das Ausichrerben war aut die ?lrdrtÄSi3uien Deuffchlands und Cefterreizbe- bcimrmtrt unb hat 3tt»(i ‘xrnttrnrrfe gebraifc,_ die int allgemeinen jU ctn€clyeart
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politische Cagcsfcbotu
3«e Berliner Zustizslaudal.
Wir haben vor einiger Zeit die Nachricht gebracht, daß bei Berliner Rechtsanwälten Haussuchungen gehalten war den seien, weil sie Referendaren gegen Bezahlung «neueren» Arbeiten an gefertigt hätten. In der „Deutsch. TaL^sztg beschäftigt sich mit dieser Sache ein „Professor der Rechte (»nie das Blatt schreibt), der zu folgenden allgemeinen
Tlßclowlt
Im „Tag" schreibt E. Heymann:
Das schwere Boots un n t ü cf in Swinemünde läßt es notwendig erscheinen, die allgemeine Aufmerksamkeit aut bic Beschaffenheit der Mietboote in den LMecbädern zu lenken, in deren Unzulänglichleit für Vergnügungsfahrten die Ursache des Unglücks zu suchen sein dürste. Vom seemannuchen StandM'nlt aus betrachtet sind die Boote kümmerliche Segler, die lediglich für Fischereigewcrbe genügen, zur Beförderung von unkundigen Passagieren aber die nötige Sicherheit durchaus ntv missen lassen. Ueberdies ist die Bedienung der Segel umständlich, denn ein etwa notwendig werdendes Reffen bet voll belebtem Boot erscheint mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Im vorliegenden Schulfall scheint die vorhandene Mannschaft dazu über- Haupt nicht ausgereicht zu haben.
Ms Begründung dieser allgemeinen Charakteristik btr Clt; feAootc möge folgendes dienen: Der Sitzraum für die Fahrgaste i,t offen, d. h. nicht wasserdicht gegen den übrigen Bootsraum abgeschlossen, so daN in diesen eindringendes Wasser schließlich das ganze Boot anfüllt und, wie es in Swmemünde auch tatsächlich geschehen ist, zum Sinken bringen muß. Die Grundbedingung für ein Vergnügnngsboot soll aber doch fein, bau es unsinkbar ist, selbst in gekentertem Zustand. An einem geken terten, unsinkbaren Boote können sich die ins Wasser gestürzten Insassen seßhaften, bis Hilfe kommt, wenn, rote bei den Rettungs booten der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die Einrichtung dazu vorhanden ist. Diese ist sehr einfach und besteht in Haltetauen, welche girlandenartig an den Außenseiten der Bordwände angebracht sind. Die gleiche Maßregel für die kenter- baren Ostseedoote einzuführen, wäre eine zweite Unerlaßlichkeit zwecks Erhöhung der Sicherheit. ,
Die mit der Zahl der Bootsinsaften korrespondierende An zahl von Rettungsringen und dergleichen kann allein heute nickt mehr als ausreichender Sicherheitskoesfizient gelten. Ob sie bei dem verunglückten Boote vorhanden war, wird ja die Untenuchung lehren. Bei der sehr großen Zahl der Fahrgäste ist es aber nickt wahrsck,einlick. Als flachgehendes Schwertboot war das verunglückte Fahrzeug, wie dieser Typ überhaupt, nicht unfenterbar. Der Schwert tasten war überhaupt nach Berichten von fachventändigen Fischern sogar etwa eineinhalb Fuß niedriger als der obere Bootrand: das nach dem Kentern wieder ausgerichtete, aber halb voll Wasser gelaufene Boot mußte daher infolge des niedrigen Sckwertkastens gänzlich vollaufen und durch das Gewicht "des Ballastes zum Untergänge gebracht werden.
Don der technischen Seite betrachtet, mchetnt sodann iwch die Besegelung der Ostseeboote höchst unrationell. Die Segel sind schmal und hoch, imb der Baum des Großsegels steigt nach hinten ungebührlich steil an. Allerdings Haben dadurch die Köpfe der Bootsinsassen von den schlagenden isegeln unvelaltigt, aber der Mittelpunkt des Segeldrucks liegt dadurch sehr HA, was für kenterbare Boote lackt gefährlich werden kann. X-u große Personenzahl, die sich solchen Booten meist ahnungslos
Oblagt Regeln
»Klien.
Preise, it.
Deutsche Kolonien.
StaatssekretärDr. Sols hat an Bord der „Eleonore Woermann" am Montag von Dover aus die Reife nach Westafrika angetreten.
;/Gabels^et ne"verel Um
IfeBbel
Karl Ohm. Shch ab 7-/, Uhr; ustige bende humoristischen rren-Kapelle peyer“
rwerk, 50 pfg.
bar: denn er spart ihnen die lästige häusliche Arbeit, ne sind außerhalb der Uebungssrunde frei und können ihrem Vergnügen nachgehen, ohne zu Dause an einer Arbeit schwitzen »u^müften. Es kommt gar nickt daraus an, ob dies alles von dem aozcnten erkannt und gewollt ist, es genügt, daß es wirklich so ist, und daß den Studenten auf diese Weise eine Form zur Verfügung gestellt wird, die es ihnen ermöglicht, einen „Praknkantenschenn" zu erlangen, ohne sich zu Dause fonberlid) anstrengen zu müften.
Tas Iustizmniislerium müßte den Vorsitzenden der Prümngs- kommissionen ur ftriften Pflicht machen, alle Pralttkantenicheine als unzureichend zurückzuweisen, die nickt eine genaue Angabe enthalten, wievielc Themata gegeben worden sind und wieviele davon mit der Zensur ..ausreichend" bearbeitet worden sind, xabn mußte aber genau unterschieden werden, ob ein Dozent, wie es auch vov lommt, mehrere Themen zugleich voricklägt, von denen der -ten- nehmer aber nur höchstens eines bearbeitet.
Fassen wir zusammen: Die Unsicherheit der Referendare, bie sie den Repetenten als frcunblid)en Del fern in die Arme treibt, beruht auf mehrfachen Gründen: einmal auf der ganz ungenugeit» den Möglichkeit, wissenschaftliche Dausarbeiten zu machen, lerner auf dem Neber wuchern des ansckauungslosen abstrakten vom Katheder herunter, zum dritten auf der (durch du: äußere Hot hervorgerusenenl ungenügenden ?lusbildung der icnimariitiicnen/.r» beit, außerdem noch auf der vielfach ganz ungenügend oscksten Personalfrage. So lange der Zug der Protefloren auf die Ausbildung flerncr Gelehrten und nicht auf d,e Erziehung zu prakMcker Gerechiigleilskunst geht, und so lange die Vertreter dieser Richtung an den Fakultäten herrschen und das Ohr beider Ministerien haben, so lange wird eS nicht besser. *
Segelboote in den Ostseebädern.
Stapfersche Uebersetzung mit den Lithographien Tclacrmr’ hat Goethe dann am 22. März 1828 erhalten
Wie Goethe bereits andeutet, sind die Faustlithographien von Deloeroix in Frankreich zum -teil schart kritisiert worden. Man sand sie, wie er sagt, „zu wild": man vermißte me Reinheit der Linien, man wollte bie Figuren graziöser haben kurz, gerade das Eigentüinlichste und Feinste bieier Lchopsungen fand vor dem klassizistischen Geschmacke der Franzoien wenig Gnade. Deute herrscht keine Meinungsverichiedenheft Darüber, daß Telacroir' Faustlithographien Meisterwerke ,ind Zu verkennen ist freilich nicht, daß der Faust hierbei eine lieber,etzung ins Französische erfahren hat. Gretchen hat einen romanrichen Zuschnitt erhalten, der stark an das romanttiche ^deal l.ederErwche erinnert, und auch Faust selbst, wie ihn Delacroix j
von unserem schwerblütigen, ichwersalligen deuttcken üoktor real verschieden. Aber der ,'ckon von Goethe und Eckermannbewun derte nächtliche Ritt oder die Begegnung Fauste und 28ag™r- mit dem gespenstischen Dunde ober die Sckulerizene, Phisto die Mischung von Profeiior und deutel wahrhaft genial gegeben ist: das find Blätter von imverwelllAin Rerze Gerade, was bei den Franzown Anstotz erregte, kräftige Brette der Ausführung, das lebensvolle Temperament, das alle Blatter erfüllt — wie geistreich und benxgt ist nickt ^u^ertte $tgeg«ung mit ©retdxn öarqeüeUt! —, gerade das luhett ihnen ihren dauernden künstlerischen Wert. Telacrvtt bat lick mV-eckem Meisterinstinkte der der Lithographie Bettnang stehcn^n kräfngen Kontrastwirkungen von Lchwarz und Wett; ^m JUirbau und zur Charakteristik seiner Szenen mit grotzler Wirkung eu bedienen verstanden.
llebrigens hat Delacroix sich am Faust auch zu einigen Gemälden inspiriert. Döchst wirkungsvoll ist z B. „Balenttns Tod", ein mittelalterliches Stadtbild, vom Monde überglänzt, 1 btr Todwunde von einer erregten Menge dicht umdrangt, <Nrft- eben aufrecht tm Hellen Lickte des Mondes, in Berzwenlilng die Hände ringend. Eine Vision von durchdringender, poetticher und : malerischer Kraft.
anvertraut, würde »war eine gewisse Gewähr gegen das Kentern bieten, vorausgesetzt, daß sie wenigstens zum graueren Teil au« fegelkundigen Leute bestände. Da« ist jedock fast nie der Fall und sie ist daher im Gegenteil eine große C»cfabrcnquelle, will tick diese geängstigten Mem'cken in kritischen Momenten meistens höchst irribcninnig benehmen. Doppelt beben Nick ist es baber, fo p,ele Menschen und Menfriienleben d?r Umsickl uiid eventuell der Energie einer viel zu schwachen Bedienungsmannickatt an* zuvertrauen. Wenn wirklich nur zwei Scknfter oder «nlcker an Bord roaren, bann wareii sie den vielen Pafiagieren gegenüber wohl kaum imstanbe, eine ausbreckende Panik in unterdrücken, und aud) nickt an Zahl ausreichend, um die rxgel bei Plötzlich einsetzendem Sturm schnell genug zu verkleinern ober ganz zu bergen. Serben allen technischen Mängeln ist also auch noch ein überhaupt unverzeihlicher Mannschaftsmangel zu rügen. Das l uw Zustande, bie bei ber heutigen Seegettung Deuttcküanbs beuna meiid und dem sachkundigen dlusland unverständlich fern muften.
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Schlußfolgerungen kommt:
Endlich hat es emgcscklagen. Was Eingeweihte schon lange sagen hotten, was nur nicht völlig bewiesen werden konnte, rninnt an das Tageslicht zu kommen, lieber die Frage der unerlaubten Beihilfe zur Dausarbeit ist schon lange gesprochen worden, uns weil man derartiges befürditete, beging das Justizministerium lewer eine Dalbheft. Es war früher vorgeschlagen worden, von allen Prüfungskandidaten bei der ersten nrie bei der zweiten lurntnmcn Prüfung die eidesstattliche Versickcrung zu fordern, da,; |u die Arbeit allein angefertigt hätten. Dies ist aber unterblieben, und zwar augenscheinlich, wie nachher der allgemeine Eindruck war, weil das Jnstizministettum mit der Xatfadjc der Mogelei rechnete, die jungen Leute aber, wenn sie abgesaßt wurden, nicht wegen Ver^ letzuna einer eidesstattliclnm Versicherung in bas Unglück bnngcu wollte <§8 166, 161, 163 StGB.,.
Die Reform des Straftechts kommt gerade zu rechter Zeil, nnt auch hier die notwendige Abhilfe zu bringen: damit ist es ober nicht allein getan. Die strafrechtliche Kur ist im Grunde nur eine Mur auf Shrnptome. Da Hal die „Kölnische Zeitung" richtig beobachtet, wenn sie die Frage aufwirft, ob nicht den Kandidaten eine Arbeit zugemutet würde, der sie nicht gewachsen sein könnten, weil sie nickt genügend daraus vorbereitet seien.
Das ist allerdings der ernstesten Beachtung wert: denn, um cs gleich vorweg zu sagen, die „Mölnische Zeitung" hat rerist, hat tausendmal recht. Wer wer trägt bie Schulb? Der Unentwegte Professor, der an der Vortrefflichkeit seiner eigenen Leistungen nickt zweifelt, wird natürlich mit der ebenso schnellen wie für ihn selbstverständlichen Antwott bereit sein, der Grund liege in der Faulheit der Studenten, bie nicht ordentlich in das Kolleg gingen. Bündig, klar und billig, aber gewis^nicht richtig! z/
Auf der Universität soll der ötubent zu ,.wisten,chaftlicken Arbeiten angehalten werden in den sogenannten Praktic^ mit schriftlichen Arbeiten. Was kommt ober dabei heraus? In den seltensten Fällen tttvos Selbständiges, mäiten-5 nur eine oben- slächliche Kompilation mit einer vielfach unrichtigen Entickeidung des praktischen Falles. Ganz im geistigen Bannkreis des bisher genossenen Unterrichts, sieht der Student zunächst immer auf lhcc^ rctische Pttnzipien, und diese wendet er an, ob |ie nun stimmen ober nickst Danach rechne man aus, was an prakti sckcr Ausbildung aus der Universität geboten wird, um nur das Wichtigste, dos bürgerliche Recht, darauf anzusehen. ES gibt zwei Praktika, eines für Anfänger, eines für Vorgeschrittene. In icbcm werden etwa secktsmal Themata zur Bearbeitung gestellt, von diesen werden etwa durchschnittlich die Dälfte bis zwei drittel bearbeitet, macht flfjo für das ganze Studium im günftigften (yan etwa sieben schrift- licke Dausarbeiten, d. h. es fütb drei bis vier sehr leichte und einfache und drei bis vier schwerere Falle bearbeitet worden. ^ie erften sind aber reine Laubenstocksfälle und mühen es auch fein. <rvr Student braucht nur einige Gesetzesbestimmungen mathemattlch anzi,wenden, und der Fall ist richtig entschietwn. Ganz nett, aber auf ba*. was in der Prüfung verlangt wird, keinerlei Vorbereftuna
Mit den Fällen der Hebung für Vorgeschrittene steht es Nicht viel anders: oas Durchbeisten durch den Maulkorb kann man nur mit äußerster Vorsicht lehren, es wird von den mngen Leuteii zu leicht falsch verstanden und führt sic leicht zur gedanklichen Zucht-
Dienstag, 12. August 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversitätS - Buck)- und eteinbrudereu R. Lange, Vießen.
Redaktion. Expeditton und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition mid Verlag: e^as ol. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: An-e,ger«ieben.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für O'verheffen
Die Unterdrückung der HcDolu.ion in China.
Schanghai, 10 Aug. Die Regiening beförderte am Samstag 2500 Mann und ein anderes starkes Kontmacitt flußabwärts. Sie würben nördlich von den Fremdennieder- lafsungen gelandet. Eine Abteilung von 1000 Mann trieb dieRebellen bei den Forts vonWusun g zurück. Die Rebellen in den Forts von Wusnng dehnen ihre Bcr- teidigungswerke ans. p>ic Regierun-g^strnppen r_ü»it en von vier Seiten jedesmai unter dem chutze der Fiotte vor. Die K r i e g s d s ch u n k e n bei Wusung ver- fuckften zur Regierung überzugehen, doch entkam nur ein Schiss, die übrigen wurden von den Rebellen selbst verbrannt. In den Forts von Wusung soll Mangel an Munition herrschen, es soll zwar Munition in größerer Menge in die ss-orts geschmuggelt sein, doch soll sie für die Geschütze nicht brauchbar sein. Tsnngking hat seine Unabhängigkeit erklärt; doch glaubt man, daß Szetschuan im großen und ganzen tonal ist.
tigen. Der erste Breis ist Frau Knüppetholr :lkvefcr in Berlin Friedenau zugestillen, der zweite Preis n^äulcin LaguS in Wien und der dritte Preis Fraulein Emilie Winkel mann in Berlin. Die weitere Gntrourf»bearbeit ung soll einer der drei Preisträgerinnen übertragen werden.
ff. Röntgenaugenblicksaufnahmen Von einem wickttgcn Fortscktttte der Röntgentechnik berichtet die „Natur- wissenfchaftlicke Wochenschrift". Danach ist es Denauer in Frank- furt a. M. gelungen, die Röiftgenoufnahmen nicht mehr wie bisher mit einer Summe von einzelnen Belichttnigsschläaen, sondern mit einem einzigen, sog. Blitzschlag in etwa ' y-, bekund- zu macken. Dadurch konnte er die in periodischer Bewegung befindlichen Lr- ganc des menschlichen Wrpers, den Derzschlag, die Attnung, daS Schlucken ufw., in einzelnen Phasen ihrer Tätigkeit aunichmen und neue Diagnosen stellen. Dessauer hat ein AhnemaDgrxnim ausgenommen, das einen einzigen Derzschlag des Menschen dar- stellt und auf dem deutlich die Bewegung des Derzens zu erkennen ist.
S. Ein neues Verfahren der Stickstoffgewinnung aus Lust. Der französische Chemiker C. Mattgnon, Professor am College de France teilt soeben mit, daß, es ihm gelungen ist, Stickstoff nach einem neuen Berühren °us der Luft zu gewinnen. Er bedient sich dabei nicht, tote z. B Birkeland, des eteftriidm Flammenbogens, sondern hat feitgestellt, datz es ein eimackeres Verfahren gibt. W,c das ,„Fournal des Dvbats' mitteilt, hat er die alte Ansicht, Stickstoff sei ein Gas, das nur sehr schwer Verbindungen ein gebe, widerlegt: bet Temveraturen zwischen 1700 und 1900 Celsiusgraden geht der rttrckiton Verbindungen ein, die sich tecknnch verhältnismäßig leicht veriverten lanen Mattgnon erhitzt Baurit dos bei Arles verkommende TlTmriniimnnntcral, ober «uminorm jammen m.t
>pohle im elektrischen Cfen aus 1700 Ofrab und laßt
dann einen Stickswffstrom über das httpe G^enge stretchen. Es entstehen dann Kohlemaure, die mit den ^ltoaten mtweickt und eine feste Stickstoff Munnnm^blndung, die durch MSa- (int in Animomak und reines Muminrum übergeh. Am diese Weise ist dm: Luftstickstoff in eine beauem chttterzu verarbeitens Verbindung übergefübrt,. und gleichzeittg ist bet ^gang5>ton zur Fortsetzung des Vettahrens nnedergewonnen. Uebrigens st>ll die Aluminium-Sttckstonverbnidung wegen ihrer propen tiM standsfähigkeit auch technisch, %. B. als Lsenauskletdung, ver- toentoar fein.
1 Es müßte einmal festgestellt werden, wie — alles mtter der Flagge der freien Wissenschaft und der fixten Lehre — das Erat- tifuitt für Vorgeschrittene gehandhabt wird, tnsbeiondere ob überall £e genügende Anzahl von Ixtuslichen Themen geg^n wird. Wenn z B der Dozent zu Beginn des Semesters erklärt, es genüge, daß eine'dttbeft gemacht werde, daraufhin werde schon der sogenannte Praktikantenschein gegeben werden, wenn ferner sonst nur noch die viel bequemeren Klausuren geschrieben werden, kann bicä eine genügende Vorbereitung auf die spateren Anforderungen nt(tit^qucmcrn ist^dÄ Art des Verfahrens erheblich: dmn der ^Ent gewinnt dadurch gewissermatzen tne S^alrtc aller Stunden, nämüd) oie Stunden, in denen Klausur geschrieben wird. Da kann hertreten lassen: oder er kommt zwar selber, benutzt aber JA” 1 für1 ficb zu arbeiten und sammelt nach Ablaus der Stnnde^'die^eingegangenen Arbeiteni eiw Sehr früh abgegebene St cJ vielleicht schon sofort durch. Die Studenten und ihm dank-
Au» Statt und CanO«
Gießen, 12. August 1913.
Tas rechtsfremde Publikum.
Eine unserer ständig wiederkehrenden Witzblattsiguren ist der Sttolck, der sich mit großem Mutterwitze selbst verteidigt, uiid dann regelmäßig beginnt mit der Anrede: „Derr Ostrichtshos!' So sinnlos und unmöglich diese Anrede auch ist, >o kann man he dock von Zeit zu Zeit tatsachlicl) in den t^ericklssälen hören. Und wenn es nicht gerade der „Derr Gerichtshof" ist, -o erlebt ber Fackinann doch in dieser Dinsickt Wunderdinge. Unter bem „Derr Präsident" tut es überhaupt selten jemand, aber auch „Exzellenz' ober „Derr Geheimrat" ist nicht selten. Und wer Zeit und Gelegen heit dazu bat, öfter bei Gerichtsverhandlungen zuzuhören, dec lutro mit wachsendem Erstaunen beobachten, daß unser Volk in den weitesten Sckncksten sich in einer bedauerlichen Unkenntnis der einfachsten Begriffe über Gerichtsverfassung und Prozeßverfahren bCfinr§e infolge der Unkenntnis der Gesetze und der Rechtspr-chung vorhandene Rechtsfremdheit des Publikunis hat zur Folge daß zahlreiche unnütze Stteitigkeiten und kostspielige Prozes,e entsteh?,,, die bei besserer Rechtskenntnis vermieden werden können. -Lic Arbeite und Nerven kraft und die Kosten, die auf vermeidbare Prozesse verwendet werden, find leider noch von keinem ^taliWer in Zahlen ausgedrückt worden: aber man sagt wohl nicht zuviel, tvenn man behauptet, daß es sich hier um Millionen banMT, bie unnütz vergeudet werden. DinMi kommt noch, daß infolge dieser überflüssigen, bei besserer Rechtskenntnis vermeidbaren Prozeft- unsere Gettchte ständig überleitet sind, und daß Pvozefte, die schlechterdings nicht vermeidlich en'cbeimm, viel zu lange dauern.
Dieselben Leute, bie einen Richter für weltfremd und unfftng halten, der sich, um z. B. die Güte einer -Sorte Mehl abzufrisätzen, einen Sachverständigen für das Müllereigewerbe kommen lassen will, oder der sich wundert, warum eine Werkzeugfabrik einen Eisenwarenhändler auf Bezahlung der gelieferten „Fuä>sschwänze" Hnc Sägenatt) verklagt, dieselben wollen jemanden wegen betrüget verklagen oder einen Kunden, der ihnen 50 Mk fckuldek, beim
tttoodi, 13. Allgull, i. 2 Ubr, werden im richt» Saale, Neu- 5: Möbel aller Arten, lit vcDer- und , i «arcnschrank em 1 Wanino,.! Tioan. ljen Kognak, Idalow rin Seide, l-mgel- i Salonievvich, Zwei 1(6e, 6 Badewannen, dien, 1 arovc enerne Altertum und «mm ^m-versimerl-E ^GeriMiMieber. rsteiaeruug.
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KhitileUti U- baitllt sollt! ii OIHtttD BinlU1 ti uustndtJIrnbl «Ott Art, irilii und linke Knudtn. V*Wi.ÄJ iriK-Uttiaifiiu. •—
Eugen Dclacroir und Goethe.
qum 50 Todestag« °°n Eugen Dklacroir, 13. August. Äot 50 Jahren, am 13. August 1863, schlost ber grofee rran. -U nm n ^.elflcrmr lerne Augen nach einem Leben,
Kämpfeii gleich reich gerne,en war : denn das all Arlnft und rcanro, » moderne Kunst w reckt
nl't Dickacroir hat d rV^nie war seinem etgenthd) fcnicn - ^nö unb französilw. um fo uv ganjen Charakter naaj Meisterwerk eines deuttcken
terenanter nt bu _^9j,adH, t b iffcn nnb .u einer Reihe Dichters ihn mit^boonberer Sttari w Göthes
bcriwrragcnber SAMEN Ag j englischen Reise, zu
Faust. Delacrott ha- Das will jagen:, er sah
London l nicht etwa Gotthes Tragödie selbst,
auf «nem Londoner Faust zu einer Art von I
so,idern vielmehr eme Bera^che^ 9^ ancrgröf-tcn Andruck aus Opcrn^rama,. das abtt „vollkommene und satanncke"
ihn machte, dttonders c^ft vn Schauspieler nut dem
Darstellung bra' ■Kernen Terry spielte. Zn feinem
1 pater ,o berühmt m .. Seiten von slüchttgen Ze,ck
englischen SkA-enVuch gW bedeckt. Das war bu- Duell:, nungen nach bicfer SRcWJWfjJ Serie von Jllustratwnen aus ber Delaerott öu emer 8^ vollendete er einige der zum Faust hervorging. >- begleitete er die Faustübers^tzung Faust-Lithographien- -^inzeicknungen. Viel Freude bat er von Albert StaMer mit 1-^ ^nr -ie' Faustblatter verkauften von bteien Werken niöh 9 bat Delaerott davon etwa — sich fthr fcbletfit, unbtm ja:i jgfotud. eines Sttckes nach einem
100 ^ranken gelost, - baue er aber Ne OkTtugtuung,
Porträt von figwrencc fam. -JT«■ ™ Dichters des Faust daß, feine ®^JX*wte iStotWwember des Jahres 1826 selbst erregten. Goethe hall 'ick ^lacrou’, nämlick
zu Eckermann über »wer ^tcQcr ^d den näcktticken Ritt bie Trinksiene S bie -».t »Wri«
Fausts und Mephfttt^ te er hockbefriedigi: „Da muß man geäußert. Don der letztere 1 - <o vollkommen gedockt
doch gestehen, ^,raa ,^r ‘« Blätter: „Derr Delo
hat." Und.meiterbin bunerftt erj eroix ist «n ^ßes ^at Franzosen tadeln an ihnr icine
Nahrung gcmnbtn bat ö ihm recht zustatten. Er wird,
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