Ausgabe 
10.10.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. 238

Zweites Blatt

163. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Fläche entfielen:

Auf 100 Hektar nutzbarer

Pierde Stück Iiindvleh

23,3

11,6

5,7

meinen.

färe

bleibt.

bis Oktober aus Tirol und Vorarlberg nach Süddeutschland in den Dienst gehen. In welch unverantwortlicher Weise die arbeiten­den Kinder überanstrengt werden, geht daraus hervor, daß 71,7 v. H. aller in Betracht kommenden Kinder mehr als 40, 45,3 mehr als 50 und 22,5 mehr als 60 Schul- und Arbeits­stunden in der Woche haben. Während der Ferien arbeiten 65,2 ü. £). der Kinder täglich über 6 Stunden, vielfach müssen sie mit

29,9

41,5

der Pferde . . des Rindviehes der Schake. . der Schweine . der Ziegen . .

Pferde . .

Rindvieh .

Schweine .

Schweine 25,4 48,7

staat s r e ch t l i ch e n Dvku m ent niederzulegen? Warum scheut inan sich, das einzig Klare und Selbstverständliche auszusprechen, nämlich die Anerkennung des bestehenden Rechts- und Verfassungs­zustandes im Deutschen Reich? Hierauf fehlt die Antwort nach wie vor.

(Sic feW aber auch noch für die weitere Frage: Wie steht

1912 nach der Besiedlung 1752 5030 5907

Ansied­lungen 15,68 42,02 2,47 54,29 0,92

160,26

der Provinz Ostpreußen 13,45 32,81

9,31 33,29

1,14

8,9

14,6

dem erwachsenen Gesinde zugleich aufstehen uifa zu arbeiten be­ginnen.

. - - . ,. Ausland (Deutschland, Dänemark, Schweden, Rußland imd Ru-

es mit der Nachkommenschaft? Der Prinz erklärt, datz er mänienl verdingt, die Hauptgruppe dieser Kinder bilden die soge- slch für immer an sein Versprechen gebunden fühlt. Kein Nach- nanntenSchwabenkinder", die alljährlich für die Zeit vom März Äimnre aber ist daran gebunden. Memand wird auch mehr berechtigt " ~ '

sein, von den Nachkommen irgendein Versprechen zu verlangen. Wie unter solchen Umständen in Hannover Ruhe einkehren soll.

das bleibt das Geheimnis des Bundesrats, sofern er wirklich ge­willt ist, seine Beschlüsse von 1885 und 1907 über Bord zu werfen. Tut er das, dann wird, daran zweijieln wir nicht, weder das preu- sstsche Abgeordnetenhaus, noch der Reichstag, noch das deutsche Volk hinter ihm stehen. Dem Bundesrat fällt aber auch allein l>ie Verantwortung zu.

Diese Zahlen zeigen deutlich, wo der Schwerpunkt der inneren Kolonisation liegt.

ist sie aber sehr häufig in demselben Maße wie die gewerb­liche Kinderarbeit ein Raubbau au der Jugend, da sie nicht nur auf den Schulbesuch, das Verhüten der Kinder in der Schule und den Unterrichtserfolg nachteilig einwirkt, son­dern die Kinder auch gesundheitlich schwer schädigt und ihre geistige und sittliche Entwickelung in hohem Maße gefährdet. Für das Deutsche Reich fehlt bisher eilt ähnliches Material, obwohl bereits im Jahre 1904 eine amtliche Erhebung über die Lohnbeschäftigung von Kindern im Haushalt wie in der Landwirtschaft und bereit Nebenbetrieben veranstaltet worden ist. Es ist aber anzunehmen, daß hier die Verhält­nisse der landwirtschaftlichen Kinderarbeit andere sind als in Oesterreich und so ist auch für Deutschland eine Erwei­terung des Kinderschubgesetzes vom 30. März 1903 auf die Erwerbsarbeit in der Landwirtschaft dringend zu wünschen.

Zu diesen Mitteilungen bemerkt die Korrespondenz des deutschen Lehrervereins: Die landwirtschaftliche Kinder­arbeit hat bisher vielfach Befürwortung gefunden, auch in solchen Kreisen, die es mit der Jugend herzlich gut Wie die österreichische Cr atistik im einzelnen erkennen läßt,

Neue Hundertmarkscheine.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Die Absicht des Reichsschatzamtes, neue Hundert­markscheine herzustellen, hat in allen Kreisen von Handel und Verkehr Anklang und Zustimmung gefunden. In diesen Kreisen herrscht der Wunsch, die neuen Scheine erst in Be­stellung zu geben, wenn sie von Sachverständigen begutachtet worden sind. Für die neuen Hundertmarkscheine ist folgendes zu beobachten: Das Format mutz sich dem alten nähern, kann aber auch den englischen Banknoten nachgebildet wer­den. Das Papier mutz fest und haltbar sein und nicht beb mehrmaligen Kniffen schon brechen. Schließlich möge man auch von zu überreichen Zeichnungen und Bildern auf den neuen Scheinen absehen und in diesem Punkte dem englischen Beispiele nacheifern. Die englische Banknote ist ein Scheck ohne jede Zeichnung, trotzdem ist dieser Scheck so eigenartig zusammengestellt, namentlich hinsichtlich des Papiers, daß eine Nachahmung äußerst schwierig ist. Das gleiche gilt später für die Neuausgabe von Z e h nm ar ksch e t u e u.

Bisher hat die Münzverwaltung und die Reichsbank mit ihren Neuschöpfungen wenig Glück gehabt, erinnert sei auch an die 25-Pfeunig-Stücke und die neuen Jubiläums- Münzen. Auch die Postverwaltung sollte sich betreffs der Briefmarken die färben- und bilderreichen Briefmarken des Auslandes zum Muster nehmen, bei den Postwertzeichen, die ins Ausland gehens, sind Bilder und Zeichnungen als Pro­dukte deutschen Kunstlteißes eher angebracht.

1906 . . .

1912 . . .

mithin Zuwachs nach der Besiedlung.....

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: e=^51. Siebaftion:e=a@112. Tel.-Adr.: AnzeigerGleßeu,

1906

vor der Besiedlung (einschl. Leutevieh) 1083 3629 3079

betrug auf 100 Hekt in den

Der Kiewer RitualmocSprozch.

Ofenpest, 9. Oft. Aus Anlaß des .Kiewer Prozesses haben aus eine Anregung des ungarischen Rabbiners Lebovics und des Rabbiners Meyer-Saloniki 7 00 Rabbiner, darunter die von Konstantinopel, Adrianopel, Belfast und Manchester die eidliche Erklärung abgegeben, es gäbe keine jüdische Sekte, die zu religiösem Zwecke Blut gebrauche. Tie Tora und die Kabbala verbiete den Blutgebrauch. Eine Abschrist dieses Dokumentes ist durch das russische Konsulat dem Gericht in Kiew zugcsendet worden.

K i e w , 9. Oft. Nach Verlesung der Anklageschrift im B e i l i s- prozeß fragte der Präsident den Angeklagten, ob er sich schuldig bekenne. Beilis antwortete :Neiu, ich bin ein ehemaliger Soldat, arbeite ehrlich mein ganzes Leben lang und dachte nur an meine Familie, Frau und Kinder. Man verhaftete mich und hält mich schon 26 Monate im Gefängnis: warum, weiß ich nicht.

Die Mutter des ermordeten Knaben sagte unter anderem aus, ihr Sohn habe keine Tragbänder getragen, sondern sich eines Strickes bedient. Bis gestern habe sie Beilis! nicht gesehen. Sie habe niemand als den Mörder ihres Sohnes im Verdacht. Der Diakon M a t s ch u g v w s k y , der aus Ersuchen der Mutter Juschtschinskis den getöteten Knaben beerdigte, sagt aus, daß, als der Sarg in die Gruft versenkt wurde, Flugblätter verteilt worden seien, in denen die Rechtgläubigen ausgefordert wurden, das Blut des christgläubi­gen Knaben, das von Juden vergossen worden sei, zu rächen und die Juden niederzumetzeln. Der Diakon hatte solch ein Flugblatt ausbewahrt, es ist ihm jedoch gestohlen worden. Der Verteidiger Beilis bat um die Beibringung eines solchen Flugblattes und wies

DieGießener Snmtlienblatter werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblott für den Kreis Eießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Freitag, (0. Moder W

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheßen

oder weniger () in den Ansiedlungen + 2,23 + 9,21 6,84 + 21,00 0,22

Landwirtschaftliche Kinderarbeit in Oesterreich

In die Mißstände landwirtschaftlicher Kinderarbeit gewähren die Ergebnisse einer Statistik Einblick, die die österreichische Regie­rung im Jahre 1908 durch das k. k. arbeitsstatistische Amt hat durch­führen lassen, um möglichst allseitige und eingehende statistische Unterlagen für die so dringende gesetzliche Neuregelung der Kinder­arbeit zu gewinnen. Die Erhebung erstreckte sich nicht auf sämt­liche Kinder Oesterreichs, sondern umfaßte nur etwa ein Sechstel der Schulkinder (751830): die tabellarischen Ergebnisse beziehen sich auf 418 391 Kinder (213 992 Knaebn und 204 399 Mädchen)/ das sind 10 v. H. sämtlicher Schulkinder. Von diesen, die Schule besuchenden Kindern wurden 145 474 (34,8 v. H.) außerhalb der Schule zu Arbeiten wirtsckwftlichen Charakters herangezogen, da­von allein 92 639 (62,4 v. H.) in den verschiedenen Zweigen der Landwirtsclfäft. Ta ist keine Arbeit auf dem Felde, in der Scheune, int Stalle, zu der nicht bereits Kinder jeden Alters in größeren Zahl verwendet werden. Von je 100 dieser Schulkinder waren 26,1 nur 910 Jahre, 17,2 sogar nur 68 Jahre alt. Noch betrübender ist die weitere Feststellung, daß nahezu drei Viertel der Kinder bereits vor dem 9. Lebensjahre, rund zwei Fünftel so­gar seit dem 5. oder 6. oder einem noch früheren Lebensjahre in die schwere Arbeit eingestellt worden sind.

Die landwirtschaftlich beschäftigten Kinder sind überwiegend (80 v. H.) bei den Eltern tätig. Zumeist sind es kleinere Landwirte, die ihre Kinder infolge der auf dem flachen Lunde herrschenden Leutenot zu den verschiedensten landwirtschaftlichen Arbeiten heran­ziehen. So müssen größere Kinder nicht selten geradezu einen er­wachsenen Knecht oder Tagelöhner ersetzen. Um vieles bedenklicher ist die leider weit verbreitete landwirtschaftliche Tagelöhnerei von Kindern bei Bauen: und auf Großgruudbesitzungen und die Ver­wendung der Kinder als landwirtschaftliche Wanderarbeiter. Die Berichte deuten zum Teil auf eine recht ausgedehnte derartige Ver­wendung von Kindern bin. Viele Kinder werden auf Grund lang­fristiger, 1 bis 9 Monate umfassender Arbeitskontrakte auch ins

HoLitrsche Tagesschau.

Zum Zusammentritt des Reichstags.

9n m^erbie uächste Sitzung des Reichstags, der bis zum A^enlcer dch ^'vertagt ist, sind Bestimmungen noch

ÜÄ! SSl? dorn 20. November kann eine Sitzung es lst aber möglich, daß die nächste Sitzung

m ir; .^vember stattfindet. Der 19. November ist

J1110 'öetj.og, em Zusammentritt am 20. November ist De3bQlj nicht lehr wahrscheinlich. Der Voranschlag dürfte dem Reichstage auch erst ui der letzten Novemberwoche vorgelegt Werder: können. Die Anberaumung der nächsten Sitzung steht dem Präsidenten zu, sic dürfte wohl frühestens Ende Oktober erfolgen.

Uaturheilverein Eietzen.

Gießen, 9. Okt.

Der Verein trat am Mittwoch abend mit einem gutbesuchten Vortrage in seine diesjährige Winterarbeit ein. Der Vorsitzende eröffnete den Abend mit einleitenden Worten, in denen er etwa folgendes ausführte: Nachdem das sog.Kurpfuschereigesetz" mit dem man weniger der wirklichen Kurpfuscherei, als vielnrehr der Naturheilkunde entgegentreten wollte gefallen Ivar, setzte eine Bewegung ein, die darauf ausgeht, mit den bestehenden Ge- etzen der Naturheilkunde der: Garaus zu machen. Leider stehen ja diese Gesetze fast durchweg auf dem einseitigen Boden der sog. Schulmedizin, d. h. jener Richtung in der Heilkunde, die ganz vor­nehmlich neben der Chirurgie mit Arzneimitteln, zumeist den chwersten Giften zu heilen trachtet und allein als wissensckwftlich zelten will. Insbesondere sind die Mitglieder der Krankenver- icherung, der Krankenkassen und der Unfallversicherung zumeist dieser Richtung preisgegeben und müssen sich den Anordnungen der Allopathie fügen, wollen sie nicht die Krankenunterstützung, ba5 Krankengeld, oder die Unfallrente einbüßen. Trotz des Kampfes der Aerzte gegen die Krankenkassen ist gerade diese Gesetzgebung nach Lage der gegenwättigen Verhältnisse wie nichts anderes geeignet, der herrschenden Allopathie das erstrebte Monopol zu gewähre::. An den Krankenkassen hat meist nur der approbierte Arzt auf dem Boden einer zwar in sich systemlosen, aber praktisch betrachtet wesentlich allopathischen Schullehre stehend Einfluß. Wie weit die Macht geht, dafür zeugt eine Entscheidung des Preuß. Oberverwaltungsgerichts, nach der der Kranke sogar gezwungen werden kann, die verordneten Arzneimittel einzunehmen! Auch der Elberfelder Aerztetag hat gezeigt, daß von einem Ausgleich, von einer Ueberbrückung der bestellenden Gegensätze noch gar keine Rede sein kann. Trotz der gesetzlich in der Gewer^deorduung gewährleisteten Freiheit des Heilgewerbes sind wir tatsächlich weit entfernt davon; gerade auf dem Gebiete der Heilkunde ist heute von Toleranz und Parität keine Rede. Das klassische Beispiel für diesen Mangel an Freiheit bietet der heutigentags geübte Impfzwang. Trotzdem auf dem Elberfelder Aerztetag der Referent, der Kölner Jmpfarzt Dr. Meder zugestand, daß die Impfung freilich keineswegs sicher gegen die Pocken schütze, trotzdem ir Wien bei der 85. Versammlung Deutscher Aerzte und Naturforscher Dr. Swoboda zugab, daß die Verbesserung der Hygiene und der sanitären Maßregeln das wahre Ideal bei der Bekämpstlug der an­steckenden Krankheiten sei, nicht die Impfungen aller Art, und obwohl er schon jetzt für eine weitgehende Einschränkung der Impfung bei allen schwächlichen, erblich belasteten Kindern eintrat, wird bei uns in Deutschland sozusagen alles geimpft, ja es gibt Aerzte, die der Ansicht sind, gerade bei tuberkulös, skrophulös veranlagten oder mit chronischen Ausschlägen behafteten Kinder:: sei die Impfung besonders angezeigt. Diese Jmpfsrage ist heute nicht mehr ein Kampf um die Sache, sondern um das ärztliche Prestige! Darum verwahrte sich der Elberfelder Aerztetag gegen die Einführung der Gewissensklausel. Glücklicherweise gibt es doch zahlreiche Aerzte, die auf einem duldsameren, freiheitlicheren Standpunkte stehen. Insbesondere ist in der Medizinisch- Biolo­gischen Gesellschaft, an deren Spitze der Geh. Sanitätsrat Dr. med. et Phil. C. Gerster zu Braunfels und der Kgl. Kreisarzt Medizinalrat Dr. med. Bachmann in Harburg a. d. Elbe stehen, eine große Anzahl hochangesehener Aerzte vereinigt, die für die Naturheilkunde energisch eintreten. Sie kämpft für unveräußer­liche Ideale, für die Gewissensfreiheit auf dem Gebiete der Heil­kunde.

Darauf entwickelte Herr Leube-Gera in feinem Vortrage überM agenkrankheitenundwieverhütenwirsie" zunächst ein Bild über die Sage der Verdauungsorgane, Magen, Leber, Milz, Galle, Bauchspeicheldrüse, erklärte in ausführlicher Weise die Tätigkeit dieser Organe und den Vorgang des Ver­dauungsprozesses. Als Nahrungsstoffe bezeichnen wir Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate und mineralische Stoffe; diese Stoffe nun so in den Körper zu bringen, daß wir von allem etwas bekomme::/ sei die Kunst der richtigen Ernährung. Viele Krankheiten des Mägens fänden ihren Ursprung in einer falschen Lebensweise in Essen und Trinken. Es sei zroeckdienlich, die Nahrungsaufnahme in regelmäßigen Pausen vor sich gehe:: zu lassen. Durch zu große Nahrungsaufnahmen werde der Magen überlastet, die Speisen nicht genügend verdaut und die Nährstoffe mangelhaft ausgenützt. Durch zu große Portionen werde. der Magen vergrößert und» geschehe dies andauernd, so erschlaffen die Magenmuskeln, loas bann zu dauernden Störungen Veranlassung gebe. Die Ursachen des akuten Darmkatarrhs seier: meist Diätfehler. Der Alkohol spiele hier eine große Rolle. Fett und Alkohol können sich nicht vertragen. Große Temperaturunterschiede reizen die Schleimhäute, z. B. heiße Getränke, Fruchteis. Auch chemische Reize, wie Pilz­vergiftung, unreifes Obst, unreife Gurken, scharfe Gewürze, .Gifte, Arzneien seien die Ursachen von viele:: Magenttankheiten, die sich in Widerwillen gegen Speisen, Appetitmangel, Erbrechen und Schmerzen bemerkbar machen. Das beste Heilmittel gegen einen akuten Magenkatarrh sei das Faste n, mindestens solle man doch sehr wenig essen, kühle Leibumschläge von 25 Grad Celsius mit warmer Bedeckung leiten das Blut aus den erfranften Organen nach der Haut. Ter chronische Magenkatarrh sei meist die Folge an­dauernder Mißachtung der gesundheitlichen Gesetze und Regeln und eine fortgesetzte schlechte Behandlung könne eine Entzündung der Magenschleimhaut Hervorrufen. Wein- und Biertrinker und diejenigen, die ihre Speisen zu stark würzen, feier: an: leichtesten dazu geneigt. Druck und Völle des Magens, übles Aufstoßen, Uebelleit, Erbrechen schleimiger Massen, übelriechender Atem, ner­vöse Beschwerden sind die Anzeichen dieser Krankheit. Die Auf­nahme von Flüssigkeiten soll man vermeiden, vor jeder Mahlzeit eine trockene Semmel essen, die den Magenschleim auf nimmt, die Nahrung soll in kleinen Portionen, dagegen öfters genossen werde::, Rumpfbäder von 20 Grad, Leib- und Magenmafsage, morgens kühle Ganzwafchungen, die das Blut nach der Haut abletten, Ruhe nach den Mahlzetten helfen das Uckbel beseitigen.

Dem chronischen Magenkatarrh mit seinen Beschwerden sehr ähnlich feien die nervösen Störungen des Magens. Diese Krankheit finde man häufig bei Beamten. Geistige lieberansttengung, Examen, Ehrgeiz, Angst vor den Vorgesetzten, Revisionen, Zensuren und fortwährende Unruhe seien hier die Ursachen. Ausspannen von anstrengender Arbeit, regelmäßige leichte nahrhafte Diät, warme Bäder mit Abkühlungen, regelmäßig genommene Luftbäder und hauptsächlich Seelenrrihe würden hier in nicht allzu langer Zeit eine:: gesunden Menschen schaffen. Eine andere Grfranfung des Magens sei die Magenerweiterung und Magenerschlaffung, welche meistens durch fortwährende Diätfehler und zu vieles Trinken entstehen. Mit medizinischen Mitteln sei hier in keiner , Weise Erfolg zu ertoarten, mir die physikalisch-diätetische Heilweise sei hier am Platze. Die Mittel, welche gebraucht würden, sollen anregend auf die Muskulatur des Magens wirken, daß er wieder feine Elastizität erhalte, Massage, kühle Magen- und Leibumschläge seien . von guter Wirkung. Schmerzhafte Anfälle bekämpfe mau mit heißen Umschlägen Ter Redner behandelte bann noch die Magen­geschwüre, Magenkrebs und die Verhaltungsmaßregeln be: in d:c Verdauungsorgane eingedrungenen Fremdkörpern.

Ter Vorttag war sehr leicht verständlich und wurde von der gutbesuchten Versammlung mit großen: Beifall hingenommen. Nach einem Appell an die Anwesenden, dem hieftgen Verein sich als Mitglieder anzuschließen, wurde die Versammlung geschloffen.

Zu der neuen Erklärung des Prinzen Ernst August schreibt dieNatl. Korresp.":

Die durch das Wolsfsche Telegraphenbureau verbreitete Kund- gebung des Gmundener Hofes zur braunschweigischen Thronbestei- gungsfrage erfahrt in der gesamten Presse fast die gleiche Beurtei­lung. Man stimmt dann überein, daß sie ein gewisses Ent - 9 e 9 ? u ro m nie n gegen die Forderungen der nationalen Kreise darstellt, andererseits wird aber auch mit aller Deutlichkeit ohne Unterschied der Parteirichtung ausgesprochen, daß s a ch l i ch n u r wenig geändert wird. Dieser Auffassung schließen auch wir uns an. Die Erklärung bringt zweierlei. Zunächst enthält sie eine Zurückweisung der Mißdeutung jenes Briefes, und da diese Miß­deutung lediglich von der Welfenpartei ausgegangen ist, so liegt dann zweifellos eine Absage an die welfischen Umtriebe der letzten Zeit. Das ist sicher ein erfreuliches Moment, wobei nur zu bedauern bleibt, daß man in Gmunden nicht schon früher einen solchen Schutt für nötig befunden hat, da es doch dem Prinzen nicht entgangen fein kann, daß sein bezüglicher Brief von allem Anfang an, also seit bald sechs Monaten, mißdeutet worden ist. Zum andern bleibt auch zu bedauern, daß man nicht den Mut gefunden hat, dieDeutler" undRüttler" beim Namen zu nennen. Wir werden ja sehen, wie die Welsenführer bie neue Erklärung aufnehmen; vielleicht zeigen sich hier bald die Folgen einer durch nichts gerechtfertigten Schwäche.

Der zweite Punkt, den die neue Erklärung bringt, greift üfljer den seinerzeitigen Brief an den Reichskanzler hinaus. Man wttl dem Eiftwand entgegentreten.', als ob der Fahneneid den Prinzen nur so lange binbg, als er unter preußischer Fahne stehe. Demgegenüber bekennt der Prinz als seine Auffassung, daß sein eidliches Versprechen für ihn feine Greife habe, daß er sich viel­mehr für immer daran gebunden fühle. Man wird zugeben müssen, daß hierin ein gewisses Entgegenkommen gegenüber den bisher geltend gemachten Bedenken liegt. Mer wenn der Prinz dieser .'Jluffan'ung ist, warum scheut man sich, diese Auffassung in einem

d daraus hin, daß ein Exemplar im Besitze des Polizeimefsters ge­wesen sei. Der Staats anwalt wandte sich gegen die Be­willigung dieser Bitte und wies darauf hin, daß die Verteilung

109,91 + 50,35

daß die Rindvieh-, Schweine- und

Für 21 fertig besiedelte Gutsbezirke mit. 12110 Hektar nutzbarer Fläche tonnten die Ergebnisse der Vieh­zählungen für Pferde, Rindvieh und Schweine von und nach der Besiedelung festgestellt werden. Es waren auf der- elben Fläche vorhanden:

Bichhaltung und büuerlichcr Besitz.

Cintcrcffante Zahlen, die die alte Erfahrung wieder bestätigen, daß die Viehhaltung in den bäuerNchcn Betrieben ihre Hauptstütze hat, enthal der Jahres- berickt der O stp ren ß is chcn L and g es ells ch a ft. Für 45 fertige Ansiedelungen mit 13 349,& Hektar landwirt­schaftlich nut-barer Fläche sind da dre Ergebnr sc der Breh- zählung baut 2. Dezember 1912 zusamu-engestellt Danach Lf 100 Hektar Flache dre Stückzahl

im Durchschnitt mithin mehr ( + )

der Zuwachs betrug nach der Besiedlung + 669 = 61,7% + 401 = 38,6% + 2228 = 91,8%

des Federviehes ,

Federviehhalwng iu'den Ansied'elungeu erheblich grö- ßer' ist als im Rrnvinr. wahrend biö

Schaf- und Ziegen

l 11 uv 11 --- . ' , V tu- < Ull]LL XJUll UHU 1UU-» UUIUU| yui, UUf> ULI- OUllllUI

Durchschnitt ßer Provinz, wahrend Uiö Flugblattes in keinem direkten Zusammenhang mit der Affä.. lhaltuug hinter tot Durchschnitt zurück- Juschtschinski stehe. Das Gericht lehnte daraus den .Antrag des Ver-

J teidigers ab.