Deutsche» Reich.
Eine Spionage-Einrichtung in den N e i ch s l a n d e n.
Die „Vossische Zeitung" berichtet aus Straßburg: Aus einer zuverlässigen Quelle wird bekannt, daß eine drahtlose Verbindung zwischen dem Eiffelturm und Kolmarer'Privathäusern entdeckt worden sei. Der Chef der politischen Polizei hat sich mit der Sache bereits befaßt, deren Akten gegenwärtig im Ministerium liegen. Es handelt sich offentundig um eine Spiv- nagegeschichte.
Die Zweite Kammer des elsaß-lothringischen Landtages
sprach sich am Mittwoch mit allen gegen vier Stimmen bei einer Dtininrenthaltung für die Beibehaltung des JesuitengeseyeS aus. Zur Frage der Erteilung von Jagdscheinen an Ausländer erklärte der Unterstaatssctretär Mandel, daß die ewigen Ausnahmen aufhören müßten und die Bestimmungen fortan nach dem Wortlaut des Ge- setzes gehandhabt würden. Zur Frage der konfessionellen P h i l o s o p h i e ^P r o f e s su r gab der Kurator der Universität, Back, die Erklärung ab, daß die Regierung die Verträge halten werde, solange sie bestehen.
Ter Kaiser und Pächter So Hst.
Die „Berliner Neuesten Nachrichten" veröffentlichen den Wortlaut deS vom C a d i n e r Pächter S o h st der Gutsverwaltung gemachten Vergleichsvorschläge. Daraus geht hervor, daß die Initiative zu den Vergleichs- Verhandlungen nicht von d-er Cadiner Verwaltung. sondern von So Hst ergriffen worden ist und daß sic 120 000 Mk. Abfindung, 15 490 Mr. Entschädigung für den Rücktritt Sohsts vom Packnvertrag, ferner die Vergütung für lebendes und totes Inventar, sowie für Saat und .Kunstdünger betreffen einschließlich Rückzahlung der Sohstschen K-aution von 5000 Mk.
AnsLanö.
Der Gott hardver trag.
Der schweizerische S t ä rr d e r a t ratifizierte den Gotthardvertrag mit 33 gegen 9 Stirn men nach dreitägiger Beratung. Damit ist der Vertrag seitens der Schweiz endgültig ratifiziert.
Jahresbericht der Srstzh. yeff. GeMrdeirrspekttonen v.
ueber Streiks, Aussperrungen, Lohnbewegungen u. bergt, lesen wir in dem Bericht folgendes:
In einer Metallwarenfabrik erklärten sich sämtliche 13 0 Arbeit e r mit dein Vertrauensmann der Organisation, der mit dem Meister in Streit geraten nnb deshalb entlassen uwrden war, solidarisch und legten die Arbeit nieder. Sie verlangten die Wiedereinstellung des Vertrauensmannes. Nach neuntägigem Ausstand nahmen sie aber, ohne daß ihrem Ansinnen stattgegcben wurde, die Arbeit wieder aus.
An dem allgemeinen P f l a ft e r e r st r e i k in Frankfurt und Umgebung beteiligten sich in der Provin; auch die 50 Pflasterer bei dem Straßenbau der Stadt Vilbel. Er dauerte 3 Wochen. Die Arbeirer forderten für Taglöhner 50 Pfg. und für Pflasterer 75 Vfg. Stundenlohn. Sie erlangten 47 Pfg. und 70 Pfg.
Durch die allgemeine S ch n e i d e r a u s sp e r r u u.g wurden in der Stadt Gießen in 13 Betrieben zusammen 98 Gehilfen auf die Dauer von 4 Wochen ausgesverrt.
In einem M a u r e r g es ch äf t in Friedberg stellten die der freien Gewerkschaft augebörenden Arbeiter für die Ausführung von Betonarbeiten besondere Forderungen und streikten (zusammen 68 Maurer, Bauhilfsarbeiter und Zimmerleute) vom 9. Mai bis 8. Juli. Durch den Vorsitzenden des Schiedsgerichtes in Frankfurt kam nach langen Verlwudlungen ein Ortsvertrag für den Kreis zustande, wonach den Maurern und Zimmerern ein Lohnzuschlag von 6 Pfg. und den Bauhilfsarbeitern ein solcher von 4 Pfg. gewährt wurde. Zwei Streitende, die Arbeitswillige belästigt hatten, wurden vom Gericht zu 5 und 14 Tagen Gefängnis verurteilt.
In acht schreiner Werkstätten zu Gießen traten von 54 Gehilfen 48 nur die Dauer von 8 Wochen in den Ausstand. Sie verlangten Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit um 4 Stunden und Lohnerhöhung. Sic erreichten den Abschluß eines Tarifvertrags bis zum 15. September 1916.
Die Brauerei von I. H. Ihring in Lich, deren Tarifvertrag am 1. März 1912 abgelaufen war, hat einen neuen bis zum 30. April 1916 taufenden Tarifvertrag mit ihren Arbeiten: abgeschlossen, der hinsichtlich der Lohnhöhe nicht unwesentliche Verbesserungen für die Arbeirer gebracht hat und auch die Arbeitszeit durch Gewährung einer halbstündigen Beiperpause, die früher bei gleicher Arbeitsdauer nicht bestand, kürzt. Die Sonntagsarbeit, die früher nur, wenn sie mit 50 Psg. für die Stunde, länger als drei Stunden dauerte, besonders berechnet wurde, wird nunmehr bis zu zwei Stunden mit 50 Psg. für die Stunde, für jebe weitere Stunde mit 60 Pfennig bezahlt. Lluch im übrigen rveicht der neue Tarifvertrag gegen den früheren, der im Jahresberichte von 1907 auf Seite 108 abgedruckt ist, noch in einzelnen Punkten ab.
Tie r> r g a n i f i c r t c n 3 i g a r r c n )' o r t i c r c r einer großen Fabrik erreichten durch Verhandlung ihrer Verbandsleiter mit dem Firmcninhaber eine Alkordlohnerhöhung von 10 Pfennig für das Mille, was einer Lohnerhöhung von 2—3 Mk. wöchentlich gleichkommi
In drei Schlossereien, barunter zwei größere Kunstschlosser ei en der Sladr Gießen, schlossen die organisierten Arbeiter (etwa 30) durch den Metallarbeite^-verband mit den Meistern einen Lohntarif bis znnr Jahre 1914 ab, durch den ihnen die 9V2ftünhige, SamStags die 8>-stündige Arbeitszeit und wesentliche Lohnerhöhungen zugebilligt wurden. Die Stundenlöhnc betragen 32—60 Psennig. Die übrigen Meister der Stadt unterzeichneten diesen Tarif nicht.
Ein I n st a l l a t i o n s g e s ch ä f t in Bad-Nauheim traf mit seinen Arbeitern besondere tarifliche Vereinbarungen, die weit über den Prahmen der Arbeitsordnung hinausgehen und besonders hohe Konventionalstrafen für den Fall des Kontraktbruches und bei mangelhaften Aksoroarbeitm feststem. Soweit der abgeschlossene Tarifvertrag Erfordernisse der Arbeitsordnung, z. B. andere Bestimmungen übci die Arbeitszeit enchielr, wurden diese in die Arbeitsordnung entsprechend aufgenommen.
'Ter imi Vorjahre erwähnten neu geschaffenen Organisation hon etwa 100 der Arbeiter mehrerer Steinbruchsbetriebe, in Kcsselbach und Umgebung aelano es, im Berichtsjahre mit ihren Firmenintabern einen schriftlichen 'Arbeitsvertrag abzu- schließen, der eine Lohnerhöhung von 20 Prozent brachte. Zur Regelung von Meirrungsverfchiedenheiten ist in jedem Bruche von den Arbeitern eine Schlickstungskommission von 3 Mitgliedern gewählt.
In der Stadt Alsfeld haben sich bi1- dortigen Tab a k- u nb Zigarren a rbei t e r zweier Betriebe dem Deutschen Tabakarbciterverband aiigcschlosfeu. Tie bonigeit gewerkschaftlich organisierten Arbeiter planen die Gründung eines GewerkschaflS- karteLs und GewerkschastsHanfes.
Härte Tr. Murchia-Favs, der Zustand deS Heiligen Vaters sei befriedigend. Das Fieber fei heute abend nicht zurück- gekehrt.
Aus Stadt und Land«
Gießen, 10. April 1913.
** Erledigte Lehre rMe llen. Eine mit einem kath. Lehrer zu besehende Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Talheim. Eine mit einem evang. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Beuern, mit der Organiftcudieust verbunden ist. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer- steile an der Gemeindeschule 511 Grüningen. Tem Gemeinde Vorstand fleht bas 'Präsentationsrecht zu. Mit ber Stelle ist Organistcndienst herbunben. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstclle an der Ostmciudes^ule zu L i u d h c i m. Eine mit einem evang. Lehrer zu bcsetzenbc Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Radmühl, deren Inhaber eine Ortszulage bewilligt werden kann. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrersteile an der Gemeindeschule zu M e tz l 0 s , mit der Kantordienst uerbinibcii ist. Dem Inhaber ber Stelle kann eine Ortszulage bewilligt werben. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeinbcschule zu G u n z c n a u mit der Organisten-, Lektor- und Kantorbienst verbunden ist: deren Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt 1 verden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstclle an der Gemeinde- fchule zu Hartershausen, mit der Organisten- und Lettor- d.enst verbunden ist. Dem Grafen zu Schlitz genannt zu Görtz steht „das Präsentatiousrecht zu.
Tic K r i c g e r k a m e r a d s ch a f t Hassia versendet so- ebcn ihren vorn ersten Schriftführer Dr. Vogt erstatteten I a h r e s- 0 c r r a) t über das 38. V e r b a n d § j a h r 1912, der zunächst ne Rechuungsablage über die Verbanoskasse und sämtliche Stift tungen enthält nnb in ber Einleitung auf bic Notwendigkeit einer gröberen Verbreitung der Verbandszcitmrg hinweist, deren Auflage von 12 000 auf 18 000 gestiegen ist. 1912 sind dem Landesverband 11. Vereine mit 461 aktiven und 31 passiven Mitgliedern neu bei- getreten, alles Vereine, biejm Laufe des Jahres entstanden sind. 5'ünr dieser Vereine sind Spezialwafsenvereine, drei davon allein in Mainz gegründet. Ter Bestand der Hassia am Schluss? des Vereinsjahres ergab folgende Zahlen: 979 Vereine mit 63 917 aküren (Eiche 1911: 63 085> und 6413 passiven (Ende 1911: 6338), zusammen 70 330 Ende 1911: 69 575) Mitgliedern. Der Zu- wachs beziffert sich sonach auf 755 Mitglieder. Das Vermögen betrögt jetzt insgesamt 301 587,07 Mk, was gegenüber dem Stand von 1911 ein Mehr von 16 277,72 Mk. bereutet. Tie Vereine bczisserten ihr Kapitalvermögen (Smb; 1912 auf 660 415 Mk. gegen 617 299 Mk. am Schluss? deS Jahres 1911. Die Hassiastcrbekasse Ifbrcitet in ihrer Entwiälung ruhig fort. Das Jahr 1911 schloß ab lui* einem, Stand von 19 523 versicherten Personen unb 4 974 312 Marl Vevsicherungskapital. Zurzeit hat bic Sierbckassc einen Stand vor' 22 702 Personen und 5 836 915 Mk. Vcrsicherungs
Sterbegelder wurden im Jahre 1912 ausgezahlt in 233 Fällen 44 026,86 Mk., int ganzen bis jetzt seit Bestehen der, Kasse -1. Oktober 1907) 114 183,86 Mk. — Die Mitgliederversammlung für 1913 Ist auf Sonntag, l. Juni, nach .Hirschhorn am yZecfar ein berufen. Ter Voranschlag schließt mit 76722,14 M. ab. Für Wohltätigkeitszwecke stehen 1913 zur Verfügung: Für Unterstütz!'.ng laut Voranschlag (einschließlich Zinsen der Prinz- Ludwig-Stiftung) 14 500 Ml., für Veteraneniuuerstützungszulagen 5800 Mk. für .Kvnsirmatiousbeilnlfen 5502 Mk. und für Lebens- versicherungspolizen ans ber Ernst Ludwig-Eleonoren-Stiftung 548 Mk., zusammen 26 350 Mk.
_ ** Gießener V 0 ltSbad. Im ersten Vierteljahr dieses Jahres betrug die Besucherzahl des VolksbadcS 28508 (gegen 27 724 im gleichen Zeitraum des Vorjahres) oder täglich im Durchschnitt 317 (305) Badogäste. Von den verabreichten Bädern entfallen auf Schwimmbäder 12108 (11800), Wannenbäder 4789 (4422;, Brausebäder 7407 (7805), Medizinische Bäder 567 (529) Volksbäder in der Schwimmhalle ä 10 Psg. 3137 (3158). Die Personcn- wage wurde 900 mal (750) in Anspruch genommen. Tic Besichtigung der Anstalt kam nur vereinzelt vor.
* * Hessen i n A m e r i k a. Im deutschen Hospital in New Vori -starb am 22. März int Alter von 61 Jahren Jnaciucur Wilhelm Baur. Er war in Gießen als Sohn deS bekannten Thcvlogieprofessors Tr. Wilhelm Baur geboren. Dem Weinheimer Senioren-Konvent der Korps an Technischen Hochschulen gehörte er bis 3mit (Silbe als treues Mitglieo an, auch oem New Zorker Zweigverband des W. S. E. Im Jahre 1878 kam Baur nach New Port nnb sand Besckwftigung als Techniker in Zuckerfabriken. Die Entwicklung der amerikanischen Zuckerraffinerien ist größten-- teils seinem Genie zu danken, namentlich die auf dem Gebiete der Rübenzucker-Fabrikation. In Amerika hat er mindestens zehn Zuckerfabriken gebaut und eingerichtet, in allen einschlägigen Fragen galt er als erste Autorität. Eine ganze Reihe deutscher Vereine verliert in dem Gestorbenen rin geschätztes Mitglied. Baur hat auch an dem siebziger Kriege als Einjährig-Freiwilliger teile cito nun en. — In New Bork verstarb int Alter von 72 Jahren die ans Griedel stammende Frau Derrn. Karoline Craemer. — Die D e u t s ch l a n d f a h r t des Hessen-Darmstädter V 0 l k s s e st - V e r e i n s ist nun soweit vorbereitet, daß der Erfolg gesichert ist. Ter Reiseausschnß hat die letzte Versammlung abgehalten. Da die Einladungen von Behvrben für Empfänge und von Vereinen und Privatpersonen von Darmstadt, Mainz, Bingen, Rüdesheim, Koblenz und Frankfurt zuviel Anstrengungen an die Teilnehmer stellen würden, wurde beschlossen, die Betrasfen den zu bitten, diese Festlichkeiten zu beschränken. Der Bericht des Reisemarschalls wurde mit großer Befriedigung eutgegen- genommeu. Heber 70 Personen haben Einzahlungen gemacht und über 30 Anfragen und Anmelouitgen, namentlich aus Chicago, St. Louis, Toledo nsw. liegen vor.
Kreis Büdingen.
(H) Büdingen, 8. April. Zur Erledigung einiger eiliger Angelegenheiten war auf heute mittag 5 Uhr wiederum Gcmeiiche- ratssitzung einberufen worden. Wieder stand die Bahn frage H a n a u - - B ü d i n g e n auf der Tagesordnung. Hierzu führt Gemcinderat Rullmann aus, daß er für einen zustimmenden Beschluß zu haben sei, wenn die am meisten interessierten (ssemein- den die Bedingung fallen ließen, nur 40°/» der Kosten zu Gunsten der Stadt zu übernehmen, idcuu diese mit 1 . der Kosten heran» oc3ogcn würde. Auch die übrigen Anwesenden geben zu diesen Äussührungcn ihre Zustimmung. Tie Bürgermeisterei wird beauftragt, unter dieser Voraussetzung weitere Verhandlungen zu führen. Im ganzen leuchtete heute die Stimmung durch, daß man im Gemcinderat bereit wäre, eine Summe zu bestimmen, über die hinaus die Gemeinde nicht zugezogen werden könne. Weiter wird die Bürgermeisterei beauftragt, bei der Gesellschaft für Bahnbau und Betrieb Erhebungen anzustellen, was gefchehen solle, wenn die Bahn nicht rentiert, nnb was von den Olemcinden gefordert würde, um den Betrieb lebensfähig zu erhalten. Tie Bcschluß- fassimg wird bis zur Klärung dieser Fragen ausgesetzt. Bei der F e l d b e r e i n i g u 11 g O r l e s h a u s e n hat es sich hcrausgestellt, daß die Gemarkungsgrenze Orleshausen Büdingen auf eine große Strecke auf das recht? Ufer der Seemenbach überspringt. Durch die jetzig? Feldbercinigung foll die Grenze in die Mitte des Bachbetts gelegt werden. Dadurch erwächst der Gemeinde Büdingen die Verpflichtung, die .Hälfte der Kosten zur Ausräumung des Baches beizutragen und die Unterhaltung des einen Bachufers ganz zu übernehmen. Der Gemeinderat lehnt den Antrag auf Grenzverlegung ab. Ebenfo wird ein nxntcres Gesuch des Wilhelm Knaf II. um Gewährung von Loosholz abgelehnt, da die bestehende Ortssatzung sich dagegen ausspricht. Gutspächter Rodrian zu Erbacherhos ersucht um einen Beitrag zur iChaussiening ciine# Feldwegs in ber lO^einorfung Büdingen, der ganz nahe an seinem Hof vorbeiführt. Das Gesuch wird ab» gelehnt, da bic Gemeinde nur verpflichtet sei, den Weg in einem fahrbaren Zustand zu erhalten. .Hierbei wird daraus hin- geinte)en, daß auch diese Verpflichtung nicht nötig wäre, wenn |. Z. von dem früheren Bürgermeister rechtzeitig Einspruch dagegen erhoben worden wäre. Die Versäumnis dieses Einsvruckis hat damals die Gemeinde 21 000 Mk. gekostet. Der von Architekt Mockciihaupt angefertigte Entwurf für eine Gedenktafel zur EhrungderVcterancn liegt dem Gemcinderat vor. Sobald ber Kostenanschlag vorliegt, wird die Ilnfertigung beschlossen. Im Juni d. I. feiert der hi es. Veteranen- unb Militärverein sein
40 jähriges Stistungsseft. Bis dahin soll die Tafel fertig und im Rathaussaal aufgestellt fein.
Kreis Alsfeld.
OK. Alsfeld, 8. April. Die Baumblüte hat jetzt auch in unserer Gemarkung eingesetzt. Besonders die frühen Kirschensorten zeigen sich schon in vollstem Blütenschmuck. Aber auch an den übrigen Obstbäumen brechen die Blüten mit Macht her vor, so daß bei anhaltendem lvarmen Wetter bis Mitte April wohl sämtliche Obstsorten blühen werden.
— Ermenrod, 9. April. Unsere Gemeinde hat eine eigene Schäferei, aber nicht im gewöhnlichen Sinne; sie verpachtet das zur Schäferei gehörige Gelände an auswärtige .Herdenbesitzer und bedingt dazu, daß hiesige Schaf- benljer ihre Schafe der Herde zutrciben dürfen. Gegenwärtig kam eine starke Hammelherde aus dem Bayerischen hier in unserem Felde an mit einem eigenen Schäfer. Wenn im Herbste die Weiden zu Ende gehen, werden die Schafe wieder pirückgeführt. Bei den Schafen hat die Fleischteuerung eine Preisstufe geschaffen, die gegenüber den Preisen vor zwei Jahrzehnten das Doppelte beträgt.
x BonÄerOhm, 9. April. Die Kirschen, Bogel- kirschen, beginnen ihre weißen Blüten zu öffnen. Wäre die Temperatur so geblieben, wie Ende März, die Kirschbäumc stänbcn in voller Blüte. Nun läßt sich auch der Blütcnansatz der übrigen Obstbäumc übersehen und die Aussicht der lommenden Obstenttc feststellen. Der Fruchtansatz unserer Obstbäume ist nicht besonders reich. Die Birnbäume und auch viele Apfelbäume weisen wenige Tragknospen auf. Besser sicht es bei den Zwctschcn aus, von denen der vorige Soerbft hier eine Mißernte brachte, wahrend andere Gegenden einen liebe 13egen hatten. Uebrigens hängt die Obsternte weniger von dem Maße der Fruchtknospen ab als vom Wetter während der Blütezeit.
Kreis Lauterbach.
= Laut erb ach, 9. April. Am 26. August 1863 stürzte hier beim Aufräumen eines fett längerer Zeit außer Gebrauch gesetzten Zieh b r 11 nnen s dessen unteres Gemäuer ein und zog das obere Mauerwerk und soviel Erde und Steine aus der Einfassung nach sich, daß fünf .Arbeiter verschüttet wurden. Zwei der Verschütteten wurden infolge der Hilfeleistung lebend und ohne bedeutende Verletzungen ans den Trümmern hervorgezogen, die drei anderen aber konnten nur als Leichen, der letzte erst nach zweitägiger anfircngenbei* und gefahrvoller Arbeit, ausgefunden werden. Bei dielen Rettungsversuchen haben sich 5erb. Bauer, Ioh. Duchardt, Hch. Melchior, Konr. Rosenbaum ft, Konr. Rosenbaum II., Hch. Stein, Dav. Hofmeier und Werner Hanitsch, sämtlich von Lauterbach, durch Mut und Ausdauer hervorgetan, indem sie in den verschütteten Brnnncu hinabstiegen und^ an Wegrünmung des Schuttes arbeiteten, tvas mit großer Lebensgefahr verbunden war, weil rings um die Oeffnung der stark gelockerte, mit Steinen vermischte Grund, unter dem die Mauer zufamm en gestürzt war, teitweisVüber- hing und manchmal in bedeutenden Massen nachrutschte, und unter dem zusammengestürzten Mauerwert ein wohl 20 Fuß tiefer, teilweise hohler, teilweise mit Wasser angefülltev Raum befindlich war. Besonders hat Fero. Bauer durch Beispiel und Zuspruch seine Genossen ermutigt und an- gecifcrt. Auch der später hinzugekommene Brunncugräber Hch. Val. Hedrich aus Wallenrod legte Lei ber Ausgrabung der zuletzt gefundenen Leiche, namentlich bei den Bemühungen, weiteren Einstirrz zn verhüten, eine anerkennenswerte Tätigkeit an den Tag. Der iGroßhcrz^g hat als Anerkennung für die mutvolle und menichuifreundlichc mit Lebensgefahr verbundene Mitwirkung bei Ausgrabung der Verschütteten dem Ferd. Bauer dack allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" verliehen und feinen *üd)t Genossen Geldprämien bewilligt.
d. Bermutshciin, 9. April. Dein Landwirt Andreas Popp gingen, als er am Nachmittag auf einem Acker mit Pflügen beschäftigt war, seine beiden Kühe durch. Er ivollte die scheu geworbenen Tiere halten, kam jedoch dabei so unglücklich zu Fall, daß er einige Meter geschleift wurde und hierbei einen Beinbruch am Oberschenkel erlitt.
Kreis Friedberg.
-l. R odh ei'nüv. d. $>., 8. ?lpril. Die Ziege des Kreisftratzcn- wärters Franz Mcsenbcck brachte ein Zicklein mit vier Augen zur Welt. Wo bei anderen Ziegen die Hörner wachsen,I>lickeii hier noch einmal 2 Aeuglein neugierig um sich. Tas Tierchen ist recht wohl und munter.
Hessen-Nassau.
fc. Höchst a. M., 9. April. Der Sturz der Schweine- preisc auf dem Frankfurter Viehwarkr am letzten Montag, über'den wir berichtet haben, hat hier bei den Metzgern eine bedeutende Wirkung verursacht. Die Fleischer-Innung in Höchst beschloß, den Preis für das Pfund Schweinefleisch von einer Mark auf 80 Pfennig herabzu- setzen.
veremrnachrichten.
Der Artillerie-Verein G i c s e n hielt oni SamL- tag eine gut besuchte Monatsversammlung ab. Eine Einladung des Vereins ehemaliger Artilleristen an der Wesermünduna -- Sitz Bremerhaven — lag vor, wonach der Verein beabsichtigt, vom 14.—16. Juli 1914 zu $1-em er tauen einen „Ersten Tcutfdyeii Artillcriften-Appell" zu veranstalten. Hiermit soll eine Fahrt entlang der Wasserkante und nach Helgoland v'erbuirden werden. Etwa 400 De 11 ische Artilleristenvereine, ber deutsche Kriegerbund in New Bork, sowie deutsche Artillerie-Vereine in den. Kolonien, haben ihre Zusage bereits gegeben. — Tic Monatsversanimlung beschloß, ber Einladung Folge zu leisten, eine Reisekasse wurde gegrüuSct. Nach Erledigung .ber Tagesordnung hielt Herr Bei'ge- mann einen Vortrag über seine Erlebnisse im Kriege 1870/1871. Er tat an diesem als Geschütz- bezw. Zugführer bei der 1. reitenden Batterie des Rhein. Feld-Art.-Rcgts. Nr. 8 teil genommen, unb ist mit dem eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.
Klein-Linden, 8. April. Ter Kriegervercin hat beschlossen, bas Bezirksfest zu Garbenteich und das Verbandssest des .Hüttenbergs zu Lützellinden zu besuchen. Denr Antrag des Verbands wegen Einführimg des „Hessischen Kamerad" steht der Verein sympathisch gegenüber. Dein Vorstandsmitglied Wilhelm Weigel wurden zu seiner silbernen Hochzeit Glückwünsche übersandt. Ter Voriitzenbe brachte ein Hock auf Weigel und seine Familie aus.
11. Offenbach, 8. April. Der Zweigverein vom Vogelsberger Höhenklub hielt gestern feine Haupt- ver s a in' m l n n g ab. Nach dem durch den 1. Vorsitzenden, Lehrer Ludwig Der n, erstatteten Jahresberichte ist die Zahl der Mitglieder von 185 auf 210 angewachsen. Der Verein tat im letzten Jähre einem! Zuge ber Zeit cntfpredienb Iugciidwonderungen unb vor allem Vvlksschüleiioandei'ungcn neu in sein Programm aufgenommen An den 12 Vereinswanderungen nahmen laut Bericht des Wanderineifters Fr. Seim 688 Personen teil, von denen eine Anzahl sämtliche Touren mitgegangen war. Tie Rechnung, abgelegt bureb den Kassenwart Hermann Stahl, zeigt? 1528,79 Marl Einnahme, denen 1460,22 Ml. Ausgabe gcgenüberftonbeit, so daß ein Ueb er schuß von 68,57 Mk. verbeibt trotz der recht erheblichen Aiiswelwungcn für gemeinnützige Bestrebungen. Für die Errichtling des E nist-Ludwig-Turm es auf tat .Herchenhainer Höhe wurden hier bis jetzt 900 Mk. aufgebracht. In den Vorstand würbe nei,gewählt Kaufmamr I. S chri tz unb Lehrer Heintzcn-
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In der $ripatfiflgä gegen den ff. ~ OTOt da- »-.m-» A gerichts.curuck r*1 non der ihm,n ckem teÄsveröffeutluhunq keine
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Ott' Kcnall I ® bic Man K. ft daselbst tamer tzvb M fteiwreck unb verurteilte die Ängek Berut
In ber Privatklogeii gegen die P. R. da>eft . iv:il die Privatklac habe. Tie Sttaslainmer feststellbar war. daß hi geklagte beleidigende A
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Es wird sortgesaln Naak. Dieser wurde ci baut von über 400 OOC sitzende fragt nach den bank, imb ber Angella! Bant Gejälliglciten erw dar. bic Bank ein snlc auigerorber: ,;n fern. Tr der nnb B saniert vcoiber. Bei di
dn 51an nuhß gtar^t Wxv B V.V.G. sein geiamtei T,ark, die n von war es kbinlir Verbindungen ;u lose bn dreiem Geschäft ch erzielt hat. Es wird eigenartig sei. wir > kommen zu schlieren ^T-I,at b,’r' Me beiessen, mit d Werte hat er 11 Mnb ihm dm 1 ^Julahonm mjt bi Wiederholte Anfrage 1 .^kmacht We, wenn m-
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