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12.8.1913 Erstes Blatt
 
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J

165. Jahrgang

Erstes Blatt

Anzeiger für Gberheffen

Die delegierten unternehmen heute einen Ausflug nach Sinaja, wo sie Gäste des Ministers des Innern Joneseu sind. Abends " m"c *" /cfc

der Delegierten ein

morgen nach Sinaja.

Ein Trinkspruch des Königs von Rumänien.

Bukarest, 11. Aug. Gestern abend fand im König­lichen Palais zu Ehren der Delegierten der Friedens­konferenz ein großes Galadiner statt. Beim Nachtisch brachte der König folgenden -i n n ti p r 11 eh aus -

Tageskalender aus dem Jahre 1813.

12. August. Oesterreichs Anschluß an die Ver­bündeten.

Nr. 187

Ter «tetzexr Nizelger edd)eint täglich, mcher EonniagS. - Beilagen: viermal ipixbentiicb Siebener,samttünb'.ätter, jiunmni wöcheutlTrelr» blatt flirten Kreis Gieren (TicnStog undFretlag); zweimal monnt'. £anö> wir,fchastKch«2eillro-e» nernlyrcd) - Anlchtiiste: für die Redaktion 112, Verlag u. Exvedil'on 51 Adresse für Tcpefchen:

-luzetgcr (Sieben. v -w - -

Rolattonrdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.Vvch- und Zteindruckerei H. Lange, üedattion, Lrpedition und Druckerei - Zchulstratze 7. bis vormittags 8 Uhr. SeschastrsteSe vüdingen, vahnhofstrahe 16a. __________

Dienstag, 12. August 1915

öc^uadpreio: inonallichTLP^ viertel-

Tic türkische 2lntwortnote an die Mächte.

Konstantinopel, 11. Aug. Ter Ministerrat beriet gestern die Antwortnote an die Mächte, ^re Pforte dankt in ihr den Mächten für die freundschaftlichen Gefühle, die sie durch ihr Versprechen betreffend die Ab­grenzung bekundet haben, und erklärt: Tie Pforte mufcte um der Sicherheit der Grenze willen Adrianopel besetzen. Wenn die Mächte die Erhaltung eines dauernden Friedens wünschten, müßten sie die Besetzung annchmem Ten Blättern zufolge sanden zwischen den türkischen Vo-rposten und bulgarischen Banden Gefechte statt.

Tie Arbeit der Londoner Botfchaftcrkonfcrenz.

London, 11. Aug. Wie das Reutersche Bureau er­fährt, ist die Bo 1 schaftervereinigung heute zu einer

(Eine Ausstellung niedersächsischer Aunst.

Ans Hamburg mirD uns geschrieben: In dem schönen, altertümlichen Stade an der Schwinge, nicht wett von Sam bura bat man im prächtigen alten Rathause eine sehr umfang- rN Auf stellung ni e b e r t. e u t > d>er Kunst krölstiet. Wnn besucht Stade von Hamburg aus, um die beiden alten Kirchen zu bewundern, die St.. Eosmae-Kirche aus dem 17 Jahr bündcrt, ein wuchtiger und wrmgeroaltigcr Rohbau rnU einem köstlich entwickelten kumergedccktcn ^urm, und Lt. Wilhadr au-.- w-nr 14 Jahrhundert, ein säwner gothisckcr frallcnbau nut einem kurzen, 'dicken Turm, aus dem behäbig emc kumergrune ge hrutmene vaubc tihl. Tie,e ehrwürdigen Dokumente nieder fädn'HdHT Baukunst, die inmitten einer Menge aut erhaltener Bürg^häuser niedersächsischen Charakters freien, geben das rechte Milieu für eine Ausstellung, die im Zusammenhang zeigen will mos das Land .zwischen Niederelbe und Niederwe,cr, Hannover und Hamburg ein geschlossen, von seiner Eigenart an die bildende ^'"RimD 61«)" Binder hat man aufgcbängt, eine Auswahl nu5 mehr als 1000 Arbeiten, die der Iurn, zu der Grat K a l ck r e u t h und HansamEnde gehörten, Vorgelegen haben. Künstler aus dem ganzen Reich sind vertreten, denn man bat nickt nur Kinder der engeren Heimat zugelassen, sondern v'rsuckü alles zu erlangen, was Geist von niederdeutschem Gent und Art von niederdeuticher Art auszuweiscn bar

Der Einfluß, den die Nordwestecke Teutschlands auf Die fs-nnfl ausübl, ist, obwohl noch nickt gar zu lange spürbar, nickt nrrina Das Bei'viel der Worvsweder hat da wohl ent,checkende Anreaungen gegeben. Tenn seit dem aussteigenden . Ruhm der Wor^weder Kolonie bat man gelernt, die maleriscken Werte Nicderdeutschlands zu erkennen, seine geheimen Reize und etin> mungen' auszu'vüren, in der Herbheit die L>ckonheit, in ^>cr Einsamkeit die Tieie, in den Formen des Landes und den -15= mmaen der Lust maleri'cke Probleme reizvollster und ungewöhn­lichster Art zu finden. Viele gute Bilder der Ausstellung, non bekannten Namen sind u. a. vertreten Kalckreuth, Hans Ölde, Hans am Ende, Modersohn, Professor Karl Langbein, Professor Tcttmann, Kallrnorgen, Sophus Hansen, Rudolf Höckner, Professor Erick Kleinbempel, Hu.70 Friedrich Hartmann zeigen, wa» für Schätze aus diesem Strick Landes gehoben werden können. Da'spürt man in Bildern die herbe und tief ergreifende Schönheit niederdeutschen Landes, seinen schweren, ganz in Große gehen­den Charakter, die nur dem Norden eigentümlichen Bildungen de-s hohen Himmels, die unendlichen Fernen, die feuckte Atmo­sphäre, die allen Dingen ganz seltsame, schwer bestimmbare, far­bige und malerische Reize gibt

Die frohen Tage von Bukarest.

Auch der Kaiser von Rußland hat dem König Karl nach Bukarest seinen Glückwunsch geschickt, und man darf daher annehmen, daß die russische Wsicht, den Vertrag in Einzetheiteir zu ändern, nicht aNzu ernsthaft ist Ter König von Rumänien spricht in seiner Antwort denn auch schon wie eine kleine Herausforderung beinahe klingt es? von der Tatsache des definitiven Friedensvertrages. König Karl Ijat im Schlosse zu Bukarest den Balkcrndelcgier- ten noch einmal in einem Trinkspruch sein Herz geöffnet. Er fordert die Balkanländer auf, sich friedlich zusammen- zuschließen und verspricht, daß Rumänien immer in dieser Richtung tätig bleiben werde. Die im innersten Herzen verwundeten Bulgaren aber haben nicht nur Ordcnsaus Zeichnungenvorläufig" zurück gewiesen, sondern ihr König Ferdinand hat in einem Tagesbefehl an seine Truppen doch noch einmal einen ganz andern Ton angeschlagen. Er spricht vonVerrat" der bisherigen Verbündeten, und zwischen den Zeilen sieht man, wie er auch zu dem Ein- greisen Rumäniens die Faust ballt. Sein Schluß klingt anders als der des Königs Karl. Ferdinand fordert feine Soldaten auf, in Geduld zu harren des Tages, an dem das begonnene Werk vollendet werden würde. Tas wird schwer­lich das Werk der Versöhnung sein . . .

(Sin Tclegrammwcchscl zwischen dem Zaren und' dem König von Rumänien.

Bu rare st, 11. Aug. Aus Anlaß der Unterzeichnung des Friedens tauschten der Kaiser von Rußland und der König von Rumänien folgende Telegramme aus:

Pcterh 0 s. 3d) bitte Euere Maiestät, meine aufrichtigiten Glückwünsche anläßlich der Wiederherstellung des Balkansriedens entgegenzunehmen. Dies wohltuende Ergebnis ist zugleich ein unzweifelhafter Erfolg Rumäniens. Ick hege die besten Wünsche für das Glück und die Wohlfahrt Ihres Landes, das durch die voraussehende Weisheit seines Herrschers geleitet wird. Nikolaus.

Der König erwiderte:

Tief gerührt von dem mitfühlenden Interesse und den herz­lichen Glückwünschen, die Eure kaiserliche Majestät mir anlätzlich des soeben vollendeten Friedcnswerles zu übermitteln geruhten, danke ich derselben von Herzensgründe für diese neuen unendlich kostbaren Beweise Ihrer Freundschaft. Möge der Frieden dauerhaft sein und Ruhe und Wohlfahrt auf die Balkan­halbinsel zurückführen, indem er ihre Völker einander nähert, die so viele gemeinsame Interessen haben.

Der König unterzeichnete den Befehl betreffend die De­mo b i l i s i e r u n g, welche am 31. Juli (13. August) beginnt.

(Sin Tagesbefehl des Königs Ferdinand an sein Heer.

Sofia, 11. Aug. Ter König richtete einen Tagc8- befehl an die Armee, in dem er an die Siege im Laufe des Türkenkrieges erinnert, der mit einem vollstän­digen Triumph der bulgarischen Waffen endete, wahrend- dessen die bulgarischen Truppen die Welt durch ihre Tapfer- leit und Manneszucht in Erstaunen setzten und den Ruhm der alten bulgarischen Zaren neu belebten. Der Tages­befehl fährt fort:

^olbatcn* In dem Augenblick, wo ihr au den heimatlichen Öcrb zurückkehrcn solltet, traf uns ein neuer r^chlag: umcr- Vcrbünbcten, mit welchen wir ganz bestimmte Verträge halten, verrieten uns unb wollten uns c it t r c 1 b c 11, was durch da-.' Blut von zehntausenben von Hecken erkauft war. Entrüstet über diesen Verrat konnte das ganz« Bulgarenvvlt, vom Staatsoberhaupt bis zum letzten Bauern u,ib Aroetter, diele Beraubung nicht hinnchnicn. Kein v a te rl a ndSlic den- der Bulgare hätte freiwillig u n b k a m P f I 0 s M 0 n ast ir, Ochrida, Tibra, Perlepct, Saloniki, Ser­res unb auf das andere Bulgarenland verz1ck- ict, wo unsere Blutsbrüder leben. SDcraudgcjarbt-rt non den alten Verbündeten, mußten wir widerwillig den fdfweren Kampf von neuem beginnen. Er wäre von Erfolg gekrönt ge­wesen, wenn nickt eine Reihe >t n v v r g e, e h e n er poli­tischer Zwischenfälle unsere Kräfte lamte. Dmi alLn Seiten bedrängt, sehen wir uns gezwungen, den Ducken von Bukarest zu unterzeichnen, da unser Baterlano nicht imftanbi ist, mit fünf Nachbarn zu fämmeit, ohne Gefahr zu laufen, alles zu verlieren. Erschöpft und rem übet, aber nicht be­sieg t. mußten wir unsere glorreichen Fahnen für bester. Tage zusammensalten. Ruhmbedeckte 'Lwlbaten ! Jetzt, da ickr die Reihen Eurer heldenmütigen Regimenter verlasse, erachte ich es als meine heilige Pflicht, Euch namens Bulgariens meine her zl ick» ste tiefgefühlte D a ti kba r kei t f n » a l l c Opfer, M uhe n unb Leiden a usz usprechc n, die.Ihr währnid dieies gr- ganlischen Kampfes erduldet habt. Möge Gott Euch all da- lohnen, was Ihr getan. Tie Geschichte uitb die Nachwelt werden darüber urteilen und es zu würdigen wissen.

Mit goldenen Lettern werden sie verzeichnen, wie sehr Ihr Euch um das Vaterland verdient machtet. Ich wnnfck-e, da» Ihr wohlbehalten zu Eurem Herd zurückkehren uud mit neuer Kraft und Energie Euch Eurer friedlichen ^e'^lligung Inn- geben möget und oaß Freiheit und natwnaler WvhlstMid um Euch blühen? Erzählet Euren Kindern unb Enkeln von ber Tapferkeit ber bulgarischen Soldaten und bereitet ,te vor eines Tages bas ruhmvolle Werk zum ckbschlutz zu bringen, bas Ihr begonnen habt.

Am Schluß des Tagesbefehls nimmt der König von seinen Soldaten und Mitarbeitern Abschied.

Man findet in der Ausstellung neben gleichgültiger unb langiveiliger Mittelmäßigkeit, bie nichts ficht als das Objekt, baS Gegenständlichc und es piuselfertig abmalt, eme Reibe tudr tiqer, jüngerer Talente mit Proben von starkem Können und ehrlicher Vertiefung. Die beiden Worvsweder, Walther Berthcl- mann und H. Franz, ferner Ernst Gock, Earl Jörres, W H. Rohmeyer, Heinrich Uhl, Karl Schmauser, Theodor Hummel u. a müssen mit allem Respekt genannt werden. In ihren Bildern zeigt sich die Kraft, auS ber bloßen Erscheinungsform ihr Wcicnt- liches zu erspüren unb die herzliche Liebe, die sie treibt, bie Eigentümlichkeit des Lanbes nickt nur zur Lösung von allerlei artisrischeii Problemen zu benutzen, sonbern mit tiefem Ernst und starkem Gefühl um bie unwillige Seele bes Lanbes zu ringen und um den künstlerischen Ausdruck, der sie andern Men-- schön groß unb klar enthüllt. Kurt Küch.cr.

Hubert von Herkomers erster Film. In bern munbcTWlIen Heim dcs großen batirisck-englischen Malers <sy Hubert Herkomer, Lulu-Launb, ist nunmehr der erste Ftlm voll enber ivorden, mit bem ber Meister serne Triumphe rm Re'ck der Kinematographie beginnen will. Die großen gotttchen ^ore und die prächtigen Spitzbogen des Schlosses boten den Hinter gründ für ein Mirakelsviel aus dem 14. Jahrhundert, ,,^-re ckeiße Hexe", das Herbrmer mit seinem Sohn Siegfried ver­faßt, dessen T-ekorationen und Kostüme er eigenhändig entworfen unb dessen Darstellung er selbst im uniert bat. Ja, noch mehr : ber greife Malcr spielt selbst bie Hauptrolle, unb einem Bewckfer präsentierte er sich in einem langen, schmutzig-weißen Hemd, mit ein Paar falschen Augenbrauen unb einer lang herniedcrwal lenden zer-auslen Perücke.Es ist noch kein Jahr," erzählte^Sir Hubert dem De'ucher, nachdem ef sich in diesem Aufzug am Tee- tisch niedergelassen,seil ich zum erstenmal das ößino besuchte. Es war in Leeds, und die Vorstellung machte einen so großen Eindruck auf mick, daß in mir das Verlangen rege mürbe selbst so crwas zu schaffen. Hier sehen Sie mich nun als ben^Haupt- barftellcr meines ärnodramasDie weiße Here"', bas Sie halb auch an der Fkimmerwand begrüßen werden. Es ist die erste der Kinoproduktionen, die ich herausbringe. Marie Corell^i hat ein besonder..- Filmdrama für mich verfaßt, ein modernes rtüd, das sehr originell ist. Wir haben eine Schar von ausgezeich­neten Schauspielern und Schausoiclerinnen beisammen und honin, gute Arbeit zu leisten. Ich tue nichts zum Svaß- Es in ein tut an zielles Wagnis, das ich da unternommen." Herkomer i>t ftvlz darauf, baß die von ihm gegründete Gesellschaft, die Herkomer Film Company, Limited, über die besten Apparate ver­fügt unb aujyrorbentlid?e Vorkehrungen für die .^nfzenierung

Mit lebhafter Freude sehe ich die Delegierten der Balkan staaten vereinigt, welcke weben in der Hauptstadt Rumäniens 1 den Frieöcn geschloffen und unterzeichnet haben. Dieser von der ganzen Welt heiß, ersehnte Friede verlangte auf der einen Seite starke Resignation und schmerzliche Opfer, die icdoch unvermeidlich toarcn, um die blutigen Kämpfe zu beendigen, die allzulange dauerten zwischen Völkern, die be­stimmt sind, sich zu verstehen. Opfer, jcdock) gemildert durch die Erleichterung, die allen denen gebracht wird, welche gelitten, und diirch die Hoffnung, eine Zeit gegenseitigen Vertrauern. und Gedeihens für die Balkanhelbinsel anbrechcn zu sehen. Es ist nicht nur ein Wunsch, den ich ^ausdrücke, sondern auch meine Ucberjeugung, daß, wenn unicre Staaten frei an ihrer Orgam> fatwit und ihrer wirtschaftlichen Entwickelung arbeiten, sie in wenigen Jahren bie Früchte ihrer Anstrengungen unb ihrer Weis heit ernten können. Die neue Aera, die zu eröffnen von uns abhängt, wünscht Rumänien besonders aufrichtig. Ruma nien wird mit ganzem Herzen das Scinige beitragen, ihre Herbei­führung zu erleichtern. SS ist zu wünschen, d wir u n 8 ?, u gemetnf a m em H 3 nbe I n zuf amm ens< 1' e ßen, uni so das edle und wünschenswerte 3icl _»u erreidfcn. Es ivirb uns die traurige Vergangenheit vergeßen lassen und die -1 ege zu einer glücklichen Zukunft bahnen. Unsre Völker werden uns icgncn. Wir werden uns um die Menschheit wohl verdient machen, ^dt kann mich nicht enthalten, meine lebhafte Bewunderung zu bezeugen für die dauernde Selbstverleugnung und Tapferkeit, die Ihre braven Armeen wahrend des fast einjährigen Kampfes gezeigt haben. Das Gedächtnis derer, bie mit ihrem Blute das gemeinsam unternommene Befreiungswerk ve zahlten, muß heilig gehalten werden: das ist eine fromme Pflicht der Dankbarkeit. Ich hege die feste Ucbergeugung, bap ber ge­schlossene Friebe dauerhaft sein und mit Gottes Hufe Der erste Schritt werden wird zu einem fruchtbaren Einverständnis, welches Ihren Völkern neue Prüfungen ersparen und ihnen helfen nird, sick) von den soeben duickgemachten zu erholen. Mein fehnlickstcr Wunsch ist, zu sehen, daß, sich zwisckien _ Rumänien und den Königreichen der Balkanhalbinsel die freunbfdiaitliduien Beziehun gen in unser aller Interesse anknüpfcn unb aufrechlerhalten ivcrben. Zum Zeichen bicicr Gefühle trinke id) auf die Gesiinbheit 3örtr erlauchten Souveräne unb bitte bie göttliche Vorsehung schütz unb Wohltaten ihren Königreichen angedeihen zu lassen.

Bukarest, 10. Aug. Vom frühen Morgen an Mten sich die festlich geflaggten Straßen mit Mlreickfen Men­schenmengen, welche die Rückfahrt der Delegierten aus dem Ministerium des Aeußern, wo die Unierzeichnun^des Fme- densvertrages stattgefundcn, erwarteten. Die Fahrt des Königspaares und der Delegation zum Gottesdienst in der Metropolitankirche gestaltete sich zu einem Triumph­zuge. Tie Volksmenge jubelte dem Köni^spaare sowie dem Ministerpräsidenten Majorescu begeistert zu. Die allgemeine Zufriedenheit mit dem erreichten Ergebnis, tue schon in den letzten Tagen wiederholt zum Ausdruck gekommen war, zeigte sich heute in bem dynastischen Gefühl der Bevölkerung auf sehr kennzeichnende Weise.

grundsätzlichen Einigung über gewisse btdbci m' Erwägung befinblicbe wichtige Punkte gelangt Betreffs der ägäischen Inseln schlug Sir Edward Grey eine ver­mittelnde Formel zwischen den Anträgen Frankreichs und Italiens por Tie Gesandten beider Mächte werden Gre^S Vorschlag ihren Regierungen unterbreiten. Man erwartet zuverfichllick, daß bei der morgen oder Mittwoch statl- finbenben Zusammenkunst ein Einvernehmen aus dieser Grundlage erzielt werden wird. Tie Konferoiiz prüfte auch Montenegros Verlangen nach einer Berichtigung der Grenze Nordalbaniens Tiefer Berichiigung inmitdi Grey, sowie die Botschafter Cambon und Beuccken- vorn zu, den anderen Mächten wird sie unterbreitet w.-rden. 3<hlicf:lid) befchästigte fick) die Konserenz mit dem Ver­langen der Grenzbevölkerungen nach Erleichterungen für den Besuch ihrer altgewohnten Märkte in Orlen diesseits oder jenseits der Grenze. Man kam überein, einen Modus vivendi für diesen Zweck sestzustclien.

ids gibt die Stadt Bukarest zu Ehren

Delegierten ein Bankett, morgen werden die Delegierten zur ErlMgung einiger Formalitäten nochmals zusammen- trcten und übermorgen ab reifen. Der König begibt sich

jährlich Mk. £20; durch M'hole- it Zweigstellen monatlich 6S Pf., durch die Post Mk.£ vicrttl- jährl. auektiL Bes^llq. ZeüenvreiS. lokal IbPf^ aus>vans 20 ihrnrnq. ähefredakikur:AGo«z. Veranlworttich für den polittsctzen Teil: August ®oeg; für .Femlle- «ton',.Vermisckies^ und .Gencklssaal-: ß. Neu- raih; für ,Stabt und Land': EDeb; für den Anzeigenteil: H Beck.

ihrer Stücke getroffen hat. Auf bic Frage, n -.halb er nch g rabe Der Filmsabrikation zugcwanbt habe, antwortete bcr Meister:Ich kann nickt immer Porträts malen. Malen ,st sehr anstrengend, und, wenn ick den ganzen Vormittag an einem Bild gearbeitet habe, möchte ick nachher etwas anberes tun, was meinen Geist be­schäftigt unb zugleid) meine künstlerychen Kram in Amprud» nimmt. Diese Befriebigung habe ich m bcr Kmemawgraphie in rcidjem Maße gesunben."

Wie Isab0ra Duncan den Tob ihrer Kinber ahnte. Ein Frcunb Der JsaDora Duncan vcröfsentlicht in der Teinps" einen Bries ber Künstlerin von Korfu aus, in wm Vk bie sonderbaren Gefühle vor dem tragiidyrn Tobe ihrer Kinder --zählt Ied»n Morgen kamen mcjjtc 5hnbcr finqcnb unb tan- ;enb in mein ?,immer. Nur an dickem letzten Morgen horte ich Patrick weinen. Ick ging in bas Äinberzimmer unb ranb ben jun­gen traurig. Er wollte nicht reben unb sagte nur:Brot unb But» ter, Mutter, Brot unb Butter," worüber wir alle lachten, darauf schlug ich dnrn Ausflug im Auto vor. Wir wohnten in Ver­sailles und fuhren nach Paris. Nack bem Frühstück steckte ich die 'tinber wieder in bas Auto unb schickte sie mit ihrer Pilegerm nach Hause. Zum Sckcrz küßte ich bie Lippen ber kleinen ^ree durch das Wogensenstcr, bas sehr kalt w^r. Plötzlich hatte ich eine fonbcrbarc Angst, aber der Wagen war bereits abgefahren, unb einige Minuten ipäter waren sie alle tot., Als man mir bie Leichen zurückbrachte und ich sie küßte, erinnerte ick wich, wie falt bas Glas gewesen mar: cs war wie ber Kuß bes Tobce gcroacn. Sonberbarerweise hatte ick vorher währcnb zwei Monaten be- stänbige Tobesahnungen. Iebe Nacht, wenn ich in mein zimmer trat, sah ich brei große schwarze Vögel mick umfliegen, um diesen Erscheinungen ein Ende zu machen, iragte id) einen -ürzt, bcr mir nn Nervenberuhigungsmittel verichn.eb. Labrenb meiner Reise in Rußland war die Todesahnung 10 stark, datz meinen eigenen Tob herannahen glaubte und eines L? Uaf

ins Theater ging, mein Testament aimetzte. Em anber Mak, während ick auf der Ei'enbahn durch cke Nacht fuhr, farte ich Eliomns Traucrmarich, ich hatte eine Art von Vmon, die au. mick^einen^^bcrartigen Eindruck machte, baß ick sie am nackften Lb wnzte^ohne' auf die. Musik zu hör^ ^ Ms mcm imr sagte, bas Publikum fei m Tranen ausgebrochen, antnwrteie ickDas ist nicht zu verwunbern, cs war mir, obick äeg mein eigenes Grab burck einen eiskalten ®int> ^.^ner lErlosuiw- melobie tanzte Ick befand mick in einer Eklta'c bic n«bt wn Din« Ä Wnb der ganzen russischen Reite wu^e^ch^on diefen Todesahnungen gejagt, unb fetzt rounbere ich mich baß es ein WortZufall" gibt'

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