56 Jahre alt.
vutzbach.
A n f g e b o 1 c: November 11 Adam Friedrich Philipp Ion, Sautcchniker, mit Dorothea Winkel, beide in Dreieichcnhain. —
Geborene: November 27. Dem Arbeiter Ludwig Frei eine Tochter, Magdalene. — 29. Dem Landwirt Friedrich August Rühl ein Sohn, Karl.
Sterbcfällc: diovember 30. Joses Böhm, Schuhmacher, 72 Jahre alt. — Dezember 1. Adam .Ledermann, Dachdecker, 33 Jahre alt.
eich.
Aufgebote : Heinrich Lautz, Taglöbner in Lich, mit Elisa- bethe Adam in Dorfgill. — Wilhelm Stark, Taglöhner, mit Anna Elisabeth Katharine Wehrum, beide in Lich. — Otto Johannes Schönhals, Rechtsanwalt in Lich, mit Gertrude Suffert in Hungen.
Eheschließungen: Dez. 4. Karl Christian Heinrich Insel mit Anna Marie Rau, beide in Lich.
Geborene: Dem Taglöhner Wilhelm Volk zu Lich eine Tochter Helene.
Stcrbefälle: Johannes Wagner, Bahnwärter i. P., 77 Jahre alt, Bahnhofsstratze.
Lollar.
Eheschließungen: Nov. 30. Franz Bahrunek, Maler, mit Katharina Reinhardt, beide in Lollar.
Geborene : Nov. 21. Dem Schlosser Gerhard Geißler III ein Sohn, Friedrich Ludwig.
Londorf.
Aufgebote: November 24. Konrad Olemotz, Laiünvirt in Londorf, mit Margarete Kriep in Nordeck.
Eheschließungen: November 23. Gustav Strauß, Schuh« macher in Sprendlingen, mit Betty Kares in Londorf.
Zterbcfälle: Dezember 3. Heinrich Fabel III., Landwirt: 68 Jahre alt.
Schotten.
Aufgebote: November 29. Johannes Hau, Monteur, mit Anna Mutzl, beide in Mannheim.
Stcrbefälle: Dezember 2. Johannes ©inner, 72 Jahre alt. — Johaimcs Bönscl, Schäferknecht, 56 Jahre alt.
Bitte, bitte Mama!
Wie ost ruft es so aus Kindermund, wenn Fritzchen oder Mariechen die Mutter mit der Scotts Emulsions-Flasche sehen. Die Kinder fühlen unwillkürlich, wie gut Scotts Emulsion für sie ist, die ihnen so vortrefflich schmeckt und die darum in jede Kinderstube gehört. c?’u
17. Karl Matern, Heizer, mit Kathinka Altvatter, Köchin in Butzbach.
Eheschließungen: November 29. Georg Schmidt, Bahnarbeiter, mit Marie Karber in Butzbach. _
Geborene: November 13. Dem Kaufmann Otto Schneider ein Sohn, Adolf. — 18. Dem Oberleutnant Johannes Arthur Franz Max Schultze eine Tochter, Ellen. — 23. Dem Heizer Julius Barth ein Sohn, Jobann Konrad Karl Ludwig. — 28. Dem Schornsteinfegermeister Emanuel Ladmaim ein Sohn, Konrad Franz Daniel Edmund.
Friedberg.
Aufgebote: November 27 Wilhelm Bönscl, Bahnarbeiter mit Bertha Eichler, beide in Friedberg-Fauerbach. — Dezember 1. Franz Willy Grüncrt, Kaufmann, mit Anna Grün, beide in Offenbach a. M. — 2. Viktor Plesnik, Kellner, mit Louise Koch, Köchin, beide in Frankfurt a M. — Johann Haag, Metzger, mit Susanna Elisabeth Löffler, beide in Frankfurt a. M. — 3. Heinrich Karl Lehr, Schreiner, mit Katharina Sophie Lux, beide in Niedcr- Florstadt.
Geborene: November 23. Dem Eisenbahn-Rangierführer Jakob Friedrich Ebert ein Sohn, Friedrich Wilhelm. — 26. Dem Eisenbahn-Unterassistenten Alexander Max Willibald Flos ein Sohn, Max Karl. — Dem Kaufmann Sally Wolf ein Sohn, Arthur. — 27. Dem Maurer Balthasar Höfling ein Sohn, Wilhelm Karl.,
Stcrbefälle: November 29. Elln Betz, 2 Jahre alt, in Melbach. — 30. Niekchen Aaron, geb. Heß, 68 Jahre alt. — Dezember 1. Elisabeths Rieß, 25 Jahre alt, in Wölfersheim. — 2. Hermann Rcchbcrg, Schneider, 75 Jahre alt.
Griinverg.
Aufgebote: Nov. 28. Philipp Wilhelm Schomber, Schlosser, mit Anna Röder, beide in Grünberg.
Sterbefälle : Dez. 1. Johann Bcckenhaupt, 66 Jahre alt. — 3. Anna Elisabcthe Pfeffer, 77 Jahre alt.
Heuchelheim.
Geborene: Nov. 20. Dem Werkmeister Wilhelm Scheidt em Sohn, Willi Heinrich. — 26. Dem Taglöhner Albert Kreiling II. ein Sohn, Otto.
Sterbefälle: Nov. 29. Johannes Wagenbach, Schuhmacher, 60 Jahre alt.
Langsdorf.
Au fg cb o t e: Ludwig Jakob, Ticnstknecht von Trais-Horloff, nut Marie Roth von Langsdorf. — Jakob Friedrich Briegcl, schlosser von Garbenteich, mit Lina Dörr von Langsdorf.
Geborene: -tem Landwirt Heinrich Walther II. ein Sohn, litnft.
Sterbefälle: Barbara Pauli, geb. Heil, 86 Jahre alt Laudach.
E h e s ch l i c ß u n g e u : November 27 Heinrich Metzger Schreibgchilfe, mit Elii'abethe Stroh, 6cib. in Raubach " 29
Gustav öcinrid) Frcmdt, ^aunnann ut Frankfurt a M mit- Ottilie Burk in Laubach. ' '
der Ausbildungsgelegenheiten gegenüber. Daher liegt die Gefahr vor, daß die benötigten Kräfte als ungelernte und minderwertige Arbeitnehmer eindringen und eine Volks- und privatwirtschaftlich gleich schädigende Wirkung ausüben. Die erwähnte Schrift hat gerade der Frage der Ausbildung der weiblichen technischen Angestellten besondere Beachtung geschenkt. Sie versucht zu zeigen, daß infolge der mangelnden Initiative öffentlicher und gemeinnütziger Organisationen eine sehr bedenkliche Tätigkeit privater, durchaus unzulänglicher Unternehmungen eingesetzt hat. ,
Es wird deshalb der Vorschlag gemacht, die so überaus notwendige technische Berufsschulung durch Zusamnienwirien aller beteiligten Faktoren, der Arbeitgeber aus Industrie und Wissenschaft, der Arbeitnehmerinnen, sowie der erfahrenen und gewissenhaften Schulleiter zu regeln. Aja der kleinen Schrift ein reichhaltiges Zahlenmaterial zu Grunde liegt, wird es vielleicht gelingen, auch weitere Kreise davon zu überzeugen, daß Bedarf und Angebot weiblicyer Kräfte auch in den technischen Arbeitsgebieten nicht mehr zuruckgehen werden, und daß deshalb jetzt Mittel und Wege gesunden werden müssen, um den neuen Verhältnissen zweckentsprechend Rechnung zu tragen.
•
— Vereinigung der akademisch gebildeten Frauen in München. Auf Anregung des Vereins für Fraueninteressen haben sich die in München lebenden studierten Frauen zu einer Bereinigung zusammengeschlossen, -ie neue Organisation, der auch Auswärtige als Mitglieder beitreten können, hat sich die Aufgabe gestellt, die Interessen der studierten Frauen im Auge zu behalten und die Einsicht verbreiten zu Helsen, das; auf vielen Gebieten die Tätigkeit der akademisch gebildeten Frau aus Gründen der Volkswohlfahrt nicht mehr zu entbehren ist. Auch den Anforderungen von feiten der Frauenbewegung tn bezug auf! wissenschaftliche 'Mitarbeit will die neue Vereinigung entgegen- kommen Als 1. Vorsitzende wurde gewählt Frl. Anna freund, R^allcbrerin, als 2. Vorsitzende die Frauenärztin Frau Dr. Dc- moch-Maurmeier. Die Vereinigung hat sich korporativ dem Herein für Fraueninteressen in München angcschlossen.
— Die Vereinigung für Kunst in Handel und Gewerbe, Köln a. Rh., hat einen Ausschuß für künstlerische Schaufensterdckoration geschaffen. Für Turch- sührung ihres Zieles, dauernde und künstlerische Einwirkung aus die Ausstattung der Schaufenster, veranlaßte die Vereinigung eine Anzahl Kölner Künstler und Künstlerinnen, ihre Kräfte der Schau- sensterdekoration zu widmen. Die Vereinigung übernimmt es, zwischen den Geschäftsinhabern und Künstlern zu vermitteln, damit nicht nur einzelne große Firmen, sondern auch mittlere und kleinere Geschäfte eine zur künstlerischen Schaufensterdekoration geeignete künstlerische Persönlichkeit gewinnen können. Alle, die die Vermittlung der Vereinigung in Anspruch nehmen wollen, mögen sich an die Geschäftsstelle der Vereinigung für Kunst in Handel und .Gewerbe, Köln, Kunstgewerbemuseum, wenden.
— Auskunftstellen für Gärtnerinnen haben sich in den letzten Monaten in den verschiedensten Teilen Deutschlands gebildet. Sie werden von erfahrenen und selbständigen Gärt- neritmen geleitet und sind an die Frauen- und Frauenbildungsvereine, sowie an die RcchtSschutzstellen für Frauen der betreffenden Provinz angeschlossen. Gleichzeitig verfolgen diese Auskunftsstellen den Zweck, einen Mittelpunkt für die in der Provinz verstreuten Gärtnerinnen zu bilden.
— D i e hauswirtschaftliche Ausbildung gebildeter Frauen und Mädchen, die sich früher fclbstvcr- stündlich in der Familie vollzog, tritt leider von Jahr zu Jahr mehr in den Hintergrund. Das ist aus vielen Gründen zu bedauern, da eine gute häusliche.Schulung gebildeten Frauen in unvorhergesehenen Fällen ost einen lohnenden Berus eröffnen könnte. In Heil-, Pflege- und Erziehungsanstalten aller Art, die sich ständia mehren, ist ein reiches Betätigungsfeld für wirtschaftlich geschulte Kräfte vorhanden. Leider fehlt es aber nach den Erfahrungen der Stellenvermittlung an genügenden Angeboten geeigneter Kräfte, insbesondere für die Leitung hauswirtschaftlicher Großbetriebe. Um diesem Mangel abzuhelsen, waren vor kurzem von Frau Hedwig Heyl, Berlin, die Vertreterinnen der führenden haus- wirtschaftlichen Anstalten und Vereine — des Lettevereins, des Pestalozzi-Fröbelhauses, der Königs. Gewerbeschulen für Mädchen, sowie des Verbandes für wirtschaftliche Frauenbildung, des Deutsch- evangelischen Frauenbundes, der wirtschaftlichen Fraucuschulen auf dem Lande, des Vereins für Lxausbeamtinnen und des Frauenberufsamtes des Bundes deutscher Frauenvereine — zu einer internen Besprechung geladen. Dabei ergab sich, daß die äußeren Bedingungen für den hauswirtschaftlichen Beruf noch sehr verschiedenartig sind. Sie können nur durch eine systematische, gründliche Ausbildung gehoben werden. Als Grundlage dafür wird der einjährige Besuch einer Haushaltungsschule angesehen. Daun müssen mehrere Jahre praktisch-wirtschaftlicher Arbeit in Fannlicn- und Anstaltswirtschaften folgen. Schließt sich an die so gewonnene Praxis der Kursus eines Fortbildungsschuljahres und die Probe
Standesnnitsttachrichten.
Gießen. * x
Aufgebote: November 28. Philipp Wilhelm Schomber, Schlosser, mit Anna Röder, beide in Grünberg. — 29. Karl Ludwig Klingelhöfer, kommissarischer Eisenbahn-Assistent in Gießen, mit Margareta Reul in Frankfurt a. M. — Heinrich Wilhelm Meister, Anstreichermeister, mit Luise Müller, beide in Limburg. — Dezember 2. Heinrich August Meyreiß, Schlosser in Gießen, mit Elisabeth Vollhardt in Elpenrod. — 3. Wilhelm Watz, Bahnarbeiter, mit Anna Leng, beide in Oberkleen. — 4. Tr. Werner Theodor Wilhelm Neumann, Stabsarzt in Berlm-Tempelhos, mit Gertrud Hedwig Spcngel in Gießen. — August Schäfer, städtischer Bureaudiätar in .Frankfurt a. M., mit Maria Schäfer in Burg-Gemünden. — Philipp Moritz Karl Stiehl, Werkrncisteranwärter in Gießen, mit Emma Meta Kathinka Külp in Offenbach a. M.
Eheschließungen: Nov. 29. Johannes Güde, Maurer in Wolfhagen, mit Marie Köhler in Gießen. — Heinrich Jakob Ley, Werkmeister in Gießen, mit Anna Katharina Metzler in Gelnhausen. — Friedrich Wilhelm Engel, Ingenieur in Cosel (Ober- l'chlesien), mit Elisabetha Franziska Spies in Gießen.
Geborene: Nov. 24. Dem Fuhrmann Philipp Franz Eisen- huth eine Tochter. — Dem Eisendrehcr Gustav Heinrich Krausch ein Sohn, Wilhelm. — 25. Dem Eisenbahn-Bauunternehmer Heinrich Weimer ein Sohn, Ernst Ludwig. — Dem Bäcker Karl Schmid ein Sohn, Ludwig. — Dem Taglöhner Johannes Braun ein Sohn, Wilhelm. — Dem Messcrschmiedmeister Anton Betz ein Sohn. — 27. Dem Chauffeur Julius Wörenkämper ein Sohn. — Dem Vizefeldwebel Lorenz Eifert ein Sohn, Karl Heinrich. — 28. Dem Taglöhncr Heinrich Ranft ein Sohn, Ernst. — 29. Dem Pfcrde- vflcger Johannes isteih ein Sohn, Johannes Karl. — Tcz. 1. Dem Schuhmacher Karl Georg Heinrich Müller ein Sohn, Kurt Adolf.
Dem Kaufmann Gustav Stein eine "Tochter, Marianne. — 4. Dem Müller Karl Georg Köhler eine Tochter, Gertrud Rosine Marie.
Sterbcfälle: Nov 28 Michael Heindel, Taglöhncr, 34 Sabre alt, Licher Straße 106. — Dez. 3. Katharine Weber, geb. Müller, 65 Jahre alt, Krofdorfer Straße 24.
Bübingen.
Aufgebote. November 28. Georg Schäfer, Diener, mit Marie Louise Heppner, beide in Büdingen.
Eheschließungen: November 30. August Lorenz Karl Lein, Mctzgermeister, mit siarolute König, beide in Büdingen
Heinrich Karl .fneu&tl, Kaufmann, mit Louise Niebling, beive in Büdinge, — Ernst Pulver, Maurer in Büdingen, mit El da beth Sauer ix Wolferborn.
Gebor eite: ftwxrmlicv 28. Dem Landwirt Georg Glanz eine Tochter, Anna Elisabeth
Sterbesälle: November 29. Marie Knauß, geb. Zwicker,
zeit in einem wirtschaftlichen Großbetrieb an, so gibt die Ausbildung eine Grundlage für den zukünftigen Beruf. Es unterliegt fVincm Zweifel, daß sich den so vorgebildeten Frauen vielseitige Arbeitsfelder mit gut bezahlten Posten bieten, für die sie sich durch ichre natürliche Anlage ganz besonders eignen. Gleichzeitig wird durch die Berufsausbildung eine wertvolle Hebung hauswirtfchaft- licher Frauenerwerbsarbcit erreicht.
— Ter Züricher Frauenverein für alkoholfreie Wirtschaften eröffnete vor 17 Jahren die erste kleine Kaffeestube mit drei Angestellten. Zurzeit ist er im Besitz von zwölf alkoholfreien Restaurants. In diesen werden täglich 11000 Personen zu den billigsten Preisen beköstigt. Der Gesamtgewinn des Vereins, der bei der großen Frequenz sehr ansehnlich ist, trotzdem alle Speisen nur wenig über Selbstkostenpreis berechnet werden, wird immer wieder für die Zwecke der Gasthausreform verwandt, nach Abzug der nötigen Fonds, zu denen auch Wohl- fahrtseinrichtungen für die etwa 400 weiblichen Angestellten gehören. Auch die Lage dieser Angestellten ist eine ganz andere, wie sonst die der Frauen in Gasthausbetricben. Tie weibliche Bedienung bildet hier einen ehrbaren, auskömmlichen Beruf.
— DiefranzösischeAkademicdcrMoralwissen- schäften hat der Vorsitzenden des Bundes französischer Frauen- trereinc, der durch ihre soziale Arbeit hochverdienten Frau Sicg- frieb, einen Preis von 3000 Franks verliehen. Frau Siegfried hat das Geld den Wohlfahrtsvereinen, denen sie vorsteht, zu- gewandt.
— Als erste S ch ul ä r z t in in Italien ist in Genua Frl. Dr. med. Gardella aus Parma angestellt worden.
kf. Die Suffragette und der Hungerkünstlcr. Frau Paukhurst, die Suffragettengenarlin, hat auf ihrem KricgSz- zugc, den sie soeben für das Frauenstimmrecht in Amerika ausführt, eine kolossale Eroberung gemacht: sie hat nämlich einen regelrechten Heiratsantrag erhalten. Das wäre ja weiter bei der redcbegabten, temperamentvollen Frau nicht zu verwundern, wenn der ehrenvolle Antrag nicht von einem Manne ausgegangen wäre, der bereits durch ähnliche Künste sich an der Oeffentlichkeit bemerkbar gemackt hat. Es ist nämlich jener Dr. Tanner, der sich weniger durch seine Heilkuren, als durch seine Hungerkünste, die er bekanntlich bis zu vierzig Tagen ausde^nte, bekannt gemacht hat. Und da muß auch der gewiegteste Skeptiker die Waffen strecken: das hätte ein wahrhaft modernes Paar gegeben, die Suffragettenführerin und der Hungcrkünstler. Es wäre der Bund der Nüchternheit geworden. Aber Mrs. Pankhurst wollte von dem holdseligen Jüngling nichts wissen. Sie schrieb ihm entrüftet zurück, daß feine „Eröffnungen" direkt eine Beleidigung für sie seien. „Ich bin eine Frau der Politik und keine Schwatzbase, die Jagd auf einen Gatten macht." Dr. Tanner hat's allo weg, deutlicher kann man kaum sein, und doch hat er, wie er in seinem Dcwerbeschreiben liebevoll ausführtc cs als ein „Zeichen der Vorsehung" betrachtet, daß ihm das Weib seines Lebens über das große Wasser hinübergeschickt worden ist. Er wird sich anderweitig trösten müssen: vielleicht läßt sich eine andere Suffragette durch fein Liebeslied rühren und erbarmt sich seiner.
— Tie Hochschulbildung der Japanerin. Den japanischen Frauen wurde cs bisher sehr schwer gemacht, sich Hochschulbildung anzueignen. Nur auf der von einem Privatmann gegründeten Fraucnnniversität in Tokio konnten sie wissenschaftlichen Studien obliegen, wo 100 Studentinnen immatrikuliert sind. Verschlossen blieb ihnen die kaiserliche Universität in Tokio, da sic nur den Männern zugänglich ist. In diesen Anschauungen bereitet sich neuerdings ein Wandel vor. Durch den persönlichen Einfluß des Leiters der neuerridjtetcn Universität in Sendai im Nordost^u Japans hat man dort den Besuch allen Lehrkräften ohne Unterschied des Geschlechts gestattet, die an Mädchenschulen unterrichten. Freilich sind an den japanischen Mädchenschulen fast ausschließlich Lehrer beschäftigt, und so konnten nur drei Frauen von der neuen Er mächtigung Gebrauch machen. An eine Verallgemeinerung der Berechtigung ist freilich noch nicht zu denken, denn die Unter richtsverwaltung will die Bestimmungen nicht auf die übrigen Universitäten des Landes, auf Tokio und Kioto ausdehnen. Auch können die Frauen noch keine Grade erwerben. Trotzdem wird die Zulassung der Frauen zu der genannten Universität als ein Bruch mit den alten Anschauungen angesehen und als ein Fortschritt für die Frauenbewegung freudig begrüßt.
— Kurze Nachrichten aus der Frauenwelt. In Amsterdam gelangte Cornelie van Ostersees Symphonie unter Leitung von Mengelberg zur Ausführung und fand begeisterte Aufnahme. — Als Ort der nächsten Tagung des Frauen Weltbundes ist Rom festgesetzt worden. Tie Wahl der deutschen Delegierten dürste in nächster Zeit stattfinden. — Katharine Schäffner, eine in Dresden wirkende Oester - reicherin, erhielt auf der Baufachausstellung Leipzig für ihre dekorativen Arbeiten die goldene Medaille. — Am 4. Nov. fand im Stadtthcatcr in Brandenburg a. H. die Aufführung der sozialen Schauspiele „Heimkehr" und „Die goldene Hochzeit" von Clara Blüthgen statt. Stürmischer Beifall des vollbesetzten Hauses dankte der Verfasserin.
Franen-Rrin-schau.
Tie Frau als technische Angestellte.
Josephine Levy-Rathcnau.
Die veränderten Anforderungen, die die Industrie an Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit ihrer Arbeitnehmer stellt und die durch den ungeheuren Aufschwung der Technik, sowie die zahllosen Erfindungen neuer Arbeitsmaschinen und Methoden veranlaßt sind, machen sich in den letzten Jahren nicht nur in den Kreisen der Arbeiter, sondern auch bei den Angestellten fühlbar. Fast allerwärts sind starke betriebstechnische Umgestaltungen eingetreten, und ein Teil des zwischen Arbeitgebern und Arbeitern stehenden, ständig steigenden Heeres von Angestellten verrichtet so stark spezialö- fierte Arbeitsaufgaben, daß die früher benötigte vielseitige technische Ausbildung nicht mehr erforderlich ist.
In dieser Erscheinung hat das Eindringen der Frauen in die ihnen bis dahin fast gänzlich verschlossenen technisch- industriellen Stellungen eine seiner Hauptursachen. Es sind neuartige Stellungen entstanden, die den weiblichen Arbeitskräften einen vorher kaum geahnten weiten Spielraum lassen. In Zeichenbureaus, Versuchsstationen, Laboratorien usw. Anstellungen, die weder mit der Führung noch mit der Beaufsichtigung des Betriebes zusammenhängen und die doch sachkundige Erledigung, also eine gewisse Vorbildung, verlangen.
Neben den technisch-industriellen Betätigungen sind durch umwälzende wissenschaftliche Erfindungen auch auf den Gebieten wissenschaftlicher Forschung medizinisch-diagnostische, bakteriologisch-physiologische Hilfsarbeiten nötig geworden, die die Forscher von den mehr praktisch-technischen Teilen ihrer Arbeit entlasten.
Schließlich ist durch die Umwandlung zahlreicher Klein- und Mittelbetriebe in Groß- und Riesenbetriebe und durch die Industrialisierung großer Berufsgruppen (es sei an landwirtschaftliche Jiiduftrieunternehmungen erinnert) eine Vermehrung der technischen Angestellten eingetreten, die auch in Frauenkreisen fühlbar wird. Ans den kleinen selbständigen Handwerkerinnen, Schneiderinnen, Putzmacherinnen usw. sind Werkmeisterinnen und Directricen, aus den landwirtschaftlichen Angestellten, den Milchwirtinnen, Meierinnen usw. Molkereiangestellte großer industrieller Molkerei- und Käsebetriebe usw. geworden.
Die Zunahme dieser verschiedenen Gruppen von weiblichen technischen Angestellten ist nicht von heute aus morgen erfolgt, sie ist bisher nur nicht so stark beachtet worden, weil sich ihrer statistischen Erfassung mancherlei Schwierigkeiten in den Weg stellten. Es fehlt den weiblichen technischen Angestellten, die allerdings ihrer Betätigung nach auch ganz verschiedenen Berufsgruppen zugehören, an einem gemeinschaftlichen Berufszugehörigkeitsgefühl, an sie gemeinsam umschließenden Berufsorganisationen, ja vielmehr sogar an dem klaren Bewußt-fein, daß sie im Sinne der Reichsstatistik „technische Angestellte" sind.
Es erschien deshalb durchaus wünschenswert, einmal den mancherlei, vorstehend nur ganz flüchtig skizzierten Problemen nachMgehen und ein Bild von Art und Umfang der Tätigkeit ocr weiblichen Angestellten zu gewinnen zu versuchen. Das Ergebnis sehr eingehender und umfassender Unterfuchungen ist soeben unter dem Titel „DieFraua l s t e ch n i f ch e Angestellte" erschienen?) Die Angaben, die teils der amtlichen Statistik, teils eigenen Nachforschungen entstammen, zeigen deutlich, daß die Zunahme der Frauenarbeit in den technischen Berufen eine sehr erhebliche ist. Die Gesamtzahl der weiblichen technischen Angestellten betrug nach der Berufszählung von 1907 10 231, davon 711 technisch gebildete weibliche Betriebsbeamte, 9520 weibliche Werkmeister und Auffichtspersonal.
Die Zahl ist noch höher, wenn man die Betriebszählung von 1907 heranzieht: sie beträgt dann für weibliches Technisches Betriebs- und Aufsichtspersonal 11 214 gegen 2734 im Jahre 1895. In der Industrie einschließlich Bergbau und Baugewerbe ist die Zahl von 2349 auf 8684 gestiegen, hat sich also in den 12 Jahren von 1895 bis 1907 fast vervierfacht.
Dieser außerordentlich stark vermehrten Beteiligung der Frauen an der technischen Arbeit steht keine Vermehrung
T) Levy-Rat Henau, Josephine, Die Frau als technische Angestellte. Heft 1 der Schriften des Frauenbcrufsamtes, B. G. Teubner. Leipzig 1914. 61 S. 1 Mark.
Frit;
loiehf
>rbl jeder Aufn^01 iB
Wk
emvsehle öairt) , 2 Anöwat Hleiber=
In den
Verlos»
Franks.: n"on(mül 3um 51 dr
Belci sPiele u dieKleii steine. Apparat« Eichen


