Ausgabe 
9.7.1913 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Der Münchener Ko n z e r t v e re i n. Die Ange­legenheit des Münchener Konzertvereins, der seine Auflösung beschlossen hat, n>ci( ihm das Gemeindekollegium die zu einer ferneren ersprießlichen Wirksamkeit erforderliche Unterstützung ver­weigert hatte, beschäftigte, einem Privattelegramm der ?yranfr Ztg. zufolge, erneut den Magistrat. Die Liqnidationsvorfchlage des Kvnzertvereins, in denen das Reftverinögcn des Unternehmens unter bestimmten Verpflichtungen der Stadt überlassen werden sollte, fand keine Billigung. Dagegen wurde der fchon Uuher vorn Magistrat gefaßte Beschluß, den verlangten Zufchutz von '0 000 Mark zu gewähren, aufrecht erhalten und dem.Gemeindekollegium

Die Notwendigkeit eines deutschen Machtwortes im Grient.

der Tripoliskrieg eben begonnen hatte und noch kein Mensch von dem nahenden Balkankrieg etwas ahnte, schrieb dieDeutsche Volkswirtschaft!. Korr." am 24. No- vembe^o^ll^^Esche Ereignis der Zukunft wird die Europäisierung der Mittelmeerländer Nordafrikas und Vorderasiens sein, Marokko ist der Anfang, Tripolis der Fortgang, und es scheint, als wenn der Zeiger der Weltcnuhr von Westen nach Osten langsam demjenigen näher ruckt, was das Hauptgeschehnis sein wird: der Europäisierung

Vorderasien s". , t ,

Wenn uns damals das Prophezeien so wunderbar ge­glückt ist, so wollen wir heute so vermessen sein, noch einmal zu prophezeien. Nämlich, daß mit den gegenwärtigen grauen- basten Kriegswirren auf dem Balkan die Liquidation der türkischen Erbmasse noch lange nicht be­endigt sein wird. Im Gegenteil, der Hauptteil steht noch aus Es ist zum mindesten höchst unwahrscheinlich, daß die Türken ihr Reich in Kleinasien aufrecht erhalten können. Nachdem sie sich in Europa als zu schwach erwiesen haben, werden sic es in Kleinasien erst recht sein. Höchstens das Ntißtrauen der Großmächte gegeneinander kann ihnen eine Gnadenfrist gewähren. Werden sie diese zu nutzen verstehen? Schwerlich. Auch in Kleinasien sind sie al'lzuviel mit fremdem Volk, Griechen und Armeniern, untermischt. Wollen sie sich erhalten, müssen sie versuchen, ein modernes europäisiertes Staatswesen zu erbauen. In diesem aber werden sie selbst rettungslos verloren sein; Griechen, Bulgaren, ciiiwan- dernde Europäer werden sie von der Macht verdrängen. Dies ganze Staatswesen, wenn es recht demokratisch eingerichtet wird wird ein Hexenkessel von Unruhen werden, schlimmer als einst das polnische Reich, bis die Großmächte es ver­teilen. Nur das gegenseitige Mißtrauen der Großmächte kann den gegenwärtigen Zustand künstlich erhalten. ist aber ein sehr labiler Gleichgewichtszustand. Einttcnnes Mehr von Entschlossenheit oder Keckheit auf einer Seite muß cs zum Kippen bringen. Tas Gemeininteresse Europas verlangt sogar, daß dies Werk der Europäisierung vollendet werde und eine klare Machtverteilung, die Dauer verspricht, zu stände kommt. Aber diese endgültige Ordnung wird nur dem Nutzen schaffen, der in der gegebenen Stunde weiß, was er

will und ivas er kann. _

Wir haben schon einmal betont, daß die dcutfche Nation <nif absehbare Zeit keine eigentlichen Siedlungskolonien brauchen kann. Wir haben ein Menschendesizit. Und die Folge der Europäisierung des Orients wird sein, daß dieses Men­schendefizit und die daraus entstehende fremde Einwande­rung mit ihren schweren nationalen Gefahren nur steigen wird Tie Erweiterung der europäischen Volkswirtschaft verhängt über das deutsche Volk, welches in dem kommcr- ziellen Mittelpunkt wohnt, das Schicksal rapider Vergroß­städterung Es wird das Städtevolk dieses weiten Wirt­schaftsstaates sein müssen. Für den nationalen und Nasfen- volitiker sind das keine erfreulichen Aussichten. Am Rerch- tuni freilich wird es nicht fehlen. Wir haben früher unsere Mei-iung dahin ausgesprochen, daß diese Erweiterung des europäischen Wirtschaftskreises nach dem Orient hinüber wirken wird auf die handelspolitischen Zentren, wie ernst die Eröffnung der westlichen Getreideprovinzen aus die amerikanische Volkswirtschaft gewirkt hat. Jede deutsche Million wird sich verdoppeln und mehr als verdoppeln._____

Nun könnte sich der Deutsche mit diesem einen Gewinn aus den Umwälzungen im nahen Orient begnügen, nämlich mit der Reichstumsvermehrung. Er konnte im weltpoli­tischen Drama die Rolle des Kaufmanns spielcw Las^geht auf zweierlei Weise: erstens kann er im englischen . <-m ne des Wortes ein Kaufmann sein wollen, ein königlicher Kaufmann, der zugleich gebietet, oder er kann sich be­gnügen, der .Handelsmann zu sein, der aus den handeln der Völker, der Edelleute und deren Verlegenheiten sem Geschäftchen macht. Er kann auch den träumerischen Tech­niker spielen, der bei allen großen

entbehrlich ist, aber doch verzichtet, die erste Rotte zu spielen das Herrentum in der Unternehmung dem kühneren und stärkeren Englishman überläßt und sich damit begnüg aus dem riesigen Gewinn einen bescheidenen Gehalt zu

Die Eim-Naffauer Sieinseftspirie.

Wiesbaden, 7. Juli.

Am Sonntag war ein schöner Tag für das malerisch gelegene Heine M Nassau. Im schönen Mühlbachtal wurde auf einer non der Natur geradezu verschwenderisch ausgestatteten Buhne das Weil^piel voll Heinz Gorrenz, einem Wiesbadener, zu

Steins aufgesührr, lebte die schwere Zeit vor 100 Jahren nüeber vor dem Zuschauer auf. Es schien zunächst, als ob, trotz drohender Wolken, der Himmel ein Einsehen haben wollte. Kem Trewsen fiel bis das Spiel begann. >iaum hatten sich weiß. Mädchengestalten nun den Norn en stein öerfammctt, faum»taui BaNrb ammer vom Wiesbadener königlichen catir mit scho­nt Schwung etwa die Hälfte der Verse des Vorspie s gesprochen als^ auch der Regen begann. Und. das Wasser prasselte aus d e Schirme machte die Regendächer blank und glanzend und vollsuhrte

Sen Särm,%> stark, daß Vieles verloren ging was drüben gesprochen wurde. Doch, führten die Künstler ihre Rotten heldenmütig durch, und das ziemlich zahlre che Publikumhielt ebenfalls brav aus und versolgte mit ^reude und g.wannter Aufmerksamkeit die Vorgänge auf der Bühne. Zum Srotzen !Ver­gnügen der Zuschauer blühte Plötzlich hinter em v^r roßnuim sponnenen Steinen eine schwarze Wunderblume auf der^clnrm des Souffleurs, der sich öffnete, da der Himmel gar zu viel Naß

Tic Engländer sind ein königliches Handelsvolk. Sie handeln nicht nur mit der Handelsflagge, sondern soweit ihr Handel geht, handeln sie auch sehr energisch mit der Kriegsflagge. Soweit die grüne Woge reicht, reicht auch die Pax brittannica, zu deutsch: Englands Gebot, um bu ganze Erde herum Frieden und Wohlfahrt den Volkern bringend. Auf dem Festlande freilich hat die britanniscbe Macht nicht so weiten Bereich, weil die Flotte keine Land­macht ist. Nur eine Macht gibt es auf der Erde ine gleichen Wertes ist wie die englische Flotte. Das ist da-- d e u t fd> c Heer, zumal wenn es sich gelegentlich durch die öster­reichisch-ungarische, vielleicht gar durch die italienische Rächt verstärkt. Sie reicht weit Über die Tore Europas hinaus, soweit als die Dchicnenstränge gehen. Darum ist es eigeiit- lich die Pflicht dieser Macht, vor den Toren Europas eine Par germanica, ein deutsches Gebot, zu errichten, die in gleicher Weise ben Orient-Völkern politischen Mieden und wirtschaftliche Wohlfahrt bringt. Man bemüht sich in Ber­lin immer, die wirtschaftlichen Interessen zu trennen von polirischen. Wirtschaftliche Interessen will man vertreten, politische Interessen zu haben, weist man weit dort sich. Als ob das Wirtschaftlickse und das Politische überhaupt trennbar wären. Als ob mau wirtfckMlicheUnteres,en überhaupt anders vertreten könnte als nut politischen Mit­teln, gegebenenfalls auch mit dem Krieg. Wer das nichit will, wird überall das Nachsehen haben. Als ob politische Interessen im Ausland jemals andere Zwecke haben kounteii als eben wirtschaftliche, wer etwas anderes will, treibt Phantasiepolitik. In dem Wort Frieden beides vereint: das Wirtschaftliche und das Politische. Der Zweck chs Krieges ist der Friede und der wirtschaftliche Segen des Friedens Eine große Nation aber hat die Pflicht, ihre Macht zu gebrauchen für den Frieden, auch außer­halb ihrer Tore. Darum sotten wir im Orient nicht bloß Geschäft suchen, sondern eine Pax germanica über Vorderasien und die Batkanländer versuchen, mit oder ohne das Einverständnis der klebrigen. Gcluigt das nicht so werden zu unserem Schaden und unserer Schande diese Länder unter die Pax brittannica kommen. Ein anderes Ende der Dinge gibt es dort nicht.

spendete. nanntc fein Weihespiel Am Nornenstein"

und verquickte ein wenig Mystik und Waldspuk mit den politischen Wirren vor 100 Jahren, gab einige ^ahrc aus dem geben des großen Politikers Stein wieder, seine Kample, seine Enttäuschungen 0 irfUicHirii seine Rechtfertigung. Das alles spielt sich ohne den großen Ln ab^ das alles spiegelt sich wieder in dem Leid seiner Nassauer in ihren flammenden Protestreden, ihren mutigen imb schließlich in ihrer Freude. Der Verfasser sorgte allsu ausgiebig Mfür, d°h nicht v-rg-ss°n wurde, i sich bandelte. Immer wieder lief, er Stein Iwchlebcu, btt ^ms.en Deutschland, die deutschen Frauen unb «atrolcon würbe 7. Ä7nd und Baben verdammt. Wadi niemand braucht w oft ,ran Erinnert ,n werden, dass eS.mtt Stern,eier sein lallte, brc 'lfcSSSSn wurde Wir faßen ia auf S t c i it i che in G t un d Das Ba uernhäuschen Steins, m welchem ^ größten Teil seiner politischen Werke sänneb, wurde mit in das Spiel Tic kleine Waldwiese, von uralten

neingezogei £"oIfa^cn umstellt, von dichtem Buschwerk um- keine Siche Nachhilfe. Der Mühlbach trennt

DtCl Aberras ^Ganze hinterließ doch einen guten Eindruck zumal alle Mitwirkcndeu, sowohl die Künstler wie auch die Dilettanten, mit und Liebe bei der Sache waren. -Lic Frau des ^.icyteis, Frau Elsa Gorrenz-Tenschert, die frühere NaiveWiesbadener Reiidenztheaters, entledigte sich mit großem Ge,chick ihrer Rolw und hatte viele hübsche Momente Rudolf A ütner-^chvhui als polternder Amtmann wäre besonders zu.loben, rbenso Rudolf Bartnk als Schulmeister und verliebter Bräutigam, beide belubte Stützen des Wiesbadener Residcnztheaters. . .

Dr Hermann Rauch, der Leiter und Besitzer des Wies­badener R^sidcnzthentcrs, hüte die Regie übernommen, und feinet kundigen Hand ist es zu danken, wenn das^piel so abgerundet gebracht wurde und leine Länge entstand.. Nur besonders musi­kalisch scheinen die Nassauer nicht zu fein, so hübsch die schlich en, volkstümlichen Gesänge auch von weitem durch den Wald swallten. Taj-ür lMtten sic aber durchweg echtwirkendc Kostüme an^und wußten sich darin zn bewegen. Noch sünimal soll das Spiel wiederholt werden, und ein etwaiger Ueberschuß in der Kape ist wohltätigen Zwecken zugedacht.

Bertha Freifrau von Nauendorf.

seine"bisher auf größere Räume verteilten Truppenkörper ver- rinigen mb dürfte nnnmehr in der Sage fein, ben Griechen längere Zeit Widerstand zu leisten. _ .

Bei Uesküb unternahmen gestern die gerben zwei heftige Angriffe, wurden aber durch Gegenangriff der bulgarischen Truppen zurückgeworfen. Bei K u st e n d i l scheinen die Serben zu versuchen, dic bulgarische Kustendilarmee von der bei Krawivo-Korschana operierenden Armee abzu'chnciden.

Im Norden, aus dem sogenannten T i m o k s ch au pl a tz, stehen bereits bei N c g o t i n und Z a i c c a r großer e b u l - g arische Massen. Es verlautet, .daß Negotin und Zaiccar bereits in bulgarischem Besitz sind., Eine von Süden.^ruckende serbische Kolonne wurde zuruckgeworsen und verlor große Fourage- transportc, Munition und Geschütze r- «

Wien, 8. Juli. TicRcichspost" meldet aus ^ona Die Operationen der b u l g a r i f ch e n N o r d a r m e e haben bereits-zu ber Einnahme von Kniazcvatz geführt. xic)c riebt wird durch folgendes Telegramm bestätigt:

Relarad 8 Juli. -W. B. Eine starke bulgarische Kolonne, die an der alten serbisch-bulgarischen Grenze stand ist in die Stadt Kniazevatz eutgebrungen,, bie_ öon schwachen serbischen Abteilungen besetzt war. Die Stadt wurde alsdann von den Bulgaren besetzt. Auf dem Marsch von der Gr.nje nach Knjazevatz steckten die Bulgaren die Dörfer in -öranv. Es wurde der Befehl gegeben, daß die notigen Verstärkungen ab- geheii sollen, um Knjazevatz Hilfe zu bringen.

Serbische Nachrichten.

Belgrad, 8. Juli. Die heute nachmittag erschienene Son- beraufgabe des Amtsblattes veröffentlicht die Kr ie g s pro kl a- m<l ffleUrab,- 8. Juli. Das amtliche Pressebureau be^irfntet die Meldungen als unrichtig, daß die Vulgär ,

Angriffe südöstlich von I s ch t i p zuruckgttchlagen Hattern Die Bulgaren ergrisscn auf der ganzen Linie die Offensive. ~cr linke serbische Flügel warf ben rechten bulgarischen Flügel über ben aietoröaflnfi und bie Br°galnitza »Eck. Em and rer Teil be§ tzeckten serbischen Flügels wart gleichzeitig die bulgarischen kuppen aus ihren Stellungen bei Jschtip die sie beim ersten A - griff besetzt hatten. Dic Bulgaren zogen sich m ihre alten Stel­lungen zurück. . M ~

Wer hat angefanaen?

Sofia, 8. Juli. DieAgencc Bulgare" erklärt erneut auf das entschiedenste, die Behauptung aus se rb'is ch er Ouelle daß dic Eröffnung der Feindseligkeiten BnlnarieÄ »°r Last falle, für falsch. M- verbündeten Serben und Griechen haben bereits am 23. vsum Vorbereitungen für den Beginn des Krieges gegen Bulgarien geu'osfen- wovon der bulgarische Gcneralstab Kenntnis hatte. Wahrend die bulgarischen Armeen sich nocki oor Tfchataldfcha und Bulair befanden, bereu teten die Gencralstäbe der Verbündeten ihre Truppen und ihre Bevölkerung auf den Krieg gegen Bulgarien vor. Gin 6« gefallenen Hauptmann gefundener Befehl oes serbischen W ouartiers vvm 7. Juni bildet hierfür den Unwiderleglichen Beweis. Ferner hatte die serbische Militärliga beschlossen, bie Kriegsopcrw tionen auszunehmen, und so die Skupschtina vor die vollendete Tatsache zu stellen. Dies gelang ihr vollständig, Skup­

schtina am 30. Juni die Sitzung aufhob, und das Geschick toermena ben Händen des serbischen Oberkommandos anvertraute.

Die .Haltung der Türkei.

Konstantinopel, 7. Juli. (Meldung des Diener Korr.-Bureau vom 6. Juli, verspätet..eingetrostem) Nach Mitteilungen aus zustandigeii Psortckreisen rft die Nachricht, bie Türkei habe in einer Note die Ruckgabe L h r az i e ns gefordert falsch: ein derartiger Schritt ist noch nicht erfolgt Gemäß den aus bersckpedeneu Kreisen stammenden Informationen beharrt man in verschiedenen, namentlich in Armeekreisen, darauf, daß die Türkei cinqrcife aber sich die Situation zunutze mache. Tatsache sei es, daß der Großwesir in Unterredungen mit vcrfchicdenen -L.plomaten erklärte, bie Pforte wünsche Tieutral zu bleiben, würbe aber wahrscheinlich bie Neutralität nicht 'wahren können. Man

die Bühne von den Zuschauern,die auf sanft anftcigciibcr Wiesel saßen. Alles wie geschaffen für ein Spiel int ^rex.en/ ^ni} !n Rufweite Profilierte sich, siligranartig zart, das Sttinbenkma gegen die graue Lust, dort ragten über den 'aftgrunen^ Waldern die Mauerreste seines Schloßes auf, nicht, weit davon er HM sich stolz und trotzig die alte Burg der Nassauer. Wahrhaftig, em stimmungsvoller Rahmen. Dazu die Laute ^er Natur, die solches Spiel int Freien so reizvoll gestalten. Das ^ubcln der Bogel, da Krächzen der Raden, dic .Frofche, bic nut lautem P umpien m ben Bach sprangen und eilig und erschrocken davonrudctten, der Tanz von Tausenden von Mücken . . Nur der Regen war zu

nochmals zur Erwägung anheim gegeben, diesem Beschlüsse bci- zntreten. Es ist demnach nicht ausgeschlossen, daß die für den Ruf Münchens als Kunststadt höchst pciiilichc Angelegenheit nun doch noch ihre befriedigende Lösung findet.

Und wenn's genug geregnet hat . Der Regen hat unter den Menschen nicht viel Freunde. L-er Landmann 'war freut sich des himmlischen Nasses, solange es ihin nicht im Üebermaß und zur Uuzeit beschert wird Den meisten sterblichen aber sind verregnete Ferien oder zu Waper gewordene Land­partien in schmerzlicher Erinnerung. Nur eine Klasse von Men- chen behandelt den Regen mit Obiettivitat, namha) Die Me- eovologen Sie haben sinnreiche Instrumente und Apparate er­dacht di" über die Niederschläge genaue Aufzeichnungen macken. -Ter 'Einführung solcher Registrierapparate verdanken mir inter­essante, teilweise übcrrasckfende Ausschlüsse. So ist z. B. die Dcuer eines Regensalles im allgemeinen viel kürzer, als man wohl an- nimmt Wie nämlich soeben Professor G. Hellmann aur Grund zehnjähriger Regenbeobachtungen in Norddeutschlanö ermittelt hat, halten 72 v. H. sämtlicher Regensälle höchstens eine stunde an weitere 14 Proz. 12 Stunden und 12 Proz. über 2 biS G Stunden Mir 2 Proz. aller Regensälle währen länger als 6 Stunden Ein Regen von zwölfstündiger Taiier^muß schon als fine große Seltenheit gellen, da er an jeder Station nur aste drei bis vier Jahre einmal beobachtet wird, und nur gmiz aus­nahmsweise kommt es vor, daß es an einem Orte 24 stunden ohne Unterbrechung regnet. Auch darüber, wie oit es an einem Tage regnet, liegen interessante Angaben vor. An etwa 30 van je 100 Regentagen regnet es nur einmal, an etwa ii 45roz. aller Regentage zweimal usw. Gelegentlich kann e6 aber Vor­kommen, ' daß sich an einem Tage die Schleiifen des Himmels nicht weniger als 18mal öffnen. Was schließlich die Frage be­trifft, zu welcher Tageszeit die größten Regenmengen weder- gehen, so zeigte sich, daß in den mcgten westlichen Tnlen Nord- deutschlan^, die unter der Herrscht des ozeamfchen Wmas stehem der meiste Regen bei Nacht, fällt, während in den osUichcn Landschaften, wo bereits das Kontinentalllima ,ich geltend mackck, die Nachmittagsstunden am regenreichsten sind.

_ Kiirze Nachrichten ans Kunst und Wiwen- schaft Einer Madrid. Ztg. zufolge soll der Kunstmaler Marecl. Nemee das Gosche B?ldLas Gigantillas", das auf ErfuckM ber spanischen Negierung in Paris itntcr.'ä%ut-^crni <$u- schlagnahmti wurde, dem Madrider Prado-Mufeum sUw Ge schenk gemacht haben.

Nr. 158 Erstes Blatt 165. Zahrgantz mitirood?t

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B« General-Anzeiger für Gberhessen »tzLS

RoMfiensörud unöVerlag der Brühllchen Univ.-Buch- und St-indrnckerei R. Lange. R-d-Man, Lrpedttian und Drucker-.: Lchulstratze 7.

U Seschäfirftelle Büdingen, Bahnhosstrahe 16a.

Brrlgnrifche Nachrichten.

Wien, 8. Juli. DieNeue Freie Presse" meldet aus Sofia: Die A r m e e des Generals K o w a t f ch e w dringt er­folgreich zwischen Köprülü und Uesküb vor. Man weiß allerdings, daß die Armee Kowatschews mit den zur Aufnahme ber Timoldivision entsandten serbischen Streitkräften, deren etartc aus zwei Divisionen angegeben wird, einen harten KamM zu be­stehen hat. Bon einem Rückschlag auf diesen Teil des Kriegs,chau- platzes könnte durchaus nichi die Rede sein. __, A ,

Vom «griechischen Schauplatz hort man nur, daß General xS iv n - n o w gegen die gesamte griechische Armee de f e n Nvohnc große Verluste in a n ö v r i ert uub Verstärkungen erhielt. Er konnte