Kreisblatt für »en Kreis Gietzen
A
165. Zahrgang
Erstes Blatt
Gerichtssaal": K. Neu-
Stadt und
Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten.
Völlü
der
bisherige Triple-Alliance. Ob abdr nach Abschluß, des spanisch-französischen Marokkovertrages die Rivalilät zwischen 6eiben Ländern ganz verschwunden ist, darf doch dahingestellt bleiben. Mag ein neuer Handelsvertrag die Folge d-es Pariser Besuches sein: jedenfalls gehen dieienigen französischen Blätter, die schon ziemlich offen das spanische Messer zum Bundestanrpfe gegen Deutschland schleifen, doch ein wenig zu weit. Und der „Excelsior" meint, daß Spanien zwar in der Lage wäre, Frantreich 150 000 bis 200 000 Mann zu liefern, fügt aber gleich hinzu, diese Truppen würden erst so spät auf irgend einem Kriegsschauplätze erscheinen können, daß diese Hilfeleistung viel von ihrer Wirksamkeit einbüßen müßte. Das ist in der Tat eine Beruhigung für Deutschland. Mer'die «glanze Erörterung! in der französischen
Tie Friedenspräliminarien.
Sofia, 9. Mai. Der Ministerrat wird Leute abend die Antwort auf den Vorschlag Greys, die Friedenspräliminarien durch die in London beglaubigten Verirrter der kriegführenden Staaten unterzeichnen zu lassen, beraten. Die bulgarische -Regierung schlug den Mächten für die türtisch-bulgarische Grenzlinie Enos — Midi^a einige weitere Richtpunkte vor, durch deren Festlegung, die Schwierigkeiten bei der endgültigen Vereinbarung der Grenze vermieden werden sollen.
Nr. 108
Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerKamUienbiätter: zweimal ivöchenll.Areis- blattsirrden Ureis Giehen (Dienstag iilid Freilag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zcitftagen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112,
Berns eines Schauspielers vor. Am 20. Oktober 1879 betrat er in Darmstadt zum erstenmal als Holkischer Jäger die Bühne. Später spielte er ausschließlich Charakterroller». Ganz besondere Verdienste erwarb er sich als Darsteller oberbayerischer Typen. Der alte Rott in „Glaube und Heimat" wird den Darmstädtern unvergessen bleiben müssen. Vor etwa zehn Jahren erst ging er zum älteren Fach über, um sich auch hier als ein hochbegabter Darsteller zu erweisen. 1881 verheiratete er sich mit der Schauspielerin Marie Klaeger, die dann als muntere Liebhaberin, gemeinsam mit ihrem Gatten an der Darmstädter Bühne wirkte. Fran Wagner gehört auch heute noch dem Hostbeater als Ehrenmitglied an. Am Samstag nachmittag 4 Uhr wird Ludwig Wagner zu Grabe getragen werden.
— Einen merkwürdigen Rechts st reit bat die Berliner Aufführung von Lothars Lustspiel „Das Buch einer Frau" gezeitigt. Eine der Hauptsiguren des Schmidtschen Lustspiels ist ein Schriftsteller L . . ., der im Stück die Rolle des betrogenen Ehegatten spielt. Nun erhielt der Autor dieser Tage von einem hier lebenden Schriftsteller gleichen Namens ein Schreiben, in dem er aufgefordert imirbe, unverzüglich den Namen der betreffenden Hauptperson zu ändern, weil der Schreiber hierdurch sich im Recht auf seinen Namen gekränkt fühle. Im Falle der Weigerung mürbe er einen Prozeß gegen Schmidt und die Direktion Meinhardt-Bernauer anstrengen. Lothar Schmidt hat nun seinerseits durch Herrn Dr. Wenzel Goldbaum aus die Feststellung klagen lassen, daß jener Socrr nicht berechtigt sei, ihn in der Namengebung seiner Figuren zu beschränken.
—„Die historische Entwicklung des Augenglas e s". Eine ebenso interessante wie eigenartige Sonder- AuSstellung wird in der Zeit vom 15. Mai bis 15. Jüni in den Heidelberger Städtischen Sammlungen ;u sehen sein: eine BrillenauSstelluug, die die Entwicklung des Augenglases von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart darstellt. Die wertvolle, einzig dastehende Sammlung von Brillen aus dem Besitze der Herren Geh. Medizinalrat Professor Dr. G r e e f f - Berlin und Professor Dr. P f lug? -Dresden wird in Heidelberg zum erstenmal der weiteren 'Oeffentlichkcit zugänglich gemacht.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen - s ch a f t. Die erste „P a r s i f a l" - A u f f ü h r u n g in Berlin findet am 1. Januar 1914 im Deutschen Opernhaus in Ehar- lottenburg statt. - In Dresden ist der Maler Professor Adolf Wilhelm .Walther im Alter von 87 Jahren gestorben.
Verlag u. Expedition 51
Adresse rMr Depeschen:
Annahme^von Anzeigen Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Lmld":'E.Heß; für den bis vormittags"'o'uhr^ Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.
Samstag, P. Mai M3
Bezugspreis: monatlich75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Ack. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal15Ps., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August
Die Reise des Prinzregenten von Bayern.
Kaiserslautern, 9. Mai. Die erste von den drei Städten, denen das Prinzregentenpaar heute emen Besuch abslattet, war K a i s e r s l a u t e r n, wo Prinzregent Ludweg mit seiner Gemahlin und den Prinzessinneir-Töchtern nebst Gefolge im Sonderzuge um 9.16 Uhr eintras. Unter Glockengeläute, Böllerschüssen' und dem Jubel der spalierbildenden Vereme, der Schuljugend und des übrigen Publilums fuhren tue vernchasten in Automobilen durch die festlich geschmückten Straßen zur Frucht- Halle, iua die offizielle Begrüßungsfeier abbehalten wurde. Von hier aus ging die Fahrt zum Gewerbemufeum und zurück zum Bahnhof, zur Weiterreise nach St. Ingbert und nach Neustadt an der Haardt. , „ . < _ .
St. Ingbert, 9. Mai. Auch hier Wurde das Pnuz- Regentenpaar und seine Begleitung von der Bevölkerung beim Einzug in die festlich geschmückte Stadt jubelnd begrüßt. Böllerschüsse ertönten und die Glocken läuteten. Nach dem iEmpiang iam Bahnhof ging die Fahrt zu den Grubenanlagen.u® von dort zu dem Eisenwerk Krämer Aktien-Gefellschast. Um 1 Uhr erfolgte die Meitersahrt nach Neustadt. .
N e u st a d t a. d. H., 9. Mai. Auch hier wiederholte stch das freundliche Bild des ungemein herzlichen Empfangs seitens der Bevöllerung. Nack dem ^Empfang am Bahn ho h ftihr der Pri Uz- Regent mit seiner Begleitung nnler den Jubelrufen der Memchen- menge zur Stiftskirche, wo sowohl der protestantische -Leu als auch der katholische Teil besucht wurden. Hierauf wurde die Fahrt nach Edenkoben angetreten.
Edenkoben, 9. Mai. Heute abend fanb auf der Villa j Ludwigshöhe Tafel statt, zu der eine ^Anzahl Persönlichkeiten >auS der Pfalz geladen war. In allen Städten, die der PrrnA- Regent besuchte verlieh er eine Anmh! Aufzeichnungen.
Die Aebergabe vorr Skutari.
C e t i n i c, 9. Mai. Tie montenegrinische Regier u n g hat ihrem Vertreter in San Giovanni di Medna den Auftrag erteilt, der Forderung des britischen Admirals betreffend den. Tug uni) die Modalitäten der Uebergabe von Slutari zu entsprechen. Ein Einverständnis über diese Punkte dürfte bereits erzielt worden sein. Die Vertreter der Mächte in Cetinje sind von der montenegrinischen Regierung hiervon verständigt worden.
Die Au s la n d S m e l d u n g e n , nach denen Sku - tari in Flammen stehen soll, sind stark übertrieben. Allerdings hat in dem Großen Basar eine Feuersbrunst gewütet, bei der große Vorräte an Teppichen, Seidenstoffen, Silber-, Gold- und Galanteriewaren zerstört wurden.
demnächst ein paar französische Sozialisten und Parlamentsmitglieder mit deutschen Parlamentariern der Linken über eine Verständigung Zeit und Worte verlieren wollen. Auch die schweizerische Eidgenossenschaft scheint dieser „Friedcns- lönferenz" lein besonderes Gewicht beizulegen, denn wir lasen gestern in der „Köln. Ztg ", daß die schweizerischen Staatsbehörden mit der Einladung zu diesem Zusammentreffen nichts zu tun haben wollen, weder die schweizerische Bundesversammlung, noch der schweizerische Bundesrat.
In der deutschen inneren Politik ist der Himmel zwar nicht ohne Wolken, aber freundlich schaut doch dazwischen der blaue Aether herein. Es heißt, daß der Reichskanzler zur Beseitigung der Meinungsverschiedenheiten über die „TecknngSsrage" mit den bürgerlichen Parteien erfolgreiche vertrauliche Besprechungen gehabt habe. Die „Germania!" macht da einige Andeutungen und meint, daß eS auf eine Ermäßigung der vorgeschlagenen Erhöhung der Matritülar- beiträge hinauslömmen werde. Der Ertrag des einmaligen Wehrbeitrages werde jetzt in Regierungs- und Parlaments- kr eisen bedeutend höher eingeschätzt als in der Vorlage veranschlagt ist. Die Zentrumspresse ist in solchen Sachen immer gut informiert, aber ob der Reichstag sich wirtlich so bereitwillig auf den Boden der Regierungsvorschläge stellen wird, ist doch wohl auch heute noch eine ernste Frage. Wo aber ein Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg, und da au der Annahme der Wehrvorlage bei der Stimmung des Volkes kaum zu zweifeln ist, so wird man schließlich auch die Schwierigkeiten der Deckung überwinden.
Während in Preußen schon am Freitag nach Pfingsten die Hauptentscheidung über die künftige Zusammensetzung des preußischen Abgeordnetenhauses fallen wird und das übrigens nicht sehr lebhafte Wählerinteresse bis in die Pfingstfeiertage hinein zu wecken und zu schüren versucht wird, hat in unserem Großherzogtum schon die sommerliche Stille eingesetzt. Denn die zweitägige Tagung der Zweiten Kammer, die am 20. und 22. Mai bevorsteht, wird keinerlei Erschütterung hervorbringen. Es stehen nur unbedeutende Angelegenheiten auf der' Tagesordnung. All die großen Aufgaben, die der hessischen Landesvertretung harren und sich in der Hauptsache um die neue Besoldungsordnung drehen, sind bis zum Winter vertagt worden. Auch die Ausschüsse liegen stille, und der Wille der Ersten S&immer, mit der Neuregelung der Besoldungsordnung zu warten bis die mit den Reichsfinanzen zusammenhängenden Anforderungen an die Bundesstaaten genau zu über)eben sind, ist. chttlschweigküd ^angenommen worden. Ob die Regierung irgendwelche Vorbereitungen zu einer Reform der Banver- waltung zu treffen geneigt ist (die von der Ersten Kummer ja auch als dringlich bezeichnet worden ist), entzieht sich unserer Kenntnis. Tie Lockungen des Frühlings und des Sommers sind natürlich auch solchen Dingen nicht förderliche Das Hessenland ist geduldig, noch geduldiger als die Londoner Botschaftertonferenz. Und so wollen wir denn in Geduld und hessischer Gemütsruhe des kommenden harren und uns die Pfingstfreude gut bekommen lassen! Die lieblichen Pfingstwunder und Wegweiser für unsere neue Zeit sind uns nicht versagt. Wie einst vor der Predigt Petri „ein Brausen vom Himmel" die frommen Männer mit Be geifterung erfüllte, so wird uns der Prinz Heinrich-Flug auch morgen ein Schauspiel des Himmels bescheren, und die zierlichen Tauben der Flugfahrer werden iuie ein friedliches, die Menschheit einendes Symbol erscheinen. Es ist der heilige und gute Geist des Fortschrittes, der uns zum Lichte führt, wenn wir handeln im Sinne der
Kfsrrgstenr
Gießen, 10. Mai.
Wir dürfen uns dem schönen Maienfeste mit neuem Optimismus und erleichtertem Gefühle bingeben, denn die weltpolitischen Sorgen sind gemindert worden und die Kriegsmeteorologen haben festgestellt, daß die schwere Depression über Skutari und den Ballanländern im Abrücken begriffen ist. Europa wird nicht weiter bedroht. Montenegro wird, mit einem neuen Ministerium an der Spitze, die Last undurchführbarer Wünsche abwerfen, und König Nikita hat, statt dem Throne zu entsagen, neuen Pfingst- geist über sein Volk ausgegossen. Wie außerhalb des neuen Albaniens die Balkangeister sich mit den neuesten Ereignissen abfinden, werden, darf man in Europa mit minder sorgenvoller Geduld abmarten. Serbien hat noch eine Staubwolke des Zornes gegen die Politik Sasonows aufgewühlt, um?b sich aber mit dem Spruch der Mächte abzufinden haben rmd scheint, statt in dem von manchen seiner größenwahnsinnigen Politiker erstrebten Vernichtungskrieg gegen Oesterreich einherzumarschieren, sich zu einem neuen lmwtschaftlichen Abkommen mit der habsburgischen Monarchie bereitzufinden. So schnell wandeln sich die Ansichten und Absichten. Rußland, dessen aufhetzende Rolle von den serbischen Zeitungen rücksichtslos enthüllt worden ist, hat die Balkanverbündeten enttäuscht: Montenegro, Griechenland (das nach einer Rede Mkitas in der Skutari- frage bis in die letzten Tage hinein den Widerstand der Montenegriner geschürt fyittei, sowie Serbien murren. Und da es heißt, daß Rußland nun vor allem die bulgarischen Wünsche zu fördern gewillt sei, gibt es neue Unstimmigkeiten. In Rumänien hat die einflußreichste Partei der Konservativen am Donnerstag sich dagegen erklärt, daß Rumänien die Entscheidung der Petersburger Botschafterkonferenz in der bulgarisch-rumänischen Frage anerkenne. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es in Bukarest noch eine Kabinettskrise gibt und die Petersburger Konferenz hinfällig wird. Doch das sind .Fragen, deren weitere Entwicklung man ruhig abwarten kann. Bulgarien hat zwar in Vorahnung neuer Schwierigkeiten einen neuen Kriegskredit von der Volksvertretung verlangt, allein das wird das rumänische ylufbegehren nicht dämpfen. Wie weit der Dreibund den rumänischen Wünschen seine diplomatische Unterstützung angedeihen lassen ioiH, ist unbekannt. Vielleicht ist die Zeit dazu noch nicht gekommen.
Der neue Austausch spanisch-französischer Höflichkeiten infolge des Besuches von König Alfons in Paris braucht uns die Pfingstfreude auch nicht zu verkümmerm Einige Pariser Blätter befürworten den Eintritt Spaniems in die
Goetz; für .Feuilleton", „Vermischtes" und
Der König von Spanien in Paris.
Paris, 9. Mai. Der Stönig von Spanien besuchte heute mit dem Präsidenten P o i n c a r e und Gemahlin am Vormittag die französische Rote-Kreuz- Ausstellung. Nachmittags empfing der König die spanische Kolonie.
Paris, 9. Mai. Der König von Spanien und der Präsident Poincarö besuchten heute nachmittag den Flugplatz in Buc und wohnten den Hebungen der Militärflieger bei. Der König von Spanien begab sich vom Flugplatz Buc nach Versailles und reiste dann nach Spanien ab.
Behring; neues Dipl?therie-§chutzmiitel.
E. v. Behring, der berühmte Marburger Schöpfer des Diphtherie-Heilserums veröffentlicht in der neuen Nummer der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" seinen aufsehenerregenden Vortrag über ein neues Diphtherieschutzmittel, 'das er auf dem letzten Kongreß für innere Medizin bekannt gab. Der Grundgedanke, auf dem diese aussichtsreiche Methode sich aufbaut, ist folgender:
Spritzt man einem Tier — gewöhnlich werden Pferde dazu verweridet — das von Diphtheriebazillen ausgeschie bene Gift in allmählich steigender Menge ein, fo Wird das Tier immer w id er stau d s s äht g e r gegen das Gift, weil sich im Blut ein Gegengift lAntitoxin» bildet, welches das Diphtlieriegift unschädlich macht. Dieses Verfahren nennt man aktive Immunisierung. Das Blutserum der aktiv immunisierten Tiere, das also das Gegengift enthält, ist das bisher gebräuchliche Heilserum. Seine Anwendung bei menschlichen Diphtheriekranken stellt eine passive Jmniuni- fieatng dar, d. h. der Körper der Kranken bekommt in dem eingespritzten Serum das Gegengift fertig geliefert und braucht es nicht, wie das vorbehandelte Tier, selbst zu erzeugen. Nun hat man auch versucht, mit diesem Heil- senrm gesunde Personen, die der Ansteckung durch Diph- theriekranke ausgesetzt sind, z. B. die Geschwister kranker Kinder, vorbeugend zu behandeln, d. h. sie vor der Infektion zu schützen; indessen waren die Erfolge nur gering, weil der Impfschutz enttveder ungenügend ist ober doch nur sehr kurze Zeit, wenige Wochen, vorhält. Hier setzen v. Behrings neue Forschungen ein.
Ein. unter bestimmten Bedingungen hergestellt's Gemisch von Tiphtheriegift und Gegengift (Toxin und Antitoxin) bewirkt - wie die Schutzpockenimpfung — eine kurze, ""in harmlose Fieberreaktion und veranlaßt im Blute Geimpften die Bildung einer Antitoxinmenge, die nicht nur groß, genug ist, nm sie vor der augenblicklichen An steckungsgefahr zu schützen, sondern auch lange Zeit, bis zu einem ,Zähre, Vorhalten kann. v. Behring berichtet, daß diese Impfung au nahezu 100 Personen i
Krankenhanse gelungen ist, während einer DiPhtherie-Haus- epibemie sämtliche Geimpfte gesund zu erhalten. Darüber hinaus hat das Verfahren noch die große Bedeutung, daß man mit kleinen Blutmengen, die solchen Geimpften entnommen werden, wieder andere Personen passiv im munifieren kann, was den Vorzug hat, daß gewisse unangenehme Erscheinungen, die das tierische Serum beim Menschen bisweilen hervorruft, die .Erscheinungen der sogenannten Anaphylaxie, vermieden werden.
Die neue Methode erfordert die größte Sorgfalt, weil die verschiedenen Altersperioden verschieden empfindlich sind und namentlich weil Personen, die früher Diphtherie überstanden haben oder noch Diphtheriebazillen beherbergen, besonders stark auf die Impfung reagieren. Der Erfinder gibt daher fein Mittel vorläufig nur an Anstalten ab, die sich verpflichten, in jedem Falle eine minutiös ausgearbeitete Kontrolle, die in seinem Aufsatz ebenfalls genau niü- geteilt wird, zu üben. Erst wenn viele ganz genaue Be öbachtuugeu vor lieg en, soll das Verfahren der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.
Wie wir nach der wissenschaftlichen Bedeutung v. Behrings wohl hoffen dürfen, stehen wir hier vor einer neuen Etappe in der Bekämpfung der gefährlichen Diph»- therieseuche, vielleicht der ^gesamten Infektionskrankheiten.
*
Ludwig Wagner f. Wieder bat der Tod unter den Mitgliedern des Darmstädter Hostbeaters einen Mann mit sich geben beißen. Diesmal den Altmeister des Hostbeaters Ludwig Wagner-, von bent sich sagen läßt, daß er keinen Feind besaß. Von der Leitung und von seinen Kollegen mürbe Wagner seiner hoben Charaktereigenschaften wegen allgemein geschätzt. Die Wertung seiner künstlerischen Fähigkeiten offenbarte sich darin, daß er noch bis zuletzt in ersten Rollen beschäftigt mar. In der „Juditl)"-Aufführung am letzten Mittwoch spielte er den assyrischen Priester, und niemand vom Publikum merkte, das; er nur mit großer Anstrengung seine Rolle durchsül-ren konnte. Vor etwa vier Wochen wurde er von einem Schlaganfall betroffen, der sich gestern abend 10 Uhr lviederholte.
। Wagner wurde 1856 in München geboren und studierte an „ ....... ohne öcpacu | der dortiyen Universität Jurisprudenz. Schon während der
gung bereits dprchgeführt worden ist und daß es in einem! Studienzeit bereitete er sich auf dem Konservatorium für den
"äicu.11u-j-vu।tu. ^AfUivL.ull iyiuiv v-ivmiunyi in uiv । v«hqiv।u|wyhöhen Gebote, die uns in der Heilsgeischickste offenbart Presse zeigt, wie wenig davon zu halten ist, daß in Berniworden sind.


