mtb Mainz — Höchstgefralt 7000 Mf. -fr .500 Mk. Tienstzulage würden sogar höher ftcigcn als die Iwchftbesoldeten Schuldirektoren. Nach diesem Vorschlag ift ba5 Verhältnis der Gehälter der Schuldirektoren zu dcnienigcu der richterlichen Beamten ein so h n g ft n ft i g e <?, w i c cs im ganzen Reiche nicht mehr vor kommt. Nur in Baden, Anhalt und Mecklenburg-Schwerin sind die 'Tirektoren der Vollanstalten fchlechter gestellt als die Landgerichtsdircktoren, aber auch in diesen Staaten kommt es nicht vor, baß ein Ober- amtsrichter oder ein Landgerichtsrat in sei nein Höckistbezug über einen folchen Tirektor steigt. Dagegen sind die Direktoren der Vollanstalten den Landgerichtsdircktoren vollkommen — d. h. im Aiffangs- und Endgchatt — gleichgestellt in Olbenbnrg, Reust iirngcrc Linie und Sachsen-Altenburg, im Endgehalt gleichgestellt — und das ist das wesentliche — in Preußen und Braunschweig und besser gestellt als die Landgcrichtsdirektoren in Sachsen und Bayern. In Sachsen erreichen sie das Höchstgehalt der Landgcrichtspräsidenten, in Bayern beziehen sie im Anfangs- geholt 800 Mk. und int1 Endgehalt 1200 Mk. mehr als die Land- gerichtsdirektorcn, Oberlandesgerichtsräte und Oberstaatsanwälte. Demnach wird man unsere Bitte schwerlich für unbescheiden balttn können, die Direktoren der n c u n I l a s s i g e n A n st alle n id e n Amt s - un d La n d g e ri cht s d i r ekt o re n g 1 ci df !z-ustcllen und zwar alle, auch diejenigen der Vollanstalten z u L a u b a ch, B ü d i n g c n , A l s s e l d u n d Heppenheim. In der Sch.ülcrzabl — mit Ausnahme vielleicht 'von Laubach — ist es nickt begründet, die letzteren zurück- -irseken. Im übrigen gilt hier das, was die Regierungsvorlage zur Begründung der Gleichstellung der Oberamtsrichter mit den Landrichtern im .Höchstgehalt vorbringt «Trucksacke 278, S. 92). Auch hier empfiehlt cs sich, die Tirelroren an den kleineren Plätzen nicht schlechter zu stellen als die anderen, weil das für sie „einen Anreiz schafft, in ihren Stellen bau mit) zu verbleiben".
Au ch die'Direktoren der Realschulensind n adf der Regierungsvorlage in ihren Gehältern inh Vergleich zu den richterlichen Beamten zu ungünstig gestellt. Nur in Mecklenburg-Strelitz finden sich frier' ähnliche Verhältnisse. 3u Baven sind zwar die Höchstgehälter der Direktoren der Nichtvollanstalten denen der Oberlehrer und der Richter an Amis- und Landgerichten gleich, in allen anderen Staaten aber übersteigen sie Mehr oder minder im Höchstgehalt die Richter an den Amts -tnb Landgerichten. Nack der n? ien Regierungsvorlage aber würde fast ein Drittel f.imtiidycr richterlicher Beamten an den Amts- und Landgerichten — nämlich all? Oberamtsrichter und drei Landgerichtsräte — im Höckistgehilt höher kommen als die Direktoren der Realschulen. Wir emp- stnden das als eine unbillige Minderbewertung der von unseren Standes genossen geleist.'tcn Arbeit.
Eine mastige Erhöhung des Endgehalts der Direktoren an den Realschulen rechtfertigt sich auch aus dem Grunde, weil bei einer allzu grasten Spannung in den Höchstgehältern der Direktoren an den Vollanstalten und derjenigen an den Realschulen die letzteren danach streben werden, möglichst rasch an eine Voll anstalt zu kommen. Das würde also einen beschleunigten Wechsel in den Ncalsckmldircktorenstellen zur Folge haben, was nicht im Interesse dieser Schulen liegt.
Wir bitten also die völlige Gleichstellung her Oberlehrer mit ben Richtern an den Amts- und Landgerichten.: die Gleichstellung der Direktoren an ben Vollanstalten mit den Landgerichts birettoren: eine Verniindcrung der Spannung in den Höchstgehältern der Realschuldirektoren und der 'Direktoren nn den Vvll- änstallen, bewirken zu wollen imb sind der Ansicht. Last, für uns in Hessen diese Fragen am' besten und zufriedenstellendsten zu löstn sind, ivenn wir uns hierbei der vorbildlichen preuHischen Gehaltsordnung im wesentlichen anschließen.
Ans heßseitr.
Das Zentrum im La nd ta gswahlkreis Bu tz b a ch - B a d - N auh ei m.
Friedbergs 7. April. Unter-dem Vorsitz des Rechtsanwalts Schroeder fand gestern im Gasthaus „Zur Windeck" eine sehr gut besuchte Versammlung der Zentrumspartei statt. Auf der Tagesordnung stand u. a. die L a n d t a g s w a h l im Kreise Butzbach-Dad-Nau- h c i in. Es wurde beschlossen, im ersten Wahlgang einen Z ä h l ka n d i d a t en aufzustellen. Die Persönlichkeit lvurde noch nicht bestimmt, dies soll erst in einer im Herbst stattfindenden Versammlung geschehen.
Der-tKebes ReiÄk.
Eine Reise des Prinzen Heinrich von Preußen nach L o n d o n.
Prinz Heinrich ist, wie aus Kiel gemeldet wird, am Dienstag nach London abgereist. Wie man annimmt, reist Prinz Heinrich in politischer Mission nach London.
Der Kreistag des Landkreises Schwelm bewilligte auS Anlaß des Regierungsjubiläums 100 000 Mk. für bedürftige Kriegsveteranen.
Tas ländliche Fortbildungsschulgesetz in Preußen,
das im Abgeordnetenhaus!? trotz eingehender Beratung im Herrenhause und trotz früherer eingehender Beratungen im Ab geordnet en hause nochmals zur Varberatung einem Ausschuß, überwiesen worden ist, dürste auch in dieser Session kaum verabschiedet werden können. Der Entwurf liegt dem Landtage bereits zum dritten Male vor. Das Zentrum setzt der Verabschiedung des Entwurfs Widerstand entgegen, weil der Landwirtschaftsminister die Einführung des obligatorischen Religionsunterrichts in dein ländlichen Fortbildungsschulen bekämpft. Das Zentrum bestehl aber auf dieser Einsülrung. Falls daS Gesetz auch diesmal scheitern sollte, dürfte es vorläufig als erledigt gelten. Wahrscheinlich wird oie Regierung später ein allgemeines FortbildungsschAlgesetz für sämtliche preußische Stadt- und Landgemeinden vorlegen.
AMSSand.
Eine Abschiedsfeier des neuen preußischen Gesandten in Darm st ad t.
Die deutsche Kolonie in Parks veranstaltete gestern abend int Palais d'Orsay ein Festmahl zu (ihren des zu in preußischen Gesandteu in Darmstadt ernannten Botschaftsrates Freihcrrn von der Sanden - a f e n i tj. Iw Namen der sehr zahlreich erschienenen Landsleute gab Ho-r Bessel unter allgemeinem lebhaften Beifall der Sympathie und.Wertschätzung Ausdruck, die sich Freiherr von bec Lancken und seine Gemahlin erworben hatten. Botschafter Freiherr v. Schön gedachte der so erfolgreichen diplomatischen Tätigkeit von der Lanckens, der in wichtigen und schwierigen Zeitläuften Kaiser und Reich überaus ersprießliche Dienste erwiesen habe und einen glänzenden Beweis dafür bilde, daß die von mancher Seite gegen die deutsche Diplomatie erhobenen Borwürfe ungerechtfertigt seien.
Der allgemeine Ausstand in Belgien.
Aus Brüssel wind gemeldet: Wegen des am Montag beginnenden allgemeinen Ausstandes wurden die B r ü s s e- l e r G a r n i s o n und die FlandernschenRegimeitter, die zu Felddienstübungen au^iefren sollten, zurückgehalten. Die Schulen werden geschlossen und sollen den Bürgergarben und den Gendarmen zu Unkerkunftsräumen bienen Die städtischen Arbeiter protestierten dagegen, daß der Bürgermeister ihr die Teilnahme an dem Ausstand verbot. In Antwerpen hmrbe das Ab halten von Versammlungen unter freiem Himmel verboten. Im Kohlenbebiet des Bvrinage wird auf sämtlichen Kleinbahnen gestreikt iperben, doch sollen die £ur Erhaltung des Kohlenbergwerks nötigen Ar
beiten geleistet werden. Die Unruhe in Brüssel wie im ganzen Lande wächst sehr.
Die Fricdensidealiften bei frcr Arbeit.
Aus Bern wird gemeldet: Ein Komitee, bestehend cm5 schweizerischen, deutschen und französischen Parlamentariern beruft unter Mikwirlüng des Internationalen Friedensbureaus die Mitglieder des französischeit Parlaments und des Reichstags zu einer Konferenz am 20. April nach Bern, um Mittel zu suchen, dem Wettrüsten beider Staaten zu steuern und auf Vertagung der Annahme der Wchrvorlagen hinzuwirken._____
Kirche mtö Schul
Ernste Erkrankung des Papstes.
Rom, 8. April. Der Papst, dessen Gesundheit noch nicht vollständig war, ist neuerlich ertrankt. Es wird versichert, daß die am 4. Avril lombardischen Pilgern gewährte Audienz und die gestrige den Papsr stark emrübeten, obwohl er vorsichtiger Weise keine Reben hielt. Tie Aerzte rieten bem Papst,' sich längere Zeit Sckwnung aufzuerlegen, doch wollte er die Audienzen nicht ausfallen lassen. Auch wünschte er, die Konstantin-Feiern durch die bekannte Rede zu eröffn en. Der Gang des Papstes durch den Saal der Seligsprechung, wo es stets lall zu sein pflegt, trug zur Verschlimmerung seines Zustandes bei. Wirklich hatte der Papst gestern nach der Audienz Fieber. Tie Schwestern des Papstes wurden von seiner Erkrankung benachrichtigt und besuchten ihn heute. Tie für heute au gesetzten Audienzen sind abgesagt worden.
Die Eröffnung öcs ersten chinesischen Parlaments.
Peking, 8. April. Heute ist das erste chinesische Parlament eröffnet worden. Auf den mit Triumphbögen geschmückten Straßen drängt sich eine, dichte Menschenmenge. Die gemeinsame Eröffnungsfeier des Senats uno des Repräsentantenhauses fand unter dem Salut der Gefchütze im Abgeordnetenhaus statt. Anwesend mären 500 Volksvertreter von im ganzen 596 und 177 Senatoren von im ganzen 274. Die (Valerien waren von chinesischen und fremden Besuchern dicht besetzt.
Der Senior des Repräsentantenhauses begrüßte die Versammlung und erklärte das Parlament für eröffnet. Unter großer Begeisterung wurden alsdann beide Häuser auf Samstag vertagt.
P u a n s ch i k a i s Botschaft an das Parlament wurde, da seine Präsidentschaft nur eine provisorische ist, nicht öffentlich verlesen. Er spricht darin dem Parlament seine herzlichsten Glückwünsche zu seiner Eröffnung aus und die Hoffnung, daß die Republik 10 000 Jahre dauern möge.
Der amerikanische Geschäftsträger hat China mitgeteilt, die Vereinigten Staaten würden die chinesische Republik anerkennen, nachdem die Parlamentsbeamten ernannt und sich das Parlament für beschlußfähig erklärt habe. Brasilien und Mexiko werden in Uebereinftimmung mit den Vereinigte nStaatenhandeln.________________________________
Die Sollreform in den vereinigten Staaten.
Washington, 8. April. In der Bo t s ch a f t an den heute zu einer außerordentlichen Tagung zusammentreten- den Ko n g r e ß betonte Präsident Wilson, daß die außerordentliche Session den Zweck habe, die Erleichterung der dem Volke aufgebürdeten Lasten zu beschleunigen, zugleich der Ungewißheit ein Ende zu machen, worin die Geschäftswelt hinsichtlich der künftigen Zölle schwebe. Die Botschaft führt dann aus:
Schon lange waren wir von dem bescheidenen Begriff des Schutzes der heimischen Industrie zu bem Gebauten fortgeschritten, daß die Industrie ein Anrecht auf die direkte Förderung Patro- nage) durch die Regierung habe, bewußt ober unbewußt bauten wir ein System von Privilegien auf, bic Befreiung vom Wettbewerb, baß jeber, auch rohesten Form von Kombination, eine Schaffung von Monopolen leicht machte. Wir müssen alles abschafscn, was nach Privilegien ober künstlicher Begünstigung aussieht, wir müssen unseren Geschäftsleuten unb Probuzeuten als Ansporn die stänbige Notwcnbigkcit auferlegen, leistungsfähig, wirtschaftlich, nnternch- menb Meister im Wettbewerb, tüchtigere Arbeiter unb Mauüeutc als irgenb wer in der Welt -,u fei». Abgesehen von ben, lcbiglich int Interesse bcr Staatseinkünfte auf Artikel, bie wir nicht produzieren und auf Luxusartikel gelegten Zöllen, sollen bie künftigen Zölle nur bezwecken, eine leistungsfähige Konkurrenz zu schaffen, ben Geschäftsgeist Amerikas im Konkurrenzkampf mit ben übrigen bcr Welt zu schärscn, wir müssen in unseren Zoll- gcsetzcm unb in unserem Zollsystem Aenbccnngen treffen, bie freiere unb gefunbere Entwickelung, die nicht eine Umwälzung ober Verwirrung zum Ziel haben kann. Wir müssen unseren Handel, besonbers unseren Außenhandel, a n s b a u c n. Wir benötigen Märkte und ein erweitertes Arbeitsfeld mehr als je. Wir müssen auch' die Industrie ausbaucn, müssen ihr an Stelle künstlicher Stimulation Freiheit geben,, aber nur insoweit, als dadurch nuigebaut unb nicht nicdergerlssen wirb.
Am Schluß bcr Botschaft sagte der Präsident, er werde vielleicht späterhin die Aufmerksamkeit des Kongresses auf Reformen lenken, welchen Tarifänderungen unmittelbar folgen oder sich ihnen anschließen sollten. Die hauptsächlichste dieser Maßßncch'men sei die Reform der Bank-Währungsgffetze.
Heer und Flotte.
Ein Militärjubiläum des Prinzregenten unb des Prinzen Leopold von Bayern.
München, 8. April. Der Prinzregent und Prinz Leopold begehen heute die Feier ihres vor fiinf- zig Fahren erfol'stten Ticnsteintritts in das 2. Infanterieregiment Kronprinz. Am Vormittag wurde auf dem Kasernenhofe eine Micktärfeier mit Parademarsch abgehalten, zu der der Prinzregent, die Prinzen Leopold, Rupprecht und Kart erschienen waren. Der Regimentskommandeur Prinz Franz feierte in einer kernigen Ansprache an das Regiment die Topferkeit und Pflichttreue der Jubilare und schloß mit einem Hurra auf den Regenten und den Prinzen Leopold. Der Regent dankte dem Regiment für die Feier und sprach die Hwffnung aus, daß es allezeit seine Pflicht erfüllen werde. Generalinspekteur Prinz Ruppr-cht führte das Regiment seinem Vater im Parademarsch vor. Am Nachmittag findet ein Festmahl im Offizierskasino statt.
Bessere Besoldung der Offiziere in Frankreich.
Paris, 8 April. Kriegsminister Etienne sagte einem Berichterstatter, er habe den Generalstabschef I o f - fre beauftragt, einen Gesetzentwurf auszuarbeiteu, nach welchem der Sold der Offiziere beträchtlich erhöht werden solle. Er werde in kurzem einen diesbezüg- lick)-en Gesetzentw'urf einbringen und er habe zu großes Vertrauen zu dem Patriotismus des Parlaments, als daß er an der Annahme dieser Vorlage zweifeln könnte.
Arbeiterbewegung.
Tas Ende b c § Berliner Schneiderausstande s.
Berlin, 9. April. In einer gehcimcnMitgliederversammlung der im Verbände bet Schneider imb im
Hirsch-Dimckcrschcn GewettVcrekn organfit er ten H crrentonfeTtton?- sckneiber Groß-Berlins würbe gestern in geheimer Abstimmung mit 858 gegen 251 Stimmen beschlossen, am heutigen Mittwoch bie Arbeit zu ben von ben Vertretern bcr kämpfcnben Parteien vereinbarten Bedingungen wieder anszunefrmen. Ter neue Tarifvertrag, der für vier I-ahre gilt, sieht Lohnerhähmtgen um durchschnittlich 7—10 Prozent vor. Mit dem Bcrsamnrlungs- beschluß ist der seit Wochen bestehende Ausstand beendet unb bic Gefahr einer Aussperrung aller Organisierten bcr Herren- konfektionsschnciber in ganz Teutschlanb beseitigt.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 9. April 1913.
** Landwirtsch aftskarnrner. Unter dem Vorsitz des Oekonomierats Walter -Lengfeld fand eine Sitzung des Vorstandes der Landwirtfchaftsiammer für Hessen statt. Nach eingehenden Berichten des Mitglieds Krapp und des Rechtsanwalts Meisel wurde beschlossen, dafür einzutreten, daß tu allen Kreisen neben den gesetzlich vorgeschriebenen allgemeinen Ortskranienkassen auch Landktanken- kasseu zu errichten seien. Man ging von. der Ansicht aus, daß bic Organisation der Landkrankenkafsen dem landw. Interesse mehr entspräche, als die allgemeinen Ortskrankenkassen. Die Veranstaltung einer Studienreise Ende Juni oder Anfang Juli nach Hannover und Oldenburg wird genehmigt. Zum Deuls Weinbauverband werden als "Vertreter gewählt Oekon^mierat Hahn-Heß- loch, Emil Schätzel-Selzen, Bürgermeister Römer-Erbes- Düdesheim und Generalstkretär Leithiger. Von Beschickung bcr von dem landw. Verein Frankfurt für 1913 in Aussicht genommenen Ausstellung von Ziegen imb Ab staub genommen.
** Zur Ausführung des Fischcreigesetzes hat das Ministerium des Innern bestimmt, daß unter einfacher Handangel im Sinne des Fischereigesetzes eine Angel mit einer Schnur zu verstehen ist, an der sich mir ein einfacher Angelhaken mit nur einem natürlichen ober künstlichen Köder (unter Ausschluß von lebenden, toten unb künstlichen Fischen) befindet. Die einfache Handangel muß bei bewegtem Wasser mit dem Strome treiben können und stets in der Hand des Fischers bleiben.
** Für Stotternde hält Direktor Warnecke von der Jnternalionalcn Sprachhcil - Anstalt in Hannover am' Donnerstag, 10. b. M., von 11—1 Uhr unb von 2—7 Uhr, im' Hotel Victoria, Bahnhofstraße 77, Sprechstunben ab.
Kreis Büdingen.
Bleichenbach, 7. April. Die hiesige Gemarkung besteht auS 286 ha Walb und 404 ha Felb: Wiesen sind wenig vorhanden, bie Einwohner sind in 17 (Semarfunqen genötigt, Heu unb Grummet zu machen. Der OrtSvorstanb trat daher mit der Forstbehörde in Verhandlungen ein, um etwa 300 Morgen geeigneten Wald zu Wiesen anzulegen. Es fand dieser Tage eine Besichtigung der in Frage kommenden Distrikte durch die Oberförsterei Konradsdorf unb ben Gemeinberat statt. Versuchsweise sollen 2 — 3 Morgen Walb abgetrieben und zu Wiesen angelegt werben. Die Einnahmen auS Wald beliefen sich ohne außerordentliche Holzfällung im verflossenen Jahre auf etwa 16 000 Mk. (Brutto-Einnahme).
Kreis Schotten.
(f) Schotten, 8. Lffiril. Auf Veranlassung des Zweig- Vereins Schotten des Alice-Frauen-Vereins für bas Großh. Hessen, dessen Vorsitzende die Frau Kreisrat Dr. Kr?anz- buhler ist, fand in der Turnhalle durch das kürzlich ins Leben getretene hiesige philharm. Orchester (Dirigent Dr. Seuling), verstärkt durch Herren des Orchestervereins Gießen und unter Mitwirkung von Frau A. Jockel (Klavier), der Herren G. Jöckel (Rezitation), W. Horn (Violine) und Fr. Kugler (Teüor) aus D-crrmstadt ein sehr gut besuchtes Konzert zum Besten der Krankenpflege und eines zu errichteudeu KraukeuhauseS in Sck)otten statt. Wie nötig es ist, daß noch einige .Krankenschwestern hier stationiert werden und wie unentbeh-rlich ein Krankenhaus in Schotten ist, hat sich im vergangenen Jahre, als in fast allen umliegenden Orten eine Typhusepidemie ausgi?brochen war, zur Genüge gezeigt. Mancher Krankheitsfall wäre nicht eingetreten, wenn es möglich gewesen wäre, die zuerst erkrankten Personen in ein Krankenhaus in sachgemäße Verpflegung und Btzhaudlung zu bringen. Die Absicht zur Errichtung eines Krankenl-auses ist nicht neu; aber es fehlt an Mitteln dazu. Die Verwirklichung dieser Absicht erfordert schwere finanzielle Opfer der Stadt Schotten. Es ist deshalb anzuerkennen, daß der Zweigverein Schotten des Alice-Frauen-Vereins, dessen Hauptaufgabe ja dic Förderung der Krankenpflege ist, die Veranstaltung veranlaßt hat, um auch an seinem' Teil durch Nutzbarmachung der privaten Wohltättgkeit zum Gelingen des Werkes beizutragen und daß das philharni. Orchester sich in den Dienst dieser Wohltätigkeit gestellt hat. Daß dieses nicht Mein in der Lage war, ein Konzert größeren Stils zu geben, ist begreiflich, wenn man pedentt, daß es noch in den Kinderschuhen steckt und die Kräfte für ein solches Unternehmen erst herangebildet werden müssen. Deshalb wurde es freudig und dankbar begrüßt, daß sich auswärtige künstlerische Kräfte bereit fanden, das Orchester in seinem Vorhaben zu unterstützen. Ihnen sei dafür und für ihre genußreichen Darbietungen ganz besonders gedankt. Dem philharmonischen Orchester wünschen wir Wachsen, Blühen und Gedeihen seiner edlen Besttebungeu.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 8. April. Am 11. April beginnt in der Gewerbe-Akademie die technische Prüfung. 17 Techniker werden sich ihr unterziehen. 17 Techniker haben sich für die Vorprüfung gemeldet. — An der Musterschule wurden 112 Kinder entlassen. Neu ausgenommen wurden in Friedberg 157 und im Stadtteil Iauerbach 40 .Kinder. Die Gesamtzahl der Volksschüler beträgt in Friedberg 977 und in Fauerbach 225 Schuler.
Starkenburg und Rheinhessen.
d. Mainz, 8. April. Im Hause Nhabanusstraße 19 entstand heute nachmittag um 5 Uhr im 1. Stock iu der Wohnuug des Rechnungsrats i. P. Rüdiger ein Zimmerbrand. Die Feuerwache wurde benachrichtigt; als sie in das <Wohnzimemr kam, lag Rüdiger verbrannt tot auf der Erde. Mit dein Sauerstossapparat wurden noch Wieder- be.lcbungsversuck>e gemacht, bie keinen Erfolg hatten. Das !Sofa und die Vorhänge, sowie ein Stuhl waren verbrannt, j gtäbiger konnte infolge eines Leidens nicht mehr gehen und hielt sich die meiste Zeit int Wohnzimmer auf dem ©ofa aus. Er dürfte gestern nachmittag eine Pfeife, die !angekohlt aufgefunden 'wurde, geraucht haben. Da seine Tochter nicht anwesend war, wurde der Brand erst später entdeckt.
d). Rüdeshcim, 8. April. Trotzdem die Vorbereitungen nim Bau ber neuen Rheinbrücke so gut wie erlcbigt sinb, laufen jetzt noch Pro teste bei ber Eiscnbahnverwaltung ein.


