Ausgabe 
9.6.1913 Drittes Blatt
 
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Ttrfi her Sufthnnnntg der übrigen Jnnungsmitglieder mit der Forderung der Stadt mrf Einsetzung eines paritäti­sch e n P r e i s f e ft s etz u n g s au s s ch-us ses einverstanden erklärt haben. Der Preisfestsetzungsarrsschutz, der unter dem Vorsitz eines Unparteiischen aus Vertretern der Stadt und der Metzger bestehen soll, wird zunächst probeweise für 6 Monate errichtet. Die Stadt stellt sofort nach der Ml- dung des Preissestsetzungsausschrlsses den Betrieb ihrer Metzgerei und Wurstfabrik ein. Diese Bedingungen bedürfen nur noch der Genehmigung der am Donnerstag stattfinden­den Sitzung der Stadtverordneten sowie der Zustimmung der Innung, die aber so gut wie sicher ist, da beide Teile durch die schädigenden Einflüsse des Kampfes in finanzieller und wirtschaftlicher .Einsicht an der Beilegung des Streikes fast gleich starr interessiert sind. In den seit 14 Tagen von den Schweinemetzgern boykottierten Schlachthof werden heute die Schlachtungen wieder ausgenommen.

h. Lampertheim, 8. Juni. Vor einigen Tagen ver­schwand von frier ein noch recht junges Liebespaar. Ms man dasselbe gestern in .'oixfenfretm ausgrifs und anhalten wollte, nahmen beide rasch Gift zu sich. Sie würden im sterben­den Zu st a n de der Heidriberger .Klinik Angeführt.

d. Mainz, 8. Juni. Ter Kreisverein Mainz vom Roten Kreuz batte freute nachmittag am unteren Ende des Zollhafen­gebietes eine Hebungim Dienst bei einer Verband- und Er- srifchungsstelle int Hcirnatgcbiet" abgehalten. Die Großherzogin und die Fürstin zu Schaumburg-Lippe wohnten der Hebung bei und befichäigten angehend den Hilsslazarettzug mit 320 Ver­wundeten und die HilfÄazorettfcbisfe. Don Darmstadt war Mrut- sterialrat Krug erschienen. Rach Beendigung der Hebung fuhren die <?poßherzoain und die Fürstin im Automobil nach Wolfs­garten zurück.

ch. Bingen, 8 Juni. Herr Andreas Schuber, der zurzeit der älteste Einwohner von Bingen und Mngerbruck ist, beging heute seinen 9 0. Geburtstag. Hen: Schuber ist trotz des' hohen Mters körperlich und geistig rüstig.

2lns der Rechtssprechung des Reichsgerichts.

Der Gegner eines zerrissenen T c st a m e n t s muß beweisen, daß der Erblasser die H r f it n fr e zerrissen h a t- Entschdg. fr. RG. vom 9. Mai 1912 in bcr Jur. Woch. Schr. v. 1912 S. 798. Von den Erben war aus dem Nachlaß ein von frer Erblasserin gemäß BGB, S 2231 Rr. 2 errichtetes fr. h. eigenhändig geschriebenes unb unter­schriebenes Testament vorgelegt, das jedoch in verschiedene Teile zerrissen war. In dem Testament war der Klägerin ein Vermächtnis von 6000 Mark ausgesetzt. Die Klägerin Hagle ans Zahlung dieses Vermächtnisses. Die beklagten Erben hielten ihr entgegen, ein zerrissenes Testament sei kein gültiges Testa- mvut in ehr: es gelte nach BGB. § 2255 als widerrufen. Daß ein Unbefugter nicht die Erblasserin das Testament zer­rissen habe, müsse die Klägerin beweisen, die ans dem Testament Anspruch erhebe. Die Klägerin behauptete, daß die Erben be­weisen müßleü, fraß das Testament von frer Erblasserin vernichtet worden sei. Das Oberlanfresgericht uufr das Reichsgericht pflichteten dieser Behauptung der Klägerin bei und sprachen freu Klageanspruch zu, da nicht bewiesen sei, fraß die Testamientsurkuud.' von frer Erblasserin zerrissen worden sei. Es könne allerdings auf freu ersten Blick befremdlich erscheinen, einen Anspruch auf eine zer­störte Urkunde zu stützen. Allein es stehe fest, fraß das Testament gültig errichtet worden sei. Rach § 2255 BGB. hätte es dadurch widerrufen werden können, daß die Erblasserin in frer Absicht der Aufhebung des Testaments die Urfunfre vernichtete oder an ihrsolche Veränderungen vornahm, durch die frer Wille frer Aus­hebung auÄgefrrürft zu werden pflegt". Rach § 2255 Abs. 2 werde gesetzlich vermutet, fraß, wenn frer Erblasser die Testameiits- urkunde vernichtet ober in frer bezeichneten Weise verändert habe, er dies in der Absicht frer Aufhebung des Testaments getan habe. Dafür, daß eine vernichtete oder veränderte Testaments- urkunde von dem Erblasser vernichtet ober öeränbert worden sei, sei eine solche Vermutung von dem Gesetz indessen nicht aus­gestellt. Die Entscheidling dieser Frage fei vielmehr von dem Gesetz der freien richterlichen Entscheidung nach freu Hm ständen des einzelnen Falles überlassen. Die Beweislast falte hierbei grundsätzlich dem zu, der sich ans die Aufhebung des Testaments durch bett Erblasser berufe. .Habe sich eine Testaments urkunde bis zuletzt in dem Gewahrsam des Erblassers befunden, so spräche allerdings viel für die Annahme, daß der Erblasser die Testa­mentsurkunde vernichtet habe. Allein dieser Annahme könnten andere Beweisumstände entgegenstehen, z. B. daß her Erblasser, wie int vorliegenden Fall, erweislich bis zuletzt den ausgesprochenen Willen gehabt habe, den int Testament Befrachten zu bedenken. Rach den Hinftänben des vorliegenden Falles sei sogar in ge­wissem Grad wahrscheinlich, daß die Vernichtung ber Urtunbe nicht von der Erblasserin geschehen sei.

Hm ein selbstgeschriebenes Testament frer Veränderung durch Unbefugte zu entziehen, i st dessen Hinterlegung bei Gericht gemäß BGB. § 2248 tu empfehlen. Bei einem vor Gericht ober Rotor aeinäß BGB. § 2231 Rr. 1 errichteten Testament wird ein Streit, ivie der obige, nicht entstehen: ein solches Testament wird regelmäßig gemäß BGB. § 2246 alsbälb nach ber Er­richtung in amtliche Verwahrung genommen: es gilt nach BGB. § 2256 schon als widerrufen, wenn der Erblasser eS sich aus dieser amtlichen Verwahrung zurückgeben läßt.

Nutzen und Schaden der Röntgenstrahlen in der Medizin.

Nach der Entdechüng der Röntgenstrahlen hatte man sich nur zaghaft, ängstlich der neuen Kraft genähert. Bald wurde man sich darüber klar, fraß für die Erkenntnis frer Krankheiten, bic bisher den Augen verborgen waren, durch die Entdeckung der das Dunkel durchbringenden Strahlen ganz neue Wege ge- fchaffen seien. Dtedtagnoslische" Fähigkeit, die man durch die Röntgenstrahlen gewann, Hot die Erwartungen, die ihnen schon bic ersten Forsckier entgegenbrachten, nicht enttäuscht. Fast auf allen Gebieten der Krankheitsforschung sind uns durch sie neue Euiölrctt geworden, so daß es beute kaum ein Gebiet ber Mebizin 9lbt/ airf bcm lic bem Arzt nicht unschätzbare Dienste leisten Richt nur bie Chirurgie, lotjbern auch die innere Medizin Tann heute zur Feststellung des .Krankheitssitzes bie Röntgen­strahlen Nicht mehr entbehren. Wir wollen nur daran erinnern frag B. bic Erkenntnis ber Herzkrankheiten mit Hilfe ber Röntgenstrahlen ganz neue Ziele erhalteit hat Wir ver­mögen zu niiterscheiben, ob das Herz i*n normaler Weise funktio- niert, ob ber Herzbeutel gesunb ist. Wir können die Ausdehnung des Herzens feststellen, wir können untcrid^iben, ob ein Herz- Ictbcn erworben ober angeboren ist, ob bie Gefäße ihre richtige Sage unb Ausbehunng haben. Auch bic Erkenntnis ber Magen- 1n.b -tarmtrankhetten ist erheblich durch die Entdeckung der Rontgenstrahleii gcrörbert worben. Freilich waren bic Röntgen­strahlen zur Diagnostik im allgemeinen immer nur kurze icit angetoanbt. Die inten) io er e unb längere Änwirktmg ber Röntgen - ftrablcn gut bic Organe, bic untersucht werben sollten, zeigte dann, daß man die Naturkraft noch nickst ganz unterjocht hotte Cs waren Zuerst die Aerzte ,elbst, bie sich durch unvorsichtige Beniitrung bei RontgenlttMen Schädigungen von größerer und kleinerer Bedeutting zuzogen. Erlrankungen der Haut Verbren nnngseslckte die manchmal zu schweren und unheilbaren ge- fchwurigcn Prozeflcn ben Anlaß gaben, waren die Folge Man lernte, ,ich bofer zu ichützen, unb merkwürdigerweise waren gerade die unangenehmen Nebenerscheinungen das Moment das bic Röntgenstrahlen von ber rein diagnostischen Verwertung zu Heil­zwecken hinübersührtc.

3m 3nlrrc 1896 hat Freund in Wien wohl als erster nach­dem er gelegentlich Haarausfall nach Hntcrsuckiungeu mit Röntgen­strahlen beobachtet hatte, darauf hrngewicsen, daß man bk neuen Strahlen zur Entfernung lästiger Körperhaare benutzen könne

Unb bie entzündungserregendc Eigenschaft der Röntgenstta^en, die wir erwähnten, bic oft noch wochenlang nach ber Durch- leuchtmig in unerklärlicher Weise zutage tritt, wurde gleichsalls ber Heilkunst dienstbar gemacht. Seitdem hat die Röntgen­therapie fast unübersehbare Fortschritte gemacht. Auf allen Gebieten ber Mebizin werden bie Röntgenstrahlen, zu Heilzwecken angewanbt. Zunächst boten Hauterkrankungen, wie Lupus, Sckmppenslechte, chronische Flechte, aussichtsreiche Angriffspunkte für bic Röntgenstrahlen. (Gelenk- unb Knochenorkranlungen, Drüsenschwellungeu, 9icuralgien, wurden^ mit, erfreulichem Er­folge ber Röntgentherapie unterzogen. Schließlich glaubte man, baß bie bösartigen Geschwülste, desonbers der Krebs, durch bie Röntgcnsttahlen zerstört unb bannt viele Menschen vor einem sicheren Tobe gerettet werben könnten! Aber in den Wein ber Röntgenenthusiasten würbe mehr unb mehr Wasser getan. _ Auch bei ber Röntgenbehanblung zeigte es sich, baß alles menschliche Können nur Stückwerk ist. Wenn leit einiger Zeit bic Zeitungen ost zu wenig krittsthc Nachrichten brachten, baß viele Frauen- leiben, bic oft bem Messer bes Chirurgen verfallen, burch bie Röntgenstrahlen auf unblutigem Wege zur Heilung gebracht wer­ben könnten, so haben sich biese Hoffnungen zum großen Teil als verfrüht herausgestellt. Es ist nicht zu leugnen, baß z. B. die weitverbreiteten Muskelgeschwülste ber Gebärmutter (Myome) mit ihren lästigen Beschwerben vielfach burch Röntgenbehanblung in ihrer Entwicklung aufgehalten unb vielleicht auch zur Schrump­fung gebracht worben sinb. Es steht ferner fest, baß verschiebene Arten von Blutungen, wie sie speziell bei älteren Frauen auf­treten, auch schmerzhafte Störungen jugendlicher weiblicher Per­sonen durch Bestrahlungen günstig beeinftußt werden können. 2fber die Aufgabe, den Gebärmittterkrckbs durch Röntgenstrahlen zur Heilung zu bringen, ist leider vorläufig noch ungelöst ge­blieben. lind wenn heutzutage übereifrige Patienten, von un­richtigen oder falsch verstandenen Zeitungsnachrichten geblendet, daraus bestehen, statt mit ber immer noch am sichersten Heil bringenben Operation mit Röntgenstrahlen behandelt zu werden, so schaden sie sich am meisten selbst. Es ist dabei noch zu bedenken, baß bei so eingreifenber Behandlung mit Röntgen­strahlen bic unerwünschten Nebenwirkungen durchaus nicht zu vermeiden sind. Leider gibt es eine nicht geringe Zahl unglück­licher Frauen, die, ohne Besserung ihres Leidens gefunden zu haben, mit bösen, manchmal unheilbaren Röntgengeschwüren herumlausen.

Tic endgültige Erkenntnis des Heilwertes ber Röntgenstrahlen ist noch ber Zukunft Vorbehalten. Unb wenn bie Röntgenstrahlm auch heute nicht mehr ziu ben Dingen zwischen Himmel unb Erbe gehören, von benen unsere Schallweisheit sich nichts träumen läßt, so sinb sie doch noch lange nicht derart in unseren Besitz übergegangen, baß sic jebem Winke gehorsam' unb dienstbar sind.

Sport.

Die Einweihung des deutschen Stadions.

Berlin-Grünewald, 8. Juni. Bei herrlichem Wetter sand heute mittag um 124 Uhr in Gegenwart besKaiser- Paares die feierliche Einweihung bes deutschen Stadions in der Gruncwalbrcnnbahn statt. Das gigantische, 30 000 Zuschauer fassende Werk bes Geheimen Baurats Otto March hob sich in leuchtendem Weiß wirkungsvoll vom bim Heu Grün bes Grnne- walbes ab. Ein halbes Hunbert Masten mit ben Bannern aller Kultuinationcn unb zahllose Wimpel säumten ben Bau ein. Mächtiffc Girlanben Ironien bas Mittelstück zu beiben Seiten ber Siegesgöttin. Eine nach Ichntansenden zählende Menschen­menge füllte das riefige Amvhitheater, um bem festlichen Schau­spiel beizuwohnen, bas sich in ben feierlichen Einzug von 30000 Terncrn unb beutschen Svortslcuten, bic Huldigung vor frrpi Kaiser unb baran anschließende sportliche Vorführungen gliederte. Gegen 12 Uhr betrat ber Zug in zwei Kolonnen mit ben Turnern an ber Spitze burch zwei Tore gegenüber bem Käiscrpavillon bas Innere bes Stadions. Den 10 000 Turnern folgte ber Lawntennis Bund, vertreten durch 350 Mitolicdcr, brr Schwiinrneroerbanb (1000 THtqlieber), ber Rrichsvcrbanfr für Schwerathletik (1000 , der Rabsahrerbund (2000k Daran schlossen Heb an: 3250 Leichtathleten, 4000 Mitgliebcr bes Fußballbunbcs imb 100 bes EislausverbanbeS. Den Schluß machten etwa 1000 Vertreter des deutsch-akademischen Bnnbes für Leibesübungen, 25 Mitgliebcr bes deutschen Skivcrbanbes nnb 9000 Jungmänn- schaften, barunter 500 M ädchen bes Jung-Deutschlanb-Bunbes. Inzwischen hatten sich bie Fahnengruvpen und die Vertreter der einzelnen Vereine nnb Vcrbänbe auf bem grünen Rasen vor bem Kaiserpavillon versammelt. Um 12.20 Uhr trasen bic Ma- jcitätcn am Stabion an, wo sic am Eingang zur Hoslogc vom Vor staub empfangen würben. Staatsminister v. Podbiclski hielt eine kurze.Ansprache. Nach bem Kaiserhoch flogen 10 000 Bries- tauben auf, bie bie Rebe bes Staatsministers in alle Gegenden bes Reiches bringen sollten. Dann begann der festliche Vorbeimarsch her sportlichen Vereinigungen, welcher 45 Minuten bauerte, vor­dem Kaiser. Gleich darauf begannen die sportlichen Vorführungen.

*

Die Grünaner Kaiserregatta.

G rünau, 8. Juni. Ter heutige Haupttag der Kaiser- Jubiläums-Rcgatta auf dem Langen See bei Grünau zeigte ein selten buntes und lustiges Bild. Tas herrliche Sornrncr- wetter hatfc ungeheure Menschenmassen hinausgelockt, welche bic Tribünen, bic Ufer unb Fahrzeuge aller Art dicht besetzt hieltcii. Gegen 4.40 Uhr traf bic ,,Alexandria" mit dem Kaiser an Bord am Start ein, worauf sofort der Kaiser vierer begann. Es starteten fünf Boote. Siegreich blieb in überlege­ner Weise ber Mainzer Ru berver ci n. Im Rennen um den akademischen Vierer blieb der Akademische 'Jhtber verein Berlin siegreich. Der Kaiser reichte ber Mannschaft ben kaiser­lichen Wanberprcis gleich von Borb ber Jacht aus ins Boot. Sobann überreichte ber Vorsitzende des Deutschen Ruberverbandes Csch. Kommerzienrat Büxenstein bem Kaiser an Borb berAlexan­dria" eine Iubiläumsadresse, die her Kaiser mit einigen Dan kes - Worten entgegennahm.

Während ber Kaiser sodann die Sieger im Kaiscrvicrer an Borb empfing unb ihnen ben silbernen Pokal Kaiser Friedrichs überreichte, begann gegen V26 Uhr die Huldigungsauftahrt der Boote zur Feier der 25jährigen Wiederkehr der Thronbesteigung. Ter Kaiser verließ Grünau um 6.20 Uhr unb kehrte aus bem Wasserwege zum Schloß zurück.

b. Marburg, 8. Juni. Tie diesjährigen Meister­schaftsspiele bes Turngaucs Hessen im Schlag- unb Faustball nahmen heute hier auf ber Lahninsel ihren Anfang. Es beteiligten sich Turnverein Fricbberg, Männerttirnverrin Gießen, Turnverein von 1846 Meßen, Scminartumverein Fran­kenberg, Turnverein Cölbe, A. T.-V., A. T.-V. Kurhessen, Turn- gemrivbe unb Turnverein Marburg. Tic hiesigen Vereine stellten mehrere Mannschaften. Tie Spiele, die heute unuitterbrock)en von früh 7 bis nachmittags 5 Uhr bauerten, werben am nächsten Sonntag zu -Enbe geführt.

wandern und Wintersport, Reisen und Räder.

* D i e Mainzer Flotten fahrt ber KreiSgruppe Mainz des Deutschen Flottenvereins, bie einzige heiftfdie Flottenveremsiahrt nach bet Wesserkante, beginnt am !/ J"li i'.nfr iührt nach LübeckKielHamburgFriebrichsruh Helgoland. Besondere Vorzüge: Keine Ueberimibung der Teil- t>urc^°^,u ausgedehnten Reiseplan, Führung auf Kriegs­schiffen und Weritanlagen durch Seeoffiziere, längerer Aufenthalt ain Helgoland. (Abenfrsest im Kurhaus, Morgenfahrt zum Bade« strand auf der Düne). Ende in Hamburg am 23. Juli. Reife- vlane koilenlos durch die Kreisqrupve Mainz (Professor .Rraemcr, .hl)CinaHcc 26», sowie die Geschäftsslelle oer Gießener Kreisgruppe.

veretnznachrichten.

16 81r $uni- s2lm Sonntag, 15., und Montag,

16. Juni, begeht der G e f a n g v e r e i nE i n t r a ch t" die Feier ffliämiÄ5V *X fltehens, an der sich eine große Anzahl Dlannd- und Krrchengesangvereme der Kreise Lauterbach und

Schotten beteiligen werden. Tie Bewohner haben ihren Häusern zum qroßeu Teil neuen Auslrich gegeben, um auch auf diese Weife zur Schmückung dss Ortes beizutragen.

Vermischtes.

kL Straßenbahnwagen mit Gelenken. Die Wagen mit Geleiiken, bie die Bostoner Straßenbahn-Gesellschaft vor einiger Zeit probeweise eingeführt hatte, haben sich so gut bewährt, fraß die Gesellschaft jetzt eine größere ?luzahl solcher Wagen bauen läßt. Wie dasElectric Railivay Journal" berichtet, sind diese Wagen mit Gelenken den vielen winkeligen Straßen besonders anoepaßk, durch bie die Bostoner Straßenbahnen fahren. Zwei kürzere Waaeu sind durch ein gelenkiges, nicht auf Rädern ruhendes Mittckfach miteinauder verbunden. Tiefes Alittelfach hat eine gewisse Aebnlich feit mit den Harmonikaverbmdungeu unserer O-Zugwageu. Aller­dings befindet es sich nicht in solcher Höhe wie dieses, sondern liegt so dicht über dein Boden, daß man ohne Stufe au dieser Stelle ein- oder andfteigen kann. Ter Eingang ist nämlich an diese Stelle verlegt und auf diese Weise spart die Straßenbahngesellschaft an Personal. Es ist nur ein Ausgang für bie beiden gelenkig ver­bundenen Wagen vorhanden, und aus diesem Gruude ift nur ein Schastner nötig, denn die Fahrgäste bezahlen ihr Fahrgeld, sobald sie das Verbilidungssti'ick betreten und am Schaffner Vorbeigehen. Das Mittelstück der eigentümlichen Ctraßenbahnivagen dient üb­rigens auch noch zur Uuterbriugung der Heizanlagen.

Ick. H u m o r i st i s ch e s von R i ch a r b Strauß. In einer italienischen Zeitschrift erzählt Otto Schanzer ein paar Ge­schichten von Richarb Strauß, bic freu trockenen, cüt auch vou Selbst- ironie nicht freien Humor fres Künstlers recht hübsch kennzeichne». In Tnrin wurde die Salome qevrobt. Ter Leiter des Crrhefter= macht Strauß auf einen Druckfehler in seiner Partitur aufmerk' sam, woselbst sich slatt^eines f ein fis findet. Ta klovft ihm Strauß wohlwollend auf die Schulter und sagt:Machen Sie sich nichts draus; glauben Sie mir: e? ist ein und dasselbe!* Eine humo­ristische Selbstkritik ähnlicher Art gab Strauß bei einer jener be­rühmten Proben zur Elektra in Dresden zum besten, bei freuen das gesamte Operuversonal unter Schuchs Leitung im Schweiße seines Angesichtes daran arbeitete, dieser unerhörten Partitur Herr zu werden. Begreiflich, daß man etwas nervös war. Ta ereignete e§ sich, daß ein Theaterdiener, mit einer Laterne bewaffnet, auf frer Galerie erschien nnfr dort, gleich als ob er etivas suche, hin und her wandelte. Lieber diesem wandelnden Lichte verlor Schuch schließlich bie Gebulb und er rief:Aber lieber Gott, was sucht denn der Mensch mit feiner Laterne da oben ?" Worauf Stiaußeus Stimme ertönte aus dem tiefen Dämmer des Parkettes:E v f st ch t einen reinen Akkord!* In frer Salome findet sich ein Thema, das mit einem der charakteristischsten Motive anS dem Barbier von Sevilla" eine ungemein große Familienähnlichkeit hat, Strauß selber entdeckte diese Wahlverwandtschaft und teilte seine Entdeckung Schanzer mit ben Worten mit:Ich habe da eine sonderbare Entdeckung gemacht; dieser Spitzbube Rossini hat mir ein Thema aus frer Salome gestohlen und hat es in seinen Varbier gebrachtUnb als er einmal in Neapel um seine Photo­graphie gebeten wurde, da schrieb er eben dieses Thema darauf und setzte die Worte darunter:Aus dem Barbier von Sevilla. Richard Strauß."

Vüchertisch.

H a u s b ü cher zur Erhaltung ber Gesundheit. In Max Hesses Verlag, Leipzig, erschrineu29 Hausbücher zur Erhaltung der Gcsunbhcit", herausgegebeu im Auftrage des Ber bands der Llerzte Deutschland-s von Sanitätsrat Tr. K. Beer- wald-Bcrlin unb Sanitätsrat Tr. H. Tippe-Leipzig. Zu ben 6 bereits ersckricucnen liegen 5 neue vor, (Preis je 1,35 Mk.) am bic wir Hinweisen wollen. H ä u s 1 i ch c G e s u n d h c i t s P f l e g c von Pros. Tr. W. P. Turibar, Tircktor bes hygienischen Institutes in .Hamburg. 8U, 103 S. Unter ben vielen Büchern zu gleichen! Zwecke übertrifft feines bas vorlicgcnbc, welches in geraderu muflergültiger Weise vom Standpunkt beS erfahrenen, selbst bic kleinsten Ereignisse bes menschlichen Lebens kenneuben, hygienisär" Praktikers, aber gleichzeitig auch Volksfreunbes, bicses wichl'ä Thema behlanbslt. Die häusliche Kranke npflegeuud bas Verhalten bei a n fterf c nb c n Krankheite g von Hofrat Tr. K. Toll, Karlsruhe. 8°, 114 S. mit 21 9fbbi(billigen. Mag bie Liebe zum Kranken iwch so groß sein, menn nicht eine gewisse technische Borbilbung mit ihr sich vereint, so genügt sie allein niemals, um ben Forbcrungen an eine erfolgreiche Pflege des Kranken zu entspreck>cn. Diesen großen Ucbelfranb bcseitiat das vorliegende Buch, das in sehr verständlich geschri.'bcner Weif' alle bic Krankenpflege betreffenden Fragen behandelt und in seiner Verständlichkeit durch vortrefslichc Skizzen, welche die ein 5einen Handrcichungeir und Eingriffe sinnbildlich darsteklcn, unter stützt wird. D i c Bakterien als der Menschen 'Freunde und Feinde, sowie die Verhütung an st eckend er Krankheiten von Prof. Dr. Ludwig -Heim, Direktor des hygienischen Instituts in Erlangen. 8°, 117 S. mit 36 Abbildungen. Der Bakterienfiircht soll durch daS vor liegende Buch entgegengetreten unb bic Beurteilung dieser kleinsten Lebewesen in den Kreisen der Saien auf ben richtigen Standpunkt zurückgeführt werden, damit man auch die Wohltat, welche das Wirken der Bakterien ben Menschen bringt, anerkenne unb nicht durch übertriebene Aengstlichleit sich bas Leben verbittere unb mehr schabe als nütze. 36 Abbildungen, zumeist Originalanf- u ahm en bes Verfassers, Helsen, ben Laien in dieses für ihn überaus wichtige Gebiet einzuführen und zeigen ihni viele der Batterien in ihrer natürlichen Form unb ihrer eigentümlichen Lebensweise. Vom Herzen unb den Blutgefäßen. Von Pros. Dr H. Kerschcnstciner, München, 8°, 122 S. mit 18 fCbbilbimgcn. In der Gegenwart, wo bas Wort A berver tat fuitg ober Arteriosklerose zu einem Schrcckwort für viele geworden ist, und wo die Herzkrankheiten infolge der Hebcrbürbimg des einzelnen, sei es durch Arbeit, sei es durch Sorgen und rauschenoc Vergnü­gungen, so außerordentlich gegen einst Angenommen haben, erscheint das vorliegende Buch fast wie ein Heiser, der lange erivarlet unb ersehnt würbe. Die Gcsunbheitspslege des Obres. Von Oberstabsarzt Tr. E. Barth, Bci'Nn, 8°, 102 S mit 25 Ab bilbungen. .Dieses allgemein-verstänblich gehaltene Birch, welche-? burch 25 redit gute Mbilbungeu illustriert wirb, bient der Per -ütung von Schwerhöriglrit und Ohreuerttankungcn. Das Buch verdient uneingeschränkte Empfehlung und weiteste Verbreitung, da es sehr geeignet ist, dieses schwere unb bic Lebensfreube so sehr beeinträchtigenbe Leiben zu verminbern uno ben bereits Erkrankteil Erleichterung zu bringen.

Ein guter Wink.

Ter schlanken Birke sonndurchglühte .Kraft

Dem Haare üppige Fülle, Manz, und Weichheit sck>affl.

.Dr. Trauens Birkcn-Haarwasscr" ist ein gutes, reelles und solides, int 2o Jahren bewährtes Haarpflegemittel, welches auf kahlen Köpfen keine HaareSfülle hervorzaubern will, soiidern bas erzielt, was nach dem heutigen Stande der Wisfenschist von einem ernsten Haarpflegemittel überhaupt zu erwarten ist: Stärkung uild kräftige Anregung des Haarwuchses, Reinigung der Kopfhaut, Verhütung der Kopfscknippcn und des Haarausfalles. Einen ganz besonderen Einfluß soll der Lebenssast der Birke auf die Gut Wicklung des Haares ausüben Nebenbei sei bemerkt, daß bicses Haarwaiscr außer bem Birkensaft noch anbcrc ivcrivolle Pflanzen ^rkraktc enthält, bic von ber Wissenschaft als notorisch wirksam sur tnc Haarpflege angesprochen werben. Hervorheben möchten wir, baßDr. Tralle's Birken-Haarwasser" auf 6 Wcltausstcl lungen bie höchsten Auszeichnungen, nämlich eine golbene Staato mebatUc unb fünf Granbs Prix, erworben hat. [ss/e

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