Ausgabe 
9.6.1913 Zweites Blatt
 
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1.

2.

3.

Es heißt

dort:

Mächte ft o ß e n b e n G r o ß h.

Truppen-Corps der Freiwilligen

März 1814.

i V VVMV VUUl 41III « kkk) 4, VVlHHUUyV lll l L Ui Hl '-kJ V VL II j durch die Spiclleutc cingelcitet, die dieselben Straßen durch­zogen lvic am Sonntag.

Gegend. Schloß. Lehmgericht. Große Keller und Fässer,

wie

im

im

N io n

für die II. bündetcn

Hessischen Jäger,

April). Freundliche Leute und Gegend. April). Rasttag. Besuch in Turlach und (4. April). Rastadt. Osbach. Herrliche

das Heidelberger, bauten bad) (5. Lahr (6. April). Kenzingen (7. Kenzingen (8. Schallstadt (9. wuudete der Armeen.

tericen. Bei Basel über

Bubendorf (14. Hirten.

Wittlisbach (15.

A u 5 in a r s ch von Darmstadt a m

refte. Ein Kesiel mit Kaffee, Mittags- und und Lössel promeniren Lyon (8. May,

Te Teum im Münster.

Buggingen (10. April). Schwarzwald. Herrliche Mcn- fd)Cii und Berge.

Buggingen (11. April). Rasttag. Sehr fidel. Ball.

Fischingen (12. April). Auf hohem Berge. Die Schweizer Berge in der Ferne und Nachts die Feuer-Kugeln bei Hüningen.

Bubendorf (13. April). Schweiz. Wiehl. Bayerische Bat-

Morges (22. April). Am Genfersee hin. Tie seekranken Jäger im Schisse von Lausanne aus.

tor, Obersten Klippstein, zu Darmstadt,

in der Provinz Hessen bei dem Oberst-Lieutnant Zimmer­mann zu Gießen und

in der Provinz Westphalen bei dem General-Major Frei-

M a l t e r d i n g e n (21. Juni). Emmendingen, Bambach. Malterdingen (22. Juni). Rasttag. Es ist dock) besser lieben Deutschland!

und schlagen sich um die köstlichen Üeber- Brei, der stets im Kamine hängt, ist ihr Abendmahl. Mit einem hölzernen Teller sie dabei.

April). Ossenburg. Renchen.

Recht freundliche Stadt, gute Leute.

April). Endingen.

April). Rasttag. Sehr gemüthlich.

April). Emmeirdingen. Freiburg. Vcr- Rad-richt von der Schlacht bei Lyon.

Marsch-Route Abthcilung des zur Armee der ver-

Um 10 Uhr fand aus dem alten Friedhof eine Gedenk­feier für die verstorbenen Bete rauen statt, zu der sid) außer einer starken Abordnung des Regiments auä) zahlreiche Kriegsteilnehmer eingefunden hatten. Nach einer kurzen Gedächtnisrede des Oberstleutnants Nücke r wurden an deni Kriegerdenkmal und den Gräbern der im Feldzug gefallenen Offiziere Kränze niedergelegt. Am Grabe des Majors Frhr. Röder zu Diersburg legte die Fahnen­lektion des Vereins ehemaliger 116er einen Kranz nieder. Während der Feier spielte die Kapelle des Jubelregiments einige Choräle._____________________________

Friesenheim (23. Juni). Freiburg, Offenburg.

Achern (24. Juni). Krätziuger suchen ihre Lchwiegersöhue. Sinzheim (25., 26. und 27. Juni). Rasttag. Besuch zerstörten Kehl und Straßburg. Hirschjagen. Braten in Fülle; aber schwer im Magen.

Mors (28. Juni). Oos, Rastadt. Hier kommen schon Darm­städter entgegen.

Die hessischen §reiwilligen Jäger.

Von den vielen Freiwilligen, die sid) im Jahre 1813 an der Erhebung des deutsdfeu Volkes beteiligten, und so ein macht­volles und erhebendes Bild von der Einmütigkeit des Volkes gaben, sind nur die Lützower Jäger allgemein bekannt geworden, Pe aber zugleich als die Auslese der deutschen Jugend, die sid) begeistert den Truppen Napoleons cntgegenwarsen. Ihre prak- tische Tätigkeit war, wie kürzlid) ein alter Offizier ausgeführt hat, nicht besonders beachtenswert; allein die Begeisterung und der moralische Einstuß gibt ihnen ihren Wert. Es darf deshalb in diesen. Tagen wohl aud) daran erinnert werden, daß sich im G r o ß h c r z o g t u m Hessen freiwillige Jägertompagnieu ge­bildet hatten, die mit heiliger Begeisterung in den Krieg zogen und bis Lyon vordrangen. Wie die übrigen freiwilligen Jäger haben auch sie kaum vraktisd)e Bedeutung gehabt, aber ihre , Bildung ist für den Geist der Zeit bezeichnend genug, um hier eingehender gewürdigt zu werden, waren es bod) Truppen aus einem Lanbe, das dein großen Korsen jahrelang Hilsstruppen stellen mutße, und dessen Fürst seine Bündnistreuc zu F-rank- rcich so lange bewahrte, als es ihm für das Wohl seiner Unter­tanen und der Erhaltung seiner Dynastie rötlich schien. So kommt cs, daß der Aufruf zur Bildung freiwilliger Jägerkorps erst am 28. Dezember 1813aus Allerhöchstem Special-Auftrag Sr. Kömgl. Hoheit des Großherzogen" erging. Es war unter­zeichnet von dem Obcrkriegs-Collegium und luaiibtc sich an alle Hessen, umnun aud) den von der persönlichen Kriegs-Dienst­leistung seither freigclasscnen Adelichen-.Hof-Staatsdiener und schristsassigen Familien und den Städten Darmstadt und Gießen die erwünschte Gelegenheit zu geben, an der V.crtheidjguug des 'Vaterlandes Mell in nehmen."

Tesin 6 (4. May, 5.7. daselbst). Miribil, arme, schlechte Dörfer und große Ebene über der Rhone. Alles muß selbst ge­liefert, geschlachtet und gekocht werden. Die Bauern sperren Mapl und Augen auf

Heppenheim (29. März). Erstes Nachtquartier mit vielen Begleitern ans Darmstadt.

Weinheim (30. März). Badisch. Leutershausen. Großsachsen.

Heidelberg (31. März). Großer Empfang. Badische

fanieric es vorzog, mit dem Bajonett auf dem Gewehr gegen den Feind vorzugehen, als von dem Gewehr als Schußwaffe Gebrauch zu machen, wie es das nun folgende Gefecht zeigte.

Es entwickelte sich zunächst v3 der Halbkompagnie als Blänkerer, um den Feind zu erspähen und um in geöffneter Linie sich mit den feindlichen Blänkerern zu mesfen.

Die rückwärts verbliebenen Soutiens treten auf Signal zur Unterstützung der weichenden Schützen an und for­mieren zum Lchutz gegen die von allen Seiten Vordringen- 'ben feindlichen Bläuterern das Karree. In dieser For­mation fest in der Hand ihres Führers gehen sie zurück.

Nachdem das Feuern aus dem Karree nach allen vier Seiten gezeigt worden ist, macht die Kompagnie Front und marschiert zurSchlachtordnung" auf, während die Blänkerer zum seitlichen Schutz dieFlanken formieren". Gleichzeitig setzt die Musik ein, und mit der gleichen eisernen Ruhe, die bereits in allen bisherigen Bewegungen zum Ausdruck kam, geht die Kompagnie zum .Angriff vor und stürmt endlich mit tambonr battnnt unter kräftigem Hurra in den Feind.

Zum Schluß noch ein Parademarsch, bei welchem das Gewehr links angefaßt und die rechte Hand auf der Brust ruht, unter den Klängen des Marsches der Finnländischen Reiterei und dann ist das prächtige Schauspiel vorbei, durch das der Kapitain von Haeyling es in hervorragender Weife verstanden hat, und ein historisch treues Bild zu geben von der Strammheit und Gleichmäßigkeit all der romplizierten Manipulationen und Evolutionen, die das damalige Re­glement verlangte und die von den gleichen Hebungen der Neuzeit so grundsätzlich verschieden ,ind wie der Vorder­lader in seiner ältesten Form vom Schnellfeuergewehr un­serer Tage.

Nach der Vorführung sprad) der Großherzog den Füh­rern seinen Tank' ans.

Kurze Zeit nach Beendigung des Exerzierens verließ der G r o ß-h erzog die Zeughauskaserne und fuhr nach Schloß Wolfsgarten zurück.

. 9.14. daselbst). Wieder eingerückt in der Vorstadt St. Foi, Guillotiöre und St. George über der Saone cinquanicrt, aus hohem Berg mit herrlicher Aussicht über die Stadt, Flüsse und ganze Umgegend nad) Tauphine, Savoyen, Schweiz und Montblanc. Schöne gothischc Kirck)e. Land- Häuser. Kugelspiel mit ungeheueren Kugeln. Römische Baureste. Aquaduck. Die Frankfurter marschiren durch, Hauptmann Mayer dabei.

den Rhein.

April). Rasttag. Seidenbandweber.

April). Prachtgegend. Schloß Wallen-

L y o n (15. May bis 2. Juni). In der Stadt verlegt. Große Revue mit allen Truppen aus Peruche. Tie Jäger finden Bei­fall und machen Aufsehen. Man nennt sie nur die Grünen und Garde Honneur. Illumination. Nadstmusikcn. Züge von Na­tionalgarden und Volk durch die Straßen mit Gesang.Vioe Louis XVIII.! vivc le Roi !vive les Allies!" Caffechäuser. Theater Celestine. Tie Jäger-Wache. Nhonebad. Alte Stein- Brücke (Römisch und Rothe-Holzbrücke (Pont morand) über die Rhone. ^Tanz, Theater, Gauckler rc. in den Anlagen dort. Stiefel­putzer, Savoyarden, Wunderdoctor. Sehenswürdigkeiten aller Art. Seiden- :c. Fabriken. Prachtgebäudc Stadthaus. Schöne, großartige, interessante Stadt mit himmelhohen Häusern, impo­santen Straßen und. Plätzen und einigen schönen Brücken über die Saone 2c. rc. Biersaal oor der Stadt. Am 27., 28. und 29. Auslauf wegen Beleidigung eines würdigen Oestr. Stabsoffiziers. Jäger Noack ivird dabei sd)wer in die Hand oerwunder. Tie Veranlasser, franz. Offiziere, werben gefangen unb bestraft. Ter Flötenbläßer bei ber Musik versteckt. Freundliche, zuvorwrn- n-enbe Behandlung sümmtlicher Bewohner von Lyon, namentlich gegen die Grünen. Wahre Theilnahme unb Wohlwollen mancher Familie. Freundlicher herzlicher Abschied.

Rückmarsch, von Lyon am 2. Junt 1814.

Halb Lyon, Jung und Alt, gibt das Geleite bis Montluel. (Herr Carl Netz zieht mit bem Corps nach Darmstadt.)

Montluel (.2. Juni). Tics, Mirabelle.

Montluel (3. Juni). Rasttag. Tie schöne Kirche, 65m mcrs unb SchmolliS im Freien mit den jungen, freundlichen Franzosen, welche rührend Abschied nehmen.

Ehalamont (4. Ium). Fürchterlicher Regen. Die unab­sehbare Allee. Meximieux.

B our g en Bresse (5. Juni). MermalS Regen. Laon. Tie herrlid-e gothischc Kirche lEclis de Roux) mit prächtigen Kunstwerken der Bubhauerei, Glasgemälde rc. Marmor-Monumente: Maria Volt Oesterreid), Phuippcrt der Sd)önc rc. noch schönere lebende Nonnen.

Cousance (6. Juni). Starker Marsch. St. Etienne, Co- ligny, St. Amour rc.

Cousance (7. Juni). Rasttag. Sehr eintönig und un­freundlich.

Lons le sonnier (8. Juni). Betfort. Regen. Auflau- bei dem Blechschmiede. .Absalon ans dem Schilde des Perücken­machers.

Arbios (9. Juni). Regen. St. Germain, Poligny. Schönes Thal. Jura-Berge. Der verwundete französische Soldat. Scanbai.

Saliilü (10. Juni). St. Michael. Sehr schmutziger aber kurzer Marsch. Aud) die Linie liegt in der Stadt.

Salins (11. Juni). Rasttag. Schöne Stabt und Gegend zwischen Bergen. Salzwerke. Tie beiden Forts St. Andre.

Boussicrc (12. Juni). Quingey. Worges. Der Doubs. Nach starkem Marsch sehr schlechtes Quartier.

Monsaucons (13. Juni). Besancons. Teluz. Brücke und Fall des Doubs, dessen Schleußen unb Tunnel. 2. Bcrg- prcbigt, über Krassts Kicichcngcschichte.

Clairval (14^ Juni). Beaume les Dames. Früher Marsch. Hitze. Arrestation. Scharfe Orbre von Quingey rc.

<51 air Dal (15. Juni). Schlechter Rasttag. Baden im Doubs. Ein Soldat ertrinkt.

Tcsandans (16. Juni). L'Jsle sur Doubs, Spuren Teutsd)er Sprache. Canal nach dem Rhein.

Montreux le chateau (17. Juni). Befort, Besancourt, Elsaß.

Ober-Aspach (18. Juni). Montreux le Vieux, Vclldieu (letzter französischer Ort). Erste Deutsche Gegend. Bolsweilcr. Rödern.

B a m b a ck) (19. Juni). Stärkster Marsch. Große Hitze Mühlhausen. Große allgemeine Rast. Wein und Brod geliefert Rheinweiler. Uebergang über den Rhein. Oesterreichische Kürassiere. Großer Jubel. Badisch.

Wolfenweiler (20.Juni). Beilingen, Schlingen. Deutsche Heerittaße.

wie sie wohnen, oder im Augenblick sich aufhalten.

In der Provinz Starkenburg bei dem Konskriptions-Direk-

Liedolsheim (29. Juni). Friedrichsruh. Deutsches Sauer« kraut wie köstlich Tag für Tag!

Ladenburg (30. Juni). Schwetzingen, lieber den Neckar (mit Russen).

Ladcnburg (1. Juli). Rasttag, Besuch in Mannheim. Theater in der Scheuer. .

Hambach (2. Juli). Weinheim. Unterlaudenbach.

Seeheim (3. Juli). Heppenheim. .Auerbach. Bon Dann« städtern wimmelt's.

Langen rc. (4. Juli). Durck) Darmstadt Empfang, Bewirthnng. Treieichenhain rc.

Man sieht, daß die braven Jäger bei aller Anstrengung! den guten Humor nicht verloren hatten. Im ganzen ructten 674 freiwillige Jäger ins Feld, von denen 178 zur 3. Kompagnu

des Schlosses.

Krötzingen (2. Schnepseniagb.

Krötzingcn (3. Carlsruhe.

Babe n - Baden

Herrn von Schäffer zu Arnsberg."

Mit dem Auftrag zur Formation unb Organisation der frei­willigen Jäger-Korps war ber Generalmajor Freiherr von Schäf­fer bcbacht, jeder Freiwillige hatte sid) mit eigenen Mitteln auszurüsten, erhielt aber im Dienst die bei den Linientruppen übliche Löhnung. Nach der Ausbildung sollten alle Vorgesetzten mit Rücksicht auf die Wahlvorschläge des Korps ans feiner Mitte gewählt werden. Die Staatsangcstelltcn bezogen wäh­rend des Felbdicnstes den vollen Gehalt ihrer Dienststellen weiter und auch für die übrigen Freiwilligen wurde bestens oorgesorgt. So sollten alle Freiwilligen bei der späteren Besetzung von Ticnstftellen vor anderen Bewerbern bevorzugt werden, und nur die sollten gleid)beredjtigt sein, die der laufenden Staatsgeschäfte wegen im Zivildienst unabkömmlich wären. Ein besonderer Para­graph betonte noch, daß die Freiwilligenvon ihren Vorgesetzten mit Aufmerksamkeit unb ber Leuten von Erziehung und Bil­dung gebührenden Ad)tung bebanbclt werden."

Am 29. Januar 1811 erließ bann Freiherr G. von Schäffer seineInstruction für die, zu dem Corps dec freiwilligen Jäger commandierlcn Hernr Capitains", in der er genaue, aber anßer- oiociulid) knapp gefaßte Vorschriften über die Ausbildung ber Frei­willigen erließ, die fid) in Gernsheim zusammenzogen. Es wurde darin alles Exerziermäßige nad) Möglichkeit vermieden unb großer Wert auf bie Seldstänbigkeit des einzelnen Mannes gclcgi. Die als Freiwillige Angemeldeten erhielten ein Patent ais Volontär und späterhin bei ihrer Verabschiedung die Erlaubnis zum Tragen ihrer Uniform.

Die hessischen Freiwilligen waren in vier Kompagnien ein­geteilt; ihr Kommandeur wurde B. Lynker. Die 1. unb 2. Kompagnie bildeten die Starlenburger, bie 2. mit hell­blauen Aufschlägen nsw. die Oberhessen, die 3. mit gelben Auf­schlägen usw. die Westfalen. Tie U n i f o r m für Parade bestand ,,in Tschako mit silbernem Hess. Löwen unb Hess. Kokarde, grünem Büschel (mit bem Eichenlaub bei Paraben usw.), schwarzer Hals- binbe, einem grünen Frack, vorn übereinander gc)d;lagcn, mit zwet Reihen weißer Knopfe, Passepoil, Kragen und Aufschläge nad) ben Compagniefarben: grünen engen Beinkleidern, darüber kurze schwarze Kamaschen mit roiher Einsaß unb Quasten, unb Sckmhen."

Tie sog. Kommobe-Uniform bestaub aus einem grünen, nach den Kompagnien passepoilicrtem Kollett mit einer Reihe weißer Knöpfe, grünen passepoilierten weißen Beinkleibern, Garnasd)en darunter, Schuhen, grüner Deckelmüpe und grauem Mantel.

Tie Offiziere trugen silberne Epaulerts, am Tschako Silber­borten, Stiesel mit silbernem Einfaß und Quasten und hellstählerne Schleppsäbel. DieArmatur" bestand in gezogener Büd;sc, Hirschfänger, Pulverhorn, Kartusdie, Feldflasche und Brotbeutel.

Die erste Versammlung der Freiwilligen wurde am 29. De­zember 1813 int Freyschen Saale in Darmstadt abgehalten, daS erste Exerzieren am 1. Febrtlar 1814 in Gernsheim, wohin sie am 19. Januar beordert worden waren. Änr 20. März inspizierte ber Großherzog Lubwig 1. die freiwilligen Korps auf dem Parade- Platz unb am selben Tage würbe ihnen von ber Großherzogin Luise das Feldzeichen, ein E i d) c n l a u b s m e i g auf dem Tschako, verliehen. Am 23. März bezog das Korps die Schloßwad)e und am 28. März wurde der Ausmarsd) ins Feld angerrcten, den viele Darmstädter bis Weinheim und Heidelberg begleiteten. Tie Rück­kehr erfolgte am 4. Juli und am selben Tage die Einkehr in das Standquartier zu Langen. Tie letzte Truppensdwu sand am 27. Juli vor dem Prinzen Emil beim Jagdschloß Wolfsgarten statt. Bis zum 30. Juli lag das Korps in Langen, Sprendlingen, Dreicichenhain, Götzetthain und Dffenbad). <

Große Zbricgstaten haben die freiwilligen Jäger nicht ver­richtet, aber es ist reckst lohncitd, den Marsch der Braven zu ver­folgen, wie er in einem ber Schriftleitung zur Verfügung ge­stellten Gebculbuch aus dem Jahre 1853 geschilbert ist.

In allerhöchstem Spezial-Auftrag werden daher wie cs m bem Aufruf weiterhin heißt alle jungen Männer unb Jünglinge dieser Klassen, ber höchsten Gnade und Anerkennung im Voraus versick)ert, hiermit aufgeforbert, sich zur Ausnahme in ben freiwilligen Jäger-Korps vom Tage der Bekanntmachung dieses Aufrufs an, binnen 15 Tagen, zur Eintragung ihres Natio­nale und ihrer Qualifikatioit in bie eröffnet werbenden Listen, anzumelden, und zwar nad) den Provinzen des Großherzogtums

mit dem Regiment Prinz Emil und einer Ä b - theilung Munitions- und Trainwag^en rc. im Jahre 1814.

(Tic Abthcilungen des Corps kamen ost auf verschiedene Orte zu liegen, die nicht alle anzusühren sind.)

.*

Tas Exerzieren der Garde-Füsilier- Halbkontpag- me wurde im Lause des NachmikkcrgP noch wiederholt unb zwar aus dem Exerzierplatz außerhalb des Festplatzes.

( Auf dem Festp 1 atz fanden am Nachmittag des Fest- Sonntags in den drei Bataillonshallen verschiedene sportliche Aufführungen statt. Konzert und Tanz, sowie der ausgedehnte Juxplatz unterhielten die Besucher, deren Zahl wohl zeitweise 20 000 betrug.

Die B a t a i l i o n S f e i e r n fanden am Abend in den drei Fcisthallen statt.

Das 1. Bataillon spielte als Hauptstück seiner Auf­fahrungen1813, vaterländisches Sch auspie l" von Fritz Blachnv. Die einzelnen Aufzüge stellen Vorgänge dar, die nach der Schlacht bei Jena spielen, ferner die Ueber- gabe Magdeburgs, den Aufruf au mein Volk, die Einseg­nung des Freikorps und Körners Heldentod. Sehr hübsch waren aud) die lebenden Bilder aus großer Zeit (Erzählung eines französischen Kriegers, Ausruf, Einsegnung der Mann­schaft, Abschied, Verwundet, Heimkehr und Schlüßbild). Das übrige Programm bestand aus Konzertstücken, Gesangsvor- Iragen der einzelnen Kompagnien und turnerische Mf- sührungen.

Im 2. Bataillon gab es zunächst Lebende Bil­ch er aus der Geschichte des Regiments. Major Ko et tschau hatte dazu einen Text geschrieben, den Frl. Ida Strack aus Gießen sprach. Die einzelnen Bilder stellten dar die Gründung des Regiments in Alsfeld 1803, .Auf den Eisfeldern Rußlands 1812, Aus der Schlacht von Gravelotte und Huldigung an den hohen Regimentschef.

Es folgte ein von Tanzmeister Will sehr gut cingcübtcr Bauern tanz von acht Paaren in Hüttenberger unb Schwalmcr Tracht, ber sehr gut gefiel. Ihm schloß fid) ber echte Schwül- mer Tanz an, ber von bcnselben Tänzern ausgeführt wurde. Zulctzr ersichicn ein Paar aus Willingshausen auf ber Bühne im Sonntagsstaat. Hierbei kam ber Unterschieb zwischen Kunst­tanz unb echtem Bauerntanz, wie er auf der Scholle gewachsen ist, hesonbers zur Geltung.

Gesangsvorträge des Sängerchors des 2. Bataillons, unter Leitung des Musiklehrers Wigand Gernhardt, sowie Geräteturnen, ^Keulenschwingen und Pyramiden.

Aud) im 3. Bataillon gab es ein sehr reichhaltiges und schönes Programm. U. a. gab es Stabübungen der Mannschastsabteilung tind Reckturnen der Mannichaften und Unteroffiziere, lebende Bilder aus dem Jahre 1813, ein FestspielGeneral York bei Tauroggen", Musik- und Gesangsvorträge, darunterDer Trompeter an der Katz'bach" von Möhring.

Der schöne Ruheplatz. Mpen-(Schnee-)Gluhen. Montblanc überm See. Das schöne Landgut Fraid-.Aigue des Grafen Oyen. Herr Lauterrschläger.

Borbiny (24. April). Frankreich. Rolles. Pcnch.

B o r d i n y (25. Llpril). Rasttag. Genf besucht. I. I. Rous- seau's Lanbsitz unb Grab.

St. Germain (26. April. Fort l'Ecluse. Rhone-Fall, Perke du Rhone. Felsen. Chatillon. See.

N a n t u a (27. .April). Bergpredigt über den Westphalen- Keller.

Poncin (28. April). Schöne Gegend z-wischen Bergen. Scc. Zerstörtes Dorf. Maillard. Cerdon.

Po nein (29. April). Rasttag. Schönes Sck-loß auf dem Berg. Alles geflüchtet unb versteckt, aber bod) gefunben. Wein, Fleisch, Brob, Eher, Geflügel in Masse. Das gebratene Welsch ui Eile unausgenommen.

Chatillon (30. April). Schlechtes Quartier an der Rhone. Aloin, Beblin. Eine sehr arme, ruinirte Gegenb. Keine Quartiere. Auf dem Felde gelagert bis zum Abend.Ter Runkel ber ist da, der Holzappel rc." ertönte es endlich. Entsetzliche Quartiere. Zu 30 in einem alten, leeren Stalle, wo bie Krippen erstürm) und zum Lager benutzt wurden. Nix Mangir, nix Wein, nix Schnapps, nix, gar nix! kaum eine Hand voll Heu zum Bette. Tas war )ehr wenig.

Montluel (1. May). Drei Stunden von Lyon. Excrciercn. Putzen.

Lyon (2. May). Ruheplatz mit imposanter Aussicht auf Lyon und Umgegend.Der Holzapfel ist ba!,z Toilette machen. Empfang der Lmien-Offiziere. Einzug in die Stadt in groß Parade. Prinz Emil mit Stab rc.

Lyon (3. May). Rasttag. .Parade auf dem Platz Belcour.

(23. April). Apotheker Strecker dort kcmmt und holt! wr die Provinz Ober Hessen gehörten, alle.Strecker im .Corps zu sich. Früh im Dunkels aus.marschirt,;

bürg.

Rüthi (16. April). Solothurn. Usv-Kirchc. Großartige Aussicht. In der Ferne Schneegebirge der Schweiz.

Kertzers (17. April). Franz. Schweiz. Aarburg. Aar mit bedeckter Brücke. Avanche (Avantiticmn) mit Römisck)en Resten. Amphitheater rc.

Tonbidieu (18. April). Murten. Sec. Beinhaus. Sckstachtselb. Adjutant Klüber hält eine Rede darüber auf dem Ruheplatz dort.

Ehatonais (19. April). Peterlingen (Payern) Käse­suppen.

Chatonais (20. April). Rasttag. Kahle Felder und Men­schen. Exercieren im Gyps. Tie verlorene Uhr.,

Lausanne (21. April). Moudon mit Schloß. Hurra! beim Anblick von Lausanne, des Genfersee mit der ganzen zauber­haften Gegend.

-tfror IUhlanen. Eckstoß. Tas große Faß.

. . . . ~ c r ö c )t in o n t a g 11 b ft a b t (1. April). In Parade durch Bruchsal. Kaiserin

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