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9.6.1913 Zweites Blatt
 
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Kr. $52

Zweites Blatt

General-Anzeiger für Oberhessen

Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntag».

DieSiehencr ZamilienbläUer" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das wKrtisfclrttt ffi; den Ureis Gießen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit« kragen" erscheinen monatlich zweimal.

Mittag, 9. Juni M3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläls - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, (Sicßciu

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« ftrayc 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AiizeigecGicven.

hundertsahrfeier des Infanterie-Regiments Baiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. M

zu Gießen vom 7.-9. Juni 1915

r , Gießen, 9. Juni.

Wehende Zahnen und schmuckes Tannengrüu verkün­den, das; Gießen wieder ein großes nationales und vater- städtrsches Fest feiert. Unser Regiment, das seit Jahrzehn­ten lner garnisoniert und mit der Bürgerschaft eng ver- lvachsen ist, begeht in diesen Tagen seine Hundertjahrfeier Aber nicht nur das Regiment und die ehemaligen Regi- mentsangehörigen feiern den Gedenktag, auch die gesamte Bürgerschaft nimmt Anteil an diesem Ehrentag, was in ganz hervorragender Weise durch die prachtvolle Schmückung der Stadt zum Ausdruck gekommen rst. Vom Bahnhof bis in die Stadt zum Selters- tor und zur Wieseckbrücke in der Bahnhofstraße stehen mit Girlanden verbundene Fahnenmaste, eine hübsche via triumphalis bildend. Auch in der Kaiser- Allee ist eine ähnliche Anlage geschaffen. Besonders nett nehmen sich die Torhäuschen in ihrem hübschen Schmuck aus. Die öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privat- 'gebäude tragen reichen Flaggen sch muck, imb selbst die Straßenbahnwagen haben außer den sonst üblichen Fähn­chen reichen Girtandenschmuck und elektrische Jllumina- tionslämpchen.

Der Empfang am Bahnhof.

Am Samstag nachmittag hatte der Empfangsausschuß sich am Bahnhof eingefunden, um die von auslvärts kom­menden Festteilnehmer zu empfangen. Nach herzlicher Be­grüßung wurde in die Stadt eingezogen und nach dem Hotel Einhorn marschiert: die Offenbacher Gäste rückten mit klingendem Spiel ihrer 168er Kapelle ein. VomEin­horn" wurden die alten Krieger in ihre Quartiere geleitet, und dann gingen sie zumeist zum Festplatz.

Empfangsfeier in Steins Garten.

Um 7 Uhr fand in Steins Garten der Empfang der ehe­maligen Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten durch das Offizierkorps statt, wozu sich auch die Vertreter des Staates und der Stadt eingefunden hatten.

Oberst v. Trott« gen. Treyden entbot den Erschie­nenen herzlichen Willkommen grüß, indem er etwa ausführte, es freue ihn, daß die Liebe zum Regiment so viele Gäste hierhergeführt habe, darunter manche, die hier ihre Leut­nantszeit verlebt hätten. Ihnen zu Ehren prange Gießen in seinem schönsten Schmuck, in bunten Fahnen und frischem Grün, und das sei hoffentlicb eine gute Vorbedeutung für die Tage, die mau nun festlich hier begehen wolle. 'Nach nochmaligem Tank für die zahlreiche Beteiligung brachte er ein dreifaches Hurra aus die alten Regimentskameraden aus, das lebhaft ausgenommen wurde

Im Namen der Provinz überbrachte Provinzialdirektor Geheimerat Tr. U s i u g e r, begleitet von mehreren Herren der Provinzialverwaltung, folgenden

Glückwunsch der Provinz Oberhessen: .Hochgeehrter Herr Oberst?

Meine sehr geehrten Herrn vom Osfizicrkorps!

Die Provinz Oberhessen, vertreten durch miet' und die mit mir erschienenen Herren der Provinzialverwaltung, entbietet Ihnen hiermit herzlichsten Gruß aus Anlaß des einhundertjähriacn Bc stehens des Regiments. Eng verwoben mit seiner Geschiehte und seinen Geschicken, wird weiten Kreisen dieses Landesteils der morgige Tag gleichfalls ein Festtag sein. Die alten Heerscharen sind in Hellen Haufen wieder zu den Fahnen geeilt, und der junge Nachwuchs harrt von Jahr zu Jahr des Rufes, um sich, einmal eingereiht unter die alten Fcldzrick>cn, in hingehender Treue der Vorfahren würdig zu erweisen.

Die Gesehichte des Infanterie-Regiments Nr. 116 ist ein Stück Oberhessischer Geschichte. Die glorreichen Tage, die darin ver­zeichnet stehe?,, sind Blätter in dem Ruhmeskranz, den sich die Nachkommen der allezeit kämpses- und siegesfrohen Chatten in schweren fürs deutsche Vaterland durchkämpstcn Zeiten ums Haupt flechten durften. Tic Erziehung Mr Mann und Wehrhaftigkeit, zur Furchtlosigkeit und Pflichttreue, die zahlreick-cn Geschlectttern hier zuteil geworden ist, sind Früchte der unermüdlichen Arbeit derer, die, als Offiziere und Unteroffiziere dazu berufen, im Regi­mentsverband mitgewirkt haben an dem erhabenen Ziel, Deutsch­lands Wehrkraft zu erhalten als Eckpfeiler unserer nationalen Existenz und nimmer zu rasten und zu ruhen in dem Gedanken Allezeit treu bereit, für des Reiches Herrlichkeit".

Aus diesen Empfindungen heraus begleitet die Provinzial- verwaltting die Zentenarfeier des Regiments mit aufrichtigen, warm empfundenen Wünschen. Als eine Ehrenpflicht erscheint es ihr, diesen Wünschen aua? einen äußerlichin, das gesprochene Wort überdauernden Ausdruck zu verleihen. Das Angebinde, das wir bringen, soll, losgelöst von dem Gefühl desBedachl- werdens", stiftungsgemäß sozialen Bedürfnissen und idealen Zielen des Regiments in allen seinen Graden und Gliedern dienen. Die hierüber aufgenommenc Urlünde, hochverehrter Herr Oberst, lege ich hiermit in Ihre Hände. Sic lautet:

Auf einstimmigen Beschluß des Provinzialtags werden dem Infanterie-RegimentKaiser Wilhelm" (2. Großh Hess. Nr. 116 zu Gießen aus Anlaß seines 100jährigen Bestehens als Ehrengabe der Provinz Oberhessen Siebentausend Mark überwiesen, wovon bestimmt sind: Fünftausend Mark als Beitrag zu einem Fonds für Urtterstüßung von im Dienst zu Schaden gekommenen Unteroffizieren und Mannschaften des Regiments, zweitausend Mark zur Einrichtung und Ausstattung eines Zimmers für wissenschaftliche Vorträge in der Zcughaus- kasernc."

Möge das von der Provinzialvertretung freudig Gespendete feine ZweckeLeid zu mildern und geistige Veredlung ju fördern" zu seinem Teil erfüllen. Möge es aber Mich ein Symbol der aus­gezeichneten und von gegenseitigem Vertrauen getragenen Be­ziehungen sein, die von Anfang an bis heute zwischen den Ver­tretern der Bevölkerung dieser Provinz und dem Regiment bestanden haben und die auch in Zukunft zu pflegen uns eine angenehme Pflicht sein wird.

Er überreichte dabei die künstlerisch cmsgestattete Ur­kunde in einer schönen 'Kapsel dem Regimentskommandeur.

Oberstv. Trott« dantte im Namen des Offizierkorps rür die zur Einrichtung eines Vortragszimmers gestiftete Zpende, indem er darauf hinwies, daß Geheimerat Tr. Usinger bereits Gelegenheit gehabt habe, sich von der zweck­

entsprechenden Verwendung der zur Verfügung gestellten '5.V.mmc äu überzeugen. Auch für die zum Besten der Unter osfrziere und Mannschaften gestiftete Hochherzige Spende, die dazu bestimmt sei, manches Leid zu lindern und manche Trane zu trocknen, danke er herzlichst. Tausend und aber tausend Söhne der Provinz Oberhessen seien durch die Hände der Offiziere und Unteroffiziere gegangen, und es ',ei allezeit ihr Bestreben gewesen, die Leute zu guten Sol­daten zu erziehen, zur Liebe zum Landesherrn und zur Liebe zur Heimat. Es freue ihn, daß das bei dem vorzüg­lichen Mannschaftsmaterial, das Pie Provinz stelle, nicht allzuschwer sei. Tie Frische der Soldaten habe nicht nur der frühere kommandierende General, Exzellenz v. Eich­horn, bei seiner letzten Besichtigung hoch anerkannt, son­dern auch der Chef des Regiments, der Kaiser selbst, der sich bei seinem letzten Besuch sehr zufrieden gezeigt habe mit der Truppe. Er hoffe, daß das gute Einvernehmen zwischen Provinz und Regiment auch fernerhin bestehen möge.

Glückwunsch der Universität.

Tarauf übermittelte der Rektor, Prof. D. Eck, die herzlichsten Glückwünsche der Universität. Es sei nicht eine Pflicht, das Regiment bei seiner Hundertjahrfeier zu be­grüßen, so etwa führte er aus, sondern eine Freude und Ehre, und er brauche wohl auch kaum zu sagen, wie herzlich die Bande seien, die Universität und Militär verbänden. Er wage zwar nicht zu sagen, daß die studierenden Einjährigen die besten Zuhörer seien, aber wenn die jungen Leute zur Zucht und zu gesunder körperlicher Tüchtigkeit erzogen würden, dann wäre auch späterhin ein Gewinn für 'die Wissenschaften vorhanden, wenn der Leib gestählt sei. Zum sichtbaren Zeichen der guten Beziehungen überreiche er ein kleines Andenken und er hoffe, daß sich das schlichte Antoniterkreuz mit dem stolzen Namenszug des Regiments gut vertrage.

Er überreichte dabei einen silbernen Teller, der außer der Widmung das Wappen der Universität und den Namens­zug des Regiments in kunstvoller Ausführung enthält.

Oberst v. T r o t t a dankte mit herzlichen Worten für die prächtige Gabe, die das Offizierkorps aufs freudigste überrascht habe. Tie Herren vom Regiment wüßten genau, wieviel Anregung sie dem Lehrkörper der Universität zu verdanken hätten, und er hoffe, daß die herzlichen Verhält­nisse zwischen Regiment und Universität auch weiterhin be­stehen möchten.

Danach verlas Oberbürgermeister Mecum, der in Begleitung der Beigeordneten erschien, folgendes

Glückwunschschreiben der Stadt.

An

das Jnfantcric-Rcgi ment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116

Gießen.

Namens der Stadt Gießen und ihrer Bürgerschaft und kraft bcwndcren Auftrags der Stadtverordneten Versammlung beehren wir uns, dem Regiment unsere herzlichsten Glückwünsche zur Jubel Teter seines hundertjährigen Bestehens auszusprechen. Die Stadt ist stolz darauf, das; |ic ein Regiment mit so ruhmrcichr Ver gangenbcit in ihren Mauern beherbergen darf. Wir wissen, daß das Regiment wenn der Kriegsherr ruft jederzeit sich dem Vaterland opfern und dem früher errungenen Siegeslorbeer neue Reiser hinMfügcn wird. Wir sind ihm dankbar, daß es in mühevoller unentwegter Friedensarbeit sich stets für den Ernst­fall bereit hält und damit dem Reich die Segnungen des Friedens sichern hilft. Wir danken ihm ferner dafür, daß es in den langen 4.) .v,obren, die wir die Ehre haben, das Regiment als unser Regiment bezeichnen zu dürfen, stets den größten Wert auf die Erhaltung vorzüglicher Beziehungen zur 'Stadtverwaltung und ztir Bürgerschaft gelegt hat. Wir Jjoffen und wünschen, das Regiment möge noch viele, viele Jahre bei uns heimisch bleiben, unter der Leitung eines tüchtigen Offizier lörvs mit vslicksttreuen, opsersreudtgen Unteroffizieren und .Maunsckmften seinen :)stuhm N'halten und dte Baude, die es seit 4>_. Jahrzehnten mit unserer Bürgerschaft verbinden, immer fester knüpfen.

Ter Tank unserer Bürgerschaft und ihre guten Wünsche für das Regiment rinden ihren Ausdruck in dem freudigen Eifer, mit dem sic an den Vorbereitungen zur Jubelfeier mitarbeitete und jetzt an dem Fest sich zu beteiligen anschickt.

Stadtverwaltung und Stadtverordneten-Versammlung rechnen es sich zur hohen Ehre an, ilyren Gefühlen für das Regiment und eine Zukunft durch eine Ehrengabe äußeren Ausdruck geben zu dürfen und bitten dieselbe freundlichst entgegenzunehmen, und zwar für das Offizierkorps zwei Kronleuchter für seinen Speisesaal und für Unteroffiziere und Mannschaften eine Stiftung zur Gewährung von Beihilfen an An­gehörige des Regiments vom Feldwebel abwärts nach der an­liegenden Stistungsnrknnde.

M e c u m , Oberbürgermeister. Keller. Emmelius. Beigeordnete.

Die Stiftungsurkunde hat folgenden Wortlaut:

Urkunde betreffend den Jubiläumssttstungsfonds der Stadt Gießen zur Unterstützung von Angehörigen des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessischen, Nr. 116.

1. Die Stadt Gießen wird dem Regiment, solange dasselbe seinen Standort in Gießen behält, am 1. Oktober jeden Jahres die Summe von 500 Mk., in Worten fünfhundert Mark, über» weisen, woraus derzeitige und ehemalige bedürftige Angehörige des Regiments vom Feldwebel abwärts eine Unterstützung erhalten sollen.

2. In der Stadt Gießen Geborene sind in erster Linie zu berücksichtigen.

3. Die Gesuche sind an den Regimeitts-Kommandeur zu richten.

4. Ueber die Gewährung von Unterstützungen beschließt eine Verwaltungs-Kommission, welche besteht aus: dem Oberstleutnant beim Stabe, dem ältesten Hauptmann, dem ältesten Cberteutuonf, dem ältesten Feldwebel des Regiments.

5. Die gefaßten Beschlüsse bedürfen der Genehmigung des R egrments-Komm andeurs.

6. Es ist nicht erforderlich, daß in jedem Jähre der gesamte Betrag zur _ Unterstützimg verwendet wird: vielmehr darf ein etwaiger Reit auf das folgende Jahr übertragen werden.

Gießen, den 7. Juni 1913.

Der Ob erbürg ermeistcr: Mecum.

Oberst v. T r o t t a dankte im Namen des Regiments, das die Kronleuchter, unter denen schon manche fröhlic^n Stunden gefeiert worden seien, gewissermaßen als Vor-

schup erhalten habe, aber Vorschuß sei ja jetzt modern. Tie Stiftung für die Mannschaften und Unteroffiziere ent­spräche einem wirtlichen Bedürfnis, und deshalb sage er gaiu besonderen Dank, und er bitte den Herrn Oberbürger­meister, diesen Tank auch den Stadtverordneten zu über­mitteln. Tas Verhältnis zu Gießen sei ja das denkbar beste, wie schon aus den vielen zarten Banden hervorgehe, die zwischen Regiment und Bürgerschaft beständen. Er fühle ftch aber auch gedrängt, für die schöne Schmückung der Stadt zu danken, die einen herzerhebendcn Anblick geivähre.

Tarauf verlas Oberst z. D. Weimer eine von Er- zellenz, Generalleutnant v. Menges verfaßte

Adresse der ehemaligen Offiziere des Regiments.

Tie in roter Ledermappe überreichte, sehr sorgfältig und geschmackvoll hergcstellte Adresse hat folgenden Wortlaut:

An das

Offizierkorps des Jns.-Rcgts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 in Gießen.

Hundert Jahre sind seit dem Tage verflossen, an dem das ans den Füsilierbataillouen der Lcibdrigade und der Brigade Landgraf provisorisch gebildete Großherzoglich Hessische leichte Regiment durch Seine Königliche .Hoheit den Großhcrzog zu- sammengestellt worden ist. Schon lange vorher hatte die Truppe die Berechtigung des Bestehens in zahlreichen Gefechten und Schlachten nachgewieseu.

An vielen Stellen der deutschen Lande, in Oesterreich, in den Niederlanden, in Rußland und Frankreich haben die Fahnen unter Kriegsruf und Pulverdampi gewebt, und stets schlugen tapfer die Herzen derjenigen, die unter diesem Feldzeichen kämpften. Viele Hunderte von Kameraden haben ihre Treue mit dem Tode besiegelt, aber auch sie, die den Tod im heiligen MantDfe fanden, ruhen wie das alte Soldatenlied besagt in fremder Erde int Vaterland. Aus dem Feldzuge 1870 71 brachte das Regiment aus den Spitzen der Bajonette ein geeintes Deutschland nach Haute. Zu dem herrlichen Bau des Deutschen Reiches durste cs einen Stein beitragen, bcsckieiden zwar, aber solid gekittet mit dem Herzblut vieler Braven.

Am heutigen Tage gebenfen die ehemaligen Offiziere und Sanitätsoffiziere des Jnsauteric-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess ) Nr. 116 in besonderer Herzlichkeit und Anhänglichkeit der beim geliebten Regiment verlebten ernsten und heiteren Stunden, -ölt ausrichtigster Teilnahme sprechen wir unsere Wünsche für eine ehrenvolle Zukunft aus.

Wir glaubten, nicht mit leeren .Händen erscheinen zu dürfen, und überreichen eine unseren Mitteln entsprechende (Mdgabe, durch die Beiträge der Unterzeichnete» angesammclt in Höhe von 3650 Mark. Wir schließen mit der Ueberzeuguug, daß, wenn die Kriegstrommel wieder in deutschen Landen gerührt werden sollte, nur unerschrockene, tüchtige Soldaten den Fahnen des Regiments folgen und sie zum Siege führen werden.

iFolgen die Unterschriften von 116 Offizieren.)

Mit herzlichen Worten banFtc Oberst v. Crotta für die spende, die zu dem dringend nötig gewesenen Umbau des Kasinos vernxm'dt worden fei. Für diesen Umbau habe der Kaiser einen namhaften Betrag gespendet, und diesen Betrag habe er mit der Spende vereinigt, um damit das Kommandeurzimmer einzurichten. Es sei damit etwas ge­schaffen worden, das die Anerkennung des Kaisers gefunden hat, und nachdem der Umbau ganz vollendet sei, habe das Regiment ein Kasino, das in der Armee wohl einzig dastehe.

Tie in weißes Leder gebundene, mit dem Namenszug des Regiments geschmückte Mappe, welche

die Adresse der Reserveoffiziere enthielt, überreichte eine Abordnung, die aus den Herren Geheimrat v. Ritt gen, Oberamtsrichter Tr. Fischer, Kaufmann Wagner, Oberkriegsgericbtsrat C e l l a r i u s und Kammerdirektor Tr. Weimer bestand. Geheimrat v. R i 11 g e n überreichte die künstlerisch ausgeführte Adresse, indem er die herzlichsten Glückwünsche der jetzigen und ehemaligen Reserveoffiziere des Regiments für die' Zulunft überbrachte, und den Wunsch anssprach, daß das von den Reserveoffizieren gestiftete I a g d z i m m e r eine Stätte der Erholung, der Ruhe und der Kameradschaft sein möge. Die Adresse hat folgenden Wortlaut:

An das

Offizicrkorps des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 in Gießen.

An dem heutigen Jubeltage, an dem das Regiment mit Stolz zurückblickt auf seine einhundertjährige von Ruhm und Ehren gekrönte Vergangenheit, nahen auch wir, die ehemaligen und ictzigen Reserveoffiziere des Regiments und die aus dem Reaim>mt hervorgegangencu Sanitätsoffiziere des Beurlaubtcnstandcs/ Tem Regiment und insbesondere seinem Offizienorps bringen wir untere ausnchtlgstcn Glückwünsche für die Zukunft aus warm kamcradichastlichem Herzen dar. War es uns doch vergönnt, durch das liebenswürdige Entgegenkommen unserer Vorgesetzten und unserer aktiven Kameraden stets an allem tcilzunehmcn, was das Regrment berührte.

Im verantwortungsvollen Dienst hat das Regiment uns vor­bereitet auf die ernite Stunde, die uns früher oder später aufruit zur Verteidigung unseres Vaterlandes. Wir blü'en aber auch zurück auf die fröhlichen Zeiten, die wir in den gastlichen Räumen des Offizierkasinos verleben konnten. 2 ar um gereicht e- uns auch jetzt zu ganz besonderer Ehre und Freude, daß auch wir als äußeres Zeichen unserer Dankbarkeit für alles das, was uns in und außer Tienst beim Regimmtt zuteil geworden ist, zu oer Neu- herrichtung und Verschönerung des Offizierlasinos onrch die Stil- tung des Jagdzimmers beitragen konnten. Möge das Jagdzimmer, ebenso rote die prächtigen übrigen Räume des Kasinos allezeit eme Stätte der Erholung nach schwerem Tienst und der Pflege treuer- Kameradschaft sein und bleiben!

Mit diesem Wunsche erneuern wir auch unserem geliebten alten Regrment das Gelöbnis der Treue, die wir ihm in Friedens- um» m Kriegszeiten bewahren wollen und werden.

Für die wertvolle Gabe dankte Oberst v. Crotta mit ^Archen Worten. Es sei ein schönes Zeichen treuer Kame­radschaft. Und diese treue Kameradschaft sei notwendiv denn aktive und Reserveoffiziere gehörten fest zusammen" Der Armee seien im Ernstfälle die Reserveoffiziere, d-e -/z des Ofsizierkorps bildeten, bitter not und deshalb sei eine enge Kameradschaft zwischen Offizieren des Aktiven- lttindes und der Reserve sehr notwendig. Er hoffe, daß die Raume, die von den Reserveoffizieren gestiftet worden et.ejx Kameradschaft dienen und ihnen gefallen mochten.

Im Anschluß daran dankte Generalleutnant z. D. von Na d gr im Namen der alten Kameraben für die Herz-- . ßung, die die alten Soldatenherzen aufs innigste

berühre. Gehörten doch Alte und Junge zusammen, und