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notwendig, um fv mehr als das jetzt in der Tauchnftz-Edition ' erschienene Buch: „Way Station^' von Elizabeth Robins diese । Frage anch in Deutschland an weite Fronen kreise Ijcr anbringen , wird.
Daß der Weg der Gewalttaktik von den englischen Suffra- gettes überhaupt eingcschlagcn werden konnte, miag sich zum Teil . aus der direkten Aufreizung durch leitende englische Staats- , männer, sowie die perfide Behandlung der seit 40 Fahren in , England aktuellen Frage durch die englischen Parlamente er- , klären, vor allem aber durch die in England üblichen Methoden politischer Agitation. Das Buch von Miss Robins enthält aber eigentlich selbst das Material, aus dem sich im Gegensatz zu den Ansichten der Verfasserin die Unrichtigkeit der von den Suffta- gettes befolgten Metlwden erweisen läßt. Sie begründet die Notwendigkeit des Frauenstimmrechts ganz richtig aus der besonderen Veranlagung der Frau, aus ihrer besonderen Art, die Dinge zu sehen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Diese besondere Art muß im Ganzen des Bolkshaushalts zur Geltung kommen, wenn er nicht Schaden leiden soll. Dann aber dürfen auch die nicht einwandfreien parlamentarischen Kniffe, die auch jetzt wieder bei der Ablehnung des Frauenstimmrechts in England ihre bedenkliche Rolle gespielt zu haben scheinen, nicht zu dem Trug- schlus; verleiten, als ob die Frauen die in England bei den Männern vielfach üblichen Methoden nachahmen dürften. Ein Trugschluß — denn der Fehler liegt bei den englischen Frauen nicht auf moralischem, sondern auf intellektuellem Okbict; es steht fest, das; sich unter den Führerinnen viele moralisch hock>- stehende, in ihrem Privatleben unantastbare Person!ichkeiten befinden. Das bessert freilich die Sachlage nicht. Die Auffassung, daß ein reiner Wille genüge, um jede Methode zu rechtftrtigen, ist auf politischem Gebiet ganz unhaltbar; dem Fanatismus, der diese Gewalttaten rechtfertigen zu können glaubt, könnte man das Wort entgegenhalten, mit dem Fauche den Mord an dem Herzog von Enghien gerichtet haben soll: (Test pis qu’un crime; c’est une laute! Die Berantwortmrg dafür, daß die Gewissen und das Urteil verwirrt roorben sind, tragen die Führerinnen. Die falsche Taktik aber hängt damit zusammen, daß keinerlei prinzipielle Ableitung der Methoden ans der Sache selbst versucht worden ist, aus der diese Methoden doch schließlich ihren Stil hernehmen müssen. Es handelt sich doch nicht nur um ein R echt, sondern nm die M bg l i ch k e i t e n, die es gewährt. Wir müssen das Recht anfhrben, um das öffentliche Leben und die sozialen Zustände im <Änne der Frau, der von ihr erkannten
wenn sie sich von ihr beeinflussen lassen will.
Frau Dr. Bernhard ist der Meinung, daß die Inspektorin nickt zu Anfang schon darauf dringen soll, daß sie auch von Anfang an gehaltlich auf der gleichen Stufe der männlichen Kollegen steht. Außerdem muß sie den Beruf auch praktisch erlernt haben.
Fräulein Dr. Bäume r wünscht, daß mehr auf den Menschen, der für den Beruf geeignet ist. gesehen wird, als auf ein absolut akademisches Studium; sie hält dieses jedoch für wünschenswert.
Frau Dr. Altmann-Gottheiner erklärt, sie selbst sei der Meinung, daß die Universität allein keine vollkommene Vorbildung gewährleiste. Daher müsse ein Praktikantenjahr vor- geschlagen werden.
Frau Lehmann-Göttingen glaubt, daß auch die technische Vorbildung nvf bin zuzuziehen sei.
Den Schluß bildete ein Mittag der iOrtsgruppe Hamburg, die Zahl der auf Leipzig feftgelegten Vorstandsmitglieder des Mlgemeinen Deutschen Frauenvereins möge auf zwei herabgemindert werden.
Der Antrag wurde von Fräulein Kostmann-Hamburg folgendermaßen begründet: Ursprünglich stand Leipzig im Mittelpunkt her Bewegung, und alle Anregungen gingen von dort aus. Nachdem sich aber 57 Frauenvereine angeschlosfen haben, die in ganz Deutschland verteilt sind, ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, wenn nicht nur in einer einzigen Stadt der Vorstand sitzt. Für die Mitglieder, die nicht Leipziger sind, ist daher nur auf der alle zwei Fahre stattsindenden Hauptversammlung ihre Meinung zu verfechten.
Frau Pauline V o i g tlä n der-Leipzig unterstützt den Antrag und weist darauf hin, daß der Verein ganz Deutschland Umfasse und keineswegs lokale Ausgaben zu erfüllen habe.
Der Antrag hnirbc mit allen Stimmen angenommen. Um V22 Uhr wurde die Versammlung geschlossen.
gewechselt werden können. Für den Einzelnen ist es dabei nur schwer möglich, von biejer Arbeit zu einer höheren aufzusteigen, und wenn in der Metallindustrie, einem für Frauen völlig un-
nicht, wie manche raten, gewartet werden, bis diese voll für IX? Frauenrechte eintreten; das würde doch heißen, eines der wich? tigsten Mittel zur Erziehung der Frau für die Oeffentlichkeit unti der Oeffentlichkeit für die Frau aus der Hand geben. Der zwecke Weg ist der, den der Allgemeine Deutsche Frauenverein als Spezialweg erwählt hat. Er ist nicht der leichteste Weg, auf dem so die Meinungen in ben Vordergrund gestellt werden. Hier liegt vielleicht die stärkste Kraftprobe der deutsä>en Frauenbewegung, weil hier an das selbstlose Interesse, an den wahren Bürgersinn, an die Ausdauer und die aufrichtige Hingabe appelliert wird. Dafür liegt aber auch hier die stärkste Ueberzeugungs. Traft. Und wenn die Frauen tatsächlich durch irgendwelche Wendung der Dinge die letzten Rechte ,früher erhalten sollten, als die Kräfte da sind, um den neuen WirtensmögliMeiten zu ei prechen, so wird das Frauenstimmrecht seine volle Wirksamkeit doch erst in dem Maße erfüllen, als diese Erziehung zu positiven Seiftungen nachgelwlt wird. Diese Erkenntnis und diese Tärigkeit, aus eigenster Frauenart heraus erwachsen, sst ind es, die den Verband des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins gekittet haben und fest zusammenhalten.
Zur Aussprache meldete sich zunächst Frau Kruck- m n n n (Kreuznach), deren Persönlichkeit rasch die allgemeine Sympathie erweckt hat. Sie bemerkt zu dem ersten Vortrag über die Kulturwertung der Fran, daß auch die Hausarbeit eine Entwicklungsarbeit und ein Durchgangs- ftadium bedeute. Später könne die Frau wieder anderen Kreisen dienen, wenn die Kinder erwachsen seien. Nur müsse ie dafür sorgen, daß sie alsdann die Fühlung mit der Och entlichkeit behalten habe. Zum zweiten Vortrag regt sie den Zusammenschluß solcher Frauen an, die sich bereits betätigt und Erfahrungen gesammelt hätten. Dann spricht sie den herzlichsten Dank an Frl. H. Lange aus.
Frau Wendt regt zum Eintritt in die politischen Männervereine an.
In ihrem Schlußwort dankt Helene Lange für die gastliche Aufnahme in Gießen und für das große Interesse, das i>er Tagung von allen Seiten zugewendet worden wäre Unter lebhaftem Beifall brach dann die Versammlung aus.
Tee, Kuchen, ein Spiegel, eine WaschsckMcl und ein Handtuch, dies gesckstch, um ihm anzudeuten, daß man ihm alle Ehre z« erzeigen bereit sei, wenn er geruhen sollte, in ihrem armseliger Haus zu verweilen. Auch wir hatten unser kleines Gastsvmboi hcrausgeftellt. Er hatte einen richtigen Triumphzug bis aal Schiss; den ganzen Weg entlang begleitete ibn Knallfeuer. Als n an die Stetten kam, wo die Tischchen für ihn bereit standen, verbeugt er sich feierlich, gab seine Karte ab und ging weiter. Eine ganz andere Art Abschied bereitet das Volk dem bestechlichen Mandarin. Es gießt Del auf die Straße und breitet übelriechend« frische Kuhhäute daraus aus, so daß die Sänstenttäger den Per haßten nicht tragen können. Er muß notgedrungen zu Fuß geben, gefolgt von der Menge, die ihr: mit Spott und Hohn aus bei Stadt hinauÄbegleitet.
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Die einzigartige Wirkung des Ldol beruht aller Wahrscheinlichkeit nach darauf, daß sich das Odol beim Mundspülen iörmlicb in die Zähne und die Mundschleimhaut einsaugt und diese gewistermaven imprägniert. Man begreife das gemein Bedeutsame dieser ganz einzigartigen Wirkungsweise 06 Tdols. Während andere Mund- und Zahnpflegemittel leoigl" während der wenigen Sekundeit der Mundreinigung ihre Wi ausüben, wirkt daö Odol noch stundenlang, nachdem man sich Zähne geputzt hat, nach, lieber diese Dauerwirkung des Ddols fin» icbr interessante wissenschaftliche Untersuchungen angeftedt worden öic übereinstimmend erwiesen haben, daß diese imvcrg(eicf)Iid>- Eigenschaft des Odols bei keinem der für die tägliche Mund- unt Zahnpflege überhaupt in Betracht kommenden Präparate sich findet 2Ler Odol konseguent täglich anwendet, übt demnach die beul' ibar beste Zahn- und Mundpflege aus.
PrevS: Vi Flasche (Monate ausreichend» M. 1.50. i »/, Flasche M. -.85. (C5
vermischte».
* Der scheidende Mandarin. Heber den Abschied eines chinesischen Beamten, der sein Amt zur Zufriedenheit der Bevölkerung verwaltet hatte, schreibt ein Augenzeuge folgendes: Von allen Schichten des Volkes hatten sich Abordnungen ein- gefunden, die ihn baten, doch noch länger im Amt zu bleiben, aber er erklärte, er sei nun zu alt geworden und könne mit ben Neuerungen der neuen Regierung nicht mehr Schritt haltet,. Mir war es ebenso leid, ihn scheiden zu sehen, wie seinem Volk. Gt chien alle Eigenschaften zu haben, wie sie die chincsisckxm Klass« von einem „fürstlichen" oder „ausgezeichneten" Mann verlangen Bet feinem Abschied war er kaum reicher, als damals, da er kam; aber er hatte die Liebe und Achtung seines Volkes cd rungen. Die ganze Stadt mar ihm zu Ehren geschmückt. Groß Menschenmengen hatten sich versammelt, um ihn nueft einmal ast einem Weg nach dem Schiff zu sehen. Vor jedem Laden ftanbci
Markte.
kc. Frankfurt a. M. Schweilnemarktbericht vom 8.
Ausgetrieben waren 1240 Schweine. Vollfleifchige Schweine non 80 bis 100 kg Lebendgewicht 08.00 -66.00 Mk., Schlachtgew.
80.00—33.00 Mk., vollfleifchige Schweine unter 80 kg Lebendgewi
03.00-66.00 Mk., Schlachtgewicht 80.00-83.00 Alk.; vollflcisch
Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 63.00—66.00 1
Schlachtgewicht 80.00—82 Alk.-, vollfleifchige Schweine von 1
bis 150 kg Lebendgewicht f3.00—66.00 Mk, Schlachtgenu
80—82.00 Mk. Geschäft ziemlich rege.
io. Frankfurt a. M., 8. Cft. (Orig.-Telegr. de? „Gien. 91m.*) Amtliche Notierungen der l cutigen Frucht markt p rci >e. Weizen (hiesiger) Mk. 19.50-00.00, Kurhessischer M. 19.50-00.0 >, Wetterauer Pik. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 16.2o bis 16.50, Gerste(Wetteraner) Mk. 16.75—18.50, Gerne, kranken,Pfalzer, Ried Mk. 16.50-18.50, Hafer Mk. 16.50—17.2.'. Mais Mk. 14.5C bis 00.00, Weizenmehl 0 Mt. 32.50—32.75, Weizenmehl I Mk. 80.50—30.75, Weizenmehl III Mk. 27.25—27.5 - Roggen- mehl 0 Mk. 27.75—28.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 26.50—26.75, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenklei: Mk. 9.15-9.25. Wetzenschalen Mk. 9.35-9.50, Roggenkleie 2Bt 11.10- Dlalzkeime Mk. 12.00—12.25, Biertreber 12.25—12.50, Raps Mk. 29.00—30.00, Futtergerste Mk. 00,00—00,00. Alles per 100 flg. ab hier. .1
ko. Frankfnrt a. M., 8. Okt. (Orig.-Telegr. des Anzeigers*.) Kartoffel markt. Man notierte: Kartosssl-l in Waggons Mk. 3.50—0.00, im Nein handel Alk. 5.00—0.00 für je 100 Kg.
Notwendigkeiten auszubauen, im Interesse der Familie, der berufstätigen Frau, der sozialen Helferin. Das ist das Ziel und das muß die Metlwden bestimmen. Der Weg zum Ziel muß durch Frauenland führen. Wir müssen auf eine unserer Art angemessene Weife dalstn wirken, einen Franenwillen im offent lieben Leben mit zur Gelttmg zu bringen, einen Frauenwillen, der die der Frau näher als dem Manne liegenden Fnteresfen im Staatsleben zur Geltung bringt: anf den Gebieten der Wohnung, des Verbrauchs, der Erziehung, der Fürsorge, bei allem, was zur Lebenserhaltung und zur sittlichen Fbritcrung dient. Nicht darauf kommt es dabei an, daß alle die dahin fübrenben Rechte Schlag auf Schlag kommen, sondern darauf, daß in der Entwicklung, die dahin führt, die Mackstmittel und die Fähigkeit der Frauen, davon Gebrauch zu machen, daß Pflichten und Pftichtbewnßt- fein sich das Gleickzgewicht halten.
Von den beiden Wegen zum Fraueusttmmrecht, die man als den direkten und den indirekten bezeichnen förattc, wird der direkte, der Weg der Agitation von den Stimmrechtsvereinen vertreten. Wir brauchen diesen Weg und diese Vereine selbftver ständlich auch, da es sich bei uns immer noch um die Verbreitung der Forderung selbst, der Ueberzeugung von der Not- nx-rtbigteit des Frauensrimrnrechts in weiten Greifen unseres Volkes handelt. Aber ie ernster ein Fraucnstimmrechtsverein seine Ausgabe nimmt, um so weniger tarnt er reiner Frauenstimm- rechrsverein bleiben, um so mehr muß er sich mit den Fragen und Gebieten selbst, in denen das Stimmrecht eine Rolle spielt, beschäftigen, um so mehr kommt auch er in die indirekte als bic j produktive Arben hinein.
Bei biefer indirekten Arbeit sind zwei Wege die wichtigsten:! die Mitarbeit in den polirifchen Vereinen und die Arbeit ins der Stommune. Mit ber Arbeit in den polittschett Vereinen sottle»
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geeigneten Beruf, h-eute schon über 100 000 ungelernter Frauen lätig sind, so beweist bas, nrie sehr die Arbeit auch da schon auto- tnalifch geworden ist. Um hier aui.uhelsen, kann man mir im einzelnen Helsen, indem man dafür sorgt, daß die Einzelne _$u gelernter Arbeit geführt wird. Seichter wäre es, wenn sich die Frauen organisieren fönnten, um gemeinsam mit den Arbeitern vorzugehen unö selbst einen Ausstieg zu qualifizierter Arbeit hcrbeiführen fönnten.
Erfreulicher sind die Aussichten bei den taufmännücbcn An- gestellten, denn es ist ein besonderes Bedürfnis für Frauen in den taufmännifefjen Berufen vorhanden. Der Zug der Verkäuferin ist ein Siegeszug der Frauenarbeit Allerdings zeigt sich auch hier die Sctzwierigteit, btc die Berufsenrwickelung so stark f^mmt: die geringe Berufsausbildung oder auch überhaupt bic Btl düng. In viÄen Fallen besveht die Lehre nur als Vorwand, um jungen Verkäuferinnen eine Zeitlang nichts zu bezahlen. "Daraus ergibt sich natürlich ein Tiefstand ber Gehälter und eine gewisse Unbeständigkeit ber Stellung. Eine generelle Hebung des Frauenberufs geht heute allerdings vor sich; in der Organisation ist das beste Zeichen für die Hebung des Niveaus zu erblicken.^ Wenn man nun durch die Fortbil.mngsschule diesem Bestreben zu Hilfe kommt, dann wird etwas entwickelt, was man als Erwerbstppus ber Frau bezeichnen kann. Auch in ben höheren Berufen kündet sich so crwas wie ein neuer Tppus über zeug cnb an. Es bildet sich in diesen Frauen bas Bewußtsein heraus, baß sie ein Stück neuer Kultur zu vertreten haben. Es wächst in diesen Frauen auch der 911111 zu einer neuen Lebensgestaltung, der der Berufscrfüllung der Fran einen freieren und höheren Wert gibt.
Was würde dagegen mit ber Rückgabe ber Frau an das Haus erreicht? Es ist zunächst feine Frage, daß der Haiisfvcm eine Menge von Berrichltungcn durch die billiger und schneller arbeitende Teckprik aus der Hand genomnum imirbc. Dieser technisclM Entlastung der modernen Frau entsprach eine neue Belastung in vielen Beziehungen. Wir sind empfftrdlickwr und reizbarer geworden, und es werden deshalb verfeinerte Ansprüche an die Haushaltung gestellt. Kaum könnte jetzt noch ein Künstler seine Arbeiten mitten im Kreise seiner Familie vollsühren, wie das Ehodowiecki z. B. bargestellt hatt^ Die förpcrlid^matericlle Arbeit bat ab genommen und an ihre Stelle ist die größere geistige Berhflichtiing getreten. Dadurch ergibt sich aber die 9tohvent>igtcit, baß die Frau, wenn sie ihren Familienberuf richtig erfüllen will, von irgenbwoher Stxinnittaft bekommen muß. Das erreicht sie wolst am besten durch stärkere und Dielfältigerc Beziehungen zu alleml, was dreneßen vor sich geht. So sehen wir auch einen neuen Kul turtypus der Hausfrau vor un- ’cren Augen entstehen. Frisch und lebendig kann er nur bleiben durch die Beziehungen zur Welt draußen und daraus ergibt sich wieder, daß das Haus in stärkere Beziehungen zur Gesamtheit gesetzt werden muß.
Frau Altmann-Gottheiner übernimmt nun den Vorsitz und erteilte Fräulein Helene Lange, die mit stürmischem Beifall begrüßt wird, bas Wort zu ihrem Thema:
Der Weg zum Frauenstimmrecht.
Die Frage des Frauensttmmrechts selbst bedarf keiner besonderen Begründung mehr, seit die weiblichen Millionenscharen ins Erwerbsleben eingetreten sind und die spezifischen Frauenans- gaben im Volkshaushalt uns klar im Bewußtsein stehen, lieber den Weg dorthin, den wir bisher mehr iuftinftio gegangen sind, bedarf es aber heute um so mehr einer klaren prinzipiellen Fest- tellung, als durch die Vorgänge in England die Taktik der Gewaltmittel mit in die Reihe der Möglichketten getreten ist. Sic ist bei uns von der Gesamtorganisation der deutschen Frauenbewegung zurückgewiescn worden, wie sie auch von der großen, gesetzmäßig vorgehenden Frauenstimmrechtsorganisation in England verworfen wuW. Dennoch ist ein Eingehen auf die prinzipielle Seite der Sache auch zur Begründung der Ablehnung
Zweite öffentliche Abendversammlung.
K. N. Gießen, 8. Okt.
Die zweite öffentliche Mendversnmmlung in der großen Aula war noch wesentlich 'stärker besucht, als die Montagsversammlung, und der Saal war so dicht besicht, daß nirgends mehr ein Plätzchen frei war. Nur in der hintersten Reihe der Seitenempoven waren noch paar Lucken; dafür hatte man aber auch die Plätze im Saale selbst vermehrt, und an den Wänden standen noch zahlreiche Zuhörer.
Fräulein Helene Lange eröffnete die Sitzung mit dem Hinweis darauf, daß die Verteilung impf gegnerischer Schriften am Eingang ohne Wissen des Vorstandes und gogen seinen Witten erfolgt sei. Sie selbst, so fügte sie unter lebhaftem Beifatt humorvoll hinzu, sei dreimal geimpft und habe keinen Schaben davon gehabt, also fei Die Sache wohl nicht so schlimm. Darauf erteilte sie Fräulein Dr. Gertrub Bäumer bas Wort zu ihrem Vortrag über
Wirtschaftliche Tatsach-en und Kulturforderungen in der Franenfraye.
!Jm allgemeinen, so etwa führte Fräulein Dr. Bäumer aus, erkenne man gern die Notwendigkeit des Frauenerwerbs an, aber man leugne, daß er besondere Kulturwerte in sich berge. Es sei eine Betätigung, die ihren Notbehclfsckxivatter unbedingt behalten müsse. Die Frauenbewegung läge lediglich im Interesse der lebigen Raauen, die eine ''Ausgestaltung der Erwerbstättgkcit verlangten. Dem widersprechen jedoch die wirtschaftlichen Tatsachen. Zwar stehen neben 90 Proz. Frauen, die ihren Lebensinhalt in der Ehe finden. Hur 10 Proz. dauernd Uno erheiratete, aber für vier Millionen unverheirateter Frauen zwisck^en dem 18. und 34. Jal^re ist kein Lebensinhalt vorhanden, 3 Millionen ver- heirateter Frauen müssen auch in der Ehe eine Erwerbsarbeit übernehmen und dazu kommt noch 1 Million erwerbstätiger Witwen. Von den ledigen Frauen sind heute i'chon * * * * 5 * * * * io./g in Berufen tätig und nur noch 700000 find ohne Beschäftimmg. Der sog. Haustöchter werden immer iveniger und in absehbarer Zeit werden sie die Ausnahme bilden. Nun ergeben sich folgende Fragen: 1. Steckt in der weiblichen Erwerbstätigkeit eine wertvolle Kulturleistung und wie kann diese Leistuug gehoben werden? 2. Welcher Wert steckt beute in der hemsfraalichen Leistung der Frau? Ist es wirklich richtig, daß die Frau, wenn sie heute dem Haus zurückgegebeu würde, in allen Volksschichten eine für btc Kultur wertvollere Beschäftigung finbet ?
Diese Fragen erörtert Frl. Dr. Baumer ausrührlich, indem sie im Kern ettva'folgendes aussührt: W wäre ehre Kraftvcrschwen Dung, wenn man sich nickst bemühte, eine Kraft so ivertvoll zu machen wie nur möglich. Daraus entsteht btc Aufgabe, das beste zu machen, was sich machen läßt, denn mcksts enturertet den Menschen mehr, auch die spätere Hausfrau, als nxnw er nickst ausgebildet Werbe, wenn er in der Jugend nicht in eilten Beruf treten Emmtc, ber ihm Befriedigung und inneres Wackrsttirn geben kann In der Industrie, die heute l'/xMillionen Lohnarbeuertmien bcfdjäftigi, bat die ZaA der ungelernten ?brbeiter bei ben Frauen in stärkerem SJtaftc angenommen als bei ben Mannern; sic beträgt beute für die Männer 70, für bie Frauen gar 90 Proz. Dirrch triefe Zunahme
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Berührung mit der Praxis, ferner die geringere theoretische Be- x wird aber die Arbeit entwertet, weil die Arbeiter viel leichter aus laftung, die Möglichkeit, die Ausbildung gleich dem speziellen' Berufsziel anzupassen und die persönliche Neigung stärker zu berücksichtigen, endlich bie engere Fühlung zwischen Lehrenden und Lernenden. Ihr Nachteil ist das Fehlen eines festgefügten systemattsch-theoretischen Unterbaues und die häufig daraus resultierende Identifizierung von Soztalpoliiik und Nationalökonomie. Je nach dem Standpuntt des Beschauers werden als Voneilc ober Nachteile der Frauenschule empfunöen werden: die kürzere^Aus- bildungszeit und die geringeren Ausblldungskosten. Der,Streit, welcher von beiden Äusbilbungswegen der geeignetere sei, ist, wie man sicht, nicht ohne weiteres zu entscheiden. Dam ist auch die Berufsskala auf sozialem Gebiet schon viel zu differenziert. Mit einer Spaltung in mittlere und höhere soziale Berufe und deren Zuweisung an verschieden vorgebildete Persönlichkeiten kommt man nicht weit, doch nähert man sich der Lösung der Vorbildungsfrage viel mehr, wenn man die Trenuungslinic zwischen freien fozialen Berufen und staatlichen und kommunalen Aemtcrn zieht. Für die freien sozialen Berufe wird, wenn die geeignete Persönlichkeit vorhanden ist, die Ausbildung in einer Frauenschule häufig ausreichen. Nicht so in^ftaatlichen und kommunalen Aemtern. Hier handelt es sich um Stellungen, die dem Beamtenorganismus ringcgltebcrt sind. Will man, daß innerhalb dieses die Beamtin ihrem männlichen Kollegen gleichgestellt sei, so muß man ihr auch die gleiche Vorbildung geben, die er hat. Außerdem erfordern die Berufe der Fabrik- und mehr noch der Wohnungsinspektorin ein ttefgehendes Verständnis volkswirtschaftlicher und mich viel weiter reichende juristische Kenntnisse als gemeinhin angenommen wird. Selbstverständlich ift die junge, eben von der Universität kommende Akademikerin für verantwortungsvolle Stellen noch durchaus ungeeignet. Ehe sie sich darum'bewirbt, muß sie die prakttsche soziale Arbeft gründlich kennen, und werm möglich, Kurse in Kranken- und Säuglingspflege, sowie in Hauswirtschaft besucht haben. Grundbedrngung für die Akademikerin wie für die soziale Franenschülcrin ist und bleibt aber, daß sie die für den verantwortungsreichen sozialen Beruf geschasicne Persönttchkeft ist. Die Rednerin schloß mit einem Appell an die V-rkreterinnen der anwesenden Fraucn- vereine, falls sie Einfluß auf die Besetzung von sozialen Poften gewinnen könnten, nach den bärgeteatm Richtlinien zu verfahren.
In her Aussprache nahm zuerst Fräulein Dr. Marie Kröne Worms das Wort. Bei der Frage, ob sie eine gereifte, gut vorgebildete Frau für einen solchen Posten vvrzichc, oder ein jimges 24jähriges Mädchen, müsse sie unbedingt der erprobten Fr cm den Vorzug geben, denn die Wohnungsinsvektion erfordere eine, Reise neben einer fjohen Vorbildung. Auch eine bemtechnifche Ausbildung halte ich für notwendig, iurifrische Kenntnisse sind ebenfalls zu fordern. Sachsen besitzt 4 Inspektorinnen auf dem Lande, die keine Akademische Vorbildung besitzen. Sie genügen nicht. Die Bevölkerung muß wissen, daß die betreffende Frau durch Vorbildung den Männern gleichsteht und die nötige Autorität besitzt,
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