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10.1.1913 Erstes Blatt
 
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HZ. Jahrgang

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und der Shircnmann unb Sätet, beide d-Nassiert, mit dem Hab Weller und F-rl, von Blank als Schmispi^erin Linke scheiterten

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Stadt unb Heft; für der:

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und Hohn gegen die mächtigen Reichen. Rach einer langen und langweiligen Exposition in den ersten zwei Akten bringt Suder­mann in geschickter Folge die aufgespeicherten Enthüllungen: Dorrit nimmt für Karla die Schuld aus sich, ihr Mann duelliert sich nut dem Millionär und Helden. Durch ihren Vater kommt die Wach­heit an den Tag. Ter Kommerzienrat, nur aus seinen guten Wut bedacht, rettet auch Dorrits guten Ruf, indem er sie wieder in sein Haus ausnimmt und statt über die Hintertreppe, das Symbol des schlechten Rufes, kann sie über die Marmorstufen durch das Erzportal, das Symbol des guten Rufes, das konnncrzicnratliche Haus betreten. Bietet die Szenenführung manch dramatriche Stellen, so ivirken die ewigen mißglückten Versuche im Dialog, geistreich, elegant und mondain zu sein, unfreiwillig torrtiid). Statt espritvolle Bonmots gibt Sudermann Knallbonbonverse und statt pikanter Witze plumpe Plattheiten. Ain sclstimmsten aber wirken seine sentimentalen Tiraden, die dieTiefe" seiner Helden

Als Favorit für die Präsidentenwahl gilt bekanntlich der gegenwärtige Ministerpräsident Porncare. Poin- care ist zweifellos der Kandidat der Mehrheit der öffent­lichen Meinung, womit freilich noch nicht gesagt ist, daß er auch der Kandidat der Nationalversammlung sein wird. Der gegenwärtige Ministerpräsident erfreut sich großer Beliebtheit. Er hat den Franzosengloire" eingebracht, denn den Marvkkogewiun rechnet man, ob mit Recht oder Unrecht, zu seinen Gunsten, aber er hat zugleich den Frie­den gewahrt und sich hierbei unleugbare Verdienste er- n>orhfn. Poincare ist zweifellos ein tüchtiger, selbst.indiger 'und'tatkräftiger Politiker, uno oas ist ebi-n '.n den Äugen vieler Parlamentarier, wenn nicht ein Verbrechen, so doch ein Fehler. Die letzten Präsidenten der Republik, Loubet und Falliöres, haben sich ganz überwiegend mit einer repräsentativen Rolle begnügt, obwohl die franzö­sische Verfassung dem Präsidenten Befugnisse gibt, welche denen der Monarchen in den konstitutionellen Staaten keineswegs nachstchon. Der Präsident unterzeichnet als Oberhaupt der kstrelutivgewalt alle Delrete, er verkündet alle Gesetze, und er kann, auch wem: das Gesetz schon von den Parlamenten beschlösset! ist, eine nochmalige Beratung und Beschlußfassung verlangen. Er kann die Parlamente außerhalb der Sitzungsperioden einberufen, kann sie aus einen Monat vertagen und mit Zustimmung des Senats die Deuptievtenkammer auflösen. Weiter hat er den Vor­sitz im Ministerrat, und endlich kann er schon dadurch einen starken Einfluß auf die Politik ausüben, daß er im Falle von Kabinettskrisen, wie sie in Frankreich zur Tagesord­nung gehören, den neuen'Mann für das leitende Amt zu berufen hat. ______________________

Ein unwiderruflicher Entschluß der Türker?

Heute kommen einige Meldungen zusammen, die nicht ganz unbedenklich klingen. Die Botschafter-Versammlung hat wieder getagt, und es heißt, die Mächte wollten bei der Pforte intervenieren. In welchem Sinne aber? Wenn man sich diese Frage vorlegt, so wird man an dem an­geblichen Vorhaben der Mächte wieder irre. Denn es herrscht bei ihnen keineswegs Uebereinstimmung in der Ver­folgung des -ffeles 'Bezüglich Adriänvpels, so heißt cs, wolle man gemeinsam die Türkei überzeugen, daß diese Stadt in bulgarischen Besitz übergehen müsse. Dagegen will der Dreibund im Gegensatz zurTripelallrance" die ägäischen Inseln der Türkei erhalten. Die Franzosen rücken schon ganz ernst mit ihrer Gegnerschaft zu diesem Bei­stand für die Türkei heraus. Dabei herrscht auch noch keine Uebereinstimmung über die Zukunft Sku.aris, das nach österreichischem Wunsch zu Albanien geschlagen werden soll.

Weit entfernt, die türkischen Diplomaten einzuschüch­tern, scheinen die Beratungen der Mächte diese vielmehr einstweilen in ihrem Widerstande zu bestärken. Verschie­dene Meldungen aus Konstantinopel tun den cnlfchiedencn Entschluß der Pforte kund, auf ihren Forderungen zu be­harren. Die in der Tschataldschalinie gepflogenen Son- dcrverhandlungen Nazim Pasck-as mit dem bulgarischen Obcrlommandierenden Sawow haben sich, wie heute aus Sofia gemeldet wird, gleichfalls zersch.agen. Dagegen wird es Aufsehen machen, daß rumänisch-türkische Ver­handlungen angebahnt werden sollen und daß in Bu-

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Anlage 7

Erstes Blatt

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Die heutige Nummer umfaßt Seiten.

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offenbaren sollen. ,, _ ,

Die Aufführung war mäßig; der Beifall nach allen, Atten warm und herzlich, obwohl augenscheinlich das L-tück selbst ohne stärkere Wirkung vorüber ging. Augenscheinlich ivoUtc mnn -Silber mann für die abfällige Kritik, die bereits vor der Auftühiung ver­öffentlicht worden war, entschädigen. Dr. P. x.

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Im Münchener Schauspielhaus, in dem Suder­manns Schauspiel gleid^tig mit der Berliner Uraustuhrung gegeben wurde, kam es nach jedem der drei ersten .'Ikte zu leb­haften Beifallsäufterungen, während der Schluß starke Enttanmmng hervorries. Der Erfolg hätte größer sein können, ivenn nicht infolge der mangelhaften Sprachtechnik, die sich am Münchener Schauspielhaus eingebürgert hat, den meisten Zuhörern viele wich­tige Einzelheiten der Konversation verloren gegangen waren. H. B.

Darmstädter H o f t h e a t e r. Der Possenzyklus des Darnfftädter Hostheaters wurde beute mit L'Arronges und G. von Mosers Posse mit GesangD e r R e g i st r a t o r a u f R e r s e u" eröffnet. Das alte, an Theaterwirkungen so reiche Stück fand eine außerordentlich freundliche Ausnahme. Der Darsteller ber Hauptrolle, Casar Wichtig, Registrator im Handelsministerium, Herr Adolf Jordan, darf das Hauptverdienst an dem erfolg reichen Abend auf sein Konto schreiben. Eine köstliche Gestalt schuf auch Herr Petersen als Zeitlmgreporter Zander. Aus dem umfangreichen Personenverzeichnis seien genannt vor allein Frau M ü l l e r - R u d o l p h als Frau Wilhelmme, Herr Kmspel als Baurat Hiller-, Herr Wagner- als Gerichtsrat Heldenreich und Frl. Gothe als Emina Heidenreich. Herr Thomsen als Ingenieur

zil modellieren. , . , , , . x

Tic Fleder nf a u s i m Dienste der Menschheit Wie gründlich uns eine ganz gewöhnliche Mückenplage auch den landschaftlich herrlichst gelegenen Ort verderben und wie sehr wir unter ihr zu leiden vermögen, das hat schon manch erholungs- bedürstiger Sominerfrischler zu seinem großen Kummer am eigenen Leibe verspürt, so daß er sehr wohl sich in die verzweifelte Lage jener armen Menschen Hineindenken kann, die unter den geradezu gefährlichen Moskitos Qualen der schliminsten Sorte zu ertragen haben. Mit nicht geringem Jubel wurde daher die Nachricht aus- genonuneu, daß dem amerikanischen Bakteriologen Dr. Charles R. Campbell von San Antonio ein Versuch, Moskitos mit Hilst, von Fledermäusen zu bekämpfen, glänzend gelungen sei. Gerade die Stadt San Antonio unb ihre Umgebung leiden furchtbar unter Malaria und Moskitos. Alle möglichen Versuche, den liebeln abzuhelfen, schlugen mehr oder weniger fehl. Da nun bekannter­weise Fledermäuse vorzügliche Jnsektenverttlger sind und für Mos­kitos eine besondere Vorliebe haben, so verfiel Dr. Campbel, auf den Gedanken, diese Eigenart der Türe für seine Zwecke nutzbar zu machen. Er lieft in und um San Aittonio herum iogenanntebatroosts" errichten, die die Fledermau)c cuuabew sollten, sich häuslich bann niederzulassen. Diese bezogen denn auch sofort ihre neuen Quartiere und eröffneten mit voller Kraft iDtc berufliche Tätigkeit: bot Vernichtungskrieg gegen bic Mos­kitos Da dieser erste bescheidene Versuch so ausgezeichnet glückte, beschloß Dr. Charles R. CanrpbeN, unentwegt dieser Führte zu folgen, und hofft im Laufe der Zeit noch günsttgere Resultate gegen die Moskitoplage zu erzielen.

Srdtag, 10. Januar F45

BezuaSvrei v monatlich?!)Pf., viertel­jährlich Pik. 2.20, durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pf.; durch diePostMk.2viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz Verantwortlich für bei; politischen Teil: August Goetz; fürFeuille­ton",Vermischtes" unb Gerichtssaal": K. 9leu-

Dic ersten Präsidenten der Republik chatten von ihren Befugnissen stärkeren Gebrauch gemacht und waren gestürzt worden. ' Porter trat, wie schon erwähnt, zurück, weil man ihm eine rein repräsentative Rolle zumutete. Faure la­vierte sich mit Schlauheit durch die Untiefen seines Am­tes, Loubet und Falliöres legten anscheinend den Haupt­wert auf die dekorative Wirkung, wenn sie auch den Gang der Politik inoffiziell nach mancher Richtung hin .beein­flußten. Von Poinearö befürchten in den Kreisen der Par­lamentarier Viele, daß er am Ende als Präsident nicht nur herrschen, sondern regieren werde; diese Besorgnis hat ihm manchen Gegner verschafft und wird seinen Ge­genkandidaten manche Stimme zusühren. Als solche wei­teren Bewerber um die Präsidentschaft kommen einmal der freilich schon 70 Jahre alte Ribot in Betracht, weiter der Präsident der Deputiertenlämmer, Dcschanel, der Senatspräsident Dubost, der sich aber unbeliebt gemacht hat, weil er als Präsident der Nationalversammlung den Journalisten den Zutritt zu den Wandelgängen des Ver­sailler Kongresses untersagt hat, und endlich werden noch die Namen Dupuy, Pams und Co mb es genannt. Die Sozialisten werden beim ersten Wahlgang ihre 60 Stimmen demonstrierender Weise für ihren Alters­präsidenten Vaillant abgeben, aber nachher wohl in der Mehrzahl zu Poincarö übergehen. Ucberhaupt g:lt dieser, wie schoil betont, als Favorit, und seine Wahl als das wahrscheinlichste. Selbstverständlich läßt sich aber das Er­gebnis der geheimen mit) daher in keiner Weise zu be­einflussenden Wahl nicht mit irgendwelcher Sicherheit Vor­aussagen. Als feststehend kann nur angesehen werden, daß Poincare, wenn er am 17. Januar nicht gewählt wird, seinen Rücktritt als Ministerprä ident nehmen wird. Auf alle Fälle wird also die Wahl des Präsidenten zu­gleich einen neuen Ministerpräsidenten im Gefolge haben.

an dem gesanglichen Teil ihrer Rollen. Die Regie des Derrn Heinrich Hacker sorgte für eine geschmackvolle Inszenierung. Die musikalische Leitung hatte Herr Adolf Wach, ber es leider nicht verstanb, Anschluß an bic Darsteller zu finden.

E i n W a l l o t b en k m a l im Reichstag. Bald nach ber Wallotausstellung im Reichstag wurde mitgeteilt, daß bic Architekten Vereinigungen mit bem Plan umgingen, bem Erbauer bes Reichstagsgebäubes ein Denkmal zu errichten und bic Mittel dazu durch eine Sammlung aufzubringen. Man wirb aber auf bic Privatwohltätigkeit zu diesem Zweck nicht angewiesen sein. Das R e i ch s a m t des Innern hat nämlich beschlossen, Wallot im Reichstag selbst ein Denkmal $u setzen, und die Ausschmücknngs- kommission des Reichstags hat diesem Plan zugestimmt. Auf einem Podest in der Ostballe des Reichstages an der <sommer-- straße wird bic Büste Wallots ausgestellt werden. Der lang­jährige Freund des verstorbenen Baukünstlers, Professor Diez- Dresden, hat von der Regierung den Auftrag erhalten, die Büste

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I. jstnerter Hauptkatalog 1913 g erschienen und steht Interessenten kostenfr. m Verfügung.

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karest Kriegsstimmung herrsche, da Bulgarien sich unnach­giebig zeige. Wie man sieht, ist der Balkanhimmel noch chwarz von Wolken.

Wir erhalten folgende Meldungen: _

Die Botschafterversammlung tft am nerstag nachmittag wieder zusammengetreten. Einige Mit­glieder der Delegationen zur Friedenskonferenz, Vertreter der Balkauvcrbündeten und türkische Delegierte, besuch­ten die Werft in Portsmouth, wo sie von Marineoffizieren herumgeführt wurden. Sie besichtigten mehrere der neuesten Kriegsschiffe und frühstückten später ber dem Ober­kommandierenden.

Konstantinopel, 9. Jan. Die Pforte richtete an ihre Botschafter im Auslande ein Zirkular, in welchem diese,verständigt werden, daß, falls die Balkan­delegierten nicht bis zum Ende der Woche die Friedens­vorschläge der Türkei annehmen würden, die ott oma­nischen Delegierten unverzüglich aufgefor- dertw erdenwürden,nachKon st antinopelzu- rückzukehren. Die Pforte sei fest entschlossen, ihren Standpunkt hinsichtlich Adrianopels und derFragederiJns eln a ufr echtzuer h alten, weil die zugestandeneir Opfer bereits die äußerste Grenze erreicht hätten.

DerLokalanzeiger" meldet aus Konstantinopel: Nach Aeuße- runqen von eingeweihter Seite wird bi e Pforte die I n- tcrvcutionderGroßmächtczuGun st ander Bal ran» staaten zurückweisen. unb den Krieg sortsühren. Abrianopel sei bis Ende März widerstandsfähig. Die Armeen von ^,chatald- scha und Gallipoli seien vollständig reorganisiert.

Die Besprechung bei Tschataldscha.

:rb und bequem «* ' Gesetz!

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Berliner Cheatcrbrtes: Der neue Suöermann.

9rach zwei erfolg reichen Ausflügen ins Historische, nach seinen Straiidkindern" und bemBettler von Syrakus", Vyat sich Ober­mann in seinem neuesten' Werk wieder dem modernen Gefell- schaftsdrama zugewendet, in dem er seine ersten Erfolge errungen. Mer wenn es dem routinierten Theatermann geglückt war, unter unwirklich ptzaittastifcheu Bormisfrtuingeir ober in dem weiten, so manchen Fehler gnädig deckenden Mantel des Ber,es starke äußerliche Wirkungen zu erzielen, so ist er diesmal völlig gc- scheitert Die Darstellung ber Gegemvart und einer uns alle umgebenden Wttklichleit verlangt eine feinere Behandlung der Probüme unb eine reichere Charaktensierungsl'unst, als ]ie k-uder- inann zu Gebote stehen. Wenn er vor einem Vierteliahrh-inocrt durch stochiche Külxulstnt und durch eine geschickte Verwertung eines damals modernen Dialogs in ber Art bes längeren iiinias blenden konnte so sind seitdem unsere Amprüche an Piychologie uno an Natiirwabrlcjt gestiegen, so daß >vir heute Sudermamis Szenen ran nÄfLlnTtunft,' feine ®e|(alteit als »Taxi tat en betraten förtnen. Vielleicht nirgends kann dem Beobachter uweres Kuust- lebens die Bereicherung und Verfeinerung der modernen Dichtung so klar werden, als bei solch einerPremiere des Autors der Ehre", dessen Mittel uns heute |o viel grober- und unbunst- fcricbcr erscheinen, während er der,elbe geblieben ist wie früher

Der ganze Kampf gegen Sudermann, der nun leit mehr als einem Jahrzehnt tobt, gewinnt so unter bem- ®c|i(fttövun einer Gesundung und Bertiefung unseres Urteils eine^ kulturelle Be­deutung. Die Tragikomödie vomG u t e n R u f, deren Urauf­führung am Dienstag abend im ^ eu heben S | äi cl Haus stattiand, würde in der Zeit, da Sachou und Lindau die Bühne beherrschten, gewiß dankbare Anerlcnnung geiundeu haben, denn Sudermann hat sein möglichstes getan, um otne effektvolle Handlung aumibmien. Aber er lM den Bogen ubcripannt und so waren die Pfeile derfycn Entdeckungen, der grotzen Ent­hüllungen und der pikanten Bekemituffse, die er Szene mr Szene verschoß, wirluugslos, ja sic wandten )ogar ihre Spitzen gegen ihn selbst. Zwei Frauen stchim beiclnaiider in ^-reuudscha't, an­der Feindschaft wird, und natürlich ver-dlent die mit dem fchlechtm Ruf eigentlich ben guten Ruf, denn nc ist Ä>cl, unglücklich, dien der Freundin als Vorwand und obiert Tur )te auf. ~.ic mit demguten Ruf" hat eigentlich einen ,chlechten, denn hc bat sich in einerAbendstunde" ihrem Jugendfreunds dem Mil- lionärssolm und Helden des Stücks, hingegeben. Nunigelst die Märtyrerin Dorrit im .Hause ihrer Freundin Karla, dem .Haust' des reickstm Kommerzienrats, dem der gute Rlif alles ist, als schwarzes Sck>af aus und ein; ihr zur Seite stehen nach altem Theaterbrauch der Gatte und Intrigant, der ]ic mißhandelt,

Der neunte p äsi^ent.

Aus Puris wirb uns geschrieben:

Am 17. Januar tritt in Versailles der Kongreß zii- sammen, um den neunten Präsidenten der Republik zu wählen, der einen Monat später sein Amt antritt. Die früheren Präsidenten der französischen Republik waren be­kanntlich Thiers, Mae Mahon und Grevh, die vorzeitig gestürzt wurden, Earnok, der einem anarchistischen An­schlag zum Opfer fiel, Parier, der zurücktrat, weil er ver­geblich versuck)ite, eine mehr als rein repräsentative Rolle zu spielen, Faure, der, um mit dem Leichenredner zu spre­chen, in den Sielen, wie der Historiker dagegen sagt, in den Armen seiner Geliebten starb, Loubet, dessen AmtSzfft auf normale Weise ablief, und der gegenwärtig amtierende Falliöres.

Die französische Verfassung vom Jahre 1875 bestimmt, daß im Falle der Erledigung der Präsidentschaft beide Häuser der Volksvertretung, Senat und Depntiertenk'am- mer, zur Nationalversammlung vereint in Versailles unter dem Vorsitz des (Senatspräsidenten den neuen Präsidenten zu wählen haben. Der Wahl, die auf sieben Jahre erfolgt, darf keine Erörterung vorangehen. Die Wahl ist geheiin, und sie geschieht durch Stimmzettel mit absoluter Mehr­heit. Kommt im ersten Wahlgang keine Wahl zustande, so wird sie so lange wiederholt, bis auf einen Bewerber die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen entfällt; eine Stich­wahl findet somit nicht statt. Es kann mit Sicherheit an­genommen werden, daß diesmal mehrere Wahlgänge not­wendig sein werden, da die Stimmen beim ersten Wahlgang stark zersplittert sein dürften.

Nr. 8

Der Sirhe"r Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZawilienblätter, zweimal wöchenllRreü- blatt für den Kreis Sieben (Dienstag und Freitag); zweimal mcmatL Land wirtschaftliche Zeitsraqen Fernsprech - Anschlüsse: RDM General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen KofatioitsörMd undverlaq der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchuistratze 7. Land": E. ...

Lil Ä Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhosstrahe 16a. Y. Beck.

Konstantinopel, 9. Jan. Die Besprechung, dre am Dienstag bei Tschataldscha stattfand, erregte hier großes Aufsehen. Sie galt, wie verlautet, der BestimmunL einer Grenze für das Vilajet Adrianopel. Wu versichert wird, ist es bei dieser Zusammenkunft zu kei- ner Verständigung gekommen, da sich die Bulgaren ablehnend verhielten und erklärten, die Angelegenheit sei Sache der Bevollmächtigten in London, lieber das Er­gebnis der Unterredung konferierte gestern vormittag der Minister des Aeußern mit dem Großwesier. Später wur­den lange Telegramme nach London gesandt.

Gnte Stimmung in Adrianopel?

Konstantinopel, 10. Jan. .Lwarn" erhielt gestern nachmittag von seinem in Adrianopel cingc,chlostenen Korreipon- benten folgendes Funkentelegramm: Lebensmittel und alles sonst Nötige in Fülle vorhanden. Wir sin b im Stande, noch lange Wider st and % u leisten. ck.ic Stimmung der Bevölkerung ist ausgezeichnet.

Rumänisch türkische Verhandlungen.

DieVossische Zeitung "berichtet aus Konstantinopel: Der rumänische Minister Filipeseu verliandelt angeblich über ein Schutzbündnis mit der Türkei.

Wie ,Lachydromos" mitteilt, sind wichtige türkisch- rumänische V c r b a n b l u n g c n im Gange, deretwegen ber rumänische Minister Filipeseu hier angeblich mit dem Minister des Aeußern eine lange Unterredung hatte. Die russifche. Schwarzmeerflotte werde mobilisiert und halte sich zur Abfahrt nach der Donanmündung bereit.

DieDeutsche Tageszeitung" meldet ans Ofen pest:Az Est" meldet, baß der Personen- und Frachtoerkehr auf der Linie Bukarest K o n st a n z a megen Trupp e n t r a n s p o r t e

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