165. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 185
so
fallen auf Arbeiter» und Handwerkerstellen (bi- einschl» 2,5 ha), 816 sind Kleinbauernstcllcn (bis einschl. 2a ha) und 111 Großbauernstcllen und Restgüter.
politische Tftge-schau.
DaS Zentrum rührt sich in Heffen!
Aus Stadt und Land.
Lienen, '?. dlugust 19IX Ausverkauf von Waren ans einer »lonturöniasie.
Erscheint tii-llch mu Ausnahme deS Sonntag».
Tie „Giehener Zamilienblätter" werden dem ,A»-eiger' viermal wöchentlich beigelegt. das 'llrrisblatt fflr den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Ti» „randwirtlchaftlichen Srit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
sagen muffe-. TaS Blatt fuhrt dies auS, indem eS in einen.
legender Bedeutung liegt uns ,etzt vor:
Ter GcsclrästSsührer M. in Berlrn, über desieu V^rnwg^n Konkurs eröffnet worden war. hat S d: u I) ro n r e n, die icin -öTupCT täuiiid) aus der Konkursmasse erworben hatte, in besten -unirage in den beiden LcÜxrn in Berlin-Schöneberg, ui denen er sein eimncs Ld.uhwarcngescl)äft betrieben hatte, ausverrauir, nnb diesen Ausverkauf durch gedruckte Amdilagc verichiedenen Inhalts angekünbigt. die er an den Gefd istsraumen und in den Schaufenstern an'l>?ftc52. Er ist soorn X'nnbncndjt II zu Bert i n wegen Vergeltens gegen § 6 des WettbewerbsgetetzeS z u «t r a s e verurteilt worden, und zwar aus Wrunb der »eetttlellung. dah er in den auf den Ausverkauf bezüglichen Bekanlumad.ungcn aut die verknust der Waren aus der K o n k n r s m a f l c bin- gewiesen habe, obwohl die Waren nicht mehr zum Beltand der Masse gehörten.
Tas Reichsgericht hat die Verurteilung bestätigt und die Revision des Angeklagten verworfen ÄuS der Urteilsbegründung des Reichsgerichts ilt der» vorzuheben: Unrid tig ist die von der Rcviuon vertretene *ln- scl-auung. das die Bezugnahme auf die Herkunft der Waren aus einer Konkursmasse and, dann, wenn die Waren iud)t mehr zum Bestand.- der Masse gehören, zulässig sei. und md,t gegen § b verstoße, soscrn die verlunslsbezeidgiung zum Zwei? der. Angabe nd . des Ausverkaufs nid . < g idxhe in - 11 enthalt ein polizeiliches Verbot, bnrd; das j cde Bezugnahme auf die Herkunft der Ware aus einer Konkursmasse schlechthin, allo allgemein und ohne A usnahme unterlagt wird, und zwar auchdann, wen ndieBe zugnah weder Wahr» heil entspricht. Tas Verbot gilt für die Ankündigung eines jeden Verkaufs, also aud-, für die eines reden Ausverkaufs. Es beruht aus der Erwägung, das- jeder vinweiS aul bic Herkunff einer Ware aus einem Konkurs einen lad lid) nicht Oer« cht» fertigten Anreiz aus das Vublikum ausübe und dem redlichen Geschäftsmann Schaden zusüge, auch wenn von dem Hinweis nidrt in der Absicht Gebrauch gemacht wird, den Anschein eines beiouderch günstigen Angebotes h.rvorzurusen, also ohne Rücksicht am den mit dem Hinweis ober ber Bezugnahme versolgteu 3iim*t vergl die Begrünbunq des Entwurfs bes Gesekes und den Kommiiii-ons» berichte Tie Fassung des Verbots will seiner Umgehung vor» beugen. Ter Umgehung wäre aber Tür nnb Tor geöffnet und das Verbot des 8 8 praktisch wirkungslos, wenn bic verbotene Bezugnahme aus die Herlunst der Ware auf dem Umweg über den § 7 als Angabe des Grundes für zulässig zu erachten wäre, der zu dem Ausverkauf Anlas- gegeben hat. Tas Gesek- geht vielmehr davon aus, das- die Herkunft der Ware und ber Grund eines Ausverkaufs irqcntlid verschiedene Tinge sind, bie fid) begnn» Hd) nicht decken und das- daher ber Forderung bes § 7 Genüge ge» leistet werben kann, ohne daß bem Verbot des § <> zuwibergehaiidelt ■11 werden braucht. Beiden Gesetzesbestimmungen lammt gleich- ' ntäfige Geltung nebeneinander u. Tie Behauptung der Reoinon, das- die Wirisamk.it des 5 6 durch den fi 7 eingeichrmlt werde, findet im Gesetz keine Stühe Tie Verurteilung des .'lng-klagten aus £ 6 des Wcttbewexbsgesetzes ist danach rechtlich nicht zu bc-
Samstag, 9. August 1915
Rotationsdruck und «erlag der Br üblichen UniversitätS - Buch- und SteinbnideteL R. Lange, Dießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: <^aOöl. Redaktion: LaA 112. Tel.-Adr.: AiizeigerGießen»
Tie heutige Stellung des Liberalismus.
Die »Köln. Ztg.' meint, der Augenblick sei gekommen, in dem man dem deutschen Liberalismus ein ernstes Wort
Von der deutsch-englischen Handelskoukurrenz.
Nach der Ueberwindung der letzten Weltwirtschaftskrisis ist der britische Handel, trotzdem sich auch der deutsche Handel :u gleicher Zeit kräftig weiter entwickelte, ununterbrochen stark vorangegangen. Ter britische Gesamthcrndel bezifferte ich im Jahre" 1908 auf 1050 Milt. Psd. Sterling, im Jahre 1909 auf 1094, im Zeihre 1910 auf 1212, im Jahre 1911 auf 1937 und das Jahr 1912 hat wieder mit unerreichten Ziffern auf-uwarten. Tie Ausfuhr britischer Produkte im Rahmen Les Gesamthandels stieg in der kurzen Spanne von 1909 bis 1911 von 378 auf 4.54 Mill. Pfd. Sterling.
Von der britischen Gesamt aus fuhr gingen im Iahre 1911 dem Werte nach für 571/. Mill. Pfd. Sterling nach T e u t f ch l a n d, das damit an der S p i tz e Itanb vor ten Vereinigten Staaten mit .56 Millionen, Ostindien mit 54 Mill, Frankreich mit 35 Mill , ?lustralien mit 34'/. Mill., vtanada mit 24 Mill., Britisch-Südafrika mit 23 Mill, und Rußland mit 22 Mill. Man sieht also, welchen pontiven, wertvollen Faktor Teutschland in der Statistik des britischen Ausfall rhantels darstellt! Ter deutsch-englische Wettbewerb bat mit dazu beigetragen, die Aufnahmefähigkeit des ganzen Weltmarltes pfleglich zu entwickeln. Er hat keineswegs ver- l-inden daß der britische Außenhandel sich ständig in sehr ansehnlichem Maße sortcntwickelt hat. Gewiß machen die beiden Völker sich hier und dorr auch Konlurrenz; aber die l andelsstatistischeii Ausweise über die britische Entwicklung 1Un zur Genüge dar, daß diese Konkurrenz den britischen Außenhandel nicht einschnürt, sondern ihm Luft und Licht zu ungehemmter Aufwärtsentwicklung läßt.
Tas Wettbewerbsgesetz schreib! in § 7 vor, bat iwt in öffentlichen Belanntmadrungen ober Mitteilungen, die Pir einen größeren kreis von Her fernen bestimmt sind, den Verlauf von Waren unter der Bezeidnung eines Ausverlaufs anhinbigt, verpflichtet ist, in ber Jlntünbigung den ®runb an zu geben, der zum Ausverkauf Anlaß, gegeben hat. Es daN aber als Grun^ des Ausverkaufs nicht angegeben iverben, bar. d,e ^aren a n S einer Konkursmasse fee rr ft breit, lenn > b bed bewerbsgesetzcs verbietet in Veriaufsankünbigungen j c b e xj c - zugnahme darauf, bat die Waren aus cinerKon- k u r s m a f f c stammen, wenn sie nid t mehr 44111 Biitanb ber Konkursmasse gehören. Ein in dieser Hinsicht lehr i n ter* cssanles Strafurteil des R e i d) S g e r 1 ch t ü von gründ
Ein Beitrag zur inneren Kolonisation.
Von den gemeinnützigen Gesellschaften besaßt sich in anerkennenswertem Maße auch die Ost preußische Land- acsellschaft m. b. H. mit der Bauern- und Landarbeiter, ausiedelung. Sie besaß im letzten Geschäftsjahre, das am 31 «TQäri 1913 beendet war, 16 Grundilücke mit 6811 ha ui*einem Gcsamtpreise von 8 130 784 Mk. Der TurchschnittS- preiS beträgt also 1193 Mk. pro Hektar (gegen 1170 im
Der Deutschenhaß an $rantrcidi$ Gftgrenze. nimmt immer neue Formen an und treibt immer seltsamere Blüten. So wird wiederum auS Lunsville ein bedauerlicher Zwischenfall gemeldet, dessen Opfer die Familie eines ans Renchen in Baden gebürtigen S ch l 0 ff c r S S ch n e i d erwar, der in einer Maschinenfabrik in Luneville angesiellt ist. Schneider ist augenblicklich zu einer 14 tägigen Landwehrübung beim Pionier-Bataillon Nr. 14 in Kehl eingezogen. Seme ö-amilie ist in Luneville zurückgeblieben, dlls einige Leute gestern erfuhren, daß sich Schneider zur Ableistung einer militarifchen Ucbunq in Teutschland befindet, drangen sie m das HquS cm und demolierten sämtliche Möbel. Auch die Viehitalle würben zerstört. Die Frau mußte, um den Tätlichkeiten der aufgeregten Menge zu entgehen, mit ihren Kindern fluchten. Sie kamen gestern nachmittag in Kehl an. Schneider erhielt sofort Urlaub, um Schritte zur Erlangung eines Schadenersatzes einleiten zu können.
Mr erhalten ba^u folgende neue Meldungen:
Paris, 8. Ang. Das Ministerium des Innern erhielt beute morgen ein amtliches Telegramm von Lunöville. ivelches bestätigt, daß die Verwaltungs- und Justizbehörden i, i cht das g e ri n g st e von dem Z w i sche n f a l l e wissen, dessen Opfer — deulschen Zeitungen zufolge — eine tu Luneville wohnende badische Familie geworden fein foll. kein Ereignis dieser Art wurde zur Kenntnis der Behörden aebradit, bic die Erhebungen sortsetzen, um zu erfahren, was die Veranlassung zu dieser von Berliner Blättern gebrachten Nachricht ist Auf jeden Fall stimmt, daß ein Mann namens Schneider, der in der Autoniobilfabrit Diet- rich in Luneville beschäftigt, nach Kehl ab gereist ist, uni eine militärische Hebung abzuleisten, und daß seine Frau Lunöville verließ, um diese Zeit bei ihren Schwiegereltern zuzubringen. TaS Haus, welchem die Familie in Lunöville wohnte, ist verschlossen. ^ie Rachbarn sagen einstinimig aus, daß ihrer Kenntnis nach sich kein Ereignis in der genannten Art zugetragen hat.
Wo Rauch ist, ist bekanntlich meist auch Feuer. Die Nachbarn, die an den Ausschreitungen vielleicht beteiligt waren, sind keine zuverlässigen Zeugen!
langen Leitartikel 11. a. schreibt:
Tie Konjunktur des Augenblicks ist dem Liberalismus günitig. ' Jetzt kann er sich 'durchsetzen, wenn er feinem streben mit Jtoth- bruck Geltung verschafft. Aber. bebauerlicherwei,e gibt es im Liberalismus noch immer starke vemmungen, bie verhmbern, oem Willen zur Madrt ben Erfolg unmittellMir nadligen zu lasten. Nach dieser Richtung treibt auf bem Im len TVlugcl Dee Liberalismus besonders ein gewisies, aus der trugen JiidMiv Ze,t ererbtes Liebäugeln mit der Lppofitian als einem -tu*9 ® ich, eine Neigung jum Wettlauf mit ber ^)z,albenwkratie zur Erzielung populärer Wirkungen und sd ließt ick eine angN dK Sd:.'u vor ten Preis.aus wungen einer uninrnpaihiichen nnb iinner- antroortlidvn reichshauptsiäbtiscken Tcmotraiie. Xieien ^emmu gen gegenüber wirb sid> ber linlc Flügel des ^.'weralisnius ime^r mehr aui sich selbst besinnen müssen. Mer mehr als auf dem linh Flügel Ummt es auf ben gemäf 1 g t e n 2 1 ber al is m us, m erster Linie aus bie N a 11 o n a 11 i b e r a le D ar t “ von vornherein bie Führerrotte im Kampf.für den Liberalismus zufällt. An bic Spitze des Kampfes rurt |ic zunächst »dre große historische Vergangenl .it-, bann aber, und daS ist der wich-iger. Grund, ist sie zur Fuhrcridaft berufen, locil \\t alle öeit eine Mittel- und Vcrmitilerpariei gcweien tlt und als PWe. Itcw Die Fühlung nad rechts wie nach linis aufred erhalten ' h
ber Fahre hat das allerdings bie Auffassung herausgebllbet, daß ber Eharalter einer Mittelpartci )tcb barm ersd-opsi', ;^nIt’rjn,i|)c einmal nad ber linicn, das andere Mal nach der red.en ^eitc _h.n ab-uid liefen, unter Vcrzid ' auf ein selbltanbigcs VorwartSichr.M.n auf eigenen Richtlinien. Gcrabc ber Nationallibcralen Lartei in wegen bes Snstcms des Kornpr munes mcliad- aus enormen pralnschen unb taktischen schwierigleitm bn parlamen taiischen Arbeit unb Vcramnorllidl.it mdt 9tbubrcnb m Hcü nung zu stellen gewohnt finb, mclfad ein Vorwurf gcmad)t mor . Tas war ganz gewiß unbcrecftigt, trübem aber ,turbJ” bie Notwendigkeit an bie Nauonallibcralc Partei ^antreten, mehr als bisher im voraus genau ihre Marschroute adzustockem Tic derzeitigen politischen Verhältnisse, die ber Nattonalliberalm Partei bie Möglichkeit gebt'n, eine Mehrheit wwohl mit ber Rechten als aud; mit der Linken zu l-ilden, legen in die HaMc der itattonat.- liberalen eine Macht, wie fic sie bisher kaum bneffen ltzlben und bic, richtig genutzt, bem wohw.rstanbenen Liberalismus in T-eustch- (anb bic Hcrrsd ast erobern sollte. Man soll aber nicht die »lugen davor verschlissen, daß gerade innerhalb ^r Nationallibera cn Partei die Sdmcrigfeitcn, die sich einer wirkfamen AuSnutzmig dieser Macht cntgcgenftellen, außerordentlich grotz finb.
ist nicht etwa .an den von 1 mfernaiwer ^citc fo gern konstruierten Gegensatz, zwischen den Alt-Nationalliberalen und den National liberalen Bassermannscher Richtung gedacht. Ein folcher Gegeniatz exiftiert bcut’utagc Ihum nod Zebenfalls kommt er als nn bie Geschlossenheit der Fraltim störender Faktor überhaupt mch^. m Betrad-t. Tic Schwierigkeiten und mehr fubnler Natur und de-, halb i'd rocrcr zu beseitigen. In weiten Mrencn deo. Liberalismus 1 und gerade in denjenigen, auf bie es am allermciltcn antonwit, ■ herrscht immer noch eine gewisse Selbstbescheibung gegenüber ber konservativen Verwaltung, dem lonservativen Behordenapparat und dem konservativen Adel. Damit ist ein gewisses streben oerbunben, . eine möglichst innige gesellschaftliche Fühlung mit en ^Kreisen, selbst um den Preis eines politischen Spfers ausrechtzueryallen. Dieser Vorgang läßt fidr ganz natürlich erklären, m ihm Wiegelt sich ber schon rein ästhetisch verstönbliche Respekt einer neuen Kultur vor ber älteren roiber.
Die .Köln.Volkszlg." erhält aus Darmstadt eine längere Zuschrift über die parlamentarische Lage in Heffen, wobei auch in lebhaften Tönen verraten wird, wo das Zentrum der Schuh drückt. Zuerst beschäftigt sich das Blatt mit der Shit- rtgelung der Beamten- und Lehrergehälter, zu deren Durchführung ja noch die bekannten Schwierigkeiten im Schoße der zweiten Kammer wie ganz besonders aber auch der ersten Kammer -u überwinden sind. Dann aber äußert das Blatt Hoffnungen und.Wünsche, die hoffentlich nicht sämtlich in Erfüllung gehen, denn was das Zentrum da vor hat, läuft in der Tat auf einen Sturmanlauf gegen unsere kirchliche und Schulgesetz- gebung hinaus. DaS Blatt schreibt:
Nock größeren Schivicrigkciteu wirb die Regelung zweier anbei.-» r ebenso umstrittener Fragen begegnen, bi? im Ge gern atze zur Bcsoldungsfrage die gciltigcn unb ideellen 3ntere|fen bcy feolhvi berühren unb -idion vor Jahrzehnten zu heftigen Kainpfen m Hessen geführt haben. Es l.anbclt sich um bic schon leit langer Zeit erwartete Reform der L r d,e n s unb Sd.ulgeietz- aebung, bic naiurgcmär eine <sd r.biing ber Genter mit fick bringt unb für die Toleranz unb bas Gerechtigkeitsgefühl nicht nur der Regierung, fonbmi aum manches Volkstribunen eine starke Belastungsprobe abgibt. Was zunächst die Abänderung der kirchenpolitischen Gesetzgebung anlangt, die eine «cieüigung ber unmürbigen Schranken für bie freie unb imgchmbcrtc Tangkeit der katholischen Orden mit sich bringen mur, wenn anders sie nicht von vornherein ihren Zw<-ck grunblidi verfehlen soll, w S bie kommende Tagung ben Katholiken Hessens Klarheit trüber bringen, ob und was ne un Lande Philipps bes (5ko\v mütig n von Regierung unb Bollsvcrtretiing in bezug auf ^e Erfüllung Dotiaufbciedjtigter Wümchc zu mvarten haben, xie QmStc Sammer wirb iidi alsbald nach der Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen mit dem ZcutrumSan tr ag betr die rrbcnöa eie r. aebung bcicha'tigcn, von besten <odndial be- flnntiidi die :H gicrunfl überbauet eine gesetzgeberisch- initiative Sihänaia machen will. Emer bestimmten Stellungnahme ber irnrtricn in ber Tagespreise ist man seither nickst begegnet. Ebenw S? die OrdenSfrage wird bic S d) u l f r a g c die Geister auf den Sunn rufciL Tie Regierung ivirb in aller Kürze ihre R c- in r m n 0 r 1 d) l ä g e dem Landtag unterbreiten, unb man darf geipannt fein, wie dieselben 'ich namentlich gegenüber der Aufrechterhaltung des chrissticheii Eharakters der Volks,chule nrrhaltcn werden. Nach ber bcflchcnbcn Lchulgefetzgebung ist bic rnniciiioncllc Sckmle nur nod) geduldet und insofern auf den A1 .sterbe Etat gestellt, als eine einmal in eine ^unultamdiulc iintaclilbetc konfessionelle Sckule nicht mehr zuruckgebildet werden kann, selbst wenn die Bürgerschaft und ihre Vertretung in einer Gemeinde dies verlangen. Immerhin beliebt nodi eine A,,»ahl katholischer unb evangelischer kon'eisionellcr schulen im Oande deren Beseitigung mit ganz besonderem Ungestüm von ber roten' unb linksgerichteten Presse seit Fahren verlangt wirb. Eine kürzlich in ber Zweiten Kammer erfolgte Abstimmung über einen sozialdemokratischen Antrag auf völlige Beseitigung der konfessionellen Schulen hat baburd) eine Mehrheit gefunden, dap verschiedene Mitglieder des Bauernbundes den Linksliberalen stch ruaescllt haben. Wirb nun bie Regierung bei ihrer Vorlage sich auf den aleidxn Boden stellen? Cbcr aber wird nc bei ihren Vorschlägen audi auf bic vielen Taufende von Katholiken und Protestanten Rücksicht nehmen, bic in einer zwangsweiicn Bewi tigung der noch bestehenden Konfessionsfckulcn einen Affront gegen ihre religiöse Ueberzeugung und einen '.Ingrin am ihr (_ltern= rcd)t erblicken? Tie nächste Zukunft wird auch darüber cnncbeibcn, ob in der Ersten Kammer Neigung besteht, den Experimenten ber Linken Vorschub zu leisten.
Hoffentlich wird das Zentrum von den Vorichlagen der Regierung, zu denen übrigens keinerlei zeitgemäße Veran- laffuug vorliegt, im allgemeinen enttäuscht sein. Die gänzliche Beseitigung der noch bestehenden Zonfeffionsschulen in Heffen kann nur noch eine Frage der Zeit sein.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oherhessen
anstanden.
•• Stadttheater. Vielseitig ist der Wunsch geäußert worden, die hübsche neue Operette ^Hoheit tanzt Walzer^ möchte noch einmal wiederholt werden, da bei der Erst- Auffuhrung infolge besonderer Umstände der Besuch ein sehr chwacher war. Die Direktion hat daher für Donnerstag, den 14. August, noch eine letzte Operetten-Aufführung an- gesetzt, bei der .Hoheit tanzt Walzer' noch einmal gegeben wird. Tie Besetzung in den Hauptrollen mit ,yr(. Koppenhöfer, Frl. Josepha, sowie den Herren Ähnelt, Harden, Gottfried :c. ist genau dieselbe wie bei der Erstaufführung und verbürgt daher wiederum einen starken Erfolg deS liebens- lvurdigen Werkes. Tie Vorstellung findet bei gewöhnlichen Preisen statt .
• • Oberhessischer Kunitvere 1 n. Die 9hi§* ftellung des NunstvereinS bleibt auf einige Wochen geschloffen. Ten vorliegenden Anmeldungen für die nächsten Ausstellungen, die bereits zum Abschluß gelangten, nach zu urteilen, wird der Lunstverein nur gute AuSstellungen^aufzumeisen haben. Fung-Stuttgart, Langhommer-TrcSden, Thieluiann-W'.llings« Hausen bestreiten die erste Ausstellung. Prof. Bcner u. Frau- Tarmstadt, »Bund deutscher Lünsller, Block-Berlin", „Freie Vereinigung Dannstädter Künstler' und die »Futuristen' und andere werden mit meistens neuen Arbeiten folgen.
• • Sonntagszüge. Es ist noch wenig bekannt, daß Sonntags zwei weitere Zugsverbindungen, Wetzlar — Gießen und Wetzlar —Grävenwiesbach, seit Anfang Juli bestehen. Sie verkehren nach folgendem Fahrplan: Wetzlar ab 1235 mittags, Gießen an 1254 mittags; Gießen ab 114 nachm., Wetzlar an 133 nachm.; Wetzlar ab 135 nachm., Grävenwiesbach an 258 nachmittags. Der Zug halt auch m Braunfels-Oberndors. ' .
* * Diebstahl. Gestern früh 7^ Uhr wurde an der Eck- Liebig- unb Frankfurterstraße von zwei Gaunern em korb mit etwa 60 Eiern und etwa 10 Pfund Butter vom . Wagen gestohlen. Vorübergehende Personen merkten diesen Borlall und machten den Besitzer aufmerksam. Die Diebe ■ wurden verhaftet.
i Landkreis Gteyen.
; e r c d 7 Aug. In der heutigen Gemcinderatssipung - mären annxien'b: Sürgtrmeifter tzV
' und die .Gemeinderatsmitgliedcr Wacker Relief
Vorjahr).
3m Jahre 1912/13 wurden 14 Guter mit einer Aufteilungsflache von 4139 ha zu 390 Stellen aufgeteilt. Die Stellen sind fast alle bereits verkauft.
Bis zum 1. April 1913 waren 28 739 da zur Besiedelung bestimmt. Davon sind verkauft:
a) als lelb'iändige Reutengüter 18 HO ha
b) an Zukäuser unter Rentenrecht 205 »
c freihändig (Wald-, Seeflachen ufro.) 3 0a4 ,
d) zu Wegen, Gräben und geiueinschastlicheu An
lagen sind verioandt ________9l1 »
zusammen 22 340 ha daß zur Besiedlung für 1913,14 6399 ha verbleiben.
Angesetzt sind im Berichtsjahr 255 Ansiedler, von denen 73 aus Ostpreußen, 94 aus bem übrigen Teutschland, 88 aus dem Auslande (deutsch-russische Rückwanderer) stammen. Insgesamt sind bisher gebildet worden 1295 selbständige Stellen mit einer Fläche von 18110 ha, 368 davon ent-


