Ausgabe 
8.10.1913 Zweites Blatt
 
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Mch Wirstug, Weif;- und Rotkaut in der Weife durchwintern, indem man die von den äußeren Blättern befreiten Köpfe mit den Wurzeln aushebt, nebeneinander mit den Wurzeln nach oben aus Bretter legt, mit denen man vorher ein trocken gelegenes Gartenbeet abgedeckt hatte. Ist eine Schicht Gemüse zusammen­gesetzt, dann kommt Erde darüber, aus welche eine zweite Schicht Kahlköpfe kommt, die ebenso bedeckt wird. Zum Schluß wird der ganze Lausen ringsum und obenauf gut mit Erde abgedeckt, die mit der verkehrten Schaufel glatt geklopft wird. Später kommt zum Schutze gegen das Eindringen von Frost noch eine Lage Laub darüber.

Landkreis Gietzen.

4 Lich, 7. Off. Heute abend mußten die Leute, die das elektrische Licht im Hause haben, wieder nach der alten Petroleumlampe greifen. Die Straßen blieben unbeleuchtet, denn die elektrischen Lampen versagten plötzlich gegen 7 Uhr, nachdem sie kaum zu brennen angefangen hatten.

Kreis Friedberg.

d Okarben, 7. Okt. Die fischreiche Nidda führt seit etlichen Tagen ungeheure Mengen toter Fische zu Tal. Bei unserem Orte wurde allein ein Zentner Aale herauS- gesischt; an der Bechtel'schen Pappdeckfabrik bei Ilbenstadt sammelte man sogar etwa 10 Zentner Fische, darunter manche 1015pfündige Barben und Hechte. Die schwer betroffenen Fischer bringen dieses Massensterben mit den Abwässern der Zuckerfabrik Wetterau bei Friedberg, die durch die Ufa der Nidda zugeführt werden, in Verbindung. Denn oberhalb der Einmündungsstelle ist von einem Sterben der Fische nichts zu spüren.

y Starkenburg und Rheinhessen.

m. O fsienb a cl), 8. Okt. Der Wahkkampf zu den am 20. Oktober stattfindenden Stadtvcrordnetenwahlen wird heute abend mit einer öfsentlich-en Wahlversammlung ein­geleitet, in der die Kandidaten der vereinigten bürgerlichen Parteien präsentiert werden. Infolge der Verlegung des; Güterbahnhofs nach dem Süden der Stadt macht sich der Bau einer In dttt st r i e b a h n erforderlich, die unmittelbare Verbindung mit der .Hafenbahn erhalten soll. Die Kosten werden noch der Schätzung der Eisenbahndirektton rund 310 000 Mk. betragen. In den Räumen des sozial­demokratischen Offenbacher Abendblattes wurde am Diens­tag von drei Kriminalbeamten eine .Haussuchung vorgcnom- men. Den Anlaß bildete der ArtikelRekrutenabschied", in dessen Inhalt eine Vc rächtlichmachung der Armee erblickt wird. Mel/rere Exemplare dieser Nummer wurden beschlagnahmt; Manuskript und Platten wurden nicht vor­gefunden. Gegen den verantwortlichen Redakteur Gg. Kau! ist ein Strafverfahren wegen Vergehens gegen § 131 des Strafgesetzbuches' anhängig gemacht worden.

i, \ Hessen-Nassau.

h Bad Homburg v. d. H., 7. Okt. Die Umwandlung der Audenwiesen in eine Parkan läge, die den Namen ^Kaiser-WilhelmSpark" tragen soll, wurde in der heute statt- gesimdenen Stadtvcrordnetensitzung dem Gartcnbaugeschäft von Gebr. SieSmayer-Frankfurt übertragen. Die Gesamtkostcn betragen 23150 Mk.; von dieser Summe stehen der Stadt bereits 21650 Mk. durch Bewilligungen und Stiftungen zur Verfügung.

w. C r o n b e r g, 7. Okt. Die Königin von Grie­chenland ist mit ihren Kindern gegen 12 Uhr aus Eng­land wieder auf Schloß Friedrickjshof eingctroffen. Der dritte Sohn Prinz Paul ist in England geblieben, wo er die

Schule b-esschen soll. Das Erbp rinzenpsar von Sachsen-Meiningen weilt seit gestern abend auch auf Schloß Fciedrrchshvf.

verewsnachrichten.

* Verein ehemaliger 116er in Gießen. Am ver­gangenen Samstag fand die ordentliche Herbst-Mitglieder­versammlung statt, die gut besucht war. Aus dem Geschäftsberichi des ersten Vorsitzenden war zu entnehmen, daß die Geschästs- führimg und Rechmmgsstellung über das Regimentsjubiläum jetzt endgültig abgeschlossen ist und zwar derart, daß alle aukgetauchteu Streitpunkte in Güte erledigt werden konnten. Ter Mitglieder­bestand beträgt z. Zt. 553. Auch in diesem Herbst ist eine Anzahl zur Reserve entlassener Einjähriger und Mannschaften neu ein­getreten. Alls dem Schlußbericht des Jubiläums-Verbandes, der zur Verlesling kam, ergab sich, daß drei Vereinigungen ihren veklmiären Verpflichtungen noch nicht nachgekommen sind. Dem verdienten Vereiilsrechner Hausverwalter Volz wird Ent­lastung für das Jahr 1912 erteilt unb ein Rechnungsvrüsimgs- ausschuß sowie sechs Mitglieder zmil Vergnügungsallsschuß gewählt. Für das Winterhalbjahr sind folgende Vereins-Ver­anstaltungen vorgesehen: 18. Oktober Beteiligung einer Abordnung mit der Fahne an der Einiveihung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig; 19. Oktober gemeinsa,ner Kommers der Turn-, Sport- unb Militärvereine in der Turnhalle: 22. November Feier des Geblirts- taaes des Großherzogs im Eafö ?lmend: 4. Dezember Vortrag über Testament unb Erbrecht für die Mitglieder aller Hassia-Vereine mid deren Familienangehörige: 27. Dezember Weihnachtsfeier auf der Liebigshöhe; 31. Janliar Feier des Geburtstages des Kaisers im Cais Leib. Geregelt ivurden dann noch die Bestinimlmgen über Einführung von Nichtmitgliedern bei den Vereinsfestlichkeiten und lveiter beschlossen, als Vereiuslokal das Hotel Großherzog zu wählen.

** Der Stenographen-VereinSt o l z e - S ch r e y* Gießen, eingetragener Verein, hielt nm Samstag abend unter großer Beteiligung der Mitglieder feine Jahres-Hauptversammlung im Vereinslokale ab. Der von dem Vorstand sorgfältig aus­gearbeitete Jahres- unb Kassenberilpt zeigt ein recht erfreuliches Bilb von ber Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Der Bestich der Uebungsabende ivnr recht besriedigend, unb bie Kassen­verhältnisse fmb burchaus günstig. Der Verein koilnte sich mit einer großen Anzahl Mitglieber an mehreren auswärtigen Wett­schreiben mit ausgezeichnetem Erfolge beteiligen und die Zahl der Unterrichteten in den Lehrkursen ist gestiegen. Der Vorstand, be­stehend aus Karl Reih als 1. Vorsitzender, H. Hörster als 1. Schrift­führer und Otto Knörr alsKassierer, wurde einstimmig wiedergewählt und zunl Verwaltungsausschllß wurden ernannt: Ä. Roth 2. Vor­sitzender, H. Krauskovf 2. Schriftführer, G. Reiber unb F. Jäggle Bibliothekare, L. Hörle und E. Müller Beisitzer, E. Strack und Karl Faber als Vertreter der Ortsgruppen Leihgestern und Großen- Lindeu. Für das am kommenden Sonntag in Kirchhain ftott- finbenbe Wettschreiben des BezirkesOberhessen mit Tilltal" liegen bereits zahlreiche Anmeldungen ouS dem Verein vor. Das Herbst-Vereinsmettschreiben ist auf den 2. November festgesetzt worden.

Vermischte».

* Zwei Kinder üb er fahren. Aus Freiburg i. B., 7. Okt., wird gemeldet: Gestern nachmittag hat ein D-Zug bei Ringsheim auf einem Bahnübergang zwei Kinder überfahren. Beide waren sofort tot. Wie ver­lautet, soll die Schranke nicht geschlossen gewesen und da­durch das Unglück herbetgeführt worden sein.

"Eine Stadt durch einen Sturm zerstört! Nach einem Telegramm aus N o m e (Alaska) ist die Stadt durch einen schrecklichen Sturm fast ganz zerstört worden. 500 Häuser sind bereits ein gestürzt, weitere sind dem Einsturz nahe. Der Schadeu nürd auf H/2 Mil­

lionen Dolla rs geschätzt. Man befürchtet, daß kommend« Winter große Entbehrungen für die Einwohneu mit sich bringen wird.

*DerMäcen.Ah, also für dieses Bild hat Ihr .Here Vater 100 000 Frs. gezahlt? Ich vermute, er ivollte damit zeigen, wie viel ihm die Kunst gilt."Nein, mein .Herr, er wollte vielmehr zeigen, wie wcmg ihm 100 Frs. gelten."

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

Höchste Temperatur am 6. bis 7. Oktober + 17,2 C.

Niedrigste * 6. 7.+ 8,0* C.

Niederschlag: 3,3 mm.

Lkl.

1913

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke

(Drab ber Bewölkung in Zehntel ber slchlb. Htmmelrfl.

Wetter

7. 2

742,2

16,4

10,2

74

SSE

2

10

7. 9:*

741,1

14,9

10,1

30

ESE

2

10

8. 7"

738,7

13,3

11,0

97

SSE

2

10

f

Versprechen und Halten ist leider häufig zweierlei. Die Hersteller bewährter, anerkannter Marken stehen zu ihren Präparaten, sie halten, was sie versprechen. Natürlich werden ihre Erzeugnisse, weil sie gut und verlangt sind, nachgeahmt. Nachahmungen sollen ja mindestens immer ebensogut sein, und was wird nicht alles sonst behauptet und ver­sprochen, um sie an den Mann zu bringen! Wie mancher mußte erst durch Schaden klug werden, der nur den augenblicklichen Vorteil des scheinbar billigeren Ein­kaufes beachtete, um dann nachher gewahr zu werden, daß er mit der doppelten, ja dreifachen Menge des Er­satzpräparates nicht das erreichte, wie mit einer Flasche der echten Marke. Die Nachahmung, die mehr ver­spricht, als sie hält, kommt am Ende doch weit teurer. Wie oft begegnet solches der häufig nachgeahmten Marke Scotts Emulsion. Darum weise man Nachahmungen zurück, bestehe auf der Marke Scott, die nach dem Grundsatz hergestellt und vertrieben wird cx/10

Versprechen und Halten!

V - - J

FRANK FURT-WA) m

Je

Mein Trost im Alter

ist der gute Seeligs kandierte Kornkaffee. Er ist so billig, erhält mich gesund und verursacht nicht die alten Leuten so lästige Schlaflosigkeit.

'GW

Wann zu empfehlen ist Zucker« l*aten<-.Hedi- zlnai-Meife gegen unreine Haut, Mitesser,

Pickel, Knötchen, Pusteln nsw. Sve- zial-Arzt Dr. W." ä Stück 50 Ps. (15 % in) unb 1.50 M. (35°/oin, stärkste Form». Dazu Zuckooh-Crcme (50 unb 75 Pf.» in ber Universtläls- Avotl)ekc,Hirsch Avotbeke, bei 5(11(1. Roll, Earl Seibel, W. Kilbiugcr, C. Schaaf, Emil Karn, Ernst Roll unb W. Zchradcr, Drogerien.

(al18/1)

Giotil wäscht u. bleicht von selbst!

Niederlage: Ph. Gans, Dammstraße34. Wilhelm Wagner, Steinstr. [hv24/7

Bekanntmachung.

Die hiesige Gemeindekrankenversicheruug wird Ende dieses Jahres geschlossen. Forderungen sind binnen 3 Monaten geltend zu machen. Spätere Anmeldungen werden nicht berücksichtigt.

Grünberg, den 6. Oktober 1913.

Großh. Bürgermeisterei Grünberg.

_______'Ranft._____________6643

Bekanntmachung.

Die hiesige Gemeindekrankenversicherung wird Ende d. I. geschlossen. Forderungen sind binnen drei Monaten geltend zu machen. Spätere An­meldungen werden nicht berücksichtigt.

Ettingshausen, den 6. Oktober 1913.

Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen.

_____________________Keil.__6642

Bekanntmachung

Die hiesige Gemeindekrankenversicherung wird Ende dieses Jahres geschlossen. Forderungen sind binnen 3 Monaten geltend zu niachen. Spätere Anmeldungen werden nicht berücksichtigt.

Odenhausen, den 1. Oktober 1913.

Großh. Bürgermeisterei Odenhausen.

Lang. 6635

Bekanntmachung.

In unser Genossenschastsregister wurde heute bei der Spar- und Darlehnskasse e. G. m. u. H. zu Bellersheim folgende Statutenänderung ein­getragen :

In der Generalversammlung vom 28. Sep­tember 1913 wurde beschlossen, daß künftighin als BcröffentlichungsorganDas Hessenland" genommen wird.

Hungen, den 3. Oktober 1913. c*/10

___________Großherzoglichcs Amtsgericht.__________

Verdingung.

Beim I. Bataillon Infanterie-Regiments Kaiser Wil­helm Nr. 116 soll bie Lieferung der im Küchenbetriebe erforderlichen Lebensrnittel für die Zeit vom 1. November 1913 biö 31. Oktober 1914 vergeben werden und zwar: Los 1 Kartoffeln. Los 2 Gemüse, Los 3 Kolonialwaren, Los 4 Hanbkäse unb Limburger Käse, Los 5 Eier, Los 6 Milch. Ebenso wirb bie Abnahme des Spülichts für vor­genannte Zeit vergeben. Bertragsbebingungeu usw. liegen mir dem Bataillons-Geschäftszimmer zur Einsicht auf. Angebote, für jedes Los getrennt und verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 13. Oktober 1913, vormittags 9 llbr, einzureichen. Tie Oeffunng der eingegangenen Angebote erfolgt um 10 Ubr vormittags im Beisein der etwa erschienenen Bewerber auf deut Bataillons-Geschäftszimmer, Zeughauskaserne. (DVio I. Bataillon Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116.

Kartoffellieferung.

Die Lieferung von 60000 Kg. guten und durchlesenen Speisekartoffeln für die hiesige Anstalt soll öffentlich vergeben werden.

Angebote sind verschlossen und mit entsprechen­der Aufschrift versehen bis spätestens

18. Oktober 1913, vorm. 10 Uhr hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Kartoffelsorten zu benennen und die Bedingungen, die auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten offenliegen, anzuerkennen. Die Proben sind getrennt von den Angeboten einzureichen. Es bleibt Vorbe­halten, die Lieferung zu teilen.

Zuschlagsfrist 8 Tage.

Gießen, den 4. Oktober 1913.

Großh. Direktion der Landes-Heil- und Pflcgeanstalt bei Gießen.

_______I. A.: Lotz, Großh. Hausverwalter. e°/

Bullenverkauf.

Ein gut genährter Simmentaler Bulle der Gemeinde Hattenrod soll im Submissionswcge verkauft werden. Angebote per Zentner Lebend- gewicht sind verschlossen mit entsprechender Auf­schrift bis zum 10. Oktober 1913, mittags 2 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst anch die Verkaufs- bedingungen eingesehen werden können.

Hattenrod, am 6. Oktober 1913. Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod.

Rock. 66*5

Bekanntmachung.

Die hiesige Gemeindekrankcnversicherung wird Ende dieses Jahres geschlossen. Forderungen sind binnen 3 Monaten geltend zu machen. Bei späterer Anmeldung kann Zahlung verweigert werden.

Hattenrod, den 6. Oktober 1913.

Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. __Rock._______________6644

Bekanntmachung.

Die hiesige Gcmeindekrankenversicherung wird Ende dieses Jahres geschlossen. Forderungen sind binnen 3 Monaten geltend zu machen. Bei späterer Anmeldung kann Zahlung verweigert werden.

Röthges, am 7. Oktober 1913.

Großh. Bürgermeisterei Röthges. __Meckel._____________6632 Kartoffelverdingung.

Der Eröffnungstermin der im Gießener An­zeiger am 27. und 30. September 1913 ausge- schriebenen Kartoffellieferung für die Provinzial- Siechenanstalt findet am 14. Oktober 1913, nachmittags 4 Uhr, statt.

Gießen, den 7. Oktober 1913.

Direktion der Provinzial-Siechenanstalt. C8/lt KinsilNlMkiii Gießen ii.UM. e. G. m. bcschr. H.

Die Auszahlung der Rülkvergütllug

finbet an folgenden Tagen.statt:

In Gießen von Nr. 1 400: Montag, den 13. Oktbr.

401 800: Dienstag, 14.

801-1200: Mittwoch, 15.

12012000: Donnerstag, 16.

2001Schluß: Freitag, 17.

imBureauLchanzeustr. IG, jedesmal nachnt.von 15Uhr.

Die Auszahlung erfolgt nur gegen Rückgabe der Quittung.

In den auswärtigen Verteilungsstellen geschieht die AnS» zahlung durch den betr. Lagerhalter zur selbigen Zeit, aber auch nur gegen Rückgabe der Quittung.

An schMWtW flinöcr roiri) nicht auMnhlt.

C*/in__Der Vorstand.

Buttenverkauf.

Die Gemeinde Ulrichstein verkauft einen Simmentaler Fasel auf lebendes Gewicht, nüchtern, ohne % gewogen, im Wege des schriftlichen Ange­bots. Nähere Kaufbedingungen können bei der unterzeichneten Stelle eingesehen werden. Die An­gebote sind bis Montag, den 20. d. Mts. an den Unterzeichneten abzugeben. 6M«,

Ulrichstein, den 7. Oktober 1913.

Großherzogliche Bürgermeisterei Ulrichstein. Rühl.