Erhattnng des volles auf Futtergerste habe. Die Dienst faxenfragc, bic in der Laudnnrtt'chaft eine eminente Rotte spielt, ist ebenso volrtffch doti Wichtigkeit. Die Regierung sollte hoch fragen, ob c-3 nicht an oer Zeit sei, ein Jugendichuy^efttz »u schäften, ob nickt zu erreichen iväre, das Arbeiten in den Fabriken entweder zu vernieten oder dock zu erschweren Die Bestim rrtungen des Reblansgeseyes werden zu pedantisch befolgt.
Abg. Hangt -Bbd lehnt den Antrag Bähr ab.
Abg. De st natL : Die Ausrottungen seien notwendig. Redner grf# auf Änzelheiren rin.
LS tritt dann eine Pause ein.
Nach der Pause spricht
Abg Raab (Soz.i Er wendet sick zunächst gegen die Ab lehmrng des Antrages Bähr und gehl dann auf die Ausführungen des Abg. Wolt-^Stadccken ein, die er in verschiedenen Punkten von seinem Standpunkt aus zurürkweist Tie Tienstbotennot is auch auf die schlechte Behandlung durch die Dienstherrschaft aus dem Lande Mrückzuführen.
Oh — oh! Wir müssen eine Aenderung der diesbezüglichen Gesetze vornehmen.
Abg. Mergell '9ZtT.) spricht gegen einen Borwurf, den der Abg Wolf Stabecken gegen bic Postverwaltung wegen Be schädigung von Bäumen erhoben hat.
Abg. Breidenbach Bbd . Wir haben in Hessen übci 5 Millionen für Obst eingenommen. Tas ist also rentabel und nicht, wie der Abg. Wols Stabecfen sagt, ungünstig. Tie Leute not ist in der Tat sehr sckridlich: daS mockt sich auch an Montagen geltend. Ich bebaute, das. mein Fraktionskollege Wolf immer wieder gegen die Landwirtsckaftskammer Stellung nimmt.
Abg. v. Brentano ^Ztr Die Ausführungen des Abg. Best können scharfmacherisch wirken. Man müsse nickt nur nach Matzgabe des Gesetzes, sondern auch nach Matzgabe des Herzens verfahren.
Abg. Busold (Soz. . Nicht Leutenot besteht,.sondern Landnot. Der Landarbeiter sieht ein, datz der Industriearbeiter besser rechtlich gestellt ist. Das ist es, was den Landarbeiter zum Nach denken zwingt Unsere Gejinbeorbming ist schlecht. Ein Industriearbeiter hat 1-ltügiqe Sfünbigung; ein Landarbeiter mutz sein Jahr aushalten iWiderspruch. Die Landkrankenkassen bringen weitere Nachteile für bic Landarbeiter. Sic werden kein Wahlrecht zu den Kassen haben. Halten Sie die Gegensätze zwischen Stadt und Land aufrecht, so werden Sie weiter mit der Leutenot rechnen müssen.
Abg. Bähr (Bbd . Tie Gründe des Abg. Busold über die Skutmot sind nur äußerlich. Ihre (zu den Sozialdemokraten Agitatoren sind schuld. Ter Redner geht auf die einzelnen Einwände gegen fernen Antrag ein.
Ministerialrat Hölzinger: Dem Antrag Bähr fehlt jede Begründung. Ter Regierungsvertteter begründet das.
Abg. Ulrich -"Soz. wendet sich gegen den Anttag Bähr tmb geht dann eiugel-end auf die Leutenot ein, ohne neues hierzu sagen zu können.
Abg. Fenchel lBbd.) spricht für seinen Antrag: Errichtung einer Gestütsstation in Lick.
Abg. >torell Ingelheim (F. Bv will Einführung der Ortskrankenkassen. Die Leutenot ist nicht auf die Ursachen zu rückzuführen, die Abg. Busold anführte. Hier haben wir cs mit einer Modekrankhrit zu tun. Ter Redner unterstützt die Ausführungen des Abg. v. Brentano und tritt den Reden der Abgg. Finger und Best entgegen. Die beiden Regierungsvertretcr haben mit Recht hervorgehoben, das; unser Entschadigungsverfahren das beste ist.
Abg. Hartmann (Soz.) macht Ausführungen über die Leutenot.
Abg. Breidenbach lBbd.). Ich bin nicht für eine Verschärfung der Gesindevrdnung eingetreten.
Abg. Molthan (Ztr.). Notwendigkeit für den Antrag Bahr besteht nickt Die Vertretung rheinl-essischer Interessen ist von i heinlMiscben Wgeordneten erfolgt. Herr Abg. Bähr braucht sieb also darin keine Mühe zu geben. Wir können verlangen, datz wir keine schwereren Bestimnmngen haben wie im Rheingau.
Abg. v. Brentano <3tr.) begründet die Errichtung einer Deckstation in Gau-Algesbeim.
Ministerialrat Hölzinger: Wollten wir den Anträgen, auf Errichtung von Teckstationen folgen, mützte man ein neues Landgestüt einrichten. Tas würde Millionen kosten.
Abg. Bähr -Bbd.) bleibt unverständlich. Spricht nochmals für seinen Antrag.
?lbg. Busosd (Soz.) geht auf die Ausführungen des Abg. Breidenbach ein.
Abg.. v. Brentano (Ztr.) spricht nochmals für seinen Antrag.
Abg. H a u fl F (Bbd > geht auf die Landarbeiter frage ein.
Die Abstimmung: Dusschutzantrag Kap. 75 einstimmig an genommen. Antrag Bähr mit Mehrheit abgelehnt. Die vier Anträge auf Errichtung von Deckstationen werden alle einstim mig genehmigt.
Schlutz der Sitzung 1.35 Uhr. Fortsetzung: nachmittags 3Vi Uhr.
Nachmittags Sitzung
Vizepräsident Sckmitt eröffnet die Sitzung um 3.20 Uhr Zunächst wird über Kapitel 74, das zurückgestcllt mar, beraten. Damit verbunden ist Kapitel 75 a.
Abg Mothan (Ztr.) berichtet über NachtragSforderungen der Regierung zu writereii Meliorationen im Vogelsberg und Entschädigung der Sckölwaldbesitzer. Die Summe soll von 516 246 auf 525 246 Mk. erhöht werden Ferner soll die Regierung ersuckt werden, int Hauptvoranschlag 1914 nach dem Anträge deS Abg Korelt Angenrod den Betrag unter Titel 4 von 10 000 Mark auf 15 000 Ms zu erhöhen. Weiter liegt ein Antrag der Abg. Dr. Osann, Moltdan und Tr. Weber vor der zu Kap. 75 a int Sinne des Antrages Brauer und Gen. tMebrsorderung von 45000 Mk. für die Landwirtsckaftskammer) fordert, nach Prüfung der Sachlage den höheren Betrag der LandwirtschaftSlammer zur Verfügung zu stellen
Abg. Lang (ntl.): Bei den Wasserleitungen im Odenwald hat sich der von der Kulturinfoeklion erfundene „Widder" nicht bewährt.
Abg. Breidenbach (Bbd.) begründet im einzelnen die Notwendigkeit von 45 000 Mk. Tic Landwirtschaftskammer befindet fick mit ihrer Forderung in einer Zwangslage. An die Landwirtschaftskammer werden immer Höhere Anforderungen qc stellt. Tie Provinz Oberhessen fordert für Verbesserung der Weiden 4600 Pdf, für die Bullenaufzuchtstation 3000 Mk., für die Schaftuckt 400 Mk, für Saatgutbezug 2000 Mk., int ganzen also 10000 Mk. Für Rheinhessen sind 11 000 Mk. erforderlich, für Starkenburg 12 400 Mk Die Landwirtschaftskammer selbst benötigt für Unterstützung von landwirtschaftlichen Vereinen, für die Kaninchenzucht, für Feldberenngung usw. int ganzen 12 000 Mark Hebet bic einzelnen Positionen verbreitet sich der Redner ausführlich.
Ministerialrat Hölzinger: Die Regierung war nicht in der Lage, alle Positionen zu prüfen, da die Begründung un genügend war. Wir sind deshalb bereit, die Sache in Erwägung zu ziehen und im Voranschlag 1914 zu berücksichtigen Der Staatszusckutz ist hock. Auch mutz berücksichtigt werden, datz die Kammer das Bestencrungsrecht hat
Abg Hartmann -Soz.) mackt daraus aufmerksam, datz die Ausbeutung der Erfindung zu Unträglichkeiten geführt habe.
Regierungsrat Spam er gibt Erklärungen über die Er srndiing.
Tie Abstimmung ergibt Annahme des Kapitels 74, ebenso lvird Kap 75 a ohne Widerspruch angenommen.
Zu >kap. 79, F-ürderung des kaufmännischen Unterricht-, spricht zum Anrtage Heerdt von gestern
Abg. H en r i ck (Forl.chr <r . der r 1911 Berückst ck-igung bet Antrages fordert. Das Ramtel wird genehmigt.
Zu Kap. 86, Gttverblickc Hnlerncktsanstattem lieg', rin An trag Vach vor, den Staatüzuschuh um 2000 M7 ; • rpöhen.
Abg Best (ntl.) beanttagt, den Antrag der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen.
Abg Bach <ntl.) verzichtet auf das Wort.
Damit ist die 8. Hauptabteilung, Ministerium des Innern, erledigt.
Es wird die 9. Hauptabteilung, Ministerium der Justiz, beraten.
Staatsminister Tr. v. Ewald:
Heber die Schreibgehilfen möchte ick kurz den Staiük punkt der Regierung darlegen. Im Jahre 1897 ist man übergegangen, ein -Svstem rinzurühreu, etne grotze Anzahl von -scktrnb- gcbilfcn zu staatlichen Beamten zu machen. Wenn dieses sanftem anhält, würden wir ein Bcamtenheer erhalten, wie es lick Tur uns nicht eignet. Bei uns besteht der Grundsatz, wenn em Sckrcibge hilft 30 Jahre alt geworden ist und 10 Jahre zur Zufriedenheit gearbeitet hat, ihn anzustellen. In anderen Staaten sind die Schreibgehilfen kontingentiert. Wir haben das 35. «ahr vorgeschlagen und eine Dienstzeit von 15 Jahren. Tie Stellenzahl soll auf 20 Prozent kontingentiert werden. Es liegen nun weitergehende Anträge vor. Ich möchte bitten, sich auf das zurück- zuzicheii, was wir vorgefchlagen haben. Wenn wir nach den alten Grundsätzen weiteriahren, so würden wir im Iuuizreiiort 112 Gehilfen anzustellen haben. Wir haben für die Hebergangs zeit Milderung rintreten lassen. Ohne Härten läßt sich eine Maßnahme nicht durchführen. Wir bitten also, den Kontingent auf 20 Prozent festzusetzen
Abg. Zuckmcver -Ztr): Ter Iustizetat kommt immer zu kurz, er wird als Stiemno behandelt. Tie Aktuariatsassistenten rufen mit Recht nach Anstellung. Ick weiß nicht, warum sich die Regierung itriubt, da finanzielle Schwierigkeiten nickt bestehen. Wer auch die afabemifdxit Beamten sind unzufrieden. Ter Redner fordert eine Besserstellung der Richter. Wir können solange nicht von lleberschüsfen int Etat sprechen, solange die {Regierung hier nicht ihre Pflicht getan hat. Datz die Minister von der beabsichtigten Erhöhung der Gebiller ausgeschlossen sind, halte ich für falsch. 'JUlc Beamten sind ihres Lohnes wert. Auch die Bescheidenheit der Minister ist unangebracht. Hier handelt es fick nicht um die Person, sondern um das Amt. Wir wissen nickt, wie sich spätere Minister dazu verhallen. Sollen wir da wieder zu einer Aenderung der Besoldung schreiten? Der Redner verbreitet sick dann über die Praxis beim Arm en- recht. Er bestreitet dem Abg. Dr. Fulda gegenüber, datz feine (Redners) Ansicht unsozial sei.
Abg. Zuckmehcr behandelt bann das Sternpelgesetz. Durch Herabsetzung des Stempels würde man mehr erreichen. Dadurch schließt man große Firmen vorn Zuzug nach Hessen aus. Der Mobiliarstempel befd wert nicht nur das Land, sondern vor allem die Stadt Der Redner geht auf Einzelheiten aus der Praxis rin. Die Gericktskostzn müssten schneller ringeholl werden. Gegen das Notariat wird ein Ansturm unternommen. Eine Beseitigung des Notariats würde die Ucbcrtragung dieser Funktionen an Rick.ter bedeuten. Eine Verstaatlichung des Notariats wäre ein Rückschritt.
In einem Mainzer Blatte ist in der Betrugsaffäre ein falscher Name genannt: etwas derartiges feilte man für unrnög lick, halten Gewi? ist die Presse eine Macht, und weil sie das ist, sollte sie sich ihrer mächtigen Stellung bewusst fein. Sic sollte so vorsichtig wie nur irgend möglich sein Die Berichtigung des Mainzer Blattes mar auch durchaus ungenügend.
Der Redner beschäftigt sich dann mit der Bericksterstattung int allgemeinen, die parteiisch sei. Irn Interesse der Presse selbst mützte hier Abhilfe geschahen werden.
Abg. Tr. Schmitt (Ztr.) bespricht die Wirkungen des Niederlassungsstempels.
Abg. Grünewald: Er wolle es vermeiden, von der Besoldungsvorlage zu sprechen oder im vorigen Jahre Gesagtes wiederholen. 9luf die Darlegungen der Vorredner werde er nur insoweit eingehen, als er mit ihnen nicht einig gehe. Die Be Häuptling Zlickmcncrs, datz die Berichterstottung der Presse über Parlamentsver Handlungen nicht unparteiisch fei, stehe im allgemeinen richtig, die Frankfurter .Zeitung, ein Organ seiner Partei, macke allerdings eine Ausnahme, sie berichte über die Reden der Vauernbündler viel ausführlicher als über die der fortschritt lichen Redner, die sie manchmal sogar ganz weglasse. DaS geschehe gewiß aus Noblesse, vielleicht auch, lueil die Reden der Bauernbündler gehaltvoller seien Heiterkeit . — Tie Stempel- fragen würden demnächst bei Beratung des von> ihm mit .Untcr- stützung der Fortschrittspartei gestellten Antrags erörtert, er sei der Meinung, datz die hohen Stempelkosten den Verkehr erdrosselten und datz dem Staate mehr entgehe an Einkommen infolge der hohen Sätze als ihm niedrigere einbrächten: Hebrigens habe die Zentrumsfraktion in 1909 mitgewirkt bei der Schaffung des Reichszin'chlags: derselbe bildet ein Element der „s e g e u s r e i ch e n" R e i ch s f i n a n z r e f o r m. Den Städten feien freiwillige Umlegungen unmöglich gemacht, weil nach einer Entscheidung des Ministeriums der Eigentumsübertragnngsstempcl im Falle solcher Umlegungen zum Zwecke der Gewinnung von Baulerrain erwachse: wolle die neue Bauordnung eine Zwangs- legung vorsehen, so müsse hierauf Behackst genommen werden. Tie Anregung Zuckrneyers, ein Surrogat für den ausfallenden Stempel durch Stempe 1 pslichtigkeit der Privatverträge zu liefern, müsse er bekämpfen, eine solche Auflage bin de re den Verkehr, sie führe auch zu einer Beeinträchtigung der Rechtssicherheit, die die schriftliche Fixierung der Privatverträge biete.
Wie im vorigen Jahre, fo könne er bestätigen, datz man im Volke mit der hessischen Justiz zufrieden sei, wesentliche Klagen seien ihm nicht zu Gehör gekommen. Weniger zufrieden seien Richter, mittlere Justizbeamte und Schreibgehilfen mit der Regierung, die sich taub erweise gegenüber den Klagen, die in jedem Jahre von dm Abgeordneten vorgetragen würden, er habe häufig äutzern hören, datz die Regierung fein Herz ch'ir die Funktionäre der Justiz habe. Sparen müsse man in der Organisation, die Beamten aber, die man anstelle, voll beschäftigen, die Arbeitskraft ausnutzen und entsprechend vergüten. Es be deute einen eigentümlichen Widerspruch, wenn man klage über den Rückgang der Geburtm und andererseits den Beamten nickst ein Gehalt gewähre, das sie in die Lage versetze, Kinder zu ernähren und geeignet zu erziehen. Ter Einwand der Regierung, datz die oberen Beamten in Hessen gleichfalls viel geringer besoldet seien als in Preutzm, und daß deshalb auch bic mittleren und nie deren Jnstizbeamten zufrieden sein müßten, fei deplaziert, denn wenn er and) das Gehalt der Richter in Hessen für zu gering halte und den Besckstuß des Richtervereins, wie sckwn neulich bemerkt, billige, so fei es doch etwas Anderes, ob ein höherer Beamter fick einschränken müsse, oder ob einem Sckreibgchillen mit 1300 bezw. 1400 Mk. nicht einmal das Ex i st e n j m i n t m u m gewährt sei. Mit solchem Gehalt könne ein Mann mit Frau und zwei oder drei Minbem heutzutage nicht leben. Seien die Kosten der Schreibhilse gestiegen, so sei dies eine Folgo der Vermehrung bei Behörden, der vielen neuen Gesetze, des Wachsens der Bevölkerung, des Handels und Verkehrs. Das könne man dem Bedürfnis der Aermsten unter den Beamten nickst ent gegen halten, cs trage sich nur, ob dieselben arbeiten, und er wisse, daß sie vollauf beschäftigt feien. Ihr Dienst sei auch kein univick- tiger, ihre Arbeit keine mechanische, ivas sckwn ihre Zugehörigkeit zur Privatangestelltenversickrerung beweise. Ihre Funktion sei wichtig, ersordere vielfach Sachkunde und Diskretion. Die Haft tung_bcr Regierung in dieser Frage sei wenig sozial, man habe dtc «chreibgehilsen angenommen mit der Aussicht, daß sie nach 10 -itcnitiabrcn angeftcllt würden, mancher habe sick mit Rücksicht hierauf eine bessere Gelegenheit entgehen lassen. Da habe man ■tiemt und Lebensalter heraufgefetzt, die definitiven Stellen auf 20 Proz. beichränft
summe dem Antrag der drei Ausschutzmitglieder iit, brr ju jtalt 20 Proz. brimittne Stellen fordere. Dieser An-- trag sei jener als der sozialdemokratftcke
kD t . ,6er mittleren Justizbeamten fordere seine ^rluchrung der befinitiven Stellen um 58 und sie stimme
>n erster _mic, l>em bis forbemom sozialdemokratt chen Antrag zu, werde bendbe abgelehnt, so stimme sie für 30 womit bic
Jahrgänge 97, 98 und 99 angestellt würden. Er ricktc an Regierung und Landtag die dringende Bitte, diesen Aerbefterungen frusufHmmen, die Hnzuiriedenheit sei im Wachsen, die Gesährdung der Existenzen sei bedenklich. — Auch daß dem Verlangen nack Besetzung dekrettnätziger Stellen statt her Verwendung von Asses s o r e n endlich Rechnung getragen werde, müsse er verlangen: wenn jemand im Staatswesen einen Platz ausiullc, der besetzt werden müsse, und seine Schuldigkeit tue, so dürft der Staat ihn nickt als Tagelöhner behandeln, er müsse ihn anstellen. — Mit dem Einwand, man habe kein Geld, könne man nickt mehr kommen, denn man habe ja laut verkündet, datz die Finanzlage eine günstige sei: der Staat müsse es aber als seine erste Auf gäbe betrachten, seine Beamten genügend zu bezahlen. Der Ein-- wand der Regierung, daß seit der Bestimmung der Anstellung nach dem 30. Lebensjahr die Gehilfenschaft nicht mehr fluktuierend, sondern stabil geworden sei und daß sic meist ältere Gehilfen aufroriic, sei unbeachtlich, beide Momente seien eher zu begrüßen als ui bedauern Der Redner bemerkt nock, er fei nicht Notar, mißbillige auch die Vereinigung von Anwaltschaft und Notariat in einer Person wegen der vielfach cintrctenben Kollisionen und im Hinblick auf die notwendige Freiheit des Anwalts, er sei aber der Meinung, das; das Notariat als solches rin Segen fei und bestehen bleiben müsse. Es diene der Rechtssicherheit: die ortsgerickllichen Protokollierungen der Jmmobiliar^ und nament - lick 6er llcbergabsvcrträge seien eine Quelle Tür Prozesse gewesen: die vom Gesetz erforderten notariellen ober gerichtlichen He urfunbungen forderten die Mitwirkung von Notaren, durch sie würden die gesetzlichen Vorschriften gewahrt. Daß einzelne Notare Hnterschlagungen verübt hätten, beweise nichts gegen die In ftituhon, in Lberhessen würden übrigens bei den Notaren keine Werte hinterlegt Er richte an Regierung und Kammer nochmals das Erfucken, den Forderungen der Jufttzbeamten wenigstens zu dem Teile, ben der Ausschuß fordere, gerecht zu werden.
Beifall.)
Schluß der Sitzung um 6V2 Uhr. Fortsetzung morgen »or ■ mittag 9 Uhr.
Landwirtschaft.
— Friedberg, 4. März. Am Sonntag, 9. März, finde' im Hotel „Zu den dret Schwertern^ die Hauptversammlung des K r e i s - Z i e g e n z u ck t v e r e i n S statt. Da die Ziegen zücht immer mehr an Bedeutung gewinnt, so sind auch Nicht- niitglieder zu Meier Versammlung eingeladen.
vermischtes.
* Eine schauerliche Mordtat, ^n Chemnitz er- mordete der Schneider Manger in feiner in der Dittesstratzc gelegenen Wohnung seinen elfjährigen Sohn und seine achtjährige Tochter durch Beil hiebe und erhängte sick dann am Fensterkreu;. Manger lebte, wi.' die „Allgemeine Zeitung" meldet, seit längerer :Zrit von seiner Ehefrau getrennt uitd dürfte die Tat bereits am Samstag ausgesühn haben, da er seit ^dieser Zeit nicht mehr gesehen worden ist.
* Räuberischer Heber fall. In Halle a. d Saale wurde ein in einem Lotteriegeschäft bescktäftigtes junges Mädchen in dem GesclxistSlokal gefesselt und geknebelt aufgefunbni. 3000 Mark fehlten.
* Ertappte Schmuggler. Die Hamburger l i■ Sei ist einem großen Saccharin schmuggel auf die Spur gekommen. Sic verhaftete auf dem Bahnhof v i er L e u t e, die im Begriff standen, eine große Ladung Saccharin zu befördern.. Die Ermittelungen ergaben, daß es sich um aus der Schweiz ftam tuendes Saccharin handelt.
Kleine (Zagesthronif.
Die von der Akademie der Künste zur Vorfeier des Regierungs- jubiläruns des Kaisers in -den Räumen der Akademie zu Berlin veranstaltete Ausstellung ist am Dienstag von dem Prin-en August Wilhelm eröffnet worden.
Auf dem Neubau der Habnscken Eisenwerke in Großen bäum bei Duisburg ist das Eisengestä^rge des Daches aus iinbclanntcr Uriad>c e i n g e ft ü r»t. Vier Leute wurden getötet, einige verletzt.
In Frieders darf Mark) wollte der Fridkniter Fül- lingcr aus' Eabl ow mit seinen drei Enkeln über den Lankenfte gehen, als die Eisdecke plötzlick nachgab, während Füllinger mit dem kleinsten Enkel das Eis bereits betreten hatte. Die beiden älteren Minbcr befanden sick noch am Ufer. Fül l i u g e r und das Kind ertranlcn, bic Lrick^en wurden noch nickt geborgen.
Ans Innsbruck wird gemeldet: Die Tara ton -?llpen' wirtschaft am Fcrnpast ist samt dem Sägewerk von einer Lawine f o r t g c r i i f c n worden.
Bei einer großen Feuersbrunst im östlichen London verbrannte ein Kind: lieben Personen mürben verletzt, darunter zwei schwer. Mehrere retteten sich durch einen Sprung ans dem Fenster.
In A in ft e r b a m stürzte am Prinz-Heinrich-Kai ein Haus ein, wobei vier Minbcr ertranken.
Märkte.
Limburg (t. b. Lahu, März. r n ch t m a r f t. Durchschnittspreis vro Maller. Roter Weizen (nafianifdier) 17,00 Mk. weißer Weizen (anaebaule r<rcniblortcn) 10,.' 0 Korn 12,90 Mk. leerste: puttergerste 10,60 WIL, Braugerste 12,00 ML, vaier 7,00—9,60 DiL, Saat 11,50 Pik., Erbsen 4,00 ML, Slartoffeln 4,0C bis 5,00 Mk.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- unh Brotpreise am 3. März 1913.
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. Pi.
Fleifchpreise in Gießen
Ochsen
Kälber
Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 75—98 Pik.
Kg. Schlachtgw. 93-115111 , 79-82 .
Kg. 92-100 Mg.
»/, , 94—98 , ', , 90-110 ,
Getreidepreise in M a u n h e i m
Brotpreise in Lietzen
Weizen 100 Kg. 21.25-21.50 Pik.
Roggen 100 Kg. 17.75-18 00 Mk.
1 'Iseitzbrot 2 Rg. 56 ßtg., I Schwarzbrot 2Rg.48 Bfg.
Zur Kräftigung.
Scotts Emulsion verbindet hohen Nührtoert mit Leicht-
berbauhcttaL Ter in ihr enthaltene Lebertran ist im Scottichen Verfahren in seine Tröpfchen zerteilt, fomü auch für einen weniger leistungekähigen Magen .uträtzlich «cmacht. Teshalb läßt sich eint Kur mit Scott» Emulsion mit
besierem Erfolge durchmbrrn.
■E c -itii Gmulfion wird von uni a><« •Shtgiid) tu groijtn Bettauft, unb »war utt lot» na® »«wicht oOft TOah. sondern nur in txrfitgfUni Cnginal Halben in flerton mit nn'trer Lchuymort, (,Zischer mit dem Tnrsch». ScoN ch «own». e. m. d. H., Frankfurt a.
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