Ausgabe 
7.11.1913 Zweites Blatt
 
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gebraten werden, so zerteikt man ihn in Scheiben quer über den Körper. Immer nimmt man jedoch die leichte vor­herige Salzung und eventuell auch die Pressung vor, erstere auch dann, wenn der Fisch ungeteilt gekocht werden soll.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. November 1913.

Stadttheater. Die Sonntag-Nachmittagaufführunq von .Püppchen* ist die überhaupt letzte Aufführung dieser populären GesangSpoffe, da für übernächsten Sonntag bereits eine andere Novität vorbereitet wird. Am nächsten Mon­tag (10. November) wird zu Schillers Geburtstag außer Abonnement .Wilhelm Tell* gegeben. Diese Vorstellung findet bei kleinen Preisen statt.

* TaS A n t i s v i r i t i st e n v a a r Iran Anny und Wilhelm LanL-Ne», das, wie versichert wird, in Berlin über 800 Vor­stellungen bei großem Zuläufe gegeben hat und auch anderwärts mit großem Erfolge an'trat, wird demnächst im (5ai4 L'eib feine interessanten Erverimente vorführen (Wunschelrutenmedium, bas Tischrncken, die selbstfvielenden Jnstrumenle aus der vierten Timenüon, eine original-ainerikanis ße fpiritistifcke Ci Huna, SoM- geisterfchrist aus dem ^enfeils, Riesen,ablenqebächtnis, sowie hoch­interessante Aufklärungen über Spiritismus, Gedanken.c»en, Zitieren der Geister, 3ronn-a5|ncfcn, geheimnisvoller stosser, Zettenfesieluiiaen, Blumenmedium, frellteben usw). Lämlficke Erverimente werden im hell erleuchteten Saale oorgcfnbrt. Tie Vorstellungen finden am SamStaa abend, Loimtag nachmittag und Lountaq abend statt.

** lieber das Abladen von Kohlen aus der Straße enthält das heutige .ttrckblatr eine Bekanntmachung, aus die wir Hinweisen. Danach darf das Abladcn der .stöhlen nur aus der Fahrbahn erfolgen und das Wegbringen der Kohlen hat unmittelbar nach dem Abladern zu erfolgen. Tie verunreinigten Straßenteilc sind sofort gründlich zu reinigen.

Landkreis Gießen.

-m. Steinbach bei Gießen, 7. Nov. Der Anschluß tinsereS OrteS an das Elektrizitätsnetz ist nunmehr eertiqgestellt morden. Gestern abend waren die Straßen zmn frsten Mal elektrisch beleuchtet. Die meisten Hausbesitzer haben sich an daS Netz anqeschloffen.

n. Döbelnrod, 7. Nov. Gestern hielt der langjährige Jngd- pächter, Rentner Ober aus Frankfurt, eine größere Treibjagd ouf seinem Gebiete ab. Geladen ivaren etwa 20 Jäger, meistens Herren aus Frankfurt, die mit dem Frnhzuge eintrafen. Im ganzen wurden 10 Rehe und 15 Hasen geschosten.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 6. Nov. Die Wahlen zur Stadt- ve rord n eten-Versa m m lung finden am. 13. November ds. IS. statt. Fünf Stadtverordnete werden neugewählt und fünf scheiden auS. Die Preise deS Kornes und deS Weizens sind in den Orten unserer Umgebung herunter­gegangen.

8 Bad-Nauheim, 6. Nov. Es sollen in Bad-Nau- hcim Verhandlungen im Gange sein, die die Erbauung eines Niesen Hotels in der Größe des Grand-HotelS versolgen. Bis jetzt soll ein Abschluß noch nicht erzielt worden sein. Wie wir auS zuverlässiger Quelle erfahren, dürfte noch ein großes Fragezeichen hinter die sich im Umlaufe befindenden Gerüchte zu setzen sein. Ein doüigeS Blatt schreibt dazu: .Falls das projektierte Hotel zur Ausführung gelangen sollte, so müßte eS für die Vermicterkreise eine schwere Konkurrenz darstellen, deren Einfluß nicht abzuschen ist."

= Bad-Nauheim, 6. Nov. Bei einer Haus- schtachtung wurde ein einjähriges Schwein von dem außergeivöhnlichen Gewichte von 4 Zentnern geschlachtet.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. D a r m st a d t, 6. Nov. Zwei Straßenräuber wurden gestern bezw. heute durch die eifrige Tätigkeit der Kriminalpolizei f c st g c n o m m c n. Am Dienstag und Milt- woch wurde in der Dämmerstunde nach 7 Uhr, im ersten Fall in der Wittmanstraßc und im zweiten Fall in der Die­burger Straße einsam nach Hause gehenden Damen das Handtäschchcn mit Inhalt entrissen. Durch eingehende Ermittelungen der Kriminalpolizei gelang es gestern den 28 Jahre alten Hch. Zi in brich und heute den 19 Jahre alten Rud. Nastvogel, beide mehrfach vorbestraft, fest­zunehmen, welche die Raubzüge ausführten. Nastvogel ist am meisten belastet, Z. war nur Aufpasser. Sic haben die beiden Fälle eingestanden und außerdem zugegeben, daß sic auch dieser Tage in einem Gartenhause in der Dieburger Straße einen E i n b r u ch verübt haben.

w D a r m st a d t, 6. Nov. Der Obsthändler P l a t t, der in der Nacht zum Sonntag in R i m b a ch den Arbeiter Ma­der erstochen hat, hat sich heute der Staatsanwaltschaft s e l b st g e st e l l t.

rm. Darmstadt, 6. Nov. Mit 250 Mark ver­schwunden ist heute nachmittag der in dem Rcsidcnztheater beschäftigte .Hausbursche Joh. B u r ck h a r d t aus Fürth i. B. Er ist seit einigen Tagen hier beschäftigt und sollte den Be­trag bei der Post einzahlen, ließ sich aber bis zum Abend nicht mehr sehen. Er ist etwa 26 Jahre alt, 175 80 Zenti­meter groß, ist schmal, von blassem Aussehen, hat blondes Haar und Anflug von Schnurrbart. Er trug dunkle Hose, weiße Weste, Schürze und war ohne Kopfbedeckung. Die Poli­zei fahndet nach ihm.

Offenbach, 6. Nov. Am Donnerstag abend fand im Saale des evangelischen VercinßhauseS zu Offenbach ein Vortrag deS ReichStagSabgeordnetrn Generalleutnant z. D. v. Liebert über das Thema .Hundert Jahre deutscher Ent­wicklung" statt, zu der die Ortsgruppe der Hessischen NeichS- varlei eingeladen hatte.

HkffcN'Nussau.

(h> Höchst a. M., 6. Nov. Der Kampf umdieStadt- verordneten-Mandate, der hier am 20. November auSgetragen wird, erhitzt die Gemüter immer mehr. Da sich die Bürgerlichen nicht auf eine gemeinsame Kandidatenliste zu einigen vermochten, haben die ,,Farbwerkspartei" und die bürgerlichen Parteien" eigene Kandidaten aufgestellt. 'Wie­derholte Verständigungsversuche sind bis jetzt gescheitert. Als dritte Partei bewerben sich die Sozialdemokraten um die erledigten Sessel.

(b) Bad .Homburg v. d.H., 6. Nov. Tie Krcis- snnodc deS Dekanats Homburg beschloß, bei den Kirchen behörden dahin vorstellig zu werden, daß im Hinblick auf die Störung der P f i n g st G o t t e S d i c n st e durch den Prinz»Heinrich-Flug derartige Veranstaltungen an Sonn- und Feiertagen künftig unterbleiben.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 4. Nov.

Zu einer Eiubrecherbande, mit der Absicht der fongesetzten Begehung von Diebstählen, batten sich die seither unlnilraftcn Arbeiter L. B. und K. H. beide in Gießen, tuiaimnengetan. Im August d. Is. haben fic Gießen und Umgegend unlieber ge­macht und an verschiedenen Orten Einbruä»crebNad ausgc- fiihn. So in Saasen, wo ihnen Schinken und Würste int Werte von 70 Mark in die Hande fielen, und aus dem Braunstcmbcrg-

werk, wo sie die Aufieherhütten ausplünderten. Außerdem batten sie auf ihren nächtlichen Strcnzügen einen Eindruck m die Kirche auf dem Veitsberg bei Saasen versucht und sich in Leihgestern zweier Hausfriedensbrüche und mehrerer Nahrungsmittelenuven- düngen schuldig gemacht. B., von dem die Anschläge auSgegangen waren und der auch der Hauvtbcteiligte war, hat weiter in Ge­meinschaft mir dem Mitangeklagten Arbeiter Ha. in Gießen zu Beltershain aus einem Tisch, dessen Platte er mit einem Beil aufgebrochen hatte, Geld, Wertvavierc und andere Gegenstände gestohlen. Tie Wertvaoicre sandte er, da er mu ihnen nichts an­zufangen wußte, wieder zurück. B. allein fallen dann noch lur Last: ein Einbruchsdiebstahl bei dem Wirt K in Gießen, eine Entwendung von MinberitrümPTcn in Leihgestern und die ^gehung einer widernatürlichen Unzucht. Tas Urteil lautet auf 3 Jahre Gefängnis und 6 Wochen Haft, sowie aut Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von 5 Jahren. Von den Mitangeklagten, die unter seiner Einwirkung auf die Bahn des Verbrechens geraten waren, wurde K. He. mit 1 Jahr Gcfäng nis und 4 Wochen Haft, E. Ha. mit 4 Monaten Gefängnis bestraft. Sämtlichen Verurteilten wurden einige Wochen Unter« suchungshaft aut die Strafe angerech.net. Freigesvrochen wurde die der .Hehlerei Mitangeklagte Ehefrau L. D.

Ter Bürgermeister in Bergheim,

K. K II., hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung, Betrugs und Pfandveräußerung zu verantworten. #., der in Ber- mögensrückgang geraten mar, harte sich zur Besclvffung von Geld an einen Frankfurter Geldverleiher gewandt, dem aber die von dem Angeklagten gegebenen Wechselakzepte das eine über 600 Mk, das andere über 620 Mr. nicht genügten. Er ver­langte weiter die Beibringung zweier onsgerichtlimen Bescheini­gungen über seine .ürebitmürDrgkit. Nachdem der Angeklagte ver­geblich versucht hatte, sich bie Unterschrift eines Lnsgerickts- mannes auf den v^rgeschriebenen Bescheinigungen zu venchaffen, fälschte er die Unterschrift eines anderen Lrtsgericktsmannes aus den Bescheinigungen, drückte ihnen das Amtssieael bei und schickte sie nach Frankfurt. Er erreichte damit, daß ijffn das Geld aus- bezahlt wurde. In einem anderen Falle machte er sich des Be­trugs dadurch schuldig, daß er zugunsten eines gewissen H. Jt. in Babenhausen I eine amtliche Auskunft gab, in der er ihn als kreditwürdig bezeichnete, obwohl ihm seine schlechte Vermögens­lage bekannt war. Tie Folge war, daß der Frankfurter Geld­geber getäuscht wurde und schließlich einen Ausfall von 300 Mk. erlitt. Tie Strafkammer sprach eine Gesamtgesängnisstrafe von sieben Monaten gegen den Angeklagten aus. Von der weiteren An­klage, eine Kuh, die bereits gepfändet war, veräußert zu haben, wurde er freigesprochen.

Aussetzung der Verhandlung erfolgte in der Strafsache gegen den Landwirt Fr. F. von Ber­stadt wegen Körperverletzung, der vom Schöffengericht mit 20Mk. bestraft, zur Erzielung von Freisprechung '-Berufung verfolgt. Neuer Termin wurde auf den 9. Dezember 1913 bestimmt. Das Gericht hielt die Beiladung weiterer Zeugen für erforderlich.

(F/cric^ufaal.

Pflicht zur Führung deS BaubuchS.

Tas Reichsgesetz über die Sicherung der Bauforde­rn n g e n sucht seinen Zweck, eine finanzielle Schädigung der an einem Neubau beteiligten Handwerker und Lieferanten nach Mög- lid feit auszuschließen, unter anderem auch dadurch zu erreichen, daß es denjenigen, der die Herstellung eines Baues unternimmt, zur Führung eines sogenannten Baubuches verpslichtet. Nach 8 2 des Gesetzes hat ein Bäubuch zu führen, wer die Herstellung eines Neubaues unternimmt und entweder ,,Baugewerbetrei­bender" ist oder sich für den Neubau Baugeld hat gewähren lassen. Baugewerbetreibende sind zur Führung des Baubuäis also schlechthin verpflichtet. In dem Baubuche ist genau über die für den Bau bereits verbrauchten und noch zur Verfügung stel ni den Geldmittel Buch zu führe n. Tiefer Buckführnngspslicht kann, wie jetzt das Reichsgericht ausgeführt bat, keineswegs schon dadurch genügt werden, daß über die Verwendung des Bau­geldes in anderen Geschäftsbüchern Buch geführt ist, mag dies auch noch so sorgfällig geschehen fein. Tas Gesetz will eine Buchführung, die nur Tür einen bestimmten Bau angelegt ist, wie sciwn daraus hervorgeht, daß für mehrere Bauten auch mehrere B a u b u ch e r geführt xwerden müssen. Der Architekt Z. in Köln hatte Mitte 1909 mit dem Arckntekten Sch. daselbst eine offene Handelsgesellschaft gegründet gehabt, die aber Ende 1912 in Konkurs geriet. Durch diesen Zu­sammenbruch waren mehrere Handwerker und Lieferanten emp­findlich geschädigt tvorden, die an einem von den beiden Archi­tekten imtcntonmicncit Neubau beteiligt waren. Ein Baubuch war nicht geführt worden. Z. war deshalb vom Landgericht W ö 1 n wegen Vergehens g'gcit 8 2 des Gesetzes zu Geldstrafe verurteilt worden. Auch wenn er für den Neubau keine Baug'elder geitonnitiii gehabt habe, so sei er zur Führung des Baubuchs doch deshalb verpflichtet gewesen, well erBaugewerbetreibeirder" gewesen sei. In seiner Revision beim Reichsgericht machte Z. geltend, er selbst sei gar nicht Baugewerbetreibender, sondern mir Teil­haber einer offenen Handelsgesellschaft des Baugewerbes. Tie Gesellschaft als solche habe aber, wie erwiesen sei, ihre Handels­bücher ordnungsmäßig geführt gehabt und in diesen Büchern auch genau über die beim Baue verivendeten Gelder Buch geführt. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Angellagten als unbegründet. Das Gesetz verlange ausdrücklich die Führung eines Baubucks, das einen Nachweis über die beim Baue ver wendeten Gelder enthalte. Dieser gesetzlichen Buchsübrunaspslickü könne aber nicht dadurch genügt sein, daß die auf de-r Bau be­züglichen Nack-weise sich verstreut in einzelnen Handelsdüchern be- sänden. Das widerstreite dem Zwecke des Gesetzes.

Kiew, 6. Nov. Der Staatsanwalt gab eine eingehende Kritik der Zeugenaussagen und zog den Schluß: Beilis schleppte Jusck>- tschinski in die spätere Wohnnng der Frau Beilis, dort wurde der Mord begangen. Wer außer Beilis beteiligt war, ist unbekannt. Diejenigen Sachverständigen, welche übereinstimmten, bewiesen, daß Juschtschinski gemartert wurde,rrm seinBlut zu gewinnen. Tie Frage, welche Judensekte Blut gebrauch und zu welchen Zwecken, ist nicht entscheidbar. Er wolle nicht die jüdische Religion als solche, die vielsach mit der christlichen übereinftimme, beschuldigen, es handle sich vielmehr um einzelne Fanatiker oder nickt näher bekannte Sekten. Tie Gesckworenen sollten ans Jufcktickinskis Martern den Mut scköpsen, das Urteil gemäß ihrem Gewissen abzugeben. Tei Jude Beilis sollte den Russen Juscktschinski in ihnen nickt in den Hintergrund drangen. Jufcktickinskis Grab werde lange die Stätte der Wallsahrt und des Gebetes sein.

Konstantinopel, 7. Nov. Der aus Paris erwartete Flieger D a n e o u r t ist gestern von Warna kommend auf dem Flugplatz von San Stefano gelandet.

Paris, 7. Nov. Im Aerodrom von Buc wohnte gestern ein zahlreickcs Publikum den Darbietungen des Fliegers Chevil - l a r b bei, der bekannt gegeben hatte, daß er mit sei wem Far - mann Zweidecker die Leistungen Pegouds noch über­bieten werde Er zeigte Sprralabstiege, Sturzflüge und Wendungen von erstaunlicker Kühnheit. Das Soannendfte war ein senkrechter Gleiiabstieg auf einem Flügel, bei welchem der andere nach oben ragende Flügel eine leichte Uebernngung zeigte. Chevillard richtete den Apparat, an deffen Sitz er nicht fest geschnallt war, Nckcr aut und »andete rasch und leicht.

Var Eisenbahnunglück bei Melnn.

Geborgenen beträgt augen­blicklich 39. 2# Tote und identninen worben, bic übrigen 11 noch nickt, xie Erkennung durfte sehr schwierig fein, weil bie meisten Toten säst vollständig verkohlt sinb. Ferner werben noch rivei Post­beamte vermißt. Ter 3uitarti) brr Verletzten ist ben Umständen cmfpvcchend zufriedenstellend.

In der fiammer drückte Teschanel unter tTcTcm Schweigen der Anwesenden die schmerzliche Bewegung der .QamnuT_über das Unglück von Melun aus und sprach den Familien der Lpicr die Teilnahme der »Ummer aus. Tie Regierung ichlor» hch der Kund­gebung an und verlangte die Bewilligung eines schleunigen Kredits von 26 000 Franks für bic Beerdigung der Cmer bcS Unglücks und bie Unterstützung der Familien der verunglückten Postbeamten. Ter Kredit itnirbc einstimmig bewilligt. Hieraus begann die üammer bie Beratung der Wahlreform.

*

Stettin, 6 Nov. Ter Schnellzug, der gestern abend um 11.22 Uhr in Stettin eintreffen sollte, stieß bei der Station Spon- h o l z unwctt von Neu-Brandenburg, da die Einfahrt irr­tümlich freigegeben worden war, auf einem Nebengleise mit einem Sckienenwagen zusammen. Tic Sagen des Schnellzuges jpurben erheblick beicbäbigt. Ein HilsSzug mit^Passagicren des 3<hnflb ;uges traf um drei Uhr morgens in Stettin eilt Ein Badn - jchaffner und zwei Leute des Fahr personal» wurden erheblich verletzt.

Sum Untergang »es Doltumo.

Auszeichnung der deutschen Rettungsmann­schaften.

Bremen, 5. Nov. Tas heldenmütige RettungSwerk der TampserGroßer Kurfürst" undSendlitz" des Nvrb- fceutfri en Llohd gelegentlich der KolastrooHe deS .,V o l rn rn o" veranlaßte den Norddeutschen Llovd, den beteiligten Offi­zieren und Mannschaften besondere A u i 3 c i d> nu n g c 11 zn- fommeit zu iahen Ter bi-Mierige erste Cffaier Spangenberg, welcher provisorisch das Kommando desGroßer Kurfürst" tnnc hatte, wurde zum Kapitän ernannt Die Offifiere, welche die leiden von den genannten Dammern ausgefc^n Rettungsboote führten, erhielten ein Gefckenk und sämtliche Bootsmaiutickaffn der zwölf Rettungsboote berber Schiffe einen Monatsgehalt, außer­dem die anderen am tliettungswerk beteiligten Leute, nn'Idx* an Bord desGroßer Änrfiirst" und desSevdlitz" verblieben, ent sprechen de Gratisikationen. Ferner gingen jedem einzelnen von den Bootsbesatzungen, Matrosen, Heizern und Stewarvs persön- üdx Dankschreiben der Direktion des Ddorddeutschen Llovd zu.

vermischtes,

* Großseuer. Aus P f 0 r b c i m , 5. November, wird ge­meldet: Heute vormittag ist in virsau die Zahnbürstensabrik Sanitas, G. m. b. H , samt Daren- und Materialoorrälen nebst dem anliegenden Wohnhaus säst vollständig nieberge-« brannt. Der Schaben wird aus über 50 000 Mark geschätzt, der Fahrnis- und Materialschaden dürste wohl ebenso hoch sein.

" Der falsche Liebhaber. Vor etwa einem Monat er- tattctc eine junge russische Witwe in Paris Anzeige, daß sie in Baden-Baden von vier Hochsta.'lern um 100000 Mark betrogen worden sei. Einer der Hochstapler habe sich in ihr Vertrauen eüv geschlichen. Sie machte mit ihm täglich Ausflüge, wobei sie ein­mal von einem Feldhüter und zwei (tenbannen überrascht wurden. Die Witwe zahlte ben Beamten 100000 Mark Schweigegelder. Die drei Personen, welche den Feldhüter und die beiden Gendarmen markiert hatten, wurden in Straßburg verhaftet. Der Liebhaber der jungen Witwe ist in Paris feftgenonimcn worden. Er sott Ge- richtsschrciber sein.

*VonLöwenverletzt. Ans Wien wird gemeldet: Wäh - rend der Vorstellung des Dompteurs Wichmann im Zirkus Henri) schlug ein Löwe mehrmals nach der Brust des Bändigers und brachte ihm mehrere tiefe Flcifchwunden bei. Der Dompteur brach feine Vorstellung nicht ab. Er unterdrückte ben Schmerz und das Publikum merkte nichts von dem Vorfall. Nach der Vorstellung ließ er sich verbinden und wurde nach einen» Krankenhaus übergeführt.

* Die bestätigte Regel. Vater:Dni bist Erster in der Schule geworden?" Sohn:Ja, und der Lehrer findet, daß ick) sehr begabt bin; er hat and) gesagt. ,Lch kenne Danen Vater; das beweist mir wieder einmal, daß das Talent immer eine Generation überspringt!"

Universitäts-Nachrichten.

Dt. Willy Hoppe, Bibliothekar am Historischen Se­minar der Universität Berlin und bet der Kaiserfl. Zentral­direktion der Monumenta Gerrnaniae Historica daselbst, ist vorn 1. Januar 1914 ab zum Landtagsbibliothekar in Dresden als Nachfolger von Tr. Armin Tille berufen worden.

In Hamburg ist am 5. November der Vorfdeher der dlbteilun. für hygienisch bakteriologiselre Untersuchungen am dor­tigen staatlichen Hygienisck-en Institut Professor Tr. mcd. Hcino Traut mann im Alter von 38 Jahren gestorben.

Eingesandt.

.Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Lollar, 7. Nov. In der am 3. d. MtS. im hiesigen Rathaussaale abgehaltenen Mitgliederversammlung deS Spar- und Vorschußvereins G. m. b. H. in Lollar, in der auch Herr Postsekretär i. P. Meyet-Gießen als Verbandsrevisor, sowie euteS weiteren Herrn aus Gießeu, in längeren Ausführungen die Lage der Kasse behandelten, wurde allgemein jestgestcttt, daß der Spar- und Vorsckyißverein auf gesunder Grundlage aufgebaut ist imb daß bei ruhigem Verhalten der Einleger sowie der Mftglicder für beide Teile keine Verluste zu erwarten sind. Es wurde u. a. bemerkt, daß man beabsichtige, am Jahresschlüsse alle Hypo­theken, die bet einer evtl. Zwangsversteigerung einen Ausfall bringen könnten, bis zu einer bestimmten Grenze abzuschreiben. Der sich hieraus ergebende Verlust sott durch Sicherhetts- leistung der Mitglieder gedeckt werden, die ihrer­seits nricber durch die Jahresübrricküsse der nächsten Jahre ent­schädigt werden. Ties ist von Seiten der Einleger ganz be­sonders mit Freuden zu begrüßen, denn cs bedeutet diese Maß­nahme eine außerordentliche S t a bi l i s i er u n g und somit eine größere Sicherheit der Kasse. Auch wird er­reicht, daß nicht, roie eZ bei der hiesigen t^ewerbcbunk der Fatt ist, die kapitalkräftigsten Mitglieder, ohne ihr Anteil am Verlust ersetzt zu haben, der Kafse den Rücken kehren können, und die Einleger dann ben Löwenanteil selbst zu tragen haben.

Man muß anerkennen, daß der Svar- und Vorschnßverem den ernsten Willen hat, Einleger und Mitglieder vor Verlusten zu schützen, indem er beizeiten für geeignete Maßnahmen Sorge trägt.

Ein Svareinleger deS Spar- und Borschußverein».

lvöchenll. Ueberficht »er Todesfälle L ö. Stadl stieycn.

44. Woche. Vom 26. Cftobcr dis 1. November 1913. Lftnvohncrzagl: anaenommen au 52 400(inf(. IflOU l:lamt SterbUchkettSziüer: 16,04 *!w nach Slbjug von 5 ürtsfrcntöe t: 8,02 ° M.

Ri ioec

21 nm.: Tie in Miammcnt gesetzten Ziffern geben au, wie rvt der Todes'ätte in der betreffenden Kranlheil auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Er starben am Zufanunem

Lebensschwäche 1

Altersschwäche 1

Herzfehler 1

Gehirnerweichung 1 (1)

£arm» und Leder­

krankheiten 8 (3)

N ierenschruinpfung 1

streb« 2 (1)

Envachfene: bn oout

L Ledeit-jrtzr: r.15. Jahr)

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