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Tageskalcndcr aus dem Jahre 1813.
16. September. Treffen bei Dahlenburg in der Göhrde (Lüneburg). Tas Lützowsche Freikorps bereitet den Franzosen eine empfindliche Niederlage. Hierbei fällt die kühne Eleonore Prohaska aus Potsdam.
waren vor zehn Jahren noch von so geringer Bedeutung, daß die Reichsstatistik sie im Jahrbuch kaum erwähnte Heute verfügen die 81 hessischen Mtienacsellschafteu über ein Kapital von 281 Millionen Mark, von dem 183 Millionen im Handcisgewerbe, 27 Millionen im Berkehrsgeweroe, 24 Millionen in der Nahrungsmittel-, je 16 Millionen in der Maschinen- und Chemischen Industrie arbeiten. Dazu treten 239 Gesellschaften m. b. H., die über ein Stammkapital von .->2 Millionen Mark verfügen, und 976 Genossenschaften mit 150000 Mitgliedern, von «denen 161 Genossenschaften für 191/2 Millionen haften.
Wie schon bemerkt, geht der errungene Erwerb nicht ganz im Verbrauch unter; cs ist vielen möglich gewesen, etwas zurück zu legen. Was im Sparstrumpf, in den Banken und in kleineren Grunderwerbungen angelegt ist, entzieht sich 10er Feststellung. Dagegen berichten die Sparkassen die sich von 42 auf 52 mit 16 Filialen Vermehrt haben, über eine ständige Zunahme der Einlagen. Bon 242 OOO Sparbüchern in den öffentlichen Sparkassen sind es 300 000 geworden, von einem Gesambguthabcn der Einleger von 203 Millionen 372 Millionen Mark. Gewiß soll nicht verkannt werden, daß man aus den Sparkassenguthabcn allein keine überspannten Schlüsse ziehen darf, weil früher viel Geld, das heute in den Kassen zinsbringend angelegt wird, zu Hause verwahrt wurde. Aber es ist doch zweifellos, daß heute weit mehr Geld als früher unter den Leuten ist — ein Zeichen des zunehmenden Wohlstandes aller Schichten des Volkes.
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3u Alfred de Digmjs 50. Todestag.
(Zum 17. September.)
Unter den leidenschaftlich erhitzten, lebenslustig erregten Gepalten der französischen Romantik steht, wie eine fremde, cdclgeformte, aber marmorkalte Statue, ein Dichter der in einsamer Größe, fern von den andern, melancholischen Visionen einer höheren Welt nachzuschaucn scheint: Alfred de Vlgnh. Wie vieles trennt diesen verschlossenen Aristokraten von dem lovialcn Frcundschaftstaumel derer um Victor Hugo, diesen weltfremden Pessimisten voii der kindlichen binnensreudc Mussets! Die neueste Forschung der Franzosen, öin Brünettere und Lasserre, hat daher noch besonders bervorgehoben, datz dieser „Romantiker" eigentlich gar kein Romantiker war, und so ist für diesen Schöpfer von ein paar hundert unvergeßlich schönen Versen, der vor 50 Jahren ziemlich unbeachtet starb, eine innige Verehrung und Begeisterung^ aufgeflammt, die sich bei der Erinnerungsfeier des 17. September nach allen Anzeichen in überraschender Weise offenbaren wird.
Ter junge^Graf aus altadligem Geschlecht, zu spät ac l-oren. um im emne seiner Vorfahren kriegerischen Lorbeer zu erwerben, gibt die Langeweile eines untätigen Militär dienstes rasch aus und widmet sich ganz seinem inneren Beruf, den er mit Heiligkeit eines Priesters gepflegt. In den ersten Strophen, die die klassische Grazie Andrö Chenicrs fort- klingen lassen, herrscht ein antikisierender Geist, der erst später durch romantische Tendenzen verdrängt wird In feinem prächtigen historischen Roman „Cinq-Mars" schasst er einige der wenigen Nachahmungen Walter Scotts, die an künstlerischer Geschlossenheit den Meister überragen; mit der Ucbersetzung von Shakespeares „Othello" bekennt er sich zu dem großen Briten, den die französische Klassik als „einen wüsten Barbaren" verachtet. In dem symbolischen Roman „etello" und dem wundervollen Drama „Chatterton" ist es dann die romantische Selbstherrlichkeit des Dichters, das Recht der Persönlichkeit, das er predigt, und in ergreisenden Bildern hat ?r die Tragik der allzu sensiblen, allzu zerbrechlichen Dichterseele gemalt, die von „der Welt Unfläterei" verschlurgen wird. Dieser Kampf des Jdealmenschen gegen die unbesiegbare Gemeinheit und rohe Brutalität des Lebens bildet den Grundton jenes stolzen Pessimismus, der am ergreifenden in feinen Gedichten zum.Ausdruck ringt
Lin Iagdbesuch des Halfers?
c x lo- Sept. Nach dem Jagdfrühstück setzte
Äser^ltxe-n Origen Jagdgästen des Grasen Lansch-Monnich die Jagd in der Ojojnitzer Remise bis nach mittags 4 Uhr fort Die Ges-mtstrecke betrug 1825 Stück und Wildenten. Um 4 Uhr wurde die Rück
fahrt nach Schloß Salza angetreten. Um 8 Uhr abends fand
Stunde, wo der närrische Junge sich versteckte, um'die mit leinen rnysttschen Erlebnissen zu füllen. In das ^U- t ihn Evelme, zieht den auf Wolkenhöl)en Wandelnden Mvüi? Ä e5 tnr ?"?^^bischer Leidenschaft all seine Mystik einbußt und, den sehr soliden Erdboden unter den Füßen tImSÄ-h 5U ^rden verspricht, dem rühmliche Erfolge die Laichen lullen. Heinrich Wteselin, der nunmehr Kurzgeschorene, T Simsonkrafte in den Armen Delilas verloren, er wird banah daß er beim angeblichen Manne Evelinens, der milbr-F.$OrntU5b l6rc $>anb «"hält, nachdem er bereits mit ihr — durchgebrannt war. Herr Woerz hat den *"e überhaupt an der Aufführung !*V0bcn 1,f Ettlmger gab den prächtigen Herrgott des Theaters, eine von satter Lebensweisheit und geistvollem Sar- kasmus erfüllte Gestalt, mit vielem Gelingen, wenngleich oft allzu komisch; vvrtreitlich war Frl. Breda als Evelinc und H^r Nd^vloll'ichtdie entzückendste Gestalt, die man seit langem auf der Buhne sah, zu mimen batte: den Herrn Kudelius der überall ist und nirgends bemerft wird und dem die kränkenden «SÄ lnnc.r blc_ Wangen bleichen. Ter Erfolg des Abends war zart wie das Stück, aber innig wann. M. r- k Sinc " bue Südpolforschungsreise. Die Ena« Su? ??Cn' p1”’- London berichtet wird, eine neue sudpolwrichungsreve deren Ziel nicht der Pol, sondern das £aeb
^uard VII. benannte Land ist, das feit der Entdeckung lIn^SilrC 19°- nid)t weiter betreten worden ist. T^ Zeitung der Forschungsreise wird I. Foster Starkhouse über- nehmem der im Jahre 1910 die Ausrüstung der Seott^n a^efuört bat und sich bereits seit jener Zeit mit dnn Plane bte|er_ neuen Forschungsreise trägt Außer der Erforichung dieses großen Gebietes des Südvolkontinentes wird te Spedition ausgedehnte Untersuchungen über die Bewegung ausfuhren. Als Teilnehmer der Expedition werden Meteorologen, Physiker, Kartographen Lzeanogrch'hen usw. angeiuhrt, dock) ist aus den vorliegenden richten nicht zu ersehen, ob schon bestimmte Gelehrte für die 'ul naljme gewonnen sind. Die Forscher sollen schon im nächsten August von London aufbrechen; ihr erstes Reiseziel ist Punla «Urenas; von dort soll das norwegische Erpeditionsfchiff Polaris eme ^.ampyacht, die für diesen Zweck geörtert ist, sich südwärts wenden, um gegen die Jahreswende das Gebiet des ewigen Eises zu erreichen. Die englischen Gelehrten hoffen, ihre Arbeit in zwei Lvmmern beenden zu können, doch nehmen sie genug Proviant mit, um davon, vier oder gar fünf Jahre leben zu können. Tie Kosten der Forschungsreise werden auf rund 800 000 Mark angegeben.
ff Ein griechischer Grabfund in Ancona. In Ancona, aus einem Besitztum des Grafen Feretti ist, wie bereits
GmtCQuantum abzugewinnen, so beim Roggen statt 19,7 Doppelzentner vor zohn Jahren heute 22,1 D.-Z., beim Weizen 28 statt 23 D.-Z., bei den Kartoffeln 177 statt 135 Doppelzentner.
Wenig befriedigend hat sich der B i e h st a n d entwickelt, der schon bei der Zählung vom Jahre 1902 auf einen Verkaufswert von 134 Mill. Mk. geschätzt wurde. Erklärlich ist der Rückgang der Sch afz u ch t, die in Deutschland bei der australischen und bei der Baumwollkonkurrenz aus dem Aus stcrbeetat steht. Der Schafbestand verminderte sich von 82000 auf 48000 Stück, aber auch, entgegen den Erfahrungen in den anderen deutschen Gebieten, der Rinderbestand von 331000 auf 303 000. Dafür war die Vermehrung des S ch w c i n e b e st a ir d e s' um 23 000 Stück fein vollwertiger Ersatz. Umso erfreulicher ist es, daß die Zie ge, die Kuh des kleinen Mannes, nicht ebenfalls zurückgedrängt wurde, sondern ihren Bestand von 127 000 auf 132 000 Stück vermehrte. Leider stehen die Viehzüchter in einem immer schlechter werdenden Kampfe mit den Viehseuchen. Von der Maul- und Klauenseuche wurden z. B. im Jahre 1901 nur 557 Gehöfte befallen, während 1911 über 4600 Gehöfte neu betroffen wurden, aus denen dadurch 26 000 Rinder und 27 000 Schweine in Gefahr kämen. Tas sollte doch den Landwirten die Augen über die Gefährlichkeit der Seuchenübertragung öffnen, denn es wird immer wieder beklagt, daß man 'diese Gefahr vielfach auf die leichte Schulter nimmt und sich über die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßregeln oft hinwegsetzt.
Ueber Handel, Industrie und Gewerbe stehen nicht so klare Produktionsziffern zur Verfügung. Aber die Nachweise über den öffentlichen Verkehr, die Avbeiterverhäst- uisse, Erwcrbsgesellfchaften und Sparkassen bezciigen den außerordentlichen Aufschwung, den das Großherzogtum in der iniigsten Zett genommen hat. Tas hessische Schienennetz der Eisenbahnen verlängerte sich von 1274 auf 14 Kilometer, das der Straßenbahnen von 18 000 auf o7 ,00 Meter, und in den letzten sechs Jahren die Kraftwagen von 264 auf 1342. Daneben besteht ein großer Wässe r v e r k e h r. Der Verkehr von Massengütern auf den UmJ^Jag^teI(en Worms, Gernsheim, Gustavsburg, Mainz und Bingen ging allein von 1910 zu 1911 von 746000 Tonnen auf I1/2 Millionen in die Höhe, und der Güterverkehr iii den Rheinhäfen Worms, Weisenau, Gustavsburg, Mainz Budenheim und Bingen 1909—1911 von 2.77 auf 3.48 Mill Tonnen An der Vermehrung waren besonders Mainz Worms und Budenheim beteiligt.
Ver krank ist und Interesse hat für gute Hausmittel iine Arznei- oder üehdB
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Der Kampf um den Besitz Gümüldschinas.
K 0 n st a n t i n 0 p e l, 15. Sept. Beim Empfang der Ab- ordnung der provisorischen Regierung Gümüldschinas erklärte der Minister des Innern, T a l a a t B e y , die Pforte könne die Unabhängigkeitsbewegung nicht ermutigen und direkt unterstützen. Der Minister versprach im Laufe der türkisch bulgarischen Verhandlungen für den Schutz der heiligen Rechte der Bevölkerung Gümüldschinas einzutreten und ermahnte die Abordnung zur Ruhe. Ein Mitglied der Abordnung bemerkte, die Bevölkerung könne sich nicht langer mit leeren Worten zufrieden geben. Sic sei ent- fchlosien, auf ihrer Unabhängigkeit zu beharren, und werde d 1 e R u ck k e h r d c r Bulgaren nicht g e st a t t e n. Die Bevölkerung verlange eine Anerkennung der provisorischen Regierung und auch der Pforte. Die Bewegung breite sich immer mehr aus.
Die Blätter melden, daß die provisorische Regierung mit 0^ L^anisation.zur Verteidigung fortfährt und Steuern erhebt, sie hofft die Bulgaren vollständig zu verjagen oder zur Kapitulation zwingen zu können.
rc- nstantin 0 pel, 15. Sept. Zwischen bewaffneten Einwohnern von Gumuldschina und Bulgaren, die in der Nahe eine Stellung einnahmen, fanden Zusammenstöße statt- Die Bevölkerung wich zurück. - Die Zeitung „Tanin" Nt durch dav militärische Oberkommando suspendiert wor- das LkkLr/L'' bamit bC9rÜ"bCt' d°Ü di- Z-itun-,
xsn denselben zwei Jahren vermehrten sich die unter Gewerbcaufftcht stehenden Betriebe um 300, ihre Arbeiter um 10000. So wuchsen die Hauptindustriegruppen Baugewerbe von 12 300 auf 15 000 Arbeiter, Ledcrsabri- f a t i 0 n auf 13 700, Industrie der Steine und Erden ?0.000, Chemische Industrie von 5500 auf 6400, Holzindustrie auf 10 000, Nahrunas-' Mittelindustrie auf 19 000 an. Entsprechend sind die ft r an f en taff en gewachsen, die ja ein Abbild des jc- weiligen Arbeiterbestandes und der Konjunkturen geben Äre Mitglieder vermehrten sich im letzten Jahrzehnt von .33 000 auf 312000. Auch dieJnvalidenversicheruna umfaßt immer größere Kreise. Die hessische Anstalt hatte 1911 Über 12i/2 Millionen Mark Einnahmen gegen IG . Mil- twuep Mark 1901, und einen Vermögensbestand von 30i Millionen Mark gegen 17i/2 Millionen Mart ein Jahrzehnt vorher. v ' 0 1
Die Erwerbsgesellschaften, die heute einen ganz wesentlichen Teil des Mrtschaftslebens ausmachen
De Vignys Schwermut läßt sich nicht, wie man wohl versucht hat, aus unglücklicher Liebe, aus der Enge seines häuslichen -Laieins, aus den Enttäuschungen seines Selbstgefühls ober gar aus dem Magenkrebs erklären, an dem er gestorben- vielmehr die seelische Resonanz einer großartigen sittlichen Weltanschauung, die die Feindseligkeit der Natur gegen Den Meiifchen, die tragische Einsamkeit des Geisteshelden und die Gleichgültigkeit des höheren Schicksals erkannt zu haben glaubt Aber der Dichter ist in dieser „romantischen Krankheit des Weltschmerzes nicht stecken geblieben; er erhebt sich ^.lrvphcn über die Selbstsucht zu einem verstehenden Mitleid, zu Liebe gegen alle Geschöpfe und zu einer starken Rengpatlon nt dem Entschluß, das Schlechte in der Natur zu be,regen In dem religiösen Grundgefühl seines schaffens erinnert de Vignh an Pascal, und aus dieser wahrhaft erhabenen Seelenstimmung ersprießt die blaue Blume der großen Kunst, eines über alles Menschliche verklärten ^?^oollsmus, der de Vigny neben seine großen dichtc- rstchen Vorbilder stellt, neben Dante, Milton, Klopstock und ^.ffian. Der französische Ueberwinder der Romantik, der von deutschen Einsluffen tief berührt worden ist und als erster ^^atsche Ballade in der französischen Literatur eingeführt hat, halt sich zwar nur in wenigen Momenten auf der Höhe öicfer ganz Großen, aber daß ihm einiges wirklich Vollendete gelang, bleibt fein ewiger Ruhmestitel.
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_ —.Wiener Uraufführung: „Ter Mann im Wien, 14. September, wird uns ^"cben Nach einigen mehr oder weniger harmonischen Aui takten hat am Freitag die Wiener Theatersaison mir einem warten, aber ichonen vollen Akkord eingesetzt. Es war die £Üt£ öer Zeitung öes tüchtigen ^r. Arthur Rundt stehende Nesi- d e nz b uh n e die dem Wiener Dichter Thaddäus R i ttner öen Erotmungsabend ^weihte, indem sie seine neueste Komödil ,,-r.er Mann im Souffleurkasten" in einer sehr fetn- ^L^tatton, zur Tarstellung brachte. Ties^s erfreuliche x-^tuef schn^bte mit leinen im Leben tief verankerten 'Gestalten dustig und farbig über die Bretter, wie ein von heiterem Wind Satter; feine Ohren verlangt Rittners Komödie und der w die ^/aichauen in die originellen Absichten des Dichters, H^nrich^Mi?e !, fcincd ^rkes einen blutjungen Poeten stellt, an ihm zu zeigen . . nein, Rittner zeiat Uiw^doch^n s?r e5h cr’5 Nicht gewollt, io natürlich
bie ?us dem Souffleurkasten zieht Eveline Corelli,
die trrau de^ ^heaterdirektsrs, den jungen -Wiejelin zur mitter-
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Die hessische Volkswirtschaft im neuen F atistischenZahrbuch des-eutschenReichrs.
Im letzten Jahrzehnt ist die hessische Bevölkerung von l,2 Millionen auf 1,28 Millionen Köpfe angewachsen. Mit dieser Zunahme der Vollskrast hat die Vermehrung der einheimischen Wirtschaftskraft nicht nur Schritt gehalten, sondern sie hat sich in einem viel stärkeren Verhältnis gesteigert. Das betrifft in gleicher Weise Landwirtschaft, Gewerbe, Handel und Verkehr. Deren Aufschwung hat der Bevölkerung nicht nur die nötige Nahrung und Leb-ensnotdurft verschafft, sondern darüber hinaus das aktive Volksvermögen von Jahr zu Jahr erhöht. Ein Jahrzehnt ist im Leben eines Volks- l'örpers nur eine kurze Spanne Zeit, und wenn wir im nachstehenden zum Vergleich die Zeit vor etwa zehn Jahren nut hermiziehen, können wir daran am besten erkennen, wie die Entwicklung rüstig vorwärtsschreitet und uns dem Ziel aller Volkswirffchaft: Hcrabdämmung der Armut und Heranhebung möglichst vieler Volksgenossen zur reichlicheren ^oilnahmc an den Errungenschaften der livultur, stetig naher bringt. Schon in der immer umfangreicher werdenden Staatsverwaltung kommt das zum Ausdruck. Im vorigen Zähre bezifferten sich die Ausgaben für den Staatsbedarf auf über 100 Milt. Mk., zehn Jahre vorher erst auf 71 Mill. Mark. Die Staatsschulden stiegen von 313 auf 431 Mill pro Kopf der Bevölkerung von 286 auf 336 Mk. Das ist die stärkste Kopfbelastung unter allen deutschen Staaten. Preußen hat nur 235, das Königreich Sachsen nur 180 Mk. Staatsschulden auf den Einwohner. Aber zugleich.ist die Steucrfraft gewaltig angcwachsen, allerdings auch die Steuerschraube immer empfindlicher geworden, so bei den direkten Steuern von ll1/, auf 19 Millionen Mark. Es bc Deutet ein Glück, daß Hessen,aus seinen Staatsbahnen, auf die ja ein großer Teil der Schulden zurückzufiihren ist, eine ansehnliche Einnahme zieht. Sie warfen 15,74 Milt. Mark ab gegen nur 11 Millionen zehn Jahre vorher. Dazu haben sich die an das Reich abzuführcnden Matrikularbeiträge von 11,3 auf 4,3 Mill. Mk. vermindert, was bei diesem unangenehmen und viel an gefeindeten Ausgabeposten nur mit Genugtuung verzeichnet werden lcknn.
Tas Nahrungsbedürfnis für Mensch und Vieh zu befriedigen, hat die Landwirtschaft die größten Anstrengungen gemacht, wenn auch nicht überall mit dem gewünscht«'n Erfolg. Es ist auffallend, das; sich die Anbaufläche für Ger st c in den zehn Jahren um 10000 .Hektar vermindert hat, während ber 9to ggenb oben um 2800 Hektar, ber Weize n - b-oben um3100 Hekt., der Haferboden um 5000 Hekt der Kartoffelboden um 3000 Hektar größer wurde Es wurden 1912 etwa 13 000 Tonnen ^zu zwanzig Zentnern) Gerste weniger geerntet, aber auch 12000 Tonnen Hafer weniger, dagegen 23 000 Tonnen Roggen mehr, 25 000 Tonnen Weizen und 33 000 Tonnen Kartoffeln mehr. Obwohl auch die Wiesenfläche um 1300 Hektar zurückging, ist der Hcnertrag um 13 000 Tonnen gestiegen, eine Folge der ratio- 1 "Eren Wirtschaftsweise. Bei Roggen, Weizen und Kar- 1 tofreut ist es gelungen, mit Hilfe verbesserter Sobcnbearbcü tung und edleren Saatgutes dem Hektar ein viel größeres <
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M. Jahrgang Dienstag, P. September 19,3
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