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Drittes Blatt
165. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntags.
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Jahre 1911; davon waren aus
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Veröffcnt- Darmstadt
rechtzeitige Äe- verhindert. Die dieser Geheim
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agenten Bender in Krofdorf und Sinter Auheim.
das; deren Anwendung die sachgemäße und Handlung der erkrankten Tiere verzögert oder Landlcute werden deshalb vor dem Anlauf mittel gewarnt.
prinzipieller' Art erhoben worden, so insbesondere die Be- laslnng der mittleren nnb kleineren Städte mit erheblichen Ausgaben. Eingehend wurde über die Belastung der Stadt Darmstadt gesprochen. Die Sitzung wird morgen fortgesetzt, und wird sich dann auch die Regierung daran beteiligen.
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Ober Hessen 24, Rheinhessen 7, Starkenburg 7, dem Regierungsbezirk' Kassel 12 und dem Bezirk Wiesbaden 24 Personen. Tie Zahl der Berpflegnngstage betrug 24 146 Tage, für die 29 054 Mark aufgeivendet wurden, so daß auf den 1.20 Mark täglich kommt.
nträger fessel chaufeln ereimer
1903
1904
1905
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1911 Senn
Die „Gießener Famtlienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Xreisblalt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 3eit- sragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=^51. Redaktion:S^^112. Tel.-Äldr.: Anzeiger Gießen.
mit Borsicht zu deutenden Aufschluß über die Verfassung! der deutschen männlichen Jugend.
von je 10Ö endgültig Abgefertigten:
Lungenschwindsucht. Die unbemittelten Lungenkranken werden unentgeltlich untersucht, über die zur Bekämpfung der Tuberkulose erforderlichen Maßnahmen unterrichtet und je nach den
Mittwoch, 7. Mai 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Ilniversitäts - Buch- imb Cteindruckerei.
R. Lange, Gießen.
** Unbestellbare Posts en dun gen. lichungen über die bei der Ober-Postdirektion in lagernden unbestellbaren Postsendungen sollen künftig nicht mehr durch die Leitungen erfolgen, lieber die unanbringlich
Ähf Slnd hergesttii-, m haltbarem Oberleder! Boden durchgenäht odsl 'eit. Aormalformen, en?i hsche Absätze.
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Die Kosten für die höheren Schulen.
bs. Darmstadt, 6. Mai. In der heutigen Sitzung Finanzausschüsse s wurde das Gesetz, betreffend Kosten für die höheren Schulen besprochen, sind von verschiedenen Seiten Beanstandungen auch
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Völlig Untauglichen um 2,2 v. H. gefallen ist, so ist dabei zu 'berücksichtigen, daß in diese Sparte hauptsächlich Krüppel, Blinde, unheilbare Kranke usw. gehören. Bedenklich erscheint die Zunahme der Mindertauglichen, d. h. der Schwächlinge und Unterernährten, irnt 5,6 v. H. Der Anteil der Tauglichen ist andererseits seit 1903 um1 3,7 v. H. gefallen. Tie Ergebnisse des H-eeresergänzungsgeschästs haben sich bis 1910 fortgesetzt verschlechtert. Erst 1911 erfolgte eine geringe Besserung. Am ungünstigsten haben auch 1911 wieder die vorwiegend industriellen Landesteile abgcschnitten. Bon je 100 endgültig Ab gefertigten waren tauglich in der Provinz- Brandenburg 42,3, im Groß h e r z o g t n nr H esse n 46,6, im Königreich Sachsen 48,6 und in Schlesien 48,9. Tie höchsten Tauglichkeitsziffern weisen auf Elsaß mit 66,9, Ostpreußen mit 63,0 und.West- preußen mit 60,7 v. H. Man muß aber immer bei der Würdigung dieser Ziffern int Auge behalten, daß sie vielfach nur statistischen Wert hüben, weil die Auswahl und Unterscheidung der Tauglichen und Mindertauglichen in den verschiedenen Bezirken und Jahren verschieden scharf erfolgt. Auch in der Budgetkommisjion des Reichstags sind gerade die letzterwähnten Ziffern als nicht stichhaltig bezeichnet worden.
schaffner Wilhelmine MüIler in Krofdorf. Freiwillig aus geschieden die Telegraphengehilfinnen Christ- mann in Bingen und Hahn in Butzbach: !'
ruhig tot er weiter seine Pflicht. Da kam, ganz unerwartet. Eine furchtbare Explosion hatte das bis dahin
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gebliebenen Postsendungen werden vierteljährlich Berzeicii- nisse aufgestellt, die in dem Schaltervorraum der Post- anstalr am Aufgabeorte der Sendungen vier Wochen zur Einsichtnahme für das Publikum aushängen. Ser wegen des Verbleibs einer von ihm aufgelieferten Postsendung - sei es eine Wert- ober Einschreibsendung, ein Paket ober ein Brief mit Gelbinhalt — im ungewissen ist, wird gut tun, die Verzeichnisse einzusehen, um festzustellen, ob etwa der von ihnen vermißte Gegenstand bei der Ober Postdirek- tion lagert. Wenn das der Fall ist, mürbe er sich wegen Wiedererlangung ber Sendung an die betreffende Postanstalt zu wenden haben.
** Warnung. Seit einigen Jahren wird im Groß- Herzogtum ein schwunghafter Handel mit sogenannten Vieh- puloern und ähnlichen Geheimmitteln (Freß-, Blast-, Kraft-, Milchpulver und dergl.) betrieben. Dies muß aber als ein die Interessen des Bauernstandes in hohem Grade schädigender Uebelstand bezeichnet werden. Eine marktschreierische und wahrheitswidrige Reklame, mit der solche Mittel angepriesen werden, ist darauf, berechnet und geeignet, die Landwirte irre zu führen und sic zu veranlassen, Büttel zu kaufen, deren Wert und Wirkung in gar keinem Verhältnisse stehen zu den dafür gezahlten Preisen. Da die in Betracht kommenden Mittel vielfach als Heilmittel gegen Tierkrankheiten angepriesen und vertrieben werden, kann dies leicht die bedenkliche Folge haben,
Aus Stadt und
Gießen, 7. Mai 1913.
** P o st p e r s o n a l n a ch r i ch t e n. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen (in Silber) dem Ober-Briefträger Hoffmann in Groß°-Steinheim. Versetzt: Ober-Pvst- assistent Wachtel von Metz nach Bensheim: die Post- assistenten Rich. Becker von Barchfeld nach Ober-Ingelheim, Erinarth von Köln nach Mühlheim (Main), Gai- lu s von Großbodungen nach Rieder-Ingelheim, Günther von Ohrdruf nach Grünberg, Klemm von Kaltennordheim und Lehmann von Ziegenrück nach Mainz, Kopf von Ohrdruf, Friede. Müller von Brotterode, Wendt von Buttstädt und Zeitler von Erfurt nach Bad-Nauheim, Raum von Uber nach Osthofen, Rich. Scherfs von Rügenwalde nach Bingen und Vogt von Hamwver nach Darm' stabt. Bestanden: die Postsekretärprüfung: Ober-Post' assistent Seip in Michelstadt und Postassistent Schmidt in Groß-HKrau: die Telegraphensekretärprüfnug Ober-Tele- graphenassistent Auer in Darmstadt: die Telegraphen- ässislentenprüfung Telegraphengehilfe Schäfer in Mainz. Angenommen: zu Postgehilfen Schreibgehilfe Bätz, Gymnasiast Blank, Realgymnasiast D i eh in , die Oberrealschüler Pfeiffer, Si m m e r m a ch e r und Walter in Darmstadt: Oberrealschüler Lang und Privathandels - schaler Z i m m c r in Gießen; die Oberrealschüler Se h>r t und Steffens in Offenbach; zum Postanwärter Oberleutnant a. D. von Klip st ein in Groß-Gerau; zuTele- araphengehilfinnen Johanna Gr ü b in Bingen und Lina L o 11 c r in Butzbach; zum Poftagenten OKmeind eeinnehnier Kem m e re r in Klein-Auheim; zur Postagentin Frau Ppst-
politifdic CergesscSicru.
Hebet die Kriegsorden der Sanitätsoffiziere plaudert Generalleutnant z. D. Litzmann in der „Tägl. Rundschau":
Während ihre Untergebenen, die Sanitäts-Unteroffiziere un: -Gefreiten, das vor dem Feinde erworbene Militärehrenzeichen, getoöe so wie die Unteroffiziere und Mannschaften in Der Front, am schwarze n Band erhalten, wird den Sanitäts -Offizieren der .Kriegsorden anders als den Truppenoffizieren, nänilrch am wer Yen Band, verliehen. Mancher wird das als unbebeutenbe Aeuße.rlichkeit zu bezeichnen geneigt sein, sollte aber bedenken, daß Ordenszeichen an sich überhaupt Aeußerlich feiten sind und nur dadurch eine Bedeutung gewinnen, daß man etwas Besonderes in sie hineinlegt. Wenn ober Unterschiede im Abzeichen gemacht werden, kann es kaum ausbleiben, daß die Auszeichnung und damit auch ihr Anlaß, die persönliche Leistung des Betreffenden von der Menge — z. B. von den Mannschaften des Truppenteils, dem der Arzt angehört — verschieden hoch bewertet wird. So ist es denn auch von unfern braven Sanitätsoffizieren bei den Kämpfen in Südwestafrika als besondere Ehre und Freude angesehen worden, wenn ihnen dort ausnahmsweise ber Kriegsorden am schwarzen Bande verliehen wurde. Das geschah aber nur auf besonderen Antrag ihrer militärischen Vor gesetzten, die ihnen einen scherzweise so genannten „Schießschein" ausstellten, d. h. bescheinigten, daß der oder jener Sanitätsoffizier sich in irgendeiner Weise „aktiv" am Gefecht beteiligt habe.
Ich kann einem alten, sehr verdienten Sanitätsoffizier nur recht geben, wenn er bei Betrachtung dieser eigenartigen Verhältnisse ausrief: Das ist beinahe noch schlimmer als das weiße Band, weil dadurch ganz offenkundig zum Ausdruck gebracht wird, daß die ärztliche Tätigkeit im Felde der des Offiziers gegenüber gewissermaßen minderwertig ist."
Aus dem deutsch französischen Kriege erinnere ich mich eines Vorganges, der deutlich erkennen ließ, wie ber Sanitätsoffizier die Bandfrage beurteilt. Ich stand während des Vormarsches auf Paris mit unserem Stabsarzt neben der Chaussee, auf der eine zu den Truppen vorgezogene Proviantkolonne des Gardekorps vorübermarschierte. Einer ihrer Offiziere in der Uni form ber Gardedukorps trug das Eiserne Kreuz auf der Brust und natürlich am schwarzen Bande, wiewohl er niemals im Feuer gewesen war. „Sehen Sie," sagte der Stabsarzt zu mir, „dieser Herr gilt, wenn wir nach Hause kommen, bei allen als tapferer Kriegsheld, während unsereiner . . ." Dabei wies er auf sein weißes Band: er hatte auf dem blutgetränkten Schlachtfelde von St. Privat im feindlichen Feuer, mü wahrem Heldenmut und bis zur Erschöpfung für die Verwundeten gesorgt.
Aus neuerer Zeit möchte ich die Erlebnisse eines Marine- Stabsarztes anführen, die in einem Vortrage des Flottenvereins mitgeteilt wurden. Am 17. Juni 1900 lag unsere „Iltis", Kommandant Kapitän Lans, über sechs Stunden im Granat feuer der Taku-Forts: der Schiffsarzt, dem gleich zu Anfang die Mütze vom Kopf geschossen war, bekam bald alle Hände voll zu tun. In dem nichtigen Raum des Vorderschiffs, der als Verbandplatz diente, dröhnten die Schüsse der unmittelbar darüber ftcl)cnbcn Schiffsgeschütze derart, daß Arzt und Sanitüts- maat sich Watte in die Obren stopfen mußten. Die elektrischen Glühbirnen lockerten sich und verlöschten: Instrumente und Ver- banbmittej fielen zu Boden. Trotzdem mußte operiert werden: denn es fehlte nicht an Schwerverwundeten. Nach oben gerufen, hatte der Schisssarzt im feindlichen Feuer einen schwer verwun beten fremden Marineoffizier, den Kommandeur des japanischen Landungskorps an Bord ;u nehmen: er war in einem Boot zur „Iltis" geschafft worden. Dann wieder spielten sich veinvolle Szenen unten im engen Berbardraum ab, wohin die schrecklich verstümmelten tapferen Seeleute der „Iltis" eingeliefert wurden. Plötzlich erscholl der Ruf: „Der Stonimanbant liegt schwer verwundet auf der oberen Brücke!" Sofort eilte der Schisssarzt nach oben. Er bemühte sich, von anderen unterstützt, ben Kapitän von der Brücke hinabzutragen, hatte ihn mit seinen Armen um die Brust gefaßt und war ein paar Stufen ber Treppe hinabgestiegen, als er mit einem Male von Hellem Schein ge- blendel, von einem furchtbaren Krachen betäubt, jeden .Halt unter den Füßen verlor und niederftürzte: eine krepierende chinesische Granate hatte die Treppe weggerissen. Als der Schisssarzt wieder zu sich kam, war der Kommandant verschwunden. Vergeblich Umschau haltend, begab sich der Arzt wieder in den Vcrbaud- raum, wo seine Tätigkeit so dringend notwendig war. Er hatte sie eben ausgenommen, als eine Ordonnanz meldete: „Der Kommandant liegt im Boot längsseit des Schiffes!" Die Verband- mittel zwischen den Zähnen haltend, kletterte der pflichttreue Sanitätsoffizier an einem Tauende in das Boot hinab, um den bewußtlos gewordenen Kapitän wenigstens notdürftig zu verbinden. Da rief man schon wieder: „Herr Stabsarzt, schnell! Büchsenmacher B. und Heizer B. sind schwer verwundet!" Eine 24-Ztm.-Granate war quer durch den Verbandraum gegangen, hatte die ülpotheke und die meisten Verbandmittel zerstört und einen großen Oelbehälter zerrissen. Zwei jämmerlich zugerichtete Menschen wälzten sich in einem Strom von Oel unb Blut! Das war die Stunde, wo über die heldenmütige Besatzung ber „Iltis" eine gewisse Resignation gekommen war. Man erwartete den erlösenden Treffer, der das Schiff in die Lüft sprengen oder in die Fluten des Peiho versinken würde. Ein Verwundeter fragte: „Herr Stabsarzt, was machen Sie mit uns, Jücnn das Schiff sinkt?" Der Sanitätsoffizier blickte von seiner schweren Arbeit auf: „Der letzte, der diesen Raum verläßt, bin ich," und
Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für vberheften
rsweg I! jjäsertiV SüKffi enburgiHess* ■abriL-TelepUr^ .
Hessen-Nassau.
II Marburg, 4. Mai. Auf Veranlassung des Acrzl- licheu Vereins ist jetzt in der medizinischen Poliklinik der Universität eine AuSkunfts- und Fü r sorge stelle Lungenkranke eingerichtet worden. Sie bezweckt die T kämpfung aller Formen von Tuberkulose, vor allem i
reiee verstehen ricil f farbige Stiefelchei
-26.....Mk. 2.41
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Kreis Schotten.
l). N e u - kl l r i ch st e i n , 5. Mm. Die Versuche, für die A r b ei t e r k* o l o n i e 9t e u - ll l r i ch st c i n ans Appen rod, Dannenrod oder Maulbach Trinkwasser zu gewinnen, sind gescheitert. Zmfvlgedessen wurde ein Vertrag mit H o m b e r g a. b. O I) in über die Lieferung von Trinkwasser abgeschlossen. Die Kosten der Wasserleitung belractzeu 27 000 Mark, wovon 5000 Mark bereits zur Verfügung stehen. Im Laufe, dieses Jahres sollen zaylreiche Renb-auten auf- gesilyrt werden, für die im Voranschlag 37 000 Mark vorgesehen waren. Doch muß aus Mangel au Mitteln die Errichtung eines Geflügelhauses, eines Isolieryanses und eines Kolonistenbaues verschoben werden. Gebaut wurden dagegen eine Desinfektionsanstalt und eine Schmiede- und
so erfolgreich nerteiöigte „Südfort" in Trümmer gelegt. Lau dungstruppen setzten sofort in Booten über den Fluß und schritten zum Sturm: die Chinesen flohen: der denkwürdige Kampf war siegreich beendet.
Die Besatzung der „Iltis" empfing ihre wohlverdienten Auszeichnungen. Auch die Heizer erhielten sie am K'riegsbande: auch der Sanitätsmaat und die Krankenträger wurden mit dem schwarz-weißen Bande geschmückt. Ter Sanitätsoffizier bildete die einzige Ausnahme. Am Tage der Verleihungen — es war in Schanghai — wurde an Bord ein herrliches Fest gefeiert. Alles sichelte. Rur der Arzt ging in aller Stille vom Schiff. „Wenn ich gefallen wäre," so sprach er, „bann hätte ich nach beit geltenden Bestimmungen nicht einmal mit militärischen Ehren bestattet werden können!" Er hat den Abschied genommen, sobald cs a ng in g. —
War das, so fragt Gen.-Lt. Litzmann, übertriebene Empfindlichkeit? „Ich glaube nicht. Es war die richtige Auffassung vom Wert des ärztlichen Berufs und von ber Bedeutung des Kriegsordens." Me Vorschriften, die bekanntlich auch im ReickMag bemängelt worden sind, sollten recht bald geändert werden.
*
Die körperliche Tauglichkeit des Heeresnachwuchses.
Die statistischen K^achwewse über die Ergebnisse des Hskreserganznit^sgeschäfts geben einen gewissen, allerdings
und Flotte.
Der Stapellauf des Linienschiffes
„Ersatz Kurfürst Friedrich Wilhelm".
Hamburg, 5. Mai. Auf der hiesigen Vulkanwerft lief heute nachmittag das Linienschiff „Ersatz Kurfürst Friedrich W i l h e l in" von Stapel. Labei hielt Se. Kgl. Hoh. Prinz Oskar von Preußen folgende Taufrede:
Durch die Gua.de Sr. Maj. des Kaisers ist mir der ehrenvolle Auftrag zuteil geworden, an dem mächtigen Neubau, der sich hier vor unserem bewundernden Auge erhebt, die Schiffstaufe zu vollziehen, und diesen iDcrt'ooUcn Zuwachs unserer Flotte seinem künftigen Element zu übergeben. ES ist ein ruhmvoller Rcamc, den zu tragen dieses Schacht schiff ause eschen ist. ^Lin Name, der mit goldenen Lettern in der Geschichte deutscher Seefahrt und deutfcher Seegeltung verzeichnet ist. Es ist der Name eines Herrschers, dessen nicht nur die Kinder seines eigenen Stammlandes in Dankbarkeit und Verehrung gedenken, sondern den auch das heutige Deutschland zu seinen (tzroßen zählt, zu den Männern, die mit weitschauenbem Blick und mit zäher Energie eine Ausgabe erkannt itnb verfolgt haben, die zu erfüllen zwar erst späteren (Geschlechtern bcfchiedcn war. Als der Stern der deutschen Hansa nach Zeiten hoher Blüte unb glanzvoller Macht am* Ausgang des Mittelalters teils durch eigene Schuld, teils durch die unglücklichen Zustände unseres zerrissenen Vaterlandes verblich, war Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, der erste deutsche Fürst, der den hohen Wert, die befruchtende Kraft von Sechandel und Seegeltung klar erkannte. Er, der mit allen Krasten einer heißen Vaterlandsliebe für die Größe und die innere Ausgestaltung seines Landes gerungen hat, mochte wohl mit prophetischem Blick die Zeit erschauen, da das deutsche Volk hinauswachsen mußte aus den Grenzen des festländischen Staates. Nur von wenigen seiner Zeitgenossen verstanden, hat er mit eiserner Willenskraft die Durchführung seiner hochgesteckten Ziele betrieben. Hat eine Flotte gebaut, Kolonien gegründet, Bezielmngen zu fremden Völkern angcbahnt und Handelsverträge mit anderen Staaten gefckstossen. Zwar find diese Werke seiner Tatkraft durch die Stürme vernichtet worden, die später unser Vaterland heimsuchten. Uns blieb jedoch sein köstliches Vermächtnis, blieb der Hinweis seines Strebens: Den deutschen Gedanken hinanszutragen in die weite Welt. Das neue Deutsche Reick" hat dieses Vermächtnis des Großen Kurfürsten verständnisvoll übernommen und treu gehütet. In beispielloser Sntiuirfclung haben sich > durch rastlose ernste Arbeit langer Friedensjahre Handel und Wandel zu herr licher Blüte entfaltet und sind hinausgetreten über die binnen- ländischen Schranken des loittineutalen Staates. Dura) die Initiative unseres Kaiserlickien Herrn, unterstützt durck die verständnis- volle, patriotische und opferwillige Haltung des Deutschen Volkes, seiner Fürsten und seiner Vertreter, ist die Kriegsslagge dem Handel auf feinen friedlichen Wegen gefolgt, breitet jetzt der deutsche Aar seine Schwingen schützend über die deutschen Landeskinder in fernen Meeren unb an fremden Gestaden!
Nun fällst Du, stolzes Schiff, von ber Helling hinabgleiten in Dein Element, hinansziehm auf das große völl'erver btübende Meer. Tas tote Eisen, das dentfcluw Geist und deutfcher Hände Arbeit sorglich und kunstvoll zusammengefügt haben, wirb dann Leben erhalten! Wird ein Wesen werden mit eigenem, laut pochendem Herzschlag, wird von unserem Vater lande ein Bestandteil sein, an dessen Schicksal nicht nur feine Besatzung, sondern bas nationale Empfinden und Interesse eines ganzen Bolles hängen. Den Namen des 6Koßeu Kurfürsten sollst Du nach dem Willen Deines Kaiserlichen. Herrn durch deutsche und fremde Meere tragen! Wie uns allen dieser Name nick t bloß ein Klang ist, sondern die V er kö r pe r u n g einer Idee unb eines Willens, fo fei auch Deiner Besatzung dieser 9iante Wahl sprach unb Richtung für ihr Tun: Liebe zu m Vaterland in hellen wie in trüben Tagen; treue selb st - l o s e P s 1 i ch t e r f ü l 1 u n g im' Frieden wie im Kriege: eiserne Willenskraft in ber Erfüllung der Aufgaben, die jedem' Ein wehten in seinem Kreise gestellt sind! Die guten Wunsche des deutschen Volkes begleiten Dich auf Deinen Fahrten, die Gott stets gütig seinen möge, indem er Dir und Deiner Besatzung die Kraft leiht, sich sders der Flagge wiirdig zu zeigen, die stolz von Deinem Maste flattern wird! Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers taufe ich Dich: „Großer Kurfürst".
Der Prinz zerschellte eine Flasche Schaumwein am Bug des Schliffes nutb fuhr dann fort: Vor uns' steht nun mehr Seiner Majestät Schsiff „Großer .Kurfürst", ein mächtiges Linienschiff, das in Jahresfrist die kundigen Meisterhände dieser Werft verlassen wird, um als wertvoller Zuwachs in die deutsche Flotte eingerecht zu werden. 'Ser Prinz schloß mit einem 5^och auf den Kaiser.
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22 7
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23,8
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53,6
14,9
25,0
6,3
53,0
14,8
25,9
6,1
53,4
15,1
25,1
6,3
Vergleiche
zum Jahre 1903
die Zahl der


