Ml.
86-91
46—49
89—98
50—55
46-47
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105-112
96-102
84-86
78—83
62-66
56—60
49 -52
-15—48
Ml.
53-59
50—52
Wetteraussichten in Dessen tiic Dienstag, den 16. Sept. 1913 : Meist trüb und wolkig, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig geändert, südwestliche bis westliche Winde.
97-10? 91—95
89-91
83-90
78—87
64-82
59—70
48-51 43—47
42-47 32—41
26—31
62.00—65.00
62.00—64.00
62.00—65.00
62.00—65.00
getd nicht genügend eifcheinen will. Ter Vortragende wandte sich darum an den Liebes sinn der Anwesenden, insbesondere der Frauen aus den Gemeinden, und erinnerte an das bekannte Wort Jesu: .Wer ein solches Rtnb aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich aus". Das Dekanat Gießen besitzt 7 Schwestern, welche in der Gemeindekrankenpflege tätig sind; anfangs April I. I. wurde die siebente Schwester in Treis a. d. Lda. eingelührt.
Tie Pausen nach Predigt und Jahresbericht füllte der Kirchen- chor von Lollar aus, der unter der umsichtigen und sicheren Leitung voll Lehrer Daab die Lieder stimmungsvoll vortrug. Ein kurzes, treffendes Schlußwort sprach der Ortsgcistliche Dekan Gußmann, der allen Mitwirkenden den Dank des Kirchenvorstandes von Kirchberg aussprach. Tic Kollekte mit rund 80 Mark bekam der Oberhessifchc Verein für Innere Mission in Gießen. - Man dars von dein Feste gewiß erwarten, daß es das Verständnis sür die Arbeit und Ziele der Inneren Mission bei den Anwesenden gefordert hat. Dein Kirchenoorstand Kichberg sei gedankt für die Uebernahme lind umsichtige Vorbereitung des Festes.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- s ch a f t. Die diesjährige Versammlung der südwestdeut- schen Irrenärzte findet am 8. und 9. November in Karls- ruhe statt.
Daus wirtschaftlich es. Auf mehrere Millionen Mark könnte man die Verluste beziffern, welche die deutsche Volkswirtschaft alljährlich erleidet durch Verwendung scharfer und die Wäsche schnell zerstörender Waschmittel. Die Dausfrauen wissen auch aus eigener Erfahrung, wie hoch die Kosten sind für Neuanschaffung von Wäsche infolge zu schnellen Verschleißens. Deshalb sollte jede Dausfrau bei der Auswahl von Waschmitteln vorsichtig und besonders mißtrauisch sein gegen neuaufiauchende Fabrikate Dr. Thompson's Seisenpulver, Marke Schwan, hingegen hat sich seit länger als 30 Jahren überall bewährt, weil es garantiert unschädlich ist und die Wäsche nicht angreift. Ebenso unschädlich ist das von den Fabriken von Dr. Thompson's Seifenpulver, G. m. b. H., in Düffel dorf in den Handel gebrachte Bleichmittel Seifix, das einen vollständigen Ersatz für Rasenbleiche bietet.C-"/.
80.00-82.00
80.00-81.00
80.00—82 00
81.00—82.00
Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V.: K. Neurath.
Universitäts-Nachrichten.
— Prof. Dr. Hans Kövve in Marburg hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Nationalökonomie an die Deutsche Technische Hochschule in P r a g erhalten. .
— Dr. Phil. Hermann Mutschmann, Privatdozent und Assistent am Institut für Altertumskunde der Berliner Universität, hat einen Rus auf den Lehrstuhl der klassischen Philologie an der Universität Königsberg i. Pr. als Nachfolger von Prof. Jensen erhalten. . . . .
— Tas durch die Bermung des Prowliors Krufe nach Leipzig zur Erledigung kommende Ordinariat der Hhgiene an der Bonner Universität wird zum bevorstehenden Wintersemester noch nicht besetzt werden; mit der Leitung des hygienischen Instituts ist für das Wintersemester 1913/14 der Privatdozent Professor Dr. med. Hugo Selter betraut worden.
Luftschlffahrl.
k. Ein Scheinwerfer für Flugmaschinen ist auf dem englischen Armeeübungsplatz Aldershot erprobt worden. Der Flieger läßt einen kleinen Blechkasten fallen, der mit einem Fallschirm versehen ist und langsam hinabgleitet. Der Blechkastcn enthält eine Vorrichtung, durch die automatisch durch das eigene Gewicht ein mächtiger Scheinwerfer entzündet wird, der die Erde in einem großen Umkreis taghell erleuchtet, während das Flugzeug selbst im Dunkel verbleibt. Für das Erkennungswesen der militärischen Flugzeuge und Luftschiffe wird diese Erfindung von großer Bedeutung sein.
mehl 0 Mk. 27.76—28.00, Raggenmehl 0/1 Mk. 26^0—26.75, Roggenmebl I Mk. 00.00—00.00, Weizeukleie Mk. 9.1o-9.2d, Weizenschalen Mk. 9.35-9.5^ Noggenkleie 9ML llJO-ll^o, Malzkeime Mk. 12.00—12.25» Biertreber 12^5—12^4 RapS Mk. 29.0U-30.00, Futtergerste Mk. 00,00-00,00. Alles per 100 Kg. ab hier. ~ .
fc. Frankfurta.M. V ichho 1-Ma rkt b er, cht vom la. cept. Auftrieb : Rinder 1591, Ochsen 519, Bullen 54, Kühe und Färsen 918, Kälber 304, Schafe 149, Schweine 2461.
Tendenz: Rinder schleppend, bleibt lleberstand, Kalber und Schafe ruhig, Schweine ruhig, bleibt Ueberstand.
Preis für 100 Md. Lebend- Schlachtgewicht
vereinsnachrlchten.
— Gießener Ruderklub Hassia 1906. Vom Wetter begünstigt, hielt am gestrigen Sonntag der hiesige Ruderklub „Hassia" sein diesjähriges Abrudern, verbunden mit einer Vereinsregatta. Die Leistungen waren durchweg anerkennenswert und es kam bei den meisten Rennen zu äußerst scharfen Kämpfen. Im Einer um die Klubweisterschast konnte sich Fritz Schußler mit wenigen Sekunden Vorsprung als Sieger behaupten, während tnt Vierer um den Herausiorderungspreis, gestiftet vom Vorsitzenden, die bewährte Juniormaunschaft gegen den schön arbeitenden 2. Ce- niorvierer — Friedrich, Gäbe, Weber, Schußler, Steuer Batz — mit nur etwa einem Meter unterlag. Im Verlosungsvierer starteten 20 Ruderer, es machten sich 2 Vorrennen nötig; im Haupt- rennen gewann die Mannschaft Dch. Jödt, Wagner, Friedrich, Karl Jödt, Steuer Bätz, nach erbittertem Kampf und Bord an Bord im Ziel mit einer knappen Viertel Länge. In Verhinderung der beiden Vorsitzenden nahm nach Schluß der Rennen Herr Rohrbach die Preisverteilung im Bootshause vor.
Letzte Ncickrichten.
Geh. Komm erzienrat Dr. Mercks-.
Darmstadt, 15. Sept. Ter Geh. Kommerzienrat Dr. Phil, et med. L. Merck, der Seniorchef des Hauses E. Merck in Darm- tadt ist heute nacht im Mter von 59 Jahren gestorben Geh. Kommerzienrat Merck, der auch Chef der wisfenschaftlict>en Abteilung und des chemischen Laboratoriums dieses Welthauses war, wurde 1905 zum lebenslänglichen Mitglied der 1. Kammer ernannt. Seine Tätigkeit galt fast ausschließlich dem Betrieb seines Hauses. Die vierteljährlickxm Berichte über Neuerungen auf dem Gebiet der Pharmakologie, die er veröffentlichte, waren sehr gesck-ätzte Ausgaben. Seit 1890 Mitglied der Handelskammer, seit 1907 sttllvertretrnder Vorsitzender.
M i t dem Rad gestürzt.
Gelnhausen, 15. Sept. Eine junge Frankfurter Dame, die in Roßbach zu Besuch weilte, stürzte bei einer Fahrt nach Bieber so unglücklich mit ihrem Rad, daß sie bewußtlos liegen blieb. Zwei Radfahrer veranlaßten später ihre Uebcrfüyrung ms Krankenhaus in Bieber.
Unwetter in Mannheim.
Mannheim, 15. Sept. Gestern abend gegen 8 Uhr ging hier cm schwerer Wolkenbruch nieder, der die Straßen überflutete und die Keller unter Wasser setzte. Dass Wetter dauerte % Stunden und richtete an den Gemüse- und Obsttulturen der Umgebung großen Schaden an.
Ein neues Theater in Berlin.
Berlin, 15. Sept. Der Grundstein zu einem eigenen Theater der neuen Freien Volksbühne ist gestern gelegt worden. Das Theater soll bereits im nächsten Herbst eingeweiht werden.
Zwei Kinder verbrannt.
Erfurt, 15. Sept. In der vergangenen Nacht entstand durch Umwerfen einer Petroleumlampe in der Wohnung des Kutschers Melzer ein Feuer. Dabei verbrannten dessen beide Töchter im Alter von 4 und 1 Jahr. Es ist festgestellt, daß Melzer die Lampe in schwerer Trunkenheit umgeworfen hat.
Ein Wohnhaus eingestürzt.
Koburg, 15. Sept. (2,30 Uhr früh.) Infolge einer Gasexplosion ist hier um V$ll Uhr abends ein Wohnhauseingestürzt. SechsFamilienbefin- den sich unter den Trümmern. Bis jetzt sind zwei Tote und sechs Verletzte geborgen. Die Aufräumungsarbeiten dauern an.
Vom Flieger ©eguin.
Johannisthal, 15. Sept. Der französische Flieger Segu in ist um 6.53 Uhr zum Rückflug nach Paris hier aufgestiegen.
Tollwutepidemie.
Berlin, 15. Sept. Die Tollwutepidemie ist jetzt auch in diePriegnitz ein geschleppt, lieber einen größeren Bezirk der Priegnitz ist die Hunde- und Katzensperre verhängt worden.
Panik bei einem Stiergefecht im Gewitter.
CiudadReal,15. Sept. Während eines Stiergefechtes in Miguel Turra zwang ein Gewitter die Zuschauer zu überstürztem Aufbruch; viele flüchteten in die Logen, deren Boden aber dem Ansturm nicht standhielt und zusammenbrach. 40 Frauen und Kinder, sowie 6 Gendarmen und mehrere Schutzleute wurden z.T. recht erheblichverletzt.
2Cird?c und Schule.
_ Kirchberg bei Lollar, 15. Sept. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung aus den Ortschaften des Kirchspiels und bet- benachbarten preußischen Umgebung hielt das Dekanat Gießen oeflern nachmittag I-in Ä-hpes!-st für Inner- Million in der Kirche in Kirchberg ab. Den Altardienst versah Pfarr- Assistent Klinge l. Pfarrer Mernmer t von Darmstadt, der Landesgeistliche für Innere Mission hielt die Festpredigt über 1 Johannes 5 Vers 4: „Unser Glaube tu der Sieg, der die Wel, überwunden hat." Aus seiner eigenen Erfahrung gab er zum Teil ergreifende Bilder über das mannigfache Elend, welchem die Innere Mission zu steuern sucht. So z. B. seine Erlebnisse in einem Zuchthaus in Zrrenhänsern, in der Epilepttschen-Anstalt m Niederramstadt Mit sichtlichem Interesse und großer Aufmerksamkeit folgten alle Anwesenden den lebensvollen Darstellungen. - Pfarrer Groth van Rödgen gab an Hand von Titus 2, Vers 4-5 einen kurzen Ueberblid über die Arbeit der Inneren Mission in den Gemeinden des Dekanats, und zwar auf dem Gebiet der Zwangs- und Fürsorge-Erziehung und der Gemeinde-Krankenpflege. Nahezu 30 Zog- liuae und Kinder sind in den Tekanatsgemeinden untergebracht, welche vom Armenamt Gießen überwiesen wurden; ferner einige Soglinge auch von weiterher, z. B. vom Kreisamt Großgerau und Dom Armenamt Darmstadt. Freilich macht die Unterbringung solcher Kinder, namentlich der in jüngeren Lebensjahren, *fi auch große Schwierigkeiten, weil manchen das gezahlte Pfleg-
Geringere Mast- und gute c bet S ch af e.
Stallmastschaie:
Mastlämmer und jüngere Masthammel Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80-100 kg Lebendgewicht........
Vollfleischige Schweins unter 80 kg
Lebendgewicht
Dollfleischige Schweine von 100—120 kg
Lebendgewicht
Vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht........
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 15. Sept. (Oriq.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt p rei >e. Weizen (hiesiger) Mk. 20.10—20.25, Kurhessischer Mk. 20.10—20.51, Wetterauer Mk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 17.00 bis 17.25, Gerste (Wetterauer) Alk. 16.25—17.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17. 0-17.25, Hafer Mk. 16.50—19.00, Mais Mk. 14.50 bis 14.75, Weizenmehl 0 Mk. 82.50—32.7^ Weizenmehl I Mk. 80.50- 30.75, Weizenmehl III Mk. 27.2Ö—27.50, Noggen-
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Da die offizielle Saison bis zum 15. Oktober dauert und auch nach dieser Zeit alle Bäder und Kurmittel ununterbrochen zur Verfügung stehen, so treffen die Kurgäste ohne Unterbrechung mit jedem ankommenden Zuge ein, u. a. auch vor wenigen Tagen Herzog PaulFriedri ch z u M eck lenburg, seit 9 Jahren ständiger Besucher des Bades. Die Gesamtsrequenz betrug am 4. September bereits 31864 Personen, wovon am genannten noch 4729 anwesend waren. Bäder wurden bis zu diesem Tage 415 295 abgegeben, stark benutzt werden auch bei den jetzigen klaren Tagen mit werter Fernsicht die staatlich arrangierten Gesellschafts-Automobil sahrten, die täglich zu den schönsten Punkten des Taunus, der Wetterau und des Vogelsberges führen.
Starkenburg und Rheinhessen.
(m) Offenbach, 15. Sept. Der falt). Pfarrer H an s Schmidt, der in New York seine Geliebte Anna Aumuller ermordet hat, war im Jahre 1907 Kaplan m B ur g el. Er wurde aber bald seiner Stelle enthoben, da es sich heraus- stellte, daß er sich mit Hilfe gefälschter Papiere die Stelle verschafft hatte. Von einer Anzeige war damals abgesehen worden, weil man Zeichen von Geistesgestörtheit bemerkt haben wollte. ~ .
FE. Rüsselsheim, 14. Sept. Die Automobilfabri- kation macht zurzeit eine heftige Krise durch. Die Folgen sind andauernde Arbeiterentlassungen. So wurden gestern in den Opelwerken in Rüsselsheim a. M. über -50 Arbeiter entlassen, darunter vier, die 26, 23 und 22 -jaf^ce in den Werken gearbeitet.
Kreis Wetzlar.
= Aus dem Kreise Wetzlar, 14. Sept. Mit dieser Woche beginnen für sämtliche Landschulen des Kreises Wetzlar die vierwöchentlichen Herbstfcrien.
O Kinzenbach, 14. Sept. Trotz der überreichen Zwetschcnerntc ist bis jetzt die Nachfrage äußerst gering, auch fehlen diesmal die Händler aus Rheinland und West-
Och seit.
Dollfleischige, misgernästete, höchsten Schlachtwertes, 4—7 Jahre alt........
die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht auSgemäftete und ältere ausgemästete..... ......
Bullen.
Dollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw.
Dollfleischige, jüngere Färsen, Kühe.
Dollsieischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw Dollfleischige ausgemastete Kühe höchsten Schlach- werteS bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen .... e . ältere auSgernäftcte Kühe . Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber
Mittlere Mast- und beste € ugkälkrer « . .
Gießener Strafkammer.
Gießen, 11. September. Urkundenfälschungen und Untreue.
Der bei dem hiesigen Bieroerleger S. beschästigte Hausbursche H. P. von Londorf hatte im Juni dieses Jahres Quittungen ge- fälscht, von den Kunden seines Dienstherrn die geschuldeten Betrage eingezogen und für sich behalten. Urteil: 1 Monat Gefängnis unter Anrechnung von 2 Wochen Untersuchungshaft. Zugleich wurde der Haftbefehl ausgehoben und der Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen.
Freisprechung. •
Der Kontorist K. R. in Wieseck war von dem Schöffengericht Gießen wegen Unterschlagung und Diebstahls eines Hundes mit einer Gefängnisstrafe von mehreren Tagen bestraft worden. Die Strafkammer erachtete indesfen eine diebifche Absicht des Angeklagten nicht für erwiesen nut) sprach ihn von Strafe und Kosten frei.
A uf frischer Tat ertappt
wurden die Arbeiter 9^ K. von Magdeburg und I. S. von Erfurt, die von auswärts kommend, am Morgen des 1. August an dem Eisenbahnübergang in der Frankfurter Straße von einem Milch- wagen einen Korb mit Eiern und Butter stahlen. Ein Gendarm in Zivil, der zufällig in der Nähe war und auf die Tat aufmerksam gemacht worden war, eilte ihnen nach und verhaftete sie. Strafe gegen K., der rückfällig ist: 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft, gegen S.: 1 Monat Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde.
Unter Ausschluß der Öffentlichkeit
wurde gegen den Schlößer G. D. von Wieseck verhandelt, der sich an seiner eigenen Tochter vergangen haben soll. Das Gericht gelangte jedoch zu einem Freispruch, da mit Bestimmtheit die Täterschaft des Angeklagten nicht angenommen werden konnte.
Freigefprochen
von der Anklage des schweren Diebstahls wurde der Weißbinder- qeselle W. M. von Rohrbach. Er soll mittels Einschleichens in den Hof des Pächters B- in Rohrbach zur Nachtzeit ein Paar Tauben aus dessen Schlag gestohlen haben. Der Angeklagte machte geltend, er habe sich bei B. seine Tauben holen wollen, da er geglaubt habe, fia» seien dem B. zugeflogen. Dieses Vorbringen war nicht zu widerlegen, weshalb Freisprechung erfolgte.
Der Zwangszögling
Tienstknecht P. H. von Worms, der von dem Kreisamt Worms bei dem Landwirt Otto N. in Schwickartshausen untergebracht worden war, soll diesem unter Benutzung eines falschen Schlüssels M. 20.- gestohlen haben. Die Verhandlung ergab indessen, daß das erschwerende Moment, die Benutzung eines salschen Schlüssels, nicht nachweisbar war. Wegen einsachen Diebstahls erhielt H. 3 Wochen Gesängnis, die durch die Untersuchungshaft sür verbüßt erklärt wurden.
Vergehen im Aint.
Der Postaiishelier L. G. von Grünberg, der auf dem Postamt in Friedberg beschäftigt war, hat in einer Reihe von Fällen Briefe unterschlagen, Pakete geöffnet und daraus Briefe und Geld entwendet. Urteil: Gefamtgefängnisstrafe von 7 Monaten unter Anrechnung von 6 Wochen Untersuchungshaft.
falen. '
Hessen-Nassau.
f] Marburg, 14. Sept. Eine im großen Qüentinschen Saale abgehaltene von etwa 300 Personen besuchte öffentliche Bauarbeiter-Versammlung beschloß nach den Anspra- djen der Herren Schleicher und Hüttmann, das Angebot der Unternehmer, welche bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit verlangen, abzulehnen, und den Aus st and, der jetzt bereits 4 Monate dauert, fortzusetzen. Der Ausstand macht sich jetzt schon in vielen anderen dem Baugewerbe angehörigen Berufen unangenehm bemerkbar.
[] Aus dem Kreise Marburg, 14. Sept. Die Landwirte des hiesigen Kreises erfreuen sich diesmal einer ausgezeichneten Ernte. Die Halmfrüchte, besonders Roggen, Weizen und hauptsächlich Hafer haben solche Erträge geliefert, daß bei den Dörfern mit ihren vollgepfropften Scheunen sich ein Strohschober an den anderen reiht. Auch die Futterernte ist so reich ausgefallen, wie selten in einem Jahre, Klee gibts in .Hülle und Fülle und die Wiesen liefern neben Heu noch reichlich Grummet und Aftergrummet. Tie Kartoffeln ergaben besonders in den Höhenlagen gute Erträge, mit der Ernte ist jetzt der Anfang gemacht worden, auch die Gemüseernte fällt besser aus, wie man in anbetracht des vielen Ungeziefers, das der regnerische Sommer brachte, erwartete. Was die Obsternte anbelangt, so sind es diesmal die Zwetschenbäume, die überall trotz aller Schutzmaßregeln unter der Last ihrer Früchte in sich zu- sammenbrechen, Aevfel und Birnen fallen dagegen, einige Sorten abgesehen, schwach aus.
h. Frankfurt a. M., 14. Sept. Gestern nachmittag expkodierte in den Kellerräumen der Schwanenapotheke an der Friedberger Anlage ein Ballon mit Ammoniak. Durch die ausstromenden Gase wurden mehrere junge Leute bewußtlos, konnten aber vom Besitzer wieder ins Leben zurückqerufen werden. .
h. Frankfurt a. M., 14. Sept. Als dritte deutsche Stadt hat Frankfurt, neben Hamburg und München, einen Waldsriedhos geschaffen. Im Distrikt „Teller" des Stadtwaldes zwischen Oberrad und der hessischen Landesgrenze sind vorläufig vier Hektar alten Waldbestandes umfriedigt und durch zwanglos verlaufende Wege in zahlreiche kleine Reviere abgeteilt, in denen Plätze für die Beisetzung von Aschenresten, für Reihengräber, für einen Kindersriedhof und für Erbbegräbnisse geschaffen sind.
h Oberursel, 14. Sept. Weaen zu geringer Beteile gütig beschloß der Magistrat, in Zukunft keine Vieh- märkte mehr abzuhalten.
h. Cron berg, 14. Sept. König Konstantin hat die wenigen Tage seines Aufenthalts in Schloß Friedrichs- Hof bisher zu ausgedehnten Ausflügen in den Taunus benutzt, bei denen er regelmäßig von seiner Familie begleitet wurde. Am Freitag statteten die Herrschaften der Großherzogin-Großmutter auf Schloß Königstein einen längeren Besuch ab, während sie gestern eine Rundfahrt durch den HochtannuS unternahmen. Die Abreise der Königsfamilie nach England wurde auf Montag abend verschoben.
FE. Wiesbaden, 14. Sept. Gestern verstarb plötzlich an einem Schlaganfall während einer Fahrt mit der Straßenbahn von Wiesbaden nach Mainz der im 82. Lebensjahre stehende Major a. D. August Hermann Hattenbach, der älteste inaktive Offizier des Regiments Nr. 81 in Frankfurt a. M., der am 23. Oktober 1908 bereits fein diamantenes Militärjubiläum gefeiert hat.
[] Neustadt, 14. Sept. Der bei Gernsheim bei Manöverübungen im Rhein ertrunkene Dragoner Adam Faber non hier wurde gestern nachmittag unter großer Beteiligung Doti Leidtragenden in heimatlicher Erde bestattet. U. a. gaben ihm auch ein Sergeant und 12 Soldaten des Darmstädter Leibdragoner-Regiments das letzte Geleite.
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Ge Henneberg, Hofl. I. M. d. deutschen Kaiserin, Zürich.


