Ausgabe 
7.8.1913 Zweites Blatt
 
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Aus Hessen.

Ausfuhr

Und die Eltern??

der Menschheit beitragen

»ürve».

bigs Nom anSimfon und Telila'

ilt

Jetzt wirb eine Expedition ausgerüstet, um in der Eifel, dem Orte der Handlung, Aufnahmen zu machen.

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ntSerhöhung soll auch eine Vermchrung der länger die- nden Unicroffiziere auf insgesamt 40 000 erfolgen. Die hrlichen Mehrkosten der Kontingentserhöhung, die zefsive erfolgen soll und auf mehrere Jahre verteilt wird, ften sich auf 15 b i s 20 Millionen belaufen.

nedi-in > u mehr als 60 Jechcoen erfolgreich gegen Rheuma tismus angcwendei" sein soll, erklärt, er habe nicht genügend Kapital, um ein großes Geschäft mit der Patenttnedizin zu machen, und so bietet er dem Arzte das Geheimnis für ein Zwanzigrnarkstück an. Tic Herstellung einer Flasche kostet nach seinen Angaben 20 bis 30 Pfennig. Nidftsdeswweniger lehnte der Arzt es ab, auf diese Weise Millionär zu werden.

Mir das blinde Zutrauen mancher Fragenden stellt ein Bries, der nach der Handschrift von einer gebildeten Tarne stammen mutzte, ein merkwürdiges Zeugnis aus. Eine Tarne hat nämlich, einen Mann geheiratet, der sieben Brüder und keine Schwester bat, während )ie selbst fünf Schwestern und einen einzigen Bricker bat. Nun soll der Arzt ausreämen, ob ihre Kinder .'htaben ober Mädchen werden! Zum Schlüsse sei noch eine Anfrage angeführt, die recht tief blichen läßt:Meine Reine Tochter hat benWair ?lugen. Wie kann ich sie bunfier färben? Hellblau baue ich, weil die erste Braut meines Mannes hellblaue Augen hatte."

c n b gegenüber allerlei

Der Humor örzlISchen Sragefaftens.

Ein Arzt, der Jahre hindurch denAerztlicken Fragekasten" r gt r 3 itung geleitet bar, erzählt in cinei eng

liiHm Wochenschrift allerlei eih.uernöc Tinge aus dem Bri i wechsel mit seinen Lesern. ES finden sich > B. in seinem Fragc- kasten Zuschriften von Auskunftsbedürsligen, die ihre .Ürankheiken auf neue, aber jedenfalls recht anscl»uUiche Weise beschreiben. In einem Briefe Ragt jemand überZahnschmerzen in allen Ge lenken", Kxunit offenbar Rfeuiiwn Sinus gemeint ist, und eine Tarne batKopfschmerzen, die den ganzen Stucken entlang lausen und sich auch im Herzen unangenehm fühlbar machen" Anscheinend haben die brieflichen Patienten das größte Zutrauen zu dem Arzte, der nie Gelegenheit hak, sie zu untersuchen. Ein Irländer Ragt darüber, daß er schwarzen Sluswurs hat, spricht bann die LfosürclTtung aus, er verlöre auf diese Weise seine Lungen, und bittet (für den Fall, daß feine Annahme .richtig fei") den Arzt, ihm ein Mittel zur Abhärtung der Lungen zu verschreiben weil er Mitglied einer Blechmusikkapelle ist, und seine Lungen iwr- wenbig braucht , m

Auch unaustreiblare aber.st<u.'biscke L-ornellungen finden sich in diesem ärztlich-n Fragctosten. Eine Frau ist der festen Ansicht, sie habeeinen Molch im Magen". Ter Arzt stellt, so gut er kann, die Diagnose auf eine Magen oder Tarmerfranfunq und empfiehlt der Kranken auf alle Fälle zunächst eine bestimmte Diät, um für diesen burdxnr- angebrachten Rar die Antwort einzn heimsen, er verstände nichts von seinem Fache Tie Tarne mit demMolch im Magen" läßt fick diesen unheimlichen Schmarotzer natürlich durch einen Dundcrdotaor vertreiben, der dafür einen gehörigen Batzen Geld finftreidu Ttanehe Anfragen enthüllen die mcrhpürbigftcn Borstel!iingen, von denen man sich kaum einen Begriff machen kann Ein Mann, der sich offenbar auf eine ge hörige Prügelet vorbereitet, fragt nach einem Mittel, das des Dlangeschlagenwerden der Augen verhindert, und eine Frag-, die nicke nur einmal, sondern vielfach gestellt worden ist, lautet: Wie nimmt man ein Ange heraus, reinigt es, und fetzt e:- wieder ein?" Tie Fragenden lassen sich nickt belehren, daß die? nickt möglich sei, sondern behaurten, selbst Leute gekannt zu hoben, die sich die Augen herausnebmen konnten! Eine große Rolle in diesem seltfomen Briefwecknel )lief en aller ftinb Gebrirnnr->,z,nen unbekannter Zulanrrnensetzun-. SewSlmlictz Ixmbclt es sich um Anfragen von Lniten, die durch irgend eine solche ArUiei von einem solchen Leiden befreit zu sein glauben, und nun nach der Zusammensetzung fragen, um es sick billiger Herstellen vj können. Denn solche Heilmittel find gewöhnlich sehr teuer. Natürlich mutz der Arzt in diesem Falle antworten, er tonne die gewünschte Aus fünft nickt geben. Umgekehrt finden sich auch Leute, die dem Arzte Patenttnedizin anbieten. Einer,in dessen Familie eine bestimmte

Donnerstag, 7. August 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brüstl'fche» UnroexiuätS - Buch- und 6teinbnicfcrcu R. Lange, Gießen.

Eine Ministerialverfügung gegen Roheiten der Schulfugend.

Darmstadt, 6. Aug. Tas Ministerium bgt durch bic .Kreisschulkommissionen an die Sckulvorsteher ein Aus­schreiben erlassen, in welchem eine strengere Beauf­sichtigung der Schulin, Strastenroheiten angeorbnet wir

.. -------- _arin heißt eS:

Trotz mehrfacher Warnungen durch die Belzörden ist der grobe^und gcfobrlidK Unfug, neid) vorübergehenden Fuhrwerken und ,Fahrzeugen, insbesondere Automobilen, mit Steinen zu werfen, noch nicht beseitigt. Besonders sind die gesastosstnen Automobile dieser Belästigung ausgesetzt, und häufig dann, wenn die Insassen mit Rücksicht auf den Straßenverkehr durch die LrlS- Itrahen langsam fahren. Ebenso sind Imstige Belästigungen des ^uhrvcrkehrS, insbesondere daS abfid tlidx* Siel enbleiben aus der Fahrbahn bei herannabenben Fahrzeugen, da? Ansdweien vorüber- 'ahnender Fuhrwerke und Fahrzeuge, das Aacklanftn und An­hängen an die »Fuhrwerke ungehörig und oft sehr gefährlich Tiefem Unwesen kann nur dann nnrksam gesteuert werden, wenn ihm neben den polizeilichen Behörden auch die Schulverwaltungsstellen Mit allem Rackckruck entgegentreten."

Einfuhr 1912 1913

Redaktion, Expedition und Tnuferci: Scknl- stratze 7. Expedition und Verlag: eye» jlt Redaktion:e^MK112. Tel.-Adr.:AnzeigerDieüen,

T'eGießenee $amllienblätler" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» Kreisbtott für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Ti»Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Eine Filmexpedition in die Eifel, ftara Vie-

<P'*W*ÄW ,,wS T*riri" ist von der Literaria Film­

gesellschaft in Tempelhos für den Fälm umgearbeitet worden.

Ein unfreiwilliger P rofesso r e n r ücktri tt. Tas Berl. Tagebf. hatte vor einigen Tagen gemeldet, daß dem außerordentlichcn Professor Tr. Adolf Koch an der Universität zu Heidelberg vom Kultusministerium die venia legendi ent­zogen worden sei. Die dem Blatte jetzt noch aus Heidelberg ge­schrieben wird, handelt es sich um eine Mastregelung, die zwar erst jetzt in der Leffentlichkeit bekannt geworden, aber schon vor Monaten erfolgt ist. Zn Kreisen der Unireriität hatte man bisher über die Mastregelung völliges Stillstdweigen bewahrt, und nur aus dem Tozentenverzeicknis für das letzte Sommer­semester, in dem der Name des Professors Koch überhaupt nickt erwähnt wurde, konnte die weitere Oeffentlichkeit Rückschluss aut den unfreiwilligen Professorenrückttitt machen. Professor Ad»lt Kock batte vor längerer Zeit durch einen ehemaligen Scküler seine? iournalisn'chen Seminars" in auswärtigen Blättern Angrifs- gegen »einen Kollegen Professor Tr. Mar Weber richten lassen iac trolle war sckkiexlick der bekannte Deleit-foungsprozest Kech- Weber, rn dem .Kock al? Kläger aitffrat, aber so unglücklich ab icknrtt 'unter anderem wurden ihm Plagiate vmtgeworfen' , dax er noch vor der Urteilsverkündung seine .Klage zurückzog und die sehr hohen Proze^osten aus seiner Taufe bezahlen mußte, liegen ffixb wurde dann .m vergangenen Spätherbst von der badischen Negi^ung em Disziplinarverfahren eingeleitet, das mit ber Entziehung des Lehramts endete. Ern von Kock hiergegen angemeldeter Rekurs mürbe ablehnend besckieden. Fraglich ist, ,c9r umfangreichen und wertvollen p?urna[iftifd)en Bibliothek geschieht, die Koch aus Spenden des Vereins deutscher Zeitungsoerleger und aus Privatgeschenken gesammelt hat. Es wäre icyade, wenn diese Sammlung dem wipemchaftlichen Lehrlxtticb

nalen Vereinigungen zum Fortschritt der gjef.en rnedi finiichen Wissenschaft und znm allgemeinen Wohl

Tie Einsuhr besteht fast zu 50 Prozent aus landwirtschaft­lichen, zum gröstten Teil aus Mähmaschinen. Im ersten Halbjahr 191.'! wurden 21931 Tonnen - 36 027 Stück Mähmaschinen (Wert 16,45 Mill. Mark) nach Tcutfdjlonb eingeführt gegen 15 086 Tonnen = 25 312 Stück (11,32 Mill. Mark' gleichzeitig 1912, während die Ausfuhr deutscher Mähmaschinen nur 2030 Tonnen 5500 Stück (1,30 Mill. Mark, gegen 2753 Tonnen 7960 «tück (1,70 Mill. Mark! betragen hat. Tic Einfuhr hat also stark zugenommen, die Ausfuhr dagegen abqcnommcn 2^reinigten Staaten ist die Einfuhr von 12195 auf 18 379 sonnen, also um 50 Prozent, aus Üanaba von 2021 auf 2834 Tonnen gestiegen. Tiefe Masseneinfnhr von amcri kannchen Mähmaschinen ist um so auffälliger, als beim Vergleich unsrer gesamten Maschinenanssuhr mit der gesamten Maschinell­em fuhr fick eine Ueberlegenheit der Ausfuhr um das sieben bis acktiacke ergibt. Zu den obigen Zahlen über die Einfuhr und Ausfuhr von Maschinen überhaupt ist zu bemerken, datz sie nur diejenigen Arten von Maschinen umfassen, die in unserem Zoll tarit dem AbschnittMaschinen" unterstellt sind. Handelsstatistisd, lat t sich der Begriff Maschinen kaum so scharf begrenzen, das; Einfuhr und Ausfuhr genau und erschöpfend nach Menge und Wert nacktgewiesen werden könnten.

Die österreichische Heeresverwaltung H^ut uach einer Meldung des,,Tag" die Einbringung einer Militärvorlage. Tem Blatte wirb aus Wien gemeldet: Tie Heeresverwaltung wirb im kommenden Herbst von den Dele­gationen ein erhöhtes Rekrutenkontingent verlangen. Wie verlautet, wirb eine Erhöhung um 35 000 Mann für das gemeinsame Heer unb um 15 000 Mann für die beiden Land­wehren beantragt werden. Beim gemeinsamen Heer sollen 25000 Mann für die Infanterie und zur Erhöhung der Mafchineugeivehrabteilungen verwendet werben; mit' den restlichen 10000 Mann sollen die noch fehlenden sechsten Batterien der Artillerie, bic noch fehlenden Sappeur- und Zionier-Bataillone und zwei Ulanen Regimenter ausgestellt verden. Weiter werden neue Festungsartiller ie-Bataillone ebildet, unb schließlich wirb bie Llufstellung eines zwei- m Eisenbahn- unb eines zwetten Telearaphen-Regiments eplant. Ter Tun f tige Friede ns stand des Heeres irb bann etwa 580000 Mann betragen, erkl. Unteroffi- ere unb -Offiziere. Im Zusammenhänge mit ber Kontin

Menge fTonnen) 44 127 49 871 247 138 277 354

Im Vergleich mit der ersten Hälfte dcs vorigen Jahres ist hiernach in den sechs Monaten 1913 die deutsche Mascküieuaus fuhr der Menge nach um 12,2 Prozent und dem Werte nach um 15,7 Prozent gewachsen.

pclitijcbe Tagesschau.

Deutsche MaschinenanSfuhr.

Wir lesen in der Deutschen volksw. Korresp.:

Rack einer kürzlich verbreiteten Statistik des Vereins deutscher Maschinenbau-Anstatteti soll die deutsche Maschinenausfuhr im ersten Halbjahr 1913 nur 278 274 Tonnen betragen haben gegen 536 676 Tonnen gleichzeitig 1912. In Wirklickkei: hat aber unsere Maschinenausfuhr in der ersten Hälfte 1913 zu und nicht abgenommen. In der vorstehenden Statistik ist irrtümlidj die Ausfuhrzahl für das erste Halbjahr 1913 in Vergleich ge­stellt mit der Äusfuhrzahl für das ganze Jahr 1912. Und ebenso ist mit der Mafchineneinfnhr Diese soll im ersten Halbiahr 1913 49 883 Tonnen betragen bauen gegen 77 937 Tonnen gleich zeitig 1912. Auch hier ist die Zahl für das erste Halfoahr 1913 irrtümlich verglichen mit derjenigen für das ganze Jahr 1912. xa£ Gleiche gilt für die Angaben über die Ausfuhr der einzelnen Maschinenarten: Lokomotiven, Werkzeugmaschinen, Kraftmaschinen, lan nvirtschaflliche Maschinen usw. Rach um er er amtlichen Handels [tatiitir hat die Einfuhr und Ausfuhr von Maschinen im ersten Halbjahr 1912 und 1913 betragen:

20jährigen gestattet. Auch der Artikel, der bestimmt, bah bie Iahresklasfe 1913 in ber zweiten Hälfte des vkvvem- der eingestellt werben soll, wurde angenommen.

dariS^, 6. *?Iug. 'Ter .Kammerpräsident DeSchanel hat die näckitc Sitzung der TeputiertenIamlurr für Freitag nadmuiiag einberufen. In derselben wird letiglnr. b.i.« Tel re: über die - d> 11 e ü u n q der P a r l a m e n t s t a g u u g verlesen werden.

Aus StaOt stitd Canö«

Gießen, 7. August 1913.

Der neue Bahnhof Friedberg.

der Nacht vom 9. zum 10. August wirb ber neue Bahnhof Friebberg in Betrieb genommen. Er liegt ct:ra 700 Meter weiter süblich, wie brr bisherige Balmlws Tie Längenausbehnung bc5 neuen Bahnhofs betrögt 3,3 Kilo­meter, Wöhrenb bie bes alten nur 1,3 Kilometer itnir; bie DurchschnittsbreitenanSbehnung ist 2 300 Meter. Ta? flatr- lirfjc Empsangsgebäube erhebt sich an ber verlängerten Ha­nauer Strafte, die vom EisenbahnfiSkus auSgebaut und un­ter ben Geleisanlagen hinburch bis zum neuen Güterbahn- hvf fortgesetzt ist. Tas Bahnhof^gtbäude ist aus grauem Lanbstein, ber mit entsprechenbein Verputz abwechs'elt, cr- nditct, unb zwar im Stil oberhessischer Bauten mit zahl- reick)en Türmchen unb anbereu Verzierungen. Zunächst ge­langt man an bas Wirtschaftsgebäude, an daS sich unmittel­bar bas eigentliche Einpfangsgebäube unb daS Tienstirmhn- gebäube anschließien. Etwas davon liegt daS Geböube für bie Eilgutabfcrtigung unb bie Post. Tie Empfangshalle hat einen Flächenraum von 200 Quadratmetern, ist 10 Meter hoch, unb prächtig ausgestattet. Tie imitierte Kassetten decke 'st mit braunen Malereien versehen, bic Wände und Pfeiler sind in Kieselputz mit Wandplatteneintagen gehalten. Zuv rechten sind bic Fahrkartenschalter usw., während sich links au bie Haupthalie eine Seitenhalle anschliestt, in der sich bic Eingänge zu ben beiben Wartesälen befinden. Auch in diesen herrscht, was Ausstattung, unb Möbel betrifft, der oberhessische Stil vor, besoubers ber Wartcsaal 1. und ?vf'v> ter Klasse ist sehr elegant ausgestattet. Von ber Empfangs­halle gelangt man, ohne Treppen benutzen zu müssen, durch die Sperre direkt zum Bahnsteig 1, mit dem die vorigen vier Bahnsteige zu je zwei (Meilen durch Unterführungen verbunden sind. Tic Bahnsteige sind sämtlich überdacht und je 300 Meter lang.

Tie umfangreichsten Arbeiten haben sich am Sübende des Bahnhofs vollzogen, wo rund 700000 Mubitmeter Erb­massen bewegt werben mußten. Sie wurden z. T in der Nähe gewonnen, z. T. an einem Platz an der Strecke nach Hanau ausgehoben unb zur Baustelle gebracht. Turch den

Die Einstellung -er Zwanzigjährigen ins sränzösische he r.

Paris, 6. März. (Senat.) Bei Erörterung bes Artikels über bie Einstellung ber Zwanzigjährigen erklärte Ele­ment eau, «sei fLr b i e Ein stell u ng, aber er glaube, bie ^rögc sei nicht genügend studiert. Tic Verwaltung werde uicfjt Zett haben, bie hngienischen Maßregeln zu ergreifen, welche ber Gesunbhettsbienst für nötig halte. Tie Regie rung neunte bie Einstellung ber Zwanzigjährigen nicht aus militärischen, sonbern ans politischen Grtinbcn vor. Er sagte weiter: Tic Vorfälle, bic sich ereigneten, haben nickt bic Bebeutung, bie man ihnen zugeschneben hat. Die Aufsässi­gen würben zur Genugtuung aller Franzosen bestraft Bei- fall Man bars nicht in Frankreich unb austerhalb Frank­reichs ben Eindruck erwecken, als ob bie Regierung nicht imftanbc sei, einer Revolte bic Spitze zu bieten. Sie er weckten ben Einbruck ber Schwäche. Tas ist peinlich, bic Zwanzigjährigen einzustellen, um ben Jahrgang 1910 ent­lassen zu können. (Beifall links., Er lobte bic Regierung dafür, dast sic bic Absicht gehabt habe, biefeit Jahrgang zu- riickzubehalten, und fügte hinzu: Wir müssen aber folge­richtig bleiben, jetzt werden wir zwei Rekruten- jahrgänge,aber ungenügende E abr cs für sic haben, so bast eine gleichzeitige Ausbildung für sie un­möglich ist. Dir fönnen int Augenblick weder da? 19. Armee- borps noch die Kolonialarnree mobil machen Ich verkenne nicnianbeS Patriotismus, aber man beweist den PatriotiS- mus nicht nur in ber Stunbe, wo die Kanonen bonnern. Es heiftt in Abenteuer stürzen, wenn man ein improvisiertes Militärgesetz annimmt. Wenn cs wahr ist, dast, cs gefährlich ist, 2 nichi ausgebilbete Jahres!,assen zu haben, so must eben bic Iahrcstlasjc 1910 zurückbehalten werben. Tie Lage in Guropa ist noch nicht sicher. Unsere Tiplomatie wirb uni so stärker fein, wenn sie namens bes stark gerüsteten Laubes .prichl. Ter Ministerpräsident must männlich den notwen digen Entschluß fassen unb ber Senat must sich auf eigene Verantwortung entscheiben. Ter Gesetzentwurf ist nicht zu- fammenhängenb gcnit^. Wir stimmen ihm im Prinzip zu; aber sagen Sie, Was Äe denken, nicht, was man von Ihnen zu beuten verlangt. (Lebhafter Beifall auf der Linken.)

Ter Ministerpräsident erwiberte Elcmcnceau, er habe recht mit ber Erklärung, baß in einer solchen Frage die gesetzgebenben Körperschaften nicht ben politischen Mo­nden nachgeben bürsten, doch, fügte Barthou hinzu, das We setz ist nicht simprovisierl, wenn c S das Ergebnis der Prüfung ber Kammer ist. Wenn bic Einstellung ber Zwan< zigjährigen ein Abenteuer ist, weshalb stimmen Sie zu? Tic Regierung forbert vom Senat bie Annahme ber Einstellung ber Zwanzigjährigen schon in diesem Jahre: aber zwischen ber Einstellung ber Zwanzigjährigen und ber Entlassung ber Jahresklasse 1910 besteht nicht, wie Elcmenceau glaubt, bav Verhältnis von bem Mittel zum Zweck, sonbern von Ursache zur Wirkung. Tic Regierung erklärt niemals, bas; die Jahresklasse 1910 ein Jahr zurückbehalten würbe, sic setzte feine Zeitdauer fest. Tie Einstellung der Zwanzig­jährigen ist parlamentarischen Ursprungs. Tie Meute­reien, bic eine Erhebung gegen bie Souveränität unb das Laub darstellten, tönnten nicht geduldet werben. (Bei­fall.) Er erklärte, wie bie Regierung bazu getommen sei, die Einstellung ber Zwanzigjährigen anzunchmcn, ivelche die beiden zuständigen (^esundheitsbehörden, vorbehaltlich gewisser (Garantien, billigten. Tas vorgeschlagenc (besetz diene nicht Abenteuern, sondern ber notwenbigen unauf­schiebbaren Verteidigung bes Laubes. Tie ZurüÄerwcisung des Gesetzentwurfes an bie Kammer sei nicht benfbar, benn bann würbe bas Gesetz nicht rechtzeitig verabschicbct. (Bei­fall.) Nach kurzer Erwiderung Elemeneeaus folgte bie Ab­stimmung.

Ter Senat hat mit 245 gegen 48 Stimmen ben Artikel 6 bes Treijahrgesetzes angenommen, ber die Einstellung ber

entzogen werden würde. Mit dem Rücktritt Kock.> ist auch daS von ihm begründetejournaliftifdK Seminar" cingcgaimcn, daS übrigens amtlich niemals anerkannt worben war.

. Geschlitzte Herrenhosen. Tie amerikanischen Herrenichneider, die in den letzten Jahren auf die Herrenmx« in Europa einen zusehends roacksenden Einflus- errungen Laben, rülten sich, der Männerwelt mit der Limmcnbcn Frübiahrsfoi'm eine neue Gabe darzubringen Tie modernen geschlstten Tamen- röckc haben die Schneider begeistert, und im lommenoen ..nhee werden sie eine willkommene Ergänzung erfahren: butd^ geschilpte ?errenhosen. Tas Beinkleid soll, so beschlof: i?<r Schnciderkongr. fi. auf beiden Seiten anstelle der Naht aesck-litzt sein und zwar bis -ur Mitte zwischen Knöchel und Knie. Besonders für belle Somm--r- beinflcibcr wird das vorgeschrieben: zur Freude der Strumpf- fabnfanten, die von dieser Mode mit Neckt gesteigerte Einnahmen ermatten. Ob diese Pvsfe bei uns allgemein mitgemacht wirb, möchten wir gerne in Zweifel ziehen.

- Ein Goethe-Gedenkstein ist in Altenberg im sachsnchen Erzgebirge seierlich geweiht worden. Am alten Ascher- graben, der ben berühmten Zinnbergwerken vom Qamm das Wasser ruiühtt, 'N eine wuchtige, seitlich gezackte Basaltpfotte errichtet von dem Ltein des Geisings. Tas auf ihr an "brachte bronz ne Medaillon mit des 60jährigen Goethe Bilonis tragt die Inschrift: ..vier wandelte Goethe, als er in den Tagen vom 10. bis 12 Juli 1813 rn Altenberg zu bergbaulichen Studien weilte." Tamals war der Altmeister von Teplitz aus über das (Gebirge herüt-r- gewandert und hatte auch herrliche landschaftliche Eindrücke ge­wonnen. Natürlich mußte die alte Bergstadt namentlich ben Mine­ralogen interessieren.

Ter 17. Internationale Medizinische <? nn- «reu ist am gestrigen Mittwoch vormittag in d-r Albert hall in London eröffnet worden. Siebentausend Aerzte mit ihrer Tamm füllten fast das riesige Gebäude. Prinz Arthur von Eonnaught iant* rn seiner Eröffnungsrede, der König habe ihn beauftragt, bi- Hoff­nung des Königs zum Ausdruck zu bringen, dast feidx intetitalio»

Rt. 183 Zweites Blatt 165. Jahrgang

ErschriM tietl* tnn Ausnahme des Sonntag». J G

Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für Oberheff^n

1912 1913