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5.12.1913 Erstes Blatt
 
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Hreitag, 5. Dezember 19(5

165. Jahrgang

Erstes Blatt

Gietzener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für Oberhessen

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monatlich 75 B^tnecteC* äbdid) Rf. S.90; öurd>

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monatlich 6b IM.; bnrd> biet-o-t JRLt. viert* jabrL aittfrtiL tQ'iella. Zeilenvrei«: lokal !5i4w nnoiixirt-* 90 iHfiint* Gbefrebahtur: 91 tflofik itfrontTvoitlkt hu bru pclit. Zeil: 91hq. (Bofi|; für .AfuiUeton*, ,i^er- nu|d)ie4* unb.tAfiutl*» faal". RadUrmnib; *ür ,5<abt uitb 4!anb-:

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Rttaftion, Expedition und Druderct: Schulfttastt i» t?lii$eigcn,eil: H. Beck.

hrr die laqetmimmer w . . _ . _ , . M ..., ... _ . . ... . _ . -

bl* vormittags y Uhr. Notatlon5drud und verliy der vruhl'ichen Unip.'vuch und Ztemdrnderei R. Lange.

Nr. 286

Trr Ofetzever Seylftr erfcheini Uqlidj. airirr SOnniaq«. - Beitagci. viermal m öd* entlieh Otfie»<r.§«»tl»e«vlLNer »loexnal ipärbfruLKieis- vl*N (ir *c« Kreis Oletze» (tieniiag imb ntfttaa); jiveinial mcnatl. leid wirft*« ftUd>r»atfrM<" 7«tuipred) - Anfchlüfie: ♦ür die Redaktion 112, tkria.i u. (hrpeötno-i bl

H*ir*4tcririra. Hanabwit von A«zeigeW

Die heutige Nummer umfafot 16 Seiten.

Vie Annahme des Mißtrauensvotums.

B e r l i n , 4 Dez

Auf den b i cfr ater, wie der ZcntrumSvertreter ,vcb* eenbach den Mittwoch bezeichnet batte, ist ein zweiter llit- glürfitag für die Regierung gefolgt, her mit der Annahme des gegen den Reichskanzler gerichteten MihtrauenSrotumS endete, deS zweiten in feiner Kanzlerschaft Dabei schien cd zu Beginn der heutigen Sitzung, als ob die Gemüter sich einigermaßen beruhigt hätten, und aU Herr v. Be t h- mann-Hollweg als erster Redner daS Wort ergriff, um seinen gestrigen Ausführungen ein Postflriptum hinzuzu- fügen, glaubte man hie und da, daß es seiner Beredsam­keit gelingen werde, die arg verfahrene L'age wieder inS rechte Geleise zu bringen. In der Tat bemühte er sich, wäh­rend man ihm gestern vorgeworfen hatte, daß er nicht alS deutscher Reichskanzler, sondern alS preußischer General- major gesprochen habe, heute auch die Kehrseite der Zaber- ner Medaille in den KreiS feiner Betrachtungen zu ziehen Er bestritt zunächst, gestern die Zivilbebörden desavouiert |U haben, er gab rurkhaltslo» zu, daß das T^orgehen der Militärbehörde im keine Begründung finde, und er versicherte weiter, daß durch Maßnahmen der allerobersten Stelle Garantien für ein besseres Zusammenwirken der Militär- und Livisgewalt in Llsaß4i.'othr,ngcn gegeben seien. Aber auch diese Ausführungen des Reichskanzlers, die in dem Haufe einen recht unfreundlichen Widerhall fanden und, als er auf das voraussichtliche Mißtrauensvotum hinwies, wieder stürmische Kundgebungen hervorriesen, vermochten die Lage nicht mehr zu retten.

Bon den btnni solgenben Re'nem aus dem Hause nahm nur der Wortführer der Konseroativeii, Rogalla von Bieberstein, das Berhalten der Militärbehörden in Schuh, während selbst der Redner der Reichspartei, Jrhr. v Ga m P-M assauen , seststellen zu müssen glaubte, daß seitens der Militärbehörden Fehler begangen worden seien, und daß man sich mit dem Charakter der elsässischen Bevöl­kerung zu wenig vertraut gemacht habe Tie sckrärffte Ton­art schlug natürlich der Sozialdemokrat Tr. Weil an. so daß der Präsident ftaempf sich zum Einschreiten genötigt sah Ter folgende Redner, Tr. öaaS von der Bolkspartei, sprach bereits prophetisch von den Reichskanzlern und den RriegSministcrn, welche fommen und gehen, und der letzte Redner R i ck l i n von der elsässischen Zentrumspartei glaubte die Tatsache fest stellen zu können, daß nicht nur eine S'.atthalterkrisis, sondern eine Reichskanzlerkrisis be- stehe.

Tann kam es unter allgemeiner Spannung zur Abitim mung über das von der Bolkspartei beantragte Miß­trauensvotum, das in gleicher Fassung Mich noch von der Sozialdemokratie s,gebracht wurde und den Stand punkt des Reichstags wie folgt formulierte:

Ter 9kidb'ta.i wolle beschließen, fcftjuftcllen, daß die Behand­lung dec den Gegenstand der ZnterpeNationen bildenden Angelegen- beiten durch den Herrn Reichskanzler den Anschauungen des Reichs­tags nicht entspricht."

Bon den 397 Mitgliedern des Reichstages waren 351 anwesend, und von diesen stimmten 293 für das Miß­trauensvotum und "4 dagegen, während 4 sich der Ab­stimmung enthielten. TaS Ergebnis der Abstimmung, welches der Reichskanzler nicht mehr abgewartet halt.', wurde in der Mitte und auf der linken Seite des Hauses

mit stürmischen Beifallskundgebungen ausgenommen. Ti große Mehrheit für den Antrag überraschte sogar im ^ause, aber eS batten alle Parteien bis auf die der Rechten sich gegen den Reichskanzler erklärt. Es ,ft dies das zive.i. Mißtrauensvotum auf Grund der im Mai 1912 beschlossenen Revision der I^esäiäftsordnung. Das erste Mal, am No­vember 1912, wurde da- von den Sozialoemokrateti bei ihr r Anfrage über die Teuerung beantragte Mißtrauensvotum mit 174 gegen 110 Stimmen der Sozialdemokraten, der Bolkspartei und »'»er Polen abgelehnt. Am 30. Januar 1913 wurde der Miß-allcneantrag der Polen bei ihrer Anfrage über die CniCignungStrage mit 213 Stimmen der Polen, des Zentrums und der Soziasdemokraten gegen 97 Stimmen der Rechten und Nationalliberalen bei 43 Stiminentl-al- tungen der Volkspartei angenommen.

Tamals wurden aus diesem Antrag von keiner Seile Folgerungen gezogen', diesmal aber liegt der ^all etwas ernster, denn die Mehrheit für das Mißtrauensvotum ist überwältige,,d groß. So kann es denn nicht Wunder nehmen, daß im Reichstage Gerüchte verbreitet wurden, daß Herr v B e t h m a nn - H o l l w e g dem Ä a i s e r sein Porte- fcuille zur B e r f Ü au na stellen wolle. Bon einer dem ttanycr nalKfh'bcnbcn Seite wird indessen versichert, er habe leinen Zweifel darüber gelassen, daß derartige Be- j(bluffe auf sein Verbleiben im Amt keinen Einfluß aus» uben fönnten.

Pressen iuinten.

TerBerliner Lokalanzeiger" sagt:

Tic Stellungnahme der Parteien war durch ihre Redner vom Mittwoch fest gelegt, io daß die zweite Rede des Reichskanzlers, so trorteilbaft ne euch in Ton und Inhalt von der ersten abstach, an dem Ergebnis der Tr-batte nichts m/chr zu ändern vermochte Tic gestrige Rede des Reichskanzler- hat keinen Zweifel darüber gelassen, taß die Lehre:, der Zabcrner Vorgänge für unsere Militär- und Zivilverwaltung nicht verloren gehen iverden. DaS Vergangen« muß heute abgetan fein, und wer ti gut meint mit dem« lande, der wird jetzt die Regierung bei ihren Bemühungen unj den Frieden des Reichslandes nach Straften untcrftü&fn.

Tieftr cu^ci tung" schreibt:

So sind große Tage vorüber Es war Mache in dieser Aufe refluua Ttr Zwerk war, eine ft lüft zwischen Bolk und Militär herzustellen. Jedenfalls werden, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, dieienigen nicht auf ihre Rechnung kommen, bic von den Konferenzen in Donauesähngen Person alperänderun- .rrn in den leitenden Steilen erwarten. Dao Blatt betont ferner, daß die konservativen über den Zusammen bang der Vorgänge in Jabern mit der Beethmannschen Berfassimgspolink geschwiegen hatten, um des Mander« Stellung in diesem Augenblick nicht noch mechr in erschüttern. Bon zuverlässiger Seite würden die links- liberalen Bcklxnlvtungen, General d. T-eintling habe sich in Tonau- cid ingen eine Billigung seiner Genwltpoliltk und der ftriegsminist-n: habe iich dort das ftouzept seiner Rede mit dem kaiserlichen Plazet versehen lassen, als unzutressend bezeichnet.

TieBossische Leitung" betont:

Tas, der ftanzler entschlossen ist. wenn er bei dem Kaisen nicht durchsetzt, was er durcknetzen will, feine Entlassung zu for­dern, hieran könnten nach der gestrigen Verlxmdlung keine ;3n>eifc[ bestehen So erregt und leidenschaftlich hat Herr v. Detwnann Hollweg kaum ,e zuvor im Reichstage gesprochen und auch ichioeigiamer wie gestern war kaum je zuvor ein iVriegdinüiifter. Ja wem, c$ nicht am Donnerstag, sondern am Mittwoch ge­wesen wäre, wie hätte alles anders werden können !

TasBerliner Tageblatt" erklärt:

Herr von Dethmaun soll am nächsten Dienstag in der Etats- debatte über die auswärtige Politik sprechen. Ein Reichskanzler,

welchem soeben erst fast b,e gesamte Bolksvenretung ihr Mißtrauen ausgesprochen bat, befwt mobl nicht d,e genügende Autorität, d,e ein Reichlanilcr in einer solchen Tchatte dem AuCiande ge<iai* über bedarf 5ntt Herr von Betbmann beute nidtt ron Jev.ienr Amt zurück, weil m Donaueschingen die Maßregeln beicklonen werden, dre ganz Deutschland seit acht Tagen verlangt, so ivird er versuchen müssen, ,m Reichstage von dem Mückraueusvotum be>re,t zu werden, mit dem er beute tn den '?L»jcn des beurithrtt Bvlkeo und der ganzen Veit belastet ist.

TieBerliner Neuesten Nachrichten" steNen fest:

Rach langem Rechnen steigt aus den Urnen bte Verurteilung der ftanzlervolitik m.t 293 gegen 54 Stimmen Nur ft\m enatihc und Reichsparte,ler haben den Kanzler decken wollen, alle anderen sind ihm gram.

TieTägliche Rundschau" sagt:

Kann ein WadMgcr des Herrn v Betbmann sich »u der Salvmer Angelegenheu anders fteilen, als er es getan bat f Eine ^bktjncllc. die am meiftm schuld ist an der gegernvärtigen Ber- falnenbeit. ,ii d,e Unterlassung der beruh*gruben üntnnmma auf die öffentliche Meinung durch beruhigende Mitteilungen. Tie Pflichterfüllung im gehn inen ftämmerlein genügt Nicht. man hat das Held der Seii'ationfr- und OppofitionSpresse überlassen.

TieDeutsche Tageszeitung" schreibt:

Venn der Kanzler sich cntfdißiefrn sollte, zurückweichen oder über das Maß dinausgebende Zugeständnisse zu madKi,, dann würde die Vage nicht für ihn, soliden, für das deutsche Bolk und das Teutftfr Reich tief ernst und hl ter werden.

TerVorwärts" sagt:

Zn jedem anderen Laiche wäre die Regirning erledigt, außer vielleicht in Rußland Tie llcbcrgriffc der ntilitimfdxn Macht müssen ihre Sühne finden. Sckwn die nächsten Tage merben zeigen, ob in den bürgerlichen Parteien dieser feste Wille liegt.

Die Packifer Presse.

Paris, 5 Dez. Tic hiesiae Presse beurteilt bic gestrigCR Reichstagsverhandlungcn in durchaus ruhigem Tone.

Reichskanzler, Graf Wedel uitb Wcntral v. Deimling beim Malier.

Berlin, 4 Dez. Der Reichskanzler begibt sich heute abend zum Bortrag beim ftaiser nach Donaueschingen. Ter Statthalter von Elsaß-Lothringen, Gras v Wedel und der lommanbierenbe General des 15. Armeekorps, v. Deimling, find dorthin besohlen morden.

DerBerliner Lokalanzeiger" schreibt in seiner Nummer vom 5. dS. MtS.:

Währcnch 'her gestrigen ReichstagoverHandlung ist die Ver­mutung ausgesprochen werden, daß ivohl auf die Reife deS .ftrieqS- minisicrS imd, Dvnmtescknngen eS iurückzusühren sei, wenn die Regierung in der Zabcrner Ärage so wenig Zugeständnisse machte. Der an zier habe vor der Militärpartei kapituliert. Wie unsinnig drese Vermutung ist, gebt am besten daraus hmror, big die Reise bcs ZkriegsministerS, wie bestimmt verlautet, im iwllen Einver­ständnis zwisck>en dem ftanzler und dem Minister erfolgte. Sie ist im übrigen auch schwerlich ergebnislos ge.vesen. Die Entsendung eine« Generals nach Zübern mit dem 'Jlaiftragt, dort die mili- «äri'chen Angelegenheiten in die Ha,ü» zu nehmen, insbesondere für ein besseres Zusammenwirken mit den Zivilbehörden zu sorgen, und eine Untersuchung einiulciiai,, für deren Durchführung ,wch besondere Befehle ergangen sind, ist gleichfalls auf bic Reise deS .Uriegsministers zurückzuführen. Endlich ist diese mich der Aus­gangspunkt für die von dem Reichskanzler erwähnte Weisung an den kommandierenden General m Straßburg, daß er, wie er übri­gens selbstverständlich ist, für die strengste Innehaltung der gesetz­lichen Schranken von feiten der Truppe:, sorgen möge.

Sportliche und wifftnschastliche LustsaHrten.

Gießen, 5. T-cjcmber.

3n der großen Aula der Universität sprach gestern abend vor einer tahlreutvn Zuhörerschaft Prioardo.zcn'. Tr. A. Pepvler auf Veranlassung des ftau'männischen Vereins und des Lrt> flcmrrlN-vcrein.- über sportliche und wüfenfchaftUche Luftfahrten.

Der Vortragende, der, wie den Leiern des ..Gieß. Anz ' ja brTannt ist, 'm Aunrag des Aeronautischen Cbfervatonumd in Lindenberg eine Reihe von Hochfahrten zur Erfotfckmng der boix-rfn Lu ft schicht >m unternmnnt, LrleudMeic zuuichzt die ^abl reichen w>ssenichanl,chen Probleme, die bei Hochfahrten im Ire, ballon zu löfen find Bor allem werden Messungen der sonnen* stradlung angesteltt und Lunvrvben aus den großen Höben bet- uiitergcbolt. um die dxmn'dx* Zufammenfetzung der Luft kennen -u lernen. Es nnrb nämluh feit dem Zahre 1912 die B.-ooackuung gemackn. daß i'eldfr bei vollkommen wolkenlosem £»unme£ eigen artige Trülmngen der Atmofvdgre vorhanden sind, die die sonnen- strahlung idimgdKn. und deren Natur noch völlig unbekann: in. Tatsächlich haben die b..- j.-tzt unt<*ntommcnen Hochfadrten gezeigt, bah im Gegensatz r.i anderen fahren selbst noch oberhalb >' > m starke ihrer Entstehung nach vollständig unManntc 4. uni! schick,tcn vorhanden find. Tr Peppler hofft, dan die chennick- Analvfe d<r dernntcrzedolten Luftprobrn weitere Au'Närung bringe -Solange diele llrjcrfudBin 1 noch nicht charic le .m m. muh cs dahingestellt b'.ei'oen, ob btefc Trübungen irtufthrr oder auserirdischer kosmischer Natur sind

Tr. Peovlcr ging dann aut bic Einrichtung derrrciballor:- ur.b ihre szüdrung ein, ;vobei er besonders darauf hrnwies, bar, d'.e lenkbaren Lufrfcknffe für Dbm'tlaludK Mefiungencbr . schlechtc ArbritsstäUen feien da die fortwährenden Ertchütterungen, bi: burd, die Luftscbraul'en herrorgerufen werden, schwienge Mejjun- aen unmöglich machen Durch nnt stetige und gleichmösige 7v?r: bcmc'iunn und durch seine Fähigkeit. ,n bedeutende Höben, bis zu 11 km oorjubnngvn, ist der srrnIEon d»^ ideale ^abneug *-ur Erforschung b-*r höheren Luit'ch,ch:cn. «rreidallonfabnen nnd, wenn die nötigen Bor'idrksinaßregeln l-each:et werden, als getabrl s zu d.-iClchnen 3ntmcrbut find tn den lebte:; Za wen cm? icchc t»on Unglücks'ätlcn vorgekommen. die auf eine zu'ällige V.-rret tuna t:nglücklickx-r Umstände mrüefiunibren nnd ^er allem v: bchV eine nicht völlig Ausgeschlossene, eine -.gsentleerun? >;: nie m der Höbe eintreten kann, wim Benni und Ren? lcine selbsttätig m Zug geraten. Man iu daher neuerdings be n bt. Vorrichtungen an-uvringen, die den abitür,enden BrNon in einen tvcQidnrnt verwandeln. .

(rmc tvcicntltdx und nicht unLegährliche Behinderung der HöHcin'aHrten bildet die durch den 3üucrfro'nncngel in unge'ahr 5000 m auftretenbe HöHenkrank^it, die berriu in einer Hohe

von 7000 m ixr? Leben des Mensck^n bedroht Turd, rümthrfr Atmung aus mitgefübrten 5aucrftoffiiaidxn kann diese gefahr' hdx Wreiuc bis auf 11000 m binaufgeschoben werden.

Zum Scküitffe feines VoNragcs gab Tr Pepvler eine Schil derung seiner Hockfahrt vom 19. £Ft., bei der die größte Höbe, nämlich 8100 m, erreicht wurde. Rach der Größe des 2200 cbm fassenden Ballons hatte man auf 9.500 m Höhe gerechnet, doch schon in 80OO m zeigten sich Undichrrnleiten tn der BaUonbütte. durch bic groher O^aSVerlust und inrolgcbeffen icbr rascher Adiall l»ervvr gerufen wurde. Tie ^aUgesch,rindigkeü betrug 07 Sekunden meter Zn 1CmX) m Hölw gelang cS, den Ballon durch ftar"- Ballestab-gade aufsufangen, 10 daß eine glatte Landung ermög licht wurde uv.

Der mit starkem Bestall aufgenommene Bortrag wurde durch zahlreiche gute Lichtbilder wirkungsvoll unterstützt N.

Ein Wcihnachtsfvicl. Aus T res den, 2. Dez., wird uns geschrieben: TaS königliche Schauspielhaus, als es sich des VrthnachtssptclcSTaS 6) 0 11 e 4 f t n b" von ß m 11 Alfred Herrmann annabnt, ist damit wieder einmal ten deufchen Bühnen räfcrenh vorangegangen HerrmannS Stil gefühl bat alles Gewaltsame zu vermeiden gewußt, daS sich allzu le.cku ein stellt, wo nicht nur der ganze bramatiidie Au'bau, sondern iogar Grammatik und Charakter der Dersfprack.? so irnt an die Pcrctlbcr an schließt Za, eS ist die geringste Smönbe;: d:.- Ä.rkeS nicht, daß rs sich offen - mehr al.- ftopie ober als treulich-

kick .cr.ick es Verdienst, daß uns b; S vr,m:ttve Mtrakel nicht als .-.uriv'itst. als Srilerreriment cirmjlr; Tu Aufführung de:- SckaufpiclhauseS gab ?e:n Verke alles, was ihm gebührt. Tie nanv Pracht her Phantasie der alten Meister tat sich in diesen Bühnenbildem <ni;. von denen ;cdes mehr als das andere entzückte. Trr Würde des Spiele- entsprechend batte man die Tarstettcr n'cht nambah gemocht Ader es waren die Besten gewählt worden. Deiche Hülle an i'^estaltungSkraft war im ftleinsten lebendig, wie- riri t~xc Schliwthnt und Znnigk u! Dir hörten die Vcrie von rührenden unb ron entzücktet, Siimmen gesprochen' Un? zur Musik dte-er redend n Stimmen tue Chöre der Engel, die Flöte b-.r Hirten, Pauken und Trompeten d?r heiligen Köntge, das Dteycn- licd Marias unb Josephs, alle diese rührenden und traurigen Deien!

3 um Tode yr r a n v Schönthans Mit ?rranz ron Schönthan er stieß eigentlich ^ratti Schömban Edler von Pernwald einer der fruchtbaruen neueren Lust'vieldichtcr rcimgegangm, uitb einer von denen, die das liebenswürdige und I'edensioerte Talent befaßen, niemals mir galligem Ditz ober ätzendem Spott feine Mitmenschen von der Bühne herab zu

unterhalten, sondern durch harmlos-lustige infä

stchen Humor Schönt Han war - wie sein ihm im Tode voran- gegangener Bruder Paul - für die militärische flaniere bestimmt, die er im Jahre 1M6G als österreichischer Mn bett dcr flYirg«marine begann \*lbcr fdxmach fünf Jahren guittierte er den Dienst und roänbte (ich, Inn r innersten Reigung folgend, der Bühne zu Er wurde Schauspieler und war fast zehn Zähre an verschiedenen Ti,entern erfolgt ick tätig; vorübergehend auch in Berlin am Dallner- und "l.esidenztHeater und am königlichen Schauspiel hau-. 5c;neu eigentlichen Beruf entdeckte er aber erst als Bühnenschrift- fielfer, und sckwn seine erste ArbeitDas Mätchren au« der ^rembe" machle ihn delann: Tm ersten großen Erfolg hatte er mit onn Lustfpl l , ftrieg im Frieden", oaS er mit Gustav von Mvfer schrieb. Ticic> MÜitärlustfpiel ist seitdem mustergültig für die außerordent­lich große .Zahl ter toteren Militärlustspiele geworden, d« ,hr Vorbild freilich niemals erreichten. Am populärsten wurde wohl leinRaub der Sabinerinnen", den er tn Gemeinschaft mit seinem Bruder Paul verfaßte Emil Thomas und Georg Engels haben tn b<r Rvlle des Strirfc Jahre hindurch bte größten Triumphe gefeiert, und noch trute wird das Stück überall immer wieder p< -Len Tu Mompagme Mo.er und Schönt Han blieb sehr pro> duktil fpöt-r ick neben Schönlban und flabelburg zusammen, und als eines der ersten Skrfc dieser neueniVirma" erschien ba6 Lustspiel .Goldfische" auf der Bühne, das bi3 )etzt im Repertoire de: ftömahcfrn Schauspielhauses geblieben ist. Bon^andercn Ttürfen sind noch zu nennen:Sodom und Gomorra",Ter Zug- togfl",Unser grauen",Trr Schwabenstreich",Roderich Hal­ler",Die goldene Spinne",Nenaissanre" mit Ellfcld,Eor- ndiu: Boß",Das goldene Reick" undDas gelobte Land". Aus der jüngeren Zcst f^i ?a5 hreiofiige Lustspielsiein Torrir renanm, las Sckönthan nack, dem Tickenscken Tioman geschrieben ?,a: E- wurde zuerst am ftöniglick, n Sckxiusvlrlhause aufqcffibrt und hatte einen starken und nachhaltigen Erfolg Auch für daS r- motbeaier bat ^rnn- von Sckönthan ein Stück geschrieben, das erste richtige szilmlu st spiel. Es heißt:Wv ist Eoletti?" und wurde in aller Seit aufgeführt. .

Tic Ebern bürg . sßranzvon Sickingens^este, in Gefahr! Wenige Mdomn*r oberhalb der bernbrnien Sol- und Radiumstadt ftreu'nach. da, wo über 200 Meter schroff von bet Talsohle aufsteigende Uclcwinde das Jia bet al einen gen, erhebt stch mit:en in einem flefsek über dem lieblichen Dao Münster <1 oX- au; zierlich geformtem Bergkegel die Ebernburi Zur -Vv bvc Deformation bidt bur Ritter sZ^anz von Sicking " ' inen unt» lick en Hof Ter ftolw Barl immer d. r ,3rrib< "r

ick ast gegen bi. llebermack,: ."r bürsten erfin mit ri ' "uck, welckcn werrvoll-n Bund sgenr" seine h.'ck -.i'-jenden Pläne ton deutscher ssrcihrit, Einheit un) Mache,ii der Gedankenwelt der Reformation fanden; daher nnnM: er sich bald mit Eifer der