Ausgabe 
5.3.1913 Zweites Blatt
 
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rb. In der Festausschußsitzung der Jubiläums- beschlossen, (Eingaben an die Ministerien in t abzuschicken. Ms spätestens 1. beziv. 15. April tet sein über die Zahl der Festteilnehmer. Die erpflegungslisten sind ebenfalls bis dahin ein­gewünschte Anzahl der Regimentsgeschichte ist 'sollen die Festteilnchmer, die sich an der Fahrt

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Nr. 54

Erscheint täglich nm Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Gberhrfien

von Lehrer H e i st (Düdelsheim) gehaltener Vortrag

Deutschlands Weltstellung

Gedanken

über zur

eine bewährte

Krankenkost Erwachsene bei Störungen der Verdauung, bei Schwäche u. Appetitlosigkeit.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Vertag: 51.

Redaktion:^A112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

DieGiehener Famllienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich.Landwirtschaftlichen 3eit= fragen" erscheinen monatlich zweimal.

2lu$ den Reichrtagsausschüssen.

:: Berlin, 5. März.

Der Kolonialvoranschlag.

Der Budgetausschuß des Reichstags erledigte heute zu­nächst den Voranschlag für

O st a f r i k a.

Dr. Golf machte Mitteilung über das' Ergebnis seiner Untersuchung wegen der behaupteten Grausam­keiten der Schutztruppe gegen Eingeborene. Es habe sich aus den Akten nichts darüber ergeben, namentlich auch nichts über behauptete Grausamkeiten der Truppendes Ma­jors Johannes. Auf eine telegraphische Anfrage beim Gouverneur sei eine negative Antwort eingetroffen. Die Verwaltung wolle das Licht der Oeffentlichkeit nicht im geringsten scheuen und bitte um Vorlegung etwaigen Materials.

Beim Voranschlag für

'Togo

wurde Auskunft gegeben über den Stand der Schlaf­krankheit. Sie verläuft dort anders als in den ande­ren Kolonien. Es sind meist Lcichtkranke, die die Krankheit nicht so fühlen und die Behandlung er"schweren, weil sie nicht genügend Geduld zum Aufenthalt in den Lagern haben. Man habe deshalb eine geringere Summe in den Etat eingestellt. Der Staatssekretär gab weiter Auskunft über die Ausbreitung der deutschen Sprache in Togo. Die Eingabe der deutschen Kolonialgcsellschaft um Bau einer Bahn durch die Oelpal menge biete tvird als Material der Verwaltung überwiesen. Zum Vor­anschlag fiir

Mittwoch, 5. März M3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Märkte.

le. Frankfurt a. M. Cchmeinemarktbericht vom 5. März Anfcietrieben waren 1850 Schweine. Voll fleischige Schweine von 80 bis 100 kff Lebendgewicht 62.D065.00 Mk., Schlachtgewicht 80.00 82.00 Dlk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 61.0 -64.00 Alk., Schlachtgewicht 79- 81.< 0 Mk.; vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebendgeivicht 63.0065.00 Mk., Schlachtgewicht 80.0082 Alk.; vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 63.0065.00 Mk., Schlachtgewicht 80*1.00 Mk. Geschäft mittelmäßig, bleibt Ueberstand.

ko. Frankfurt a. M., 4. März. Heu- und St rob markt. Angesahren waren 7 Wagen Heu, " Wagen Stroh. Bezahlt wurde für veit B/io3,40 9)11, Stroh (Kornlangstrolü 0.00-0.00 Mk., Wirrstroh 0,000,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft langsam. Di- Zufuhren waren aus den Streifen Friedberg, Dieburg und Hanau.

Jahrhundertfeier". Sehr viel Einklang fand das von 10 Schülern aufgeführte Spiel von CabaniSFeldlager- gcspräche heimkehrender Freiheitskämpfer". Im zweiten Teil kam auch das Volksmärchen zu seinem Rechte. U. a. wurdenTie Sterntaler" von .Hedwig Hoepfner und Drei Wünsche" flott gespielt.

Zweites Blatt 163. Jahrgang

Eichener Anzeiger

nach den Schlachtfeldern bei Metz oder an der Huldigungsfeier am Niederwald beteiligen wollen, bis zum 15. April angemeldct sein. Zu dieser Huldigungsfeier stellt der Verein Mainz einen Dampfer zur Verfügung. Als Festtage sind bestimmt der 7., 8. und 9. Juni. Das Mittagessen findet kourpagnieweise in den Festhallen auf dem Festplar statt. Es ist geplant, eine Tribüne zu errichten. Die Tribünenkarten sind zu 3 und 5 Mark erhältlich.

** Der Verein zur Förderung des Handwerks unter den Israeliten in Gießen hielt am Sonntag seine Jahresversammlung ab. Aus dem Jahresbericht sei mitgeteilt, daß 1912 11 junge Leute durch den Verein dem Hand­werk zugesührt worden sind. Zurzeit hat der Verein für 6 Lehr­linge zu sorgen. Er bezahlt das Lehrgeld und sorgt für die Kleidung. Es sind ein.Metzger, zwei Schuhmacher, ein Schneider und ein Chauffeur. Außerdem leistet der Verein für einen Zögling von 12 Jahren eine Beihilfe zu den Erziehungskosten. Er ist in dem jüdischen Erziehungsheim Ahlem bei Hannover untergebracht. Der Verein zählt 125 Mitglieder und verfügt über ein Vermögen von rund 4500 Mk. Tie Versammlung stimmte einer Satzungs­änderung zu, wonach das Kapital zur Untersttitzung von Hand­werkern, die mit Hilfe des Vereins ein Handwerk ordnungsmäßig erlernt haben, zu zinsfreiem oder verzinslichem Darlehn oder als Unterstützung für selbständig? Handwerker Verwendung finden soll; in Ausnahmefällen können auch andere jüdische Handwerker in Oberhessen mit einem Darlehn oder mit einer Unterstützung bedacht werden. Ein interessanter Vortrag des Reallehrers Salomon über die Erziehungsan st alt Ahlem bildete den Schluß der Versammlung.

** Die Friseur- und Perücken m acher -Innung halt am 6. März im Hotel Einhorn einen sachwisscnschastlichen Vortrag für alle Angehörigen des Friseur-Gewerbes ab. Das Thema: Moderne Hand- und Nagel-Pflege, besonders die Methode des verstorbenen Hof-Manieure der Kaiserlichen Fa­milie Jos. Reichest, wird der>net G. W. Karl Paulke (Berlin) behandeln.

** Der Evan g. Arbeiterverein veranstaltete am Sonntag im Vereinslokal unter Leitung von Oberbibliothekar Tr. Heuser einen Diskussionsabend, bei dem eine Be- spreck-ung des von Pfarrer Schmitt-Höchst in Gießen gehaltenen VortragsKirche und Arbeiterschaft" stattfand. Da der Vortrag sehr viel Stoff zur Aussprache bietet, soll am Sonntag ein zweiter Diskussionsabend stattfinden.

** Veterinärmedizinischer Provinzialverein für Oberhessen. Unter Vorsitz des Veterinärarztes Dr. Z i n ß e r von Friedberg tagte am Sonntag vormittag der Vete­rinärmedizinische Verein für Oberhessen. Kreis-Veterinärarzt Dr. Schweickert -Gießen hielt einen Vortrag über Diagnostik der anzeigepflichtigen Formen der Rind ertuber- k u l 0 s e. An den Vortrag schloß sich eine sehr lange Aussprache. Die Teilnehmer der Versammlung besichtigten dann unter Führung des Direktors Dr. Modde den neuen Schlachthof.

= Hausen, 3. März. Gestern sprach hier in einem gut* besuchten Familienabend Pfarrer Haupt von Grüningen übet L 0 s von Rom im Al Penland Kärnten". Boll Be­geisterung für das Deutschtum und den Protestantismus in Oester­reich aus seiner 9lmtszeit in Klagenfurt und zeigte viele Licht­bilder der bortigen prallvollen Landschaften. Ten gleichen Vor­trag hielt er heute den >Ev. Bund-Familien in Garbenteich, die am Sonntag vorher schon einen wohlgelungenen Mitglieder­abend hatten, in dem Lehrer Sauer von Gießen einen Vortrag über die Vergangenheit des Schiffenbergs und Grün­dung der umliegenden Dörfer hielt, der allgemein interessierte. Diese durch schöne Lieder und Vorträge eingerahmten Abende bringen allen Teilnehmern immer Anregung und Freude. Für die cd. Bewegung in Kärnten wurden bei den beiden letzten Zu­sammenkünsten über 25 Mark gespendet.

= L i ch, 3. März. Ter Volksbildungsverein hat die Reihe seiner Winterveranstaltungen am letzten Samstag mit einem Liederabend beschlossen, zu dem Frau Geh. Medizinal­rat Prof. Dr. Sommer aus Gießen sich als künstlerische.Kraft zur Verfügung gestellt hatte. Das klassische Programm fand außerordentlichen Anklang und der lebhafte Beifall zeigte, daß auch unsere ländliche Bevölkerung wahre Kunst zu schätzen weiß. Das Programm wurde durch musikalische Darbietungen von Ver­einsmitgliedern vervollständigt.

-4-Eckartshausen, 2. März. Heute fand hier im Bau- manüscken Saale ein von Lehrer Loos veranstalteter Fami- lien-Abend statt. Musikvorträge wechselten mit Gesängen und theatralischen Aufführungen ab. Im Mittelpunkte stand ein

öerem$nad)rid}kit.

" Verein ehemaliger 116er. Am 3. d. M. fand in der WirtschaftZum Kronprinz" eine Sitzung des Fest-Aus- s ch n s s e s statt, in der der Vorsitzende über die Seitherige Tätigkeit Bericht erstattete. Bis jetzt sind zum Feste 600 Veteranen an- gemclbet, denen am Montag vom Regiment ein Frühstück gegeben wird. 9ln Nichtoeteronen sind über 10 000 in 48 Vereinigungen gemeldet. Tas vorläufige Festprogramm sieht vor: Samstag von 3 Uhr ab Empfang der auswärtigen Kameraden, abends 8 Uhr Zapfenstreich durch die Stadt, 8' 2 Uhr Begrüßungsfeier in den drei Festhallen, gesangliche und turnerische Aufführungen, Fahnenweihe des Vereins, Volksfest; Sonntag: Vorm, 6 Utzr Wecken, Cboralblasen von der Kirche, 9 Uhr Festgottesdienst in den Kirchen und Synagogen, 11 Uhr Paradeaufstellung und Vorbei­marsch des 9?egiment§, der Veteranen und der Vereinigungen auf dem Trieb, anfchließend Frühschoppen in den Bierzelten, nachm. 13 Uhr gemeinsames Mittagehen in den Festhallen, 37 Uhr Volksfest, abends 8 Uhr Festspiele und Feiern der einzelnen Bataillone in den Festhalten; Montag: Vorm. 7 Uhr Wecken, 11-1 Uhr Früh­stück der Veteranen auf der Liebigshöhe und Frühschoppen mit Konzert auf dem übrigen Festplatz, 1 Uhr Festessen, mittags und abends wie Sonntag; Dienstag bei genügender Beteiligung Fahrt nach dem Niederwald. Im Anschluß an den Bericht des Fest- vorsitzenden berichteten die Vorsitzenden der Einzelausschüsse.

** D i c Lose Bereinigung ehemaliger 116er Gießen Stadt hielt gestern eine gutbesuchte B e r s a in m - l n n g ab. Aus dem Bericht des Vorsitzenden, A. T i ck 0 r 6 war zu entnehmen, daß die Vereinigung jetzt 115 Mitglieder zählt, die zum größten Teil einem Militärvercin nicht angehören. Zur Jubiläumsfeier haben sich bis jetzt ungefähr 9700 Teilnehmer angemeldet, dm von 550 Veteranen. Der Festausschuß hat bis­her tüchttg gearbeitet. Eine Eingabe an den Minister der öffent- lick-en Arbeiten in Berlin sei ab gesandt worden um Gewährung von Militärfahrkarten auf Grund von Ausweiskarten. Tie Vereine Mainz, Köln, Nidda und Bad-Nauheim haben beantragt, für alle Beamte Urlaub feunt Fest*«*-**« ------ ---=

regelmäßigen Urlaub.

Vereinigung Preußen und soll Meldung Wohnungs- und zufchicken und die mitzuteilen. Auch

vrdnung der konservative Antrag über Schaffung klei­nerer Garnisonen unb außer dm Bittschriften g s.tzt werden. An den drei übrig n Tagen dieser Woche soll dann nur noch der Kolonialvoranschlag erledigt werden. Der Präsident teilte mit, daß der Reichskanzler '.hm gegenüber die Hoffnung ausgesprochen habe, die neue Militär vor läge a m 28. März d e m Reichstag zukommeu j" lassen. Tiefe Vor­lage soll dann am 7. April, das ist also in der zweiten Woche nach dem Wiederbeginn der Beratungen, auf oie Tagesord­nung gesetzt werden. Daß gleichzeitig auch die Deckungs- Vorlagen am 28. März an den Reichstag g.langen werden, ist wohl anzuüehmcn, doch hat der Reichskanzler sich darüber dem Präsidenten gegenüber nicht geäußert. Der konser­vative Antrag über die kleinen Garnisonen soll morgen nur ganz allgem in besprochen werd n. ohne Bezugnahme auf die große Militärfrage; die Milttärvorlage soll auch nicht mit der Beratung des Militärvoranschlags verbunden werden.

Der Ausschuß für die Koukurrenzklausel

hat heute auch den § 75 des Handelsgesetzbuches in einigen wesentlichen Puntten zu Gunsten des Handlungsgehilfen gegenüber den Vorschlägen, der Regierung geändert. Bei Lösung des Dienstverhältnisses durch den Handlungsgehilfen wegen vertragswidrigen Verhaltens des Prinzipals wird die in der Vorlage dem Gehilfen für seine Erklärung, daß er sich an die Vereinbarung nicht gebunden erachte, ge­währte zweiwöchige Frist verdoppelt. Ferner wird be­stimmt, daß die Konkürrenzklausel durch Erklärung des Gehilfen in jedem Falle unwirksam wird, wenn der Prin­zipal das Dienstverhältnis kündigt; die Zusatzbestimmung der Regierungsvorlage, die die Unwirksamkeit ausschließt, wenn der Prinzipal einen von ihm selbst nicht verschuldeten Anlaß für die Kündigung hat, wurde gestrichen.

Der Schutz von Patienten vor wissenschaftlichen Experimenten der Aerzle

beschäftigte den Bittschristenausschuß. In einer Bittschrift wurden gesetzliche Bestimmungen verlangt, die gesundheits­gefährlichen Eingriffe, die an armen Kranken in Kranken­häusern zu Versuchszwecken gemacht werden, unter Strafe stellen, sofern diese Eingriffe nicht zur Heilung der betreffen­den Krankheit bestimmt sind, sondern wissenschaftliche Ver­suche darstellen. In der Bittschrift werden ferner Fälle an­geführt, in denen Menschen zu Versuchszwecken die Keime einer Krankheit infiziert wurden. Interessant war die Stellungnahme der Regierung zu dieser Frage. Ein Bedürfnis zu einem Eingreifen der Gesetzgebung liege nicht vor, weil das geltende Recht den erforderlichen Straf­schutz gewähre. Im allgemeinen dürften ärztliche Eingriffe ohne Einwilligung der Kranken oder seiner Verwandten nicht gemacht werden. Wenn der ärztliche Eingriff nicht Heilzwecken biene, sondern eine neue Krankheit Hervorrufe, so falle dieser ärztliche Eingriff unter den strafrechtlichen Begriff der Körperverletzung. Tie sehr schwierige Frage der legislatorischen Behandlung ärztlicher Eingriffe werde bei der schwebenoen Reform des gesamten Strafrechts von Neuem behandelt werden müssen. Aerzt- liche Eingriffe zu Versuchszwecken überhaupt zu verbieten, würde eine unerträgliche Beschränkung der persönlichen Willensfreiheit bedeuten. Seit mehr als zehn Jahren sind übrigens unerlaubte Eingriffe von Aerzten zu Versuchs­zwecken an lebenden Personen nicht mehr bekannt geworden.

S ü d - W e st a f r i k a liegt eine Entschließung vor, nach der der Voranschlag für die Schutz truppe und die Polizeitruppe ein­heitlich aufgestellt und nach einem bestimmten Prozentsatz auf das Schutzgebiet und das Reich verteilt werden soll. Durch diese Neuregelung soll auch das Schutzgebiet selbst an einer Herabsetzung der Schutztruppe interessiert werden. Weiter wurde ausführlich über die Diamantenfrage verhandelt. .Staatssekretär Dr. Solf erklärte, in dieser Frage sei man int letzten Jahre ein gutes Stück vorwärts gekommen. Es sei die neue Di a m a n t e u b e st e u e- rung nunmehr durchgesührt, von her man eine Belebung der Produktion erwarte. Die Förderer seien nunmehr den Wünschen des Reichstags entsprechend an der Regie beteiligt, nicht nur mit 50 Prozent an den Aktien, sondern auch mit 50 Prozent an den Aufsichtsratsstellen: auch sei eine verstärkte staatliche Aufsicht durchgeführt durch einen zweiten Kommissar, der sich völlig in den technischen Be­trieb einarbeite. Endlich sei für den Verkauf der Dia­manten ein allgemeiner öffentlicher Wett­bewerb ausgeschrieben, der entgegen den Behauptungen eines Ausschußmitgliedes durchaus ernsthaft gedacht ist; es werden sich auch mit Sicherheit fünf bis sechs Konzerne beteiligen. Den deutschen Firmen habe er allerdings ge­raten, sich nicht in dem Sinne zu beteiligen, daß ein beson­derer deutscher Tiamantenmarkt geschaffen werden sollte; dazu wären die Qualitäten noch zu gering und die deutschen Steine zu einheitlicher Art. Für die Verwaltung müsse in erster Linie natürlich die Aufgabe stehen, die Produktion möglichst gut zu verkaufen, aber int Rahmen dieser Aufgabe sei er, der Staatssekretär, gern bereit, alles zur Förde­rung der deutschen Industrie zu tun. Es sei ihr 5 Prozent Rabatt gewährt, dieser Vorsprung dürfe nicht als gering angesehen werden. Wenn die L 0 h n s ch l e i f e r daran nicht teilnehmen können, weil ihnen das Kapital zum Stein­einkauf fehle, so könne das von der Verwaltung selbst nicht geändert werden; man habe aber angeregt, ein« Ein- und V e r k a u f s g.e n 0 s s e n s ch a f t zu gründen, die auch dem armen Arbeiter Einkauf auf Kredit ermög­lichen könnte. Weiter sei ein Beitrag für die Hanauer Schleifschule gegeben worden und auch in Berlin soll eine Schleifschule begründet werden.

Auf Anfrage eines Zentrumsmitgliedes erklärt der Staatssekretär, die Feldersteuer der Kolonialgesell­schaft sei auf Grund von Verhandlungen wesentlich herab­gesetzt worden, von 30 Mk. auf 1,50 Mk. Dem gegenüber hält aber das Ausschußmitglied seine Behauptung aufrecht, daß eine neue Feldersteuer auch für solche Felder, die bisher steuerfrei waren, eingeführt sei.

Bei der Beratung der oben genannten Entschließung wandte sich ein Sozialdemokrat gegen diese abermalige Umstoßung in etatrechtlichen Beziehungen zwischen Reich und Schutzgebiet. Auch von nationalliberaler und konser­vativer Seite wurden gegen die Entschließung Bedenken geäußert. Das Urteil eines finanziell interessierten Landes­rats könne nicht völlig maßgebend sein. Die Verantwortung ruhe doch immer wieder auf Verwaltung und Reichstag. Der Staatssekretär wandte sich gegen die Auffassung, als könne sich Schutz- und Polizeitruppe gegenseitig ersetzen. Keine Kolonie könne eine schlagfertige Schutztruppe ent­behren, die selbstverständlich nicht gegen einen äußeren Feind das Land verteidigen soll. Fortsetzung morgen.

Ter Walstpriifungsausschuß beschäftigte sich heute mit der Wahl des Abgeordneten Peus (Soz.), führte die Beratung aber nicht zu Ende. Der Aeltesterat des Reichstags

einigte sich heute b-*r Beginn der Plenarsitzung nach längerer Besprechung dahin, die Osterferien am Sonnabend, den 8. März beginnen und bis Dienstag, den 1. Aprileinschließlich dauern zu lassen. .Heute Mitt­woch wird noch ein Schwerinstag sein, auf dessen Tages-