Nr. 215
viertes Blatt
165. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
findet!
Am meisten verlangt werden, freilich immer und immer wieder Männer- und Frauenkleidung, Wäsche, Schuhe und Stiefel; Kindersachen gehen rasend ab; Sonnen- und Regenschirme sind im .Handumdrehen vergriffen: Koffer und Taschen finden Absatz. Ein wahres Reiften ist immer um weifte und bunte Vorhänge, um gestickte Läufer und Decken aller Art, selbst wenn diese den Schimmer der Neuheit schon vor längerer Zeit eingebüßt haben sollten. Unzählige Bilder wurden verkauft, viele Blumenvasen und Lampen, auch Glas und Porzellan; rasch gehen Möbel und Betten
ab, aber auch nicht gerade alltägliche Tinge — wie z. B. eine Elektrisiermaschine — finden Llbnehmer.
Ter Andrang der Käufer ist geradezu überwältigend. Und wie gern wurde jedes Verlangen befriedigt, wenn es nur möglich wäre. Leider sind aber die Wünsche immer zahlreicher als unsere Vorräte. Gar mancher zieht gekränkt wieder ab, weil sein Begehren nicht erfüllt werden konnte; pünktlich erscheint er dann wieder am nächsten Verkaufs- tag, um sein Glück von neuem zu probieren. Ein anderer nimmt statt bev heiftersehntcn Anzuges einen Band „Daheim" mit nach Hause, oder statt der bereits längst vergriffenen Kinderschuhe wird ein Röckchen erstanden.
Tas Verhältnis der Käufer zu den Verkäuferinnen ist ein sehr freundliches. Tie Leute, die in die Brockensammlung lommen, fühlen es ganz genau, daß nicht kalter Erwerbssinn hier herrscht, sondern der Wunsch, ihnen zu nützen; und daß das Gebotene durch regelrechten Verkauf in ihren Besitz übergeht, erleichtert es vielen, die Brockensammlung auszusuchen.
Wenn wir auf unsere bisherige Arbeit zurückblicken, ist das vorherrschende Gefühl das des warmen Dankes allen denen gegenüber, die uns durch ihre Zuwendungen in den Stand fetzten, das zu erreichen, was uns vorschwebte. Daran müssen wir aber immer und immer wieder die herzliche Bitte tnüpsen, das Interesse für die Brockensaminlung nicht erkalten zu lassen, sondern fortgesetzt von neuem zu betätigen. In allen Straften gibt es gewiß noch Bodenkammern mit Kisten und Kasten, die Dinge bergen — hier nutzlos Platz raubend und den Motten zur Beute — in der Brockensammlung dagegen hoch willkommen, »veil immer noch nutzbringend zu verwerten, für die Käufer sowohl, wie ür die Zwecke und Ziele der Brockensanirnlung. Auch bei Umzügen, Versetzungen, der Auflösung von Haushaltungen werde unserer Arbeit freundlich gedacht!.
wurde gerichllicherseits festgestellt, daß ihn — den Pächter bei der Veräußerung nicht die Absicht einer ordnungsmä
ßigen Bewirlschaflubg des Grundstückes geleitet hatte. Vielmehr war es ihm dabei nur darauf angekommen, alles los zuschlagen, lvas auf dem Grundstücke überhaupt verkäuflich und nicht niet- und nagelfest war. Der beklagte Erwerber der Früchte aber hatte den Pächter in diesem rechtswidrigen Vorhaben bewußt unterstützt. Durch diese mit dem Verhalten der beiden verbundene Verschlechterung des Grundstücks wurde die hypothekarische Sicherheit der klagendenHypothe kengläubigerin erweislich gefährdet. Infolgedessen erwirkte die Hypothckarin eine einstweilige Verfügung gegen den Er Werber der Früchte, in der ihm unter Strafdrohung verboten wurde, die am dem Pfandgrundstücke anstehenden Feldfrüchte abzuernten, durch andere Personen abernten zu lassen oder sonstige Maßnahmen hinsichtlich dieser Früchte zu treffen. Tenn die Klägerin war, wie nunmehr bekannt, als Hypo- thekarin berechtigt, die Unterlassung der schädigenden Einwirkung klagweisc zu-sordern. Zur Sicherung dieses Anspruches aber war der Erlaß der einstweiligen Verfügung zulässig und geboten.
Samstag, 13. September 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversitälS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Pachtgut und Hypothekenschutz.
Von Dr. Hans Lieske, Leipzig.
Sind die Hypothekengläubiger berechtigt, dem Pächter eines Landgutes das Abernten und Veräußern der Feld- srüchte zu verbieten? In der Regel ist diese Frage selbst verständlich zu verneinen. Gibt es doch kaum ein hypothe kcnfreics Pachtgut. Wo aber bliebe da der Pächter, wenn ihm jeder Hypolhekengläubiger ohne weiteres bei der wirtschaftlichen Ausnutzung des Grundstücks in den Arm fallen dürfte! Solange die Beschlagnahme des Pachtgrundstückes nicht erfolgt ist, steht den Hypothekariern also kein allgemeines Recht zur Seite, kraft dessen sie verhindern können, daß Bestandteile, Früchte oder Zubehörstücke, auf die sich ihre Hypothek erstreckt, aus dem Grundstücke entfernt und damit von der Haftung für die Hypothek frei werden. Indessen kennt das Gesetz eine Ausnahme von dieser Regel. Nach ihr darf nämlich der Hypothekengläubiger dann bereits vor der Beschlagnahme einschreiten, wenn in einer Weise aus das Grundstück eingewirkt wird, die zu der Befürchtung berechtigt, es möchte dadurch das Grundstück verschlechtert und infolgedessen die Sicherheit der Hypothek gefährdet werden. Dazu sei ausdrücklich betont, daß nach des bürgerlichen Gesetzes Satzungen auch der Pächter das von ihm erpachtete Grundstück nur nach den Regeln ordnungsmäßiger Wirtschaft gebrauchen und nutzen darf.
Bei alledem ist aber natürlich nicht gesagt, daß jede Verschlechterung des Grundstückes auch die Sicherheit jeder auf dem Grundstücke ruhenden Hypothek gefährdet,und so mit dem Hypothekarier die Befugnis, auf Unterlassung zu klagen, ein räumt. Es kommt vielmehr wesentlich auf das Verhältnis des Grundstückwertes zu dem Betragender Forderung und dem ihm im Falle einer Zwangsversteigerung zukommenden Range an. Ja, selbst der Abbruch von Gebäuden seitens des Pächters muß nicht unbedingt imstande sein, eine Unterlassungsklage der Hypothekengläubiger zu rechtfertigen. Ist es doch unter besonders gearteten Verhältnissen recht wohl möglich, daß für eine kleine und an bevorzugter Stelle stehende Hypothek der Wert des Grund und BodenS allein, ohne alle Rücksicht auf die darauf befindlichen Gebäude, vollkommene Sicherheit für die Hypothek bietet. Die Gefährdung der durch die Hypothek gesicherten Forderung ist aber eben die unerläßliche Voraussetzung zum Einschreiten der.Hypothekengläubiger. Die Gläubiger müssen also in ihrer Klagschrift im Einzelfalle beweisen, daß das Vorgehen des Pächters die Hypothek gefährdet.
Dabei kann, wie uns das Oberlandesgericht Dresden zum Ueberflusse noch ausdrücklich versichert, die Aberntung reifer Frucht an sich allein noch keine Verschlechterung des Landgutes zur Folge haben. Vielmehr wird das Abernten der Früchte von einer ordnungsmäßigen Wirtschaft im Ge- genteil gerade verlangt werden müssen. Eine die Hypothek gefährdende Verschlechterung ist dagegen unter Umständen von der Fortschafsung der abgeernteten Früchte zu befürchten. Und zwar ist das z. B. dann der Fall, wenn alle anderen schon vorher abgeernteten Früchte aus dem Grundstücke entfernt worden sind. Denn die Früchte, die ein Grundstück erzeugt, sind nach den Regeln ordnungsmäßiger Wirtschaft in erster Linie dazu bestimmt, den Bedarf des Grundstücks selbst an solchen Früchten zu decken, sei es als Nahrung für den Landwirt und seine Leute und als Futter für das Vieh, sei es, um als Aussaat für das nächste Jahr tzu dienen. Erst wenn dieser Bedarf gedeckt ist, darf nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft an eine Verwertung durch Veräußerung gedacht werden. Die Entblößung eines landwirt- schaftlichen Grundstückes von den zur Fortführung der Wirtschaft notwendigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen verschlechtert das Grundstück und wird selbstverständlich nicht dadurch zu einer berechtigten Maßnahme, daß vorher den Regeln ordnungsmäßiger Wirtschaft zuwider das gesamte Vieh und Geschirr verkauft worden ist. ,
Gegen diese für jeben Landwirt schier selbstverständliche Weisheit hatte sich vor einiger Zeit ein Pächter vergangen. Er hatte nämlich die aus dem von ihm erpachteten Landgute anstehenden Feldfrüchte an den Beklagten veräußert. Dazu
Kf. Die große Tüllmode. Ein entzückendes Geschenk hat die kommende Wintermode der Frauenwelt zugedacht. Sie gedenkt soviel wie nur möglich den Tüll für die Frauenkleidung zu verwenden. Tüll in allen Formen, Farben und Anwendungen ist ihr Losungswort. Er wird für ganze Kleider, für Ueber- roürfc und Umschlagtücher, für leichte Mäntel, Schärpen, Unterröcke und Hutgarnituren verwertet. Es ist nur schade, daN £ull trotz seines verhältnismäßig geringen Preises, fein billiger Kleiderstoff sein wird, und zwar hauptsächlich deshalb, weil er immer frisch und „knusperig" getragen werden muß. Er muß sehr oft gewaschen und gebügelt werden. Ferner ist er em sehr delikates Gewebe, das leicht zerreißt. Aber gerade in dieser Zartheit liegt auch fein Reiz. Kann man sich etwas Duswolleres denken, als einen Tüllschleier, der zart wie ein Hauch auf einem dunklen Untergrund liegt? Kann eine Franenschulter, ein klassischer Hals graziöser eingefaßt werden, als durch einen Tüllschleier? Ter Tutt liebt starke Gegensätze nicht; er verlangt stets feinabgetönte, beinahe ineinander überfließende Farbenstufen. Und gerade dieses scheint die Wintermode speziell herauszuhvlen. Sie läßt bei Stufenkleidern die einzelnen Stufen fachte und kaum merkbar im Ton stärker werden: die oberste Stufe ist z. B. in einem falten Rosa gehalten. Gegen t>ic zweite Stufe hin wird das Gewebe und damit auch die Farbe zarter und dünner. Die ziveite Stufe setzt wieder etwas prononzierter an, aber immerhin schwächer als die erste und fließt nach oben wiederum zarter aus. Die dritte Stufe endlich führt dasselbe Spiel weiter, bis dann ein weißer Tüllgürtel die Taille abschließt. Die ^Komposition kann aber in origineller Weise nach oben weitergeführt werden. Zu diesem Zwecke wird die Bluse in ungefähr 12—15 kleine Tüllstufen zerlegt, die nach imb nach in der Nüance etwas stärker werden. So kann ein entzückendes Anschwellen, ein dnstvolles Erröten, wie bei einer Pfirsichhaut erzielt werden. Die oberste Blusenstufe wird in der gleichen Farbnuanee gehalten, wie die unterste Stufe des Kleides. Na- tüiflich kamt auch in umgekehrter Richtung verfahren werden,
Die „Gießener Zamllienblätter" werden dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „£anbroirtfd}aflüdien Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Ans StflM und Caitfc»
Gießen, 13. September 1913.
Wie die Bäume ihr Laub verlieren.
Kastanien und Linden haben längst braune Blätter ober sind schon kahl, und nun tritt das allgemeine Sterben, der „gelbe Tod" der Blätter ein, wie man den Laubfall anschaulich, aber, falsch bezeichnet: der Laubfall ist eine Anpassnngserscheinung ans Klima, er hat mit Sterben nichts zu tun, und die Bäume verlieren auch gar nicht ihr Laub, fonbern sie werfen es ab, um die großen Flächen abzustoßen, durch die sie sonst zu viel Wasser verdunsten würden. Daß die Bäume die Blätter selbst abstoßen, kann man an jedem welken Blatt ablesen, das man vom Boden aufhebt: es ist wie mit dem Messer abgeschnitten und der Stiel endet in einer ganz glatten Fläche.Wie bringen die Bäume dieses Kunststück zuwege? Längst, ehe der erste Nachtfrost cm- tritt, bereiten sie das Mstoßen der Blätter schon vor: sie beginnen damit, alle wertvollen Stosse, die in den Blättern vorhanden sind, einzuziehen, Eiweiß und Stärke wandern durch den Stengel aufwärts, dann werden diese wertvollen Stoffe in den Knospen für das nächste Jahr aufgespeichert, und vom Blattgrün bleibt nichts zurück, als eine gelbliche, halb zerflossene Masse, die den Grundton des Herbstlaubes bestimmt. Es bleibt ein totes Gerüst des Blattes übrig, das für den Baum keinen Wert mehr hat. Während die kostbaren Stoffe stielauftvärts wandern, bildet sich am Grunde des Blattes die sogenannte „Trennungsschicht" aus, in der das Blatt abbricht. Quer durch den Stil hindurch bildet sich, wie Worgitzkh schildert, eine neue Gewebeschicht zartwandiger, in Teilung begriffener Zetten auS. Durch den Druck, den die sich rasch vergrößernde Trennungs- schicht ausübt, werden auch die Gefäße, jene feinen Wasserleitungsröhren der Gefäßbündel, die als tote, protoplasmalose Zellen der Teilung selbst nicht folgen föhnen, in Mitleidenschaft gezogen, ihre Wände gequetscht und gestreckt. Schließlich lockert sich in den mittelsten Lagen der Trennungsschicht der Verband der Zellen, und ein Windstoß genügt dann, um den Zusammenhang zu lösen und die Gefäße der Bündel mit durchzureißen. Tie gleiche Wirkung hat der Frost, der den Zellsaft der zartwandigen Trenn,ingsschicht zum Gefrieren bringt, weil die gefrierende Flüssigkeit die Zellwände zersprengt und dabei die Gefäße zerreißt. Anstelle jedes Blattstteles bleibt so eine Wunde, die natürlich verschlossen werden muß, und diesen Wundverschluß stellt der Baum in Gestalt einer wasserundurchlässigen Korkschicht her, indem er eine neue -Oberflächenschicht anlegt, deren äußere Zellen lücken-
Bericht aus der vrockensainmlung.
Gießen, 12. Sept.
Redaktion, Expedition und $ ruderet: Schul- strafte 7. Expedition und Verlag: Redakt:on:e^I12. Tel.-Adr.: AnzeigerGieften,
bekannte Haushaltungs-Institut Kühn-Maßmann, Nas- s a u (Lahn- als Zweiganstalt für den bauswirtschaftlichen Teil der Berufsausbildung ausersehen, während die für Kinderpflege nur in Pankow erfolgt.
lieber alles Nähere berichten die Drucksachen des Vereins, welche durch das Mutterhaus Pankow-Berlin, Hartwigstr. 113 und durch Fräulein Kühn-Maßmamt, Nassau (Lahn), zu beziehen sind.
Dadurch wird das malerische Schwergewicht auf den Gürtel verlegt. Ein Kleid kann also oben und unten blendend weiß einsetzen und bis zu einem ausgesprochenen Kirschrot in der Gürtelpartie anschwellen. > •
ff. Ei n Zukunftsbild aus dem Jahre 2013. „3m Jahre 2013": so betitelt sich ein feministisches Lustspiel, das jüngst '3um Besten der Parteikasse der Frauenrechtle-> rinnen in Washington ausgeführt worden ist. Seine Verfasserin ist eine der Leiterinnen der ^Frauenrechtspartei, Mrs. Christiane Hernrnick. Die Idee des Stückes ist die, ein Bild davon zu geben, wie die Welt in einem Jahrhundert aussehm wird, wenn — natürlich! — die Frauenrechtssache enbgültig gesiegt und damit die arge Welt umgestattet haben ivird. Selbst- verstä,ü)lich herrscht 2013 die vollständigste Gleichheit der Geschleckter, die sckon mit der Kleidung beginnt. Männlein wie Weiblein sind gleicherweise, und zwar etwa so wie die Türken auf dem Theater, gekleidet: sie tragen weite. Pluderhosen und einen kleinen Turban. Schon seit langer Zeit ist aus Gründen der Gesundheitspflege der Kuß, abgeschafft: Frauen, Mädchen, Mütter, Schwestern, Söhne und was sonst lebt, begrüßt sich beim Kommen und 'Gehen einfach mit einer Handbewegung, so wie wir beut etwa einen Freund, der uns begegnet, begrüßen. Was das eheliche Leben angeht, so besorgen Mann und Frau entweder zugleich oder abwechselnd die Küche, keiner hat darin ein Privileg: alle beide bereiten sie die Gerichte zu, reinigen das Haus, stäuben die Möbel ab. Mlerdingssind diese Arbeiten wesentlich erleichtert durch die ausgedehnte Anwendung der elektrischen Kraft: man bringt einfach die Maschine an ihren Posten und laßt sie alle Reinigungsarbeiten automatisch besorgen. Dienstboten gibt cs nicht mehr. Sein Bett macht sich jeder allein. Und so fort mit mehr oder weniger Grazie in infinitum. Sehr — zukunftsmäßig ist das Ersc^inen zweier Verlobter vor dem Standesbeamten Krine Rede von irgendwelcher.Feierlichkeit, von Eltern oder Zeugen! Die Heiden jungen Leute erscheinen ganz allein, weisen ein ärztlick)es Zeugnis vor, daß ihre geifrige und körperliche Gesundheit und ihre Eignung zur Ehe bestätigt, und das ist alles „Alles in Ordnung", sagt der Beamte, und das Pärchen ist Mann und Frau. Sckrade, so bemerkt hierzu der Pariser „Eclair", daß von uns im Jahre 2013 kaum noch lemand leben wird, um zu kontrollieren, ob die Prophezeiungen der Frau Hemmick sich wirklich erfüllen werden.
Einen festen Platz unter den Wohlfahrtseinrichtungen unserer Stadt hat sich nunmehr die B r o ck e n s a m m 1 u n g gesichert. Sie wurde im Frühling des vorigen Jahres ins Leben gerufen, und die beiden Frauenvereine, die sich in Arbeit und Einnahme teilen, die Ortsgruppe Gießen des Allgem. Deutschen Frauenvereins und der Gemein de-Fraucnv er ein dürfen mit frohen Hoffnungen in die Zukunft blicken. ,
Der Allgm. Deutsche Frauenveretn wird durch die Einnahmen aus der Brockensammlung in den Stand gesetzt, seine sozialen Arbeiten kräftig zu fördern, so die Rechtsschutzstelle für Frauen, die Beratungsstelle für Frauenberufe, so die Ausbildung hiesiger junger Mädchen zu Kinderpflegerinnen im Fröbelfeminar. Auch seine sonstigen gemeinnützigen Veranstaltungen können nur mit Hilfe des Erlöses aus der Brockensammlung erhalten werden.
Ter Gemein de-Fraucnvere in ist in gleicher Weise von diesen Einnahmen abhängig, denn erst wenn sein Anteil eine gewisse Höhe erreicht hat, kann er daran gehen, seinen Plan' auszuführen: eine der unbemittelten Bevölkerung zugute kommende Veranstaltung ins Leben zu rufen, bereit Wert für die hiesige Armen- und Krankenpflege län-gst anerkannt ist. Da heißt es sparen, wahrscheinlich noch auf Jahre hinaus. Der Gemeinde-Frauenverein ist trotzdem der begründeten Zuversicht, daß auch er sein Ziel erreichen wird.
Die Brockens ammtttng dient mehrfachen sozialen Zwecken. So erwünscht, so notwendig nach dem Obengesagten die Einnahmen sind — sie sind bei weitem nicht der einzige Zweck unserer Arbeit. Indem wir uns an die Freundlichf- keit und das Verständnis wohlhabender Mitbürger wenden mit der Bitte, uns alles, was in ihrem Haushalt durch neues ersetzt und daher zurückgestellt wird, zu überlassen, vermitteln wir den Uebergang.gebrauchter Gegenstände aus einem reichen Haushalt in einen -einfachen. Konnten doch alle diejenigen, die uns durch Zuwendung von Gaben unterstützen, mit" ansehen, wie Dinge, die unbrauckMr und wertlos für sie wurden, nun wieder Geltung gewinnen, um geringen Preis hinauswandern und noch einmal nützen und erfreuen. Es ist kaum zu glauben, was alles Liebhaber
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejsen
Lrauen'Rundschau.
Die Hausschwestcr.
Die Krankenschwester mit ihrem stillen, selbstlosen Wirken in Hospital und Familie ist eine liebgewohnte, achtunggebietende ShSSh geworden. Wie mancher hat sic chon als gütigen Engel taÄÄ ™ ii= Mit linder Sand Wunden nerbnnd.
der Nnmc „Snuzschwestci" lagen? Er ist in bcu irtten Jahren öfter aufgetnucht. ohne dax man über lerne Be- Futuna volle Klarheit erlangte. Vstr erklärt man sich ihn so, ^ft^HauSschwester soviel sei als Wrrtichaftsj.chwestcr für Küche, matoir uiro in großen Betrieben, dort versteht man darunter »An die von Wohlfahrtsverbänden rn Krankherwfallen Sr bei Fehlen der Hausfrau in hilfsbedürftige Familien geschickt den Haushalt vor dem Niedergang zu bewahren. Solche ^ck^sttichwestern u Pflegerinnen wirten gewiß viel Gutes, doch Äruf^ Haussckwester steht auf anderer Grundlage. Er will beT ^rul b^j^ n'Mädchen unb unabhängigen .grauen durch die E fassung und Ausübung häuslicher Pflichten bei ange- Arbe tsbedingungen und entsprechender Entlohnung einen mc^ { i n'n Wirkungskreis in der deutschen Familie bietew Die wnaSima erstreckt sich daher auf alle zur Führung eines Hau-- ^usbilduim ertzrea 1 Jmc nu(b aus .Kinderpflege. Die
halts notivenoig Dienstboten mt Hau,e ersetzen,
7n der Familie sein, da sie.ihre Arbeit ^ÄeMe chrer Mitmenschen in schwesterlichem Sinne leister, rm DieMte ivre ^nschast Gleickgemmter finden die Schwe
f und Sicherstellung der Zukunft- „Hier flt
f-c„ bem 5 im Gegensatz zu den überfüllten kaufmännischen CTn: G^et, Sw üben Berufen an Arbeitskräften gebricht, was d??TmsÄ bewrist, daß auf eine Hausschwester 50 Stellenangebote die Tatsache. oewii! , ^üterte Familien brauchen für
^^s^biwung ihrer Tvcktter keine unerschwinglichen LOT er zu die Vfid) dem schönen Beruf einer Hauch ckwester wid-
^t"^Di'e^vorbenen Kenntnisse befähigen nicht nur ^ur Berufs wndern lohnen and) für die verheiratete tfrau die der 9'JJnQrit Geld und Kraft gebrachten Omer.
Zlus^dung an Z t ^^ ^ein Deutschlands wurde 1910 > Sitz in Pankow-Berlin begründet und erfreut sich
verbältn^rnäßig kurzen Zeit einer gedeihlichen EntwEuNg 'unb^lacmcincn AnseArns. Ilm seine Tätigkeit and) auf den Westen 'S* SÄS -usz-rdchn-n. hat der B-rwr das bestens


