Sonnta g-Blume als feftfjc Tänzerin war von sprudeluderMunicr- heit unb liebreizender Stofctterie. Herr Grosser als Grvtesk- tänzer errang sich in seiner kleinen Rolle ebenfalls lebhaften Beifall. Herr R o t t e ck spielte den lustigen Schwerenöter mit blanker Lust und raffinierter Keckheit. Als Elly lernten wir in Fräulein Rabe eine flotte Darstellerin kennen und auch alle anderen waren an dem großen Erfolg des Abends nicht unwesentlich beteiligt. N.
** D i e Versorgung unserer Stadt mit schlachtreifen Schweinen ist wieder einmal durch einen Zusammenschluß der Schweinemetzger gesichert worden, wodurch es möglich ist, die Tiere aus der Provinz Schleswig-Holstein zu beziehen. Der erste Transport ist hier bereits im Schlachthof geschlachtet worden.
** Was der Rekrut nötig hat. Da es jetzt wieder an der Zeit ist, den jungen Rekruten in sein kriegerisches Tun und Treiben einzuführen, so veröffentlichen wir „gern eine Aufzählung alles dessen, was er zu seinem neuen Berufe benötigt ; eine fleißige Sammlung, die von einem Veteran zusammeu- gestellt worden ist. Es wird empfohlen, folgende Sachen mitzunehmen: 1. Ein sehr gutes Vorhängeschloß für einen Schrank. 2. Einen sehr guten Brustbeutel. 3. Ein Tischmesser, ein Taschenmesser, Löffel, Gabel, Obertasse, Butterdose und einige Eßwaren. 4. Spiegel, Kamm, Seife, Zahn-, Kleider-, Stiefel- und Scheuer bürste, Nähzeug und Schere, Hosenträger, mehrere Paar gute Strümpfe, Taschentücher, eine blaue Schürze, ein Paar Hauspantoffeln. 5. Paketadressen, Postkarten und Briefpapier. Und wenn ihm endlich Mutter den Beutel etwas Kleingeld füllt, so wird das auch sein Schade nicht fein,
"Von den Wanderern. In der Herberge zur Heimat sind im September im ganzen 1085 Gaste eingekehrt (gegen 997 im September 1912). Von diesen sind 758 (750) Selbstzahler, 327 (244) nahmen die Herberge gegen Arbeit an. Der Arbeitsnachweis konnte von 235 gemeldeten offenen Stellen 231 besetzen. Von den untergebcachten Arbeitskräften blieben 163 in Gießen, 68 gingen in die Provinz. Die Arbeiter, .welche Platz fanden, verteilen sich auf folgende Handwerke: 6 Schuhmacher, 2 Schneider, 5 Schreiner, 3 Spengler, 6 Glaser, 1 Anstreicher, 2 Schlosser, 1 Tapezierer, 1 Küfer, 1 Buchbinder, 4 Metzger und 2 Bäcker, zusammen 33 Handwerker und 198 ungelernte Arbeiter, von letzteren die Hälfte für landwirtschaftliche Arbeiten.
** A n Tollkirschen erkrankt. In die Gießener- Universitätsklinik wurden zwei Kinder aus Niedershau- sen gebracht, die nach dem Genuß giftiger Beeren, vermutlich Tollkirschen, schwer erkrankt waren.
Landkreis Gießen.
— Wieseck, 3. Okt. (Gemeinderatssitzung.) In der heutigen Gemeinderatssitzung waren anwesend: Bürgermeister Schomber, Beigeordneter Schäfer und sämtliche Ge- mernderatsmitalieder. Es wurde vorerst über den Voranschlag der Kanalisierung der verlängerten Turnstraße, welcher einen Kostenaufwand von 4350 Mk. aufweist, beraten. Er wurde genehmigt. Die Arbeiten sollen auf Submission vergeben werden, und dem Unternehmer soll bekannt gegeben werden, möglichst einheimische Arbeiter zu beschäftigen. Als Wahlvorsteher zur Gemeinderatswahl wurde Bürgermeister Schomber, zu dessen Stellvertreter Beigeordneter Schäfer ernannt, Protokollführer Hch. Becker, dessen Stellvertreter B. Wacker, als Beisitzer wurden W. Luh un£) Hch. Volzel und deren Stellvertreter F. Deibe'Ü und Ludw. Deibel ernannt. Die Vergebung der Kanalreinigungsarbeiten wird dem Bürgermeister übertragen. Die Errichtung eines Schuppens für die Unterbringung der Kanalreinigungsgeräte wird genehmigt. Zum Bibliothekar dcr Ge- meinde-Volksbibliothek wurde Gemeinderat Weller und zu dessen Stellvertreter Gemeinderat Luh ernannt. Die Hei- zimg, Beleuchtung und Reinigung des Gemcinde-Einnehmer- lokales übernimmt die Gemeinde.
-m Birklar, 6. Okt. Bei der Gemeinderatswahl am Samstag wurde Heinrich Weisel III. mit 115 Stimmen wiedergewählt. Neugewählt wurden: Gustav K rausch mit 73, Heinrich Jacobi mit 72 und Heinrich Müller X. mit 62 Stimmen. — Nächsten Samstag findet Beigeordneten wähl statt.
h. H o f h e i m, i. T., 5. Okt. Seit dem Bestehen be£ Taunusklubs sah Hofheim zum drittenmal die Hauptversammlung des Klubs in seinen Mauern. Von den 53 Zweigvereinen waren 32 vertreten, im ganzen mochten wohl gegen 2000 Mitglieder hier weilen. Man bewilligte dem Zweigverein Dietz 200 Mark, Miederselters für eine Schutzhütte 250 Mark, Nieder reifenberg für die Neuherrichtung des Feldbergweges 2C0 Mk. und Oberursel für die Einfassung des Roten Born 200 Mark. Der Ausschuß für Wegemarkierungen hat 69 Wege neugeschaffen bezw. in Stand gesetzt.
Kreis Friedberg.
(L) Friedberg, 5. Okt. Die für Oktober geplante Eröffnung des neuen Museums, des Stadtarchivs und der S t a d t b i b l i o t h e k ist bis zum Frühjahr 1914 verschoben worden. Das Gebäude ist vollständig fertig und lostet 44 000 Mark. Das Museum ist sehr reichhaltig. Leiter ist Pros. Helmke. Das Stadtarchiv (Leiter Oberlehrer Dreher) besitzt zahlreiche Urkunden von den Orten der Wct- terau aus den ältesten Zeiten, die Stadtbibliohtek zählt 6000 Bände.
r. Butzbach, 3. Okt. Gemeinderatssitzung. Anwesend: Bürgermeister Flach, Beigeordnete Hadermann und Heil, Gemeinderatsmitglieder Braubach, Heil, Grauer, Heyd, Tröster, Oppenheimer, Küchel, Müller, Dr. Vogt. Bürgermeister Flach eröffnete die Sitzung und beglückwünschte die seitherigen wiedergewählten Mitglieder. Dann wurde mit der Auslosung der städtischen Obligationen begonnen. Es wurden ausgelost Lit. A Nr. 48, 4, 195: Lit. B Nr. 126, 66, 34, 176; Lit. C Nv. 81, 166, 43, 79, 236. Sie werden mit dem 1. Januar 1914 außer Verzinsung gesetzt. — Der von der technischen Kommission geprüfte Vertragsentwurf betreffend elektrische Ueberlandzeutrale, hier: Führung des Leitungsnetzes durch die Gemarkung Butzbach, wurde zur Annahme empfohlen. M ü Iler beantragte noch folgenden Zusatz: „Sollte durch eine Feldbereinigung die Versetzung einzelner Masten erforderlich werden, so hat die Ueberlandzentrale Wölfersheim dies aus ihre Kosten zu veranlassen." Hierauf wurde der Vertrag mit diesem Zusatz genehmigt. — Nach Erledigung einiger Gesuche wurde die kreisamtlidie Verfügung vom 16. September 1913, betreffend Maßnahmen gegen d i e Arbeitslosigkeit, verlesen. Bürgermeister Flach schlägt vor, im Voranschlag die Mittel für Fortsetzung der Kanalleitung in der Römerstraße und Beigeordneter Heil öieienigen für Herstellung des Lachenweges vorzusehen. ?tuf Antrag Oppenheimer werden beide Anträge der Baukommisswn überwiesen. — Der Vertrag mit der Großh. Zellenstrafanstalt Butzbach, elektrische Stromab
gabe betreffend, wurde in der von der Finanzkommission abgeänderten Fassung genehmigt. — Das Kgl. Kriegsministerium hat die Erweiterung des Exerzierplatzes beantragt, der Vertragsentwurf wurde verlesen. Die im Auftrage der Finanzkommission ■ von Medizinalrat Dr. Vogt verfaßte Eingabe an das Königliche Kriegsministerium wurde verlesen und genehmigt. — Das Brünnchen im Möbsschen Hause soll an die Kanalleitung angeschlossen werden. — Das von der gewählten Kommission abgeänderte Ortsstatut, betreffend Festsetzung der Gebühren für Benutzung der Wasser- und Kanalleitung wurde verlesen. Ta einige Abänderungsvorschläge gemacht und genehmigt worden sind, soll eine Reinschrift gefertigt und dcese in einer der nächsten Sitzungen verlesen und unterzeichnet werden.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 8. Okt. (Bund deutscher Architekten.) Der diesjährige Bundestag des Bundes deutscher Architekten wurde gestern mittag in Gegenwart zahlreicher Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands burd) eine Festsitzung in der Polytechnischen Gesellschaft eröffnet. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Vortrag von Regierungsbaumeister Fabrieius (Köln a. Rh.) über „Otto Rieths künstlerischen Nachlaß". Ter Redner schilderte den bedeutenden Künstler, der sich als ausgezeichneter Mitarbeiter Waüots eine hervorragende Stellung in der deutschen Architektenwelt erworben hat, in eingehender Weise als Architekt, Bildhauer und Maler. Die warmgehaltene Würdigung Rieths fourbe durch eine große Anzahl bisl>er unveröffentlichter Skizzen und Malereien in Liä-tbildvorsührungen unterstützt. Im Anschluß an die Festsitzung erfolgte die Eröffnung der Ausstellung von Werken Frankfurter Architekten.
Schwurgericht.
th. Gießen, 5. Okt.
In der gestrigen letzten Verhandlung der diesmaligen Tagung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen wurde gegen die 59 Jahre alte unbestrafte Ehefrau des Konrad G ö r g von Storn- dors verlwndclt, die des Brandstiftungsversuches in 2 Fällen beschuldigt ist. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Brill; die Verteidigung führte Rechtsanwalt Metz jr. In der Verhandlung waren 12 Zeugen und als medizinischer Sachverständiger Geheimer Medizinalrat Dr. Haberkorn zu hören.
Der Tatbestand der Anklage war der folgende: Die Konrad Görg Eheleute wohnten im Hause des Schmidt in Storndorf zur Miete. Am 21. Mai d. I. um 8 Uhr abends kam der 15 Jahre alte Maurerlehrling Schmidt von der Arbeit und begab sich eine Treppe hoch in die Kammer; er verweilte darin kurze Zeit, um sich umzuziehen, und ging dann in das Erdgeschoß, wobei er die Kammertür unverschlossen ließ. Durch den Gang von der Kammer getrennt war die Wohnstube der Eheleute Görg, in der die Frau allein anwesend war. Kaum batte sich der junge Schmidt zum Abendessen niedergesetzt, da ertönte von der Straße her Feuerlärm; es brannte in der Kammer, die der junge Schmidt etwa 10 Minuten vorher verlassen hatte. Das Feuer wurde gelöscht, ohne erheblichen Schaden angerichtet zu haben. Auffälligerweise war ein Strohsack in Braud geraten, der zu unterft in einem Bett lag; die Kamme des Hauses waren in bester Ordnung und die Oesen nicht geheizt. Man nahm an, der junge Schmidt habe fahrlässigerweise das Feuer verschuldet. Dieser stellte aber jede Schuld in Abrede und erklärte, er habe gar kein Feuerzeug bei sich gehabt. Am nächsten Abend kam ein junger Bursche in das Schmidtsche Haus, um eine Schubkarre zu leihen. Schmidt, der gerade seine Karre nicht zur Hand hatte, wies den Burschen an die Görgs, und die Ehefrau Görg ging mit dem jungen Menschen in die Scheuer, händigte das Verlangte aus.und ging wieder in ihre Wohnung, sie soll nun nachher noch einmal in die Scheuer zurückgekehrt sein und dort einen Brand angelegt haben, dem ein Haufen Stroh zum Opfer fiel.
Die Angeklagte, eine Frau, die an Fallsucht leidet, bestreitet ganz entschieden, in beiden Fällen an den Bränden schuld zu sein. Sie hat an dem Abend des Brandes, wie sie behauptet, die Scheuer nicht wieder betreten, ebensowenig, wie sie am Abend vorher in der Kammer war.
In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß überall da, wo die Görgs Eheleute während der letzten 20 Jahre zur Miete gewohnt haben, Brände ausgebrochen sind. In einem Fall war sogar das Strafverfahren wegen Brandstiftung gegen die Angeklagte eingeleitet, doch mußte es wegen Mangel an Beweisen eingestellt werden. Tatsache ist, daß die Angeklagte, als die Leute das Feuer bei Schmidt löschten, gesagt hat: „Laßt es doch nur brennen, mein Werk ist ja gut versichert." Es wurde auch durch Zeugen bekundet, daß Frau Görg einige Zeit, ehe es in der Scheuer brannte, in der zu ebener Erde befindlichen Küche gewesen ist, von der man durch einen Spalt in der Mauer in die Scheuer gelangen kann. Die Angeklagte hat bei den Bränden aus ihrem Wohnstubenfenster herausgesehen, während die ganze Nachbarschaft in Aufregung war. Der Beigeordnete hat noch am Abend des Brandes, als er auf der Brandstelle anlangte, dem Schmidt gesagt: „Laß doch die Görgs sofort ziehen, wo die wohnen, brennts immer."
Bet der Vernehmung des Ehemanns der Angeklagten kam es zwischen dem Vorsitzenden, Landgericktsrat S ch u d t, und deut Verteidiger, Rechtsanwalt Metz, zu einem Zusammenstoß. Der Ehemann Konrad Gorg war vom Vorsitzenden befragt worden, ob er in der Sache gegen seine Ehefrau aussagen wolle. Dieser hatte dies verneint. Rechtsanwalt Metz erklärte, der Zeuge habe dke Frage, die an ihn geridytet war, nicht verstanden und wollte ihn selbst fragen, ob er ein Protokoll machen wolle ober nicht. Landgerichtsrat Sdpidt erklärte, er könne in diesem Falle dem Verteidiger das Fragerecht nicht einräumen, weil es Sache des Vorsitzenden sei, über das Recht der Zeugnisverweigerung zu belehren. Dies sei geschehen, der Ehemann habe seine Aussage verweigert und damit sei der Fall erledigt. Der Verteidiger verlangte über seinen Antrag einen Beschluß des Gerichtshofes, der im Sinne des Vorsitzenden erging.
Daraus erklärte der 70jährige Ehemann Görg, indem er vor die Schranken des Gerichts trat, er wolle aussagen, er habe die Frage nicht richtig verstanden. Landgerickstsrat Schudt bemerkt dem Zeugen noch einmal, er habe das Recht der Zeugnisverweigerung, er brauche kein Protokoll zu machen. In der Hauptsache bestätigte Konrad Görg, daß seine Ehefrau an Krämpfen leide, aber keinen Schnaps trinke, wft in Storndorf behauptet wird. Er ist bei dem Brande in der Scheuer zu Hanse gcroefen; die Frau hat längere Zeit vor dem Brande auf ganz kurze Zeit das Zimmer verlassen.
Teit Geschworenen werden zwei Sck)uldfragen vorgelegt, auf den Versuch der Brandstiftung 1. an einem von Menschen bewohnten Gebäude; 2. an einem in fremden Eigentum stehenden Hause.
Zur 2. Frage wurde auch die Frage nad) mildernden Umständen gestellt. Vor der Fragestellung hatte der Sachverständige, Geheimrat Dr. Haberlorn erklärt, daß die Angeklagte nicht geisteskrank sei, and) nad} der Beweisaufnahme, wenn sie der Braird- ftiftungen überhaupt für schuldig befunden wird, die Straftaten nicht in einem Dämmerzustand oder mit Bewußtlosigkeit begannen haben kann. Frau Görg leidet an Epilepsie und ist daher milder zu bestrafen, als wenn ein gesunder Mensch an ihrer stelle stünde. Staatsanwalt Tr. Brill erklärt, wenn es fidj um den Brand in der Kammer allein handeln würde, hätte er die Anllage nicht erhoben, aber es sei doch kein Zufall, daß es an zwei Abenden hintereinander in ein und derselben Hvfreite in dem kleinen
Storndorf brenne. Ueberall, wo die Angeklagte gewohnt hat, seien Brände ausgebrochen, und dies komme bod) nicht von ungefähr. Die Schmidt Eheleute, die schlecht und niedrig versichert hatten, waren vollständig ohne Interesse an einem Brande: anders liege die Sache aber mit der Angeklagten, deren Mobilien mit 1500 Mark versichert waren, während diese höchstens 300 Mk. ivert sind. Der Staatsanwall tritt dafür ein, beide Schuldsragen, aber auch die Frage nach milderen Umständen zu bejahen.
Rechtsanwalt Metz ist der Ansicht, die Beweisaufnahme habe nichts weiter ergeben, als ganz vage Verdachtsmomente. Der Herr Staatsanwalt habe versucht, einen Indizienbeweis zu führen, der aber sehr mager ausgefallen sei. Tie Beweise langen nicht hin, um ein Schuldig aussprechen zu können.
Die Geschworenen folgten in ihrem Wahrspruch dem Verteidiger und verneinten beide Schuldftagen, rooraui der Gerichtshof ein frei sprechendes Urteil fällte.
Vermiete»»
* (Sine seltsame Geschichte wird ansNemPork getnelbel: Ter junge Hermann Oeftich. der Solm des unlängst verstorbenen deutsch-amerikanischen Multimillionärs, wurde gestern verhaftet, weil er eine junge Dame namens Lucie Singleton angeblich durch Messerstiche verletzt habe. Tie junge Dame, die Tochter eines Bergwerksbesttzers aus Texas, soll am vergangenen Dienstag mit einem Studenten, den sie unter dem Namen Clag- horn fennen lernte, diniert haben und nachher aui einer Spazierfahrt in einem Automobil von ihm mit einem Instrumente gestochen morden sein. Tas Automobil fuhr gegen einen Baum, die Tarne wurde dabei nicht unerheblich verletzt. Sie lud den Studenten zu einem Besuche ein und ließ ihn in ihrer Wohnung von einem Detektiv verhaften, wobei der junge Manu identifiziert wurde.
* Merkwürdiger Selbstmord. Aus Varis ivird gemeldet: Ter junge Baronet Frederic Williams, bev einer reichen englischen Adelsfamllie angehört, wurde in seinem Schlafzimmer, das er in eine Art Grabgewölbe verwandelt hatte, im tiefsten Aetherschlaf vorgefunden. Er starb in den Annen seiner aus England herbeigeeilten Mutter gestern im Krankenhause.
’ Eisenbahnunglück. Aus Reichenbach (Vogtland), wird unterm 3. Oktober amtlich gemeldet: Heute morgen kurz vor 4 Uhr stieß am oberen Bahnhof der einfahrende Zwickau— Hofer Güterzrrg Nr. 6214 mit der Maschine des Reichenbach—Altenburger Güterzuges 6303 zusammen, wodurch der Zugsührerwagen, der Postwagen und der Eilgutivagen zertrümmert wurden. Mehrere Wagen sind entgleist. Der Zugführer Wunderwald aus Zwickau mürbe tödlich verletzt. Der Verkehr wurde während der Betriebsstörung burd) Umleiten über andere Geleise aufrecht erhalten.
'Ein e i n s a ch es D r e s s u r m i11 e l gegen das H unde- g e b e l l. In der Zeitschrift für »Experimentelle Pathologie und Therapie" empfiehlt Dr. Helly-Würzburg im Hinblick auf die Hunde- Haltung der pathologisch-anatomischen Institute (der Rat ivird gewiß auch vielen Laien willkommen fein), neu eingestellte Hunde, sobald sie zu bellen beginnen, mit einem kräftigen Wasserstrahl aus einem Cpritzenschlauch anzuspritzen und diese Prozedur nach Bedarf zu wiederholen. Die Hunde lernen dann sehr halb den Zusammenhang zwischen Bellen und der unangenehmen Bespritzung zu erfassen unb lassen das Bellen bann dauernd bleiben. Tas Drefsurmitel ist vor allen Dingen völlig unschädlich.
kf. W i e sich ein amerikanischer Millionär be° graben l ä ß f. Eine sonderbare, etwas teure Degräbniszeremonie hat sich der amerikanische Millionär Janies Busch in seinem Testament ausbedungen. Seine Leiche mußte im Beisein von mehreren tausend Personen, begleitet von feierlicher Musik, verbrannt werden. Dann wurde die Asche in eine kunstvoll ausgeführte, silberne Ihne gefüllt und in die Lieblingsjacht ihres ehemaligen Besitzers getragen und im Salon mitten unter Blumen ausgestellt. Ein Schleppdampfer zog dann die Jacht auf hohe See hinaus. Endlich hielt er an. Zwei Personen begaben sich auf die Jacht hinüber, öffneten einige Klappen, kehrten wieder zurück, und langsam senkte sich das reizende Fahrzeug ins Meer. Eine Kapelle spielte traurige Weisen und nach einer halben Stunde war die amerikanische Flagge, die hoch auf dem Maste der Jacht fröhlich im Winde flatterte, von den Wogen verschlungen.
Vüchettisch.
— Quentin-Mahlau's grauer Taschenfahrplan für Winter 1913/14 ist soeben im Verlage von Mahlau u. Waldschmidt Frankfurt a. M., Gr. Gallusstr. 3, in der bekannten reichhaltigen und gediegenen Ausstattung zum Preise von 30 Pfg. erschienen.
Spielplan der vereinigten Hrmiffurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag, den 7. Oktober, abends l/28 Uhr: „Mignon." Mittwoch, den 8. Oktober, abends V,8 Uhr: »Wiener Blut " Donnerstag, den 9. Oktober, abends 7 Uhr (Zur Vorfeier des 10) Geburtstages Verdis, 10. Oktober): Zum ersten Male: ,Don Carlos/ Oper in 4 Akten von Mery lind Camille du Loele. Scutfd) von E. Niese. Musik von Gillseppe Verdi. Freitag, den 10. Oktober, abends 7»8 Uhr: .Fidelio." Samstag, den 11. Oktober, abends l/.,8 Uhr: „Cosi fan tutte.“ Sonntag, den 12 Oktober, nachmittags ’/,4 Uhr: .Die Fledermaus." Abends ^8 Uhr: „Violetta." 'La Traviata.) Montag, den 13. Oktober, abends 7 Uhr: „l.'ohengrin/ Dienstag, den 14. Old abends 7 Uhr: „Ton Carlos." Mittwoch, den lö. Oktober, abends '/,8 Uhr: „Undine." Donnerstag, den 16. Oktober, abends 1 ,8 Uhr: „Hänsel und Gretel/ Hieraus: „Ter Ziverg und die Infantin."
Schauspielhaus.
Dienstag, den 7. Oktober, abends s Uhr: Zum ersten Male: „Die weiße Weste/ Lustspiel in 3 Akten von Fritz Friedmann- Frederick). Mittwoch, den 8. Oktober, abends 8 Uhr: „Tie weiße Weste." Donnerstag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr: „Liliom/ Freitag, den 10. Oktober, abends 8 Uhr: „Tas Beschwerdebuch/ Samstag, den 11. Oktober, abends 8 Uhr (Strindderg-Abend): „Wetterleuchten/ Hierauf: »Mit dem Feuer spielen/ Sonntag, den 12. Oktober, nachmittags 3 Uhr: „Püppchen." '.'Ibens 8 Uhr: „Die weiße Weste/ Montag, den 13. Oktober, abends 8 Uhr : Zum ersten Male (erste Aufführung in Deutschland): „Das Mahl der Spötter/ Dramatisches Gedicht in 4 Aufzügen von Sein Benelli. Deutsch von Hans Barth. Dienstag, den 14. Oktober, abends 8 Uhr: .Prinz Friedrich von Homburg." Mittwoch, den 15. Oktober, abends 8 Uhr: „Das Mahl der Spötter." Donnerstag, den U« Oktober, abends 8 Uhr: »Der Kampf um die Festung/
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Cft
1913
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute
Feuchtigkeit 1
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Grad der Bewölkung! In Zehntel der fldjlb. QimmeUfL
Wetter
5 2"
739,2
16.9
10,1
70
SW
2
6
5. 9
740,5
11,7
96
93
SW
2
10
6. 7U
741,2
11,5
9,0
89
SSW
5
Höchste Temperatur am 4. bis 5. Oktober — -p 17,4' C.
Niedrigste , , 4. „ 5. „ *■ 4- 11,6* C.
Niederschlag: 1,1 nun.
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