Ausgabe 
6.8.1913 Zweites Blatt
 
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in

mir für die An-

Die Bildung einesfliegenden Geschwaders",

die der

oölkening berechnet,

Berlin Hamburg 9)lünd)en Leipzig Dresden Nürnberg Hannover Stettin

handelt worden mar, hat hier unter ihrem (rioe uns ge'chfldert, mie sehr ibr Mann doch bet der Verhaftung zusammcagetlappt war. Brandt hatte völlig den Shnyf verloren, war gänzlich nieder­gebrochen und sich der Tragweite seiner Aussagen gar nicht be­wußt. Bezeichnend scheint mir, daß Brandt, ter >a über cm gutes Einkommen verfügt und auch eine gute Soft gewöhnt i.r, in der Untersuchungshaft von dem Rechte der Seibstbetösti: <ng l.inen Gebrauch gemacht hat. Er yattc eben seine ganze Willenskraft verloren. Brandt Hal nicht aus eigener Initiative die Namen der Angeklagten genannt, er hat nicht ausgepackt, wie hier be-

T.eWerner .famllienbläHer" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, bat Eicisblatl für den Kreis Kietzen" zweimal wöchentlich. Ti»randwirtlchastllchen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

die Ereignisse ui Oilaficn die dauernde Anwesenheit einer ansehnlicheren deutschen Flottenmacht erforderten. Von den zu Stationären bestimmten Kreuzern sind inzwischen zwei znw Ostasiatischen Geschwader gekommen. Ferner sind auS dem Bestände der großen Kreuzer seinerzeit fünf für Schulschiffs- Zwecke herauSgcnommen worden. Tiefe Kreuzer fehlen daher so lange, bis die Ersatzbauten fertig sind. TaS dauert aber noch mindestens 81/, Jahre. Als die Ereignisse auf dem Balkan etz notwendig machten, zum Schutze der Deutschen Schiffe nach dem Mittelmcer zu entsenden, war man gezwungen, den großen Kreuzer , (Soeben- aus dem Verbände'der Hoch- seeflottc hcrauSzuuehmen und nach dem Kriegsschauplatz zu entsenden, da andere geeignete Kreuzer nicht zur Verfügung standen.

Um dem dringenden Bedürfnis nach einem sederzeit ver- fugungSbereilen Kreuzergeschwader abzl,helfen, das überall dort rasch erscheinen kann, wo deutsche Interessen bedroht sind, hat sich die Marineoerwaltung entschlossen, den Kreuzer , ^)or cf ', ber bis jetzt den AufklarungSschiffen der Hochsee­flotte angehört, umbauen zu lassen, damit er der ihm zuge­dachten 'Aufgabe gewachsen ist. Dem derart umgebaute-i 9)orcf* werden noch ein paar kleine Kreuzer zugeteilt werden, und vom Frühjahr 1914 ab sind wir daher in der Lage, über ein jederzeit verwendbares .fliegendes Geschwader* zu verfügen. Es wird daran gedacht, dem .fliegenden Geschwader* noch einen Zweiten großen Kreuzer späterhin zuzuteilcn. B'S zum Jahre 1917 werden die acht großen Kreuzer der Hochseeflotte voll­zählig fein, und die zunächst folgenden großen Kreuzerbauten lucröen voraussichtlich für das .fliegende Geschwader* Ver­wendung finden.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag:

Redaktion: e-HKllL. Tel.-Adr.:AnzeigerGießew

Mittwoch, 6. August 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brubl'schen Universität- - Buch- imb Sleindnickerei.

9L Lange, Gießen.

gesunder Ueberfeinerung frei gebliebene Empfinden. Eme günstigere Entwickelung weisen die Städte mit katholischer Bevölkerung und besonders diejenigen mit katholischer Ein­wohnerschaft polnischen Ursprunges auf. Es haben sich z. B. die östlichen Großstädte, wie Königsberg, Danzig, Elbing, auch Breslau und einige andere über dem Durchschnitt gehalten. Andcrersens freilich beschränkt sich das Hebel keineswegs mehr auf die Großstädte, sondern hat auch die Mittelstädte m be­denklichem Maße ergriffen und zwar fast immer die wohl­habendsten am stärksten.

Hm eine Besserung anzustreben, find alle Maßregeln zu befürworten, die man unter dem Begriff TezentralisationS- beürebungen zusammenzufassen pflegt; d. h. solche, die ver- hindern sollen, daß der Schwerpunkt unseres wirischostlichen LebenS in die Großstädte verlegt wird.

Volkszuwachs und Volkszukunft.

Unferc politische und wirtschaftliche Macht hängt ganz wesentlich von unserer Volkszahl ab. Schwerlich hätten wir ohne unseren ungewöhnlich hohen Bevölkerungszuwachs über vierzig Jahre in ungestörtem Frieden leben können; schwerlich hätten wir ohne unseren wirtschaftlichen Aufschwung jetzt das gestörte Gleichgewicht der militärischen Kräfte mit einem ein- ä'gen kühnen Riefenschlage wiederherstellen können. Unter diesem Gesichtspunkte verdient, so lesen wir in der .R.-W. Z.-, unsere schnell sinkende Geburtenziffer um so stärkere Beachtung, als unsere Sterbeziffer, welche von 1900 bis 1910 von 23,2 auf 17,1 vom Taufend gebessert wurde, überhaupt nicht mehr wesentlich gesenkt werden kann. Wohl aber läßt die Geburtenziffer erkennen, daß der Tiefstand noch nicht er- reicht ist. Roch 1901 betrug sie nämlich 37,00 vom Tausend, dagegen 1908 33 und 1910 mir mehr 30,7 vom Tausend. Auch in den beiden letzten Jahren ist sie noch erheblich weiter gefallen. Am schlimmsteil ist eS dabei um die Großstädte bestellt; hier sank die Geburtenziffer, nach Tausenden der Be.

das jederzeit zur Verfügung steht, um gefährdete deutsche Interessen im Auslande zu schützen, ist, wie die Tägl. Rund­schau hört, jetzt in Aussicht genommen. Rach der Marine­vorlage vom^Jahre 1906 sollen zum Schutze der deutschen °r"af kAKn vier große Kreuzer als Stationäre und vier

wendung dreies Wortes jedes Verständnis fehlt. Tic Beweisauf­nahme hat ergeben, daß die Weltfirma sftupp einen Mann nach Berlm tanbte, ihn mit Geldmitteln au5ftattcte und cs ihm zur Pflicht machte, ,ich 3nformationen zu verschaffstn. Das ist fein Panama, das ist überhaupt nichts! Ist irgeno jemand geschädigt twrben/ hat der Staat einen Pfennig mehr ausgeben rr:?'.n? Tie Beweisaufnahme hat einwandfrei ergeben, bap di s nicht der Fall nicht! Man braucht wirklich nicht nervös zu werden, wenn einige Reichstagsabgeordnete anderer Meinung sind. Ich wende mich nun zu dem Zeugen Brandt, ber ja die Sattle her ganzen Angelegenheit ist. Ter Ankläger stellt sich auf den Standpunkt: was der Zeuge Brandt während der Untersuchungshaft gesagt hat, ist wahr, und was er in der .Hauptverhandlung behauptet hat, ist falsch. Tas ist doch ein etwas bedenkliches Ver'ahren Frau Brandt, die wohl auf das Gericht einen ganz ausgezeichneten Eindruck gemacht hatte und die auch durch den Herrn Verhand­lungsführer in durchaus vornehmer und ritterlicher Weif be-

poütifcbc Tagesschau.

Tie Gesetzesvorlage über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe ist vom Bundesrat noch vor den Ferien verabschiedet worden. Es ist demnach anzunehmen, das; der Gesetzentwurf dem Ple­num des Reichstages bei seinem Zusammentritt am 20. No­vember vorliegen wird. An den seinerzeit veröffentlichten Bestimmungen, die in 15 Paragraphen zusammcnaesaßt waren, unter denen sich 8 Paragraphen der Gewerbeord­nung befinden, find einige Acnderungen seitens des Bundesrats vorgenommen worden. Grundsätzlich ist bei der Regelung der Sonntagsruhe zwischen offenen Verkaufs­stellen und geschlossenen kaufmännischen Geschäften unter­schieden worben.

Unter den Eingaben, die dem Bundesrat zur Berück­sichtigung bei der Beschlußfassung über die Materie zu- gegangcn waren, befand sich auch eine solche, die ein Verbot des Verkaufs ö o n Waren über die Straße wäh­rend des Ladenschlusses an Sonn- und A-eiertagen anstrebte. Es betrifft dies insbesondere Konditoreien, mit denen gleichzeitig Eafös verbunden sind, von denen aus die Käufer Waren mitzunehmen belieben, was besonders den Bäckerbetrieben Wettbewerb macht. Beim Zuwiderhan­deln gegen dieses Verbot sollte nicht nur der betreffende Inhaber der Konditorei, des Eafös oder des Automaten bestraft werden, sondern auch das Publikum, das die Be­treffenden oft durch Drohung, in Zukunft dort nichts mehr zu beziehen, zur Ueberschreitung der gesetzlichen Bestim mungen aufreizt. Zu einer Aenderung der gesetzlichen Bo stimmungcn in dieser Hinsicht liegt aber kein ausreichender Grund vor. Der Verkauf von Waren außerhalb der Ok> schäftszeit ist schon jetzt verboten, soweit er nicht zum Genuß auf der Stelle dient. Sofern in Konditoreien und in Auto-« matenrestaurants ein unzulässiges Handelsgewerbe betrieben wird, kann auf Grund der bestehenden Vorschriften cii> geschritten werden.

Deutschland; Kolonialpolilif.

Eine Unterredung mit Dr. Karl Peters.

Von einem Mitarbeiter erhalten wir folgende Zuschrift:

Schon wenige Jahre nach der Wiedererrichtung des bruneben Kaiserreichs begann in den patriotischen Kreisen Deutschlands allmjiilid) der Gedanke lebendig zu werden, daß eine der wich­tigsten iVninblaflcn für die Festigung und Deiterenlwickclung bes neuen Reichs eine gesunde, zielbewußte >ft)lonialpolitik sein müsse. Ein Blick auf die Landkarte zeigte, daß alle bedeuten­deren Machte Europas einen mehr oder minder großen Kolonial bei tu ihr eigen nannten und meist sehr hohen Nutzen daraus »oflen, nur Deutschland nicht. Man begann langsam zu erkennen, loeIdi unschätzbare Bedeutung sowohl in handelspolitischer, wie in nnrlid.aiilidicr Beziehung ein gut geleiteter Kolonialbesitz für das Reich ge.. innen könne, welch eminente Förderung der ganzen deutschen Vollswohlsahrt zuteil werben würde, wenn es, wie die andern Länder, die hauptsächlichsten Äolonialprodukte, besonders Kaffee, -? ?c, Tabak, Reis usw., selbst produzieren könnte und darin nicht mehr von den fremden Ländern abhängig wäre. Schon um das Fahr 1880 traten daher Männer, wie Fürst Hohenlohe - Langenburg, v. Benniugsen, Miguel und andere zusammen und gründcten denDeutschen .zbolonialvcrein", um in Deutschland Stimmung zu machen für eine aktive deutsche Kolonial Politik. Besonders aber war es Dr. Karl Peters, der als lunger Doktor der Geschichte und (Ycographic mehrere Jahre in kolonialvol,tischen Kreisen Englands gewesen und dort die flrore Wechselwirkung von Mutterland und Kolonien aus eigener Anschauung kennen gelernt hatte. Er kam im Herbst 1883 als 27jähriger Kolonialschwärrncr nach Berlin zurück und verstand Iren aller Anfeindungen in der Presse und den ihm bereiteten r^nrungsseitigen Schwierigkeiten schon wenig Monate später, im März 188-1, gemeinsam mit dem Grafen Behr Bandelin die Geiellschaft für deutsche Kolonisation" zu gründen. In deren Auftrag ronrbnt bann noch im Herbst desselben Jahres mit etwa Zwölf unabhängigen Häuptlingen in Cftafrifa Verträge abge schlossen und die Hoheitsrechte über die Landschaften Usaguha, Ngura, Usagara, Ukaini usw. erworben, denen sich später die Be­sitzungen von Uganda, die oberen Nilländer, Kilimandscharo usw. anschlossen. Am 27. Februar 1885 kam bann der berühmte Kaiser licheSchutzbriefüberDeutsch-Ostafrika und das Erscheinen des deutschen Geschwaders von Sansibar zwang den Sultan 3aih Bargasch, die deutsche Schutzherrfckmft im vollen Umfang anzuerkennen. Tie weitere Entwickelungsphase unserer fo kiaitvoll begonnenen Kolonialpolitik ist bekannt. Trotzdem die heldenmütigen Häm Die der deutschen Truppen unter Witz' mann; Führung bald den deutschen Namen in Ostafrika zu hoher Achtung brachten, wurden vom Reichskanzler Eaprivi im Juli 1890 durch Verträge mit England sowohl Witu, wie alle nörd­lichen Gebiete an England abgetreten und auch Sansibar preis- gegeben.

Es rtnrb mit den Plaidoyers fortgefahren, und zwar erhält das Wort Rechtsanwalt Dr. Graf so, der Sertaoiger des Angeklagten Schmidt. Er betont, daß er den gestrig-n Aus­führungen seiner Mitverteidiger Dr. Wirth und Ulrich in allen Punkten beitrete und fährt bann fort: Als der R.-.chstagsabge- ordnete Dr. Liebknecht in den Besitz der Kornwalan ge­langt war, übergab er fie dem Kriegsminister Er muhte so handeln und Hal sich auch sofort an die einzig zuständige Stelle gewendet, dagegen läßt sich nichts sagen. Später aber hat er im Reichstage bas Wort ergriffen unb das WortPanama" gebraucht. Hier muß ich nun doch sagen, das; wendung dieses Wortes jedes Verständnis fehl

Ein Hauptverdienst bei der Ertverbung aller wertvollen Ko- lonialbesitzungen in Ostafrika hat sich zweifellos der frühere deutsche Reichskornnnsfar Dr. Karl Peters erworben, der seinen Wohn­sitz in London hat. Da er gegenwärtig zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in Bad Nauheim tveilt, so nahm Schreiber dieses Gelegenheit, den ihm aus jener Zeit kolonialer Begeisterung persönlich gut bekannten Reichskommissar a. D. zu begrüßen unb ihn über mancherlei kolonialpositische Dinge zu befragen, xr. Peters bemerkte u a. ctnxi folgendes:

Die deutsche Kolonialpolitik ist seit jenen unglücklichen Ver­trägen Eaprivis mit England leider in einer langen, andauernden Stagnation begriffen. Er hat die wertvollsten Besitzungen von Kolonien leichten Herzens preisgegeben: er unterschätzte voll­ständig bereu großen Wert für die Zukunft. Wie frisch und lebendig ging damal.- die koloniale Strömung durch Deutschland, wie glänzend waren die Erfolge der mit grosser Begeisterung gc^ gründeten Deutsch ostafrikanifchen Gesellschaft! Auch ein Deutsckier Frauenbund zur Krankenpflege in den Kolonien nmrde damals von edlen Frauen gegründet. Es gibt leider noch viele Leute, die der Meinung sind, Deutschland brauche keine weiteren Kolonien, es habe genug mit dem fetzigen Besitz. Das ist aber eine sehr naive Auf­fassung Die Stagnation in unserer Kolonialpolitik ist um so be­dauerlicher, da alle anderen Länder mit Aufbietung ihrer ganzen Kraft daran sind, neue Kolonialbesitzungen zu erwerben. Man sagt: die Erde ist vergeben: auf friedlichem Wege ist nichts mehr zu erreichen.?lber genau dasselbe hat man uns auch schon damals, vor nun 30 Jahren, gesagt, unb der einfache Hinweis aut Ma­rokko und die jetzigen Balkanwirren genügt wohl, um das (Segen- teil zu erweisen Es ist doch auch Tatsache, daß seit jener Zeit England, Frankreich, Italien, Spanien usw. recht erhebliche neue 'Lplonialenveriungen gemacht haben. Und was haben wir uns danials an kolonial wichtigen unb fruchtbaren Stücken entgehen lassen müssen, besonders im Norden vom Viktoriasee und an der Ost kickte, was man sehr gut auf friedlichem Wege hätte erwerben Tonne«. Man ignorierte aber eben einfach alles! Ich mar zuletzt Nock ttx Jahre 1911 längere Zeit im fetzigen italienischen Somali­land, besonders in Magdischu, das von den Italienern zur Haupt­stadt gestiacht würd' Das ist absolut feine ,,öbc Wüste", wie man cs gbrn darstellt, sondern ein schönes fruchtbares Grasland, für Viehzucht, besonders Pferde, Rinder, Kamele, Hammel, Ziegen, etrauiT und auch für Baumwolle und Kautschuk sehr geeignet

^uT befragen über den Wert unb die Zukunft unserer jetzigen Molomen bemerkt Dr. Peters: In unferm jetzigen Besitz ist ja auch manches von großem Wert enthalten. Aber das sind nur kleine «streifen, die dock' bet ipeitem nicht in Zukunft d i e deut­schen Kolonien bilden können. Tie jetzige Leitung unserer Kolonien tit eine ruhige und korrekte, es fehlt aber eine großzügige Veranlagung, eine große, breite Basis, eine wirklich Deutschland würdige Molonie, wo man die deutschen überschüssigen Kräfte dauernd ansiedeln kann. Der gegenwärtige deutsche Kolonialbesitz macht doch immer noch einen recht kleinlichen Eindruck, nament lieft aus englischer Perspektive betrachtet. Hier in Deutschland gibt es nur einen Mann, an den man solche Fragen richten muß. Der eine Mann, der sie beantworten und evtl, eine aktive Ko- lonialvvlitik durchführen konnte, das ist der deutsche Kaiser.

Auf die Frage, wie Dr. Peters über die Tätigkeit Tern- burgs in der 'lolonialvolitik denke, bemerkte er: Die Er Nennung Ternburgs hat in Berlin manches Gute bewirkt. Er hatte aber eine schiefe Auffassung über die Schwarzen. Ich hielt ihn für ganz ungeeignet, Direktor unserer Kolonien zu sein, weil er einmal eine falsckv Ansicht über die Stellung der Neger batte und zweitens auch eine völlig negropbile Politik trieb auf Kosten der deutschen Ansiedler. Infolgedessen verdarb er sowohl in Deutsch Ostafrika, nric in Südwestafrika sofort die ganze Arbeiter- frage. Eine seiner ersten Handlungen war z. D., daß er überall in arabisch unb suaheli durch Anschlag bekannt machen ließ, der Neger brauche nicht zu arbeiten, menn er nicht wolle. Da liefen natürlich die Negerarbeiter einfach fort. Dr Dernburg hatte ferner auch nichts übrig für die Kokmisten, die er gar nicht gern zu sehen schien. ES wurden z. B. damals in Süd­westafrika die großen Diamantenfunde gemacht. In allen süd­afrikanischen britischen Kolonien besteht die Bestimmung, daß, wenn jemand Edelsteine auf seinem Besitz findet, er zunächst der Eigentümer ist und jedenfalls den Anfangspreis dafür bekommt.

1 r

unb mußt« MM.

Kompagnien, denen die ganzen Gewinne zuflofien.

lieber Dr. PeterS gegenwärtige Tätigkeit erfuhren wir noch, haft er, nachdem er feine Stellung in Deutfchland verloren, nach London übergefiebrit, aber trotz recht günstiger Angebote nie in englische Dienste eingetreten sei. Er sei Afrikasorscher ge- worden (schon vor 30 Jahren hatte er sich für seine Habilitierung an der Leipziger Universität vorbereitet und habe namentlich die Ophirsrage erforidn. Im Jahre 1901 war er wieder iu Afrika, dxnio 19051901), 1909 und 10 und zuletzt 1911 zwischen Z.imbesi unb Transvaal in dem alten goldenen Ophir Salomos. Auch jetzt habe er noch mehrere Kisten voll Material in Hannover Heben, das der Bearbeitung harre. Diese Forschungsarbeiten seien ledenfalls eine angenehmere Beschäftigung, als die in patriotischen Gingen, namentlich für den, der ein behagliches Dasein führen w'll. Fr. H.

Ter Geburtenrückgang in diesen Großstädten läßt Befürchtung zu, daß ein bestimmter allgemeiner Typ in Entwickelung begriffen ist. Am besten widerstanden haben in dieser Beziehung bisher noch die frischen Indnstrie- städte, wozu teilweise gewiß der günstigeBevölkerungSaufbau beigetragen hat, dann aber auch das natürlichere, von un-

£n Deutsch-Südwestafrika wurden dagegen die Rechte an große. .. Kapitalgesellschaften verkauft und die dortigen Bewohner hatten -luslandintereisi _ v ____ . ____ ....

eigentlich gar nichts daooit. Das war kolonialpolitisch ganz I große Kreuzer als Kreuzergeschwader dienen. DaS frühere

Nr. 182 Zwener Blatt . 165. Jahrgang

Erscheint te-Nch mu Ausnahme des Sonntag». Y

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Deutschland sei auf der Hut!

Dom internationalen Völkerrechtsbund zur Bekämp­fung der Fremdenlegion wird uns geschrieben:

Obwohl die gegen die Fremdenlegion organisierte Bewegung erst vor wenigen Monaten eingesetzt hat unb von ben Franzosen mit einem mitleibigen Achselzucken sch > >i bi jo Metwt der rastlose Kampf, mit welchem der Internationale Volkerrechtsbimd zur Bekämpfung der Fremdenlegion, der Legion ctrangere, auf ben Leib ruckt, den Herren Franzosen schon einiges Unbehagen ;u bereiten Der ftanzösisch Kriegsminister gedenkt nun intensivere Werbetättgkeit in Deutschlänb zu entfalten. Die öerbcburcaus sollen nun neu organisiert werden, denen noch bebcutenbcrc Geldmittel als bisher zur Versügntig gestellt werben sollen. Sehr interessant ist der Hinweis bei e3 sich in Zukunft empfehlen würbe, nicht wehr Franzosen, welche zu leicht anssallen, sonbcrn Deutsche, mit guten Umgangs' formen, als Werber cinzustellen. Die Werbetätigkeit sott fernerhin von drei Hauvtzentren, in Verdun, Paris und Lnon aus geleitet und zentralisiert werden.

Der Internationale Völkerrechtsbund zur Bekämpfung der Frembenlegion, unter dem Präsidium des Landtageabgeordneten

: Zöphel, bat nun die energischsten tronen, um unser deutsches Vaterland vor dieser neuen (Mahr zu schützen, und von tausenden von Familien Elend und Jammer abzuwenden. Er wendet sich an das gesamte deutsche Volk um feinen Beistand! Das neue, uns drohende Unglück unb die un­erhörte Schmach kann, wenn wir es wollen, leicht vermieden werden. Wir brauchen uns bloß zusammen zu schließen und zu zeigen, daß der deutsche Patriotismus nicht nur ui unserem Munde, sondern auch in unserem Herzen liegt. Die Neuorgani- lation der Werbebureaus, sowie die beocutenbc Vermehrung der Werber hat sich übrigens bereits unangenehm bemerkbar gemacht, denn es steht außer Zweifel, daß die jüngften Meldungen von zahlreichem Ausiauchen französischer Werber in Deutschland als Wirkung dieser Neuorganisation anzufehen ist.

Der Internationale Völkerrechtsbund zur Bekämpfung der Fremdenlegion entwickelt eine fieberhafte Tätigkeit, um den Herren Franzosen ihr Spiel zu verderben. Er setzt Prämien für die- fertigen aus, denen es gelingt, W e r b e r $ u ü b e r f ü ft r c n. Nach ben Ferien wirb er Protest Versammlungen im ganzen beutschen Reiche veranstalten, in welchen ehemalige Fremden- legionäre über die Greuel der Fremdenlegion ausklacen unb Abenteuerlustige vom Eintritt in diese Hölle warnen werden. Der Mindestbeitrag der Mitglieder des Internationalen Bundes, der einen Sitz in Leivzig hat, beträgt pro Jahr nur 1 Mark, mit Bundcszeilung 3 Mark.

Die ttrupp-Affäre vor ton Kriegsgericht.

Berlin, 5. August, ö. Verhandlungstag.

folgender Weife

2

1900

1906

1909

1910

27,7

25,9

23,3

30,0

26,7

25,2

37,0

30,1

25,7

24,4

35,5

80,0

26,5

25,2

34,6

2\5

24,6

37,9

36,0

30,8

32,4

24 5

23,2

22,2

38,0

31,8

27,5

25,1

;ang in

diesen

Großstädten läßt