Deutsche» Reich.
Begegnung des Kasiso-rs mit dem König von , Italren.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Das it Lli e niscy e Königspaar wird int Sommer den Besuch des schwedischen Königs Paares in Stockholm erwidern. Auf der Hinreise nach Stockholm wird die Begegnung mit dem Kaiser in Kiel Anfang Juli erfolgen.
In der Thu-onfolgefrage des .Herzogtums Braunschweig veröffentlichen die amtlichen „Braunschweigischen Anzeigen"'eine Erklärung der Landesregierung, ivelriie besagt, daß am 31. Mat eine Sitzung des Llusschusses der 'Landesversammlung stattge- funden hat. In der Sitzung utachte Staatsminister Hartwieg mit der Zustimmung des Reichskanzlers und der Mitglieder des Ausschusses vertrauliche ausführliche Mitteilungen über die Verhandlungen, die zwischen dem Reichskanzler und Staatsminister wegen der politischen Zukunft des Landes statt- fandeu. Alle Vorgänge von politischer Bedeutung für die Regelung der Thronfolge im Herzogtum erfolgten unter Mitwirkung der herzoglichen Landesregierung.
Der Großherzog vvn Baden in Bremen.
Der Senat von Bremen gab am Mittwoch abend zu Ehren des Großherzogs vvn Baden ein Festmahl im Rathause, an dem außer dem Großherzog die hier weilenden badischen Staatsminister und Würdenträger, Staatssekretär (Großadmiral v. Tirpitz und eine Anzahl Herren aus den Kreisen der Industrie und Schiffahrt teilnahmen. Der Großherzog verließ das Rathaus kurz vor 10 U.hr und reiste um 10 Uhr 2 Min. zurück.
Eine Jubiläumsgabe des Reichsgerichts für den Kaiser.
Das Reichsgericht überreicht dem Kaiser zu seinem Regie- ruugsfubiläum eine Glückwimschadresse, die von drei Leipziger Künstlerinnen angefertigt ist. Ter grüne Ledereinband mit Reichsadler in Goldpressung ist von Charlotte Anger, die Widmungsschrift in gemalten Lettern auf Pergament von Margarete Bartsch und die Tiefenradierung von Hela Peters ausgeführt.
Ruslanv.
Prinzregcnt Ludwig von Bayern beim Kaiser Franz Josef.
Aus Wien wird gemeldet: Auf der großen Galerie des Schönbrunner Schlosses fand zu Ehren des Prinz- regenten Ludwig von Bayern und seiner Gemahlin Galadiner statt. Ndack der Tafel brachte der Wiener Männer- gesangvereill den Gästen vor dem Schönbrunner Schlosse eine Serenade dar.
Die ungarische Kabinettskrise.
Dler Kaiser Franz Josef hat den Rücktritt des Kabinetts Luka cs angenommen und Lukacs mit der provisorischen Weiteriührung der Geschäfte betraut. Ter Kaiser wird demnächst den Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses, Grafen T i s.z a und den Präsidenten des Magnatenhauses, Frciherrn von I o s i k a empfangen, um ihre Ansicht über die Lösung der .Krise zu vernehmen.
Die französische Kammer und die dreijährige Dien st zeit.
In der Sitzung der französischen Kammer am Donnerstag erklärte das frühere Mitglied des Kabinetts Briand, Andre Seien r e, er glaube an die Möglichkeit eines plötzlichen Angriffes durch Deutschland. Wenn Deutschland nicht unvermittelt angriffe, werde es überhaupt keinen Krieg führen. Sich vor einem solchen Ueben'all zu schützen, heiße den Frieden sichern. fBetfall im Zentrum und einem Teil der Lmkeic.) Der Redner setzte hinzu: Selbst toenn Metz und Straßburg noch französisch wären und Deutschland vom 1. Oktober an seine Effektivstärke auf die angekündigte Zahl bringen würde, würde ich für die neuen Rüstungen stimmen, denn es handelt sich allein darum, die Zukunft zu regeln. (Beifall.) Tissier bekämpfte die Argumente Lcyevres und betonte namentlich, daß die Riederlage von 1870 nicht dem damaligen Parlamente znzusckn-eiben sei, sondern gewissen Offizieren tntb der kaiserlichen Politik, und protestierte gegen dte Flottenentsendung nach M a r o k ko. Kriegsministcr Et i e n n e sagte: Wenn wir nicht in Marokko wären, wer, so frage ich Sie, würde dann dort sein? Tie Kummer vertagte die Weiterberatung auf Montag.
IM englischen Unterhaus sagte im Laufe der Aussprache über den Heeresvoranschlag der Krkegsmimfter Oberst Seelh, daß die britische Luftschifffahrt im Laufe des Jahres beträchtliche Fortschritte gemacht habe und jetzt an dritter, wenn nicht an zweiter Stelle unter den Rationen stände in der Anzahl der ausgebtldeten Flieger, der eigenen Maschinen und der Ausbildungs- Organisation.
Vie Londoner Lnedensverhandlrrngen.
. London, 5. Juni. Wie das Reuter-Büreau erfährt, hat btc heutige Sitzung der Botschastervereinigung 2’/2 Stunden gedauert. Darauf hat sie sich auf Montag vertagt. Es würben beträchtliche Fortschritte erzielt, sowohl hinsichtlich einer Einigung, betreffend die schwebenden Fragen über das albanische Statut und dte 'Loüdgrenzcn Albaniens, als auch über die Zninnft der ägäischen Jnscß Die meisten dec ägäischen Inseln würden an Griechenland übergehen, aber die beiden den Dardanellen am nEten liegenden würden der Türkei verbleiben. -Bulgarien würde Tharsos erhalten. Tann werden von Griechenland G-aran- tten verlangt werden, daß die Klein-Asien benachbarten Inseln nicht als ^militärische oder Flottenstützpunkte venvendet tvcroen. Dte von Italien besetzten Inseln werden der Türkei übergeben, lobald dte aus dem Friedettsvertrag von Saufmtne hervorgehendcn dvn der Türkei in Tripolis erfüllt seien, und die Machte werden dann dahin wirken, daß die Inseln übergeben werden.
wanderanssteAuna der Deutschen Landwirtjchaftr- Gesevschast in Straßburg.
S t r a ßb urg , 5. Juni. Die l>eute lster zur Eröffnung kommende 26. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtfckasts- gesellschaft nmrde gestern durch einen Begrüßungsaberä) eing-eleitet. Rach herzlichen Begrüßungsworten brachte Bürgermeister Dr. o d) )o a n h c r cm Hoch auf die dattt'chen Landwirte aus, welche namens der Zentralleitung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschffr RlttcrMtastsrat v. Freier mit einem Hoch auf die Stadt Straßburg und deren Benvalttmg erwiderte.
Ter Fremdenzufluß mackste sich [djon in früher Stunde in den Straßen bentcrfcar. Im Anschluß an die Wanderausstcllung wird u. a. etuc Gesellscktaftsreise durch die Rheinpsalz und die Rhein- Provinz vorn 0. bis 22. Juni veranstaltet. In seinersT röffmrngs- ansprache drückte der kaiserliche Statthalter Graf v. Wedel namens der Leitung der deutschen Landwirtschaft seinen Dank dafür aus, daß der Kaiser durch Abordmmg seines Sohnes zu dteser Eröfirtungsieier aufs Reue sein tätige» Interesse für die deutiche und insbesondere auch für die elsaß-l-othrritgifche Land wirtichast^bekundet habe und schloß mit einem Hock» auf deni darnach ergriff Prinz Joachim von Preußen das xbort. Er gedachte als Vertreter des Kaisers der hohen Bedeutung der elsaß-lothringisck)en Landwirtsckmft und wünschte der ^isstelluug besten Erfolg. RamenS der landwirtschaftlichen Verwaltung Äsas.-Lothringens sprach daun Freiherr Zorn von Bulach. Inzwischen Ixirrten vor der Halle eine Halbbatterie Feldhaubitzcn mit ihren Prachtgespannen, sowie eine ausgesuchte Vrobeanzahl von Kavalleriemann schäften in Feldausrüstung zu Pferde der Sorfiiljrung, um zu zeigen, welch vortreffliches Pferde ".taterial der Armee aus dem Lande geliefert wird. Später verteilten sich die offiziellen FestMtc in die einzelnen Kost- probehallQU.
Arrs StaOt LsnS»
Gießen, 6. Juni 1913.
** Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am preußischen Hofe Geh. Staatsrat Dr.-Jng. Frei- Herrn v. Biegeleben zu Berlin die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des chm von dem König Don Preußen verliehenen Kronenordens 1. Klaffe und dem Legationssekretär an der Deutschen Botschaft zu Washington Dr. Shzrt Fveiherrn v. Lersner die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Präsidenten der Französischen Republik verliehenen Ritterkreuzes der Ehrenlegion erteilt.
** Post - Personalnachrichten. Versetzt wurden: die Postassistentett Beulshausen von-Schöningen nach Schlitz, Finck von Gieboldehausen nach Gedern, Keller von Bingen nach Frankfurt (Main), Pot he von Holzminden nach Schotten und S ch a ab von Trier nach Bingen; die Telegraphengehilfin Karnauke von Darmstadt nach Kottbus. — Ernannt wurden: Postinspektor Deutler in Darmstadt zum Ober-Postinspektor; die Ober-Postprakti- kanten Dox in Mainz und Schneider in Darmstadt zu Telegrapheninspektoren. — B e standen haben: dte Post- fekretärprüfung Ober-Postassistent St r ohau er in Mainz; die Postasfistentenprüfnng die Postgehilfen Bechtel in Wörrstadt, Frank in Vilbel, Fr'eyer in Gernsheim, Heyl in Oppenheim und Stahl in Darmstadt, sowie die Postanwärter Sy de tum in Friedberg und Weitzel in Nidda. — Angenommen wurden: zur Telegraphen- geyilfin Kried in Darmstadt; zu Poftagenten Bürgermeister D i e h l m an n in Ober-Schmitten, Barbier Fink in Bruchenbrücken und Landwirt Fritz in Harheim; zur Postagentin Frau M i tz e in Eichelsdorf.
** TieRede des Herrn Oberbürgermeisters Mecum bei der Feier zur Erittnerung an den Befreiungskrieg hat dem Mainzer Zentrumsblatt Anlaß zu lautem Protest gegeben. Oberbürgermeister Mecum hatte von den Feinden des inneren Friedens gesprochen und dabei die Aeußerung getan, „der Jesuitismus arbeite gegen das protestantische Kaisertum". Das „Mainzer Journal" sieht darin einen „schweren Verstoß" und meint, Herr Mecum habe unter Jesuitismus wohl den Katholizismus verstanden. Als ob es nicht auf der Hand gelegen hätte, daß einfach die Zentrumspolitik gemeint war, die doch in Wahrheit nur zu oft ihre Antriebe nicht aus der Treue für das Kaisertum, sondern aus der vollständigen Abhängigkeit von der römischen Hierarchie empfängt! Wie das „Mainzer Journal" zu der Fälschung kommt, schon der „farblose Gießener Anzeiger" habe Herrn Mecums Worte als eine „unglaubliche Taktlosigkeit" bezeichnet, ist schwer begreiflich. Eine derartige Kritik hat uns ganz ferne gelegen. Die Leichtfertigkeit, mit der das „Mainzer Journal" die Worte des Oberbürgermeisters Mecum verdrehte und schlankweg erfundene Zitate aus dem „Gießener Anzeiger" lolportiert, ist erstaunlich. Daß es dabei unser Blatt als „farblos" bezeichnete, nehmen wir ihm nicht übel; wir können freilich nicht so dick auftragen wie diese Parteigängerin Erzöergers.
'* Die Arbeiten auf dem Festp la tz sind dank der energischen Tätigkeit des Architekten Nikolaus tind des Zelt- sabrikanten NieS von Mainz und dec eifrigen Arbeit der zur Verfügung gestellten Soldaten so rasch gefördert worden, daß man von den Spuren des Sturmes kaum noch etwas sieht und die Festbauten beim Beginn des Festes unter allen Umständen wieder vollständig hergestellt sind.
** Für die jüdischen Mannschaften des Regiments si'.:det der Feftgottesdicnst zur Jahrhundertfeier am Samstag, vormittags 8y2 Uhr, in der Synagoge (Süd- Anlage) statt.
** Die Metzgerläden sind am nächsten Sonntag bis 1 Uhr mittags und abends von 5—7 Uhr geöffnet (Wegen der Bestellungen für Sonntag siehe Anzeige.)
W e 11 b e m c r b. Der hiesige Ortsgewerbeverein hot unter den Künstlern. Ober Hesse ns einen Wettbewerb für ein Plakat für die Gewerbeausstellung 1914 ausgeschrieben. Die Bedingungen für diesen Wettbewerb werden von dem Vorsitzenden des Gewerbevereins (Bergslr. 21) auf Wunsch kostenlos übersandt.
_** Erfolge der oberhessis chen Ziegenzucht aus der Wanderausstellung in Straßburg. Tie vom Verbände Oberhesfiscker Ziegenzuchtvereine mit 19 Ziegen beschickte Wanderausstellung zu Straßburg hat in scharfer Konkurrenz mit den renommiertesten Zuchten Deutschlands einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Aus 19 in Einzelklassen bewerb ung'sfähige Ziegen entfielen folgende Preise: Klasse 1. Böcke vor dem 1. 1. 12 geboren: ein 1. Preis mit 90 Ml. und 2 Anerkennungen: Klasse 2. Böcke nach dem 31. 12. 11 geb.: ein 1. Preis mit 60 Mk.; Kl. 3. Aeltcre Ziegen: zwei 2. Preise ä 60 Mi., ein 3. Preis mit 40 Mark und eine Anerkennung; Kl. 4. Zweijährige Ziegen: ein 2. Preis mit 60 Mark und ein 3. Preis mit 40 Mark; Kl. 5. Einjährige Ziegen: ein 1. Pr. mit 50 Mk. und ein 3. Pr. mit 30 Mk. Im Sammlungswettbewerbe befanden sich 3 Böcke, 12 Ziegen und 6 von letzteren ab stammen de Lämmer und errangen wegen ihrer Ausgeigilichenheit und hervorragenden Zuchtqualität einen Sammlungspreis von 90 Mt. Insgesamt heimste der Verband 580 Mk. ein und befesttgte von neuem das Renommee, welches er sich durch seine Leistungen schon auf frühereit Ausstellungen erworben hat.
'* Das Verzeichnis der Fern sprech stellen in Gießen, das die Firma Ernst Balser alljährlich heraus-- gibt, liegt nunmehr vor. TaS neue Verzeichnis ist zwei Seiten stärker geworden als daS vorjährige. Die Uebersicht- lichkeit des Verzeichttisses ist bekannt, sie ermöglicht daS Aus- iudjen der einzelnen Fernsprechstellen in kürzester Zeit.
*' Maschinen defekt. Der heute früh 5.44 Uhr abgegangene Zug Gießen—Gelnhausen mußte infolge eines MaschinendesekteS wieder in die Station zurückfahren. TeS- halb mußte der von Gelnhausen kommende Zug auf einem 'Rebengeleise bei Garbenteich so lange halten bleiben, bis der Zug von Gießen die Strecke passiert hatte, wodurch dieser Zug beinahe eine Stunde Verspätung erlitt.
** Der Brief eines Fremden le gionärs. Von cmem hiesigen Einwohner wird uns folgender Brief eines Fremdenlegionärs zur Verfügung gestellt, den öic|er an seinen Bruder geschrieben hatte:
Du wirst erstaunt sein, uxieber einmal nach fast emjährigem -Wwetgen einmal von mir etwas zu Hörem Daß ich Dir hm erNaren will Als ich im vorigen Jahre mir von Dir meine gtufen nach dem. Hotel de la Porte, wo ich in Stellung bvar, lanarn lieft, um nach Cbamonin in eine andere Stellung ein- yittretcn, postierte mir das Unglück, in die Fremdenlegion enga- giert zu werden. Dieses geschab so. -Als ick noch einen Tag tret bis zum Eintreten in Chamvnin hatte, traf ich hier noch drei
bekannte .Kollegen, mit diesen machte ich einen Ausflug. Wir Dir vielleickt bekannt sein wird, ist direkt hinter Genf die französische Grenze. Als wir am Abend zurückttbrten und ib der Nähe U9n der Grenze in einem Restaurant Halt marinen, gesellte sich ein Mann zu uns, der sich auch als Hotelangestellter ansgab und ziemlich gut Deutsri, sprari), so daß wir feinen Argwohn aus ihn litten. 5r spendierte uns Wein, solange bis wir alle tner schwer betrunken waren. Sodann verließ er mit uns das Restaurant, wie es schien halte der Wirt auch gar keinen Argwohn, da er meinte, wir wären Kollegen. Aber dieser Schwindler hatte uns über die französische Grenze gebracht. Wir aber wußten durch unseren Suff nicl-t, was mit uns gemacht wurde. Am anderen Morgen erwachten wir in einem Eisenbahngepärkwagen unter der Bewachung von französischen Soldaten. In Marseille angenommen, wurden wir in einem Haus 8 Tage gefangen ge- l-alten, nro mit jedem Tage immer mehr dazu kamen. Als wir eines Nacl)ts auf dem Schiffe verladen wurden, so waren wir ungefähr 23 Deutsche darauf. Unter frijarfer Bewachung fuhr dann das Sristff nacl) Algier aus. Erst ungefähr 2 Stunden n w Algier ließen sie die Bewachung nach, da sie siri> jetzt sicher glaubben. -Wir 4 waren auf der ganzen Reise zusammen und wir faßten den Plan, so bald wie möglich zu slüri>ten. Bis war ungefähr eine Stunde von Algier fort waren, hatten wir heimlich 4 Rettungsringe, die wir uns umschnallten und daun kopfüber ins Wasser sprangen. Durri) das Plätsrirern vom Wasser wurden sie auf merksam durch uns. Sie fingen, an, auf Uns zu schießen, aber durch die Wellen, die der Dampfer schlug, mürben wir hin und her geworfen, so daß sie fein sicheres Ziel hatten. Ws sick vlötzßcl» ein von Algier kommender Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie zeigte. Der französische Mächte sich so srimell ivic mögliri> fort. Wir riefen nun laut um Hilfe, was auch gehört wurde; dies? setzten dann ein Boot aus, das uns glücklich an Bord des Dampfers bradyte. Ws wir dem Kapitän alles erzählt hatten, steckte er uns in Matrosenlleidung, wo wir am sichersten waren. Ein dentsrijer Baron, der auf dem Dampfer war und 1 Stunde von Marseille eine Villa, hatte und sehr angesehen um. Dieser bestellte telegraphisch sein Älutomobil, womit er uns über die Gren'.e nach Spanien brachte. Hier wurden wir einzeln in Villas verteilt, wo wir uns verpfliriüen mußten, nichts nach außerhalb zu schreiben, damit nicht der Verdarist auf j>en Baron falle. In diesen Villas waren mir nun bis zum 18. April, wo wir bann gehen konnten, wo wir aber fein Zeugnis bekamen und nur so viel Geld, daß wir unsere Reise bis hier her bekamen unb nod| etwas Geld, damit hoben wir noch 8 Tage gelebt. Nun habe, ich gar nichts mehr. Ein Engagement nach Chamonin bin ich jetzt eingegangen für den 20. Juni und ich mußte da meine Zeugnisse abgeben, so daß ich jetzt fast gar keine Stellung befummc. Könntest Du mir vielleicht 40—50 Fr. schicken, was ich Dir ganz bestimmt von El-amonin zurückerstatte. Ich wohne jetzt bei einet Schneiderfamilie Faist Rue des AlpeS 41. Wenn Du mir das Geld srisicken willst, so schicke >es mir bitte telegraphisch, aber Poste restante.
Landkreis Gießen.
s. Londorf, 4. Juni. Dieser Tage weilte Provinzral-Rab- bincr Dr. S a nder aus Gießen hier und predigte im Morgen- gottesdienste in der neu hergerichteten Synagoge. In trefflichen Worten wies er auf die Hobe Bedeutung des Gotteshauses hin, das freilich immer Opfer erfordere. Für unsere Gemeinde ein immerlsin großes Opfer bedeutet auch die Renovierung unseres Gotteshauses. Nachdem etwa 35 elettrische Flammen angebrarip worden waren, ist eine gründliri>e Jnnenausbesserung vorgenomm.'n worden. Die Fußböden sind mit Linoleum belegt und das ganze Gejiuhl ist neu gestrichen worden. Decke und Wände sind schön gemalt worden. Die Malerarbeit ist von MalerwLister W. Bräu ninger aus Lollar aus geführt worden. Der Gesamte ind ruck des Maumes ist sehr schön, besonders gelungen sind die Malereien am Älllerheiligstcn.
Kreis Büdingen.
-k Michelnau, 5. Juni. Der Schwiegersohn des jetzigen Bürgermeisters, Landwirt Hch. Bach, wurde cin- l'lininug zum Bürgerm e i ste r gewählt. Fast säinM)c Wahlberechtigte stimmten ab.
-k Ober-Widdersheim, 5. Juni. Ein hiesiger Gewerbetreibender sandte seinen Knecht mit 100 Mark zum Bahn Hof, um die Fracht für einen Waggon Kohlen 5U bezahlen. Dies tat der Knecht aber nicht, er suchte mit dem Gelde das Weite. Von dem Burschen, der aus Frankfurt stammt, fehlt jede Spur.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 5. Juni. Die hiesigen ehemaligen 116er werden nächsten Sonntag bei der Jubelfeier in Gießen | geschlossen antreten, begleitet von der 44 Mann starken Kcchclle der Musikschirle. — In der Nähe der Zuckerfabrik hat eine hiesige Großfirma einen Weideplatz für Ochsen, >^ühe und Rinder eingerichtet, mit dem eine Verkaufsstelle verbunden ist.
w. Friedberg, 5. Juni. In einem Bau- b u r e a it in der Mainzcrtor - Anlage wurde heute Nacht eingebrochen und 1700 Mk. gestohlen. Von dem Dieb, der mit den Räumlichkeiten vertraut gewesen fein muß, hat man noch keine Spur.
r. Bad-Nauheim, 4. Juni. In jedem Sommer weroen hier zahlrciclie W ä s ck,e - D i e b st ä st l c ausgeffibtt, und babnrd) werden viele Hausl-altungen auf das empsinolichste geschädigt. In den meisten Fällen nimmt die Oeffentlichkeit iwn derartigen Voröommnissen wegen ihrer öfteren Wiederkehr kaum noch Notiz. Ein Diebstah! aber, der heute nacht ausgeführt wurde, erregt denn doch das größte Aufsehen. Aus dem Garten bo Amtsgerichts, der etwa 3 0 Sckritte vom Poli z eia m t entfernt, am Ausläufer der Varlstraße liegt, entwendeten Diebe Wäsche und K-teidungssttile im Werte von 7 00 M a r k Ein von Friedberg herbei gerufener Polizeihund nahm Spur und verfolgte diese bürd; einige Straßen, bod) hat man einen bestimmten ^ater bis icttt nicht fassen können. — Einem ost geäußerten Wunsch unterer Kurgäste entgcgenloinrnend, wird der Kurbirektor von dreier Woche ab, in Zwischenräumen von 1 Weckern ZU großen Saal des Konzerthauses einen Ball veranstalten, an dem vva-ste rm Promenadenanzug teilnehmen rönnen. Sonst wurden nur Gaste im Gesellsckaftsanzug zugelassen.
u , 5. Juni. Bei der heute im Rathaussaal ftattgchabten Ergänzun-gswuhl des evan-gelischen Kirchenvorstandes wurden die seitherigen Mitglieder: Bnrger- mei)tct" Flach, Beigeordneter Hadermann, Oekonom Herrn. Reitz und Medpffnalrat Dr. Vogt von den Vtitgliederit der Kirchenvertretung wieder- und Bureau vor steh er Metzger neugetvählt. Als Synodevertreter wurden Rentner Arnold Stettchäuser als Abgeordneter und Bürgermeister Flach als Stellvertreter wiedergewählt.
Starkenburg und Rheinhessen. Zwei Antowobilunfälle.
bs. Darmstadt, 5. Juni. Heute nachmittag um 7,6 Uhr ereignete sich zwischen Hahn und Wembach ein 9lu tom ob i(un fall, der glücklicherweise ohne schwere Folgen blieb. An dem Automobil des Kommerzienrats Göbel von Darmstadt versagte plötzlich die Steuerung und der Wagen überschlug sich. Nur dadurch, daß die sechs Insassen gegen ein Gebüsch geschleudert wurden, sind sie vor Verletzungen bewahrt geblieben. Der andere Unfall trug sich um 5 Uhr nachmittags bei Bickenbach zu. Durch einen Pneumatikdefekt des Hinterrades überschlug sich daS Automobil des Hamburger Großkaufmanns Max Puls, in dem sich zwei Herren und zwei Damen befanden. Die _ Insassen wurden herausgeschlcudert, wobei der Chauüeu
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Wan! r ^iitenhokL''.^ ' '$on dei skatw > Äiiinie» »dec 0,1 6inauf W 'tie-i links iibci MC j“ alten will*.»«* «ei Km.4,3 imrdd, äneiien ->• ßchistiain Hai man fn.b es bis d Som 3ioppcll'erq g- ^ui Weßlar. Man Llraiic kommt, oieii SJeibenfianfen nach oi $oni fiividjcnroälbdn siellcmveije hübsche J ’Juf ihr erreichen mi II. Lollar-§t Mit einem Frük een Clanienbera die born iEinkehr). bann auf den stra Sikstanralion befinde einer Burg gekrönt, Aussicht hat. r-on F föopcl (369 m), de hülle eine hübsche bühicher Waldweg r ist juin grösste bereut jur die Want mgskarte des Voge Segend von Alarbur in Marburg).
IX. Mainzer Wnssternun sirr d alljährliche Mainze^ >i»ch leilnehmen n Soin, alles eirrgesck frage überaus rege Ueüebuteau L. $r selbst, sowie in ®i wird Bremen, Are. Lübeck, Cjtjeebnb ‘ nod) Rootnfjadtn, K = Xcricidni Gasthauser W« nach amtliä "tet, ist in 2. verin ’ Taunus-Kl Mltigen Büchlcir ^rchtskarte beige ^vmmerfriichen eingerichtetste ^niien Gasthaus ^erzähl, ob Walt unb Betten •Mm es gibt über >
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