Ausgabe 
6.5.1913 Erstes Blatt
 
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DerVerein der Schuhwaren händler

von Giessen, Wetzlar u. Umgegend

Giessen, den 6. Mai 1913.

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das der ihn Die

Landgericht Giessen bewerbs verurteilt Veröffentlichung im 13. Juli 1912.

[] Frankenberg, 5. Mai. des Tagelöhners Oberstes fand Explosion brachte. Er wurde bald darauf starb.

W. Höchst a. M., 5. Mai.

Die Firma Schuhhaus Wolff, Giessen betont in ihren Inseraten, dass Reellität das Fundament ihres 4-Klassen-Systems sei.

Unterzeichneter Verein stellt demgegenüber lediglich fest, dass die Firma Schuhhaus Wolff am 29. März 1912 vom Grossherzoglichen Amts- und

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Der hebeprahm öes8. «8" gekentert.

(1 Mann ertrunken.)

Aus Helgoland, 5. Mai, wird gemeldet: Ein bei der Ber­gung des Vorderteils des bei Helgoland gesunkenen Torpedo-

w. Osaka, 5. Mai. Ter Flieger Takeischi ist bei einem Schattflug auf der hiesigen Kotouial-Ausstellullg ums Leben ge- fommen.

wegen Unlauteren Wett­worden ist. Siehe Urteils­fl Giessener Anzeiger vom

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetterausfichten in Hessen für Mittwoch, den 7. Mai 1913 Mein tviib, zeitweise Niederschlage, kalt, Ostwind.

fünf Jahre alte Kind aus ihrer zweiten Ehe. Im Laufe Nacht stellte sich der Mörder der Schwanheimer Polizei, die sofort verhaftete. Anscheinend zeigt Koch keinerlei Reue.

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---Darmstadt, 5. Mai. Tie Strafkammer verurteilte heute den 34 Jahre alten Tagelöhner Johann Tomsick aus Littai, der in der Nacht vom 21. zum 22. Januar den Einbruch in dem hiesigen Uhren- und Goldwarcngeschäft von Jäger ver­übt hatte, und der wegen einer anderen Tat noch drei Jahre Zuchthaus zu verbüßen hat, zu acht Jahren Zuchthaus, insgesamt also elf Jahren Zuchthaus. Sein Mittäter, der sieb­zehn Jahre alte Fabrikarbeiter Johann Hahn aus Lemberg, er­hielt ein Jahr Gefängnis, abzüglich zwei Monate Untersuchungs­haft.

* Berlin, 3. Mai. Der Rechtsanwalt Pächter, dem die Postverwaltung wegen Beamtenbeleidigung den Fern­sprecher gesperrt hatte, ivurdc vom Schöffengericht Schöneberg wegen Beleidigung mehrerer Telephonistinnen zu 260 Mk. Geld­strafe verurteilt.

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Die Mver-Modauer Genossmschafirknse.

bs. Darmstadt, 5. Mai.

Der heutige drerundzwanzigste Verhandlnugstag des Nieder- Modauer Prozesses bringt ebenfalls keine neuen Gesichtspunkte. Der erste Zeuge, der Lehrer Michael Vogel, befindet sich in Untersuchungshaft wegen Begünstigung. In feinem1 Besitze wurden einige Wertpapiere gefunden, über beten .Herkunft (der Zeuge behauptet, sie von Adami fynr Aufbewahrung erhalten zu hüben) er Tcinc genügende Auskunft zu .geben vermag. Auch will er die Dcdeutung der Papiere nicht gekannt haben. Auch Wechsel-' sälschungen werden dem Zeugen Mr Last gelegt. Er bekundet zur »Sache, daß er gehört habe, daß Ihrig deM ^Eckstein ausdrücklich die Versicherung gegeben habe, die Nieder-Modauer Kasse sei gut. Wesentliches weiß er aber sonst nicht anzugebeit. Der weitere Zeuge Georg Jacobi wurde von Beck ausgesordcrt, inner­halb ackst Tagen die Sumimc von 1500 Mk. zurückzucrstatten, die er vom Verein entliehen hatte. Wenn nicht, sei er verpflichtet, Mitglied M werden. Den schlechten Stand des Vereins hat Beck aber verschwiegen. Die weiteren Zeugen Wilhelm Rückert, Adam Ackermann sind gleichfalls von Beck zum Eintritt in len Verein aufgefordert worden unter Verschweigung der wachen Verhältnisse. Der Zeuge Landtvirt Georg Lantelme erhielt auf «Anfrage von Ihrig die Aiuskrmft, daß die Uebernahme-Urkunden

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Der Losehändler Schäfer vor Gericht.

F r a n k snrt a. M., 5. Mai.

Bor der ersten Strafkammer des hiesigen Landgeriästs begann heute die Verchvdlung gegen den Banlier und Lotterie-Kollekteur Ferdinand Schäfer aus Düsseldorf, der sich wegen Betruges und Urkundenfälschung zu verantworten hat. Die Straftaten werden darin gefunden, daß der Angeklagte, Ivie bereits mitgeteilt, bei verschiedenen Privatlottericn, deren Durrbführung ihni über­tragen worden nmr, durchunlautere Macheirsclzaften während der Ziehung die Haitptgewinne in die eigenen Taschen gestrickt habe.

Tie Berchndlung leitet Landgcrickffsdirel'tor Dr. Held- mann, die Anklage vertritt Staatsarnvalt Dr. Keller, wäh­rend die Verteidigung die Rechtsanwälte Justizrat Tr. Bruck und Dr. Schleicher (Düsseldorf) übernommen l>aben. Es sind 50 Zeugen und drei Sachverständige geladen.

Nach Verlesung des lLröffnungsbeschkusses geht der Vorsitzende mit dem Angeklagten die einzelnen Fülle durch. Der Angeklagte gibt auf Befragen an, daß er seine Geschäfte teils allein, teils in Osemcinschast mit einem gewissen Hetterichs betreibe. Der Vorsitzende erläutert den Zichungsmodus, wozu der Angeklagte angibt, daß er in Fällen, wo die Frequenz groß war, stets einen zweiten Waiseniuaben anstellte. Außerdem feien stets ein Polizei- lommissar und ein Notar bei Sen Ziehungen anwesend gewesen. Ein Interesse an dem Ergebnis der Ziehungen habe er nicht gehabt. Wenn Lose übrig blieben, so habe er diese selbst gespielt. Bei der Düsseldorfer Kunstausstellnngslvtterie hat der Angeklagte den Hauptgewinn von 50 000 Mk. gemacht. Er soll dabei an­gegeben haben, er kenne bqt Gewinner nicht. Dm Angeklagte bestreitet das. Der Vorsitzende stellt aus den Akten fest, daß der Angeklagte früher zugab, mehrmals Gewinne gemacht zu haben, niemals aber den Hauptgewinn. Bei der Altenburger Dombaulotterie gewann der Angeklagte 60 000 Mk. Schäfer gibt dies zu: es seien ihm beim Verkauf 28 000 Lose übriggeblieben und auf eines dieser sei der Hauptgetvinn gefallen. Im Jahre 1912 gewann der Angeklagte bei der Frankfurter Lotterie zu­gunsten des oberrheinischen Zuverlüssigleitsfluges 50 000 und 10 000 Mk. Ein Treffer wurde nicht abgeholt. Als daraufhin eine Untersuchung eingeleitet wurde, stellte sich der Angeklagte selbst auf dem Frankfurter Polizeipräsidium. Bors.: Die An­klage legt Ihnen zur Last, daß Sie den Gewinn nicht abgehoben hätten, weit sie von der Einleitung des Verfahrens Kenntnis erhielten. Angekl.: Es ist keine Seltenheit, daß Gewinne von 10 000 Mk. nicht abgehoben werden. Der Vorsitzende stellt aus den Akten fest, daß der Angeklagte zugegeben habe, daß er sich bei Abhebung des Gewinnes einer Mittelperson bedient habe, ivril die Wrechnung mit Hetterich noch nicht erfolgt war. Der An­geklagte gibt weiter an, daß er bei der Elberfelder Lotterie im Jahre 1912 den Hauptgewinn gezogen habe, ferner den ziveiten Gewinn und mehrere kleinere Treffer. Bei der Straßburger Lotterie machte der Angeklagie den ersten Treffer in Höhe von 40 000 Mk. Er will jedoch. erst nach einem Jahre dahinter ge­kommen fein, daß er überhaupt gewonnen habe. Auch den zwecken Gewinn in Höhe von 20 000 Mk. fleckte der Angeklagte ein. Bors.: Es wird auch behauptet, daß Sie bei der Mtenburger Lotterie 60 000 Mk. gewonnen hätten. Angekl.: Ja, behauptet und vermutet wird viel. Der Angeklagte gibt sein Vermögen mit etwa 260 000 Mk. an, während es die Treuhandgcsellschaft auf Mindestens 400 000 Mk. beziffert. Es folgt die Vernehmung der Sachverständigen. Ms erster wird der Beamte der Treuhand­gesellschaft Kaimemänn vernommen. Er bezeickmet die Buch­führung des Angeklagten als außerordentlich schlecket und Mangel­haft. (Eine ganze Reihe von Aktiven sei überhanpt nicht verbucht gewesen.

In später Nachmittagsstunde wurde die Verhandlung auf Morgen vertagt.

in GesaMthöhe von 327 000 Mk. zwar der Genossenschaftsbank zediert wurden, daß aber der Verein dock) den Anspruch darauf behalte. Eine Reihe weiterer Zeugen, die heute noch vernommen werden, können alle nur bestätigen, daß sie Mitglieder wurden, weil man ihnen den wahren Stand der Kasse verheiinlicht habe. Sie bekunden, daß sie sonst keinesfalls Mitglieder geworden wären.

Der Vorsitzende teilt batin noch mit, daß im Laufe dieser Woche die Vernehmung der von der Anklagebehörde benannten Zeugen beendet werden lvird. Er bitte deshalb die Verteidigung, ihre Anträge auf weitere Zeugenladungen stellen zu wollen.

Die heutige Sitzung sckjließt um 1 Uhr. Morgen 8l/2 Uhr Fortsetzung.

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[*] Wiesbaden, 6. Mai. Der Kaiser empfing heute im königlichen Schloß den Vorsitzenden der deutschen Gesellschaft für K a tt f in a n n s e r h o l u n g s h e i m e Kommerzien­rat Bau tn und die stellv. Vorsitzenden Kommerzienrat Fehr- Flach, Geh. Kommerzienrat Kalle und Dr. Telgmann. Der Kaiser sprach sein wärmstes Juteresse für diese der Volksgesundheit in hohem Maße dienenden Heime auS, deren Einrichtung er sich an Hand von Modellen und Plänen er­klären ließ.

w. Diez, 5. Mai. Der Apotheker Siebert aus Wiesbaden stieß in seinem Jagdrevier auf Wilddiebe. In dem entstehenden Kampfe wurde der Apotheker er­schossen. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Karnhnch, |ot571

L. Friedberg, 5. Mai. Die Erdarbeiten an der Kreisstraße Friedberg Bad-Nauheim sind in der Friedberger Gemarkung fertig. Die Steine zur Deckung aus den Steinbrüchen bei Lißberg sind angefahren. Ter 93er» schönerungSverein hat beschlossen, auf der neuen Straße Bänke aufzustellen.

Ziegenberg, 4. Mai. Auf die Ueberreste einer römischen Niederlassung stieß man bei Arbeiten an der Gemeindewasierleitting. Bei den Quellschürsungs- nrbeiten fanden die Arbeiter am Pfingstbörnchen und am Heidenbörnchen Mauerreste und Brunnenanlagen.

Kreis Wetzlar.

= Groß-Rechtenbach, 5. Mai. Die Gcmcrnde- fa g d wurde dem Gg. T r i nt h amm er- Wetzlar zum Jahres- preise von 1235 Mark zugeschlagen.

Hessen-Nassau.

[] Marburg, 5. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der Antrag, die elektrische Straßenbahn, die jetzt bis zum Heumarkt führt, noch die kurze Strecke durch die enge Marktgasse zum Markt zu führen, abgelehnt.

Vermischtes.

* Ein schweres Bootsunglück. Ans München, 5. Mai, wird gemeldet: Drei männliche und drei weibliche Dienst­boten des ßsutes Ried bei Herrsching, die gestern nachmittag nach Diessen und von dort in einem Kahn über den Ammersee zurück­fuhren, wurden gegen 7 Uhr abends von einem Gewittersturm überrascht und ertranken. Durch angeschwemmte Hüte und Stöcke wurde man auf das Unglück aufmerksam. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Ein zweites Boots­unglück wird aus Lausanne gemeldet: Fünf junge Männer und ein Mädchen, die heute nacht vom Tanz zurückkehrten, ken­terten mit einem Ruderboot. Zwei Männer retteten sich durch Schwimmen, die übrigen vier Insassen ertranken.

* Eine ganze Stadt verbrannt. Aus Hali­fax (Neuschottland), 4. Mai, wird gemeldet: Das ganze Geschäftsviertel der Stadt North City am Kap Breton ist bis auf vier Häuser durch Feuer zerstört worden. Der Schaden wird auf 200 000 Dollars geschätzt. Eine Person ist ums Leben gekommen.

* Eine Leichtsinnige Wette müßte der Landwirt Schmidt in Würzburg mit seinem Leben bezahlen. Er wettete in seinem Uebermut, eine Zigarre am >elektrisck)en Licht anzu­zünden. Er Heiterte am Leistungsmast der Ueberlandzenttale empor und wurde vom Starksttom getötet.

boolsS 178" beschäftigter großer Hebeprahm des NviebHchen Bergungsvereins ist beute nachmittag int Nordoststurm geken­tert. l

Der Unfall betrifft, wie eine spätere Depesche mieldet, den HebeprahmOberelbe". Von den 18 Mann der Besatzung ertranken der Kapitän, der Steuermann mrd fünf Matrosen. Elf Mann sind gerettet worden. Der kieloben treibende Prahm wurde später in den Hafen geschleppt.

lieber die Schiffskatastrophe bei den Bergungsarbeiten des noch bei Helgoland liegenden Vordetteils des Torpedoboots S. 178" wird noch gemeldet: Der BergungsdampferUnter- clbe" bekam gegen 2 Uhr gestern nachmittag bei starkem iNordost- sturm die Schlagseite und kenterte schließlich gegen 3 Uhr. Die sieben Personell, welche ertranfen, sind: Kapitän Habbe, Boots­mann Fischer, Assistent Ahrend, die Matrosen Haßes, Lahmann und Hartmann sowie der Schiffskoch. Gerettet wurden die Ma­trosen Jakob Kant, Johann Wilkens, der Stewart Wolder Vocht, Heizer Hans Kloth, Heizer Friedrich Mickeleit, erster Maschinist Roße, Assistent Paul Fouche, die Leichtmatrosen Bernhard Huch- ter, Paul Holiva und Ohlsen.

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