I auf dem ganzen Wege von einer zahlreichen Menschenmenge I durch Hochrufe lebhaft begrüßt. Nach einem Weihegebet
Die heutige Numyrer umfatzt 10 Seilen
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Großwesirat wird während seiner Abwesenheit von Präsidenten des Staatsrats Said Pascha geleitet. Ein Telegramm des Schükri Paschas.
fiel die Hülle. Oberst z. D. Lehmann hielt die Festrede, die in ein dreifaches Hurra auf ’ben Kaiser ausklang. Oberbürgermeister Körtz übernahm das Denkmal in die Obhut der Stadt und brachte ein Hoch auf den Kronprinzen aus, in das die Anwesenden freudig einstimmten.
25 000 Pfnnd für Zwecke der nationalen Verteidigung. — Oer Groß Wesir reiste nach Tschataldscha ab. '— Das
leitet, in der Aufführung der „Missa solemnis" und der ihr vorangehenden Generalprobe von Pros. T r a u t m a n n.
Als Solisten sind gewonnen worden: die Damen Frau Emma Tester, Köngil. Hofopernsängerin aus Stuttgart, Frau Paula Werner-Jensen aus Berlin und die Herren Henry Wormsbä'cher aus Hamburg sowie Otto Schwendy aus Berlin. Tic künstlerische, sorgfältige Besetzung auf dem Untergrund eines Chores des Akademischen Gesangvereins von 160 Sängern und Sängerinnen läßt erhoffen, daß die Missa Beethovens, diese höchste Kunstleistung deutscher Tonkunst, die nur mit Werken wie Dantes „Göttliche Komödie" und Goethes „<zaust" vergleichbar ist, in möglichster Vollendung zu Gehör kommt. Ein näheres Eingehen auf die verschiedenen Werke behalten wir uns vor. Ausdrücklich bemerkt sei schon heute, daß die beiden Konzerte vom 16. und 17. Februar chie Hauptprobe am 15. Februar dagegen nicht in das Abonnement eingeschlossen sind. Die Bestrebungen des Konzertvereins, dem kunstsinnigen Publikum eine Art Musikfest großen Stiles zu bereiten, wird, wie billig erwartet werden darf, sicherlich rege Teilnahme auch außerhalb des Kreises der Abonnenten finden. Der Verkauf der Programmbücher und Eintrittskarten beginnt schon jetzt. Weitere Angaben bringen besondere Anzeigen und Plakate in den nächsten Tagen.
itLberhessa 1. April 1913 wege Vergebt:
— Die antike Weltstadt. Man weiß, daß das antike Rom eine große Stadt gewesen ist, aber man macht sich selten eine Vorstellung davon, daß es an Umsang und Pracht selbst mit den heutigen Weltstädten wetteifern könnte. An der Hand von statistisckren Tabellen aus der letzten Zeit des Römischen Kaisertums, den Breviaren des „Curiosum" und der „Notitia", können wir uns aber einen Begriff von der überwältigendenl Größe der Stadt bilden. Wir finden darin verzeichnet: 2 Kapi- tole, 22 große Rennbahnen, neben denen noch kleine bestanden,
2 große Speise- und Fleischmärkte (macellnms, 3 riesige Theater und 2 Amphitheater, 4 prächtige „Gymnasien" für Gladiatoren,
5 Ranmachien, d. h. Gebäude und Bassins für Seegefechte, 15
Nymphäen, d. h. Grottenbauten mit Springbrunnen, Säulen
gängen, Ruhebänken usw. 856 öffentliche Bäder und 11 Ther
men von zum Teil riesigem Umfang, hatten doch die diokletia-
nischen Thermen 2400 Badesessel und 1352 Wasserbecken und
Brunnen. 14 Wasserleitungen schafften das nötige Wasser herbei. Man zählte ferner zwei große Säulen, 36 Triumphbogen, sechs
Obelisken, wobei aber nur die größten, heute noch erlwltenen, angeführt werden, 423 Tempel, 28 Bibliotheken, 11 prächtige Fora,
10 Hauptbasiliken, 423 Stadtgordien, 1797 Paläste (clonus) und 46 602 große Miethäuser.
Die Angriffe der Balkanheere.
Was heute vom Kriegsschauplatz verlautet, läßt für die Türken wenig zu hoffen übrig. Das Bombardement von Adrianopel hat, wie der tapfere Kommandant, Schükri Pascha, selbst meldet, über 50 Häuser in Brand gesteckt, und wenn es richtig ist, daß die Bulgaren den Belagerten 24 Stunden Bedenkzeit zur Uebergabe gelassen haben, so wäre das noch als ein Akt der Menschlichkeit anzusehcn. Von Konstantinopel waren Zweifel ausgesprochen worden, ob man das Schicksal der Einwohner Adrianopels überhaupt den Belagerern anvertrauen könne, denn man überliefere damit wahrscheinlich die mohammedanische Bevölkerung geradezu den Henkershänden. Es wird sich zeigen, ob die Bulgaren diesen Ruf wirklich verdienen.
Vor Tschataldscha sollen gleichfalls die Kanonen don- Ttern, und zwar sollen die Türken den Kampf eröffnet haben. Die Nachrichten darüber sind aber noch ebenso ungewiß wie die über das Vordrängen der Bulgaren auf der Halbinsel Gallipoli. Die Künste der Diplomaten ruhen. Und so wird es noch einige Tage gehen, bis sich zeigt, ob General Sawow mit seinem neuesten Aufruf an sein Heer recht hat, in dem er erklärt, er sei im Besitz zahlreicher frischer Truppen mit bester Ausrüstung, während beim Feinde keine Begeisterung, sondern Hoffnungslosigkeit herrsche.
Konstantinopel, 5. Febr. Der Sultan spendete
zu erwärmen; diese Rolle ist allerdings so günstig als möglich und scheint dem Künstler gut zu liegen. Tie zahlreichen Nebenrollen fanden im ganzen eine glückliche Vertretung, so die beiden Scknnuggler (die Herren Bernhard und K r ä g c r), die zwei Zigeunermädchen (Frln. Schaub und S ü t t n e r) und die beiden Soldaten lHerr Sch Ütze udorf und Herr Andr6). Ter in Eile hergestellte Theaterzettel wies hier einige Irrtümer in der Personenbezeichnung auf. Besondere Erwähnung verdienen die mit Geschmack und Elan durchgeführten spanischen Tänze ^cin- studiert von Frau Thiele-Leonhard: Solistinnen: Jyrln. Huber und Croneberg). Tie Musik zu diesen Tänzen, Märschen und dergl. ist übrigens durch das reizvolle nationale Kolorit, das ihnen der Komponist in Erfindung und Instrumentation zu geben wußte, besonders beachtenswert und anziehend. Ter Chor, dem eine recht umfangreiche Aufgabe zufällt, hielt sich im ganzen wacker: einzelne Unsicherheiten und bedrohliche Taktschwankuugeu müssen aus Rechnung der besonderen Umstände gesetzt werden. Die Ausstattung an Dekorationen und Kostümen verdient alles Lob. Ter Besuch war gut und das Publikum befriedigt — zu wirklich enthusiastischen Beifallsausbrüchen ist ja das Naturell unseres Publikums weniger geneigt.
Ter gesamten Darmstädter Künstlerschar gebührt warme Anerkennung für ihre bei diesem Anlaß bewiesene Schlagfertigkeit und für die liebenswürdige Bereitnnlligkeit, Mit der sie dieselbe zugunsten Gießens ins Treffen geführt haben. — Die interessante Novität von A. Adam dürfen wir vielleicht am nächsten Opern- abend hören. # p-
Die ifiufiftage öes Gießener Nonzertvereins.
Man schreibt uns:
Ter Gießener Konzertverein rüstet sich zu den großen Konzerten, die in den Tagen des 15., 16. und 17. Februar statt- findem Sie werden nach den getroffenen Vorbereitungen umfassen: ein Chor- und Orchesterkonzert int Stadttheater am Sonntag, den 16. Februar, sowie ein Kirchenkonzert am Montag, den 17. Februar, in der Stadtkirche mit einer öffentlichen Generalprobe am Samstag, den 15. Februar, daselbst. Das Programm: Regers Chorwerk „Die Nonnen" unter des Komponisten Leitung, sein neuestes Orchesterwerk „R o m a n t i s ch e S u i t e", Bruckners dritte, Richard Wagner gewidmete S i m p h o n i e und Beethovens „M i s s a solemni s". Unter Mitwirkung berühmter Gäste werden die Aufführungen in einem Maßstabe erfolgen, wie er gleich großzügig in Gießens Musikgeschichte nur selten zuvor verzeichnet worden ist. Das Orchester stellt an allen 3 Abenden die Meininger H o f k a p e l l e. Sie wird in dem Ztzonzert im Theater vom Hoffat.Prof. ,Dr. Max Reger ge-
,der pp. Ausschrisi » jjjnungSImr norm. 9 Hl eichen, wv>ü Bestimm»' r zmchmV-
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ilt Obnhefsll
Konstantinopel, 5. Febr. (Amtliche Meldung.) Ter Kommandant von Adrianopel sandte gestern abend 7*/2 Uhr folgendes Telegramm: Tie Feinde bombardiere n die Stadt. 38 Granaten und 11 Schrapnells sind in die Stadt gefallen. Acht Einwohner wurden getötet und zehn verletzt. 53 Häuser sind in Brand geraten. Das Bombardement dauert pn.
24 Stunden Bedenkzeit.
Der bulgarische Obe.kor:..i.andierende gab- wie gemeldet wird, Ddrianopel nach vorläufiger Einstellung des Bombarde- inents 24 Stunden Bedenkzeit zur Uebergabe.
Die^,„Neue freie Presse" fdjreibt aus Sofia: Das Bombardement von Adrianopel dauerte die ganze Nacht vom Dienstag auf'Mittwoch in allen Richtungen des Belagerungs- SÜrtels. Die Bulgaren nehmen das Dorf Panukli, wo lic Festungstruppen einen .Ausfall ^u machen versuchten, aber lich in die Festung zurückziehen mußten. Auf die heute tags "über unterbrochene Kanonade erwiderten einige Forts das Feuer gar nicht, andere selten oder ohne Ergebnis. Bon Mustafa Pascha sieht man den Brand in Adrianopel. In der Nacht rückte Vie erste Linie der Bulgaren nach Gallipoli vor und nahm einige minder wichtige Positionen der Türken. Bei der Tscha- 1 a 1 d s ch a l i u i e herrscht Ruhe.
Beginn einer Schlacht bei Tschataldscha.
Ter Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus Konstantinopel: Ilm
3 Uhr nachmittags eröffneten die türkischen Truppen an Tschataldschalinie heftiges Artilleriefeuer-. Bon den Höhen Peras wirb Kanonendonner gehört. — Die Börse verkehrte in lebhafter Haltung, die türkischen Werte sind um 2 Prozent gestiegen.
TaS Berliner Tageblatt meldet aus Konstantiiwpel: Wie im .Neneralstab mitgeteilt wird, besetzte der Feind Myrivphito am
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Gietzener Theaterverein.
Carmen.
Oper von Georges B i z e t.
(Gastspiel der Darmstädter HosoperF
Gießen, 5. Febr.
Bon den Höhenpsaden, die wir jüngst mit der „Walküre" sandeln durften, sollte uns der heutige Abend tn das freundliche Mgel- und Flachland der Adarnschen Muse führen: feine roman- -tisckl-komische Oper „Wenn ich König wäre" mußte indes wegen Unpäßlichkeit der Vertreterin der weiblichen Hauptrolle in aller Eile durch die Oper Carmen, das Meisterwerk G. Bizets, ersetzt -werden — ein Tausch, bei dem wir schwerlich zu kurz gekommen sind. Die Leitung deS Darmstädter Hoftheaters und die wackere Schar ihrer musikalischen und technischen Kräfte verdient die lebhafteste Anerkennung, daß sie trotz der Kürze der Zeit und trotz der räumlichen Entfernung eine solche Leistung ermöglicht laben. Tas; unter diesen schwierigen Untftanüen mcht alles m bem Foniwluiertcn Räderwerk einer großen Oper ganz tadellos ineinanbergreifen konnte, und hie und da ©djroanhmgen eintraten, kann billigerweise nicht wundernehmen; auch den notgedrungen ttwas verspäteten Beginn der i?kufführung hätte das Publikum mit mehr Nachsicht aufnehmen dürfen. Im ganzen nahm der llbend einen n oljlgelungenen und genußreichen Verlauf — auch iür diejenigen Besucher, die Carmen schon öfter gehört und kritisch schätzen gelernt hatten. Man Muß immer wieder staunen über Sie Originalität und Frische dieser Musik, über ihren unerschöpflichen Reichtum an Erfindung und charakterlstifchem Reiz, der )ic mit an die Spitze der Opernproduktion einer ganzen Reihe von Dezennien gestellt und zu einer der Grundsäulen des Spielplans stier Opernbühnen gemacht hat. ,
Musikalische Leitung und Orchester waren mit Erfolg bemüht, die Vorzüge der Partitur zur Geltung zu bringen, btc letzten Feinheiten der Nüaiieierung kann eine Extempore-Aufstiyrung ja kaum "bieten; besonders gute Leistungen boten an mehreren stellen die Holzbläser, die Bizet gleich seinen meisten iranzömchen Kollegen mit Vorliebe und Glück verwendet. Unter den Solisten ist vor allem die Titelheldin Anna Jakobs) zu.nennen, die mit schönen Stimmitteln und temperamentvollem Spiel btc damo- iiisck>-versührerifche Gestalt der Carmen zu verkörpern.suchte. Mit mtzückender Reinheit und Klangschönheit fang Frl. G e y e r s - lach die rührende Partie der Micaela, ihr Duett mit Josö im l. Akt kann kaum schöner gelungen werden. Die wichtige, aber licht sehr dankbare und synipathische Nolle des Jose fand in Öerrn Becker einen tüchtigen, wenn auch weniger packenden Ver- weter; mehr vermochte Herr Semper als Stierfechter Escamillo
Der Kaiser
traf um 12.20 Uhr mit der Kronprinzessin und dem beiderseitigen Gefolge hier ein. Sie begaben sich im Automobil nach dem Tom zum Fe st g o t t e s d i e n st. Die Festpredigt hielt Generalsuperintendent Schöttler. Der Vortrag des Niederländischen Dankgebets schloß die Feier. Beim Ausgang spielte die Orgel die Nationalhymne. Nach dem' Gottesdienst defilierte die Ehrenkompagnie. Tann fuhren die Herrschaften im Automobil ins Schloß, wo Frühstücks- tafel stattfand.
Die Festsitzung des Landtags.
Auf der Fahrt zum Landeshause wurden der Kaiser und das Kronprinzcnpaar von einer ungeheuren Menschenmenge stürmisch begrüßt. Das Wetter wurde schön. Der Thron war unter einem schönen Purpur-Baldachin errichtet, über dem Brausewetters bekanntes Bild hing: General Porr begeistert die Stände der Provinz zur Erhebung. Der Kaiser in der Uniform seines Grenadier-Regiments „Konrg Friedrich Wilhelm I.", 2. ostpreußisches Nr. 3, trat vor den Thron, den Helm im Arme haltend. Der Kronprinz rn der Uniform seines Husaren-Regiments trat neben die Stufen des Thrones, die Kronprinzessin und die Damen des Gefolges traten in und neben die Logen. Der Kaiser verlas nunmehr eine Rede.
Die Rede des Kaisers
hatte folgenden Wortlaut:
Meine Herren! Es ist mir eine besondere Freude, Ihrem Wunsche zu entsprechen und den Landtag meiner getreuen Provinz Ostpreußen hiermit in Person zu eröffnen. Bevor ene ihre geschäftlichen Arbeiten und Beratungen für bas Wohl der Provinz beginnen, lassen Sie uns ber Tat gedenken, welche von der heute vor hundert Jahren hier in Königsberg zusammengetretenen Versammlung der ständigen Deputierten ber Provinz ausging und den ersten Schritt zur Wieberaufrichtung und Befreiung des barniederliegenden Vaterlandes bildete. Schwer ist es, das volle May des Unglücks und ber Wirrnisse jener Zeit uns vor Augen zu iuhren. Durch ben unglücklichen Krieg wertvoller Gebietsteile beraubt und in feiner Bevölkerung dezimiert, war das Land imffann der^.'ceyr- zahl uinfr Fest ungern noch immer in dec Gewalt dcs^ Liegers und durch die ungeheuren Kriegslasteit fast erschöpft, tfemblidje Truppenmassen durchfluteten die heimatlichen Gefilde vanbei und Wandel mären gestört, vernichtet war der. Wohlstand der Bevölkerung. Nur teilweise waren nach gro. er Mum;t? die Lecker noch bestellt. Ter König, in seinem Tun und Lassen überwacht und nicht einmal persönlich in Sicherheit, war gezwungen um Sfronc und Land nicht dem' sicheren Untergänge zu weihen — fast die Hälfte des burch ben Machtspruch bes Fremdherrn ihm belassenen flehten Heeres diesem für den neuen Eroberungszug nach dem Osten als Hilfskorps zu stellen Ta setzte die gotiiidu Vorsehung dem Siegeslauf des kühnen Korsen em tahes 3tel. Tie schwer auf Europa lastende Heimsuchung schien ihrem Ende entgegen,mgeben. Jetzt oder nie konnte das Sehnen icdes Preußenherzens in Erfüllung gehen, tonnten die Fesseln der langjährigen Knechtfckwst abgetvorfen werden. So dachte Yorck, als er sich unter dem gewaltigen Zwange der Verhälcniste zu dem Entschluß burchrang, das ihm anher traute Korps von dem ^-chickial des Nestes ber großen Armee zu trennen und wieder unter den Oberbefehl des Königs zu stellen. So dachten auch jene wackeren Männer, die als Vertreter des Wels, der Städte und der Bauernschaft ihrer Provinz hier zusammentraten. Sie waren die ersten im Lande, die bem Gebanken bie Tat folgen ließen, indem sie einmütig beschlossen, auf eigene K o st e u eine B e w a f s u u u g
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Marmarameer zwischen Gallipoli und Rodosto und rückte bis> H a m i l o vor.
Ein neuer Tagesbefehl des Generals Sawow.
General Sawow richtete einen neuen Tagesbefehl an die Arin'ee, in dem er erklärt, daß die Türken durch die Art, mit welcher s ie die Verhandlungen führten, bewiesen hätten, daß sie nur Zeit gewinnen wollten. Aber sie hätten sich sehr getäuscht, denn diese Zeit sei von der bulgarischen Armee dazu benützt worden, Streitkräfte aus Macedonien und aus Nordbulgarien, die nicht an den großen Kämpfen in Thrazien teilgenommen haben, zu konzentrieren und sich reichlich mit Lebensmittel und Munition zu^ versorgen. Wir sind jetzt vollkommen bereit, erklärt der Tagesbefehl bereiter als vor der Kriegserklärung um den Wid erstaud des Feindes endgültig zu brechen Wir müssen ihn von neuem n i e d e r s ch m e 11 c r n und seine in Eile zusammengezogenen Horden, denen jegliche Begeisterung fehlt, zerstreuen, den Feind zu Boden werfen und dort auf dem Schlachtfeld ihm die Frieoensbedingungen diktieren. Die Türken müssen über das Meer
gejagt werden.
Skntari eingeuonnneu?
Tie „Bossische Zeitung" will aus Wiett wissen, daß Skutan von ben Montenegrinern und Serben eingenommen worben sei. Ter Kommanbant Riza Bey soll ermordet sein. Eine Bestätigung ber Nachricht steht noch ans.
Tie bulgarifch-mmänischen Verhandlungen.
Bukarest, 5. Febr. Das Protokoll über die rumänisch-bulgarischen Verhandlungen ist hier eingegangen. Tas A n g e b o t B n l g a r i e n s soll zwar, wie an unterrichteter Stelle verlautet, die rumänische Regierung nicht b e f r i e d i a e n , jedoch die Grundlage zur Fortführung der Verhanolungen bieten. Gegenwärtig finden Besprechungen statt, die bezwecken, eine Einigung über die Modalitäten für die weiteren Verhandlungen zu erzielen sowie darüber, ob die Verhandlungen in Sofia oder Bukarest fortgesetzt werden sollen.
Tie Konferenz der Botschafter.
Wie das Reutersche Bureau erfährt, haben die Botschafter im Prinzip eine Formel angenommen, durch die die U e b c r n a h m e eines Teiles der otto- manischen Schuld durch die Verbündeten sowie deren Verpflichtung gegenüber den O r i en t b ahn en geregelt wird. Eine Mitteilung hierüber ist, wie man annimmt, an die Regierungen, der Verbündeten gegangen. Me Festsetzung der Einzelheiten des vorgeschlagenen Arrangeinents wird einem Finanzausschuß in Paris übertragen'werden, der aus 'Delegierten der interessierten Mächte gebildet wird.
Line Kaücrreöe bei der preukenicicr in Königsberg.
Zu der großen Jahrhundertfeier, die in diesen Tagen die Provinz Ostpreußen begeht, sind gestern der Kaiser und der Kronprinz in Königsberg eingetroffen. Der Kaiser nahm an einer Festsitzurrg im Landeshause teil, wobei er eine längere Ansprache hielt, die einen historischen Rückblick bot und von politischen Betrachtungen der Gegenwart fast völlig absah. Er stellte die sittliche Kraft eines Volkes als ausschlaggebend für das Natione.lwohl hin und meinte, die 'Ereignisse vor hundert Jahren hätten gezeigt, daß nicht der Drang nach kriegerischen Lorbeeren am letzten Ende auf die Höhe führen. Wir erhalten über die Festtage aus Königsberg folgenden Bericht:
Königsberg, 5. Febr. Heute vormittag um 10 Uhr traf der Kronprinz mit Gefolge an dem von dem Bildhauer Walter Rosenberg geschaffenen Vork-Deiikmal ein,
m. 31 ____Erstes Blatt v 163. Jahrgang Donnerstag, 6. Februar 1913
Der Siehener Anzeiger JMV A MM BezuqSvrei»:
erscheint täglich, außer ptP MA monatlich75Pf.,viertel-
Sonntags. - Beilagen: A A. A KM Jk A A ▲ ▲ JS A Irlich Alk. 2.20- durch
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