Ausgabe 
4.12.1913 Erstes Blatt
 
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165. Zahrqana

Crfies Blatt

Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

ngen über

Ircbs sprechen

sic, seit sie bekannt, ohne schaden arbeite.

Kurze N achrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Tie erste TagungiürVcrdfluungs-undS t o f f- wcchsclkrankbeircn, deren Abhgltung tm ^ommcr 1912 ,u .Dornburg t> d. Höbe beschlossen wurde, wird am Freitag, den 24. und sonnabcnd, bett 25. April 1914 in Bad Homburg p. b. Höhe stanfinden.

(sineneueKomvositionvonRichard Strauß. AuS Berlin wird uns geschrieben: Ter Königliche Lvern ch p r r ranstaltcte in der Philharmptne unter Leitung von Pros. Nudel einen Nichard^straun Al^nd. in dem dos neue Derk von Nichard Stenin »Tic bcutjdtc Motette", aus Worte von Friedrich Rücken, «eine Urausführung erleb - Ts ist eine Kom Position für 16slimmigen Ch)r und 4 Salinen, a capella geiem und etwa ip der An der c: tonten Hrnnnen von Smrun autgebaut, die in demselben Konzen zunächst zu Gehör gebracht wurden. TaS neue Derk weift indessen eine ganz gewaltige Steigerung

Dcriicgcnbcr Gcschlccher cigcntümlidi ifl.diesduffcn, als schlichter Forscher ui leben," io stand er da, im Innersten beicrlr, ein stiller'er seiner IdeaU. b.s er unter der Wucht des äußeren Lebens elend tufammmbr.rbt; ein Mann so keuschen, lauteren (Gemütes, voll so selbstloser Hobeck und ttndlick-vertrauender Her;- hdifni, id:c ihn die ssrauen heben, wte ihn Rebekka West heben mußte, auch ohne die sonst übliche Chrtstusmaske Und neben thm diese Rebeklt. das von ihrem Trieb tu ihm ganz beherrschte Neu inkmd, oa-? Fr. Fehhrner rnü feiner, überzeugender frunn i.tber ou'baute Sie gab bas, was Ibicn nicht gab: bas unter »einer schuld leidende, durch Rosrner in seinen wilden Leiden- jchasten gebändigte Weib, da« alle Schmerzen der Reue io au» gekostet hat. da» ihm in der höchsten Secknaual nur noch ent leises. nebvoI/ 5 Stöhnen entschlüpft Auch bas auiammrnfrirt der Beiden trat bewundernswert abgeüintml, von so seinen Er- ragen und io natürlich, wie

li'.qiundung dc» Sinnes und langer gemeinsamer Tätigkeit mög­lich ist. Ten narren, graben Rektor Kroll, den Mann der, makel­losen Selbstgeiälltgkeit gab Herr S d) u b_e r t mit maßvoller, finger Festigkeit, voll unerschütterlichen Selbstvertrauens Ten veikonnuenen Ulrif Brendel spielte Herr D^vorkowski, der auch die Regie führte, mit der bei uns in Teutschland üHidrn tragischen Srnhmaktät. Den Beter Mortensgard gab Herr (H reifer schlick, einfach, omprud-slos Reck^ hübich war auch die Haushälierin brr Frau 9?atjiufiu§, ein kluges, beschei­dene» Frauchen, nur ganz am Schlüsse deS Stüdes war ihre ErschüU''rung mdi überzeugend genug.

Möge uns diese Spielzeit noch mehr solcher Borsteltunqen bescheren. N.

Donnerstag, 4- Dezember 1915

II: monatlicfcTi k^vienel- vnr:e..en ß M ß ' H . 1» 6b durch

Nr. 285

Ter eiet euer l*F<atr «scheint täglich, außer Eonntaqs. - Beilagen: i viermal roö I

ietentrSamllknbUntr, 1 jioetiral inödieiiil.KtetSi blatt(ürWaKreii«ie|tn V (T lenstoq und Freuaal; zweimal m»nai! land- Wirtschaftliche 5t itkegen Ferulprech - änldHnfie: für die Redaktion 112, Verlag ».Expedition 51 Adresse hlt Tepeltben:

«ujciqcr Gießen.

Bnnebme Hfl Anzeigen

Siebener 5t<i^tthcatcr.

RoömerShvlm.

Schauspiel von Henrik Ibsen.

Gießen, 4. Tcz

Tie jüngere Kiiuk rückt allmöblich von Ibsen ab, das ^lon fintierte, lünstlich B.rechnete seiner Dramen, deren mmiifd)c Stirn bolif lebten Endes nur dem Nordländer völlig Har werden kann, ftöljt beute aui stärkeren Widerstand als vor etwa einem Jahrzehnt, roo man in ihm nicht nur den großen Tenferunb genialen Bühnen techmker, sondern and den unvergletdä cbm Tickt.r erkennen wollte. So scheinl ieyt aus die Zeit seiner lleberitbapung die Ie.l sein i Unteridüluing ;n folgen, da:- Schicksal, dem alle Künstler unter liegen, um eines Tages vielleicht wieder auszustehen wie ein leuch­tender Stern, der alle anderen überstrahlt

5o einer, nach dem alle den Blick wenden, sollte auch Johannes Rosmer narti dem Sinne Rebekka.' werden, aber er ist so test mit feinem Geschlecht p.nvachien, steckt so sehr in den feit Jahr du n berten vererbten Lebensanschauungen seiner Familie, daß er bei bem ersten Schritt, den er halb unir-uvilhg von der ieftumri»lenen ^abn tun will, schon entgleist, um sich bann gemeinsam mit Re beffa in den Wildbad) zu stürz-n. tr*l er, geri>e wie der alte Uln Brenbel. nicht zu loben vermag ohne Joe al? T e ,'orialen Fragen, die da angeschnitten werden, der schändliche Eingriii einer kläglichen Prelle in das Privatleben, da:- sind alles nur '?lev».erlitt Teuen das wahre Problem in Rosm rsholm lieg', 'm11 aue!»o'.lin in seinem scharüinnigen Buch über Ibsen unzweifelhaft nachweist, in des HeUvn C'klintf^nheit an feine Herkunft Hi rau: ergeben nch für den Scba'.ifpie'.er die .".äglichleit n und Bedingniise feiner Tat stellung wabrend die Rolle der Rebekla in ihrer verfehlten P':-cha iogie der Vie'ermbe viel größere,Spielraum laß , wodurch natur­gemäß die Schwierigkeiten ins Ungewöhnliche gesteigert werden.

Die Rurführung. zu der Herr Friedrich Aaoßlernb Fr .\Kkrtx' Fehdmer rom Semngtheater in Berlin -w.r»n-i-i waren, gestaltete sich nicht nur ;u einem Triumvl: der Gäste, sondern hinierließ auch liefe, nickt so leicht r-err f".ur? Ein- brücke Herr >1 a n B l ? r . der auat als feinemr.röCKber *cr betifer beTannt ist, bitte die Vesenheu dec- ehemaligen Pfarrers Mummet aufs feinste ergründet und gab «hm auch äußerlich ba:- vornehm Verhaltene, Schweüüche, nnc cs der überfeinertnt H;üntr

äabern im Deutschen Reichstag.

O ®er lin, 3. Tcz

Denn man nach bem äußeren Bild, das heute der Reichstag bot, schließen wollte, hätte sich Großes ereignen müssen. Der Andrang zu den Tribünen war gewaltig, bas HauS war fast vollzählig veriammelt, die Banke b s Bundesrats waren dicht befett Mit bem Reichskanzler und bem ftriegdminiftcr waren fast alle Staatssekretäre erschie uni, auch bic Bunbesvertreter Bayerns, Sachsens, Würt­tembergs u. a waren auf bem Poften. Atemlose Spannung auf fallen (Mid)terii, als Präsibent Tr. Mae mpf das Schauspiel eröffnete. Aber, um das Ergebnis vorwegzun h- men, bic großen Dinge, bic man erhoffte, blieben aus Man Härte wohl lange Reben, bic Meinungen stießen hart auf. cinanber, eS kam zu wilden Szenen, aber imponieren konnte das Bild, das sich vor unfern Augen entrollte, sicher nie­mand, weder links, noch rechts, noch in der Mitte.

Die Aufgabe war sicher nicht leicht. Es galt, Licht und Schatten gleichmäßig zu verteilen. Auf die Begründer der Anfragen haben wir in dieser Beziehung von vornherein keine großen Hoffnungen gefeilt. Der Bolksparteiler Roe- s e r, ber Vertreter Zaberns im Reichstaa, gab zwar im großen und ganzen eine sachliche Darstellung der Tinge, aber daS Gesamtbild, das er zeichnete, fiel doch schließlich einseitig aus, da er die offenbaren Verfehlungen der 3a- berncr gegen die Lssiziero ganz außer acht ließ. Noch we­niger Gerechtigkeit mar von dem Sprecher der Sozialdemo­kratie, dem Abg. PeiroteS, und dem Elsässer Hauß, zu erwarten, von denen dem ersteren die Freude, gegen den fäbelraffclnbcn Militarismus" wetteifern zu bürfen, am Gesicht abzulesen war. Aber ziveifcNos hatte der Abg R o e - s e r recht, als er nachdrücklich unterstrich, daß nach dem crhcn Anlaß bet Affäre I age vergangen sind, ehe [ei tene ber Militärbehörbe überhaupt ein befchwichtigenbes Wi rt verlautete, und daß deshalb die (Gelegenheit, die Be­völkerung zu beruhigen, verpaßt wurde. Und es machte and) starken Eindruck, als der Vertreter des Städtchens Zabern bie reich-treue Gesinnung der Bevölkerung schilderte, der Stadt, bie allgemein als bic deutscheste unter den elsässischen Stabten gilt, bic selbst unter französischer Herrschast deutsche Gesinnung bewahrt hatte. Auch wer sich auf den Standpunkt stellt, daß die Autorität ber Armee über alles geht, dem müssen diese Gesichtspunkte bei der Beurteilung des Falles doch zu denken geben.

Daß dem die Vertreter der verbündeten Regierungen heute genügend Reckniung getragen hätten, kann man nidit behaupten Der Reichskanzler gab wohl eine im ganzen objektive Tarftelhing der Dinge. Er stand nicht an, die Aeu ßerungcn des Leutnants v. Forstner als ungehörig zu bezeichnen. Man kann auch wohl zustimmen, wenn Herr von Bethmanu Hollweg meinte, diese Ungehörigkeiten seien zwar unerfreulich, aber nicht weltbewegend. Und es ist auch richtig, daß die spätere Entwicklung in gar keinem Verhältnis zu die fem Anfänge stand. Aber diele Entwicklung ist nicht bloß durch die Presse berbeigeifihrt worden, sondern vor allem durch die Untätigkeit birvorgcfetztcn Behörde Hieraus hätte bei Kanzler Hinweisen müssen, umsomehr, als er .zugab, daß sich die Zaberner Bevölkerung nicht bloß durch die ausgesetzte Prämie, sondern durch das WortWades" beleidigt suhlen konnte und auch fühlte. Ter Kanzler un terheft das aber, wie er auch später daraus verzichtete, fick, zu entscheiden, ob die 3 i v i l b c h ö r b e ober bie lokale M i - litärbchörbc bei den Vorgängen am 28. November im Recht war. Herr v. Bethmanu Hollweg vcrlaS eine Tarftel jung des Straßburger Generalkommandos, nach der der

der Satzlechnik auf. Man darf nicht etwa an ein Gesangsstück tm Stil brr iitebcrlänbtfdKn Meister oder auch moderner Tonsetzer denken. Tie neue Monwoidtin geht vielmehr an bic Grenze besten, n>aS in der Vokalmusik möglich ist. Ter poliphone Satz ilt Ins zu seiner höchsten Ausdrucki-sädigkeck gesteigert, bic menscklidien i4im- men roerbm dazu ixmufct, Tonmalcr-i tm Stile und in der Farbe der Orchestermusik zu bieten. Daraus ergibt fick die ungeh'ure Sdnrtmgfcit, die d,e ©icbergabt eines solchen Werkes bereitet. Man muß bnbt auch fcftftelkn, baß sich nach einmaligem An- hören brr beabsichtigte Eindruck auf den Zuhörer nicht rrneben kann Wohl emofinbct man die Wirkung einer ganz gewaltigen .Qtompoivun, aber cs ist unmöglich, »n das oiclmaschige Gewebe Meier Arden so einzudringen, daß man ihre Bertuüpfungsitellen mit Sici/rbeit wabenehmen lann. Zur Austübrimg einer solchen Komvoilnon gehört auch ein Klangkörper, ber sich vornehmlich mit Ausgaben bieier Art beschäftigt. Ter XönijlidK Lpernchor ist trotz seiner großen Sickxrh it in der Dokalkunst doch nicht das rickriig« Instrument, eine so iubtil angelegte Komposition zu erschöpfen, wenn inan auch im allgemeinen mit der Wiedergabe zufrieden sein lonntc. Es wäre dies eine dankbare Ausgabe für Chorvereinigungen, die immer nur Musik dieses Stiles bringen.

Radiumbestrahlungen bei Krebs. Aus Der-> lin, 4. Tez., mir5 gemeldet: Die gestrige Tagesordnung ber Berliner Medizinischen Gesellschaft haue eine große Anziehungs­kraft auf die Berliner Aerzte ausgeübt, weil der Tirekwr ber

Frauenklinik Ckbeimrat Summ über weitere Erfabru die Wirkung nnl Radiumbestrahlungen bei ÄrcI nolltc. Im letzten Sommer hatte er an ber Hand von 12 Fällen über recht günstige Erfolge berichten können Ter Redner betonte, daß die Röntgentechnik in den letzten Monaten so vorgeschritten sei, daß sic der Radium- und MesothoriumNTirkung mindestens gleichgestellt werden könne und sie habe noch den Vorzug, daß

Cbrrfi v. Reu11er deswegen so schart' vorgegangen fein i will,u m Schlimmeres zuverdüte n". Tas tst nach i dem, was von der andern Seite bekannt geworben ist, wenig : überzeugend». Rotwenbig war es freilich, baß ber Kanzler einerseits ben Disziplinbruch ber Rekruten, anberericits die Beschimpfungen ber Emuerc ins Licht rückte, bic unter den lebten Porkommnifscn bei gewissen Leuten tast ber Verges­senheit anhcimgesallcn zu sein schienen. Ter Rock bcs Königs muß respektiert werben TaS ist sicher! Aber mehr Einbruck halte brr Kanzler bannt erzielt, wenn er bic vorgekommenen Macht Überschreitungen ber Militärbehörbe nicht bloß gewii- sermaßen zwischen ben Zeilen angebcutct, sonbern biesen Feh­lern gegenüber eine offenere Sprache gc'ühn hätte Tas wäre unseres Erachtens notwendig gewesen, um die ,,gesunbe Kooperation" ber Militär und» Zivilge­walt, die er für die Zukunft erhoffte, wiederherzustcllen

Noch weniger glücklich als ber Kanzler war ber 't 11 e a m i n t st e r in s. in er Re >' M an kann die unglaub liehen Auftritte, bie fick, während feiner Rebe abfpicltcn, bebffuern, aber niemand wirb ihn von Schulb frnfyredien. Tic Wenbimgen, mit b-ancii er über bieTreibereien" sprach, bic angeblich alles verfchulbet haben foNcn, waren wenig angebracht unb wirkten aufreszenb Was er über Difzi- plin unb Autorität ausfühNe, war alles schon unb gut, aber es klang baraus immer wieber bic Melodie heraus, daß bas, was das Militär tut, au sich schon Autorität ist, mag es nun gesetzlich ober ungesetzlich sein. Tiefe Rebe bes Kriegs Ministers konnte ben Einbruck ber Kanzlerrede nur noch verfd)limmcrn.

Das Echo aus bem Hause ließ benn aud) an Teutlich- feit nichts zu wünschen übrig. Unb eS muß besonberS be­achtet werben, baß heute zunächst zwei Männer zu Wort .limen, beiten man Reife bcs Urteils unb nationale Gc- imnunfl sicher nicht absprechen kann, bie Abgg. Fehren- liach 3tr.) unb Tr d a n 15 alter (Natl Fehrenbach sprach gcrabczu von einembieS ater", unb Herr van Eallev stimmte ihm bei. Gcrabczu nieberbrüdenb klang es auS des letzteren Munbe, als er von seiner sechzehnjährigen Ar­beit in dem ihm lieb gewordenen Lande sprach unb nun bekennen mußte: Alles wieder kaput ! Hoftentlid) wirb dies das Ergebnis der Sache nicht sein. Wir glauben auch, daß seitens ber Dcrbünbctcn Regierungen bas letzte Dort noch nicht gesprochen ist. Darüber wird morgen weiter zu sprechen fein.

Preßstimmen.

Die(Germania" schreibt: Sic sind auseinander; endgültig auseinander.

TieVofsische 3ettung" schreibt: Cb sich Herr von Bcthinann fdjon eine Vorstellung von ben Wegen ge­macht hat, die einzuschlagen sind, um den unabwendbaren Schaben gut zu machen, den die gestrigen Ereignisse unb die Reben vom Bundesratstische angerichtet haben ? Noch niemals war er von bctKincrlid)ercr Hilflosigkeit unb Un­zulänglichkeit wie gestern. Er war, wie er sich ausbrücktc, objektiv, aber er stützte sich auf die Berichte bcs Gencral- konrmandoS, ohne von dem Bericht deS Statthalters zu " zählen Er hatte einen bürgerlien Rock angelegt; er hätte die Traßoncrunifonu anjziehen follcn.

ImBerliner Lokalanzeiger" hei fit es: Don dem Reichskanzler erwarteten wir, baß er, frei von jeher Einfcitigleit, bcmhigeiibc Worte über das l^jchehene sagen sollte. Ter Reickrstag hat gestcrii nidyt bic Ucbcrzcugung gewonnen, daß mrs ben Reihen der jetzigen Regierung der 'Wann erstehen werbe, her bic notwendigen Fragen zur Lo­sung ber elsässischen Frage in sich vereinigt.

TicP ost" unb bicKreuzzei tung" treten auf bic Seite des Kanzlers TicKreuzzeitung" sagt:Tie Rede des KonzlerS war erfreulich unb wirb hoffentlich zur Klä­rung unb Beruhigung beitragen; deshalb hätte sie schon

VfiVHVl LttyrMl SS

General-Anzeiger für Oderhessen

V Kurt Vendl; für Sen

bi! SLiw'S'E Rotationsbnid unb Verlag dervrühl'schen Uiip.-Ba*: und SteiRörutferei R. £onge. Rebattion,rpebitie* nnb vruckerei: Zchulfttahe 7. p Beck.

lange kommen sollen Von cntfdicibeubcr Bedeutung mar, das ber Kanzler den Notstand de» Militärs anerkannte und nicht nur das Recht, sondern aud) die Pflicht habe, fid) gegen birelte Angriffe zu fchüycn.

Pcuticbc# Ucicb.

Der Kaiser ist nut Gesolgc im Sonberzuge am Mitt wod) morgen 9 Uhr von Tonaucfdiinflcn nach Baden-Baden zum Besuche her Großherzogin Luise, an deren heutigem 75. Geburtstage abgereist. Er traf in Baden-Baden um 12 Uhr ein, wo er am Babuboi vom Großheizog empfangen wurde. Um 6 Uhr 10 Mm ist ber Kviser nneber in Tonau- cfchinflcn ein getroffen.

Ter ReichötagS-AuSfchuß zur Beratung ber abzuänbernben 56 unb 56c der Gewerbe­ordnung ist am Dienstag zufammengetreteii und hat bic Abgg Trim bot n unb Stolle zu Vorfitzenben unb bie Abgg. Tr. Werner Gießen, Cuard-Goburg Bartschat unb Hcrztclb zu Schriftführern gewählt

Gültigkeitserklärung ber Wahl von Dr. Werner-Gießen. Ter Wahlprüfungsausschuß bes Reichstags hat Bericht erstattet über bie Wahl bes Abg. Dr. Werner «Hierein In ber Stichwahl hatte Dr. Werner 13089 Stimmen erhalten, fein Gegcnlanbibat Bcckmanii 11664 Stimmen. Gegen bic Wahl war Protest eingelegt wvrben. Dor allem war in ben Protesten behauptet worben, baß eine nachträgliche Eintragung von Wählern in bic Wähler­listen erfolgt fei. Ferner mar behauptet worben, baß eine amtliche Wahlbeeinflusfung erfolgt fei burdi ein Inserat eines P 0st i n f pekt o rS, der vor ber Wahl des sozialbemvkratisdwn Kandidatei warnte. Für den Fall, daß alle Protestpunktt erwiesen sein sottten >n ucn noch einige kleinere Proteste vvr>, würben im ungünstigsten Falle bem fltinbibaten Dr Werner insgesamt 914 Stimmen abzu- ziehen sein. Dem Gewählten bliebe mithin noch eine Mehr­heit von 231 Stimmen Der Ausschuß hat beshalb cmen Antrag wegen Beweiserhebungen mdjt gestellt, sonbern so­fort bie Wahl für g ü 11 i g erklärt.

Beitrag zu ben Koften bar bcu tschen AuS- stellung in San Francisco. Dem ReidiSttig ist ein von 242 Abgeorbneten unterzeichneter Antrag B-isser- mann, Paasdie, Ebert, Haase, Krings, Gotlzein unb Heck- scher cmgegangen, wvnadi burd) einen brüten Nachtragsetat 500000 Mark als erste Rate eines Beitrags zu ben Kosten ber bcutid)cn Ausstellung in San Francisco 1914 einge­stellt werben sollen. Der Ausgleich im Etat soll burd) Er­höhung bes Einnahmepostens auö ber Ziga­rettensteuer um 500000 Mark geschaffen werben.

Ter NeichStagSabgeornete Hitze, ber be­kannte Sozialpolitiker bes Zentrums, ist an Lungenentzün­dung schwer erkrankt. _____________

Dlriblariv.

Deutschlands Einfluß in der türkischen Heeresverwaltung. Sicherem Vernehmen nach hat ber Sultan ber Türkei ein Irade erlassen, woburch Generalleut­nant Liman v. Sanders zum Chef ber Militärkommis- hon, zum Mitg liebe bes obersten KriegSrateS unb zum frommanbanten bes ersten Korps mit bem Range eines TivisionsgeneralS ernannt würbe.

Die albanische Thron frage. TieKölnische Leitung "mclbct aus Berlin: Tie Zustimmungserkiärungen , ber Großmächte zur Anwartschaft des Prinzen Wilhelm von Dieb auf ben albanischen Thron sinh nunmehr voll- ftänbig in Berlin abgegeben worben unb werben zur Kennt- nis beS Prinzen gebracht werben.