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Zweiter Blatt
(63. Jahrgang
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Erscheint läolich mit Ausnahme des Sonntags.
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Bandc zwischen unfern Ländern geweiht hat, in so itriirbigcr Weise gerecht werden, sind mir ein wertvoller Trost bei dem schmerzlichen Verlust, den ich durch den Tod dieses hervorragenden Mitarbeiters erlitten habe.
weiteren Verlauf des Feldzuges verblieb er dann bei^dem kommandierenden General, dem Grvßherzog Friedrich Franz von Meclleirburg-Schwerm, ju dessen Armee-Abteilung er im November 1870 übertrat. In dieser Stellung tai sich Hauptmann v. Schliessen in verschiedenen Schlachten und Gefechten derart hervor, das, er außer der Reihe zum Major befördert und mit Hem C.fernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde. Rach dem Kriege wurde er den Generalstäben des neu errichteten XV. Armeekorps in.Straßburg und des Gardekorps zugeteilt, trat 187(1 als Oberft- lcutnant und Kommandeur des 1. Garde-Ulanen-Regiments in
rung in Italien, Finnland, Spanien nnd Serbien, das ebenfalls eine freiwillige Hinterbliebenenversicherung har. Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande, Schweiz und Rußland haben zurzeit noch keine allgemeine Invaliden-, Alters- oder Hinterbliebenenversiche- rung, hier sind aber vielfach Reformbestrebungen aus Einführung der Zwangsversicherung im Gange. Eine besondere Angestelljenversicherung haben außer Deutschlaird noch Oesterreich und Serbien aufzuweisen.
Heer mtO Jlette.
Generalfeldmarschall von Schlieffen f
Der frühere Chef des Generalstabes der Armee, Alfred Graf v. Schliessen ist am Samstag nachmittag gestorben. Er wurde am 28. Februar 1833 auf dem väterlichen Gute Großkrausche bei Bnnzlau in Schlesien geboren. Nachdem er aus dem Joachims- tlwlschen Gymnasium zu Berlin seine weitere Schuld..düng erhalten hatte, bezog er nach abgelegtem Alnturium auf kurze Zeit die Universität Berlin und trat am 1. April 1853, seiner durch den Landaufenthalt entwickelten Neigung entsprechend, als Fahnenjunker beim 2. Garde-Ulanen-Negiment ein, wo er im Dezember 1854 zum Leutnant befördert wurde. Nach einer fünfjährigen Tätigkeit im praktischen Frontdienst besuchte er die Kriegsakademie und wurde 1861 als Adjutant zur Garde-Kavallerie-Brigade liommandiert. In dieser Stellung rückte er 1862^znm Oberleutnant auf, und schon em Jahr später wurde er dem Topographischen Bureau des Großen Generalstabes zugeteilt, wo er bei Geländeaufnahmen und bei der Berichtigung der Generalstabsstarken erfolgreich tätig war. In dieser Stellung lenkte sich die Aufmerksamkeit nur diesen besonders begabten Offizier, der dann seine weitere militärische Laufbahn vornehmlich int General stab zurücklegte. Kurz vor Ausbruch des Krieges von 1866 wurde Schliessen im März auf zwei Jalwe nach Paris kommandiert, bald darauf aber wieder abberusen, um als Generalstabsoffizier dem Kavalleriekorps der I. Armee, das unter dem Prinzen Albrecht .(Vater) in Böhmen operierte, überwiesen zu werden. Hier machte er am 3. Juli in der S ch l a ch t v o n Kö n i g g r ä h die Verfolgung der geschlagenen Oesterreicher mit und wurde am' 12. Juli zum Rittmeister be-
Gegen das Petroleummonopol
hat die Handelskammer Kassel ein sehr interchsantes Gutachten abgegeben. Der Referent der Kammer war der Petroleum-Großhändler Fritz Trost von der Firma Trost h. Co. in Kassel, welcher darlegte, daß ein Petroleum-Monopol nicht im allgemeinen Interesse liege. Nach dem Entwurf soll ein Liter Leuchtöl gewöhnlicher Beschaffenheit im Jahresdurchschnitt 20 Pfg. nicht übersteigen, d. h. ab Tank, an denjenigen Orten, wo keine Tankantage sich befindet, werde sich der Preis um die Mehrunkosten erhöhen, etz werde also der Durchschnittspreis in diesem Fall sich auf 2IV2 Pfg- Pro Liter stellen. Dieser Preis würde die obere Preisgrenze bilden und stelle damit einen Preis dar, wie er in Deutschland in den letzten 10 Jahren noch niemals gefordert ober bezahlt worden sei.
Die von der Standard Oil Company in den letzten zehn Jahren geforderten Höchstpreise bewegen sich zwischen 16 und 19 Pfg. Der Durchschnittspreis belief sich auf etwa 171/3 Pfg. (hierbei hat der Referent die sogenannten Kampf- preise außer Berücksichtigung gelassen). Vergleicht man diesen Durchschnittspreis von 171/3 Pfg. pro Liter Leuchtöl
liden - und Alters-Zwangsversich er ungen bestehen außer in Deutschland in Oesterreich, Ungarn, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Luxemburg, Griechenland und Rumänien. Daneben haben Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Frankreich und Griechenland auch eine Hinterbliebenenversicherung. Die freiwillige Versicherung ist in den meisten Staaten neben der Zwangsversicherung für bestimmte, nicht versicherungspflichtige Berufsklassen eingeführt. Eine ausschließlich freiwillige Krankenversicherung besteht in Belgien^ Schweden, Dänemark, Finnland, Spanien, in den Nieder-
Lin T-Iegrammwechsel zwischen fern italienischen Min fter der Aurwä tigen und dem Reichskanzler.
Aus Anlaß der Beisetzungsfeierlichkeiten für den Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter hat der italienische Minister des Aeußern MarquisdiSanGiulia.no an den Reichskanzler Dr. v. Bethmann-Hollweg folgendes Telegramm gesandt:
Meine Gedanken wenden sich in tiefer Bewegung der Trauer- seierlichkeit zu, die in diesem Augenblick sich vollzieht. Ich habe die Nachricht vom Tode des Herrn v. Kiderlen-Wächter mit der schmerzltchsten Bewegung empfangen und ich werde den persönlichen Beziehungen zu ihm, der hohen Intelligenz und dem freundschaftlichen und loyalen Geist, den er in die zwischen uns erörterten wichtigen Fragen hineintrug, eine unauslöschliche Erinnerung bewahren. Das Andenken an diesen hervorragenden Staatsmann wird seinen Tod lange überdauern. Tas Beileid, das ich Euer Exzellenz heute wiederholt zum Ausdruck bringe, drückt mein und der italienischen Regierung tiefstes und aufrichtigstes Empfinden ans.
Reichstanzler v. Bethmann-Hollweg antwortete:
Von ganzem Herzen danke ich Euer Exzellenz für die Beileidskundgebung, die Sie mir im Augenblick der Beisetzung des Staatssekretärs v. Kiderlen-Wächter zu übermitteln die Güte hatten. Ihre tief empfundenen Worte, die den Verdiensten des Verewigten, der stets seine Kraft der Befestigung der herzlichen
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktionell 12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
politische Tagesschau.
Eine Vorlage über Erinnerungßmiinzen für 1913 dürfte dem Bund es rat bald zugehen. Die Voss. Ztg. fährt darüber:
Es handelt sich einmal um die Erinnerungsmüpze hundertjährigen. Feier der Erhebung Preug <
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Montag, 6. Januar 1913
Potaiionsdruck und Verlag der Brübl'fchen Universitäts - Buch- und Sieindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Die „Sietzener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Dft „Landwirtschaftlichen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Zola im eigenen £idit
Einen außerordentlich interessanten Eiirblick in die Ziele und Grundsätze, die Zola sich bei Beginn seiner schriftstellerischen Tätig leit selbst setzt, gewähren eine Reihe von Notizen um) Aufzeichnungen, die bisher unbekannt geblieben waren und jetzt von W. Berteval veröffentlicht werden. Sie finden sich in einem der ersten Manuskripte Zolas, und wie genau und zäh er sie in feinem späteren Schassen befolgt und verwirklicht, ist ein lehrreicher Beitrag für das Wesen und die harte unerbittliche Willenskraft Zolas. Er vermerkt zunächst als Fingerzeige: „Ans den Stil achten. Mehr Beiwörter . . . Immer Wärme und Leidenschaft. Dann aber wendet er sich sozialen und wissenschaftlichen Ideen zu und schreibt: „Meine große Sache und Aufgabe ist, vollkommen Naturalist zu sein, ausschließlich Physiologe. Statt Prinzipien zu haben (das Königtum, der Katholizismus) werde ich Gesetze haben (die Vererbung), vor allem aber eine philosophische Tendenz aufnehmen, nicht um sie auszubreiten, sondern um meinen Büchern eine Folge zu geben. Am besten wäre vielleicht der Materialismus, will sagen der 'Glaube an Kräfte, über die ich nie nötig haben werde, mich zu erklären."
Ein anderer Zettel trägt unter der Ueberschrift „Unterschiede zwischen Balzac und mir" die Notiz: „Ich will nicht wie Balzac eine Entscheidung über die menschlichen Angelegenheiten treffen, will nicht Philosoph sein, nicht Politiker und nicht Moralist. Ich werde mich damit bescheiden Gelehrter zu sein und mich damit begnügen, das zu schildern, was ich sehe und auf der Suche nach der inneren Ursache finde. Im übrigen keine Schlußfolgerungen." Dann aber entwirft er ein Programm seiner Arbeitstechnik, die so genau befolgt worden ist, daß das Programm zugleich als eine Charakterisierung seines ganzen Schäftens gelten kann. Er nimmt sich vor: „Den Roman in großen logisch konstruierten Kapiteln schreiben: d. h., daß selbst !die Folge der Kapitel eine Idee von den Phasen deS Buches gibt. Jedes Kapitel, jede Masse soll wie eine besondere Kraft wirken, die der Lösung zustrebt. Einen Stoff in wenigen großen Bildern sehen, in einigen großen Kapiteln (12 oder 14); anstatt die einzelnen Szenen zu sehr zu multiplizieren eine beschränkte Anzahl auswählen und gründlich wie auch mit Ausdehnung beobachten. Anstelle der fortlaufenden Analyse Balzacz 12 oder 15 liwclstige Maßen aufstellen, in denen dann die Analyse Schntt um Schritt vorgenommen werden kann, aber stets von oben. Heute gelingt allen Leuten die Analyse der Einzelheiten; dagegen muß .man wirken durch die kraftvolle Konstruktion der Maßen, der Kapitel; durch die Logik, durch die Stoßkraft dieser Kapitel,
mit dem von der Regierung in Aussicht genommenen Preis von etwa 21 Pfg., so würde dies bei einem augenblicklichen Jahresverbrauch von 900 Millionen Liter in Deutschland für den Konsum und. für die Verbraucher eine Mehrausgabe für Leucht öl von etwa 32 Millionen Mart bedeuten.
Dieses ziffernmäßige Beispiel zeige, so führte der Gutachter aus, daß die Verbraucher von der beabsichtigten Betriebsgesellschaft keine Vorteile, sondern Nachteile durch Verteuerung des Produkts haben würden.
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Die Sozialversi.h''rung in Europa
umfaßt im ganzen 19 europäische Staaten. Dem Reichs- arbeitsblatt ist eine Ueberficht über den Umfang der gegenwärtigen Sozialversicherung in Europa beigefügt.
Dabei zeigt sich, daß die deutsche Sozialgesetzgebung für das Ausland vielfach vorbildlich geworben ist. Nach der neuesten Uebersicht gibt es zurzeit Zwangs-Krankenversicherungen außer' in Deutschland in Oesterreich, Ungarn, Italien, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Luxemburg, Serbien, Rumänien und Rußland. Eine Zwangs-Unfallversicherung haben außer Deutschland Oesterreich, Ungarn, Italien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Finnland, Niederlande, Luxemburg, Schweiz, Serbien, Griechenland, Rumänien und Rußland. Inva -
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— Kinder, d ic nicht zur, Schule gehen. Aus .London wird uns geschrieben: Ein vom Londoner Grasschaftsrat herausgegebener BericlN gibt Au;schluß über ein neues Amt, das die Stadtverwaltung eingerichtet bat. Sie Hal Beamte ernannt, die die Aufgabe haben, durch die Londoner Straßen zu spazieren und alle Kinder namhaft zu machen, die die Schule schwänzest. Gesetzlich sind alle Kinder mit nur wenigen Ausnahmen verpflichtet, bis zum 14. Lebensjahre die-Schule zu besuchen. Im vergangenen Jahre sanden nun diese Beamte in den Straßen während der Schulzeit 7681 Kinder. 5327 davon spielten oder bummelten herum und wurden zur Schule gebracht. 74 verkauften Streichhölzer. Nahezu 2000 hatten Gänge zu erledigen, und diese wurden zu größerer Eile angehalten, damit sie nicht zu spät in die Schule kämen, lieber hundert fegten Straßen, sammelten Holz und Lumpen und 85 bettelten |unb wanderten, da sic ,-obdachlos" waren. Von den 7681 kleinen Wanderern waren 6426 in die Schulregister eingetragen, von den übrigen wurde die eine Hälfte zur Schule geschickt. Mehr als 200 gaben den Beamten falsche Adressen und wandern wahrscheinlich auch heute noch in den Straßen. Ungefähr 100 wurden wegen Bettelei und Obdachlosigkeit in Haft genommen. Knaben und Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren werden zum Straßenhandel zn- gelasscn. Im ganzen gibt es jetzt 15 441 Knaben und 1049 Mädchen, die die Erlaubnis erlfalten haben. Die meisten Knaben nnd zwar 8132, verkaufen Zeitungen, 37 Streickchölzer, 76 Hustenbonbons und 17 Porzellan, lieber 3000 tragen Milch aus, nahezu 300 handeln mit Spielsachen und der Rest mit Obst und Gemüse.
ki. Eine dauernde Luftspiegelung i n Deut s ch- l a n b. In unmittelbarer Nähe Hamburgs, am Elbestrande bei Blankenese, gibt es eine Luftspiegelung, die an sonnigen Sommer- lagcit während der späteren Nachmittagsstunden regelmäßig zu beobachten ist. Trotzdem ist sie nur selw wenigen bekannt. Einem Mitarbeiter des „Kosmos", Dr. Hillers, ist es mm jüngst gelungen, sie in wohlgelungenen Angcnrblickaufnahmen auf die photographisch Platte zu bannen. Es handelt sich um eine etwa 200 Meter lange Parkmaner, die fast genau von Osten nach Westen geht. Tritt man sehr nahe an die Maner heran und blickt unter einem kleinen Winkel auf sie in der Richtung nach Osten (wie die Ausnahmen gemacht fütb), so scheint die ganze Mauer von einen: 1 vollenden, zitternden, undurchsichtigen, glcin-
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheßen
gegen die französische Fremdherrschaft. Diese Münze soll an dem Tage in die O ess entlich kett gebracht werden, an dem der Aufruf „An Mein Volk" erging. Beabsichtigt ist, für diese Er innerungs münze Dreimarkstücke zu wählen, aus deren einer Seite eine Mbildung der Szene zu sehen ist, die die Begeisterung bei dein Bekamrtwerden des Ausrufes darstellt. Weiter soll eine Eriimerungsmünze zum 2 5. R e - gierungsjubiläum des Kaisers herausgegeben werden, die infolge eines besonderen Hinweises auf d ese Feier Abweichungen von der Prägung notwendig macht. Auch hierfür dürften Dreimarkstücke g wählt werden. Geplant ist ferner, vom Tage des 25. Regierungsjubiläums ab ein neues Kaiserbildnis auf allen M ünzen erscheinen zu lassen, die das Bild des Monarchen tragen. Der Kaiser hat bereits auf Grund der ihm vorgelegten Entwürfe eine Entsck>eidung über das neue Bildnis getroffen. Unabhängig von diesen Prägung-m und Veränderungen ist noch die Herstellung einer besonderen Medaille aus Anlaß des Regierungchubiläums geplant, über deren Ausgabe und Anordnung das preußische Staatsministerium zu beschließen hat. Es handelt sich um die Prägung einer am Bande zu tragenden Medaille für Staatsbeamte, Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften des Heeres und der Flotte, sowie für Personen, die zum preußischen: Königshause in besonderen Beziehungen stehen.
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Ernüchterung der Po'cn?
In den letzten Wochen sind in zahlreichen Orten des Ostens Einspruchsversammlungen gegen die Anw.ndung des Enteignungsgesetzes abgehalten worden. Dabei wurde der Boykott aller deutschen Geschäfte sowie der Haß gegen das Deutschtum in der rücksichtslosesten Weise gepredigt. In der Sitzung des polnischen Krei. wahlkomft.es zu Wftlöwo aber vertrat der Vorsitzende, Gutsbesitzer Cegielski aus Wodki, die Auffassung, daß die Einspruchsversammlungen den Polen nicht im ger'ingften n u tz e n , w 0 hlaber ihnen schaden könnten. Bei seiner Anwes cüheit in Posen sei er von Geschäft zu Geschäft gegangen; sämtliche polnischen Kau Putte hätten darüber geklagt, daß sie infolge der Beran st al. ung von Einspruchs Versammlung en ihre deutsche Kundschaft verloren, neue polnische nicht hinzubekommen hätten. Gegen die Stimme eines bäuerlichen Mitgliedes lehnte das Komitee die Veranstaltung von Einspruchsversammlungen ab.
Spiegelgrenzr zurück, bis sie bei 35 Zentimeter Augenabstand ganz verschwindet, und schreitet man an der Mauer hin vorwärts, *0 wandert die Grenze mit. Tie Spiegelbilder, die die Luftspiegelung hier hervorruft, sind doppelte Reflexbilder; das erste ist symmetrisch zum Objett, das zweite wieder symmetrisch zu diesem. Dr. Hillers hat aus einer Entfernung von 163 Metern eine Aufnahme gemacht, die dies außerordentlich deutlich zeigt. Tas Phänomen der drei Bilder, so äußert er sich selbst hierüber, von denen das mittlere immer umgekehrt wie die anderen liegt, wird bei Luftspiegelungen in der Natur äußerst selten beobachtet. Stets liegen die Bilder bann in nächster Nähe des Horizontes und sind klein Photographien solcher Bilder lagen bisher überhaupt noch nicht vor. Dr. Hillers gibt auch die Erklärung für das Zustandekommen dieser Bilder: die von dem Gegenstände ausgehenden Lichtstrahlen^erleiden eine Krümmung, wenn sie in wärmere Luft eintreten: Sie werden immer mehr abgelenkt, bis sie schließlich wieder aus der Schicht heraustreten und ins Auge gelangen. Ist eine Luftschicht, in der die Temperatur regelmaß'g zunimmt, dick genug, so kann ein zweiter Lichtsttalst, der von einem leuchtenden Punkte ausgeht und unter steilerem Winkel auf die Schicht fällt, tiefer in sie eindringen, bevor er vollständig umgebogen wird, so daß er die Schicht auch unter steilerem Winkel w.eder verläßt, als Iber erste. Aus diesem Gnmde sieht das Auge zwei Spiege- lungcn. T-er Wärmeunterschied zwischen Mäuer und Umgebung betrug etwa 4,5 Grad, intb die Schicht warmer Luft hatte eine Dicke von etwa 3,3 Zentimeter.
ff. Neues bau und über Stendhal. Im neuen Hefte der Pariser „Revue" veröffentlicht Arthur Chuquet einen interessanten Beittag zur Stendhal-Literatun Es sind zwei verschiedene Stücke, die er z-um ersten Male der Oeftentlichkeit bekannt gibt. Tas erste ist ein Geheimbericht der Pariser Polizei, den ihr Generaldirektor Beugnvt im Jahre 1814 über Stenbl>al eingefordert hatte. Wal)fscheinlich war er hierzu durch des Dicküers Bitte veranlaßt worden, ihm einen Empfehlungsbrief an Talley- rand aus zu stell en; bevor er diesen Wunsch erfüllte, wollte er wM erst genau wissen, wen er in Stendlial vor sich habe. Der Bericht izrigt, daß die Pariser Polizei in dieser Zeit ausgezeichnet untetridrtet war: denn alle Angaben, die sie über Beyle-S lend Hal macht, sind zutreffend. Er mar wirklich ein „dicker Herr", ging selten in Gesellschaften, umsvmelft ins Theater, arbeitete stundenlang zu Hause an seinen schriftftellerisch'n Werken und war ein großer Bücherliebhaber. Alles dies wüsche die Polizei; sie wußte
die einander folgen müssen wie übereinander liegende Blöcke, I zenden Spiegel bedeckt zu fein. In düse u spiegeln sich Personen, von denen der eine sich in den anderen ein beißt; durch den Atem, die genügend weit vom Beobachter ent, ernt ft uh, in voller Größe, der Leidenschaft, der alles belebt und von einem Ende des Werkes | Geht man mit dem Auge von der Mauer fort, so weiclch die bis zum anderen durchgeht."
fördert.
Nach dem Feldzug als Hauptmann in den Generalstab versetzt, ging Schliessen zunächst wieder nach Paris zurück und wurde nach Beendigung dieses Kommandos dem Generalkommando des X. Armeekorps in Hannover zugeteilt. Auch den Krieg von 1870/71 landen und' der Schweiz: eine' ausschließlich frei- machte er als Generalstabsoffizier ckit und war zunächst beim willige Unfallversicherung in Belgien, Großbri- Generalkommando überbie mobilen ^vvendes General-Gouver- fannicn Schweden nnd Spanien■ eine ausschließlich uements tm Bereich des I.,IL, IX. und X. Armysskvrps tätig, wel- "i iVeTu'n b « He die Sicherung der deutschen Küsten übc.cagen, roar. Im
den Frontdienst zurück, wurde 1881 Oberst und nahm im folgenden Jahre an den großen französischen Herbstmanövern teil. Tas Jahr 1884 brachte ihn dann als Abteilungschef tcicber zum Großen Generalstab zurück, wo er 1886 zum Generalmajor und 1888 zum Generalleutnant aufrückte. In der Moltkeschon Schule herangebildet, erhielt er am 22. März 1889 die wichtige iStellung eines Oberquartiermeisters im Großen General stab, welche ihm die Bearbeitung her Kriegspläne auf den verschiedenen Kriegstheatern zuwies.
Am 7. Februar 1891 wurde er dann als Nachfolger des Grafen Waldersee zum Chef des General st abes der Armee ernannt und am 27. Januar 1893 zum General der Kavallerie bc fördert, woran sich später die Ernennung zum Generaladiutanten und die Stellung ä la suite des 1. Gardeftllancn R g mcuts anschloß. Daß er neben vielen anderen Orden auch mit dem höchsten preußischen Orden, dem Schwarzen Adler-Orden, ausgezeichnet wurde, sei nebenbei bemerkt. Um die Organisation der Verkehrs- truppen erwarb er sich dadurch ein Verdienst, daß er ihre Trennung vom Generalstabe, der eigentlich keine Truppe unterstellt haben soll, durchsetzte und mit ihrer Erweiterung zu Eisenbahn-, Telegraphen- und Luftschiffertruppen eine in sich abgeschlossene, selbständige technische Truppenorganisation schuf.
Graf Schlieffen trat am 1. Januar 1906 in das Privatleben zurück, nachdem er 15 Jahre lang an der wichtigsten Stelle des Heeres gestanden hatte. Seinem Abschied waren, wie erinnerlich, bereits in der Oeffentlichkeit lange Erörterungen über feine Nachfolgerschaft vorhergegangen. Die Berufung des Generalleutnants Grasen Hellmuth v. M o 11 f c, der ein Jahr vorher dem Generalstab überwiesen und zur Disposition des Chefs gestellt worden
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