Kreis Schotten.
n. Ra inrod, 3. Aug. Nach mehr denn 20jähriger segensreicher Wirksamkeit an der hiesigen Gemeindeschule verließ der Lehrer Konrad Spieß jetzt unseren Ort, um einen an der Schule zu Mörfelden ihm übertragenen Posten anzutreten. Hier sieht man den tüchtigen und gewissenhaften Lehrer nur sehr ungern scheiden, zumal er hier auch sich auf gemeinnützigem Gebiete sehr verdient gemacht hat. So war er Gründer und Rechner der hiesigen Sparkasse, und auch der Männergesangverein, dem er als Dirigent vorstand, verdankt ihm seine Entstehung. Auch war der Scheidende 2. Vorsitzender des Vereins „Lehrerheim Vogelsberg". Der Bezirks- Lehrerverein Schotten veranstaltete auf dem Lehrerheim eine Abschiedsfeier, wobei Lehrer Linck, Rudingshain, warme Worte des Dankes und des Abschiedes widmete, während der Vorsitzende des Scholtener V. H. C., Apotheker Scriba, bei einer Sitzung in Rainrod des Scheidenden ehrend gedachte.
Kreis Friedberg.
A Butzbach, 4. Aug. Das Votksstück „Der Hütten- berg er- von Hauptlehrer Storch erlebte zu Frankfurt im Saalbau eine glänzende Aufführung. Es waren 1700 Karten gelöst worden. Wiederholt wurde der Verfasser hervorgerufen, und die Zuhörer gaben sich nicht eher zufrieden, als bis der Verfasser auf die Bühne trat und einige Worte sprach.
Mainz, 4. Aug. Wie der auf Station Uhlerborn wohnhafte Weichensteller Schlapp mitteilt, ist sein 19jähriger, seither als Streckenarbeiter bei der Eisenbahn bediensteter Sohn vor etwa drei Wochen von einem Ausflug nach Mainz nicht mehr zurückgekehrt. In Mainz hat der junge Mann einen gleichalterigen Kollegen aus Egelsbach getroffen. Beide seien seit dieser Zeit spurlos verschwunden. Auf einer einem Heidesheimer Mädchen auS Frankreich zugesandten Postkarte teilte der junge Schlapp mit, er und sein Freund seien auf fünf Jahre für die französische Fremdenlegion an geworben worden. Da die jungen Leute nur den Plan hatten, Mainz einen Besuch abzustatten, wird vermutet, daß sie in Mainz Werbern der französischen Fremdenlegion in die Hände gefallen sind. Der Vater hat die Postkarte der Staatsanwaltschaft Mainz übermittelt.
Hessen-Nassau.
sj Marburg, 3. Aug. Etwa P/2 Stunden westlich unserer Stadt bei dem Dorfe Elnhausen befindet sich auf einem kahlen, vulkanisches Gebilde zeigenden Bergrücken, dem sog. Steckelßberg, ein alter verlassener Bergwerksschacht. Wie die Dorfbewohner erzählen, hat man an dieser Stelle vor etwa 50 Jahren nach Silber und Kupfererzen gegraben, in- solge Unrentabilität den Betrieb jedoch wieder eingestellt. Nciier- dings sind nun, angeblich im Auftrage einer ausländischen Gesellschaft, der die Mutung gehört, einige Bergleute aus dem südlichen Teile des Kreises Biedenkopf damit beschäftigt, den Schacht aufzuräumen. Eine derartige Industrie würde im Interesse der vielen Arbeiter, die in Elnhausen und den umliegenden Ortschaften wohnen, zu begrüßen fein.
X Hanau, 4. Aug. Geheimer Kommerzienrat Dr. Leo Gans, Mitinhaber der Firma Leop. Cassella u. Co., chemische Fabrik in Mainkur (Landkreis Hanau), hat aus Anlaß seines heutigen 70. Geburtstages eine Stiftung in Höhe von 50 000 Mark errichtet, aus der invalide Arbeiter zu der Rente aus der Cassellaschen Arbeiter-Pen- stons- und Unterstichungskasse einen Zuschuß erhalten sollen.
h. Köppern, 4. Aug Die Stadt Franks,'--! läßt gegenwärtig tm Kopperner Tälchen eine neue Heil- und Pslegeanstalt für geistig Erholungsbedürftige und Kranke erbauen. Auf dem weiten Gelände wird eine Reihe landhausartig gebauter Käufer errichtet, die, schlicht und doch sehr praktisch, fich recht glücklich m das Landschaftsbild einfügen. Mit den neuen ^Anstalten werden auch verschiedene Laboratorien und Einrich-
'des persönlichen Vorkaufsrechts geschehe, fei von minderer Bedeutung gewesen. JKer Vertrag würde, wenn man fich der Unwirksamkeit der festen PreisvereinÄarung bewußt gewesen wäre, auch ohne diese Bestimmung unter Einräumung eines persönlichen Vorkaufsrechts nach §§ 504 ff. BGB. abgeschlossen worden fein. Die Ausführungen sind insoweit bedenkenfrei. Tie gegen sie gerichteten Angriffe der Revision sind unbegründet, und jedenfalls ist £*r getroffenen Entscheidung im Ergebnis ohne weiteres be i zu pflich t e n. 'Tie Verhandlung vom 22. September 1906 läßt darüber keinen Zweifel, daß die klagenden Kinder für den Fall, daß die Besitzung an einen Tritten veräußert werden würde, -um Preise von 104 000 Mark vorkaussberechtigt sein sollten.
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**Bahn-Perfonal-N achrichten.Versetztwurden: Bahnmeister Thißen von Burg Neu-Gemünden nach Fulda, H ölzerkopf (früher in Gießen) von Eiterfeld nach Burghaun, Möller von Fulda nach Lauterbach, Nangierführer Hepp und Hahn von Gießen nach Friedberg, Stationsschaffner Dörr von Hanau nach Friedberg. Pensioniert wurden: Eisenbahnbetriebssekretär Kucha r§fi zu Gießen, Lademeister Sänger zu Lauterbach. Die Prüfung bestanden: Die Lokomotivheizer Heckroth, Strecker und Hudel in Gießen sowie 51 euI in Wetzlar zum Lokomotivführer. Belohnungen erhielten: Lokomotivführer Schaschke in Tann für Abwendung einer Betriebsgefahr, Lokomotivführer Brückner in Bad-Homburg, weil er das Ueberfahren einer Frau verhütet hat.
Sonntagszüge. Um den Sonntags-Aus- i lüg lern entgegenzukommen fährt Sonntags ein Personenzug 4705 a, der um 10.21 Uhr vorm. von Ufingen über Grävenwiesbach in Wetzlar eintrifft, und um 12.35 Uhr nachm. weiter, Dutenhofen 12.45 Uhr bis 12.46 Uh^, Gießen an 12.54 Uhr nachm. Der Gegenzug 4706 a beginnt in Gießen um 1.14 Uhr nachm., Dutenhofen'1.22 Uhr bis 1.23 Uhr, Wetzlar 1.33 Uhr bis 1.35 Uhr, Ankunft in Grävenwiesbach um 2.58 Uhr nachm.
**StärkereBeanspruchungdersogen. Kanonenbahn. Vom gestrigen Montag ab wird die Strecke L o l l a r- Wetzlar für die Durchführung der Güterzüge 6471, 6477, 6491, 6725, 6729 in der Richtung Wetzlar-Lollar und deS Güterzuges 6498 in der Richtung Lollar-Wetzlar beansprucht. Diese Maßnahme dient als notwendige Entlastung des Güter- bahnhofs Gießen, den vorbezeichnete Züge vom obigen Tage ab nicht mehr berühren.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 5. August 1913.
BorkaufSrecht.
Ein Überaus praktisches Rechtsgebilde von weitgchender witt- fchaftlicher Bedeutung ist das sogenannte Vorkaufsrecht. Es .war bereits dem römischen Recht bekannt, namentlich in der ^Gestalt des jus prottmisivs. Tas Vorkaufsrecht begründet für den Vostkaüfsberechtigten das Recht, denselben Gegenstand, den der Eigentümer an einen Tritten verkauft, unter den gleichen Bedingungen unbeanstandet der Rechte des Tritten zu erwerben rStr unterscheiden jetzt ein allgemeines persö nli ches Vorkaufsrecht und ein dingliches Vorkaufsrecht an Grundstücken Das persönliche Vorkaufsrecht wirkt nur zwischen dem Vorkaufsberechtigten und dem Verpflichteten und dessen Erben, das dingliche dagegen, das in das Grundbuch eingetragen sein muß, bat «mich Tritten gegenüber Wirkung: es dient besonders dem Bestreben, ein gewisses Gut einer bestimmten Familie zu er- chalten. 'In Bezug lauf das dingliche Vorkaufsrecht hat das Reichsgericht durch Plenarbeschluß (Entscheidungen des RG. Band 72 >S. 388) bereits festgestellt, daß es eine feste Preisbestimmung l<nr dj t .Kula ss e. Nach der jetzt vorliegenden Entscheidung ist jedoch ein derartiges, auf ein Grundstück eingetragenes Vorkaufsrecht wegen seiner Preisbestimmung noch nicht hinfällig, vielmehr kann es, nxnn die Auslegung angängig ist, als obligatorisches Tein persönliches Vorkaufsrecht Wirkung haben. Hierzu folgendes:
Die Mutter der minderjährigen Geschwister L. in Zülz war Eigentümerin einer Besitzung. Vor ihrer Wiederverheiratung mit Lem Ackerbürger S. in L euber (Oberschlesien) traf sie mit dem Vormunde der jetzt klagenden Geschwister am 22. September 1906 /ein Wommen, worin sie sich verpflichtete, auf dem gesamten Grundbesitz $u Gunsten der Geschwister L. „ein Vorkaufsrecht ■auf die Dauer von 30 Jahren nach Eintragung" mit dem Recht der Geschwister L., „die Grundstücke Mm Preise von 104 000 Mk -zu übernehmen", zur Eintragung zu bringen. Die Eintragung dieses Rechts erfolgte am 16. Oktober 1906. Tie Mutter der Klager verstarb mit Hinterlassung eines Testaments, das den Weklagten als Erben einsetzte. Dieser verkaufte im März 1911 dw Grundstücke zum Preise von 104 000 Matt an den Rentner K Tie Kläger berufen sich jetzt auf ihr Vorkaufsrecht und «erlangen Auflassung der Grundstticke an sie. Der Beklagte anacht geltend, daß hier ein dingliches Vorkaufsrecht gedacht «ewefen sei, daß dieses aber wegen der Preisbestimmung laut des AZlenarbeschlusses des Reichsgerichts nichtig fei.
Landgericht Neiße und Oberlandesgericht Breslau er- ikaunten M Gunsten der Kläger, das Oberlandesgericht untersagte außerdem dem Beklagten durch einstweilige Verfügung die Veräußerung oder weitere Belastung des Grundstücks. Tie Revision des Beklagten ist ohne Erfolg geblieben und vom Reichsgericht mit folgenden Entscheidungsgründen kuruckgewiesen worden: Der Beklagte ist der Ansicht, daß das Vorkaufsrecht nach dem Inhalte der Verhandlung vom 22. September 1906 nur als dingliches gewollt sei, als solches aber seinen rechtlichen Bestand habe, weil beim dinglichen Vorkaufsrecht das Gesetz eine feste Preisbestimmung nicht zulasse. Das ^Berufungsgericht erklärt letzteres in Uebereinstinnnung mit den -Gründen des Plenarbeschlusses in Entscheid Bd. 72 S. 388 für zutreffend, führt dann aber aus, daß man mit der Begründung ches Vorkaufsrechts in erster Linie den Zweck verfolgt habe, den Klägern ein wirksames Mittel gegen die Veräuße Tu n g des Familien Besitzes an einen Tritten zu ge- -nähren. Die Frage, ob dies durch die Form des dinglichen oder
Kstttische Tagesschau.
Kolonisation in Mecklenburg.
Man schreibt uns:
Ter Schaffung von mittlerem und kleinem Grundbesitz, dessen fitebeutung man in den preußischen Provinzen schon früher erkannt hat, wird seit einiger Zeit auch in Mecklenburg größeres Interesse entgegengebracht. Auf diesem Gebiete arbeitet in beiden Großherzogtüinern die Mecklenburgische Ansiedelungs-Gesellschaft bu Schwerin i. M. mit beachtenswertem Erfolg. 'Die von der Mecklenburgischen Ansiedelungs-Gesellschaft geschaffenen .Besitz- Stellen passen sich den in Mecklenburg üblichen Größenklassen an, für die man dort die Bc^eichnungen Häuslerei, Büdnerei, Erb- kpachtstellc und Hof hat. Tie Hänslereien, landwirtschaftliche Arbeiterstellen, sind durchweg */5 Morgen groß (etwa 92 nieckl. Ouadratrnten): sie bestehen aus der Hofstelle und etwas Gartenland. das zusammen mit einigem meist billig zu erwerbenden Nachtacker einen erheblichen Beittag zur Ernährung des Ansiedlers und seiner Familie liefert. Im übrigen ist er zur Gewinnung feines Lebensunterhaltes aus die Arbeit auf benachbarten Gätern oder in den Großherzoglichen Forsten, oft auch in nahe gelegenen Städten, angewiesen. Als Büdnerei bezeichnet man in Mecklenburg eine .Kleinbauernstelle, die je nach der Güte des Bodens ttwa 2400—9000 meckl. Quadratruten (20—80 Morgen) groß iist. Sie gewährt einer Familie den ganzen Lebensunterhalt aus bem landwirtschaftlichen Betriebe. Dabei braucht ein Büdner Äu der Regel feine fremden Arbeitskräfte heranzuziehen, sondern »er kann seine Wirtschaft mit seinen Angehörigen allein besorgen. Tie Erbpacht stellen (nach gewöhnlichem Sprachgebrauch Wauernstellen), die bei den Aufteilungen häufig als 'Reststellen Zur Auslegung kommen, wechseln in der Größe zwischen 80 und >400 Morgen. Ter Erbpächter ist zur Besorgung seiner Wirtschaft iüberwiegend auf fremde Arbeitskräfte angewiesen.
Die Höfe (entweder große Bauernhöfe oder Besitzungen mit Rittergutsgualität), die bei sehr umfangreichen Aufteilungen hin Und wieder belassen werden, gehören schon ganz zum ttgentlicheu Großgrundbesitz. Ta dieser Großgrundbesitz in Mecklenburg noch weite Landstrecken einnimmt, so bietet sich dort für die Besiede- lungstätigkeit ein reiches Arbeitsfeld.
Starkenburg und Rheinhessen.
m. O f f e n b a cf), 4. Aug. Die Ehefrau des Ortskranken- kaftenbeamten Friedrich Eckert aus der Mctthildensttaße 58, die sich am Samstag abend aus ihrer Wohnung entfernt hatte, um angeblich Besorgungen zu machen, wurde heute als Leiche aus dem Main geländet. Tie Frau war seit langer Zeit nervenleidend und hatte die Tat offenbar im einem Anfall geistiger Umnachtung verübt.
m. Aus dem Kreis Offenbach, 4. Aug. Bei der Gemeinderatswahl in Lämmerspiel wurden die 7 Kan- drdaten der fozialdemokratischen Liste gewählt. — In Hausen wurden ebenfalls 3 sozialdemokratische Gemeindevertreter gewählt. — Jn GöHenhain siegte die Liste der unparteiischen Landwirte und Arbeiterschaft — In 2) i e | e n b a wurden 2 Bürgerliche und 1 Sozialdemokrat gewählt, in Dreieichenhain 1 Bürgerlicher und vier Sozialdemokraten. — In Offenthal und Froschhauen wurden die bürgerlichen Kandidaten gewählt. — In Klein-Auheim siegten die Sozialdemokraten, die 5 Vertreter in den Gemeinderat entsenden.
ch. Bingen, 4. Aug. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung kam das Projekt der Errichtung eines Invaliden- helms Jur Eisenbahnarbeiter von der Pensionskasse der Prenß. Hess. Eisenbahngemeinschaft zur Sprache. Die Stadt muß zu diesem Zwecke einen Platz vom lath. Vereinshaus er- werben. Der awi Eifelweg gelegene.Platz ist 170 Ruten groß und wurde 8500 Mark kosten. Ferner entständen der Stadt durch die Zuleitung des Kanals, der Gas- und Wasserleitung Kosten in Hohe von 6700 Mark. Um die Errichtung des Heimes sollen fich bisher 70 Gemeinden beworben haben. Das .Heim wird, zuerst zur Ausnahme von 70 Invaliden errichtet, soll in der nächsten •o^it aber bedeutend vergrößert werden.
h. Gonzenheim, 4. Aug. Durch die Abwässer der Hamburger Kläranlagen, die unseren Ott durchfließen, ijt für bieien eine Notlage geschaffen, die immer unerträglicher nnrö Und schwere gesundheitliche Gefahren mit sich bringt. (Stegen eine erneut geplante Vergrößerung hat Gonsenheim Einspruch erhoben, und, nachdem die Behörde die Bildung eines' Zweck- verbandes vorge schlag en hatte, im Wege des Zweckverbandes eine Entfernung ber Klärbecken aus dem Wohnungsbereiche beantragt. QUeten Erschlag hat Homburg mit dem stillen Hintergedanken der spateren Eingemeindung des außerobdentlich fteuerfräftigen Gonzen- herms abgelchnt. Güttiche Versuche zur Herbeiführung der Eingemeindung scheiterten an dem Widerstande unseres Ortes. Die Angelegenheit ist jetzt wieder in Fluß gekommen, als am Samstag eine Denchttgung der strittigen Kläranlagen durch einen Ministerialrat, den Regierungspräsidenten von Meister, mehrere Regierungsräte und die Vertreter von Homburg und Gonzenheim erfolgte. Heber das Ergebnis der Untersuchung ist nichts bekannt.
h. Buchschlaq, 3. Aug. Um die Zahlung von 12000 Mk. für gelieferte GaS- und Wassermesfer ist zwischen der Bürgerschaft und der Buchschlag-Gesellschaft ein (Streit entstanden, der bereits zu Protestversammlungen ber Bürger gegen die zu Unrecht zugemutete Zahlung führte. Die Dominialverwaltung zu Darmstadt wurde um gütliche Beilegung des Konfliktes ersucht. — Am 1. September tritt hier ein eigenes Standesamt in Tätigkeit.
Landkreis Gießen.
A Watzenborn, 4. Aug. Die Provinzialaus- stellun g des Oberhessischen Kauinchenzüchterverbwnds Hut der Kanincheirzuchtverein übernommen und auf den 11. und 12. Oktober festgelegt.
Kreis Büdingen.
= Sübingen, 4. Aug. In den 75 Gemeinden unseres Avises werden im Rechnungsjahr 1913 zusammen 652 020 Mark Gemeindesteuern erhoben. Der Ausschlagskoeffi- zcent auf 1 Mark staatliche Einkommensteuer beträgt in den größten Gemeinden Büdingen 146,7 Pfg., Nidda 121 7 Pfennig, Altenstadt 94,4 Pfg., Echzell 84,7 Pfg., Ortenberg 83,6 Pfg. Am günstigsten stehen sich die Bewohner der kleinen Gemeinden Himbach bei 18,3 Pfg., Bisses bei 29,6 Pfg. und Bad-Lalzhausen bet 32,3 Pfa. Ausschlag. Dagegen ist in anderen kleineren Orten die Gemeindesteuer sehr hoch; sie beträgt auf 1 Mk. Einkommensteuer in Bobenhausen I 186 9 Pfennig, Rinderbügen 198,3 Pfg., Michelnau 202,3 Pfg und rn Dudenrod gar 258,5 Pfg.
Nidda 4. Aug. Der Kreisfeuerwehrtag des Kreises Budin gen fand gestern unter Leitung des Kreis-amtmanns von Grancy und des Kreisfeuerwehrinspektors Betz berg er im Gambrinus statt. Herr Vetzberger berichtete über den Stand des Feuerlöschwesens im Kreise Büdingen und sprach dann über den Umbau einer Druckspritze in eine Saugspritze uiib deren Vorteile Ern anderer Vortrag erörterte Vorsichtsmaßregeln 6 Vreden infolge der elektrischen Anlagen. Die Kuer- wehr Nidda veranstaltete nach Schluß der Verhandlungen nne wohlgelungene Hebung mit Brandangriff.
Kreis Alsfeld.
s;» 'rc 4. Aug. Die hiesige Stadtverwaltung hat
bauung eines Armenhauses beschlossen. Das Vermächtnis Philipps des Großmütigen —, •’3lWcfe gcbtcnt, hat, soll feiner stiftungs- e ft I m m 11 n g , _ alte gebrechliche Leute lPfründ- nneber- rugeführt werden. Wie bei allen städ- U’T.terncbmungen ^doch, so stellen sich auch der Erbau-
streitsüchtigen Elementen ausgeht, anhören äu bürten imb wegs dürfte das Verhalten dieser Leute auf ^bie^nn^s tvrs fördernd einwirken Es wird dem Stabtvorstande^sckwe^ testet LL N-ichi bagegm unb vMeicht"iwt
Recht Dhrrteihert werden wirb. Die einzige Lofiinn >^r eL™“ wäre bie, wenn das Armenhaus möglichst^ber Sta^t gebaut würde^ Doch auch hier würL jeder ^ngrenUb?
beider seine Ernte aus Garten usw. gefährdet glauben und Ech- Wendung erheben.
** DerAusflug des Lahntalsängerbundes an den Rhein, der nächsten Sonntag stattfinoen sollte, ist wegen der Veranstaltungen der Bundesvereine verschoben worden. Beabsichtigt ist, den Ausflug aus Anlaß der Einweihung des Bismarckdenkmals 1915 auszuführen. Bei dem Ausflug soll die Aufführung eines Festspiels erfolgen.
en tlrche Bücherhalle. Im Juli wurden 1 b 4 Bande ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Lüeratur 1128, Zeitschriften 290, Jugendschriflen 224, Literaturgeschichte 26, Gedichte und Dramen 36, Länder- und Völker- künde 51, Kulturgeschichte 29, Geschichte undBiographien 119, Kunstgeschichte 13, Naturwissenschaft und Technologie 137, Heer- und Seewesen 11, Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheitslehre 35, Religion und Philosophie 30, Slaatswissenschaft 8, Sprachmissen- »7 m-9/ Fremdsprachliches 8 Bände. Nach auswärts kamen 34 Bande.
** M a n ö b e r b r i e f e. Aus Anlaß der b^evorsteheriden militärischen Herbstübungen machen wir auf die Wichtig- kert der Anwendung richtiger und deutlicher Aufschriften bei den Manöv er-Po stfen dun gen auf- merkfam Zür genauen Aufschrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname, unter Umständen Ordnungsnummer), Dienstgrad und Truppenteil (Regiment, Bataillon, und der ständige Garnisonort, eintretendenfalls mit Kompagitte, Eskadron, Abteilung, Batterie, Kolonne usw.) und der ständige Garnifonort, eintretendenfalls mit dem Zusatz „oder nachsenden". Die Angabe eines Marsch- quartiers als Besttmmungsort empfiehtt sich in der Regel nicht.
Pre Wetter die Anfertigung von Abschriften ober Auszügen streng verbieten. Die Angeklagten geben zu, von biefen Verfügungen Menntnis erhalten zu haben. Der Verhanblungsführer IvE nun mtter darauf hin, daß der Abgeordnete Liebknecht die Prozeßangelegenheit im Reichstag vorgetragen habe. Das Gettcht stehe auf dem Standpunkt, daß durch das Bekanntwerben biefer Vorkommnisse in der breiten Oeffentlichkeit ber Ruf der Heeresverwaltung in ganz erheblichem Maße geschädigt svorben sei. Liebknecht habe in seiner Rebe behauptet, baß hier ton „Panama" vorliege, bas schlimmer sei als bas andere Panama. Der Verhanblungsführer schließt feine Bemerkungen mit ben PBorten: Ich lege Wert barauf, festzustellen, baß ber Abg. Lieb- »vecht über ein Panama in ber Heeresverwaltung gesprochen hat.
Mehrere Sachverstänbige geben bann Auskunft über bie Auswahl bes mittleren Personals. Hauptmann Gronemann weist darauf hin, baß bei der Auswahl der Feuerwerker die Auswahl eines guten Personals durch die vorherige Beschäftigung bei den einzelnen Instituten besonbers erleichtert werbe. Verhanblungsführer: Daß vom Kriegsministerium - nur besonbers Mige Leute genommen werben, ist selbstverstänblich, unb bei Pfeiffer haben wir gesehen, daß er durchaus intelligent ist. Der Werhanblungsführer stellt fest, welche Kornwalzen, bie ber Abg. ^Liebknecht bem Kriegsministerium übermittelt hat, auf bie einzelnen Angeklagten zurückzuführen sinb. Die meisten werben bem ^Angcllagten Hinst zur Last gelegt.
। Auf Befragen bes Vettreters ber Anklage stellt ber Sachver- |M«feige Gronemann fest: Alles in ben Kornwalzen enthaltene Material komme lebiglich aus ber hiesigen Felbzeugmeifterei, nicht «ber aus Spanbau. Wäre es aus anberen Quellen beschafft Jtoorben, fo hätte es für bie übrigen Stellen kein Interesse gehabt. Die Beziehungen Branbts beschränken sich auf bie Felbzeugmeifterei.
hanbclt sich um seinen Verkehr mit ehemaligen Kameraben: feine Beziehungen zu Feuerwerkern in Spanbau hätten ihm nichts sgenützt, benn ber Betrieb ift zu sehr verschieben. Es hanbelt sich hott um fünf Institute, unb bie bortigen Angestellten, ehemalige Unteroffiziere, kommen für Branbt als ehemalige Kameraben nicht /in Bettacht. Dazu kommt, baß bas ganze Material sich auf bie lin Berlin sitzenbe Felbzeugmeifterei konzentriert.
(Fortsetzung im 1. Blatt.)


