165. Jahrgang
M. 103
Zweiter Blatt
Erscheint ISgttch mü Ausnahme des Sonntags.
der
; i. H.
3060
Athos.
Der Aaiser in Wiesbaden.
Kaiser traf heute
3
Polizeipräsidenten v. Schenck und dem Okarnisonältesten
1
morgen um 8 Uhr 14 Min. im Hofzuge mit Gefolge auf dem hiesigen .Hauptbahnhofe ein und wurde auf dem mit
und die niemals
10. den
Gunst erfahren, wie sie Paris auserlesenen Besuchern verweigere.
Streitigkeiten im Kloster auf dem Berge
dressieren als die
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Vertreter des Auswärtigen Amts, Gesandten v. Treutler. Zur Frühstückstafel waren geladen: Regierungspräsident v. Meister, Polizeipräsident v. Schenck und -Oberst Freiherr v. Buttlar-Brandenfels. Nachmittags machte der ftaifer eine Ausfahrt im Automobil.
Wiesbaden, 4. Mai.
Wiesbaden, 4. Mai. Heute abend 6 Uhr traf der Großherzog vor: Oldenburg zu einem kurzen Besuch beim Kaiser ein. Heute begannen im königlichen Theater die diesjährigen Vorstellungen unter musikalischer Leitung von Professor Sch l a r. Als Eröffnungsvorstellung wurde „Oberon" gegeben. Den Hüon fang Herr Erb,
Der Wahlprüfungsausschuß des Reichstags hat seinen dritten Bericht erstattet über die Prüfung der Wahl- Proteste bei der Wahl des Abg. Kölsch lNtl.» in Kchl-Ober- tirch-Offcnburg. Bekanntlich hatte das Plenum die Wahl nochmals vom Ausschuß prüfen lassen, der Ausschuß hat seinen Antrag aus Ungiltigkcitserklärung von neuem gestellt. Rach eingehender nochmaliger Prüfung hat der Ausschuß bet Berücksichtigung aller zu Gunsten des Abg. Kölsch sprechenden Momente dem Abg. Kölsch 12 434, dem Gegenkandidaten Schüler 12 708 Stimmen zucrkannt.
Aenderung zweier Reich stagswahlkrcrse.
Der Entwurf betreffend die Aenderung der Rcichstagswahl- freife Großh erzog tum Sachsen 3 und Herzogtum Sachsen- Meiningen 2 ist dem Reichstage zugegangen. Bekanntlich hat das Großherzogtum Sachsen die ihm zustehenden Anteile von Kranichfeld, Stedten und Köstitz an Sachsen-Meiningen, Sachsen- Meiningen die ihm zustehenden Anteile von Hohenfelden, Lichtenhain und Mosen an das Großherzogtum Sachsen abgetreten. Dieser Gebietsaustansch macht eine Aenderung der Reichstagskreise erforderlich, indem die neuerworbencn Gebiete den Reichstagskrcisen
Oberst v. Buttlar-Brandenfels, dem Kommandeur des Füsilier-Regiments v. Gersdorff Nr. 80, empfangen. Nach kurzer Begrüßung fuhr der Kaiser im Automobil nach dem Schlosse, in den Einzugsstraßen von einer tr?tz der frühen Morgenstunde sehr zahlreichen Menschenmenge lebhaft begrüßt, besonders als der Kaiser kurz nach der Ankunft im Schloß auf dem Balkon erschien, um die Fahnenkompagnie des Füsilier-Regiments v. Gersdorff (.Kurhessisches Nr. 80) aurückeri zu sehen. Zahlreiche Fremde sind ans Anlaß der Kaisertage in Wiesbaden eingetroffen. Vor dem Schloß hatten sich die Pfadsinder auf gestellt. Um 10 Uhr nahm der Kaiser an dem Militärgotteshienst in der Marktkirche teil.
beiderseitigen Staaten zugeteilt werden.
Verlegung des Auwaltstages.
Der deutsche Anwaltsverein hat beschlossen, wegen der vom bis 12. September bei Breslau stattfindenden Kaisermanöocr Anwaltstag in Breslau bereits am 4. und 5. September
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schub straße 7. Expedition und Verlag: e^^öl. Redaktion:S^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
, Walltorstr. 45.
Mrehe unfc Schule.
Die Bischofswahl in Limburg a. d. Lahn wird am Dienstag, dem 13. Mai, vormittags, stattfinden.
AuslcrnS.
Ministerpräsident Barthou über die französische Geistlichkeit.
Der französische Ministerpräsident Barthou hielt bei der Gründung einer Gesellschaft für fremde Konferen- zen in Frankreich eine Rede. Er beglückwünschte die Gesellschaft für ihre Tätigkeit, die für die allgemeine Kultur und die Angehörigen der Völker von großem Nutzen sei, und wünschte ihr das Glück,,das sie verdiene. Frankreich sei eine Nation der Gastlichkeit, der Gastfreundschaft und der C o u r t o i s i e. Vereinzelte Abweichungen davon könnten in den Augen der Welt das glänzende Bild nicht entstellen. Barthou lud die Fremden ein, unter den Aspirationen der neuen Gesellschaft ihre Schriftsteller, Weisen, Philosophen, Künstler und Staatsmänner zur Behand-
No!its?che Lcrgcss^au.
Die Wehrvorlagen im Budgetausschuh.
Die „Nordd. Allgern. Ztg." schreibt: Die Budgeikom- mission ist nach dem Reichstagsschluß in eifriger Arbeit beisammengeblieben und hat die Wehrvorlage ein gutes Stück gefördert. Das .Hauptergebnis der Verhandlungen ist die Anerkennung des Prinzips, das die Vorlage zum Ausdruck bringt: dre Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht. Die Vertreter der bürgerlichen Parteien haben ohne Ausnahme diesen Grundsatz als maßgebend angenommen und ihn in einer Reihe von Abstimmungen betätigt. Die Genugtuung hierüber erhält aber einen Schatten durch die Streichung von drei Kavallerie -Regimentern. Wir können nicht annehmen, daß im weiteren Verlauf der Beratung dieser Abstrich aufrecht erhalten bleibt. Jedenfalls hat schon die bisherige Aufnahme der Wehrvorlage im Parlament und außerhalb desselben bewiesen, daß die große Mehrheit des deutschen Volkes und seiner Vertreter sich den schwerwiegenden Gründen nicht verschließt, die den verbündeten Regierungen die Durchführung der geforderten Rüstungsverstärkung zur unabweisbaren Pflicht macht gegenüber der Nation und ihrer Zukunft.
Deutsche Kolonien.
— Eine dem Reichstage zugegangene Novelle zum Schutzgeb ietsgefetz schlägt eine Neuerung im Vereins wes en der deutschen Schutzgebiete vor. Bisher konnte kolonialen Vereinen Rechtsfähigkeit nur durch Bundesratsbefchluß verliehen werden, namentlich solchen, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist. Dieser Modus hat
Die „Eichener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Krtisfclatt ftir den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich troetmaL
Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Dan? vor Gericht.
2$. Dortmund, 4. Mai.
In dem Prozeß wegen des Nied erbrach es ber Niederdeutschen Bank wurde die Beweisaufnahme zu Ende geführt. Der Angeklagte Dr. jur. N olden gab an, daß er im Jahre 1908 bei der Niederdeutschen Bank als Justitiar eingetreten sei. Justizrat Westhoff habe ihm zum Antritt der Stellung geraten mit den Worten, daß die Bank zwar ein kleines Institut sei, sich aber unter der Leitung des außerordentlich fähigen Direktors Ohm sich ebenso entwickeln werde wie die Diskontogesellschaft. Nachdem er zunächst nur Prozesse der Bank geführt hatte, wurde er
Die Nieder-Modauer GeuossenschastZkrise.
bs. Darmstadt, 3. Mai.
In dein Nieder-Modauer Bankprozeß bringt auch der heutige Tag keine neuen Gesichtspunkte. Ein Zeuge Johannes Traut-
abzuhalten. Auf der Tagesordnung stehen: „Reform der Rechtsanwaltsordnung" (Freizügigkeit, Ehrengerichtswesen), und „Die Ermittelung der Wahrheit im Zivilprozeß".
preußischer Herrenhaus.
Berlin, 3. Mai.
Zu Beginn der heutigen Sitzung teilte der Schriftführer mit, daß die Regierung den zurzeit dem Herrenhause zur Beratung vorliegenden, vom Abgeordnetenhanse stark abgeänderten Entwurf betr. die Abänderung des Gesetzes über die E i s e n b a h n u n lerne h m u n g e n von 1838 zurückgezogen hat. Hierauf wurde die Svezialberatung der O stm a r l e n z u l a g e fortgesetzt mit dem Resultate, daß trotz aller scharfen Kritik, die, u. a. vom Grafen Oppersdorf, an der preußischen Polenpolitik geübt worden war, der Gesetzentwurf mit großer Mehrheit angenommen wurde.
Alsdann mürbe nach dem Vortrag des Generals Jreiherrn v. B i s sing eine Uebersrcht über die "Ausbildung und Fortbildung von Jugendpflegern im Etatsjahr 1912 zur Kenntnis genommen.
Der Gesetzentwurf betr. Abänderung von Zusammen- l e g n n g s - unb G e m einh e i tsteilungsge setzen wird in der Fassung des Llbgeordnetenhiauses en bloe angenommen. Heber den Gesetzentwurf betr. Bereitstellung von Staatsmitteln zur Förderung der Landeskultur und der inneren Kolonisation waren die Meinungen recht geteilt, zumal Graf Rantzau konnte sich mit ihm nur sehr mäßig befreunden. Trotzdem wurde das (Gesetz mit großer Mehrheit angenommen, ebenso eine Entschließung des Fürsten zu Inn- und Kriiep-
Momag, 5. MÄ W
Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Universitäls - Buch- und Sleindrnckerei.
R. Lange, Gießen.
's Hederichs, Ackerfeldes mit Stickstoff, ?nvitriol überlegen.
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Ile der Landw. für Oberhessen
denen sich einzelne Menschen schwer vergingen. Ter Landesrat verurteilt jede Mißhandlung von Eingeborenen auf das schärfste und sieht in solchen Menschen eine große allgemeine Gefahr für für das Schutzgebiet. Er hält einen Hinweis aus die notwendige strenge Bestrafung, unter Umständen, namentlich im Wiederholungsfälle, auf Ausweisung für notwendig. Auch die Stellungnahme eines Teiles unserer Landespresse, die für milde Auffassung Stinimung _f,u machen suchte, war wohl nicht immer das richtige. Die Landespresse hat die Pflicht, daraus hinzuweisen, daß die Selbsthilfe zu Kollisionen mit dem Gesetz führen muß. Ein Warnen vor Mißhandlungen würde segensreicher wirken als eine Bestärkung in der falschen Ausfassung des väterlichen Züchtigungsrechtes Eingeborenen gegenüber. Der Landesrat schlagt vor, Arbeitgebern, die sich wiederholt schlechter Behandlung von Eingeborenen schuldig gemacht haben, nach Beurteilung des Bezirksrates keine neuen Arbeiter durch die Behörden znzu- sühren. Neben einem solchen rücksichtslosen Einschreiten gegen Weiße ist aber auch in ebenso energischer Weise gegen farbige Viehdiebe und Vagabunden vorzugehin. Zu weitgehende Milde gegen Farbige war in vielen Fällen der Anlaß zu den Vergehen Weißer.
Bayer hatte, wie die anderen AuisickUsralsmitglieder, bei der Unter- schri't nicht an eine Zahlung gedacht. Ebenso nicht der 'l’lourer- meifiev Georg Bayer. Der Schreibgehilse Philipp Adam bekundet, daß der Angeklagte Beck seine Geschästsslunden nie recht mne- geballen habe. Oit hätten die Veute warten müssen und dadltrch habe der ganze Geschäitsgang gelitten.
Im zweiten Teil der heutigen Sitzung werden die einzelnen Veruntreuungen des Beck besprochen. Zunächst gibt der Sachverständige Regierungsrat Bastian sein Urteil über die Geschäfts- iührung des Angekl. Beck ab. Durch die Bilanzen, 9lmfte(lungen, Abrechnungen usw. wäre kaum durchzufinden. Bier bis fünfmalige Durchstreichungen kommen häufig vor, so daß man schließlich nicht mehr wisse, was denn eigentlich zu gelten habe. Allerdings müsse er zugeben, daß Beck, als er das Erbe Adams angetreten habe, in furchtbare Zustände hineingekonrinen sei.
Auf die Frage des Vorsitzenden, ob es denn überhaupt für einen Menschen möglich war, hier Ordnung zu schaffen, erwidert der Sachverständige, daß er das nicht glaube. Hilfe hätte Beck unbedingt nölig gehabt. Der Sachverständige legt dann an Hand der einzelnen Posten dar, welcher Art die Nieder-Modauer Buchhaltung geivesen sei. Um einen Gewinn heranSzurechnen, habe man das
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j besonders durch mife iberbcimiidiungen, feine, iC5 LemdcMal. ver Äp empfehle ich erstW-«
hing zeitgemäßer Fragen in öffentlichen Konferenzen nach Frankreichs zu entsenden. Sie würden die Ermutigungen
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, , . , allmählich auch zu kaufmännischen Geschäften herangczogen und
wegen der großen Entfernung zu Schwierigkeiten geführt, wurde schließlich Direktor der Essener Maschiiieichau-Änstall. Erst Die dem Bundesrat Anstehenden Entscheidungen sollen des- durch sein Eingreifen seien die Verhältnisse dort besser gewor- halb in die Hand des Reichskanzlers gelegt werden, der bclL f . nr ,
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ssssga'afÄÄ gwsen uni) gersthchen Gesellschaften ist eine Entscherdimg Huchzermeier.
des Gouverneurs aus geschloffen, in diesen Fällen ist allein " der Reichskanzler zuständig.
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Es wird daraus in die Beweisaufnahme cingetreten und zunächst die erste Gründung der Niederdeutschen Bank, die Maschinen - Der Landesrat von D e u k s cb-S Ü d m o st bauanstalt in Mtew Essen, erörtert. Der Angeklagte Ohm er- rrfrifn nnhm in neheimer i>iki nrr Wnin klart, daß der Anlaß zu dieser Gründung der gewesen wäre, r a na. in ^Heimer Sitzung folgende Ent- dal; der Besitzer der Fabrik, ein Herr Storn in Essen, bei der schlt^ung an: Gelsenkirchener Filiale einen noch größeren Kredit erhalten hatte
Tie wt letzten Jahre wiederholt zur Aburteilung gekom- und nicht, mehr zahlen konnte. Man habe nun vor der Alter menen en U eher griffe -Bei fter■gegen Eingeborene native gestanden, Storn in Konkurs gehen zu lassen oder die sind geeignet, Fernstehenden ein falsches Bild über hiesige Zu- Fabrik zu übernehmen. Tie Verhanbtung wurde darauf auf stände zu geben. Es handelt sich nm' Ausnahmefälle, in Montag vertagt.
_ v Den Hüon fang Herr Erb, Mobitiarkonto, statt Abschreibungen vorzunehmen, einfach erhöht, die Rezia Frau Löffler-Burchard, den Scherarnin Herr Geiste- 1° i- V. von 600 Alk. auf 2100 Alk., ohne Neuanschaffungen. Auch Winckel, die Fatirne Fran Krämer. = ' die Kosten der Verwaltung seien buchmäßig von 3000 Mk. ans
Nach dem Gottesdienst konferierte der Kaiser mit dem OOo Nik. gestiegen.
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General-Anzeiger für Gberhessen
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Der Vorstand des preußischen Städtetages Iiiclt im .Herrenhause eine Sitzung ab. Besonders eingehend wur- Len die Fragen einer Reform des Kommunalabgabengesetzes, die städtischen Maßnahmen ans Anlaß der Angestelltenversicherung, lie rechtliche Eigenschaft der Fortbildungsschulen als Gemeinde- m.nftalten und ber, neue Wohmingsgesetzentlvurf besprochen. Wegen Udes Wohnungsgesetzentwurfes soll auf Ende September oder Anfang Oktober ein Städtetag einberufen merben, . und zwar auf Einladung des Oberbürgermeisters dieser Stadt nach BreSlau. Eine Denkschrift zuM W o h n u n g s g e s e tz ist bereits fertiggestellt. Eine andere Denkschrift des Vorstandes l-esaßt sich mit den bekannten Schwierigkeiten bei Anordnung feer "Fürsorgeerziehnng, die auf einer Meinungsverschiedenheit Zwischen Oberverwalttmgsgericht und Kammergericht beruhen.
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Deutschlands Wohlstandsentwicklung.
Die „Nordd. Mlgem. Ztg." schreibt über Deutschlands Wohlstand sentwicklung u. a.: Die Ein- und Ausfuhr Deutschlands, die anfangs der achtziger Jahre einen Wert von 6 Milliarden erreicht hatte, hat sich seitdem verdreifacht. Die Steinkohlen fördern ng der deutschen Bergwerke, die im Jahre 1887 60,3 Millionen Tonnen im Werte von 315 Millionen Mark betrug, hat sich seitdem verdreifacht, der Wert verfünffacht. Tie Roheisenerzeugung, die sich im Jahre 1887 auf 4,5 Millionen Tonnen bezifferte, int Wert von 217,4 Millionen, hat sich in derselben Zeit verdreifacht. Die Erzeugung der Eif e u- und St ah 1 pr o du kt e betrug im Jahre 1887 vier Millionen Tonnen im Wert von 432 Millionen, heute ist sie dreimal so groß, der Wert übersteigt den vierfachen Betrag. Der gewaltige Aufschwung unserer Industrie vermehrte die Arbeitsgelegenheiten ganz"wesentlich, die Löhne sttegen stark. Das Bild, welches die^Sozialdemolwatie von der Verelendung dos deutschen Arbeiters entwirft, gehört heute der Vergangenheit an; das zeigt die Entwicklung der Sparkasseneinlagen, die im Jahre 1881 2789,3 Adi Ilio neu und im Jahre 1911 17 900 Millionen betrugen. Tie in die Verwaltung deutscher Kreditbanken gegebenen Kapitalien betrugen im Jahre 1887 319,7 Millionen, im Jahre 1911 4042 Millionen. Tiefe starke Wohlstandsvermehrung war nur dadurch möglich, daß sich das deutsche Volk dank seiner schlagfertigen Armee ungestört der werk- lätigen Arbeit hin geb en konnte. Die stetige Erhaltung der Armee auf gleicher Höhe wie bisher ist deshalb ltm rrläßlich, roenn sich die wirtschafttichen Kräfte weiterhin so entfalten sollen. Die Opfer, die hierfür zu bringen sind, machen immer nur einen kleinen Tejl der Wohlstands- dermehrung aus, die unter dem Schutz feiner starken Armee durch friedliche Arbeit geschaffen worden ist.
*
Genossenschafts-Statistik.
Am 1. Januar 1913 bestanden im Deutschen Reiche 33 329 eingetragene Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen- schafteir und zwar 20 885 mit unbeschränkter Haftpflicht, 162 mit unbeschränkter Nachschußpflicht und 1.2 282 mit beschränkter Haftpflicht. 2035 Genossenschaften wurden im Fahre 1912 neu eingetragen, 468 Genossenschaften wurden aufgelöst. Die reine Zunahme im Jahre 1912 beläuft sich auf 1567 Genossenschaften; davon waren 699 (44,61 v. H.) mit unbeschränkter Haftpflicht und 868 (55,39 v. H.) mit beschränkter Haftpflicht. Noch in keinem Fahre seit dem , Erscheinen der amtlichen Genossenschaftsstatistik mar die ; ziffernmäßige Zunahme so groß wie im Jahre 1912; sie betrug 1903 1373 oder 6,62 v: H. des Anfangsbestandes, 1904 1431 (6,47 v. H.), 1905 1087 (4,61 v. H.), 1906 1067 (4,33 v. H.), 1907 1150 (4,47 v. H.), 1908 1278 (4,76 v. H.), j 1909 1296 (4,61 v. H.), 1910 1052 (3,57 v. H.), 1911 1274 j (4,18 v. H.) und 1912 1567 (4,93 v. HZ.
Auf die Bun des ftaa t e n verteilte sich die Zunahme im Jahre 1912 toic folgt: Sie betrug in Preußen 760, Bayern 395, Sachsen 78, Württemberg 63, Baden 97, Hessen 4, Braunschweig 4, in den übrigen Bundesstaaten 166. Am 1. Januar 1913 gab es danach in Preußen ' 18 361 (i. V. 17 602) Genossenschaften, in Bayern 5819 ' (5424), in Sachsen 1067 (989), in Württemberg 2083 (2020), in Baden 1490 (1393), in Hessen 982 (978) usw.
Nach der Art der Genossenschaften betrachtet, stehen an der Spitze die Kreditgenossenschaften mit 18 746 ii. V. 18 057), darunter sind 16 571 (15 919) Darlehens- iassenvereine, ganz überwiegend mit unbeschränkter Haftpflicht. Dann folgen landwirtschaftliche Produktivgenossenschaften mit 3934 (3878), unter denen die Meiereigenossen- scyafteir mit 3349 (3306) an der Spitze stehen, landwirtschaftliche Rohstoffg-enossenschaften mit 2201 (2116) und landwirtschaftliche Werkgenossenschaften mit 1686 (1323). Die Zahl der Konsumdereine beträgt 2346 (2321), die der Woh- nungs- und Baugenossenschaften 1282 (1173).
n ,, ^At auS S ^oniknJndemK loftej Hausen, die die sofortige Verteilung des iiiltivierteu Landes fordert.
2c c 1 ü c. • t 6 0 s lutb mfolgr «"eg rehmofen Zwch.es $ann ium Ei i enb-rhn-nl ei he°«se v. Dabei zwischen Klein- und Gr'oßrulsen Unruhen ausgebrochen. Mit- „^te Oberbüraei-meiswr Dr Wilm^ Ruten nn den giiarütn-ein
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