Ausgabe 
5.4.1913 Erstes Blatt
 
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Ganz aus Zufall hatte er

Dem Wechsel lag ein Brief bei mii den lako-

6 Proz. verzinst, nischen Worren:

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wahrsten Siime des Wortes, der aber mit seinen Wohltaten nicht aui den großen Markt geht, sondern im> Stallen und dann um so reichlicher gibt.

wandern und Reisen, Bäder und Sommetfrifcßcit

Stndentenherbergen in den Alpen. Zn diesen Stndenteiiberbergen, lauter guten und einpsehlenswerten Gast- Surfern, soll der Student auf feinen Wanderungen und Touren gute uni) verbilligte Urner tunst finden, wie sie feinen pekuniären Ver-

>en, vormittags ^itgliedcr-- sischcn Bc- ' ringend nmn 'n Mitgliedern ucht wird. Auch 'icu, sind als tzuheit geboten, ccbMgen näher nenn diese sich eten, angesichts Lkerbekasie bei iebenen immer > die ^eifnmgs- )1 wächst. Ans­taats, der Pro- aller unter der Hände stehenden m die Mitglied-

Amtlicher Wetterbericht.

Oöffentlicher Wetterdienst, Gieren.

Wetteraussichten in Hessen für Sonntag, den 6. April 1913; Wechselnd bewölkt, meist trocken, tagsWcu warm, nachts kühl, frische östliche Wmde.

' Hch. Mans Eememdeschutc u Wendclshnm Wann uber=

Letzte Naehrrehten.

Italien mobilisiert seine Flotte.

Rom, 5. April. (Priv.-Tel.) Tie Regierung bereiter

Kirn, 4. April. lPriv.--Tel.) In der Strafsache gegen den Zahntechniker Jakob Berchtoldt wegen des Verdachts, für die französische Fremdenlegion geworben zu haben, wurde, von der Staatsanwaltschaft Koblenz das Versa Ijc r n end- Zültig ei ngestellt .weil die Ermittelungen feinen Anhaltspunkt Tür die Ahm tzur Last gelegten strafbaren Handlungen ergeben l)abeu.

Die Lage der deutschen Buchhandels.

Leipzig, 4. April.

Rach altem Brauche beginnt auch in diesem Jahre am Sonn­tag Kantate die alljährliche Zusammenkunft der deutschen Buch- häudler.S er Tagung wird der Jahresbericht des Börsenvereins deutsckwr Buchhändler vorgelegt werden, der das vergangene Be­richtsjahr als ungünstig bezeichnet. Erfreulich sei, das; sich jetzt Holland mit seinen Kolonien der Berner Konvention augeschlossen habe. Auch der Zutritt Ungarns iverbc nicht mehr lange aus sich warten lassen. Dagegen zeige Rußland noch immer keine Ge­neigtheit, sich anznschließen. Eine weitere erfreuliche Tatsache [ei, das; man der Einführung deutscher Bücher und Lehrmittel in China ernste Aufmerksamkeit schenke. In der Frage habe bereits eine gemeinsame Besprechung zwischen den Verlegern und Vertretern der Regierung stattgefunden, die zu einstimmigen Be­schlüssen geführt habe. Zu beklagen sei die Preisschleuderei, wie sie namentlich durch die Warenhäuser betrieben merbc. Auch leide der Buchhandel durch die immer grösser werdende Heber» Produktion an Büchern. An Mitgliedern zählt der Börseirverein deutscher Buchhändler gegenwärtig 3561 gegen 3543 im Jahre 1912.

Ter König der Finanz war auch zugleich der Bchcwrschcr des modernen Kunsthandels. Seine Sammlungen, für die er mehr als 200 Millionen ausgegeben hat, umfassen das ganze weite Reich der Kunst und Bildung und haben ilm berühmter gemacht als feine geschäftlichen Taren. Tie so viel gefürchteteamerikanische Gefahr auf dem Kunstmarkt", ward hauptsächlich bitcrb ihn bar» gestellt. Tie Liebe zu schönen Dingen wurde iu seinem Alter sogar der beherrschende Mittelpunkt seiner Interessen, der selbst dm Anteil an der Börse zurückdrängte. Ganz aus Zufall hatte er vor einem ltzttben Jahrhundert diese so folgenschic-ere Sanrmeltätig- keit begonnen. _ Wie fein Biograph Hoven erzählt, kaufte er fein erstes Bild auf einer Ausstellung zu wohltätigen Zwecken, die er besuchte. Es war das Bildnis einer jungen, sein aussehenden. Dame, von einem Maler namens Baker geschaffen, das ihn 1500 Tollar kostete. Viele Jahre hing dies Bild über dem Kami,' in seinem Bibliothelzimmcr. Es war gleichsam, der Keim für all die Schätze, die jcai in einem eigenen Anbau des Nerv Parker Metropolitan-Museums ihre Aufstellung finben und dem Namen Pierpont Morgan noch die Unsterblichkeit sichern werden, menn feine Trusts, Banken, Eisenbahnen usw. längst in anderen Unter­nehmungen aufgegangen sind.

Bank angelegt hatte. Tas waren die Früchte der 500 Dollar, die der Vater dem Fünfzehnjährigen geliehen.

Dieser scheinbar so ruhige und kaltblütige Mensch war im tiefsten Innern eine Kämpfematur mit einem ewigen Hunger nach Macht. Nur im Kampf fühlte er sich wohl, und zt.var in jenem stillen und um so erbitterten Ringen, dessen Schlachtfeld sein Privatkontor, dessen Wappen endlose Zahlenreihen, dessen Ziel <?icg ober Untergang von Unzähligen war. Und trenn neben diesem Triebe noch ein anderer in ihm mächtig war, bann war es der Glauben an die Zukunft Amerikas, fein Vertrauen aus den Yankee. Er hat ben Vereinigten Staaten ihre Stellung auf dem heutigen Weltmarkt begründet; er hat das Land mehr als einmal vor dem Bankerott gerettet und stand stets an erster Stelle, wenn cs sich um das Wohl des Vaterlandes handelte. Tabei war er durchaus keine politische Natur: es war ihm gleich, ob im Weisen Hause ein Demokrat ober ein Republikaner säst, trenn es nur einsicherer" Monn war. Unter beM, Demokraten Clcveland, nut dem er in Feindschaft lebte, hat er die erste Anleihe der Ber­einigten Staaten übernommen uno durchgeführt; er war her er­bittertste Gegner des spanischen Krieges; aber als der .tfrieg er­klärt war, die Kurse fielen und .der Ruin nahe schien, da bat er feine eigene Jacht als Kreuzer ausgerüstet und die Regierung ulcht int Stich gelassen, lieber die Menschen ging ihm immer btc Sache.

Tie Existenz des. grob en Finanz Mannes schied sich stets in zwei streng gesonderte Teile. Ter Morgan von Wall Street und der Morgan zu Hause waren zwei Menschen,/die in ihrem Innern nicht viel miteinander gemein hatten. Aeusterlich steil ich war sich der grofie breitschultrige Mann mit dem mächtigen Kops, der stark hervortretenden Nase, den scharsen grauen tiefliegenden Augen, die hinter den dichten Augenbrauen verborgen lagen, mit der hohen -Stirn und dem vierechigen energischen Kinn stets der gleiche. In seinem Wesen aber war er afe Geschäftsmann einsilbig, kalt, bestimmt, ein Feind aller Phrasen und Umschweise. Leute, die kein sestes Ziel versolgen und Zeit vergeuden, konnte er nie! brauchen. In knapper Frage und Autworr schloff er seine grünten Geschäfte ad. In seinem Bureau, so schilderte ihn der französische Schrift­steller L. de Norvius, sieht er aus, als ob ihn all das;gar nichts anginge. Mechanisch blättert er in einem Register ober einem Kopierbuch, wirst einen flüchtigen, man möchte sagen zerstreuten Blick aus einen Prospekt, einen Bericht. In Wirklichkeit ist bieser Müßiggänger, der mit unbewusster Bewegung seinen Mneuer aus- unb abse.tzu ober mit einer Geste eine hingewarsene Zahl unter­streicht/ ein zäher uranticrbrodieiter Arbeiter. Er ist die trei­bende Krast dieser ungeheuren Maschinerie, die er geschossen bat. Kein anderer auster ihm weis;, was er unternehmen will, und denen, die ihm geholfen haben, wird das ganze Unternehmen erst in dem Augenblick klar, da es vollendet ist. In diesem Riesen­betrieb, der 63 Banken zusarnnieiisasst, herrscht kein Lärm. Nur das Klappern der Schreibmaschinen, das Hineilen der Federn von 500 Angestellten, die sich über die grasten Bücher beugen. Und am stillsten ist es in dem größten Zimmer, das die Seele des Ganzen dar stellt, in Pierpont Morgans Arbeitsraum. Da silst der Magier dieses modernen Hexenkessels, ihm gegenüber immer wieder neue Gestatten, die etwas von ihm wollen, ihm etwas Vorschlägen. Ein Faustschlag auf den Tisch, kurz herausgestostene Worte, hinter denen die Kinnladen fest zusammenklappen, das ist alles. Aber in diesen Worten liegt das Schicksal . . . Wie anders der Mor­gan in seinem Heim, mit der schweren Zigarre im Mundwinkel vm, feinen Hunden umgeben, der Morgan auf feiner Jacht, bei feinen Sammlungen, unter seinen Mchern Auch er eine große Persönlichkeit, der gern und viel spricht, ein Menschenfreund im

,,Aufrichtigen Dank von Deinem Sohn." Der Vater wunderte sich, aber er sragte nicht weiter. Erst als er wieder in New York war, erzählte ihm ein Bekannter, sein Sohn Pierpont besitze schon ein eigenes Vermögen von 520 000 Dollar, also mehr als 2 Millionen Mark, die er bei einer sicheren

Mobilmachung der Flotte vor. 'Die Veranlassung ist Verhalten Griechenlands in der Epirus'frage. Italien ist fest entschlossen, Truppen in Epirus zu landen, wenn

A 19 April, wird 96,« * (** J Versammlung 'n werden 'nutzte ,Etn >°°°»-" b'»°

hottnissen und zugleich seiner Stellung entspricht. Während in den nord- und mittetdentschen Gebirgen vom VerbandHohen- elbe" viele Schülerherbergen errichtet worden sind, hat für Süd- westdcutfchlanb (Vogesen, Schwarzwald, Psälzerwald usw.) der Akademische Touristenttub Straßburg schon lange Jahre die Ein- ndjt.^ig und Kontrolle von Studentenherb', rgen als eine seiner Hauptaufgaben übernommen. Im letzten 3nbre sino nun von Straßburg aus auch üt der Schweiz unb Oberitalie n zahl­reiche Slubentenherbergen gegrünbcl worben, ähnlich wie bies durch den D. u. Oe. Alpenverein für die deutschen und öfter» reichischcn Alpen gebiete schon längere Zeit geschehen ist. Aller- dings unterscheidetl sich in diesen beiden Alpengebieren die Stu- dentenherbergen ein wenig, nicht dem allgemeinen Ziel im Interesse unserer wanderfrohcn Studenten, sondern der Form nach. In den Stildentenherbergen des T. n. Oe. Älpemwreins sind die Her- bergswirte verpflichtet, auf die Rechnung bei Vorweis der Legi­timation einen (vertraglich> festgesetzten Rabatt zu gewähren, wäh­rend in den Schweizer Studentenherbergcn bei Vorweis der Legi­timation (beim. Eintritt ins Gastpans) ein durch Vertrag festge­legter ermäßigter Preis für Nachtlager und Verköstigung ein- gehalten werden must, und die Wirte bei Ueberfüllung für Privat- unterlnnft zu festen Preisen sorgen müssen. Hier weist, also der Student vor Antritt seiner Wanderfahrt genau, was er überall zu zahlen hat, währciw die andere Art den Vorzug hat, daß der Wirt im voraus nicht weist, daß er einen. Studenten vor sich hat, der dann auf Grund seiner Herbergslezitimation später Er- mätigiug verlangt. Berechtigt zur Benutzung der Sttidenten- herbergen ist jeder Studierende einer Universität, oder sonstigen Hochschule von Deutschland, Oesterreich unb ber Schweiz, sowie bic Schüler der 3 obersten Klasien, in den deutsch-österreichischen Alpen nur der obersten Klasse der .beuisckm Gymnasi.n, Over­realschulen usw. Die Legitimation und Verzeichnisse der Stu- dentenherbergen des Du.Oe. Alpenvereins werden abgeaeben: Für Norddeutschland rechts des Rheins durch die beiden akademischen alpinen Vereine Berlin, für Sachsen, Böhmen und Thüringen durch Akad. Sektion D r c s d e n, für Bayern, Württemberg und Baden durch die beiden akademischen alpinen Vereine Muncb en, für Deutschland links des Rheins und Schweiz durch ben Akab. Tonristen-Klub S t r a s: b u r g, _ für .Steiermark, .Warnten, Krain burch Akab. Sektion Graz, für Tirol, Vorarlberg, Salzb irg burcl- den Akab. Mpenklub unb Akab. Sektion Innsbruck, für Ober- unb Nieberösterreich, Mähren und öfterr. Schlesien durch Akad. Sektion Wien. Tic Legitimationen unb Verzeichnisse ber Studentenherbcrgen bes Akab. Tourisien-Klubs Straßburg sind ebenda, an ben übrigen deutschen Hochschulen meist durch die Sekretariate oder Pedelle, für die höheren Schulen durch Ver­mittlung des, Rektors erhältlich.

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Griechenland das Beispiel Montenegros nachahmt. Die Ver- stimmung gegen den Balkanbund ist inr Wachsen begriffen.

Montenegro erhält keine Entschädigung für Skutari.

: Wien, 5. April. (Priv.-Tet.) Die österreichische Diplo­matie ist der Ansicht, daß Montenegro kein er! er Ent sch dignng für die Verzichtleistung auf Skutari erhätt. Hier ist man cmPort über das Berhatten Serbiens, das erklärt hat, sich dem Willen Europas zu unterwerfen, jetzt aber Mon­tenegro unterstützt unb seine eigene Stellung-zu befestigen sinkst, festigen sucht.

Bilder ans pierpont Morgans Leben.

Mau hat beit Milliardär Pierpont Morgan gern und nicht eben geistvoll benAtexanber von Wall Street" ober benNapo- lion ber Börse" genannt, um ihn mit ben großen Eroberern der Weltgeschichte in eine Linie zu stellen, i'lber er mar einzig in seiner Art unb nientanb aus ber Vergangenheit konnte mit ihm verglichen werben. Tas zeigte sich schon in seinen Anfängen.

Bereits Morgans Vater war ein großer Bankier, aber er hatte noch ganz ben Sckstverpunkt seiner Tätigkeit in bic alte Welt verlegt. Eines Tages trat ber Fünfzehnjährige mit ernstem Ge­sicht vor seinen'Vater und fragte ihn geschäftsmäßig, ob er ihm 500 Dollar leihen wolle.Wozu?" fragte der Vater.Um sie ht einer Sache aiizulegeu, die sicheren Erfoßz verspricht." Als der Vater nähere Auskunft haben wollte, war der junge Pierpont pefränti, und so bekam er beim ben gewünschten Sche k, ohne sich irgenbtoie über sein Vorhaben geäußert zu haben. Wochen ver­gingen. Der ahe Morgan war wieder in Europa: er erholte sich in Nizza, als er durch die Post einen Wechsel über 2537 'Frs. erhielt, auf ein Pariser Bankhaus ' ausgestellt. Es war genau bic Summe, bic. er seinem Sohn vorgestreckt harte, sorglich mit-

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Frankfurt, 4. April. Dr. jur. A. Sa eng er in Frankfurt a. M. ist als Privatbozeut für bas Gebiet des Bürgerlichen Rechts unb Handelsrechts an der Akademie znge- lassen worden.

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Kreis Friedberg.

1^. Friedberg, 4. Slpril. Das Lehrerseminar, bnS nächsten Montag sein neues Schuljahr beginnt, mußte zehn Seminaristen an die Seminare zu Bensheim und AJep abgeben. Dahier bleiben in sechs Klassen 181 Seminaristen.

r. Bad-Nauheim, 4. April. Das Programm für die am 13. unb 14. M ai hier stattfinbenbe Hauptversamm­lung des Lan des-Lehrer-Vereins ist nunmehr fest­gelegt. Am Dienstag, 13. Mai, findet vormittags 10 Uhr im Sprudclhotel eine Sitzung bet Vertreter mit an­schließendem Mittagessen statt. AbenbS 8l/2 Uhr versammeln sich die Teilnehmer zu einem Festkommers im großen Saal des Sprubelhotels. Bei dem Kommers beteiligen sich der GesangvereinFrohsinn" unb berTurnverein mit Gesangs­vorträgen unb turnerischen Ausführungen. Am Mittwoch sinbet um 83/4 Uhr vormittags in der Dankeskirche ein .Kirchenkonzert statt, dem sich um 10 Uhr bic im Konzert- havs ftattfinbenbe Hauptversammlung anschließt. 9cach Beendigung ber Versammlung bilbet ein Festessen im großen Saal des Kurhauses ben Abschluß des offiziellen Teils. Den Teilnehmern an ber Tagung wirb von der Stabt- vcrwaltung unb der Kur- unb Babeverwaltung großes Inter­esse entgegen gebracht. Für Besichtigung ber Väber, maschi­nellen Einrichtungen, Babe- unb Kuranlagen :c. wird be­sondere Führung gestellt. Zu ben Terrassen-Konzerten der Kurkapelle haben die Gäste freien Zutritt.

± Bad-Nauheim, 4. März. Wegen Iagdper- gehens, begangen durch Ausübung der, Jagd auf fremden Gcbietstcileu,. wurden in der geftUgen Schöffengcrichtssitzung nach sechsstündiger Verhanblnng und einem in der Gemarkung Ober- Mörlen, abgehaltenen Augenscheinstermin der Freiherr v. Löb- Steinfurth, Privatier B. Steuern-agel und Rentner Koch- Frankfurt zu je 50 Mk.' Geldstrafe, Einziehung der Gewehre und Entziehung der Jagdpässe auf die Dauer von fünf Jahren ver­urteilt. Auch ber Hund, den bic vier Verurteilten initgefübrt i^rttcn, wird cingcH-ogen. Gutspächter Fr. Kock; unb dessen früherer Verwalter F. Henken mürben wegen Verschweigens der Grenzen des Jagdgebietes zu 150 bezw. 120 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Starkenburg und Rheinhessen.

Mainz, 5. April. Der 24 Jahre alte frühere ZwangZzögling unb jetzige Händler Nobert Schmitt ver­setzte heute nacht dem 22 Jahre alten Nikolaus Haas einen Stich in die Schlagader am Oberschenkel. Haas starb auf dem Weg zum Kranlenhause. Der Täter wurde sofort vehaftet; er gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben.

HUfttSügkeit im Kontors WeMUoöau.

Darmstadt, 4. April.

Auf Einladung des Sch utz v crcins für Nieder-Mo- bau fanb gestern abciib in Obcr-Rrrmstadt eine start besuchte Ber - sammluug ber Spar einleg er des K r c b i t v e r c in s N i e b e r - tDc o b a u statt. Bankoirektor Stein- Darmstadt legte die seitherigen Sanierungsbestrebnngeu unb die von dem Schiitz- uercin geplanten Hilfsmaßnahmen vor. Die mit dem Staat wegen Gewährung eines Darlehens geführten Verhandlungen ge­langten zu keinem Ziele, da ber Staat aus Grünben der Konse- auenz für bestehende und spätere Fälle glaubte, die Hingabe eines Darlehens ablehncu zu sollen. Ebenso scheiterten die mit ber Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank geführten Verhandlung, n an Bedingungen, deren Erfüllung dem Schutzverein unmöglich war. Dadurch, daß die Darmstädter Volksbant ans Ersuchen des Schutzvereins einen größeren Kredit bereit gestellt, und auf Be- sck-liiß der Gläubigerversammlung auch aus der Konkursmasse Mittel zur Verfügung gestellt werden, ist der Schlltzverein nunmehr in ber Lage, Die Hilfstätigkeit umfangreich burchzuführen. Ten Gläubigern sollen gegen Abtretung ihrer Forberungen von bem Schutzoerein alsbald 50 Prozent ihrer Einlagen in bar ausbezahtt werden. Für chen Fall, daß in dem Konkurs eine höhere Ouote erzielt wird, sollen die sich grgebcubcit Ueberschüsse ben Sparcinlegern, die ihre Forderungen dem Schutzverein abtreten, zngut kommen. Zu diesem Zweck sott den sparcinlegern außer dem baren Betrag von 50 Prozent, noch ein Gutschein ansge- händigt werben, bessen Wert später von bem Schutzverein festge stellt unb an die Spareinleger ausbezahlt wirb. Der Schutzv^rcin rechnet baranf, daß er aus biesc Weise später noch eine picht im erhebliche Quote an bic Spareinleger auszahlen kann. Justiz­rat Metz, ber Vorsitzcnbe bes Gläubigeransschnsses, dankte dem Redner für seine Ausführungen und betonte, baß mehrere Mit glieber des Gläubigerausschusses dem Beirat des Schutzvercins an- gehören unb bic Interessen ber Gläubiger hierdurch gewahrt werben. In der sich anschließenden lebhaften Aussprache wurde aus Anfragen einzelner Sparcinleger Aufklärung gegeben. Fabn kant Paliup - Gundcrnhauscn betonte, daß cs durch die Hilfs­tätigkeit möglich sei, die pon dem Konkursverwalter eingezogenen Haftsummen alsbald ben Sparcinlegern zufließen zu lassen, während sie sonst bis zur späteren Beendigung des Kon­kursverfahren hinterlegt bleiben müssen. Postsekretär Hebcrer- Ober-Ramstadt bezeichnet es als einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil, daß durch die Auszahlungen des Schutzvereinü Hande! und Wandel in der schwer betroffenen Gegend wieder gehoben werden. Auf Anfrage des Herrn Weber gab der auf Einladung bes.Schutzpercins erschienene Konkursverwalter, Rechtsanwalt Tr. Hoffmann II.-Darmstadt, Aufttärung über bas Konkursverfahren, besonbers über bie Vcrstänbigung, die in dem mit der Landwirt­schaftlichen Genossenfchastsbank geführten Regreßprozcß erzielt worden ist. Kreisrat Tv. Wagner-Dieburg, der stets für eilte Milderung der schweren wirtschaftlichen Katastrophe eingetreten ist, hob mit warmer Anerkennung hervor, daß durch den Konkurs­verwalter und den Gläubigcrausschus; bic Interessen ber Spar­einleger auf bas beste gewahrt worden sind, und empfahl den Spareinlegern lebhaft, bas Angebot bcs Schutzvereins anzunehmen. Zum Schlüsse sprachen Postsekretär Weber unb Bürgermeister R ü ck e r t - Ober-Ramstabt ihre Bcsriebigung über bie seitherige Führung bes .Konkursverfahrens aus unb bankten bem Schlitz- Verein für seine uneigennützigen Bestrebungen.

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Die Konferenz

über bie b u l g a r i s ch - r u nr ä n i s ch e Frage.

Petersburg, 5. April. Unter dem Vorsitz des Mi­nisters Sasanow und in Anwesenheit der fünf Botschafter fanb! geltem bic zweite Sitzung der Botschasterkonferenz statt, die sich mit ber bulgarilch-rumänischen Streitfrage beschäfttgte. Es imirbe eine gemeinsame Grundlage zur Lösung des Kon­fliktes gefunden, der zugleich mit ber Wiederaufnahme der Fnedcnsverhanblungen zwischen der Türkei und den Verbün­deten endgültig entschieden werden soll. Alsbonm soll auch die Veröffentlichung: erfolgen.

Ein neuer Kampf in Marokko.

Paris,,5. April. Aus Tadlo (MarokkG wird gemeldet, daß dort zwi|ck)-en der Abteilung des Maiors Jbvs und dem G r n st a m m ein Gefecht stattgefunben hat. Die Marokkaner würben zurnckgeichlagen. Tie Franzosen hatten einen Toten und la Verwundete.

Ein Sclttstnrovld.

Frankfurt a. IM'., 5. April. Mrf offener Strass brachte sick im Nordend ein e Dame einen S chu ß in die Herzgegend 'bei. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß es sich um die Ä) jährige Tänzerin Oli M a r - zelli aus Wien lyanbclt. Der Tod trat sofort ein. Das Motiv der Tat sali Liebeskttnimer fein.

Cn^t^cbl^eibrt»

E 'm den, 5. April. In Abelitz, etwa 16 Kilometer von Emden, landete der FreiballonNordsee" ans Wilhelinsl)aven. Die Insassen, vier Seeoffiziere, mürben leicht verletzt. Der Bal­lon würbe geborgen.

Vermryehtes.

* Brennen ber Dampfe r. Aus S h e e r n e s; wird gemeldet: Ter beutfche SchoonerAntze" geriet bei ^ftigem Sturme in B r a n b. Er würbe in S Heern ein geschlappt. Die aus fiebert Personen bestchenbe Besatzung wurde gerettet.

* 3 u r Rottung b e r b c u t f d> e n S p i tz b c r a e nexpe- bition. LluS Spitzbergen wird bem BlatteAqtenposten" in E h r i st iania gemeldet, daß das Expeditionsschiff Hertha" in Green Harbour gestern nach viertägiger Fahrt burrir bas Eis angekommen ist. An Borb ist alles wohl. Man will vcr- suchen, mit berHerihi" in den Fjord ciirjubrin^eu. Falls dies unmöglich sein sollte, wirb eine Schttttenexpedttion vor Green Harbour abgehen.

* Die 10 0 0 0 0.Adler"-Schreibmaschine haben dieser Tage die Ml er werke Dorrn. Heinrich Kleper A.-G. in Frank furt a. M. fertiggestellt. Der Prinzregent Ludwig von Bayern wurde der B c s i h c r dieser Jubiläums maschine. In unermüd­lichem Wettbcmierb hat bic beuisch.' ^Sckireibmaschinen-JNditstrie es Derftanb'cn, bic früher allein geltenben Fabrikate des Auslandes, besonders Amerikas, niehr und mehr ans bem Felde zu sMagen und bic von den Adler.verken erreichte Zahl 100 000 ist das beste Zeugnis für bic mäckiGolle Entfaltung der beutfrfyeit Industrie

" E l n neunjährigerA c 11 r ei s end er" imirbt gestern auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin von der Kriminal­polizei angehalten. Einem Beamten ber dortigen Bcchnhosswackn fiel ein Knabe auf, der sich eine Fahrkarte nach Hamburg gelöst hatte, nun reisefertig auf dem Balmstcigc stand unb auf die Ab­fahrt bes Zuges wartete. Ter Beamte fragte ben Jungen schein­bar harmlos aus unb erfuhr, baß der junge Reifende ein Schüler Erich N. aus Adlershof war, der die Absicht batte, in Hamburg zur See zu gehen und eine Weltreise zu unternehmen. Ter Beamte nahm den Bengel mit nach der Wache, weil er sofort überzeugt war, daß es bei der beabsichtigten Weltreise nicht mit rechten Dingen zugehe. Diese Vermutung wurde auf eine Anfrage in Adlershof bald bestätigt. Es ergab sich, baß N. einer Frau, bic er beim Umzug beobachtete, bie Handtasche mit 300 Mk. Jnlmtz gestohlen hatte und bann seinen Eltern entlaufen war. 114 Mk. besaß er noch. Für das übrige Geld hatte er sich Kleidungs- unb Ausrüstungsstücke gekauft. Arg enttäuscht würbe ber unter- nehnienbeWeltrcisenbe" in Gewahrsam genommen, um den Eltern wieder zugesührt zu werden.

ihl Ter Nc- riken Georg beging jetzt-den 'ienir der Firma Tinning der Är- rr Surmittag in

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