Dahingeschiedenen, dessen bundesfreundliche Gesinnung und hohe staatsmännische Bega aabung ich in ernster Zeit kennen und schätzen z-. lernen Gelegenheit hatte, eine treue Erinnerung bc wahren.
Der König Don Sachsen richtete an den Kaiser ein Beileidstelegramm. ■
Auch die bayerische Staatsregieruntz übermittelte dem Reichskanzler ihr aufrichtiges Beileid zurr Ableben des Staatssekretärs.
Das Kaiserpaar beauftragte den Reichskanzler mi seiner Vertretung bei der Beisetzung des Staatssekretärs
Deutsche» Ueich.
Aus dem Reichs anzeig er.
Der „Reich-sanzeiger" veröffentlicht den am 1. Januar 1913 in Kraft tretenden ermäßigten P o st t a r i f für B l i n d e n s ch r i f t s e'n düngen innerhalb Deutschlands ferner eine Verordnung auf Errichtung einer Zahnärztekammer für Pr.eußen mit dem Sitze in Ber lin. Weiter veröffentlicht der „Reichsanzeiger" die Ernennung des vortragenden Rats im Auswärtigen Amt, Geh. Legationsrat Dr. M a t t h i e u , unter Beilegung des Charakters eines Wirkt. Geh. Legationsrates zum Direktor im Auswärtigen Amt.
Diebayerische „Staatszeitung" veröffentlicht in der heute erschienenen ersten Nummer im nichtamtlichen Teil einen längeren Leitartikel über die Aufgabe, die sich das Blatt stellt. Es wird darauf hingewiesen, daß alle großen Bundesstaaten bereits ein Re- gierunbsorgan besitzen und die Hoffnung ausgesprochen, daß Die vielfach übereilten Beurteilungen, welche die „Staatszeitung" noch vor ihrem Erscheinen erfahren mußte, einer ruhigeren Betrachtung Platz machen werden, wenn längere Beobachtungen darüber vorliegen, ob die „Staatszeitung" ihrer Aufgabe gerecht wird, die darin besteht, die Maßnahmen und die Politik der Regierung in ruhiger und besonnener Weise zu vertreten. Das Blatt betont, daß es als Regierungsorgan über den Parteien stehen wolle und die Politik der Reichsleitung nach besten Kräften unterstützen werde.
Aus Statt unt Cant,
Gie tzen, 2. Januar 1913.
** Der neue Wandkalender des Gießener Anzeigers, der einem Entwurf von W. Tiemann entstammt, ist heute unseren Stadtabonnenten zugestellt worden und geht unseren übrigen Lesern in den nächsten Tagen zu. W. Tiemann ist Professor der Akademie für graphische Künste in Leipzig, wo auch Professor Franz Hein jetzt wirkt, der uns vor mehreren Jahren auch einen Kalender gezeichnet hat. Tiemann ist in Fachkreisen schon seit längerer Zeit rühmlichst bekannt durch die von ihm entworfene und nach ihm benannte Schrift, die auch den Druckkunden der Brühlschen Druckerei nicht mehr unbekannt und nun auch in dem Kalendarium verwendet ist. Der Kalender ist der modernen Strömung entsprechend gehalten. Ein gelber, reich ornamentierter Rahmen umschließt den eigentlichen Kalender. An den vier Seiten sind in vier Medaillons die vier Jahreszeiten in einer zarten blauen Tönung versinnbildlicht durch vier Frauentzestalten. Wir haben bannt Mfeder einen Kalender herausgebrackt, der.guch als trefflicher Wandschmuck angesprochen werden kann.
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** Das Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen für 1913 ist erschienen. Es enthält in der gewohnten übersichtlichen Anordnung eine Fülle von wichtigen Mitteilungen und Nachrichten, so daß es wiederum für jeden Bewohner der Stadt und des Kreises Gießen, besonders aber für die Geschäftswelt, ein säst unentbehrliches Hilfs- und Nachschlagebuch darstellt. Von besonderem Interesse sind die dem Adreßbuch beigefügten statistischen Mitteilungen, die ein hübsches Bild der fortschreitenden Entwickelung der Stadt Gießen geben.
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** I n den Gießener Familien blättern beginnen wir heute mit dem Abdruck des Romans Von Frühling zu Frühling, mit dem wir.unseren Lesern zweifellos eine spannende und lebensvolle Unterhaltung bieten. In gemütvoller Darstellung schildert uns der Verfasser den Kampf einer schönen Frau um ihr Lebensglück, das sie aus den Wirrnissen und Bitternissen des Daseins heraus zu einem reinen, liebevollen Frieden führen soll. Bunt bewegte Bilder führt uns der Verfasser vor Augen und er versteht es, unser Interesse für die junge Frau bis zum letzten Wort aufrecht zu erhalten. Wir sehen sie als glückliche Braut, begleiten sie auf ihren Reisen, sehen voller Besorgnis, wie sich die Schlingen eines kaltherzigen Mannes immer enger um sie schließen, wir lauschen dem Rauschen Hes Meeres und dem Sange 8>s Sturmes, und werden immer stärker gefesselt und gespannt. Wir sind überzeugt, daß wir mit diesem Roman den Geschmack unserer Leser gut getroffen haben und werden auch künftighin auf die Auswahl gu. unterhaltender Romane die größte Sorgfalt Derr
M
" Lebrerpersonalien. II e b c r t r i. Schulamtsaspiranten Gg. Schmitt aus Ensbeu. stelle an der evang. Schule zu Wald-Michelbaa, ledigt sind eine Schulstelle an der (Senieinbefci; Höch st a. d. N. und eine mit einer kath. Lehrerin zu b setzende Schnlllellc an der Gemeindeschule zu Viernheim.
" Die Hessische La n d es - H y p ot h e t'e n b a n f gibt bekannt, daß die früheren Veröffentlichungen über ihre Dar- lehcnsbedingungen (Zinsfuß und Geldbeschaffungskosten) aus- gehoben werden; die Festsetzung der Bedingungen erfolgt jeweils van Fall zu Fall.
** Aus nah metari f. Mit Gültigkeit vom 1. Jan. wird der Ausnahinetarif für frisches, nicht zubereitetes Fleisch von Rindvieh usw. zum Verbrauch im Inlande für die Dauer seiner Gültigkeit auf frisches, nicht zubereitetes Fleisch von Kaninchen ausgedehnt.
** Die Neujahrsnacht ist hier wie in den letzten Jahren recht friedlich verlausen. Um Mitternacht gab es die üblichen öffentlichen Beglückwünschungen, die mit viel Geräusch und fleißigem Abbrennen von Feuerwerkslörpern Detbunhcn waren. Gegen 1 Uhr ton de es auf den Straßen still. Dagegen waren die Wirtschaften und besonders di Kaffeehäuser noch längere Zeit hindurch von frohbewögten Menschen belebt. Besonders erfreulich ist es, daß kein Unfall vvrkam und die Polizei keine Festnahme vorzunehmen hatte. Nur einige Anzeigen wegen verbotenen Abbrennens von Feuerwerk wurden erstattet.
** Gießener Stadttheater. Der gestiefelte 1 ater, ein Märchen mit Musik von Emil Alfred Herrmann as wir kürzlich bei seiner Uraufführung eingehend würdigten and gestern nachmittag auch hier einen herzlichen, wohlverdienter 3eiiall. Einen besonderen Reiz erhielt die Darstellung durch im ahlreichen Kinderreigen, die Frau Goll-Oldini allerliebs ingeübt hatte und die mehrfach wiederholt werden mußten. Don en einzelnen Darstellern sind vor allem die Damen de Bruyn -ls schlauer Kater und Jüngling als sein Besitzer zu nennen -ber auch alle übrigen Darsteller, die sich unter Herrn Golls legte zusammengefunden hatten, bereiteten den Besuchern ein terzliches Neujahrsvergnügen.
Damenheim. Auf Einladung des unter deu- Brotefforat der Fürstin zu Solms-HohensolmS-Lich stehenden 'Kreins ,O b e r he ss isch e§ Damenheim" wird Fra>- 0berft von Barbeleben aus Kassel Samstaa, 4. Jan. inen Vortrag halten über .Erfahrungen und Aussichten der ?amenheime". Mitglieder und Freunde der Sache sind 'äzu einqefaben
** W a rnung vor der Fremdenlegion. Werber für ne französische Fremdenlegion sind bei uns wieder an der Arbeit He Werbungen^ verbergen sich hinter Annoncen von sehr harmloser Form. So erschien kürzlich in einem Frankfurter Blatte eine Annonce, wodurch „Tüchtige Elekromonteure auf Montage ür bas Ausland bei gutem Lohn gesucht" werden. Die sich Melden- )en, sämtlich Deutsche, wurden über Mainz nach Nancy verschleppt und dort wurde zu dem alten Mittel gegriffen, ihnen in der Trunkenheit die unterschriftliche Verpflichtung zum Eintritt in die Fremdenlegion abzunötigen. Dem einen der Angeworbenen gelang cs am anderen Tage, nach nüchterner Prüfung der Folgen seines unbedachten Schrittes, wieder zu entkommen. Von den klebrigen fehlt jede Spur. Die behördlicherseits sofort angestellten Ermittlungen hatten leider keinen Erfolg, da die Werber sehr vorsichtig zu Werke gingen und die Einträge in den Fremdenbüchern ast stets sichere Anhaltspunkte für ihre Feststellung nicht bieten. Es kann bei diesem Anlaß wieder nicht genug vor dem Treiben dieser Leute, die skrupellos ihren Zweck verfolgen, gewarnt und unsrer männlichen Jugend nicht dringend genug ans Herz gelegt werden, Annoncen auf Arbeit im Ausland mit Dem größten Mißtrauen zu betrachten. Diese Mahnung richtet sich auch an alle Eltern und Erzieher. In jedem Falle sollten vorher genaue Erkundigungen durch die Polizeibehörden eingeholt werden. Im Kreis Gießen ist, wie wir hören, das Gr. Polizeiamt Gießen auf Ansuchen erbötig, derartige Erkundigungen vorzunehmen.
** EiuKapitel von ber menschlichen Vergeßlichkeit -enthält ber soeben erschi n ne Jahresbericht >es Gießener Wach- unb Schließ-Instituts. Es würben in den sieben Jahren seines Bestehens 8998 offene Haustüren vorgefunben, von benen 8566 sofort geschlossen unb bei ben übrigen bas Schließen veranlaßt würbe. 7758 offene Hof- unb Gartentore, sowie 223 offene Waschküchen unb 63 offene Kellertüren wurden geschlossen. Bei 158 offenen Lagerräumen, Wertstätten, Fabriken usw., 37 offenen Läden und 336 offenen Fenstern würbe bas Schließen veranlaßt. Ferner wurde in 712 Fällen ba§ Auslöschen von brennenden Lichtern veranlaßt und drei offene Gashähne vorgefunden, 138 steckengebliebene Schlüssel konnten den Abonnenten wieder zurückgegeben werden. In 4 Fällen wurde Feuer von den Wächtern selbst gelöscht. Ferner wurden 34 offene Wasserleitungen und Rohrbrüche, 4 offene Schaukästen und 49 losgekoppelte Pferde in den Ställen vorgefunden. Daß die Wächter des Wach- und Schließ- Instituts auch eine Ergänzung der Schutzmannschaft bilden, geht daraus hervor, daß sie 23 Personen bei Sachbeschädigungen ertappten, 6 Personen aus den zu bewachenden Häusern entfernten, 6 Diebe festnahmen und 4 Einbrüche vereitelten. Im ganzen hatten die 7 Wächter 27 178 vor gefundene Unkorrektheiten zu erledigen.
** Der Januar im Volksmund Neujahrsmorgenröte macht viel Nöte. Januar warm, daß Gott erbarm. Im Januar viel Regen, wenig Schnee, tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh. Reichlicher Schnee im Januar, machet Dung für's ganze Jahr. Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken. Zu St. Pauli (10. Jan.) Sonnenschein, bringt ein viel Korn unb Wein. An Fabian und Sebastian soll der Saft in die Bäume gähn.
Landkreis Gießen.
X Heuchelheim, 1. Jan. Das Schießen in der Neujahrsnacht, eine stehende Rubrik unter der Zahl der Pollzeiverordnungen, hatte sich hier diesmal außerordentlich vermindert. Um die Mitternachtsstunde wurde die Dors- flraße von der Jugend belebt, im allgemeinen herrschte aber im Gegensatz zu den Vorjahren ein viel ruhigerer Ton.
+ Hausen, 1. Jan. In unserer Gemeinde und in G a r b e n t e i ch wurden um die Jahreswende zwei Familienabende des Evang. Bundes abgehalten unb zwar Samstag, 28. Dez., in Hausen unb Montag. 30. Dez., in Garbenteich. Beide waren überaus gut besucht, was be- onders dem so beliebten Redner und Volksschriftsteller di a u m a n n zu verdanken war, der, wohin er kommt, alle Herzen zu begeistern unb wie fein anberer es versteht, Stimmung zu machen und den rechten Ton in seinen bilderreichen Vorträgen zu treffen. Silvestergedanken waren es diesmal über das Hasten und Eilen in unserer Zeit und die festzuhaltenden Ruhepunkte darin. Die Abende waren durch Vorträge der Gesangvereine und der Schulkinder umrahmt.
— Steinbach, 1. Jan. Am letzten Sonntag im alten Jahre vereinigten sich im Saale des Gasthauses „311m Adler" die Altersgenossen von 1862/1912, um einige Stunden zusammen zu verleben und alte Erinnerungen aus- 'ntauschen. Etwa 20 Damen und Herren hatten sich ein» iimöen. Frau Stadtrat Winn aus Gießen gedachte in .ner längeren Ansprache der verfloffenen Jahre und schloß mit dem Wunsche, daß die AlterSgenoffen im 60. Jahre sich alle wieder zusammen treffen würden. Bäckermeister Horn» Gießen machte den Vorschlag, sich alle 5 Jahre zu einer kleinen Feier in Steinbach einzufinden, was allseitige Zu- üimmung fand.
= Holzheim, 31. Dez. Genußreiche Stunden bot bei am Sonntag von der „Germania" - La ng-Göns veranstaltete Lieder-Abend unter Leitung ihres Dirigenten Lames. Schon frühzeitig war der geräumige Saalbail bis auf den letzten Platz gefüllt. Der hiesige uni) ber Ober» üörgener Gesangverein nahmen regen Anteil. Das Programm wurde eröffnet durch einen Gesamtchor „Dem Vatt-r- land". Aufmerksam lauschten die Zuhörer bis zur letzten Nummer den (Shören. Als Einlagen boten einige Eouplets mld Musikslucke, tin Violin-Lolo (vorgetragen von Herrn Lames) Abwechslung unb ernteten ungeteilten Beifall.
O Lick, 1. Jan. Zu einer eindrucksvollen Silvesterfeier Dcnammelte sich gestern abenb ein großer Teil unserer Gemeinde. Die Marlenstiftskirche war bis auf den Ichten Platz gefüllt, em m unserer Gemeinde nur selten eintretendes Ereignis. Nahezu 1000 Personen, also ein Drittel Der gesamten Gin» mohneritoait, füllten ben Raum. Zur Verherrlichung der Abendandacht trug der K 1 r ch e u g e s a u g v c r c i n gemischter Ehor
unter Leitung ferne* Dirigenten, Lehrer W. Zimmer, bei. — Dre evangelische Kirchengemeinde hat im abgelaufenen Jahre o0 Samen zu verzeichnen. Kirchliche Beerdigungen erfolgten 38.
= Daubringen, 1. Jan. Der Gesangverein ^Eintracht" beschloß, am 5., 6. und 7. Jnli sein 40jähriges Stiftungsfest abzuhalten, verbunden mit einem volks» lüinlichen Wertungssingen.
. . = ® au b ri n gen, 1. Jan, Im Saale des Gastwirts Lepper merte der Bur,chenklub „Fidelio" leinen Jahresabschluß Der herein zeigt eme sehr günftige Entwicklung, weshalb beschlossen wurde, das ^parkasienguthaben von 100 Mk. auf 150 Mk zu erhöhen. Ter Vorstand wurde fast einstimmiq wiedergewöhlt mit Ausnahme des ersten Vorsitzenden, der eine Wiederwahl ablehnte und an dessen Stelle Karl Geißler trat. Es wurde eine Versteigerung veranstaltet, bereit Erlös nebst einer Zulage aus der Vereinskasse dem hiesigen „Kleinkinderfrcund" überwiesen wurde. Ehrenpräsident Michel forderte die Mitglieder auf, alle Zwistigkeiten, die in unferm Dorfe leider soviel bestehen, veraefsen ;u lassen unb die Einigkeit zu pflegen.
Kreis Büdingen.
b. Büdingen, 1. Jan. Nachdem der Gemeinderat eine finanzielle Beteiligung an dem Bahnban von Hanau 'ach hier abgelehnt hat, erklärte sich gestern die Frankfurter Bahnbau-Geiellschaft bereit, die Bahn in Büche s ein- münden zu lassen, anstatt in den Büdinger Bahnhof.
Kreis Friedberg.
8 Bad-Nauheim, 1. Jan. Länger als sonst hat sich in diesem Winter ber Badebetrieb hinausgezogen. Das Tenniscafo blieb erstmalig bis in den Dezember hinein geöffnet, unb gestern ist erst bas letzte ber Badehäuser geschlossen worden, -bie Bäder werden jetzt auf lur^e Zeit mir im städtischen. Kvnitzky- stift verabreicht.
m. Nieder-M örlen, 1. Jan. Honte wurde ein Veteran Don 1870/71 zu Grabe getragen, ber Mitbegründer unb lang» jährige Präsident des hiesigen Kriegervereins, Herr Martin Hofmann. In dem Leichenzuge, an dem sich fast die ganze Gemeinde beteiligte, befanden sich die meisten Vorsitzenden des Kriever- vereinsbezirks Bad-Nauheim-Butzbach. Der Schriftführer des „Hassia"-Verbandes, Geh. Med.-Rat Vvgt-Butzchach legte mit ehrenden Worten für ben Dahingeschiedenen im Namen des Bezirkspereins einen .Kranz nieder, ebenso ber Kriegerverein Nicder- Mörlen. Die Gewehrkompagnie gab für ben Verstorbenen, der ein Alter von 72 Jahren erreicht hat, die üblichen Ehrensalven ab
m. Steinfurth, 2. Jan. Zu Ausschreitungen kam es in der Neujahrstagsnacht in unserem sonst so fried- "E7?...'^orfe. Mehre junge Burschen, die sich seit geraumer Zeit au fällig sind, benutzten die Neujahmacht, um sich erst ordentlich burdBuprügeln und schließlich zum Messer zu greifen. Zwei derselben sind schwer verletzt worden unb mußten noch in der Naast noch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
h. Ostheim, 1. Jan. Tas Kaspar Wörnersche Ehepaar beging heute das goldene Ehejubiläum.
h. B ü besheim, 1. Jan. Heute wurde das große G r n p - lenwaiserwerk, bas Büdesheim und sieben anberc Ort- diaften mit Wasser versorgen, soll, bem Betriebe übergeben. Das V^rk wird von Quellen in der Ober-Roßbacher Gemarkung gespeist.
Starkenburg unb Nbeinheffen.
rm. Darmstadt, 1. Jan. Ans ber Haft entlassen tourbe am Dienstag abend gegen Stellung einer größeren Kaution ber am Montag abend wegen Vergehens gegen das Genossenschaftsgesetz, Bilanzverschleierungen usw. zum Nachteil der Mitglieder und Gläubiger des Nieder-Modauer Spar und Dar- lehnsvereins angeflagte langjährige Revisor unb Direktor, Kommerzienrat Karl Ihrig. Ihrig war erster Direktor der Heff Landwirtsckmftlichen Genossenschaftsbank unb ihm lag seit Jahren bte Kontrolle ber einzelnen der Bank unterstellten Institute ob. Er wirb beschulbigt, gemeinsam mit ben schon Verhafteten Ad, . loca und x$)aaf die unlautere» »üwinnn >
Bilanzverschleierungen, die ihm schon seit Jahren bekannt j< mußten, unterstützt zu haben. Das durch den Untersuchun richter gesammelte Material war auch gegen Ihrig schwer belastend, doch hatte bas Landgericht nur J)ie Festnahme der Angeklagten bestätigt und Ihrig frei gela|)en, auf die Beschwerde des Staatsanwaltes wurde durch das Oberlandesgericht die Festnahme verfügt, die Anklage gegen I. war allerdings schon erhoben. — Von dem Verband der hessisch, landwirtschaftlichen G e n'o ssen schäften w rd uns zu der Angelegenheit „auf Grund des aktenmäßigen Tatbestandes" geschrieben: „Die Beschlußkammer des Landgerichts hat den Antrag ber Staatsanwaltschaft auf Erlassung bes Haftbefehls gegen Herrn Ihrig abgelehnt. Der daraufhin von der Staatsanwaltsckiaft eingelegten Beschwerdo hat der Strafsenat des Oberlandesgerichts Folge gegeben und die Verhängung ber Untnffuchungshaft ungeordnet. Daraufhin erfolgte am 30. abends die Verhaftung. Die Untersuchungshaft wurde jedoch am 31. gegen Stellung einer Kaution wieder aufgehoben. Wie es mit der gegen Herrn Ihrig erhobenen Anklage sich berhält, wird, falls es überhaupt zur Eröffnung des Haupt- verfahrens gegen denselben kommt, worüber die Entscheidung nochst aussteht, die spätere Hauptverhanblung ergeben, welcher Herr Ihrig mit größter Zuversicht entgegensieht. Als unverantwortlich muß es daher bezeichnet werden, wie ohne jede Kenntnis des Ergebnisses der geführten Voruntersuchung gesagt werden kann, Herr Ihrig sei einer der Haupturbeber des Zusammenbruchs des Nieder-Modauer Spar- unb Kreditvereins, was als eine völlig aus der Lust gegriffene Behauptung zu bezeichnen ist, wie auch die weitere, bast er sich bei ben angeblichen Manipulationen große persönliche finanzielle Vorteile verschafft habe. In Wahrheit ist das direkte Gegenteil ber Fall und entbehren dahtt Veröstentlichungen in anderem Sinne jeder tatsächlichen Grundlage. Ausdrücklich sei noch bemerft, daß durch die Angelegenheit des Herrn Ihrig, als lediglich dessen Person angehend, weder die Genossenschaftsbank noch die mit ihr in Verbindung stehenden &e» troffen)djaften in irgend einer Weise berührt werden."
Hessen-Nassau.
# Nod heim a. d. Bieber, 1. Jan. Der Wechtel- schmindel, den der Getreidehändler Leopold Bornaässer in Gießen im Biebertal getrieben hat, macht sich jetzt wirtschaftlich sehr bemerkbar. Es ergehen viele Ladungen zu Terminen, in denen die bedauernstoerten Opfer Borngäffers zur Zahlung der großen Beträge verurteilt werden muffen. Bei den darauf folgenden ZwangsvollllreckunZen wird in den meisten Fällen nicht viel herauSkoinmen. Zimmermann K'guSkopf hier hat wegen der an Bomgäffer gegebenen Wechsel seinen Konkurs anmelden muffetp ebenso Müller Leib bei Bieber. Auch der Konkurs eines Müllers an der Dill soll auf den Zusammenbruch Borngäfftrs zurückzufuhren sein. Eine gewisse Genugtuung hat es bei oer Bevölkerung hervor- gerusen, daß Borngässer sich hinter Schloß und Riegel befindet.
X. Wachenbuchen, 1. Jan. Vor Beginn deS Silvestergottesdienstes begab sich gestern abend der Haupt- lehrer Kahl in die Kirche, nm ein dort liegendes Buch zu holen. In der Dunkelheit stürzte er in die Oeffnung des Heizitngsschachtes und brach das Genick. Als man, über ein langes Ausbleiben beunruhigt, nach ihm Umschau hielt, raub man ihn als Leiche vor. Der Gottesdienst fiel aus.
w Hanau, 1. Jan. Tie Zahl der Typhuskranken bei dem 1 Bataillon des Eisenbahnregiments hat sich seit geilem nicht verändert. Es sind noch 193 Kranke zu verzeichnen. Sind) die Zahl der Schwerkranken hat sich nicht ungünstig verändert; ihre Zahl ist von 12 auf 8 zuruck- gegangen.


