Donnerstag, 2. Januar MZ
165. Jahrgang
Erstes Blatt
Dte heutige Nummer umfahr 10 Seiten
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Der wechftl im btaatssekretariat der Aurwärtigen.
Ucber den Nachfolger des Herrn v. Krderlen-Waechter . ist noch nichts bestimmt. Wahrscheinlich sind der Reichskanzler und sein kaiserlicher Herr wieder einmal in Verlegenheiten. Nach einer Blättermeldung soll der Botschafter in Rom, Herr o. Jagow, für den Posten in Frage kommen. Es ist indessen, müßig, die „Kandidaten" alle zu nennen; die Entscheidung wird ohnehin unmittelbar bevorstehen.
Graf Berchtold über Kiderlen-Waechter.
Tas Beileidstelegramm des österreich-ungarischen Ministers des Aeußern Graf v. Berchtold an den Reichskanzler lautet:
Tief erschüttert durch die Nachricht von dem plötzlichen Ableben des von mir hochverehrten Staatssekretärs v. Kiderlen bitte ich Eure Exzellenz, anläßlich dieses schweren Verlustes den Ausdruck meines tiefgefühlten Beileides entgegennehmcn zu wollen. Ich werde dem
Athen, 1. Ian. - Tie griechische Artillerie beschoß in der letzten Nacht die großen Biwaks der Türken zur Linken der Straße nach Janina, sowie den Ort Bisani. Die Türken antworteten nicht, machten aber um drei Uhr morgens einen Angriff auf das Zentrum und den linken Flügel der Griechen. Ter Angriff
Nr. 1
Ter Hittzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal ivocbentlid 6iefeeaer^amilienblättcr, zweimal wöcheutl.N»ti§- blatt färben Kreis fcicfjen (Dienstag und Freilaa); zweimal monntl. Landwirtschaftliche Zeitsragen Fer»,sprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnunnner bis vormittags 9 Uhr.
„Agencia Stefani" meldet aus Turazzo: Der lienische Konsul erhielt von dem Platztommandanten Antwort auf die Note betreffend den Zwischensatt der „Cap- rera". Diese Antwort erklärt: der Hafenkapitän hatte die Absicht, die „Caprera" zu durchsuchen, da deren Kommandant weder den Zweck des Aufenthaltes des Dampfers im Hafen, noch die Dauer der Anwesenheit angegeben habe. Oberst P o p o w i t s ch erklärte in einer Unterredung, die der italienische Konsul darauf mit ihm hatte,
Greift die Türkei wieder zu den Waffen?
Tie Stimmung in Konstantinopel ist sehr veränderlich. Heute ist an die Fortsetzung des Krieges kaum noch zu glauben. Der Sultan sollte geschworen haben, Adrianopet unter keinen Umständen preiszugeben und heute wird schon wieder berichtet, daß er seine Absicht, die Truppen vor Tschataldscha zu besuchen, verschoben habe. Mit den türkischen Finanzen steht es wieder -schlecht. Der Finanzminister behob den letzten Rest seines statutarischen offenen Kredits mit 90 000 Pfund bei der Ottomanbank, und die Pforte wird, wie ein Berichterstatter aus Konstantinopel feststellt, nicht einmal in der Lage sein, ohne Inanspruchnahme eines * Kredits demnächst die Summen für die fälligen Gagen und Gehälter aufzubringcn. Damit stimmen denn auch die türkischen Gegenvorschläge auf der Londoner Konferenz überein. An Stelle der früheren, stolzen Forderungen verlas Reschid Pascha in der Sitzung am 1. Januar folgende Bedingungen: "
1. Tie Türkei tritt alle Gebiete westlich des Wilajets Adria- nopel ab 2. Albanien wird autonom. Die Bestimmung seiner Grenzen und seiner politischen Verfassung wird den Großmächten überlasten. 3. Wegen des Wilajets Adrianopel sch ägt die Türkei vor, mit Bulgarien wegen der Festsetzung der türkisch-bulgattschen Grenze allein zu verhandeln.
Die Sitzung wurde darauf unterbrochen, um den Balkan- bund-Telegierten Gelegenheit zu geben, diese Vorschläge zu prüfen.
Uebrigens wird, wie das Reuter-Bureau meldet, auch die Konferenz der Botschafter in London am 2. Januar ihre Beratungen wieder aufnehmen.
Direkte Verhandlungen in Konstantinopel.
Die „Agence Bulgare" teilte mit: Tie Meldungen über die Anwesenheit eines mysteriösen Vertreters der bulgarischen Regierung in Konstantinopel, der in direkten Verhandlungen mit der Pforte in die von den Türken so sehr gewünschte Verproviantierung Adria- nopels eingewilligt tjaben soll, beruhen auf unsinniger G r f i '* r o Sie verdienen N' bt e'nmet. d^-m- ticri zu lut ''
BeznaHvrei •: monatlich 75 ^„viertel- k jährlich i)lf. 2.20; durch v Abholc- ii. Zweigstellen ' monatlich 65 Pi.: durch dieVosl Ack.2.— viertel- jährl. ausichl. Beite'ckg. Zeilenpreis: lokal 15 Pi., ’ answärls 20 Pfennig.
Ehefredakleur: A Goetz. Berantworklich für den politlicheu Teil: August Goetz; für .Feuilleton", „Berunschles" und „Gerichlsfaal": 5t. 9leu» - rach; für .Stadt und ’ Land": E.tzeß; für den Anzeigenteil: H. Beck.
wurde zurückgeworfen. Das Artilleriefeuer dauerte ganzen gestrigen Tag.
Der Zwischenfall der Caprera.
ihren Gästen habe einer iin letzten Augenblicke abgesagt, und nun suche sic noch einen Ersatzmann, damit man sich nicht zu dreizehn zu Tische setzen müsse. Unter ihren Gästen sei nämlich einer, der das nie tun würde. Dieses scltsainc Ereignis berichtete der Vizepräsident brühwarm an Victor Hugo weiter, indem er sagte: „Wissen Sie, warum das Tiner noch nicht beginnt? Unter uns ist nämlich ein Trottel, der sich fürchtet, wenn drei zehn bei Tiscl^ sitzen." Woraus Victor Hugo feierlich erwiderte: „Mein Herr, der Trottel bin ich!"
*
— T i c Frankfurter Museums-Gesellschaft schreibt uns untcrm 30. Dezember:
Sehr geehrter Herr Redakteur!
Wir verlangen unter Bezugnahme auf 8 11 des Reichspreß- Gesetzes Aufnahme folgender Berichtigung:
„Unserer in Ihrer Zeitung vom 28. November d. Js.
1 abgedrucktcn Berichtigung vom 26. November der in Ihrer Zeitung vom 18. November gebrachten Mitteilung hängen Sic die Bemerkung an, daß diese Berichtigung an der Sache nichts ändere und fahren fort:
„Tie Frankfurter Zeitung hatte die Referentcnkarten zurückgegeben, weil die Frankfurter Museumsgesellschast an die Benutzung der Karte unzulässige Bedingungen geknüpft batte."
Tiefe neuerliche Behauptung ist ebenso falsch, wie die von uns bereits berichtigte. Unsere Gesellschaft lyat an die Benutzung der starte keine unzulässigen Bedingungen geknüpft, die .Karte vielmehr wie alliälnlich so auch in diesem Jahre zu Anfang der 5bonzertsaison, ohne Bedingungen au deren Benutzung zu knüpfen, der F-rankfurter Zeitung zugestcllt. Ebensowenig enthält der aus dein Programm des zweiten Freitagskonzerts abgedruckte offene Brief eine derattigc Bedingung. Die Frankfurter- Zeitung war also nicht in der Lage, die Karte wegen unzulässiger Bedingungen zurückzuschicken und die Zurückscndung ist nicht aus diesem Grunde erfolgt."
Hochachtungsvoll
Der Vorstand der Frankfurter Museums-Gesellschaft E. V.
Wir geben diese Ausführungen wieder, obwohl sie den Be dingnngen des 8 ll des Preßgesetzes nicht entsprechen unb be merken dazu, daß die Museums Gesellschaft formell zwar Recht hat, daß sie aber durch ihr Verhalten und ganz besonders durch ihren offenen Bries die berechtigten Maßnahme,i der Frankfurter Zeitung unmittelbar herausgesordert hat.
kf. Die St. Pauls-Kathedrale in Gefahr! In London plant man die Anlage neuer Untergrundbahnsttecken,
der Hafenlapitän wolle den Verkehr zwischen dem Dampfer und dem Konsulat nicht hindern, jedenfalls habe er infolge der Erklärung des Konsuls, daß die „Caprera" zur Verfügung des itattenifchen Konsulates für funkentelegraphische Verbindung stehe, was übrigens der serbischen Regierung bekannt gewesen sei, nichts mehr zu sagen; man tonnte die Angelegenheit als erledigt betrachten.
die durch die Sir Chttstophcr Wreus Mcisterbau, die St. Vauls- Kathedrale, infolge von Grundwasscrversck icbungen in ihren Fnn- damenlen bedroht wurde. Ter Dekan und das Kapitel der Kirche haben deswegen den Bau neuerdings sorgfältig untersuchen lassen, und dabei ist man auf eine andere Gefahr aufmerksam geworden, die schon seit ein paar Monaten unbeachtet das Bauwerk bedroht hat, ja die schon einen Sprung in der Nordostecke der Ehormauer hervorgerusen hat, der nickst unbedenklich ist. Tiese Gefahr liegt in ben Motoromnibussen, die in der Nähe der Si Pauls-Kathedrale verkehren. Tie außerordentlich schweren Motoromnibusse setzen bei der erheblichen Geschwindigkeit, mit der sie fahren, den Boden in ziemlich heftige Erschütterung und diesen andauernden Erschütterungen scheinen die Mauern der St. Pauls-Kath-cdrale nickst gewachsen zu sein. Wie hastig die Erschütterungen sind, geht daraus hervor, daß man es in der Bibliothek der .Kathedrale sehr deutlich sühlt, wenn ein Motoromnibus die Ostecke vom St. Pa 'N -.Kirchhof passiert. Tie beiden Orte liegen ein .juT? Stück ai -Ki>,ander. Tiese neucntdeckte Gefahr wird wahrsch.ii-lich die Ausführung der geplanten Untergrund bahn streck en verhindeen, denn die Behörden sagen sich mit Reckst, daß eine Untergrundbahn ir.it ihren schweren Wagen in der Nähe der Fundamente noch stärkere Erschütterungen Hervorrufen muß, als ein dreieinhalb Tonnen schwerer Omnibus aus Gummirädern.
— C. Lumholtzens Reise nach Neuguinea. Ter durch seine langjährigen Reisen und ethnographischen Forsckmngen in Australien und Mexiko bekannte norwegische Sammler E. Lum holtz plant eine längere Reise nach Borneo und Neuguinea. Nach „Peterm. Mitt." will er in Borneo den Boeloenganfluß bereisen und dort 60—70 Tajakkeu amverben für die Neuguineaforschung, die den Digoclfluß zum Ziel bat. Diesen will er möglichst weit stromauf befahren und am Ende der Schiffbarkeit eine Hütte errichten, von wo aus Vorstöße in das Binnenland unternommen werden sollen, loeim möglich zur Feststellung der östlichen Fortsetzung des Schneegebirges. Außerdem sollen ethnographische, zoologische, botanische und geologische Sammlungen angelegt werden. Für die Ausnahme des Reisewcgs wird er einen Topographen aus Europa mitnchmen. Tie .Kosten der von der Londoner und Niederländischen Geogr. Gescllschast in Amsterdam unterstützten Expedition werden aus 72 000 Gulden veranschlagt. Sollte die Ausführung des ganzen Rciseprvgramms aus M angel an Mitteln mckst zu crmögliciwn sein, so nrilf sich Lnncholtz länger in Borneo aushalten.
General-Anzeiger für Gbechessen
Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei B. Lange. Nedaltion, «rpcöition und Druckerei: Schulstratze 7. viidingen: zernsprechcr Nr. 269 Seschiistspelle Sahnhosstrahc 16a.
Vie Dreizehn.
Aengstliche Gemüter betrachten das neue Jähr mit einer gewissen Besorgnis, weil es die gefürchtete Dreizehn enthält. Die Dreizehn, so behauptet der Aberglaube, ist eine Unglückszahl. Ist sie das nun wirklich? Sicher ist, daß die Dreizehn in vielen Fällen eine Glückszahl war.
Zum Beweise hierfür kann die Geschichte der Vereinigten Staaten dienen. Tie neugegründete Republik bestand nämlich aus dreizehn Staaten, und diese dreizehn findet sich eben des- t-egen in dem drcizehnblättrigen Olivenzweig, den der Wappen- aUer im Schnabel hält, sowie in der Flagge. Auch die Devise der Republik, E pluribus unum, enthält dreizehn Buchstaben. Ferner bestand die Flotte der Vereinigten Staaten zu Anfang auS dreizehn Schiffcii: ihr Gründer. John Paul Jones hat einen Namen, ter aus dreizehn Buchstaben besteht. Unter den bedeutenden Männern, für die die Dreizehn eine Glückszahl war, ist Richard Aagner zu neunen, dessen Geburtszahl ja schon mit der 13 endet. Lein Name besteht aus dreizehn Buchstaben; drei- zehn ist die Anzahl seiner Overn, am 13. April war der „Tann Häuser" vollcudck und am 13. März wurde er zum erstenmal gespielt. Frcilia findet sich die Dreizehn auch in dem Tod es- datum Richard Wagners iviedcr. Auch für die Schüler der berühmten franzvsisclen Kricgssckmle Saint-Ehr ist die 13 eine Glückszahl. Wer be. der Abschlußprüfung der Anstalt als Dreizehnter an die Reihe kömmt, dem soll eine glänzende Laufbahn bevorstehen. MaeMahvn, der 1825 in die Kriegsschule eintrat, ist einer dieser Dreizehnten, ferner ber General Bourbaky, t>er General von Lavelmcoupet, der sich bei der Verteidigung von Metz auszeichnete, sowie General Bailloud. Ter nmeri kanische „Klub der Dreizehn" in Philadelpha sucht das Schicksal herausznsordcrn. Er besteht aus dreizehn Mitgliedern. Wenn i'ic Dreizehn bei Tische sitzen, so sind auch sonst.allerlei gefährliche Symbole vorhanden, es stehen Immortellen auf dem Tische, und d e Wände sind mit Tolenlöpscn und Totenbeinen geziert, aber l.o'.d-cm fühlen sich die Dreizehn recht wohl, und alle sind der A s ck.t, auf diese Weise steinalt zu werden. Sonst ist bekannt Ist! die „Dreizehn bei Tische" die schlimmste Dreizehn überhaupt. SKßst Berühmtheiten haben sich ihrem Einflüsse nicht entziehen ,o 'nen, wie eine wenig bekannte Victor Hugo-Aneldote zeigt. Victol Hugo war nämlich eines Tages mit einer Reihe seiner Seiiatslollcgen zu einer Ges.B schäft geladen Man ließ die Gäste lange aus das Tiner warten, und schließlich fragte der Vize Präsident des Senats die Tarne des Hauses, ob man denn gar nicht diniere. Sie flüsterte ihm als Antwort ins Ohr, von
Wenn Rumänien lorschlägt...
Ein Balkankenner fdfrei'bt uns:
Die rumänische Regierung hat am letzten Tage des Inh res 1912 dem bulgarischen Kabinett ihre Forderungen dekanndgeFeben. Rumänien beansprucht von Bulgarien die Abtretung eines Gebietes von 3 00 0 Quadratkilometern Umfang sowie den Schutz der Rechte der Kutzo- walachen in Mazedonien. Um den zweiten Teil dieses Vor-Ultimatums zu verstehen, muß man wissen, daß das Mutterland Rumänien für den Kampf der Walachen, d. i. der mazedonischen Rumänen, seit einiger Zeit jährlich etwa 6 0 0 0 0 0 M k. auswirst. Die Walachen, von Beruf meistens Kleinhändler und Frachtführer, sitzen in kleinen Sprengeln vorwiegend in Südmazcdonien und Südalbanien. Der Rumäne Sturdza beziffert sie auf ungefähr 600 000 Köpfe. Tie Walachen Mazedoniens haben mc Un- abhüngigkeitsansprüchc erhoben. Sie sind aber neuerdings von den Türken als besonderes Volk mit eigener Kirchen- nnb Schulerlaubnis anerkannt worden und bilden bei ihrem starken inneren Vermögen einen der wichtigen Faktoren in der politischen Bewertung Mazedon.ens. Die Forderung Rumäniens, den Schutz der Walachen übernehmen zu dürfen, wird voraussichtlich durchdringen. Anders steht es dagegen mit der Forderung einer Gebietserwerbung. Hierüber kann es tatsächlich über Nacht noch zu einem rumänisch-bulgarischen Kriege kommen. Tie rumänische Kammer hat bekanntlich die Kriegskredite von insgesamt 151 Millionen einstimmig bewilligt. Das Ministerium erklärte, ein großer Teil dieser Kredite für Heeresbedürfnisse, Material, Kasernen usw. sei vom .Kriegsministerium bereits verausgabt. Es handle sich also eigentlich um eine Jndemnitätsbew.lli- gnng. Tatsache ist, haß das rumänische Heer auf seine Kriegsstärke gebracht ist und daß diese Truppenmassen numerisch denen Bulgariens ungefähr die Wage halten.
Die Entscheidung bei einem etwaigen Kriegsausbruch wird nicht im Rechenexempel der Truppenziffern liegen, sondern nach der ganzen geographischen Lage der beiden Länder an sich und zueinander in der mehr oder weniger geschickten Ausnutzung der L an d e s h e f e st i g un g e n. Das von Rumänien gewählte System der Landesbcfcstigung ist das sog. Zenttalsystem. Es wurde eine starke, mit allen .titun.} (bi-e Lanoeshauptftadt» geschaffen, unter drrc»; Schulz die Mobilisierung und Versammlung der Feldarmee sich vollzieht. Die rumänische Landesbefestigung trägt dadurch, daß sie in ihrer Gesamtheit eine Schöpfung der neueren Zeit ist, ein .einheitliches und durch die ausgiebige Verwendung von Panzerungen besonders eigenartiges Gepräge, das sie als ein mustergültiges Beispiel einer Zentralbefestigung erscheinen läßt. Bukarest, das ja ziemlich nahe der bulgarischen Grenze liegt, ist mit seiner wuchtigen Panzerrüstung eine der st ä r k st e n Festungen der Welt. In neuester Zeit wurde bei Cernawoda ein feldmäßiger Brückenkopf erbaut, der unmittelbar den einzigen fester Donauübergang des Landes schützt, ifber den die wichtige Bahnlinie nach dem .Hafenplatze von Eon- stanza führt. Der Brückenkopf soll den rumänischen Truppen einen etwaigen Rückzug aus der Dobrudscha über die Donau erleichtern oder auch einen überraschenden Vorstoß über die Donau nach der Dobrudscha und Bulgarien hinein ermöglichen helfen (die Prov.nz Dobrudscha am Schwarzen Meere ist das einzige südliche der Donau gelegene Gebiet Rumäniens).
Was die Befestigungen Bulgariens gegen Rumänien anbelangt, so führt auf der ganzen Grenze von der Timokmünduug bis Silistria keine Brücke über die Donau. Erst bei dem genannten Eernawoda auf rumänischem Gebiete ist eine Ei send ahn brücke. Die Verteidigung der großen Donauschranke ist eben auf bulgarischer Seite sehr'von der Natur begünstigt; sie wird unterstützt durch eine Reihe kleinerer und größerer Befestigungen an den wichtigsten Uebergangspunkten. Diese bieten einer größeren Trnppenmenge Unterkunft und erleichtern wesentlich die Bewachung und Beobachtung der durch den Strom gebildeten Grenze. Nur die Dobrudscha-Grenze ist offen. Aber in Anbetracht der großen natürlichen Stärke der ganzen Grenze sind die Befestigungen für heutige Begriffe doch ziemlich vernachlässigt. Hinter der offenen, rein politischen Do- brudscha-Grenze liegen an günstigen Geländeabschnitten die Festungen Dobric, Razgrad und Provadia. An der großen Straße und Eisenbahn von Sofia nach Varna liegt die Lagerfestttng Schumla. Dieser gegen Rumänien besonders wichtige Platz bildet zusammen mit Rustschuk, Sil.strm und Varna das bulgarische Festungsviereck. Varna, neuerdings sehr verbessert, dient als Einschiffungsplatz und soll feindliche Landungen verhindern. Dort würden sich wohl die heftigsten und wichtigsten Kämpfe abspielen, wenn Rumänien gegen Bulgarien losschlüge.
Der Beginn bulgarisch rumänischer Verhandlnngkn.
Bukarest, 1. Jan Gestern traf die amtliche Mitteilung der bulgarischen Regierung ein, daß Präsident Dr. Da new die Vollmacht habe, mit dem rumänischen Gesandten in London, Mischu, über die schwebenden Fragen der beiden Länder zu verhandelu und zum Abschluß zu bringen. Damit ist die Angelegenheit in jene Phase getreten, die von Rumänien bereits nach der Einstellung der Feindseligkeiten gewünscht worden war.
Aus d-r Rumänischen Kammer
Bukarest, 31. Dcz. In der Kammersitzung verlas der Abgeordnete Jorga eine Bittschttft der Rumänen in Serbien, deren Za hll 5 0000beträgt und die sich über den Truck seitens der serbischen Regierung beklagen, welche sie eutnationalisicre. Jorga verlangte, daß Serbien den Rumänen den gleichen Schutz gewähre, den die Serben in Rumänien genössen und die sich der Freiheit erfreuten, eigene Schulen und Kirchen zu haben. (Beifall.)
In Erwiderung der Frage Jorgas, ob die Behauptung der Presse richtig sei, daß der Minister die M o b i l i s i e r u n g Ruma u i e n s als bevorstehend bezeichnete, erklärte der Finanz- ‘ 11« • J'l l ’ i ' 4 V M ‘ i|U*. V **V4 xK f V l ’ I -• •** * .
die oii-:Hindu Meinung, : ?IcI)l Ausstreuungen nicht zu beachieri.
Der gricchifch-türkischc ftikfl.


